Dienstag, 29. März 2011

Propst Jürgen Bollmann (Fukushima mahnt ...)


Fukushima mahnt ... - Es spricht Propst Jürgen Bollmann (amt. Bischof in Hamburg)

Auch gestern Abend fand am dritten Montag in Folge vor der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche in Bremerhaven eine Mahnwache für die von der dreifachen Katastrophe betroffenen Menschen in Japan und gegen die unverantwortliche Atompolitik der Bundesregierung statt. Leider waren gestern jedoch nur knapp die Hälfte der Bremerhavener dabei, die noch in der letzten und vorletzten Woche den Weg zur Mahnwache gefunden hatten.

Eine Bekannte, die ich dort getroffen hatte, erzählte mir, sie habe in ihrem Bekanntenkreis für die Teilnahme an der Mahnwache geworben. Die Angesprochenen würden zwar alle mit den Japanern fühlen und sie seien auch durch die Bank alle dafür, dass die Atomkraftwerke besser noch Gestern als Morgen abgeschaltet werden, hätten aber gerade "etwas besseres" vor oder Bedenken an einer Mahnwache teilzunehmen.

Meine Bekannte ist 75 Jahre alt. Angenommen ihre Bekannten wären in etwa dem gleichen Alter, dann könnte es natürlich an deren "das gehört sich aber nicht" Erziehung liegen, wenn sie sich nicht so recht trauen, oder auch an der bereits mit der Muttermilch aufgesogenen Erfahrung, die ihnen sagt, dass "die da oben" ja doch machen was sie wollen, und dass sie als einzelner Mensch eh machtlos dagegen sind. In diesem Falle wäre es sehr schade, denn so verbauen sie sich selbst die Chance, "auf ihre alten Tage" noch um eine wichtige Erfahrung in ihrem Leben reicher zu werden.

Aber wie auch immer: Es ist natürlich genau dieses - wie soll ich sagen, gleichgültige? - Verhalten vieler Menschen in unserem Land, dass den Atomkonzernen und ihren politischen Handlangern das Gefühl der Macht gibt ... - das sie denken lässt, sie könnten tun und lassen was sie wollen: Der Deutsche Michel wird's schon dulden ...

Auch am nächsten Montag wird es in der Zeit von 18:00 bis 18:30 Uhr wieder eine Mahnwache geben. Vorher findet in der Kirche eine Andacht statt.


Fukushima mahnt:
Die Rede des Bischofs Propst Jürgen Bollmann


Im zweiten Teil meiner Impressionen von der Demonstration in Hamburg am 26. März 2011 ist die Rede des Bischofs Propst Jürgen Bollmann während der Abschlusskundgebung in Anschluss an den Demonstrationszug hören. Herr Bollmann ist amtierender Bischof in Hamburg. Seine Rede unterbrach er um 14:15 Uhr für eine Schweigeminute.

Nie vorher habe ich eine solche Menschenmenge, die einen Augenblick vorher noch laut protestiert hatte, plötzlich so still erlebt. In der Ferne hörte man die Glocken der Hamburger Kirchen läuten. Die Stille wurde nur von den entfernten "Abschalten" Rufen der Demonstranten in der Mönkebergstraße unterbrochen, die vom Geschehen auf dem überfüllten Rathausmarkt nichts mit bekamen. Zeitgleich schwiegen auch 120000 Menschen in Berlin, 40000 in München und 40000 in Köln.

Kommentare:

Der Geestendorfer hat gesagt…

Hallo Jürgen,

ich schäme mich, dass ich nicht zur Mahnwache gekommen bin. Aber nächsten Montag bin ich wieder dabei.

Heute abend hörte ich in den Nachrichten vom "Nordwestradio", dass der Sender nachmittags live eine Diskussion über Atomenergie ausgestrahlt hatte. Die Sendung fand in Rodenkirchen statt. Nur wenige Kilometer vom AKW "Unterweser". Über 400 Mitarbeiter des AKWs und den Subunternehmen waren vor Ort. Und knapp 30 AKW Gegner. Über 40 Minuten lief eine heiße Diskussion. Ich habe sie mir im Internet angehört.

Hör mal rein: http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=045603

Tschüss,

Holger

Der Geestendorfer hat gesagt…

Hallo Jürgen,

sorry, aber der Link funktioniert nicht. Schau mal in die Mediathek von Radio Bremen. Vielleicht findest Du den Beitrag.

Tschüss

Holger

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