Samstag, 10. Oktober 2009

Schwarzgelber Müll

Atomkraft? Nein Danke!












Schwarzgelber Müll:
Entsorgung ungelöst!



In einem Artikel über die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und FDP schrieb die Nordsee-Zeitung am 09.10.2009, die FDP fordere eine klare Aussage der Union zu längeren Laufzeiten für sichere(?) Atomkraftwerke. Sie reagiere damit auf Spekulationen, Frau Merkel (CDU/CSU) wolle angeblich eine Festlegung auf Laufzeitverlängerungen bis nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2010 vertagen. Was die Kriterien der FDP für ein "sicheres" Atomkraftwerk sind, war dem Artikel der Nordsee-Zeitung nicht zu entnehmen.

Wenn es der FDP darum geht, die Laufzeiten für sichere(!) Atomkraftwerke zu verlängern, dann kann die Antwort nur "Abschalten!" heißen. Das einzige, was - nicht nur bei deutschen - Atomkraftwerken absolut sicher ist, das ist die Tatsache, dass diese mit jedem Tag, an dem sie länger in Betrieb sind, zusätzlichen hochradioaktiven Müll erzeugen. Bis Ende 2007 haben allein die deutschen Atomkraftwerke Müll in Form von insgesamt 5832 Tonnen Brennelementen produziert. Nicht einmal für eine einzige Tonne des von den Industriestaaten innerhalb kürzester Zeit erzeugten Atommülls ist auch nur ein einziges geeignetes Endlager verfügbar - weltweit! Bisher befinden sich strahlenden Nebenerzeugnisse aus der Produktion der deutschen Atomkraftwerke im wesentlichen zur "vorübergehenden Aufbewahrung" in "dezentralen Zwischenlagern" in deren Nähe.

Nach dem noch geltenden Atomkonsens soll das letzte Atomkraftwerk im Jahre 2022 abgeschaltet werden. Bis dahin werden weitere 4800 Tonnen Atommüll angefallen sein. Hinzu kommt der in verglasten Behältern angefallene Müll aus den Wiederaufbereitungsanlagen. Bei der vor der Bundestagswahl von CDU/CSU und FDP für den Fall einer schwarz-gelben Koalition angekündigten Verlängerung der Laufzeiten um acht Jahre, wird sich die Atommüllmenge dann noch einmal um knapp 3000 Tonnen erhöhen. In der Wahlarena der ARD hatte Merkel zuletzt sogar von "zehn bis fünfzehn Jahren" Verlängerung gesprochen. Käme es dazu, dann würden nach dem Szenario der Regierung für sieben weitere Jahre nochmals 2590 Tonnen Atommüll dazukommen.

Wenn niemand die zukünftige Bundesregierung von der Abkehr von ihren Atom-Plänen überzeugen kann, dann werden wir am Ende auf einem gigantischen Berg von rund 16200 Tonnen außerst brisantem Atommülls sitzen - und das, obwohl keiner der Damen und Herren in CDU/CSU und FDP eine Lösung für die bereits bis 2007 angefallenen 5832 Tonnen vorzuweisen hat.


Es gibt weltweit keinen einzigen Menschen, der die Verantwortung dafür übernehmen kann, dass in einem Endlager eingelagerter hochradioaktiver Atommüll so lange SICHER lagern wird, bis die Radioaktivität so weit abgeklungen ist, dass sie für Lebewesen keine Gefährdung mehr darstellt. Wir sprechen hier über Zeiträume von Millionen von Jahren. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 70 bis 80 Jahren ist es bereits nach weniger als 100 Jahren nicht mehr möglich, irgendeinen Menschen zur Verantwortung zu ziehen, dessen irgendwo gelagerter Atommüll Schäden verursacht hat.

Und selbst, wenn sich noch jemand fände, den man dafür tatsächlich zur Rechenschaft ziehen könnte: Wie soll jemand Wiedergutmachung für einen Schaden leisten, der noch viele Menschen nachfolgender Generationen betreffen wird? Radioaktität schädigt die Zellen, so dass Krebs oder Erbschäden entstehen können. Krebs ist das individuelle Schicksal eines direkt von der Strahlung geschädigten Menschen. Erbschäden werden jedoch von Generation zu Generation weitergegeben!


Atomkraft? Nein Danke!
Die von der zukünftigen Bundesregierung
geplante Aufkündigung des Atomkonsenses
ist in höchstem Maße verantwortungslos.


  • Die einzig sichere Lösung für das Problem mit der infolge der Pläne von CDU/CSU und FDP noch zu erwartenden Menge von rund 10400 Tonnen Atommülls:

    • Die Atomkraftwerke zügig abschalten!

(Quellen: Nordsee-Zeitung am 09.10.2009, Berliner Zeitung vom 11.09.2009, Greenpeace: Infoblatt "Atommüllendlager")

1 Kommentar:

Helmut hat gesagt…

Die Industrie bekommt was sie will, von unseren Politikern. Nichts anderes passiert durch die Verlängerung der Restlaufzeiten. Es geht um Milliarden.... Wie du richtig schreibest, Jürgen, wird die Entsorgung des Atommülls ausgeklammert. Wenn aber einer ne Würstchenbude aufmacht und er schüttet das Fett in den Gully, dann hat er gaaaanz schnell ein Problem...
Einen Hinweis habe ich noch für dich: www. Nachdenkseiten.de Vorsicht extrem kritisch !!!

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