Dienstag, 23. Februar 2010

Wer die Musik bezahlt ...

Ach ja, da war ja noch die Sache mit dem Einzelhandelsgutachten für Bremerhaven. Das gibt es übrigens immer noch nicht. Das kommt überhaupt nicht in Frage hieß es bisher von Herrn Bödeker (CDU, Fraktionsvorsitzender) und Herrn Teiser (CDU, Bürgermeister und Kämmerer).

Das ist schön für die Reality-Monopoly-Spieler, die das Stadtgebiet weiterhin munter mit ihren Supermärkten, Vollversorgern und Discountern zupflastern. Der neueste Spielzug soll auf dem Spielfeld "Leherheide" erfolgen. Dort wird mit großem Aufwand und unter Einsatz großer finanzieller Mittel gerade versucht, das Einkaufszentrum Leherheide zu reaktivieren, das zuvor unter der Ansiedlung eines Marktzentrums in der nur wenige hundert Meter nördlich davon gelegenen Wilhelm-Leuschner-Straße litt. Der Umbau des Einkaufszentrums ist noch nicht einmal fertiggestellt, da will ein Investor ihm sozusagen in Sichtweite (dazwischen versperren lediglich einige Hochhäuser und Wohnblocks den Blick) einen Netto-Markt Konkurenten vor die Tür setzen.

Genau dort durfte Aldi vor drei Jahren nicht bauen. Der Text auf der Reality-Monopoly-Ereigniskarte lautete: "Die Stadt hat richtig erkannt, dass Leherheide nicht noch mehr Supermärkte vertragen kann." Aldi wird statt dessen jetzt auf dem ehemaligen Julius-Leber-Platz neben dem Einkaufszentrum bauen, das selbst gerade umgebaut wird: Viele kleine Läden weichen dort einem großen Supermarktbau.

Schön für "Netto": Der Platz auf dem Reality-Monopoly-Spielfeld ist immer noch ungenutzt und die Stadt hat offensichtlich plötzlich keine Bedenken mehr. Die von der Nordsee-Zeitung vorgelesene Ereigniskarte verkündet: "Eingreifen kann die Stadt dort ohnehin nicht, da das Grundstück einem Privatmann gehört und der Bebauungsplan den Betrieb eines solchen Marktes zulässt." Merkwürdig, merkwürdig: Auf mich wirkt das alles irgendwie willkürlich ... - und in Lehe tickt weiterhin die Zeitbombe "Kaufland auf dem Phillips-Field"!


Ach ja, da war ja noch das Gutachten ...

Die IHK Bremerhaven hatte bereits im Dezember 2007 während einer Veranstaltung der Nordsee-Zeitung in der "Theo" öffentlich vorgeschlagen, die Stadt Bremerhaven und die IHK sollten ein gemeinsam finanziertes Einzelhandelsgutachten in Auftrag geben, auf dessen Basis der Wildwuchs der Märkte und Discounter in geregelte Bahnen gelenkt werden sollte. Mit der gemeinsamen Auftragsvergabe wollte die IHK sicherstellen, dass weder die Stadt, noch die Interessenvertretung der Bremerhavener Kaufleute auf das Ergebnis Einfluss haben können. Sie wollte ein für jeden sichtbar neutrales und von allen Beteiligten akzeptierbares Gutachten.

Jetzt gibt Herr Teiser laut Herrn Donsbach (Nordsee-Zeitung) selbst ein Einzehandelsgutachten in Auftrag, nachdem er sich jahrelang mit Händen und Füßen dagegen gewehrt hatte. Und zwar ohne Beteiligung der IHK Bremerhaven (er wird schon wissen, warum)! Das sei vom Magistrat bereits beschlossen worden.

Damit ist ja wohl jetzt schon klar, was dabei herauskommen wird: Das Papier, auf dem das Einzelhandelsgutachten geschrieben wird, wird keinen Pfifferling wert sein. Die von der IHK in Verbindung mit ihrem Beteiligungsangebot angemahnte Neutralität eines solchen Einzelhandelsgutachtens ist mit der jetzt beschlossenen Vergabe durch Herrn Teiser nicht gewährleistet. Abhängig davon, wie der Auftrag zur Erstellung eines Gutachtens formuliert ist, wird das Ergebnis ausfallen - Und:



(Quelle: Nordsee-Zeitung vom 23.02.2010)

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