Sonntag, 22. Mai 2011

Radioaktive Wolke über AKW-Unterweser


21.05.2011: Ballonaktion am "Atomkraftwerk Unterweser" (ARD-Tagesschau vom 21.05.2011)

Die ARD berichtete gestern um 20 Uhr in ihrer Nachrichtensendung "Tagesschau", vom Atomkraftwerk "Unterweser" sei  am Mittag eine radioaktive Wolke aufgestiegen, die sich in Richtung Bremen ausgebreitet habe ...

Glücklicherweise ist diese Meldung bisher (noch?) reine Science Fiction. Im "Ernstfall" hätten wir Bremerhavener bei gleicher Windrichtung und rechtzeitiger Information aber immerhin noch die Chance gehabt, uns durch Flucht in Richtung Norden in Sicherheit zu bringen. Allerdings wäre damit zu rechnen gewesen, dass es an den Abfahrtsstellen der Fähren von Dänemark nach Norwegen und Schweden, sowie an den internationalen Flughäfen Dänemarks zu Engpässen gekommen wäre.

Atomkraftgegner hatten in der Nacht vom 20. zum 21.05.2011 in einem Zelt auf dem Rodenkirchener Marktplatz 10000 gelbe und schwarze Luftballons mit Helium gefüllt. In transparenten Kunststoffschläuchen verpackt trugen sie diese zum Atomkraftwerk, bildeten daraus das bekannte Symbol zur Warnung vor Radioaktivität, und ließen die Ballons daraus in einer Wolke aufsteigen, die vom Wind in südliche Richtung davongetragen wurde. Damit wollen die Demonstranten den Findern der Ballons bewusst machen, dass sie von den Folgen eines GAUs im Atomkraft "Unterweser" direkt betroffen wären.


13 Atomkraftwerke abgeschaltet

Wie die Tagesschau gestern weiterhin meldete, sind für mindestens eine Woche nur vier der 17 deutschen Atomkraftwerke in Betrieb. Zusätzlich zu den acht aufgrund des Atommoratoriums der Bundesregierung abgeschalteten Atomkraftwerken seien 5 weitere Atomkraftwerke aufgrund von Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden. Wie ich gestern Abend feststellenkonnte, sind - trotz aller entsprechenden Prophezeiungen der Atomkonzerne in der Vergangenheit - die Lichter nicht ausgegangen, und es war sogar noch Strom für den Betrieb der Anlagen auf dem Bremerhavener Frühjahrsmarkt übrig.

Abgesehen davon, dass mir natürlich klar ist, dass in einem solchen Fall möglicherweise Strom aus dem Ausland impmortiert werden muss, zeigt die aktuelle Situation aber auch, dass selbst die Kapazitäten der Leitungsnetze bei entsprechender Planung offensichtlich  in der Lage sind, die Produktionsausfälle innerhalb der Bundesrepublik, durch Umleitungen aus anderen Quellen zu kompensieren. Das wiederum bekräftigt den Verdacht der Atomkraftgegner, dass die vielen atompolitischen "Wenns" und "Abers" seitens der wespenfarbenen Bundesregierung in der aktuellen Diskussion zum Umbau der Energieversorgung lediglich dem Wohlergehen der Atomkonzerne dienen. Auch zeigt sich jetzt, dass die von den Umweltorganisationen in Auftrag gegebenen Studien, nach denen ein schrittweiser Ausstieg aus der Atomkraft innerhalb von vier Jahren möglich ist, weitaus realistischer sind, als die Empfehlung des "Ethikrates", noch bis zum Jahre 2021 zu warten, bis das letzte Atomkraftwerk in Deutschland stillgelegt wird.

Da meine Frau gestern ihren Geburtstag gefeiert hat, konnte ich an der Ballonaktion am Atomkraftwerk Unterweser leider nicht teilnehmen. Am nächsten Samstag werde ich aber wieder dabei sein, wenn bundesweit in 21 Städten erneut viele Menschen auf der Straße unterwegs sein werden. Zusammen mit ihnen werde auch ich den Atomkonzernen und ihren politischen Handlangern in Berlin klar zu machen, dass wir es uns nicht mehr gefallen lassen werden, noch länger als unbeding notwendig den Folgen der hochriskanten Atomtechnologie ausgesetzt zu sein.

Atomkraft Schluss!


(Quellen: ARD-Tagesschau vom 21.05.2011, Campact)

Kommentare:

Smilla hat gesagt…

Also diese Ballonaktion finde ich génial!! So anschaulich und klar sichtbar!!
Wûnsche dir einen dynamisch-fisch-fröhlichen Start in die neue Woche!
Herzlich und bbbbb

juwi hat gesagt…

@Smilla: An den Ballons hängen kleine Postkarten, mit denen die Finder der Ballons über den Hintergrund informiert werden. Im Prinzip ist das dann so etwas wie eine "Luft-Flaschenpost". Ich hoffe, es werden viele Finder antworten, so dass sich der "radioaktive Niederschlag" später in einer Landkarte darstellen lässt.

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