Montag, 31. Dezember 2007

Meine Wünsche für das neue Jahr

Menschen, die von dem Geld leben können für das sie arbeiten, sind zufriedene Menschen.

Menschen, denen von den Firmen Managern das Gefühl gegeben wird, dass sie für ihre Arbeitsleistung nicht schlechter als diese bezahlt werden, sind zufriedene Menschen.

Menschen, die in reichen Nationen leben, welche armen Nationen helfen sich zu entwickeln, anstatt dass sie diese übervorteilen und damit deren Neid und Hass hervorrufen, sind zufriedene Menschen.

Menschen, die in Staaten leben, die anderen Staaten helfen ihre Probleme und Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen, haben viele Freunde in allen Teilen der Welt, und sind deshalb zufriedene Menschen.

Menschen, die sich ohne Angst im Freien aufhalten können, weil sie wissen, dass andere Menschen ihnen zu Hilfe kommen werden falls sie in Not geraten sollten, sind zufriedene Menschen.

Menschen, die von den Politikern ernst genommen werden, welche sie für eine bestimmte Zeit mit der Wahrnehmung ihrer Interessen betraut haben, sind zufriedene Menschen.

Menschen, die sorglos auf ihren Lebensabend zugehen können, weil sie sich darauf verlassen können, dass die Gesellschaft in der sie leben für sie genauso sorgen wird, wie auch in der Vergangenheit von den jungen für die alten Menschen gesorgt wurde, sind zufriedene Menschen.

Kinder, die auf Hilfe aus der Nachbarschaft vertrauen können, wenn ihre Eltern sie vernachlässigen oder misshandeln, sind zufriedene kleine Menschen...

Menschen, die keine Arbeit haben von der sie leben könnten, und die der Gesellschaft und deren Institutionen auf gleicher Augenhöhe begegnen können, weil sie fair behandelt werden und weil ihnen ausreichend geholfen wird ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, sind einigermaßen zufriedene Menschen.

- Ich wünsche mir für das Jahr 2008 sehr viele zufriedene Menschen -


Allen Besuchern von "juwi's welt" wüsche ich Frieden und Gesundheit, und dass ihnen gelingen möge, was sie sich für die nächste Zeit vorgenommen haben.

Sonntag, 30. Dezember 2007

Neu im "Juwiversum"

Bremerhaven, Lehe: Update
  • Hafenstraße 49
  • Frensenstraße, Ecke Potsdamer Straße

Freitag, 28. Dezember 2007

Der Tag danach

Das Weihnachtsgeschäft ist gelaufen.
Die Weihnachtstage sind vorbei.
Die Geschenke sind verteilt.

Endlich wieder Ruhe. Zurück zum Alltagstrott. Die Luft ist raus!
  • Was war noch der Grund für das Weihnachtsfest ... ?

Überall ist allgemeines Stöhnen über das viele Essen während der Festtage zu hören.
  • Überall?

Ich denke, es gibt genug Menschen in unserem Land und auf der Welt die froh wären, wenn sie in den Chor dieser Stöhnenden einfallen könnten.

Manchmal scheint es, als wären die Besitzer zu voller Mägen unsensibel für die Sorgen und die finanziellen Nöte der Menschen in ihrer Umgebung.
  • Was war doch gleich die Botschaft des Weihnachtsfestes ... ?

Montag, 24. Dezember 2007

Ein Stall muss reichen



Als die Menschheit vor ihrem Ende stand,
niemand den Weg mehr im Dunkeln fand,
da hat Gott selbst sich aufgemacht,
um sie zu befreien aus finsterster Nacht.

Doch die Menschen hatten keinen Platz
für Gottes wunderbaren Schatz.
Sie ließen sich durch nichts erweichen,
ein Stall musst' zur Geburt Ihm reichen.

Geduldig und ganz ohne klagen
hat Gottes Liebe das ertragen,
denn sie ist unendlich und groß
und absolut bedingungslos,
nimmt Leid und Schmerzen mit in Kauf,
hört selbst im Tode noch nicht auf.

So siegt die Liebe in Geduld
Über aller Menschen Schuld;
und klopft sie heute bei uns an,
wird ihr die Tür dann aufgetan?

Lassen wir Gott bei uns ein,
ihn, der kam, uns zu befrei'n?
Oder ist in diesem Fall
auch nur Platz in unserm Stall?

Arno Backhaus

Sonntag, 23. Dezember 2007

Ein richtiger Weihnachtsmarkt und eines der letzten großen Abenteuer unserer Zeit




Gestern Morgen haben meine Tochter Jana, meine Frau und ich ein "Schönes Wochenende Ticket" gekauft, und sind mit dem Zug zum Weihnachtsmarkt nach Köln gefahren. Wir starteten um 07:30 Uhr im Dunkeln und es war saukalt.

Und Jana war viel zu früh aufgestanden.

Mit diesen Tickets darf man ja keine IC-Züge benutzen. Daher mussten wir mehrmals umsteigen. In Osnabrück hatten wir einen längeren Aufenthalt und nutzten die Gelegenheit für ein Frühstück. Während des Frühstücks wurde es draußen hell, und wir setzten die Fahrt bei Licht fort. Nach den letzten Tagen in Bremerhaven im ständigen Dämmerlicht unter einer massiven Hochnebeldecke versprachendie Sonne und die an den Fenstern des geheizten Zuges vorbeifliegende weiß angehauchte Landschaft einen schönen Tag in Köln.

Auf der Strecke zwischen Wuppertal und Solingen hörten wir aus den Lautsprechern der Kommunikationsanlage des Zuges eine bemerkenswerte Ansage, die einigen der Mitreisenden Fragezeichen in die Augen zauberte, und die ich euch hier auf gar keinen Fall vorenthalten möchte:
  • "Es folgt eine wichtige Durchsage für unsere Fahrgäste mit gültigem Fahrausweis. Aufgrund der Überholung eines qualitativ wichtigeren Zuges verzögert sich die Abfahrt in Solingen um ca. fünf Minuten".
Ich kam nach einer kurzen Zeit des Nachdenkens zu folgendem Schluss:
  1. Die Fahrgäste ohne gültigem Fahrausweis sind von der Verspätung nicht betroffen.
  2. Alle anderen Leute "dahinten auf den billigen Plätzen" müssen die Verspätung leider in Kauf nehmen.
Schade eigentlich, dass wir am Morgen, anstatt uns zum Schwarzfahren zu entschließen, das "Schönes Wochenende Ticket" gekauft hatten. Wir wären sonst geschlagene fünf Minuten früher in Köln angekommen, und hätten uns im Umkehrschluss zur Schlussfolgerung Nummer zwei außerdem auch noch für "Etwas Besseres" halten können.

Nach sechs Stunden Zugfahrt erreichten wir den Hauptbahnhof von Köln. Jana hat uns dann erst einmal ins "Extrablatt" (das könnt ihr euch wie ein riesengroßes Bistro über zwei Etagen vorstellen) gelotst, wo es die ihrer Meinung nach besten Pom Fritz der Welt gibt. Ich kann nicht behaupten ob es irgend wo auf der Welt vielleicht nicht doch noch bessere Pommes gibt, aber ansonsten kann ich meiner Tochter nur zustimmen. Die pommes frites heißen da übrigens wirklich "Pom Fritz" und nicht "Pommes"!. Nach dem Essen stand eine Stippvisite bei Tünnes und Schäl und daran anschließend der Weihnachtsmarkt auf dem Programm.

Tünnes und Schäl stehen als Bronze Skulptur an der Rückseite des Hauses in dem sich vorne zur Fußgängerzone hin das "Extrablatt" befindet. Jana meint es bringe Glück, wenn man Tünnes an der Nase krault. Man müsse aber fest daran glauben, damit das auch funktioniert. Aufgrund von Tünnes' glänzender Nase vermute ich, dass es jede Menge glückliche Leute geben muss.

Wenn jemand wie ich nur den Bremerhavener Weihnachtsmarkt kennt, dann kommt sie oder er auf dem Kölner Weihnachtsmarkt in eine völlig andere Welt. Die besteht da zwar im wesentlichen auch aus Marktbuden, aber das Angebot des Kölner Weihnachtsmarktes übertrifft den Rahmen aus "Fress- & Saufbuden" und "kitschiger Weihnachtsdeko" des Bremerhavener Marktes bei weitem. Es gibt dort überwiegend hochwertige Weihnachtsdeko, sowie ein sehr weitgestreutes Angebot des Kunsthandwerks: Es gibt dort Töpferwaren, Holzschnitzkunst, Leder, Wolltextilien, Metallspielzeug ... (um nur einiges zu nennen). Das ist genau das, was ich in Bremerhaven seit Jahren vermisse: Qualität bei der Auswahl des Angebots anstelle von Quantität bei den "Fress- & Saufbuden".

Zwischendurch musste Jana als "Köln-Fan" natürlich auch noch die Souvenirläden mit Köln Fan-Artikeln durchstöbern.

Als es wieder dunkel wurde spielte auf dem Dach eines Hauses gegenüber dem Dom eine Bläser Gruppe Weihnachtslieder. Ich vermute, die haben den Standort für ihre "Bühne" aus akustischen Gründen ausgewählt. Jedenfalls gab die Musik über dem Platz vor dem Dom der Szenerie einen ganz besonderen Rahmen - einfach großartig.

Ich war zwar schon mehrmals auf dem Turm des Doms, aber niemand von uns kannte den Dom eigentlich von innen. Als es draußen endgültig dunkel wurde, wollten wir das nachholen. Allerdings war es im Dom nicht sehr viel heller als draußen, und die Glasbilder der Fenster kann man natürlich auch nur richtig erkennen solange es draußen hell ist. Ein Dom-Besuch ist also noch einmal etwas für ein "nächstes Mal" in Köln.

Danach ging es zurück zum Bahnhof. Nachdem ich den größten Teil des Tages gefroren hatte, freute ich mich auf ein geheiztes Zugabteil. Meine Vorfreude wurde allerdings durch die Ansage auf dem Bahnsteig, der Zug habe 15 bis 20 Minuten Verspätung, sofort wieder getrübt. Weitere fünf Minuten Verspätung kamen während der Fahrt noch einmal dazu, weil unser Zug einen IC überholen lassen musste. Dadurch erreichten wir in Minden unseren Anschlusszug nicht, und durften dort auf dem Bahnsteig fierend auf die Ankunft eines späteren Zuges zu unserem nächsten Etappenziel Hannover warten, wo wir dann aufgrund einer weiteren Verspätung noch einmal warten und frieren durften. Nachdem der Zug in Hannover mit fünf Minuten Verspätung abfuhr, sahen wir uns schon in Bremen auf der Parkbank übernachten, da die Zeit von der Ankunft unseres Zuges in Bremen bis zur Abfahrt des letzten Zuges nach Bremerhaven denkbar knapp bemessen war.

Ich hätte da eine Idee für einen einprägsamen Werbeslogan für die Deutsche Bahn:
  • Bahnreisen in Deutschland
    - Eines der letzten großen Abenteuer unserer Zeit
Glücklicherweise erreichten wir den Zug nach Bremerhaven dann aber doch noch ...

... Irgendetwas muss wohl dran sein,
an der Sache mit Tünnes' glänzender Nase.

Samstag, 22. Dezember 2007

Traum Baum

so langsam wird es nun doch Weihnachten. Gestern war ich bei meiner Mutter in Leherheide im Keller; zuerst jedenfalls - Weihnachtsbaum zurechtschnitzen: Der ist dieses Jahr etwas größer ausgefallen ...

Rückblende:
Meine Mutter war am letzten Wochenende mit einer Busreisegesellschaft auf Weihnachtsmarkt Tour. Daher war das traditionelle "Weihnachtsbaum-lange-danach-Such&Kauf-Wochenende" leider gelaufen, und der Baum musste schon ein Wochenende früher her. Das Angebot war da noch sehr dürftig, aber bereits der erste Baum war der Traum Baum - allerdings etwas groß. Wir beide, meine Mutter und ich, haben also erst mal den ganzen Rest des vorhandenen Angebots gesichtet, für nicht geignet befunden, und sind dann zurück zum ersten, dem Traum Baum (etwas groß war er ja eigentlich doch). Nachdem meine Mutter sich noch einmal beraten lassen hat (vom Weihnachtsbaumhändler) sollte der Traum Baum dann endlich doch ins Netz - das hätte ja auch fast klappen können (wenn der nur etwas kleiner wäre); jedenfalls zog meine Mutter im letzten Moment die Notbremse. Der arme Baum lag schon halb in der Metallröhre auf deren anderem Ende das Netz auf ihn wartete: "Der Baum dahinten rechts war doch etwas kleiner (aber nicht so schön gewachsen - geprahlt - und auch nicht wirklich kleiner; Anm. d. Autors). Es folgte eine erneute Beratung (dieses Mal durch ihren Sohn; das bin ich): "Wenn Weihnachten ein Baum im Wohnzimmer stehen soll (und das sollte wohl so sein, schon wegen der Weihnachtsstimmung), dann musst du wohl schon einen von den beiden Großen nehmen (vorzugsweise den Traum Baum) oder irgendeinen von den kleinen 'weniger schönen' - vornehm ausgedrückt - aus dem Rest des dürftigen Angebots".

Am Ende durfte der immer noch halb in der Röhre steckende Traum Baum seinen Weg ins Netz fortsetzen. Glücklicherweise passte der dann auch noch gerade so ins Auto ...

Nachdem der proportional zur Größe des Traum Baums etwas dickere Stamm dann gestern im Keller endlich so weit zurecht geschnitzt war, dass er mit dem nun wesentlich dünneren Ende in den Weihnachtsbaumständer passte, haben meine Mutter und ich ihn mit vereinten Kräften nach oben ins Wohnzimmer geschleppt und mit einem weiteren Kraftakt in den Ständer bugsiert ("pass bloß auf, dass du mir ja nicht den Ständer verrutscht; der steht genau in der Mitte der Weihnachtsbaum-Unterleg-Decke!"). Nachdem der Baum im Ständer fixiert war, stand
  1. der Ständer nicht mehr in der Mitte der Decke, und
  2. kippte der Baum meiner Mutter in die Arme, als sie vorsichtig ihn los ließ;
Im Laufe meiner Festschraubaktion hatten meine Mutter wohl die Kräfte verlassen, so dass der Traum Baum oben so ungefähr 20 cm aus dem Lot geraten war. Diese Fehlentwicklung der Situation hatte ich beim Schrauben aus meiner Position mit dem Gesicht in Fußbodenhöhe leider nicht beobachten können.

- Also das ganze noch einmal! -

Irgendwann stand der Baum dann doch noch aus eigener Kraft (ohne umzukippen!; der für die Weihnachtsbäume der letzten Jahre genau richtig dimensionierte Weihnachtsbaumständer war für den etwas zu groß geratenen Traum Baum wohl doch etwas zu klein).

Kipp-Tests zeigten schnell, dass zur Optimierung der Statik zumindest wohl noch Wasser in die Schale des Ständers musste (Blei wäre zwar besser gewesen, leider aber nicht vorrätig). Ich bin dann noch einmal zurück in den Keller gelaufen, habe einige Reste von Tischlerplatten-Brettern aus Restbeständen meines Vaters zusammengesucht, und daraus so etwas wie eine "Dreibein-Erweiterung" für den Weihnachtsbaumständer gebastelt. Nachdem ich diese am Ständer montiert hatte führten weitere Kipp-Tests zum erwünschten Ergebnis.

Danach waren wir beide fix und fertig: Meine Mutter mit ihren Kräften (und dem kaputten Rücken) und ich mit den Nerven. Meine Mutter meinte nur noch: "Das machen wir nächstes Jahr nicht noch einmal".

Wir haben dann noch eine ganze Zeit zusammengesessen, um wieder zur Ruhe zu kommen. Meine Mutter hat von ihrer Weihnachtsmarkt Tour erzählt, und über ihre Eindrücke aus dem belgisch-deutschen Grenzgebiet kamen wir dann mit unseren Gesprächen irgendwann in ihrer Jugendzeit in den 30er-/40er-Jahren des letzten Jahrhunders an - aber das sind andere Geschichten, über die ich vielleicht bei einer anderen Gelegenheit einmal etwas erzählen werde ...

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Musik zum 3. Advent - Nachtrag

Bei der ganzen Aufregung über die regionale Politik, hätte ich beinahe vergessen, dass ich ja noch etwas zum Gottesdienst am 3. Advent erzählen wollte.

Wir sind mir unserer Singgemeinschaft "Querbeet" von den Mitgliedern der Gemeinde der Lutherisch-Methodistischen Kirche in der Grazer Straße herzlich aufgenommen worden.

In den letzten Wochen habe ich zwar überall die Adventsbeleuchtung registriert und bei meinen ein oder zwei Stipvisiten in der City den Rummel in den Geschäften bemerkt, aber da ich eigentlich im wesentlichen nur Termine im Kopf hatte, die mit meinem Job zu tun hatten, hatte ich bis dahin von "vorweihnachtlicher Stimmung" noch nichts gefühlt. Genau diese oder ähnliche alltägliche Situationen waren auch Gegenstand der Predigt und wurden dem eigentlichen Inhalt des Advent gegenübergestellt. Das Thema wurde vom Pastor so gut "rübergebracht", dass ich mich ganz darauf einlassen konnte und nach langer Zeit endlich einmal wieder Platz für andere Gedanken im Kopf hatte.

Den Kommentaren seitens der Gottesdienstbesucher konnte ich entnehmen, dass unser Musikprogramm ebenfalls gut angekommen ist. Irgendwie war das wohl so etwas wie ein "Gegenseitiges Geben und Nehmen" das bei mir ein gutes Gefühl hinterlassen hat.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Fehlentwicklungen im Einkaufzentrum Leherheide

In der Nordsee-Zeitung war am 18.12.2007 unter der Schlagzeile "CDU drückt beim Sportgarten auf die Tube" zu lesen, die Attraktivitätssteigerung des Leherheider Einkaufszentrums mit der Ansiedlung eines Aldi-Marktes und der Verlegung des Wochenmarkts auf die andere Seite der Hans-Böckler-Straße werde von der CDU mit Nachdruck verfolgt.

Einmal ganz davon abgesehen, dass damit eine wertvolle Grünanlage mit altem Baumbestand in Mitleidenschaft gezogen werden würde: Wie lange wird der geplante Aldi Markt auf dem Platz, auf dem der Wochenmarkt seit Jahrzehnten beheimatet ist, geöffnet bleiben? Es ist nämlich nicht nur mir aufgefallen, dass es offensichtlich zur Politik von "Aldi, Lidl, Penny & Co." gehört, ständig neue Läden zu bauen und zu eröffnen, während die noch gar nicht alten Gebäude als traurige (Investitions?)-Ruinen zurückbleiben! Wer gibt denen das Geld für die vielen Neubauten? Die Menschen, mit denen ich mich bisher über dieses Phänomen unterhalten habe, können sich ebenso wenig vorstellen wie ich, dass diese Discounter eigentlich kaum aus eigener Kraft in der Lage sein dürften so viel Geld aufzubringen, um ständig neue Gebäude bauen und die vor noch gar nicht langer Zeit eröffneten Läden so einfach wieder aufgeben können. Und warum wurde das Einkaufszentrum erst mit großem Aufwand renoviert und umgebaut, wenn sich schon nach so kurzer Zeit herausstellt, dass dadurch die offensichtlich bestehenden Mängel nicht behoben werden konnten?

Weiter wird im gleichen Absatz erwähnt, dass die CDU mit Sorge die Pläne der Kirche betrachte, die den Verkauf der Lukaskirche vorsehen. Das halte man für problematisch.

Auch ich bin traurig über jede aus finanziellen Gründen aufgegebene Kirche. Allerdings hätte ich möglicherweise Verständnis dafür, wenn dafür die dann verbleibende Markuskirche am Entenmoorweg erhalten bliebe. Nachdem Leherheide sich in den letzten Jahren immer mehr Richtung Fehrmoor ausgedehnt hat, liegt diese nämlich inzwischen ohnehin bedeutend zentraler als die Lukaskirche.

Wie auch immer:
Wenn die Lukaskirche verkauft werden müsste, böte sich das Grundstück auf der anderen Seite der Louise-Schröder-Straße aus meiner Sicht für einen zentralen Veranstaltungs und Begegnungsplatz an, auf dem dann auch der Wochenmarkt weitaus besser untergebracht wäre als in der Grünanlage auf der anderen Seite der Hans-Böckler-Straße. Der überwiegend als Parkplatz für die Besucher des Einkaufszentrums genutzte "Julius-Leber-Platz" sollte unbedingt für diesen Zweck erhalten bleiben. Oder hat die die CDU etwa nicht darüber nachgedacht wo die Besucher von Einkaufzentrum und Wochenmarkt in Zukunft ihre Autos parken können? Was wird dann noch platt gemacht, um den verlorenen Parkraum zu ersetzen? Außerdem wäre es aus meiner Sicht wichtiger die Ausbaupläne des jetzigen Ankermieters des Einkaufszentrums zu unterstützen, um diesen im Einkaufszentrum zu halten, als den "Julius-Leber-Platz" ( den Parkplatz für das Einkaufszentrum und den Wochenmarkt!) der Ansiedlung eines Aldi-Marktes zu opfern. Für "Aldi, Lidl, Penny & Co." wären in der Zeit bis zum Verkauf der Kirche die leerstehenden und inzwischen verwahrlosten Gebäude und Grundstücke am Mecklenburger Weg, Ecke Hans-Böckler-Straße, sowie an der Wilhelm-Leuschner-Straße ohnehin besser geeignet. Dann würde dort nämlich wenigstens vorübergehend wieder Leben einkehren.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Wieviel Ignoranz halten die Leher eigentlich noch aus ...

... bevor sie gegen die für Lehe existenzgefährdende Politik der CDU endlich auf die Straße gehen?

Heute berichtet die Nordsee-Zeitung unter der Schlagzeile "CDU drückt beim Sportgarten auf die Tube", CDU Fraktionschef Paul Bödeker halte weiterhin an der Ansiedlung von Kaufland auf dem Phillips-Field fest.

Die CDU-Oberen habe es einigermaßen verschreckt, dass die geplante Ansiedlung so viel Gegenwind erzeugt. Trotzdem würden sie davon ausgehen, dass die SPD zu ihrem Wort stehe und dafür stimmen werde, weil davon die Entwicklung des Kistnergeländes und die Finanzierung des Sportgartens abhinge.
  • Wie in der NZ in den vergangenen Tagen mehrmals zu lesen war, gibt es für das Kistnergelände ein Kaufangebot im Paket mit einem schlüssigen Entwicklungskonzept einer Planungs- und Investorengemeinschaft.
  • Die Entwicklung des Kistnergeländes hängt also definitiv nicht von der Finanzierung aus dem Verkauf des Phillipsfields ab. Dazu müsste man sich lediglich bequemen die einmalige Gelegen- heit des Angebots der Planungs- und Investorengemeinschaft ernsthaft zu prüfen, ggf. nachzuverhandeln und anzunehmen!
Herr Bödeker meine, die von der IHK durch Herrn Aissen während des NZ-Forums in der "Theo" mehrmals vorgebrachte dringende Bitte um Zusammenarbeit von Politik und Leher Einzelhandel für ein Einzelhandelsgutachten „... können wir derzeit nicht machen. Das würde die Ansiedlungsvorhaben in Leherheide beeinträchtigen."
  • Ich frage mich: Was um alles in der Welt hat das nach Ansicht der Leher Einzelhändler und der IHK dringend für die Entwicklung des Stadtteils Lehe notwendige Einzelhandelsgutachten mit "den Ansiedlungsvorhaben in Leherheide" zu tun?
Es sieht ganz danach aus, als ginge der CDU so langsam der Vorrat an Vorwänden aus. Wahrscheinlich fürchtet sie, dass ein solches Gutachten ihre Politik als absurd und völlig verfehlt entlarven könnte. Aus ihrer Sicht ist es deshalb offensichtlich besser im Schnellverfahren vollendete Tatsachen zu schaffen.
  • Aber warum eigentlich diese Eile?
  • Hat irgendjemand einen Nutzen davon?
  • Auch gegen den massiven Widerstand der Leher Bevölkerung und auf die Gefahr hin, Lehe dadurch dauerhaft zu schädigen?
Mich macht es so langsam wütend, wenn wegen eines "Sportgartens", der weder den Einzelhandel in Lehe wiederbelebt, noch Arbeitsplätze und Steigerung der Kaufkraft für die Leher Bevölkerung bringt, das Investitions- und Entwicklungsangebot für das Kistnergelände ebenso ignoriert wird wie der wachsende Unmut der davon betroffenen Leher Bürger.

Neu im "Juwiversum"

Bremerhaven, Lehe: Update
  • Vorwort (Layout und Text)

Montag, 17. Dezember 2007

Das war Bali ...

Unser Umweltminister, Herr Gabriel, meinte gestern abend in der Talkshow von Anne Will, in Bali sei mehr erreicht worden als vorher zu hoffen war, jedoch leider nicht so viel, wie aufgrund der Erkenntnisse aus den im UNO Klimabericht 2007 veröffentlichten Forschungsergebnissen notwendig gewesen wäre.

Recht hat er:
Die im UNO Klimabericht 2007 veröffentlichten Forschungsergebnisse sind die Messlatte dafür, was zu tun ist und nicht die Verweigerer, allen voran die USA als einer der Hauptverursacher für die sich anbahnende Katastrophe, die aus kurzsichtiger Profitgier die Zukunft des Lebens auf der Erde verspielen. Haben die den Ernst der Lage noch nicht begriffen?

Die USA haben sich zur Erleichterung aller Beteiligten letztlich doch noch dem massiven internationalen Druck gebeugt. Nur einen Tag später kommen jedoch aus dem Weißen Haus schon die ersten verbalen Rückzieher: Man sei ernsthaft besorgt über die Beschlüsse zur Veringerung der Treibhausgas-Emissionen.

Ich bin ebenfalls ernsthaft besorgt!
Ich sorge mich um die Zukunft unserer Kinder und deren Kinder und Kindeskinder ... - Wir, die wir heute leben, sind nur während unserer kurzen Lebensspanne zu Gast auf der Erde. Unsere Vorfahren haben uns den Planeten in einem bewohnbaren Zustand hinterlassen. Wir haben gegenüber unseren Kindern die gleiche Verpflichtung!

Jetzt ist die Zeit zum Handeln. Zeit zum Herumreden haben wir nicht mehr. Die Haltung der jenigen, welche die internationale Zusammenarbeit verweigern, scheinen zu denken:

"Bis hier alles den Bach 'runtergeht bin ich lange tot,
und nach mir die Sintflut!".

Diesen Leuten kann ich nur sagen:
Die könnte schneller kommen als euch vielleicht lieb ist!

Sonntag, 16. Dezember 2007

3. Advent


Zum Advent

Bleib einmal stehn und haste nicht
und schau das kleine stille Licht.

Hab einmal Zeit für dich allein
zum reinen unbekümmert sein.

Lass deine Sinne einmal ruhn
und hab den Mut zum gar nichts tun.

Lass diese wilde Welt sich drehn
und hab das Herz, sie nicht zu sehn.

Sei wieder Mensch und wieder Kind
und spür, wie Kinder glücklich sind.

Dann bist von aller hast getrennt,
du auf dem Weg hin zum Advent.


Unbekannter Dichter,
gefunden im Festpark

Samstag, 15. Dezember 2007

Neu im "Juwiversum"

Bremerhaven, Lehe (Fotos):

Der Verein "Rückenwind für Leher Kinder"

Auf Bali wird gerade die Zukunft der Welt verschachert

Momentaufnahme von der Weltklimakonferenz

Umweltorganisationen kritisieren Industrieländer
  • Fehlende Bereitschaft für finanzielle Zusagen, um ärmere Länder bei deren Beiträge zur Bekämpfung des Klimawandels unterstützen
Position der meisten Länder:
  • Jetzt in Bali Ziele für Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen formulieren
Positionen der EU und der USA prallen aufeinander
  • Deutschland will klare Ziele für Treibhausgasminderungen.
  • Forderung an Industrieländer, insbesondere an USA: Festlegung mittelfristiger Ziele, u. a. Treibhausgasausstoß bis 2020 um mindestens 30 Prozent reduzieren
  • USA wollen noch keine verbindlichen Reduktionsziele festschreiben.
    "Auf Bali den nächsten Klimaverhandlungen noch keine Lösung vorwegnehmen"
  • US-Regierung will auf Bali lediglich "Verständigung über Fahrplan für weitere Verhandlungen" vereinbaren

Direktor des UN-Umweltprogramms Achim Steiner:
  • Warnung vor Minimalkonsens auf Bali

Indien will gar keinen neuen Klimaschutzvertrag
  • Lediglich Klimaschutzverpflichtungen für Industrieländer im Rahmen eines erweiterten Kyoto-Protokolls

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vor Vertretern von mehr als 150 Nationen:
  • "Wir dürfen unseren Kindern nicht die Zukunft rauben"

Ich meine,
  • die Welt hat keine Zeit mehr für diese kleinkarierten Krämer-Spielchen!

Die Folgen des von der Menschheit verursachten Klimawandels können nur durch schnelles, entschlossenes gemeinsames Handeln der Weltgemeinschaft gemindert werden. Für eine Umkehr des Prozesses ist es bereits jetzt zu spät. Wenn die Vertreter der Weltgemeinschaft auf Bali allerdings so weitermachen, dann wird dort nicht der Beginn des gemeinsamen Kampfes gegen die Bedrohung allen Lebens auf unserem Planeten beschlossen, sondern statt dessen wird dort das Ende der göttlichen Schöpfung eingeleitet !

Die Bibel, das heilige Buch der Christen, beginnt mit der Schöpfung Gottes. Als Abschluss seines Werkes stellt Gott als Krone der Schöpfung den Menschen in die Welt. Ich fürchte, wenn Gott hätte voraussehen können, wie leichtfertig die Menschheit die Zerstörung der Welt in Kauf nimmt, dann hätte er wahrscheinlich lieber auf die Krönung seiner Schöpfung verzichtet.

Viele der von den Industriegesellschaften oft abschätzig belächelten Naturreligionen, wie zum Beispiel die der Ureinwohner des amerikanischen Kontinents, haben den westlichen profitorientierten Gesellschaften einiges voraus in Bezug auf das Bewusstsein von der Abhängigkeit des Menschen von seiner Umwelt.

Für mich als Christ ist es jedenfalls beschämend, wenn sich der Präsident der Nachfahren der europäischen Auswanderer, welche die Ureinwohner Amerikas fast ausgerottet hätten, ständig in der Öffentlichkeit als frommer Christ zu profilieren versucht, während er sich durch seine Verweigerungshaltung gleichzeitig der Verantwortung für den Erhalt der göttlichen Schöpfung entzieht.

Freitag, 14. Dezember 2007

Scheinbar scheinheilig





Scheinbar scheint’s, in dieser Zeit,

als würden
die scheinheiligen Heiligenscheine

aller Scheinheiligen
scheinbar heilig scheinen

J. Winkler, Dezember 2007

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Es ist noch nicht zu Ende!

Gestern Morgen in der Nordsee-Zeitung:
Investoren schlagen Neubau mit Lebensmittel-Discounter und kleineren Läden vor

Zwei Millionen € bietet der Investor "Institut für Immobilien-Consulting (IIC)" der Stadt Bremerhaven für das Kistner-Gelände. Er will dort mit der "Immobilien Verwaltungs- und Management Gesellschaft (IVMG)" aus Haßfurt u.a. eine Markthalle mit einem Lebensmittelversorger und einem Mix aus kleineren Läden errichten. Realisieren ließe sich das aber nur, wenn auf dem Phillips-Field kein Kaufland-Markt angesiedelt wird.

Die Vision:
  • Direkt an der Hafenstraße ein Neubau, der sich architektonisch in das gründerzeitliche Umfeld einpasst
  • Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche zwischen 1500 und 1700 m² als Ankermieter
  • Ergänzend dazu örtliche Kaufleute und Handwerker mit ins Boot holen (Bäcker, Schlachter, Reisebüro, Apotheke und Biomarkt).
  • Auf dem hinteren Gelände Hotel und Wohnhäuser direkt an der Geeste
Denkbar seien "auf Anregung der Stadt Bremerhaven" aber auch andere gewerbliche Nutzungen. Es sei ihnen wichtig, das Projekt in den Stadtteil zu integrieren ohne bestehende Strukturen zu gefährden: "Aus unserer Sicht stellt die Revitalisierung der Kistner-Brache eine einmalige Gelegenheit für Lehe dar."


Gestern Abend in der "Theo":
Impressionen von der NZ Podiumsdiskussion

Der Saal ist bis auf den letzten Platz voll.

Auf dem Podium sitzen
- Herr Hamann (Stadtteilkonferenz Lehe)
- Herr Stindt (Immobilien Unternehmer aus Lehe)
- Herr Vosskuhl (stellv. NZ Chefredakteur, Moderation)
- Herr Dr. Lübben (NZ Chefredakteur, Moderation)
- Herr Breuer (Fraktionsvorsitzender der SPD)
- Herr Aissen (als Vertreter der IHK)
- Herr Bödeker (Fraktionsvorsitzender der CDU)

Positionen

Herr Breuer:
Lässt durchblicken, dass die SPD das Kistner Gelände als Standort für Geschäfte favorisiert, da dieses in Lehe zentral gelegen sei. In Bezug auf die Hafenstraße sei das Pillips Field Randlage, und ein dort angesiedelter Supermarkt wäre kein Frequenzbringer.

Herr Bödecker:
Für Lehe muss etwas getan werden; deshalb 'glaube er ein Kaufland Markt auf dem Phillips Field sei die richtige Entscheidung'. Da Herr Bödecker in seinen Sätzen sehr oft den Ausdruck "Ich glaube ..." verwendet, werden später im Publikum Bemerkungen laut, Herr Bödecker glaube sehr viel, ohne jedoch ein konkretes Gesamtkonzept oder konkrete Zahlen für Lehe vorlegen zu können.

Herr Aissen:
Das Angebot der IHK für ein Gutachten über ein Gesamtkonzept für Lehe, das von allen Beteiligten finanziert und getragen wird, und an das sich dann auch alle halten, anstelle mit Schnellschüssen vollendete Tatsachen zu schaffen, die sich hinterher als Fehler herausstellen könnten, bestünde weiterhin. Herr Aissen bittet die CDU inständig darum, das Angebot der IHK anzunehmen.

Herr Stindt:
Der schwache Einzelhandel in der Hafenstraße sei nur eine Seite des Problems. Damit einher gingen Wohnungs- und Geschäftsraum Leerstände wegen des schlechten Images von Lehe. Die Leute würden in Lehe nicht in Immobilien investieren, obwohl die Wohnungen und die Infrastruktur hier besser seien als in anderen Stadtteilen.

Herr Hamann:
Das Alternativangebot mit Frischmarkt auf dem Kistnergelände ist ein Glücksfall für Lehe. Das Nordsee Museum auf dem Kistner Gelände wäre kein Frequenzbringer für die Läden der Hafenstraße. Ein Supermarkt auf dem Phillips Field auch nicht (Verweist auf die letzte Stadtteilkonferenz Lehe). Kaufland verfolge im übrigen die Strategie, ringsum alles plattzumachen.


Die Vertreter der Nordsee-Zeitung stellen Fragen an die Herren Bödecker, Breuer, Aissen, Stind und Haman. Nach ca. einer halben Stunde werden Fragen aus dem Publikum gestellt, Bedenken gegen einen Supermarkt wie Kaufland auf dem Phillips Field formuliert und Argumente für den Vorschlag der "Institut für Immobilien-Consulting (IIC)" vorgebracht.

Nach zwei Stunden wird die Veranstaltung beendet, ohne dass Herr Bödecker auch nur das geringste Anzeichen dafür zu erkennen gegeben hätte, das die CDU die vorgebrachten Argumente sowie die Sorgen und Bedenken aus dem Publikum berücksichtigen wird.


Diskussions-Schnipsel

Unter anderem mit der Entwicklung in Wulsdorf nach der Ansiedlung des Kaufland Marktes im Gewerbegebiet Bohmsiel begründete Existenzängste von im Einzelhandel Beschäftigten aus dem Publikum wehrt Herr Bödecker mit polemischen Bemerkungen ab oder ignoriert die gestellten Fragen in seinen "Antworten" völlig. Gleichzeitig wirft er Anfragen aus dem Publikum Polemik vor. Mit dieser Grundhaltung provoziert er sehr schnell eine aufgeheizte Stimmung im Publikum; nicht nur bei den Betroffenen Mitarbeitern des Einzelhandels.

In der letzten Stadtteilkonferenz Lehe soll ein Vertreter von Kaufland zugegeben haben, dass bei Kaufland 75% der Belegschaft 400,-€ Kräfte sind. Es handelt sich also überwiegend um Arbeitsplätze, die nicht sozialversichert sind und die keine Steuern in die Kasse bringen. Bei Real und Edeka sind dagegen Vollzeit Arbeitsplätze gefährdet. Damit scheint sich arbeitsmarktpolitisch also bereits jetzt ein Desaster anzudeuten.

Es ist nicht zu erkennen, dass die CDU die Möglichkeit in Erwägung ziehen könnte, sich vor einer Entscheidung zugunsten des Phillips Fields an einem Gutachten für ein Einzelhandelsgutachten zu beteiligen. Dafür werde zu viel Zeit benötigt, die man in Bezug auf einen Verkauf des Phillips Fields nicht habe. Argumenten aus dem Publikum für eine Nutzung des Kistner Geländes in einer vom "Institut für Immobilien-Consulting (IIC)" vorgeschlagenen Weise erteilt Herr Bödecker erst einmal eine Absage: Von diesem Vorschlag habe er auch jetzt erst etwas erfahren, und dieser müsse erst sorgfältig geprüft werden. In diesem Zusammenhang fällt im Publikum die offensichtliche Eile der CDU auf, mit der Ansiedlung von Kaufland auf dem Phillips Field vollendete Tatsachen schaffen zu wollen, während gleichzeitig der Eindruck entsteht, dass die offensichtliche Alternative von vornherein abgewertet und verzögert werden soll.

Referenzen für den Investor stellt Herr Bödecker in Frage. Das sei eine zwei Personen Firma, von der keiner der Personen etwas gehört habe, mit denen er deswegen gesprochen habe. Die Vertreter der Nordsee-Zeitung berichten daraufhin eingehend über die diesbezüglichen Recherchen ihres Kollegen, die zu einem völlig anderen Ergebnis kommen.

Aus dem Publikum wird von einem Einzelhändler angemerkt, ein Frequenzbringer für die Hafenstraße wäre ein 1000 m² Frischmarkt auf dem Kistnergelände. Ein 4000 m² Supermarkt, wie der geplante Kaufland Markt, sei dagegen das genaue Gegenteil - auch wenn dieser auf dem Kistnergelände angesiedelt werden würde. Ein Markt in dieser Größenordnung wäre ein Ziel, zu dem die Kunden mit dem Auto zum Einkaufen fahren würden, und das diese nach ihrem Einkauf auf dem gleichen Wege direkt anschließend wieder verlassen würden. Es wäre ein fataler Fehler und das Ende der letzten in der Hafenstraße ansässigen Geschäfte, wenn in Lehe mit dem von der CDU favorisierten Projekt für das Phillips Field im Schnellverfahren ein Feldversuch gestartet würde, der sich hinterher als Irrtum herausstellen würde.

Herr Aissen wiederholt das Angebot der IHK bzgl. eines Einzelhandelsgutachtens und merkt an, für die CDU wäre das kein Gesichtsverlust, sondern ein Signal an die betroffenen Bürger, deren Bedenken ernst zu nehmen.

Herr Bödecker stellt die Frage in den Raum, was denn für Lehe so schlimm sei, wenn sich später heraustellen würde, dass das Kauflandprojekt nicht funktioniert habe. Man müsse manchmal auch unpopuläre Ideen durchsetzen. Das sei besser als gar nichts zu tun. Das Publikum reagiert gereizt, weil Herr Bödecker bisher offensichtlich nicht zugehört hat, gebetsmühlenartig seinen Standpunkt wiederholt und die vorangegangenen Argumente schlicht und einfach ignoriert.

Herr Breuer lässt auf Anfragen aus dem Publikum nicht erkennen, dass die SPD im Zweifelsfalle entgegen die Koalitionsvereinbarung bzgl. der Kaufland Ansiedlung auf dem Phillips Field zugunsten der Leher und des Kistnergeländes entscheiden würde: Er "werde hier jetzt nicht den Koalitionsvertrag brechen". Die SPD werde mit dem Koalitionspartner sprechen um auszuloten, ob ein Kompromiss zugunsten des Kistnergeländes verhandelbar sei. Dazu eine Anmerkung aus dem Publikum: Der Koalitionsvertrag sei in dieser Angelegenheit bereits von der CDU gebrochen worden, da im Vertrag ebenfalls eine intensive Bürgerbeteiligung festgeschrieben sei. Bereits fixierte Tatsachen gegen den Willen der Anwohner durchzuboxen ohne auf deren Argumente einzugehen sei keine Bürgerbeteiligung. Daher brauche die SPD sich hier auch nicht länger zurückhalten.

Die Politiker seien in erster Linie den Bürgern verantwortlich und nicht dem Koalitionspartner.

Ich stelle dar, dass schon aufgrund der Verkehrswege ein Supermarkt auf dem Phillips kein ein Frequenzbringer sein kann. Die Lange Straße und die Columbus-/Lloydstraße sind nicht die üblichen Zufahrtswege aus den anderen Stadtteilen bzw. dem Umland nach Lehe. Eine Ansiedlung eines Supermarktes auf dem Phillips Field finge die von der Stresemannstraße kommenden Kunden bereits auf dem Zufahrtsweg "Melchior-Schwoon-Straße" nach Lehe ab, ohne dass diese überhaupt bis zur Hafenstraße kommen würden. Kein Kommentar der Politiker, aber Beifall aus dem Publikum.

Meine Bedenken hinsichtlich der Ansiedlung eines Supermarktes auf dem Phillips Field wurden, insbesondere aufgrund der Haltung von Herrn Bödecker, in keinster Weise entkräftet!

Wer nach dem Artikel in der Nordsee-Zeitung vom Morgen gedacht hatte, das Thema Kaufland auf dem Phillipsfield sei damit Geschichte, wurde am Abend in der "Theo" von Herrn Bödecker eines besseren belehrt.

Es ist noch nicht zu Ende!

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Heute mal kein Fernsehabend!

Es gibt viele Projekte in Bremerhaven, die gegen den Willen großer Anteile von Bremerhavener Bürgern oder den Einwohnern einzelner Stadtteile von der politischen Führung der Stadt Bremerhaven durchgesetzt werden sollen (bzw. durchgesetzt wurden), welche "zum Anlass genommen werden" könnten, "um einer allgemeinen Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen". Ich bin der normale Leher Bürger, der statt zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen heute Abend die Veranstaltung der Nordsee-Zeitung in der "Theo" besuchen wird, und ich habe gute Gründe, die gegen "Kaufland auf dem Phillips Field" sprechen.

Wenn das von Herrn Teiser forcierte Kaufland-Projekt von den politisch Verantwortlichen endgültig durchgesetzt werden sollte, dann wünsche ich diesen, dass deren Argumente heute Abend meine Bedenken restlos entkräften können, und dass sich nicht nach einigen Jahren herausstellt, dass meine Bedenken doch begründet waren.

Ich habe bei Wahlen zwar nur eine einzige Stimme,
aber ich werde mir dann sehr genau überlegen, wem ich die gebe ...
- für eine Legislaturperiode!


Aus meiner Sicht wäre es vorrangig und dringend notwendig, die Hafenstraße und die Lange Straße wiederzubeleben und in ein durchgehendes lebendiges Zentrum von Lehe umzuwandeln, anstatt auf dem Phillips Field eine einzelne Abfangvorrichtung zu etablieren, welche die Leute daran hindert, in die historischen Zentren von Lehe vorzudringen, wo sie sonst wohlmöglich ihr Geld bei den dort ansässigen Einzelhändlern ausgeben könnten.

Und was Kaufland angeht: Deren Kunden wird es egal sein, ob sie mit dem Auto wie bisher zum Bohmsiel oder später vielleicht zum Phillips Field fahren. Wenn das Angebot auf dem Phillips Field den Vorstellungen von Herrn Teiser entsprechend dauerhaft (?) aus Rücksicht auf die noch verbliebenen Geschäfte in der Hafenstraße ausgedünnt werden würde, dann wäre Bohmsiel allerdings für die Kaufland Kunden weiterhin die erste Wahl.

Es wäre schön, wenn ich heute Abend in der "Theo" nur einen Stehplatz bekäme! Eigentlich hätte ich zwar lieber einen Sitzplatz. Wenn ich aber stehen müsste, dann könnte ich mir sicher sein, dass zu Hause bei den "normalen Leher Durchnittsbürgern" noch ausreichend Sitzplätze vor den Fernsehern frei sind. Leute wie Herr Teiser scheinen ja nur durch "Masse" zu beindrucken zu sein. Dabei wäre u.a. bezüglich der Situation in Lehe eigentlich so langsam einmal "Klasse" angesagt.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Musik zum 3. Advent

Falls jemand am nächsten Sonntag um 10:00 Uhr (ausser vielleicht "ausschlafen") noch nichts besseres zu tun haben sollte: Wir haben mit unserer Singgemeinschaft "Querbeet" unseren letzten Auftritt in diesem Jahr im Rahmen des Gottesdienstes zum 3. Advent in der Lutherisch Methodistischen Kirche in der Grazer Straße 52/54 (Nähe Lloydstraße).

Montag, 10. Dezember 2007

Weihnachts-Zauber in der City

Vorweihnachtliche Stimmung, Gerüche, Leckereien, ... - Diese typischen Gewürze und das alles; das gehört einfach dazu: Rot glasierte Liebesäpfel, Gebrannte Mandeln, Kitschig bunt gefärbte Zuckerwatte, Zuckerstangen, Bratwurst, jede Menge von diesen extrem dünnen französischen Pfannkuchen, ... Äh, wie? Gibt's da etwa irgendwelche Zweifel?

Na, dann empfehle ich euch mal einen Besuch auf dem Bremerhavener Weihnachtsmarkt. Nicht das ihr etwa glaubt, das mit den Fressbuden sei schon alles. Es gibt auch noch jede Menge Glühwein-, Punsch- und Bierbuden. Vereinzelt sieht man auch mal einen Stand mit schöner kitschiger Weihnachtsdekoration. Nicht dass Ihr mich jetzt missversteht. Die Weihnachtsdekobuden passen schon ganz gut in das kitschig beleuchtete Ambiente. Da gibt es zum Beispiel neben der Großen Kirche einen kleinen Märchengarten, den man tagsüber auch gut als solchen erkennen kann. Abends allerdings traf mich voll der Farbschock: Der Laubbaum, die Büsche, einfach alles gift-grün illuminiert ... Na ja: Die Geschmäcker sind wohl doch ziehmlich verschieden.

Wie dem auch immer sei: Das tu' ich mir nächstes Jahr nicht wieder an. Da bleib' ich doch lieber zu Hause bei Lebkuchen, Nüssen, Spekulatius und Christstollen. Und die Weihnachtsmarktdekoration kauf' ich wieder im Warenhaus. Und was die anderen eingangs genannten Leckereien angeht: Wenn ich die denn unbedingt brauche, kann ich auch ganz gut bis zum Freimarkt warten.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Ein Supermarkt für den Leher Durchschnittsbürger - Nachtrag ...

Veranstaltung der Nordsee-Zeitung am 12.Dezember zum Thema Kaufland

Die nächste Stadtteilkonferenz Lehe war für den 12. Dezember 2007 geplant. Da zum selben Zeitpunkt eine Großveranstaltung der Nordsee-Zeitung zum Thema Kaufland und Kistner-Gelände in Lehe stattfindet fällt die für Dezember Stadtteilkonferenz aus.

Als größter Kaufland-Fürsprecher gilt Bürgermeister Michael Teiser (CDU), doch der mag darüber nicht diskutieren.

Für die CDU hat Fraktionsvorsitzender Paul Bödeker zugesagt. Die SPD ist durch ihren Vorsitzenden Siegfried Breuer vertreten. Für die Stadtteilkonferenz, die wegen des Forums ausfällt, wird Günter Hamann auf dem Podium sitzen. Zugesagt hat auch der Leher Unternehmer Jürgen Stindt. Auch ein Vertreter der Industrie- und Handelskammer wird in der Diskussionsrunde sitzen. Geleitet wird sie von NZ-Chefredakteur Dr. Jost Lübben und seinem Stellvertreter Thomas Vosskuhl.

Termin:
Mittwoch,12. Dezember
19:00 Uhr
in der "Theo" (Stormstraße)

2. Advent



Zum Advent


Zweitausend Jahre kommst du schon,
Daß Fried und Freud auf Erden sei;
Und immer geht dein Jahr vorbei,
Und immer sprach die Welt dir Hohn.


Spielt immer noch ihr altes Spiel,
Drin einer um den andern lost.
Du gehst vorbei, blickst ernst und still
Und sprichst und lächelst: "Seid getrost.


Wenn Finsternis euch rings umstellt,

Da jeder Steig und Stern gebricht:

Noch führt ein Weg aus Nacht in Licht.

Ich bin's. Ich überwand die Welt."


Rudolf Alexander Schröder

(1878 - 1962)

aus: LEO - Adventskalender 2007

Samstag, 8. Dezember 2007

Neu im "Juviversum"

Oft sieht man in der Presse im Zusammenhang mit Chemieunfällen, Luftverschmutzung, oder Schadstoffen in Nahrungsmitteln Abkürzungen von Maßeinheiten wie z.B. "ppm" oder "vpb", ohne zu wissen was diese bedeuten und um welche Dimensionen es sich dabei eigentlich handelt. Daher haben die meisten Menschen überhaupt keine Vorstellung davon, wie kleine Mengen eines Schadstoffes bereits verheerende Wirkungen verursachen können.

Ich möchte deshalb versuchen, auf möglichst allgemeinverständliche Weise ein Bild von "Milli, Mikro, ppm & Co." zu vermitteln.
  • Neu: Globale Welt, Klimaänderung: Maßeinheiten
  • Bremerhaven, Lehe: Fotos ...

Freitag, 7. Dezember 2007

Winterfreuden

wenn im öflein s feuer kracht,
winter durch das fenster lacht,
wenn die flocken lustig toben,
sollst den lieben werwolf loben.

fröhlich streunt er durch das feld,
fühlt den frieden dieser welt,
sträubt sein fellchen voller wonne,
frank und frei von aller sonne.

liebe kinder, nichts wie raus!
hurtig aus dem vaterhaus,
nehmt vom süßen weihnachtskuchen,
geht mit ihm den werwolf suchen.

H.C.Artmann
(1921-2000)

(aus: Die Poesie der Jahreszeiten, Reclam)

heute im LEO Adventskalender 2007

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Heute ist Nikolaus Tag

(Nikolaus von Myra) wurde zwischen 270 und 286 in Patara geboren. Über seinen Todestag gibt es verschiedene Angaben: 6. Dezember 326, 345 oder 351. In der katholischen Kirche wird er auch Nikolaus von Bari und in der orthodoxen Kirche Nikolaus der Wundertäter genannt. Er wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in Kleinasien (heute Türkei).

Der 6. Dezember als Festtag des heiligen Nikolaus ist vor allem ein Tag der Kinder, da Nikolaus seit Jahrhunderten als Wohltäter der Kinder verehrt wird.

Das Brauchtum zum Nikolaustag ist regional äußerst unterschiedlich ausgeprägt und hängt zum Teil ursprünglich mit der Perikopenordnung der Kirche zusammen. Am 6. Dezember war verbindlich die Stelle Matthäus 25,14-23 LUT vorgesehen. Dort wurde das Gleichnis der Talente erzählt: Drei Knechten wurde jeweils ein Geldstück, ein Talent, anvertraut. Nach der Rückkehr des Herrn musste jeder Rechenschaft ablegen, was er mit dem Geld gemacht hatte. Der bekannte Brauch der Befragung der Kinder durch den Nikolaus, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien, geht auf diese Praxis zurück.

Der Einlegebrauch, das nächtliche Füllen der Schuhe oder ähnlichem, basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die in drei aufeinanderfolgenden Nächten vom heiligen Nikolaus mit je einem Goldklumpen beschenkt wurden. Diese waren so arm, dass ihnen ein Leben in Schande drohte, vor dem er sie mit seiner Gabe bewahrte.

In mittelalterlichen Klosterschulen gab es den Brauch, dass die Kinder sich am Nikolaustag einen „Kinderbischof“ aus ihren Reihen wählen durften. Nach dem Prinzip der verkehrten Welt predigte er den Erwachsenen und durfte ihr Verhalten tadeln. An einigen Orten blieb er bis zum 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder, im „Amt“.

Schiffchensetzen nennt man den seit dem 15. Jahrhundert bekannten Brauch, bei welchem aus Papier oder anderem Material Nikolausschiffe gebastelt werden, in die der Heilige seine Gaben legen soll. Hintergrund für diesen Brauch dürfte das Schifferpatronat sein. Auch heute noch findet sich auf vielen Handelsschiffen ein Bildnis des St. Nikolaus. Das Nikolausschiffchen wurde später durch Stiefel, Schuh oder Strumpf abgelöst, zu denen später noch der Gabenteller hinzukam.

Auch heute noch stellen Kinder am Vorabend des Nikolaustages Schuhe, Stiefel oder Teller vor die Tür, damit der Heilige sie auf seinem Weg durch die Nacht mit Nüssen, Mandarinen, Schokolade, Lebkuchen usw. füllen kann. Außerdem gibt es morgens gern einen aus Hefeteig gebackenen Nikolaus.

Als Furcht einflößenden Gehilfen bekam der heilige Nikolaus in verschiedenen Ländern Begleiter zur Seite gestellt, in Deutschland Knecht Ruprecht, in Frankreich Père Fouettard, in der Schweiz Schmutzli, in Österreich, Bayern, dem rumänischen und serbischen Banat, Kroatien den Krampus, in Luxemburg den Housecker, in den Niederlanden den Zwarte Piet, der einen gezähmten Teufel darstellen soll. Teilweise fand auch eine Aufgabenübertragung statt, so ist in dem Gedicht von Theodor Storm der Begleiter der Gabenbringer.

Im Berchtesgadener Land sind noch derbere und wildere Erscheinungsformen als Volksbrauch geläufig, die Perchten oder die Buttnmandl mit ihrem Buttnmandllauf, die mit Stroh verkleidet sind. Sie scheinen vorchristliche Wurzeln zu haben, da sie nicht nur um die Nikolauszeit umherziehen. Vielmehr treiben sie über mehrere Wochen in den frühwinterlichen Rauhnächten ihr Unwesen, weswegen es sich um die Vermischung heidnischer Winterbräuche mit dem Christentum handeln könnte.

Im südlichen Oberallgäu findet an den Abenden vor dem Nikolaustag (genauer: 4.–6. Dezember) ein ähnliches Brauchtum statt, das Klausentreiben.

Ein weiterer Brauch findet in einigen Dörfern im Siegerland statt. Am Abend des 6. Dezembers verkleiden sich vorrangig Kinder als Nikolaus (im Siegerländer Plattdeutsch auch "Kloas" genannt) und ziehen von Haus zu Haus. Die Bewohner versuchen zu erraten, wer sich unter der Nikolaus-Maske verbirgt und geben dem "Kloas" anschließend einen kleinen Geldbetrag oder Süßigkeiten mit auf den Weg.

In Freiburg im Üechtland findet jedes Jahr am 1. Samstag des Dezembers das traditionelle St.-Nikolaus-Fest statt. Der heilige Nikolaus ist der Schutzpatron dieser Stadt, und auch die Kathedrale ist nach ihm benannt.

Quelle: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie,
http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolaus_von_Myra

Mittwoch, 5. Dezember 2007

"Das Juwiversum" ist online ...

meine neue Homepage ist fertig und die ersten Inhalte sind eingefügt.
  • Bremerhaven, Lehe: Einige Fotos ...
  • Globale Welt, Klimaänderung: Alles Natürlich?
Da ihr gerade sonst nichts wichtigeres zu tun habt, schaut doch einmal im "Juwiversum" vorbei ...

Montag, 3. Dezember 2007

Klimakonferenz auf Bali ...

  • Drängende Appelle zur Reduktion von Treibhausgasen zu Beginn der Weltklimakonferenz.
  • Australien tritt dem Klimaschutzprotokoll von Kyoto bei.
  • Die USA bleiben damit der einzige Industriestaat, der das Protokoll nicht ratifiziert hat.

Die USA versprechen aktive Mitarbeit an einem neuen Vertrag, lassen aber weiterhin kein Einlenken auf verbindliche Emissionsziele erkennen: "Die Entwicklungsländer müssen wachsen, um hunderte Millionen Menschen aus der Armut zu bringen. Wir akzeptieren es völlig, dass ihre Emissionen dabei steigen." (Delegationsleiter Harlan Watson)

Umweltschützer sprechen von einer "unheiligen Allianz" zwischen den Entwicklungsländern und den USA, deren Emissionen ebenfalls rasant steigen ...

Liebe US-Amerikaner:
Die Menschheit hat keine Zeit mehr für diese Spielchen!
Wann endlich kommt ihr zu Vernuft?

Quelle:
http://portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/deutschland/umwelt/
5038540-Klimakonferenz-beginnt-mit-nuechternen-Einschaetzungen.html

Sonntag, 2. Dezember 2007

1. Advent

Es gibt Wichtigeres im Leben,
als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.

Mahatma Gandhi (1869-1948)

aus: LEO - Adventskalender 2007

Dienstag, 27. November 2007

Neubau von Kohlekraftwerken

Seit der Veröffentlichung der UN-Klimaberichte in diesem Jahr sollte eigentlich auch dem letzten Zweifler klar geworden sein, dass die Menschheit nicht mehr sehr lange Zeit hat, die Emissionen von klimaschädigenden Gasen auf 'nahezu Null herabzufahren', mindestens aber drastisch zu senken. Auch die Bundesregierung und die EU haben das inzwischen erkannt. Zu den genannten schädlichen Gasen gehört u.a. auch das Kohlendioxid (CO2).

Ich bin zwar bis jetzt noch nicht dahintergekommen wie das funktionieren soll, aber scheinbar soll dem Problem jetzt mit dem Bau zusätzlicher Kohlekraftwerke zu Leibe gerückt werden. Neue Kohlekraftwerke emittieren aber zusätzlich zu den bereits bestehenden Kohlekraftwerken weiteres CO2. Wenn ich das mal so im Kopf überschlage, dann müsste der Neubau von Kohlekraftwerken also zu einer Erhöhung der CO2 Emissionen beitragen.

Ich glaube nicht, dass die Erhöhung der CO2-Emissionen zu einer drastischen Senkung der CO2-Emmission führen kann.

In der Nordsee-Zeitung vom 24.11.2007 ist mir ein Artikel mit der Überschrift "Zimmer mit Blick aufs Kraftwerk" aufgefallen. Darin wird berichtet, die Nachbargemeinde Nordenham auf der gegenüberliegenden Seite der Weser wolle dem gleichen Investor, der vor einiger Zeit bereits in Bremerhaven deswegen angefragt habe, ein Grundstück für den Bau eines neuen Kohlekraftwerkes anbieten. Für den Tourismus in Bremerhaven wäre das der Super-Gau; und weiter im "Standpunkt" zu diesem Artikel: "Die Silhouette vor Hotel und Klimahaus wäre gründlich verschandelt - und der Westwind würde uns und unseren Gästen die Abgase direkt ins Gesicht pusten. CO2 zum Anfassen? Nein, danke. ...". Zwangsläufig dränge sich die Frage auf, ob nicht Luneort der bessere Standort gewesen wäre.

Wenn man nur die Entwicklung des Tourismus in Bremerhaven im Blick hat, dann klingt die Aussage des Artikels in der Nordsee-Zeitung in sich schlüssig und die darin zum Ausdruck gebrachten Sorgen sind berechtigt. Mit Blick auf ständig steigende mittlere Temperatur der Erdatmosphäre, die zum Super-Gau für den gesamten Planeten zu werden droht, sind die Sorgen um diese lokal begrenzten Auswirkungen jedoch völlig nebensächlich.

Ich denke, es gibt keinen "besseren Standort" für neue Koklekraftwerke.

Statt dessen sind für den Betrieb neuer Kraftwerke CO2-neutrale Brennstoffe gefragt. Die derzeit für die Verbrennung im großen Maßstab favorisierten nachwachsenden Rohstoffe können jedoch bestenfalls auch nur eine vorübergehende Lösung sein, da die für den Anbau der "Energiepflanzen" notwendigen Flächen begrenzt sind. Es sind also schnellstens neue Ideen gefragt.

Montag, 26. November 2007

Ein Supermarkt für den Leher Durchschnittsbürger

Auf Seite 17 der Nordsee-Zeitung vom letzten Samstag wird unser Bürgermeister Herr Teiser folgendermaßen zitiert:

"Der Supermarkt wird zum Anlass genommen, um einer allgemeinen Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen. Der normale Leher Durchschnittsbürger, der statt zu Stadtteilkonferenzen zu gehen zu Hause vor dem Fernseher sitzt, der hat gar keinen Grund gegen Kaufland zu sein."

Hintergrund sind die Pläne der großen Koalition in Bremerhaven, das Phillipsfield zu verkaufen und zu bebauen, in Verbindung mit der Sorge vieler Leher, dass durch die Ansiedlung eines großen Supermarktes die Existenz der wenigen noch in der Hafenstraße und den Nebenstraßen verbliebenen Einzelhandelsgeschäfte gefährdet werden könnte.

Auf Seite 1 der gleichen Zeitungsausgabe wird berichtet, Herr Teiser werfe Herrn Oberbürgermeister Jörg Schulz Opportunismus vor, und der Industrie- und Handelskammer einseitige Parteinahme für Edeka und Real. Deren Forderung nach einem Einzelhandelsgutachten nenne er "ein Manöver", das allein die Verhinderung des Kaufland-Projektes zum Ziel habe. Er werde sich deswegen auch der Kritik der Stadtteilkonferenz nicht beugen:

"Ich will nicht der Liebling der Nation sein."

Ich weiß nicht wie weit die Bemühungen von Herrn Teiser von Erfolg gekrönt sind, sich in der Bundesrepublik Deutschland unbeliebt zu machen. In Lehe dürfte er sein Ziel jedenfalls längst erreicht haben.

Das Phillipsfield ist ein Sportplatz, der ursprünglich von der US-Army in Bremerhaven genutzt wurde. Seit die Amerikaner nicht mehr in Bremerhaven sind ist er im Besitz der Stadt Bremerhaven. Der Platz liegt an der Melchior-Schwoon-Straße, einer Zufahrtstraße nach Lehe. Die Leute die dort zum Einkaufen hinfahren würden, kämen meiner Ansicht nach nicht einmal bis in die Hafenstraße, geschweige denn bis in die Nebenstraßen, so dass die dort ansässigen Geschäfte auch keine zusätzliche Laufkundschaft durch den geplanten Supermarkt haben würden.

Statt dessen denke ich, dass diese Geschäfte unter Umständen Kundschaft an den Supermarkt verlieren würden, wenn die Kunden dort genauso gut zu Fuß hinkommen könnten, aber weniger für ihren Einkauf bezahlen müssten.

Davon einmal ganz abgesehen gibt es über den Stadteil verteilt sowieso schon genug Supermärkte, wodurch ein weiterer Markt auf dem Pillipsfield schlicht und einfach überflüssig ist.

Aber um noch einmal auf den "normalen Leher Durchschnittsbürger", der "statt zu Stadtteilkonferenzen zu gehen zu Hause vor dem Fernseher sitzt" zurückzukommen: Wofür gibt es denn die Stadteilkonferenz, die den normalen Leher Durchschnittsbürger mit großem Einsatz vertritt, wenn der Herr Bürgermeister Teiser dem Bericht der Nordsee-Zeitung zufolge schon wenig später deutlich klarstellt, dass er 'sich auch der Kritik der Stadtteilkonferenz nicht beugen' werde. Von Dialog- und Kompromissbereitschaft zeugen solche Äußerungen jedenfalls nicht. Sie zeigen den Menschen in Lehe jedoch einmal mehr, "dass es sich sowieso nicht lohnt" zu derartigen Veranstaltungen zu gehen, weil "da da oben ja sowieso machen was sie wollen". Und da wundern sich "die da oben" auch noch über die Politikverdrossenheit der Menschen im allgemeinen und über die "allgemeine Unzufriedenheit" des "normalen Leher Durchschnittsbürgers" im besonderen.

Also:
Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen, bei zukünftigen Stadteilkonferenzen dabei zu sein. Offensichtlich lässt sich gegen Ignoranz und die Arroganz der Macht nur etwas ausrichten, wenn man zusätzlich zu seinen guten Argumenten auch noch eine große Menschenmasse vorweisen kann.

Samstag, 24. November 2007

Stadt Geschichte

Die Entstehung der Stadt Bremerhaven

Die heutige Stadt Bremerhaven entstand über einen langen Zeitraum aus mehreren selbstständigen Orten an der Wesermündung. Die ältesten Wurzeln liegen im alten Lehe, das in früherer Zeit zu Hannover und später zu Preußen gehörte. Das älteste bekannte Schriftstück, in dem Lehe und seine Kirche erwähnt werden, ist eine Urkunde von 1310. Mit dem Bau der steinernen Kirche wurde um das Jahr 1100 begonnen. Es wird jedoch vermutet, dass diese bereits eine hölzerne Vorgängerin hatte. Zum ursprünglichen Leher Gebiet gehörte auch die Leher Heide, der heutige Stadtteil Leherheide.

Anfang des 17. Jahrhunderts brachten die fortschreitende Versandung der Weser in Verbindung mit den immer größer werdenden Schiffen die alte Handelsstadt Bremen in zunehmende wirtschaftliche Bedrängnis. Um Bremen davor zu bewahren vom Seeverkehr abgeschnitten zu werden begann der damalige Bremer Bürgermeister Johann Smidt mit Hannover über den Erwerb eines Grünstückes nördlich der Geeste zu verhandeln. Ergebnis der mit Zähigkeit und diplomatischem Geschick geführten Verhandlungen war, dass das Königreich Hannover einen an der Wesermündung gelegenen Streifen Weideland für 73658 Taler, 17 Groschen und 1 Pfennig an die Freie Hansestadt Bremen verkaufte.

Im Mai 1827 erfolgte daraufhin die Gründung des bremischen Hafenortes "Bremer Haven", der zu Beginn das Gebiet des heutigen Stadtteils Mitte bis etwa zur heutigen Lloydstraße umfasste, welches später im Rahmen der Hafenerweiterungen auf das Gebiet aller nördlich der Geeste gebauten Häfen erweitert wurde.

1845 erkannte auch das damalige Königreich Hannover die wirtschaftlichen Chancen eines an der Wesermündung gelegenen Hafens. Im Juni 1845 erteilte König Ernst August von Hannover die Erlaubnis zur Gründung eines Schiffsanlegeplatzes am südlichen Ufer der Geeste nahe ihrer Mündung in die Weser. 1847 erhielt der Platz die Freihafenrechte und den Namen "Geestemünde". Zu Geestemünde gehörten auch das alte Geestendorf und das 1920 eingemeindete Wulsdorf.

1924 schlossen sich Geestemünde und Lehe zur preußischen Stadt Wesermünde zusammen. 1927 wurden der Ortsteil Schiffdorferdamm und der im Norden an die Stadt grenzende Ort Weddewarden in die eingemeindet. 1939 wurde das Gebiet des ehemaligen Ortes Bremerhaven ebenfalls ein Teil der Stadt Wesermünde.

Ihre wohl dunkelste Zeit erlebte die Stadt Wesermünde während des zweiten Weltkrieges. Die ersten Bomben fielen im Oktober 1940 auf Häuser in der Feldstraße, in der Spadener Straße und auf die Taufabrik Ahlers. Die ersten 11 Toten waren nach Bombenabwürfen im April 1941 zu beklagen. Damals handelte es sich allerdings noch nicht um gezielte Angriffe, sondern um Bomben, welche die Alliierten Luftverbände über ihren eigentlichen Zielgebieten, den Rüstungs- und Industriezentren im Binnenland, nicht mehr abwerfen konnten, die sie aber vor ihrem Rückflug nach England noch loswerden mussten, um Treibstoff zu sparen, und das Unfallrisiko bei Unfällen während der Landung zu minimieren.

Am 3. Februar des Jahres 1944, dem letzen Jahr vor dem Ende des 2. Weltkrieges, wurde jedoch auch Wesermünde Ziel des totalen Luftkriegs. Weitere schwerwiegende Angriffe folgten im Juni 1944. Der Todesstoß für die Stadt war der Angriff am 18. September 1944. 200 britische Lancasterbomber warfen 480 Sprengbomben, 32 Minenbomben und fast eine halbe Million Brandbomben über Wesermünde ab. Nach nur 20 Minuten lag die Stadtmitte, das alte Bremerhaven, zu 97% und Geestemünde zu 75% in Trümmern. 618 Menschen wurden getötet, 1200 verletzt und über 30000 wurden obdachlos. 56% des vorhandenen Wohnraumes wurde total vernichtet.

Aufgrund einer alliierten Abmachung wurde an der Wesermündung zur Sicherung des Nachschubs für die US Armee eine amerikanische Enklave eingerichtet, und am 13. Mai 1945 nahm die amerikanische Militärregierung ihre Arbeit auf. Mit Wirkung vom 1. Januar 1947 erklärte diese das Verwaltungsgebiet Bremen und das Stadtgebiet von Wesermünde zum selbstständigen Land Bremen.

Die Eingliederung des Stadtgebietes in das Land Bremen erfolgte in einer feierlichen Sitzung der Wesermünder Stadtvertretung. Am Ende der Sitzung beschloss die Stadtvertretung einstimmig, der Stadt Wesermünde den Namen "Bremerhaven" zu geben.

Quellen:
Harry Gabcke, "Seestadt Bremerhaven früher und heute" (November 1973)
Harry Gabcke, "150 Jahre Bremerhaven" (November 1976)

Freitag, 23. November 2007

Hafen Geschichte

Heute habe ich zufällig eine Projektarbeit aus meiner Schulzeit aus dem Jahre 1972 mit dem Titel "Die Bremerhavener Seehäfen" wieder gefunden. Bis damals war es mit Bremerhaven immer bergauf gegangen. Die Arbeit beginnt mit einer Chronik zur Hafenentwicklung:

"Die Häfen von 1819 bis 1971"

1819:
Bau des ersten Nothafens in der Geestemündung.
1827-1830:
Gründung Bremerhavens auf dem Gelände der ehemaligen Karlsburg, Baubeginn "Alter Hafen".
1847:
Aufnahme des ersten regelmäßigen Postverkehrs durch die "Washington".
1847-1863:
Bau "Neuer Hafen".
1872-1876:
Bau "Kaiserhafen-I".
1885:
Der Reeder Friedrich Busse schickt den ersten Fischdampfer "Sagitta" in See.
1891-1896:
Bau "Fischereihafen-I
1892-1899:
Bau Dockvorhafen und "Kaiserdock-I"
1906-1908:
Bau "Kaiserhafen-II"
1906-1909:
Bau "Kaiserhafen-III"
1912-1814:
"Alter Hafen": Die Einfahrt an der Geestemündung wird zugeschüttet. Der verbliebene Außenbereich dient seit dem als Lotsenhafen.
1914-1915:
Bau "Verbindungshafen" und "Kaiserdock-II".
1923-1925:
Bau "Fischereihafen II"
1929-1931:
"Wendebecken" und "Nordhafen" entstehen.
1944:
Die gesamte Stadt und die Hafenanlagen werden bei einem schweren Bombenangriff zerstört.
1946:
Beginn des Wiederaufbaus
1950:
Einweihung der neuen Fahrgastanlage, Freigabe des Fischdampferbaus
1961-1964:
Bau des Erzhafens "Weserport" für die Anlandung der Rohstoffe für die Stahlhütte in Bremen.
1965:
"Alter Hafen": Das Hafenbecken soll teilweise zugeschüttet werden. Damit beginnen die Vorarbeiten für den Ausbau der neuen Hafenrandstraße (Columbusstraße).
1966:
Die Hochseefähre "Prinz Hamlet" eröffnet die Fährverbindung Bremerhaven-Harwich. Die neue Kaje im Alten Hafen wird fertiggestellt.
1967:
Die "Alexander Puschkin" eröffnet den Liniendienst Leningrad-Bremerhaven-Montreal. Mit dem Neubau "Atlantic Span" eröffnet die Atlantic-Container-Linie (ACL) von Bremerhaven aus ihren Liniendienst zur Ostküste der USA.
1968:
Am 10. Februar wird mit dem Bau der Container Stromkaje zwischen Nordschleuse und Weddewarden begonnen. Am 1. Juni wird die Containerbrücke und die Roll-on-Roll-off-Anlage im Nordhafen in Betrieb genommen. Die zweite Container Linie zwischen Deutschland und den USA wird in Betrieb genommen.
1969:
Eröffnung der dritten Container Linie. Baubeginn für das Schifffahrtsmuseum am Alten Hafen mit dem letzten hölzernen Großsegler "Seute Deern" und dem Walfang Jagdboot "Rau IX"
1970:
Der seinerzeit stärkste Hochsee Bergungsschlepper "Seefalke" wird für das Schifffahrtsmuseum erworden. Am 6. Juni ist die Grundsteinlegung für das Gebäude des Schifffahrtsmuseums.
1971:
Der erste Liegeplatz der Containerkaje ist fertig. Zwei weitere Liegeplätze sollen folgen ...

Seit 1971 ist viel passiert in Bremerhaven

Der Niedergang der Werften und der Hochseefischerei führten zu Massenarbeitslosigkeit. An deren Folgen leidet Bremerhaven noch heute. Seit der deutschen Wiedervereinigung blickt die ganze Republik auf die hohen Arbeitslosenzahlen der sogenannten neuen Bundesländer. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass Bremerhaven bei deren traurigen Rekorden spielend mithalten kann. Die Bremerhavener waren gezwungen, sich in anderen Gegenden Deutschlands Arbeit zu suchen. Das wiederum führte in späteren Jahren, u.a auch im Zusammenhang mit dem Abzug der US-Amerikanischen Armee, zu Wohnungsleerständen und dem Verfall der Immobilienwerte. Durch den steigenden Kaufkraftverlust kam es zu Einbußen beim Einzelhandel ...

Der Container- und später auch der Auto-Umschlag erlebten dagegen einen rasanten Aufstieg. Der Ausbau der Containerstromkaje hat inzwischen die nördliche Stadtgrenze von Bremerhaven erreicht; sehr zum Ärger der Einwohner des nördlichsten Bremerhavener Stadtteils Weddewarden, deren Lebensqualität durch den Ausbau der Stromkaje bis vor deren Haustür deutlich abgenommen hat. Aus der anfänglich überschaubaren Zahl der Containerbrücken ist inzwischen ein ganzer Containerbrücken-Wald geworden. Die Größe der Containerfrachter, und damit die Umschlagsraten, haben inzwischen Dimensionen erreicht, mit denen damals niemand gerechnet hat.

Allerdings konnte durch den Aufschwung des Container- und Auto-Umschlags der Verlust der Werftindustrie nicht kompensiert werden, da aufgrund neuer Technologien im Hafenumschlag immer weniger Arbeitskräfte im Hafengebiet benötigt werden.

Donnerstag, 22. November 2007

Zoo am Meer

Unser kleiner Zoo ist bei den alteingesessenen Bremerhavenern eigentlich besser bekannt unter dem Namen "Tiergrotten". Früher waren das auch einmal aus Beton modulierte Grotten. Da diese irgendwann baufällig wurden, mussten sie abgerissen werden. Die Grotten wurden damals durch "normale" Zoo Gebäude und -Anlagen ersetzt, und der Zoo wurde in "Zoo am Meer" umbenannt. Aufgrund von Änderungen in der Gesetzgebung bzgl. der artgerechten Tierhaltung wurde der Zoo zwischen 2003 und 2005 komplett erneuert, und die Anlagen haben jetzt wieder einen grottenähnlichen Charakter, so dass aus meiner Sicht eigentlich der ursprüngliche Name treffender wäre als "Zoo am Meer".

Wie auf meinem Foto zu sehen ist, lassen sich Tiere wie die Eisbären, die Pinguine oder die Robben seit dem Umbau auch aus der Unterwasser Perspektive beobachten.

Im Laufe dieses Jahres wurde im Zoo gefilmt. Die Aufnahmen sind ab sofort in der ARD-Dokumentar Reihe "Seehund, Puma & Co." an jedem Werktag von 16.10 bis 17.00 Uhr zu sehen. Das folgende Video ist allerdings eine "Eigenproduktion" (aufgenommen mit der Videofunktion meiner Foto Digitalkamera).

video

Mittwoch, 21. November 2007

Globale Welt

Je länger ich mich mit den verschiedensten Themen beschäftige, desto mehr wird mir bewusst, dass alles irgendwie mit allem zusammenhängt. Da machen sich manche Leute Gedanken darüber, wie die drohende Klimakatastrophe abgewendet werden kann und gleichzeitig werden deren Anstrengungen in so weit entfernten Gegenden der Welt wie den USA oder China durch Ignoranz der Fakten zunichte gemacht.

In Afrika hungern Bauern, weil sie mit ihren Produkten auf dem Markt der globalisierten Welt nicht mithalten können, und verdingen sich deshalb als billige Lohnsklaven in Europa, wo sie unter menschenunwürdigen Bedingungen unter den Plastikplanen von Gewächshäusern hausen.

Diese Aufzählung lässt sich beliebig verlängern ...

Viele Leute verschließen Augen und Ohren weil sie "dass alles nicht mehr hören und sehen können" ... - sehr zur Freude der für diese Misstände Verantwortlichen.

Da sich Themen wie Friedenspolitik, Religion, Umweltschutz, Ernährung, Energie etc. nicht voneinander trennen lassen, findet ihr diese unter "Globale Welt".

Bremerhaven

Habt ihr schon einmal etwas von Bremerhaven gehört?

für diejenigen unter euch, die's noch nicht wissen, zwei Anmerkungen vorweg:

  1. Bremerhaven ist nicht der Hafen von Bremen, sondern eine Stadt an der Wesermündung.
  2. Die Fernsehnachrichten oder die überregionalen Presse sind eher ungegeignete Informationsquellen, da diese in der Regel nur negatives über Bremerhaven berichten.
Ich bin in Bremerhaven geboren und aufgewachsen. Ich liebe diese Stadt und ihre Umgebung, kenne aber auch ihre Schwächen und habe einige ihrer guten und schlechten Zeiten miterlebt.

Ich werde ab und zu über Ereignisse und Geschichten aus Bremerhaven schreiben und dabei auch geschichtliche, politische oder gesellschaftliche Hintergründe, sowie globale Einflüsse berücksichtigen, soweit mir diese bekannt sind. Außerdem soll dabei natürlich auch meine persönliche Sicht auf die Dinge nicht zu kurz kommen.

Ich freue mich über euer Interesse an meiner Heimatstadt und auf eueren nächsten Besuch in "juwi's welt" ...