Donnerstag, 12. November 2009

Über das Glück, ein fallendes Herbstblatt zu fotografieren



Einige von euch haben mich gefragt, wie mir das Foto mit dem einzelnen, fallenden Herbstblatt gelungen ist. Da ich während der letzten Tage überwiegend im Keller beschäftigt war, hatte ich verprochen, in dieser Woche den Trick zu verraten, mit dem ein solches Foto gelingen kann.

Ich muss allerdings zugeben, dass nicht allein das Können des Fotografen oder die technischen Fähigkeiten seiner Kamera zum Erfolg geführt haben. Ich hatte vielmehr während eines Spaziergangs mit unserer Hündin Cleo das Glück, gerade zur rechten Zeit in die richtige Richtung zu blicken, im Vorübergehen mit dem "inneren Auge" dieses geniale Fotomotiv zu erkennen und außerdem auch noch meine Kamera dabeizuhaben. Das Foto mit dem "in der Luft schwebenden" Herbstblatt wäre mir ohne die tatkräftige Unterstützung einer kleinen, mir unbekannten Spinne, jedoch niemals gelungen.

Wenn man das Foto in meinem Beitrag zu Katinka's "Schöne Momente im Herbst und Winter" von letzter Woche mit der Maus anklickt, dann wird es vergrößert angezeigt. Vor dem dunkleren Hintergrund der Blätter am Baum ganz oben im Bild, oberhalb des "fallenden" Blattes, kann man dann den feinen Faden erkennen, mit dem die Spinne das Blatt in der Luft fixiert hatte. Somit hatte ich also ausreichend Zeit, das Blatt aus mehreren Blickwinkeln zu fotografieren, und konnte mir anschließend das schönste Motiv davon auszusuchen.

Wer jetzt noch einmal behauptet, diese kleinen, nützlichen, achtbeinigen Tierchen seien ekelig, und ihre überall herumhängenden Spinnweben zu nichts nütze, der hat noch nie versucht, im Herbst ein fallendes Blatt zu fotografieren. Spinne, ich danke dir.

Mittwoch, 11. November 2009

Es ist soweit

Die Narren sind los:

* Heute,
am elften elften um 11 Uhr 11,
begann in den Hochburgen des Karnevals
wieder die fünfte Jahreszeit.

Der "Teutsche Michel" in der Bütt


Steuern runter, die Taschen auf:
Der Guido schenkt uns jetzt zuhauf
die ganze Kohle auf die Schnelle.
Wir lieben ihn, den Westerwelle.

Der will so die Bürger zähmen.
Doch woher den Zaster nehmen?
Schnell zeigt sich des Denker's Klasse,
das isses: Eine Schattenkasse.*)

Und wo wir grad beim Schenken sind,
gibt's zwanzig Euro für das Kind.**)
Keiner merkt, dass wir's nicht haben.
(Niemand wird im Schatten graben.)

Reichen kommt es teuer zu stehen,
wenn sie mal zum Doktor gehen.
Gegen solche Seelenqualen
hilft nur, dass sie wenig zahlen.

Die Armen zahl'n dann eben mehr.
Sonst sind ja bald die Kassen leer.***)
Den Armen fehlt das Geld für's Brot?
Der Steuertopf bringt's schnell in's Lot.

Der ist zwar schon mehr leer als voll,
doch weil das keiner merken soll,
nehmen wir, was wir nicht hatten,
aus der Kasse in dem Schatten.

Dank Guidos gelber FDP
ist "Krankenkasse" bald passé
für Vater's Kinder und die Frau:
Birgit schraubt am Supergau ****).

Für Familien wird das teuer,
doch zum Glück gibt's ja die Steuer.
Die Schattenkasse wird's schon richten,
im Steuertopf dies Loch zu dichten.

Wie weiland Dagobert die Ente
in Dollars schwamm, wenn sie nicht pennte,
schwimmt Deutschland bald im Euro-See,
dank CDU und FDP:

"Reichen nehmen, Armen schenken -
das ist dummes, linkes Denken.
Die Linken woll'n damit nur prahlen,
doch könnten Sie das nie bezahlen.

Zu geben, was sie selbst nicht haben,
versprechen nur die roten Schaben."
- Die Wespen fangen's schlauer an:
Sie schenken Steuern, dann und wann.

Und sonnen sich im Dank der Masse
dank ihrer tollen Schattenkasse.
Dieser Coup ist wirklich neu,
Vom Michel dafür ein ...

... Ahoi !!!

© Jürgen Winkler, 11.11.2009


*) Schäbiger Trick
**) Wachstumsbeschleunigungsgesetz
***) Erster Wortbruch
****) FDP denkt über Abschaffung der Familienversicherung nach

Montag, 9. November 2009

Nebelgeister


Bremerhaven, Lehe: Frenssenstraße (Ortsteil Goethestraße)

Heut' zogen Nebelgeister durch die Straßen
die kalt und grau das Licht der Sonne fraßen.
Die Sonne brannte heiß und kräftig.
Die Nebel kämpften still und heftig,
doch mussten sie die Schleier fallen lassen.

© Jürgen Winkler



Bremerhaven, Lehe: Frenssenstraße (Ortsteil Goethestraße)


Wenn die Welt morgens noch klein und grau war, und im Laufe des Vormittags die Sonne mit ihrer Wärme den Nebel vertrieben hat, dann kommt mir das jedesmal wie ein Geschenk des Himmels vor. Jede Menge weitere schöne Herbstfotos und Texte findet ihr bei den Teilnehmern an Katinka's Projekt "Schöne Momente im Herbst und Winter".

Sonntag, 8. November 2009

Heute vor 71 Jahren ...

... begann mit der Reichsprogromnacht die Verfolgung der Juden in Deutschland.


Erinnerung an die Zerstörung der Bremerhavener Synagoge

Die Verzweiflungstat eines einzelnen Jugendlichen jüdischen Glaubens nutzten die damals in Deuschland regierenden Nationalsozialisten am 9. November 1938 als Vorwand für den Beginn der gewaltsamen Verfolgung aller Juden in Deutschland und den während des zweiten Weltkriegs annektierten Staaten.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November plünderten und zerstörten die örtlichen Funktionäre der NSDAP in ganz Deutschland die Geschäfte jüdischer Mitbürger. Jüdische Gotteshäuser gingen in Flammen auf. Am Morgen des 10. Novembers 1938 waren die Straßen übersät mit den Scherben der Schaufenster jüdischer Geschäftsleute.

Auch die Synagoge der jüdischen Gemeinde in der Schulstraße 5 in Bremerhaven wurde ein Raub der Flammen. Daran erinnert heute ein Gedenkstein vor dem Grundstück auf dem die Synagoge damals stand.



Die neue Synagoge am Kleinen Blink

Erst 62 Jahre später fand die kleine jüdische Gemeinde in Bremerhaven eine neue Heimat im Gebäude der ehemaligen Kirche der amerikanischen Streitkräfte am Kleinen Blink. Am 27. November 2000 wurde die neue Synagoge mit der Übergabe der Thora-Rollen eingeweiht.


Zum Weiterlesen:

(Quelle: Wikipedia)

Donnerstag, 5. November 2009

Blutdiamanten

Ein Diamant ist ein Symbol für die Ewigkeit, die Reinheit und eine der teuersten Liebeserklärungen, die wohlhabende Männer ihren Frauen machen können.


An vielen Diamanten klebt jedoch Blut ...

Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW) fordert den Kimberley Interessenverbund der Diamant-fördernden Länder, (Kimberley Process Certification Scheme, KPCS) in einer schriftlichen Erklärung auf, er solle Simbabwe umgehend aus dem KPCS auszuschließen, da es beim Handel mit Diamanten gegen die vorgegebenen Richtlinien dieser Organisation verstoße. Der KPCS bescheinigt den Abnehmern von Rohdiamanten, dass diese aus einem konfliktfreien Land kommen, und dass der Verkaufserlös nicht zur Finanzierung von Kriegen verwendet wird. Er kontrolliert den Diamanthandel, bekämpft das illegale Geschäft mit den sogenannten "Blutdiamanten" und versucht den Diamantschmuggel einzudämmen.

"Human Rights Watch" berichtet in seiner Veröffentlichung "Diamonds in the Rough" von Juni 2009, Zimbabwes Militär sei für Zwangsarbeit von Kindern und Erwachsenen sowie Folterungen und Misshandlungen an Dorfbewohnern auf den Diamatenfeldern im Marange-Distrikt im Osten des Landes verantwortlich. Das Militär habe bei der gewaltsamen Übernahme der Diamantenfelder Ende 2008 mehr als 200 Menschen ermordet, und es zwinge die auf den Marange-Diamantfeldern ansässigen Bewohner zum Diamantschmuggel. Die östereichische Tageszeitung "Die Presse" berichtete am 30.10.2009, unter der Regierung von Herrn Mugabe (Simbabwe, Präsident) sei die Wirtschaft Simbabwes auf ein Sechstel zusammengebrochen. "Human Rights Watch" schreibt, 23 Personen, die im direkten Zusammenhang mit den Diamantfeldern stehen, hätten mehrere Verstöße gegen die Mindestanforderungen des KPCS bestätigt. Repressalien gegen die die Bevölkerung und die Finanzierung des Militärs würden aus den Einnahmen der Marange-Diamantenfelder finanziert.


... Wenn der KPCS unter seinen Mitgliedern Länder duldet, die gegen seine Regeln verstoßen, dann macht er sich unglaubwürdig. Ein Zertifikat des KPCS, das dem Käufer eines Diamanten bescheinigt, dass kein Blut daran klebt, ist dann nicht mehr das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde. Heute findet in Swakopmund (Namibia) eine Plenarsitzung der Mitgliedsstaaten des KPCS statt. Dort wird auch über Verstöße gegen das Regelwerk des KPCS gesprochen.
  • Das internationale demokratische Netzwerk AVAAZ unterstützt die Forderung von "Human Rights Watch" mit einer Online-Petition an den KPCS, um der Forderung von HWS international Nachdruck zu verleihen. Wer möchte, kann die Petition auf der Internetseite von AVAAZ unterzeichnen.


Zum Weiterlesen:
  • TAZ:
    Die Rückkehr der Blutdiamanten
  • AZ online (älteste Tageszeitung Nabibias):
    Verstoß gegen Diamanthandel
  • Die Presse:
    Simbabwe - Ein Land vor dem völligen Kollaps

(Quellen: Human Rights Watch, TAZ vom 02.11.2009, AZ online vom 02.11.2009, Die Presse.com vom 30.10.2009, AVAAZ)

Dienstag, 3. November 2009

Novembermorgen


Bremerhaven: Novembermond über der Astrid-Lindgren-Schule

Auf dem Weg zur Arbeit bin ich heute Morgen etwas früher mit einem kleinen Umweg am Weserdeich entlang gefahren.

Es war noch dunkel und sehr nebelig. Als ich losfuhr tauchte der Vollmond noch hin und wieder hinter den vorbeiziehenden Dunstschwaden auf. Am Deich war er dann endgültig hinter der Nebelwand verschwunden. Von der Deichkrone aus konnte man nicht einmal mehr das Ufer erkennen. Vom Wasser her waren vom Nebel gedämpft ununterbrochen die Nebelsignale der Schiffe zu hören.



Bremerhaven, Weserdeich: Blick durch den Nebel zum alten Lloyd-Dock

Der Blick von der Deichkrone in Richtung Neuer Hafen verlor sich ebenfalls im Dunst des Nebels. Normalerweise sind hier die blaue Hafenrand-Beleuchtung, das Hafenbecken, und dahinter die Lichter der Stadt zu sehen.

Nebel am Wasser hat etwas Magisches an sich. Die Dunkelheit verstärkt diese eigenartige Stimmung noch um ein vielfaches. Die Welt sieht anders aus als man sie kennt ... - und kleiner. Der Blick in die Ferne sucht vergeblich nach dem Horizont und verliert sich im Nirgendwo ...