Dienstag, 14. Juni 2011
Es gibt etwas zu gewinnen ...
Der Goldene Windbeutel 2011 - Die Wahl der dreistesten Werbelüge des Jahres
... allerdings nicht für euch und auch nicht für mich - jedenfalls nicht direkt. Aber dafür dürfen wir abstimmen, wer den Preis, den die unabhängige Verbrauchervertretung "Foodwatch" ausgeschrieben hat, bekommen wird.
Es geht um den "Goldenen Windbeutel 2011". Prämiert wird die dreisteste Werbelüge des Jahres. Und wenn möglichst viele von uns mit ihrer Abstimmung zeigen, dass wir nicht alles glauben, was die Werbung uns weismachen will, dann werden die irgendwann - hoffentlich - damit aufhören, uns vorzuschreiben, was gut angeblich für uns sein soll. Und dann hätten am Ende auch wir etwas gewonnen.
Noch zwei Tage läuft die Wahl. Donnerstagnacht um 24 Uhr steht fest, wer in diesem Jahr den "Goldenen Windbeutel" bekommen wird: Danone, Ferrero, Kühne, Stockmeyer oder Storck.
Dort wird am Freitag auch das Ergebnis der Wahl veröffentlicht.
(Quelle: Foodwatch)
Montag, 13. Juni 2011
Grün und Blau
| Grün und Blau: Die Farben der Welt |
Wenn aber Grün und Blau angeblich nicht zusammen passen, dann frage ich mich: Warum hat der Liebe Gott dann den Himmel so blau, und die Bäume so grün gemacht?
Ich glaube, als er damals den Heiligen Geist über den Menschen ausgekippt hat, da hätte er etwas von der Erkenntnis beimischen sollen, dass das Blau des Himmels - bzw. der Luft - und das Grün des Chlorophyls in den Blättern der Pflanzen wesentliche Bestandteile unserer Welt sind, ohne die es kein Leben auf der Erde gäbe.
Sonntag, 12. Juni 2011
Island: Asyl-Angebot für Sakineh Ashtiani
Seit des weltweiten Hilferufs der Kinder Sakineh Mohammadi Ashtianis im Juli 2010, ihre Mutter vor der Hinrichtung durch Steinigung zu bewahren, lässt mich die Geschichte ihres Schicksals nicht mehr los. Die iranische Justiz hatte sie wegen angeblichen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt.
Bewiesen ist nach Aussage ihres ersten Anwalts, der aufgrund der Verfolgung durch die iranischen Machthaber selbst aus Iran fliehen musste, und ihrer Kinder nichts. Das Urteil beruhe einzig und allein auf unter Folter erzwungenen "Geständnissen" und den "Erkenntnissen des Richters". Die "Erkenntnis des Richters" ist eine Bestimmung im iranischen Strafrecht, derzufolge ein Richter nach eigenem Ermessen entscheiden kann, ob er eine angeklagte Person für schuldig befindet, selbst wenn für einen Schuldspruch keine eindeutigen und zwingenden Beweise vorliegen. Willkürlichen Verurteilungen sind damit Tür und Tor geöffnet!
Mehrere internationale Online Kampagnen und Petionen des internationalen demokratischen Netzwerks AVAAZ und von Menschenrechtsorganisationen, sowie der weltweite Druck von Regierungsvertretern vieler Nationen und der UNO führten zur Aussetzung der Steinigung, nicht jedoch des Todesurteils. Nachdem das iranische Regime nicht verhindern konnte, dass die Kinder von Sakineh Mohammadi Ashtiani den Fall international bekannt machten, versuchte es anschließend mit Drohungen gegen die Anwälte, deren Familien und gegen die Kinder "die Ruhe wieder herzustellen". Sie erreichten damit, dass weitere Details aus der Chronologie der Repressalien Irans gegen Sakineh Mohammadi Ashtiani bekannt wurden, die den Fall als absurdes, tödliches Schmierentheater erscheinen lassen.
Eine Intervention der Regierung Brasiliens im August 2010, mit der sie die anbot, Sakineh Mohammadi Ashtiani in Braslien Asyl zu gewähren, scheiterte an der ablehnenden Haltung der iranischen Regierung, die das Angebot strikt zurückgewiesen hatte. Was im Mittelalter Europas der Pranger auf dem Dorfplatz war, das ist in Iran das staatliche Fernsehen. Dort bestritt Sakineh Mohammadi Ashtiani am 15. September 2010 in einer Sendung, ihr Geständnis sei durch Folter erzwungen worden. Ihr zweiter Anwalt, Herr Kian, und ihre Kinder gehen davon aus, dass sie zu dem Interview und dieser öffentlichen Aussage gezwungen wurde.
Am 10. Oktober 2010 wurde Herr Kian gemeinsam mit Herrn Sajjad Ghaderzadeh, dem Sohn von Sakineh Mohammadi Ashtiani, sowie zwei deutschen Journalisten verhaftet. Die Journalisten hatten vorgehabt, ein Interview mit Herrn Sajjad Ghaderzadeh zu führen.
Als im November des letzten Jahres innerhalb kürzester Zeit die Meldung um die Welt ging, das Regime habe die sofortige Hinrichtung Sakineh Mohammadi Ashtianis befohlen, kamen innerhalb weniger Stunden ein weiteres Mal mehr als 900000 Unterschriften für eine Petition gegen das Todesurteil zusammen.
Abgesehen davon, dass die beiden inhaftierten Journalisten nach langwierigen Verhandlungen, und dem umstrittenen Zugeständnis Herrn Westerwelles (FDP, Außenminister), nach Teheran zu fliegen, endlich freigelassen wurden, wurde es still um die weiterhin von der Hinrichtung bedrohte Sakineh Mohammadi Ashtiani. Das einzige mir bekannte Indiz, das dafür spricht, dass sie wohl noch lebt, ist eine Nachricht der isländischen Zeitung "IceNews" vom 17. Mai 2011. Darin heißt es, Herr Skarphedinsson (Island, Außenminister) habe am 16. Mai 2011 während einer Rede vor dem isländischen Parlament mitgeteilt, Island habe ein weiteres Angebot abgegeben, Sakineh Mohammadi Ashtiani Asyl zu gewähren.
Herrn Skarphedinsson zufolge hatte er den "Fall Sakineh Mohammadi Ashtiani" in der Generalversammlung der Vereinten Nationen zur Sprache gebracht, und dazu aufgefordert, Gespräche mit Iran bezüglich der Möglichkeiten zu führen, Sakineh Mohammadi Ashtiani in Island Asyl zu gewähren. Laut IceNews war bis Mitte Mai 2011 über eine Reaktion Irans auf das Angebot Islands jedoch nichts bekannt.
Davon, dass Sakineh Mohammadi Ashtiani nicht das einzige Opfer des iranischen Machtapparats ist, zeugt der Amnesty Report 2011 Iran der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International.
Zum Weiterlesen:
(Quellen: IceNews vom 17.05.2011 [englisch], Wikipedia, Amnesty International, weitere Quellenangaben in den verlinkten Artikeln in "juwi's welt")
Bewiesen ist nach Aussage ihres ersten Anwalts, der aufgrund der Verfolgung durch die iranischen Machthaber selbst aus Iran fliehen musste, und ihrer Kinder nichts. Das Urteil beruhe einzig und allein auf unter Folter erzwungenen "Geständnissen" und den "Erkenntnissen des Richters". Die "Erkenntnis des Richters" ist eine Bestimmung im iranischen Strafrecht, derzufolge ein Richter nach eigenem Ermessen entscheiden kann, ob er eine angeklagte Person für schuldig befindet, selbst wenn für einen Schuldspruch keine eindeutigen und zwingenden Beweise vorliegen. Willkürlichen Verurteilungen sind damit Tür und Tor geöffnet!
Mehrere internationale Online Kampagnen und Petionen des internationalen demokratischen Netzwerks AVAAZ und von Menschenrechtsorganisationen, sowie der weltweite Druck von Regierungsvertretern vieler Nationen und der UNO führten zur Aussetzung der Steinigung, nicht jedoch des Todesurteils. Nachdem das iranische Regime nicht verhindern konnte, dass die Kinder von Sakineh Mohammadi Ashtiani den Fall international bekannt machten, versuchte es anschließend mit Drohungen gegen die Anwälte, deren Familien und gegen die Kinder "die Ruhe wieder herzustellen". Sie erreichten damit, dass weitere Details aus der Chronologie der Repressalien Irans gegen Sakineh Mohammadi Ashtiani bekannt wurden, die den Fall als absurdes, tödliches Schmierentheater erscheinen lassen.
Eine Intervention der Regierung Brasiliens im August 2010, mit der sie die anbot, Sakineh Mohammadi Ashtiani in Braslien Asyl zu gewähren, scheiterte an der ablehnenden Haltung der iranischen Regierung, die das Angebot strikt zurückgewiesen hatte. Was im Mittelalter Europas der Pranger auf dem Dorfplatz war, das ist in Iran das staatliche Fernsehen. Dort bestritt Sakineh Mohammadi Ashtiani am 15. September 2010 in einer Sendung, ihr Geständnis sei durch Folter erzwungen worden. Ihr zweiter Anwalt, Herr Kian, und ihre Kinder gehen davon aus, dass sie zu dem Interview und dieser öffentlichen Aussage gezwungen wurde.
Am 10. Oktober 2010 wurde Herr Kian gemeinsam mit Herrn Sajjad Ghaderzadeh, dem Sohn von Sakineh Mohammadi Ashtiani, sowie zwei deutschen Journalisten verhaftet. Die Journalisten hatten vorgehabt, ein Interview mit Herrn Sajjad Ghaderzadeh zu führen.
Als im November des letzten Jahres innerhalb kürzester Zeit die Meldung um die Welt ging, das Regime habe die sofortige Hinrichtung Sakineh Mohammadi Ashtianis befohlen, kamen innerhalb weniger Stunden ein weiteres Mal mehr als 900000 Unterschriften für eine Petition gegen das Todesurteil zusammen.
Abgesehen davon, dass die beiden inhaftierten Journalisten nach langwierigen Verhandlungen, und dem umstrittenen Zugeständnis Herrn Westerwelles (FDP, Außenminister), nach Teheran zu fliegen, endlich freigelassen wurden, wurde es still um die weiterhin von der Hinrichtung bedrohte Sakineh Mohammadi Ashtiani. Das einzige mir bekannte Indiz, das dafür spricht, dass sie wohl noch lebt, ist eine Nachricht der isländischen Zeitung "IceNews" vom 17. Mai 2011. Darin heißt es, Herr Skarphedinsson (Island, Außenminister) habe am 16. Mai 2011 während einer Rede vor dem isländischen Parlament mitgeteilt, Island habe ein weiteres Angebot abgegeben, Sakineh Mohammadi Ashtiani Asyl zu gewähren.
Herrn Skarphedinsson zufolge hatte er den "Fall Sakineh Mohammadi Ashtiani" in der Generalversammlung der Vereinten Nationen zur Sprache gebracht, und dazu aufgefordert, Gespräche mit Iran bezüglich der Möglichkeiten zu führen, Sakineh Mohammadi Ashtiani in Island Asyl zu gewähren. Laut IceNews war bis Mitte Mai 2011 über eine Reaktion Irans auf das Angebot Islands jedoch nichts bekannt.
Davon, dass Sakineh Mohammadi Ashtiani nicht das einzige Opfer des iranischen Machtapparats ist, zeugt der Amnesty Report 2011 Iran der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International.
Zum Weiterlesen:
- Amnesty International
- Aussetzung des Steinigungsurteils reicht nicht aus
- Scharfe Kritik An TV-"Geständnis"
- juwi's welt
- Tod durch Steinigung
- Sakineh Mohammadi Ashtiani
- An den Pranger gestellt
- Neuer Anwalt unter Druck
- Sofortige Hinrichtung befohlen
- Sakineh Mohammadi Ashtiani: Hoffnung
- Sakineh Ashtianis Leben ist weiterhin bedroht
(Quellen: IceNews vom 17.05.2011 [englisch], Wikipedia, Amnesty International, weitere Quellenangaben in den verlinkten Artikeln in "juwi's welt")
Samstag, 11. Juni 2011
Weltrekord mit 327 Schiffen
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| Die Weltrekordbrecher: Nach der Parade gemeinsam in der neuen Kaiserschleuse |
Zum Weiterlesen
Einweihung der neuen Kaiserschleuse
(Quelle: Nordsee-Zeitung vom 10.06.2011)
Tiere im Zoo
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| Der kleine - aber feine - "Zoo am Meer" nach dem Umbau von oben gesehen |
Tiere in Zoos, zumindest in den deutschen und in denen vieler anderer Länder, sind in der Regel keine Wildfänge, sondern die bereits in Gefangenschaft geboren Nachkommen von Zootieren. Ausnahmen sind hierzulande vom Zoll beschlagnahmte exotische Tiere, die, wenn sich ihre Herkunft nicht mehr einwandfrei nachweisen lässt, in Zoos untergebracht werden. Auf diese Weise ist zum Beispiel auch der Waran im Eingangsbereich zum Etappenziel Kamerun der "Reise" im "Klimahaus 8° Ost" nach Bremerhaven gekommen. Dass "von Amts wegen" auf "artgerechte Tierhaltung" geachtet wird, hat ja zum Beispiel auch zum Totalumbau unseres kleinen "Zoo am Meer" (der in den Köpfen vieler Bremerhavener übrigens immer noch "Tiergrotten" heißt) geführt.
Ob "artgerechte Tierhaltung" immer auch an den Bedürfnissen der Tiere gemessen wird, sei dahingestellt. Im Falle der sogenannten "Nutztiere" gibt es ja genug schlechte Beispiele dafür, dass das Tierschutzgesetz eher die Interessen der Tierhalter schützt, als diejenigen der Tiere. Eigentlich müsste das Gesetz im Falle dieser Tiere richtiger "Tierfoltergesetz" heißen. Wenn man die Bezeichnung "Tierschutzgesetz" ernstnehmen würde, und gleichzeitig die vielfach qualvollen Lebensbedingungen der Tiere, von denen wir uns ernähren, zugunsten des Profits ihrer Halter aufrechterhalten will, dann müsste es für diese Tiere eigentlich konsequenterweise ein eigenes "Nutztierhalterschutzgesetz" geben. Aber das ist wieder eine andere Geschichte ...
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| Eisbären in den Bremerhavener "Tiergrotten": Artgerechte Tierhaltung früher ... |
Wenn ich gelegentlich in die Tiergrotten gehe, dann nehme ich mir immer viel Zeit mit. Bisher habe ich auf diese Weise immer noch alle Tiere zu sehen bekommen (und aufgrund meiner intensiven Beobachtungen einiges über sie hinzugelernt), wo andere Leute nur leere Gehege gesehen haben. Wenn ich derartige Äußerungen höre, dann spreche ich die Leute gelegentlich darauf an, und versuche ihnen den Grund dafür klar zu machen. Die Reaktionen sind dann immer zweigeteilt. Aber ich denke, dass ich auch schon einige Menschen von meinem Standpunkt überzeugen konnte.
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| ... und heute (Eisbärgehege im Bremerhavener "Zoo am Meer" nach dem Umbau 2005) |
Da die Bedrohung vieler Arten aber auf die Vernichtung ihrer natürlichen Lebensräume zurückzuführen ist, habe ich so meine Zweifel, ob Auswilderungen in einer fernen Zukunft in allen Fällen möglich sein werden. Vernünftiger wäre es deshalb meiner Ansicht nach, die Lebensräume bedrohter Tierarten zu erhalten und die gefährdeten Tiere vor den Nachstellungen von Wilderern zu schützen. Letztlich käme das auch wieder den Menschen, und unter Klimaschutz-Gesichtspunkten, dem gesamten Planeten Erde zugute.
Wie schwierig der Schutz des Lebensraums von Tieren aber ist wird deutlich, wenn man sich dessen bewusst ist, dass die Gier nach dem schnellen Profit selbst vor unseren nächsten Verwandten, zum Beispiel den Orang Utans auf Borneo und Sumatra, nicht halt macht. "Orang Utan" bedeutet in der Sprache der malaiischen Ureinwohner soviel wie "Waldmensch". Wenn man den wahren Namen dieser Tiere also wörtlich nähme, dann müsste man im Zusammenhang mit der Vernichtung ihres Lebensraums, dem Regenwald, von Völkermord sprechen.
Zum weiterlesen:
Unser kleiner Zoo am Meer
Auch die "Weserkrabbe" hatte sich kürzlich damit beschäftigt
(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 29.04.2011, Nordwestdeutsche Zeitung vom 28.04.2011, Focus vom 26.01.2011, Menschenaffen.info, Borneo Urang-Utan-Hilfe, Wikipedia Orang-Utan und Europäisches Erhaltungszuchtprogramm, Tiergarten Schönbrunn Erhaltungszucht, Zoll Artenschutz, Broschüre "Artenschutz ..."und "Private Einfuhren")
Freitag, 10. Juni 2011
Die Freiheit der Delfine
Hinnerk Weiler: Kleine Delfinshow
Wir waren mit der Segelyacht "Störtebeker" eines Freundes in Bremerhaven aufgebrochen und unterwegs in Richtung Mittelmeer. Er hatte in einem Hafen an der Südküste Spaniens einen Liegeplatz für seine Fahrtenyacht organisiert, um von dort aus während der folgenden Jahre im Urlaub Segeltörns entlang der Küste und zu den spanischen Inseln zu unternehmen.
Nach einem Zwischenstop in Dover (England) und der Fahrt durch den englischen Kanal waren wir auf der Biscaya unterwegs, als wir sie das erste Mal hörten. Am deutlichsten waren ihre Rufe zu vernehmen, wenn man sich unter Deck aufhielt. Ihre Klicks und "Echolot" Geräusche prallten auf den Stahlrumpf der "Störtebeker". Und plötzlich waren die Delfine da.
Sie schwammen längsseits nah am Rumpf des Schiffes. Unter Segeln liegt eine Segelyacht immer schräg im Wasser. Lee-seitig (Lee ist die windabgewandte Seite eines Schiffes) waren es vom Deck bis zur Wasseroberfläche manchmal nur zwischen rund 50 und wenigen Zentimetern vom Deck bis zur Wasseroberfläche. Die Tiere kamen bis auf ungefähr einen Meter an die Bordwand heran. Man hatte das Gefühl, sie berühren zu können.
Aus einigen wenigen Delfinen wurden schnell mehr. Sie überholten uns, kamen zurück ... - gelegentlich sprangen sie aus dem Wasser. Einige der Tiere machten sich einen Spaß daraus, uns zu überholen und vor dem Bug der "Störtebeker" auf die andere Seite des Schiffes zu wechseln. Die Tiere begleiteten uns auf beiden Seiten. oft kam es vor, dass zwei oder auch mehrere von ihnen gleichzeitig auf die Idee kamen, ihre Kunsttückchen vor dem Bug der Yacht vorzuführen. Sie kreuzten also nicht nur unseren Weg sondern gleichzeitig auch den ihrer Clanmitglieder. Es wirkte auf mich, wie die Choreographie eines Tanzes, die sie untereinander abgesprochen hatten. Nach allem, was ich inzwischen über Wale, ihr soziales Verhalten, und ihre familären Bindungen weiß, würde es mich nicht mehr wundern, wenn es tatsächlich so gewesen wäre.
Während der folgenden Tage bekamen wir - oft auch mehrmals - Besuch von den Delfinen, und auch wenn sie nicht in Sichtweite neben dem Schiff schwammen, konnten wir oft über längere Zeit ihren "Gespräche" zuhören, die sie untereinander führten. Als ihre Besuche auf unserem weiteren Weg entlang der portugisischen Küste dann eines Tages ausblieben, habe ich "unsere" Delfine irgendwie vermisst. Aber es ist die Freiheit der Delfine, zu kommen und zu gehen, wie es ihnen beliebt.
Damals bestand meine Fotoausrüstung lediglich aus einer Kleinbildkamera mit der ich Fotos auf Dia-Filmmaterial aufnahm. Das kleine Video stammt daher nicht von mir, aber die Delfine die darin zu sehen sind, wie sie um das Boot von Hinnerk Weiler herumschwimmen, kommen dem schon sehr nahe, wie ich sie erlebt habe.
Unschuldig im Knast
Später habe ich noch einmal in einem Delfinarium im Heidepark Soltau und im Nürnberger Zoo Delfine zu sehen bekommen. Aber das war nicht das gleiche, wie meine Erlebnisse mit den frei lebenden Delfinen in der Biscaya. In Freiheit durchstreifen sie weite Gebiete in ihrer dreidimensionallen Welt freien Wassers. Solange ihre kraftvollen Ortungsrufe nicht als Echo von irgendwelchen Hindernissen zu ihnen zurückreflektiert werden, verhallen sie in der Ferne des Meeres. In den engen Becken der Delfinarien muss dass für ihr hochsensibles Ortungssystem so etwas wie eine ständige Folter sein. Delfine in Gefangenschaft sitzen unschuldig im Knast ... - und das alles nur, um den Profit ihrer Gefängniswärter zu vermehren und die Sensationslust der Vergnügungssüchtigen zu befriedigen ...
- Delfine gehören in die Freiheit.
In einem Delfinarium haben sie nichts verloren!
Meine Erlebnisse mit den frei lebenden Delfinen, die inzwischen 21 Jahre zurückliegen, fielen mir spontan wieder ein, als ich heute Morgen die E-Mail öffnete, die das internationale demokratische Netzwerk AVAAZ über seinen Verteiler veröffentlicht hatte.
"Sentosa" ist eine Insel vor der Küste Singapurs. Der ehemalige britische Militärstützpunkt wurde seit Beginn der siebzieger Jahre des letzten Jahrhunderts in ein Naherholungsgebiet mit vielen Vergnügungsattraktionen für die Bevölkerung Singapurs umgebaut, und ist heute ein Anziehungspunkt für Touristen aus der ganzen Welt.
Eine der Attraktionen ist die "Dolphin Lagoon", ein Delfinarium, das neben täglichen Shows, seinen Besuchern auch anbietet, zu den Delfinen ins Wasser zu gehen. Die Tiere für das Delfinarium sind Wildfänge. Nach Angaben von AVAAZ werden die Delfine dabei in flaches Wasser getrieben, wo nahezu die Hälfte der Tiere ertrinkt oder an Verletzungen stirbt, bevor es überhaupt gelingt, sie gefangen zu nehmen. Nicht ohne Grund haben deshalb viele Nationen die Jagd auf frei lebende Delfine verboten.
Sollten die Betreiber von "Sentosa" die jetzt bei Samoa gefangenen 25 Delphine unbehelligt in Gefangenschaft halten können, wird AVAAZ zufolge die Hälfte von ihnen in den ersten zwei Jahren sterben, und es wäre quasi eine Legitimation für die weithin verbotene Praxis, freilebende Delfine zu fangen.
AVAAZ hat deshalb eine Online Aktion initiiert, um die Betreiber des Vergnügungsparks auf Sentosa zu zwingen, die gefangenen Delfine freizulassen und bei der Gelegenheit auch zu versuchen, die Fangindustrie in die Knie zu zwingen. AVAAZ schreibt, der renommierte Delfin-Experte Ric O’Barry habe angeboten, die überlebenden Delfine wieder auszuwildern. Für diese Tiere wäre das eine Chance auf ein zweites Leben.
Vor zwei Jahren mussten die Betreiber des zu den Vergnügungsanlagen auf Sentosa gehörenden Aquariums aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit bereits die Pläne für eine Walhai-Ausstellung aufgeben - weil dadurch ihr "Guter Ruf" bedroht war. Mit der Petition besteht die Chance, dass wir das gleiche für die Delfine - deren Intelligenz mit der von uns Menschen verbleichbar ist - erreichen können und das unsere gemeinsamen Stimmen zu einem Wendepunkt im Kampf gegen den globalen Handel mit freilebenden Delfinen und anderen Kleinwalen führen.
Die Petition hat folgenden Wortlaut:
An den Freizeitpark Resorts World Sentosa
Wir rufen Sie auf, alle Wild-Delfine in Gefangenschaft freizulassen. Stoppen Sie den Kauf von Delfinen aus Wildfängen und unterstützen Sie die weltweiten Bemühungen gegen die Jagd und Gefangenschaft von Wild-Delfinen.
Sobald sie von 500000 Menschen unterzeichnet worden ist, soll die Petition an die an den Betreiber des Delphinariums "Resorts World Sentosa" und die Medien übergeben werden.
Wer sich darüberhinaus für das Familienleben von Kleinwalen interessiert, dem empfehle ich das autobiographische Buch "Die Sinfonie der Wale" von Alexandra Morton.
(Quellen: Süddeutsche Zeitung vom 01.10.2009, Wikipedia Delfine | Luv und Lee | Sentosa, Raincoast Resarch [engl.])
Donnerstag, 9. Juni 2011
Getarnte Laufzeitverlängerung
Tabelle:
Gegenüberstellung "Atomausstieg à la schwarz/gelb" mit dem rot-grünen Atomkonsens vom 14. Juni 2000, der Greenpeace Studie und der Machbarkeitsanalyse des UBA
Ich habe einmal die im Atomkonsens aus dem Jahre 2000 vereinbarten Laufzeiten der Atomkraftwerke den Laufzeiten gegenübergestellt, die den neun verbleibenden Atomkraftwerken von der wespenfarbenen Bundesregierung auch nach dem "Stufenplan" noch zugebilligt werden sollen.
Im rot/grünen Atomkonsens aus dem Jahre 2000 waren einmal, 32 Jahre pro Atomkraftwerk vereinbart worden. Bei den nach der Stillegung der sieben ältesten Meiler und des Pannenrektors "Krümmel" verbleibenden neun deutschen Atomkraftwerken komme ich auf eine durchschnittliche Laufzeit von 34,7 Jahren! Das hat mit "schnellstmöglichem Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie" nicht das geringste zu tun. In meinen Augen ist das nichts anderes, als eine als "Atomausstieg" getarnte Laufzeitverlängerung!
Noch drastischer ist das Bild, das sich bei der Gegenüberstellung der Summe der Restlaufzeiten nach dem schwarz-gelben "Atomausstieg" mit denen aus der Studie ergibt, die von Greenpeace in Auftrag gegeben wurde. Nach dem "Stufenplan" der Bundesregierung werden die neun Atomkraftwerke zusammen noch eine Restlaufzeit von 81 Jahren haben. Würden alle neun Atomkraftwerke im Jahre 2015 abgeschaltet werden, dann wären das zusammen 45 Jahre weniger. Da nach entsprechend der Greenpeace Studie aber bis 2015 ein Stufenplan vorgesehen ist, wäre die Differenz zum sogenannten Atomausstieg à la schwarz-gelb noch deutlicher. Der BUND - ebenso das Umweltbundesamt! (UBA) - halten einen geregelten Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie bis 2017 für machbar. Selbst wenn alle verbleibenden Atomkraftwerke erst 2017 abgeschaltet werden würden, dann würde das immernoch eine Verringerung des Risikos um insgesamt 27 Jahre bedeuten.
Die Ankündigung Frau Merkels (CDU, Bundeskanzlerin) und ihrer Bundesregierung, sie wolle so schnell wie möglich aus der Nutzung der Atomenergie aussteigen, entpuppt sich somit bei genauerem Hinsehen wieder einmal als Mogelpackung zugunsten der Atomkonzerne und als eine bewusste Täuschung der Bundesbürger.
Dass die Atomkonzerne und ihre politischen Handlanger damit nicht so einfach durchkommen werden, wurde bereits während der letzten Demonstrationen und Kundgebungen deutlich. Aufgrund der angekündigten Blockade des Atomkraftwerks Brockdorf ab Pfingsten, hat der Betreiber E.on jedoch eine Verschiebung der anstehenden Revision angekündigt. Die Anti-Atom-Organisation "x-tausendmal quer" zeigt sich diesbezüglich allerdings äußerst flexibel: Sie hat angekündigt, dass sie die angekündigte Blockade kurzerhand ebenfalls entsprechend der neuen Planungen von E.on verschieben wird.
(Quellen: x-tausendmal quer, Agenda 21, Greenpeace - Der Atomkonsens im Wortlaut)
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