Mittwoch, 6. August 2008

Mein privates Atommüll Endlager

Atomstrom ist billig. Wenn nur das ungelöste Problem mit dem Atommüll nicht wäre. Aber auch dafür gibt es jetzt eine überraschend geniale Lösung: Pfiffige Bürger lagern einfach ein Fässchen Plutonium in ihrem Keller.



In einer Fußgängerzone in Pinneberg kommt eine Frau mit einem Kinderwagen am Stand eines Atommüllentsorgers vorbei. Ein Vertreter in schwarzem Anzug, mit weißem Hemd und Krawatte, braucht nicht viele Worte. Sein Angebot: Einfach ein Fass Atommüll im Haushalt einlagern, dafür gibt's dann den Strom um die Hälfte billiger. Der Vertrag läuft 250000 Jahre. Ach ja, das Zeug sollte nicht im Schlaf- oder Kinderzimmer stehen, vorsichtshalber. Aber der Vertreter beschwichtigt: "Das ist vollkommen ungefährlich, ..." - die junge Mutter unterschreibt; die Dose mit 120 Gramm Plutonium kriegt der Nachwuchs gleich zum Spielen - "... und keine Sorge, wenn die Haare ausfallen".

Das Formular zum ausfüllen des Einlagerungsantrags gibt es hier bei "Extra 3"

(Quellen: YouTube, Extra 3, Schenefelder Tageblatt vom 24.07.2008)

Kommentare:

Dr. No hat gesagt…

Wieder einmal genial, die Extra3-Leute! "Irgendwo muss der Atommüll ja hin..." - "Ist mir egal! Irgendwo, aber nicht hier!" Das Lachen bleibt einem wie so oft im Halse stecken angesichts dieser jämmerlich-egoistischen Scheisseinstellung. Und beim nächsten Mal wieder schön die Union wählen, damit der Atommüllberg weiter anwächst...

Jürgen Winkler hat gesagt…

Ich hoffe ja immer auf das Beste ... aber ich fürchte, so wird es kommen.

Aus den Augen aus dem Sinn!

Das gilt ebenso für den Atommüll wie sicher auch bei vielen Leuten für das Kreuzchen auf dem Stimmzettel. Und wenn man sich hinterher schon keine Gedanken mehr macht: Warum sollte man sich dann überhaupt welche beim "Kreuzchen malen" machen?

Die Leute, die strikt gegen ein Atommüll Endlager in ihrem Haus waren, haben immerhin kapiert, dass das nichts gutes ist, was ihnen da angedreht werden sollte. Viel besorgniserregender finde ich diejenigen, die sofort auf das Angebot eingegangen sind, und die gelbe Keksdose mit dem vermeintlichen Atommüll gleich für die nächsten 250000 Jahre mit nach Hause genommen haben. KREISCH! Für Zweihundertundfünfzigtausend Jahre! Das muss man sich mal vorstellen. Die Mutti mit dem Kinderwagen könnte vielleicht noch 50 Jahre auf die Dose aufpassen. Danach hat das arme Kind den Schiet am Hals. Und dann?

Ganz davon zu schweigen, dass das Zeug nach Ablauf der Halbwertzeit immer noch strahlt (und wenn's auch nur noch die Hälfte ist!), und dass es unzählige weitere "250000 Jahre" braucht, bist keine Gefahr mehr davon ausgeht.

Ich fürchte, da ist noch 'ne Menge Aufklärungsarbeit notwendig!

Lakritze hat gesagt…

Das ist unglaublich. Haben diese Leute sich nur vor der Kamera so benommen? Oder wissen die wirklich nichts über Atommüll?

Bürger: Atom erzeugt Gen. Böse!!

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