Sonntag, 3. April 2011

Schallende Ohrfeige für die Bundesregierung


Energiewende jetzt! (Anti-Atomkraft-Demonstration, Bremen, 02.04.2011)

Am 2. April 2011 gingen in Bremen unter dem Motto: "Energiewende jetzt!" 8000 Menschen gegen die Atompolitik der schwarz-gelben Entergiepolitik und für die - schon aus Gründen des Klimaschutzes - notwendige Energiewende in Deutschland auf die Straße.

Die Demonstranten zogen vom Hauptbahnhof zum Markplatz. Dort fand die Abschlusskundgebung statt. Die Redner machten ihrem Unmut über die vier großen Atomkonzerne deutlich, die auch angesichts der Atomkatastrophe in Japan weiterhin am Betrieb ihrer Atomkraftwerke festhalten wollen.

Die Redner übten erneut scharfe Kritik an der Bundesregierung, die den Atommüll-Produzenten dafür auch noch Tür und Tor geöffnet hat. Mit ihrer verantwortungslosen Politik gefährdet sie nicht nur unsere Gesundheit und unser Leben: Die Politik dieser wespenfarbenen Regierungskoalition wird unsere Gesellschaft auch finanziell noch teuer zu stehen kommen.

Wie lange rede ich schon von der Schuld unserer Generationen und derjenigen unserer Eltern, die wir mit den über zig Millionen von Jahren hinaus strahlenden Atommüllbergen gegenüber unseren Kindern und Kindeskindern auf uns geladen haben? Seit Jahren sage ich schon jedem der es hören und jedem der es nicht hören will, dass der Betrieb der Atomkraftwerke gefährlich und verantwortungslos ist ... - dass diese hochriskante Technologie verboten werden muss. Auch wenn es in Deutschland (noch?) kein entsprechendes menschengemachtes Gesetz gibt, so gibt es doch die Gesetze der Natur, über die sich der Mensch nicht straflos hinwegsetzen kann. Nach dem Super-GAU vor 25 Jahren in Tschernobyl wurde die Menschheit jetzt mit dem Super-GAU in der japanischen Atomkraftanlage Fukuschima ein zweites Mal brutal daran erinnert. Wie viele Male sind denn noch notwendig, bis es auch der letzte Atomkraftfanatiker begreift, was er seinen Mitmenschen damit antut?


Eine schallende Ohrfeige

Während der Kundgebung erhoben zwei Jugendliche, Mara und Moritz von der Bremer BUNDjugend, genau diese Vorwürfe gegen die politisch Verantwortlichen und die Betreiber der Atomkraftwerke, die seit Jahrzehnten für den ständig gefährlicher werdenden Schlamassel verantwortlich waren und sind, mit dem wir uns heute konfrontiert sehen. Ihre Rede ist eine schallende Ohrfeige für die Bundesregierung. Es sind diese beiden Jugendlichen, unsere eigenen Kinder, die Kinder die jetzt gerade irgendwo zur Welt kommen, unsere Enkel und alle kommenden Generationen, die von unseren gefährlich strahlenden Hinterlassenschaften - nach menschlichen Maßstäben sozusagen für die Ewigkeit - bedroht werden.

Die eindringliche Rede von Mara und Moritz ist in der ersten Hälfte meines Videos von der Abschlusskundgebung in Bremen zu sehen und zu hören. Die Worte dieser beiden jungen Menschen haben wohl keinen der Zuhöhrer unbeeindruckt gelassen.

Die Rede sollte im Bundestag gezeigt werden, wenn dort demnächst über die Zukunft der Atomkraftwerke und den Umgang mit dem Atommüll debattiert werden wird. Jeder Politiker, der anschließend noch für den Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke eintritt, und alle Politiker, die der Präsentation dieser Rede fernbleiben, gehören wegen Missachtung des Grundgesetzes auf der Stelle ihrer Ämter enthoben!

Im Artikel 20a des Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland heißt es, soweit mir bekannt ist seit November 1994:
  • "Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen ...".
Und: Jeder Bundesminister hat bei seinem Amtsantritt geschworen, daß er seine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, seine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben wird. Der seit dem Bau und der Inbetriebnahme des ersten deutschen Atomreaktors in Deutschland bereits entstandene Schaden ist durch nichts wiedergutzumachen. Den ersten Bundesregierungen könnte man ja noch zugute halten, dass sie es vielleicht nicht besser gewusst haben. Aber spätestens seit dem Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts, als es selbst "einfachen Bürgern" dämmerte, womit sie es tu tun hatten, kann sich damit niemand mehr herausreden.

Und damit wir nicht aus der Übung kommen, umzingeln wir am Ostermontag das Atomkraftwerk "Unterweser"!

25  Jahre  Tschernobyl

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