Donnerstag, 9. Juni 2011

Getarnte Laufzeitverlängerung


Tabelle:
Gegenüberstellung "Atomausstieg à la schwarz/gelb" mit dem rot-grünen Atomkonsens vom 14. Juni 2000, der Greenpeace Studie und der Machbarkeitsanalyse des UBA


Ich habe einmal die im Atomkonsens aus dem Jahre 2000 vereinbarten Laufzeiten der Atomkraftwerke den Laufzeiten gegenübergestellt, die den neun verbleibenden Atomkraftwerken von der wespenfarbenen Bundesregierung auch nach dem "Stufenplan" noch zugebilligt werden sollen.

Im rot/grünen Atomkonsens aus dem Jahre 2000 waren einmal, 32 Jahre pro Atomkraftwerk vereinbart worden. Bei den nach der Stillegung der sieben ältesten Meiler und des Pannenrektors "Krümmel" verbleibenden neun deutschen Atomkraftwerken komme ich auf eine durchschnittliche Laufzeit von 34,7 Jahren! Das hat mit "schnellstmöglichem Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie" nicht das geringste zu tun. In meinen Augen ist das nichts anderes, als eine als "Atomausstieg" getarnte Laufzeitverlängerung!

Noch drastischer ist das Bild, das sich bei der Gegenüberstellung der Summe der Restlaufzeiten nach dem schwarz-gelben "Atomausstieg" mit denen aus der Studie ergibt, die von Greenpeace in Auftrag gegeben wurde. Nach dem "Stufenplan" der Bundesregierung werden die neun Atomkraftwerke zusammen noch eine Restlaufzeit von 81 Jahren haben. Würden alle neun Atomkraftwerke im Jahre 2015 abgeschaltet werden, dann wären das zusammen 45 Jahre weniger. Da nach entsprechend der Greenpeace Studie aber bis 2015 ein Stufenplan vorgesehen ist, wäre die Differenz zum sogenannten Atomausstieg à la schwarz-gelb noch deutlicher. Der BUND - ebenso das Umweltbundesamt! (UBA) - halten einen geregelten Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie bis 2017 für machbar. Selbst wenn alle verbleibenden Atomkraftwerke erst 2017 abgeschaltet werden würden, dann würde das immernoch eine Verringerung des Risikos um insgesamt 27 Jahre bedeuten.

Die Ankündigung Frau Merkels (CDU, Bundeskanzlerin) und ihrer Bundesregierung, sie wolle so schnell wie möglich aus der Nutzung der Atomenergie aussteigen, entpuppt sich somit bei genauerem Hinsehen wieder einmal als Mogelpackung zugunsten der Atomkonzerne und als eine bewusste Täuschung der Bundesbürger.

Dass die Atomkonzerne und ihre politischen Handlanger damit nicht so einfach durchkommen werden, wurde bereits während der letzten Demonstrationen und Kundgebungen deutlich. Aufgrund der angekündigten Blockade des Atomkraftwerks Brockdorf ab Pfingsten, hat der Betreiber E.on jedoch eine Verschiebung der anstehenden Revision angekündigt. Die Anti-Atom-Organisation "x-tausendmal quer" zeigt sich diesbezüglich allerdings äußerst flexibel: Sie hat angekündigt, dass sie die angekündigte Blockade kurzerhand ebenfalls entsprechend der neuen Planungen von E.on verschieben wird.

x-tausendmal quer


(Quellen: x-tausendmal quer, Agenda 21, Greenpeace - Der Atomkonsens im Wortlaut)

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