Mittwoch, 27. August 2008

Peking danach

Die Olympischen Spiele sind Vergangenheit.

Die Mächtigen Chinas haben erreicht was sie wollten. Sie hatten die volle Aufmerksamkeit der sportbegeisterten Menschen aller Nationen dieser Welt. Unter den Augen der kritischeren Weltöffenlichkeit hat der Hochglanzlack auf der Fassade der chinesischen Führung vielleicht einige zusätzliche Kratzer abbekommen. Mehr nicht.

Das IOC hat sich auf das Spiel der chinesischen Machthaber eingelassen - und dabei sein Gesicht verloren ... - und mir tun immer noch die vielen Sportler leid, die den wenigen Mitgliedern dieses elitären Zirkels als Vorwand für große Geschäfte dienen. Für den schnöden Mammon kann man scheinbar auch schon mal den naiven Trottel spielen, der gemeint hat, die Chinesen würden für die Ehre, die Olympischen Spiele ausrichten zu dürfen, plötzlich die Menschenrechte achten.

Ich habe es so kommen sehen und ich hätte mich gewundert, wenn es anders gekommen wäre.

Und ich fürchte, es wird noch einen großen Verlierer geben: Das chinesische Volk, die einfachen Leute, deren Häuser zusammen mit den alten Pekinger Vierteln für den schönen Glanz von Olympia beseitigt wurden. Es sind schon einfache Bürger von den chinesischen Autoritäten zu Krüppeln geschlagen worden, weil sie es gewagt hatten, um eine Entschädigung für die Zerstörung ihres Eigentums zu bitten. Die Welt blickt nicht mehr auf Peking. Die Weltöffentlichkeit wendet ihre Aufmerksamkeit wieder ihren Alltagsgeschäften zu. Aber die Mächtigen in China hatten schon immer ein gutes Gedächtnis, wenn es um chinesische Bürger ging, deren Meinungen von der offiziell vorgegebenen Linie abwich.

Ich wünsche mir, dass es auch in Zukunft Journalisten geben wird, die ihren Blick nicht von China abwenden, und der Welt weiterhin vom Alltag der Bevölkerung und anderen Ereignissen in China berichten.

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