Samstag, 16. April 2011

Folgen des Klimawandels in Bremerhaven

Seit dem 11 Jahrhundert wurde die Höhe der Deiche immer wieder angepasst *)
Schwere Strumflut am 17. Februar 1962: Lotsenhaus (links) Geestemole (rechts) *)

Wie in allen Küstenregionen der Welt, so wirft der Klimawandel jetzt auch in Bremerhaven seine Schatten voraus. Nachdem bereits der Abschnitt "Lohmanndeich" während der letzten Jahre zwischen dem  Simon-Loschen-Leuchtturm und der Kaiserschleuse erhöht werden musste, wird jetzt die "Gute Stube" der Bremerhavener zur Baustelle. Die Bauarbeiten am Deichabschnitt zwischen dem "Zoo am Meer" und der Geestemole haben begonnen.

Notwendig geworden ist die Anpassung des Hochwasserschutzes an den aufgrund des Klimawandels vorausberechneten Anstieg des Meeresspiegels. Da der "Normal Null" Pegel im Laufe der nächsten Jahrzehnte steigen wird, werden auch die Sturmfluten höher auflaufen. Der Deich wird deshalb von derzeit 6,50 auf 8,60 Meter erhöht.


April 2011: Beginn der Bauarbeiten am Außendeich
Bevor mit den eigentlichen Erdarbeiten begonnen werden kann, wird im Watt, etwa zehn Meter von der unteren Seichpromenade entfernt, eine Spundwand gesetzt, die während der Erdarbeiten am Deich Erdrutsche verhindern soll. Von dort bis zur neuen unteren Deichpromenade wird ein Sockel aus rund 18000 Tonnen Granitsteinen den Deichfuß vor den auflaufenden Wellen schützen.


April 2011: Abrissarbeiten hinter dem Deich beim Wasserstandanzeiger
Im Süden wurden innendeichs hinter dem Wasserstandsanzeiger bereits einige alte Gewerbeschuppen abgerissen. Soweit ich es verstanden habe, soll das maritime Baudenkmal später außendeichs stehen, damit es an seinem ursprünglichen Standort verbleiben kann. Ich vermute daher, dass die Gebäude deshalb dem Verlauf des neuen Innendeichs weichen mussten.


April 2011: Tonnendachhalle, Zeugnis der Hafenwirtschaft am Alten Hafen
Ob die alte Halle mit dem Tonnendach erhalten werden kann ist mir nicht bekannt. Neben dem Speichergebäude neueren Datums am Nordende des Museumshafens ist sie derzeit das letzte verbliebene Zeugnis der Hafenwirtschaft im Bereich des Alten- und des Neuen Hafens.


Bremerhaven, "Havenwelten": Deutsches Auswandererhaus (DAH, 2008)
Bezüglich der jüngeren Geschichte dieses Areals kommt ihr als Keimzelle des "Deutschan Auswandererhauses" (DAH) eine besondere Bedeutung zu. Der Hartnäckigkeit der Betreiber der kleinen improvisierten Ausstellung in dieser ehemaligen Industriehalle ist es letztlich zu verdanken, dass es entgegen der Zweifel und des Widerstands der Bremerhavener Politik zum Bau des Auswandererhauses kam. Inzwischen ist das DAH eine international anerkannte Institution und ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Tourismusgebietes "Havenwelten" geworden.


Während der voraussichtlich zweijährigen Bauarbeiten wird der Deich zwischen der neuen unteren Deichpromenade und der Deichkrone um 105000 Kubikmeter Sand- und Kleiboden mächtiger werden. Im Laufe dieses Jahres wird man die Arbeiten am Außendeich noch von der Promenade auf der Deichkrome beobachten können. Im nächsten Jahr wird dann aber auch die Deichkrone gesperrt sein, damit das Profil des Innendeichs an die neue Höhe angepasst werden kann.

Damit die Bremerhavener und ihre Gäste aber nicht ganz außen vor bleiben, soll beim "Mediterraneo" ein Container-Aussichtsturm errichtet werden, der einen Ausblick auf die Baustelle bieten wird. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll eine Treppe von der Hafenplaza vor dem Sail-City Turm hinunter zur unteren Deichpromenade führen, und die "Wabenmuster" Steine auf der Außendeichböschung im Bereich des Weserbades sollen duch Sitzstufen ersetzt werden.


*) Foto-Ausschnitte aus der ehemaligen Infotafel der BIS im Bereich der Abrissarbeiten hinter dem Deich beim Wasserstandsanzeiger (zum Vergrößern bitte - wie immer - auf die Fotos klicken)

(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 26.03.2011 und 02.04.2011)

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