Sonntag, 7. Dezember 2008

Wie krank ist das denn ?!












Unbekannte
stehlen Jesus
samt der Krippe


Das berichtete die Nordsee-Zeitung
in ihrer Ausgabe von Samstag,
dem 6. Dezember 2008.


Wenn der Bremerhavener Weihnachtsmarkt neben der Rodelbahn, Licht-Installationen, Glühwein und Gaumenfreuden überhaupt etwas besonderes zu bieten hat, dann sind es jawohl die Karussells, die Häuschen mit den Märchenszenen und -Vorlesern und diverse Figurengruppen für die Kinder - und eben auch die Krippen an der großen Kirche und unter dem Weihnachtsbaum am Theodor-Heuss-Platz. Ich möchte nicht in der Haut der Eltern stecken, die mit ihren Kindern vor dem Stall stehen, und krampfhaft über eine unverfängliche Antwort auf die Frage: "Mama, wo ist den das Jesuskind geblieben?" nachdenken müssen.

Die Lichterglitzerwelt und die vielen Buden mit ihren kulinarischen Angeboten machen noch keinen Weihnachtsmarkt aus. So etwas findet man auf jedem Rummelplatz. Einzig die Dekoration aus Unmengen kleiner Fichten deutet ansonsten noch auf einen Weihnachtsmarkt hin. Wer weiß, wie viele davon schon fehlen. Bei der großen Anzahl fällt das möglicherweise gar nicht mal auf, wenn sich der eine oder andere daran bedient. Wenn schon das Kind aus der Krippe geklaut wird, dann würde mich so etwas auch nicht mehr wundern.

Dieses Kind aus der Krippe zu stehlen, ist nicht irgendein Diebstahl. Das ist nicht nur ein materieller Verlust für die Bürger Bremerhavens und ihrer Gäste. Den könnte man in diesem Fall ja sogar irgendwie ersetzen - auch wenn Herr Tietjen (Mitarbeiter der BIS, zuständig für die Betreuung des Weihnachtsmarktes) in dem Artikel der Nordsee-Zeitung mit den Worten "Eine einzelne Figur kann ich gar nicht wieder kriegen" zitiert wird - Herr Tietjen sagt die Krippe sei nur komplett zu haben. Dieser Diebstahl geht auch weit über einen "Dumme Jungen Streich" hinaus. Das Kind in der Krippe ist die zentrale Botschaft der Weihnachtsgeschichte. Dieses Symbol des christlichen Weihnachtsfestes zu stehlen, zeugt vor allen Dingen vom völligen Fehlen des Respekts vor den Mitmenschen. Das ist einfach nur krank. Wenn jemand einer anderen Religion oder Religionsgemeinschaft angehört, selbst wenn jemand an gar nichts glaubt, dann sollte es in unserer freiheitlichen Gesellschaft immer noch eine Selbstverständlichkeit sein, den Glauben anders denkender zu respektieren und zu tolerieren.

Wenn die Ereignisse um die Geburt dieses Kindes nie stattgefunden hätten, dann gäbe es es in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember nichts zu feiern. Dann gäbe es kein Weihnachten, keine Weihnachtsgeschenke und kein Weihnachtsgeschäft. Und es gäbe auch keinen Anlass für einen Weihnachtsmarkt. Ohne das Kind, für das die Futterkrippe der Tiere in dem Stall als Kinderbettchen herhalten musste, in dem es vor mehr als 2000 Jahren geboren wurde, weil in Bethlehem alle Unterkünfte belegt waren, wäre der Dezember in unseren Breitengraden nichts weiter als ein weiterer dunkler, kalter und trostloser Wintermonat.

1 Kommentar:

Leher Butjer/Weserkrabbe hat gesagt…

Sehr krank lieber Jürgen, unsere Gesellschaft hat vor nichts und niemanden mehr Respekt! Das ist zwar sehr pauschal gesagt, es gibt ja immer auch noch andere, die alles versuchen, diese Gesellschaft wieder auf den richtigen Weg zu bringen, aber der Diebstahl des kleinen Jesuskindes sagt schon sehr viel aus. Bei mir hat's übrigens gestern geklingelt und ein
Ausländer brüllte: "Ich mach Dich kaputt!" Auch dies ein Zeichen von Null Respekt gegenüber den Mitmenschen und mit Klingelstreichen hat das nun auch gar nichts zu mehr zu tun. Das macht einfach nur Angst.
lieben Gruss
Brigitte

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