Donnerstag, 15. Juli 2010

Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges

Friedenstaube


"
Der Einsatz*) wurde von Beginn an verharmlost."

Das sagte Herr zu Guttenberg (CSU, Bundesverteidigungsminister) während einer Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des Buches "Ruhet in Frieden, Soldaten!". Und: Er habe sich selbst daran beteiligt. Das bezeichnete er als "sicherlich kritikwürdiges Fehlverhalten", relativierte dann aber mit Blick auf den Bundestag sogleich, seiner Überzeugung nach sei das jedoch eher einer gemeinsamen Überforderung geschuldet.


Dabei war es doch gerade Herr zu Guttenberg, der nach seiner Amtsübernahme als erster Politiker einer Bundesregierung deutlichere Worte gefunden und von einen "kriegsähnlichen Einsatz" der deutschen Soldaten gesprochen hatte. Das machte den Krieg nicht besser, aber es ließ mich hoffen, dass endlich die Wahrheit ans Licht kommen könnte. Es wurde jedoch schnell klar, dass dem nicht so sein würde. Wir erfuhren wieder einmal nur das, was sich ohnehin schon seit langem nicht mehr vertuschen ließ. Wenn Herr zu Guttenberg jetzt - 10 Monate nach seiner Amtsübernahme - zugibt, er habe sich an der kollektiven Verharmlosung beteiligt, dann ist das eigentlich auch nichts neues mehr. Bei soviel "Offenheit" aber muss man sich jedoch eigentlich fragen, welche Wahrheiten uns immer noch vorenthalten werden.


Herr zu Guttenberg meinte während der Pressekonferenz, eine bessere Vermittlung des deutschen Engagements in Afghanistan sei nötig.

Ich meine, es ist vor allen Dingen zuerst einmal nötig, dass die Bundesregierung uns erklärt, wie es angehen kann, dass eine Armee, die nach dem Zweiten Weltkrieg ausschließlich zur Verteidigung des Territoriums der damaligen Bundesrepublik Deutschland gegen den Angriff der Armee eines anderen Staates gegründet wurde, nunmehr seit zwei fast zehn Jahren an einem Krieg auf dem Territorium eines fremden, 4500 Kilometer vom Hoheitsgebiet der BRD entfernten Staates beteiligt ist, in dem sie nichts zu suchen hat! Aber damit wäre die Bundesregierung mit Sicherheit ebenfalls überfordert.

Die Geschichte der Bundeswehr ist nämlich schon seit den Planungen für die Wiederbewaffnung während der Regierung Adenauer eine Geschichte der Geheimniskrämerei. Während der Zeit des Kalten Krieges, als die Grenze zwischen den beiden verfeindeten Militärblöcken NATO und Warschauer Pakt mitten durch Deutschland verlief, war den Westalliierten daran gelegen, dass die damalige Bundesrepublik Deutschland (BRD) einem möglichen Angriff der damaligen Deutschen demokratischen Republik (DDR) etwas entgegenzusetzen hätte. Damit war der Auftrag klar definiert ... - eigentlich. Denn wäre es zum Beispiel jemals zum Einsatz der auf dem Boden der damaligen BRD stationierten und mit Atomsprengköpfen bestückten Kurzstreckenraten gekommen, dann hätte die "Verteidigung" des Hoheitsgebietes der damaligen BRD bei einer Reichweite der Raketen von ca. 130 Kilometern gleichzeitig dessen radioaktive Verstrahlung mit schlimmsten Folgen für die eigene Bevölkerung verursacht. Das war damals jedoch kaum jemandem bekannt.

Seit dem Ende des Kalten Krieges findet ein schleichender, in kleinen Portionen mit immer wieder neuen Vorwänden und unter Verwendung einer verharmlosenden Sprache vorangetriebener Umbau zu einem weltpolitischen Machtinstrument statt. Auch wenn die Beteiligung am Krieg in Afghanistan von 70 Prozent der Bevölkerung abgelehnt wird scheint das leider im Bewusstsein vieler Bundesbürger noch nicht angekommen zu sein. Dabei hatte Herr Köhler (ehem. Bundespräsident) doch ganz klar gesagt, dass manchmal auch militärische Mittel notwendig sind, um Deutschlands wirtschaftliche Interessen zu wahren. Nachzulesen ist das auch im "Weißbuch 2006 zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr" auf Seite 24. Das ist aber auch mir erst seit der der Kritik am Interview Herrn Köhlers bekannt, die später zu seinem Rücktritt führte.


Im Zusammenhang mit der Forderung nach einer "besseren Vermittlung des Engagements" sprach Herr zu Guttenberg während der Pressekonferenz auch davon, dass die Bundeswehr, ebenso wie die US-Armee, dazu übergehen wolle, Kriegsreporter auf Militäreinsätze mitzunehmen. Der sogenannte "eingebettete Journalismus" sei ein "System der Offenheit".

Dann werden wir also zukünftig nach Feierabend, gemütlich bei einem Glas Wein und Salzgebäck knabbernd, vor dem Fernseher sitzend zu sehen bekommen, wie deutsche Soldaten mit schwerem Militärgerät gegen afghanische Aufständische kämpfen und dabei selbst verwundet oder getötet werden? Werden wir dann live dabei sein, wenn deutsche Soldaten wieder einmal afghanische Frauen und Kinder umbringen? Werden uns angesichts der "besseren Vermittlung des Engagements" deutscher Soldaten die halbzerkauten Satzgebäckstücke aus den vor Entsetzen offenen Mündern fallen, während das gerade unseren Händen entglittene Weinglas samt Inhalt auf dem Boden zerschellt?

Ich denke nicht! Die Erfahrung mit dem "eingebetteten Journalismus" der US-Armee hat mir gezeigt, dass die Welt nur das erfährt, was die Armee zur Veröffentlichung freigibt. Das ist kein "System der Offenheit" sondern ein System der gezielten Manipulation der Wahrheit und der öffentlichen Meinung. Die Bundesregierung täte gut daran, von derartigen Plänen Abstand zu nehmen, und nicht länger zu versuchen, eine Kriegsbeteiligung zu rechtfertigen, für die es keine Rechtfertigung gibt. Von der Presse erwarte ich, dass sie sich nicht auf die Desinformationspolitik der Bundesregierung einlässt. Auch sollte sie die kritiklose Übernahme verharmlosender Floskeln aus dem Sprachgebrauch des Militärs in ihren Sprachgebrauch sowie irreführende Schlagzeilen in den Zeitungen vermeiden.

Dazu ein kleines Beispiel:

Viele Menschen überfliegen beim Frühstück die Schlagzeilen ihrer Tageszeitung und gehen dann ihren täglichen Geschäften nach. Von der Schlagzeile "Bundeswehr zieht sich 2011 aus erster afghanischer Provinz zurück" (Nordsee-Zeitung vom 09.07.2010) nehmen sie dann die erfreuliche Nachricht mit in den Tag, dass Deutschlands Krieg in Afghanistan bald beendet sein wird. Hätten sie den kurzen Artikel zu Ende gelesen, dann wäre ihnen nicht entgangen, dass die Bundesregierung lediglich beabsichtigt, die deutschen Soldaten aus einer von neun Provinzen im Norden Afghanistans abzuziehen, und dass es weiterhin kein konkretes Datum für den Abzug aller deutschen Soldaten aus Afghanistan gibt. Das Gegenteil ist der Fall: Trotz aller Sparzwänge fließen in diesem Jahr mit 1,25 Milliarden Euro so viele Steuergelder in den Afghanistankrieg wie nie zuvor. Gespart wird statt dessen bei den Beschäftigten im öffentlichen Dienst, bei der Polizei, bei Lehrern, bei Arbeitslosen, bei Hartz-IV-Abhängigen, ...

  • Zum Weiterlesen:

    Ruhet in Frieden, Soldaten!
    - Wie Politik und Bundeswehr die Wahrheit über Afghanistan vertuschten -

    • Das skandalöse Scheitern von Bundeswehr und Politik in Afghanistan
    • Afghanistan-Experten berichten aus erster Hand, wovon die deutsche Öffentlichkeit nicht erfahren darf
    • Mangelhafte Ausbildung, schlechte Ausrüstung: Wie die Soldaten im Stich gelassen werden

    "Wir bauen hier keine Schulen, wir kämpfen um unser Leben." So die Worte eines deutschen Soldaten in Afghanistan. Vorbei die Mär von der friedensstiftenden Mission am Hindukusch. Mangelhaft ausgerüstet, ungenügend auf den Kriegseinsatz vorbereitet, zu wenig Truppen für die erbitterten Gefechte mit den Taliban – diese Wahrheiten über die Bundeswehr wurden jahrelang vertuscht. Stattdessen wurden den Medien – und den Menschen in Deutschland – winkende, fröhliche Kinder, gebohrte Brunnen und neu gebaute Mädchenschulen präsentiert.

    "Hier gilt die Straßenverkehrsordnung" ist auf einem Schild im deutschen Feldlager Kunduz zu lesen; nur eines von vielen Symbolen für die unzähligen bürokratischen Regeln, mit denen sich die Bundeswehr in Afghanistan jeden Tag herumschlagen muss. Die Folge: zutiefst verunsicherte und frustrierte Soldaten. Die beiden Journalisten Julian Reichelt und Jan Meyer schildern, wie ignorante Politiker und überforderte Generale jahrelang die Wahrheit über den Krieg in Afghanistan vertuschten.

    • Autoren: Julian Reichelt, Jan Meyer
    • Verlag: Fackelträger
    • ISBN: 978-3-7716-4466-6


*) Anmerkung von juwi: "der Bundeswehr in Afghanistan"

(Quellen: Tagesschau vom 14.07.2010, Nordsee-Zeitung vom 09.07.2010, Wikipedia, ARD-Deutschlandtrend April 2010, Weißbuch 2006, Fackelträger-Verlag)

Mittwoch, 14. Juli 2010

Tod durch Steinigung

Wer meint, Verurteilungen zum Tod durch Steinigung seien eine barbarische Erscheinung aus der Zeit des Alten Testaments, der irrt gewaltig. Nach Angaben des internationalen demokratischen Netzwerks AVAAZ sitzen im Iran des Jahres 2010 zur Zeit dreizehn Frauen und ein Mann, die alle wegen Ehebruchs zu dieser Strafe verurteilt wurden.

Zur Vollstreckung des Urteils werden die Opfer bis zum Hals eingegraben und dann so lange mit Steinen beworfen, bis sie tot sind. Eine von ihnen ist die Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani. Ihre Kinder und Ihr Anwalt sagen, sie sei unschuldig. Ihr Geständnis sei erzwungen worden. Außerdem habe sie die Fragen des Gerichts nicht verstehen können, da sie nur aserbaidschanisch spreche.

Internationaler Protest infolge der weltweiten Kampagne der beiden Kinder bewirkte die vorläufige Aussetzung des barbarischen Todesurteils gegen ihre Mutter. Diese ist jedoch weiterhin in Haft und statt des Todes durch Steinigung könnte ihr möglicherweise der Tod durch Erhängen drohen.

Obwohl der Iran eine UNO-Konvention unterzeichnet hat, die den Vollzug der Todesstrafe nur für "schwerste Verbrechen" zulässt und die iranische Justiz die Gerichte angewiesen hat, auf Steinigungen zu verzichten, werden bei Ehebruch noch immer Todesstrafen durch Steinigung verhängt.

Sakinehs Anwalt sagt, die iranische Führung habe Angst gehabt vor der Reaktion der iranischen Öffentlichkeit und der Internationalen Aufmerksamkeit. Nachdem sich der türkische und brititische Außenminister gegen die geplante Steinigung ausgesprochen haben, wurde das Urteil ausgesetzt. Ein ausreichend starker internationaler Druck auf die Verantwortlichen in Iran könnte Sakineh Mohammadi Ashtiani das Leben retten und der Barbarei der Steinigung ein Ende setzen. AVAAZ hat deshalb eine Petition initiiert.

Der Text der Petition lautet:
An Ayatollah Ali Khamenei und die iranische Führung:
Wir rufen Sie auf, die Todesstrafe durch Steinigung endgültig auszusetzen und das willkürliche Urteil im Fall von Sakineh Mohammadi Ashtiani aufzuheben.

Jeder, der möchte, kann diese Petition auf der Internetseite von AVAAZ online unterzeichnen.


Zum Weiterlesen:


(Quellen: Amnesty International, AVVAZ, Rheinische Post vom 11.07.2010, Der Stern vom 12.07.2010)

Auf alten Wegen zu alten Zielen


Alte Luneschleuse

Am Sonntag war der Himmel morgens nach einem Gewitter bedeckt. Da ich nicht gerne in der prallen Sonne unterwegs bin, habe ich die Gelegenheit für eine Radtour um die Luneplate herum genutzt. Wie ihr noch merken werdet, gibt es im neuen Süden Bremerhavens viel "Altes" zu sehen. ;o)

Ganz im heutigen Süden Bremerhavens mündete früher einmal die Lune in einen Seitenarm der Weser. Der kleine Wiesenfluss war bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts ein wichtiger Schifffahrtsweg. Um den Fluss tideunabhängig zu machen, das Hinterland vor den Fluten zu schützen und gleichzeitig den Schiffen den Verkehr zwischen der Lune und der Weser zu ermöglichen, gab es dort seit 1754 eine Schleuse.

Der ehemalige Seitenarm der Weser verlief östlich um die Luneplate herum. Die im Westen vom Hauptstrom und von dem östlichen Weserarm umschlossenen Luneplate war damals eine Insel im Fluss. Im Zuge des Baus des neuen Seedeichs entlang der Weser trennte man den östlichen Weserarm vom Hauptstrom ab, und der nördliche Abschnitt wurde in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts zu einem Teil des Fischereihafens. Für die Lune wurde westlich des Fischereihafens ein neues Flussbett geschaffen, so dass der kleine Fluss beim "Neuen Lunesiel" in den Hauptstrom der Weser mündete.



Brücke bei der Alten Luneschleuse

An die ehemalige Luneschleuse, die 1927 ihren Betrieb einstellte, erinnert heute nur noch der Name der alten Schankwirtschaft, die in dem ehemaligen Schleusenwärterhaus untergebracht ist. Aber die ungefähr 100 Jahre alte Brücke über die Lune existiert noch. Allerdings ist die genietete Stahlkonstruktion inzwischen so stark vom Rost zerfressen, dass sie kurzfristig ersetzt werden muss. Zur Zeit darf sie nur noch von wenigen Fußgängern gleichzeitig betreten werden.

Inzwischen ist jedoch auch das "Neue Lunesiel" schon wieder Geschichte. Der Flussverlauf der Lune wurde in den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts erneut künstlich verändert. Die Lune fließt seitdem nördlich an Stotel vorbei und mündet ungefähr zwei Kilometer südlich des Wesertunnels in die Weser. Da das "Neue Lunesiel" nach der Verlegung der Lune ohne Funktion war, und der Deich von 6,40 Metern auf 7,80 Meter erhöht werden musste, wurde der Sieldurchbruch im Deich verschlossen, und das Haus mit dem Ausflugslokal, das den Deichbaumaßnahmen im Wege stand, wurde abgerissen.



Alter Postweg bei der Alten Luneschleuse

Auf der alten Brücke überquert der "Alte Postweg" die Lune, der seinen heutigen Namen seiner Funktion im 18. Jahrhundert verdankt. Damals waren die Kurfürsten von Hannover gleichzeitig auch Könige von England. Nachdem diese ihren Wohnsitz nach London verlegt hatten, beförderten berittene Kuriere und Postkutschen die königliche Post von Hannover auf dem "Alten Postweg" nach Cuxhaven, von wo aus sie auf dem Seeweg nach England gebracht wurde.

Heute ist ein 88 km langer Abschnitt des "Alten Postwegs" auf dem Gebiet des Landkreises Cuxhaven als Radwanderweg ausgewiesen. Er beginnt im Süden in der Nähe von Garlstedt und verläuft in nördliche Richtung bis nach Cuxhaven.



Alte Weser

Ich habe den "Alten Postweg" dann bei Lanhausen verlassen und bin über die Siedlung "Auf der Jührde" in Richtung Ueterlande im Süden der Luneplate weitergefahren. Zwischen der Alten Luneschleuse und dem Hauptstrom ist hier ein Teil des ehemaligen Arms der Weser erhalten geblieben, der heute den Namen "Alte Weser" trägt.



Alte Weser

Auf einem Wirtschaftsweg fährt man ein Stück am Rande eines kleinen Wäldchens entlang. An einer Stelle führt ein Weg durch den Wald zum Ufer der "Alten Weser". Dort befindet sich dieser idyllisch gelegene Rastplatz.



Am westlichen Ende der "Alten Weser"

Im Westen endet die "Alte Weser" ungefähr 2,5 Kilometer von der Weser entfernt. Die "Alte Weser" und die ehemalige Insel "Luneplate" liegen heute vor der Flut geschützt im Hinterland des Weserdeichs. Der südliche Bereich der Luneplate wird zur Zeit jedoch renaturiert. Ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen werden im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme für Naturräume, die im Norden Bremerhavens dem Bau des Containerterminals IV zum Opfer fielen, in einen Tidepolder umgewandelt, der über ein Siel im Weserdeich dem ständigen Wechsel von Ebbe und Flut ausgesetzt sein wird.



Luneplate, Blick in Richtung Weser

Von dort ging es über Wirtschaftswege weiter in Richtung Weserdeich. Wenn man so über die Luneplate blickt, und ein Stück voraus ein haushohes Autotransportschiff mitten duch die Wiesen zu fahren scheint, dann weiß man, dass man bald an der Weser ankommen wird.



Weserdeich, Blick über die Luneplate

Mit einem Blick von der Deichkrone über die Wiesenlandschaft zurück zur "Alten Weser" ging die Tour um die Luneplate herum ihrem Ende zu.


(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 12.01.2010, Wikipedia, Bremerhaven Portal, Natur erleben in Niedersachsen)

Montag, 12. Juli 2010

Bürgerarbeit

Übermorgen geht's los. 34000 Langzeitarbeitslose sollen dann zwangsweise zum Laubsammeln und für ähnliche Tätigkeiten eingesetzt werden. Einen Namen für den dreijährigen "Modellversuch" des Bundesarbeitsministeriums gibt's natürlich auch: Bürgerarbeit.

"Bürgerarbeit" ist aus meiner Sicht nichts anderes als ein neues Schönwort für "Zwangsarbeit". Wer sich weigert, eine öffentlich bezuschusste Zwangsarbeit anzunehmen, wird Schwierigkeiten bekommen, berichtete die Welt am 09.07.2010. Arbeitslose, die sich weigern, eine staatlich verordnete Zwangsarbeit zu verrichten, haben mit Sanktionen zu rechnen. Und wer soll das bezahlen? Natürlich wieder einmal wir Bürger, die wir das Glück haben, zu den glücklichen arbeitshabenden Steuerzahlern zu gehören. Wir bezahlen den zusätzlichen Verwaltungsaufwand und den kärglichen Lohn der Zwangsarbeiter - jedenfalls zur Hälfte - von unseren Steuergeldern ... - zusätzlich zur Arbeitslosenversicherung, versteht sich. 690000 Euro soll uns der Spaß kosten. Den Rest der insgesamt 1,3 Milliarden Euro gibt's aus dem Topf des Europäischen Sozialfonds dazu.

Frau von der Leyen (CDU, Bundesarbeitsministerin) beeilt sich aber natürlich zu betonen, dass die "Bürgerarbeit" selbstverständlich keine "regulären Jobs" verdrängen darf. Wie bitte schön soll das denn wohl gehen? Schließlich ist Bürger-Arbeit, wie das Kunstwort schon sagt, Arbeit, die von Bürgern verrichtet wird. In der Regel gehen Bürger in regulären Beschäftigungsverhältnissen ihrer täglichen Arbeit nach, um damit ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
  • Wenn die gute Frau von der Leyen merken würde, was für einen Blödsinn sie daher redet, dann würde sie schnell ein anderes Wort erfinden ...
Aber das kommt davon, wenn man Arbeitslose zu Zwangsarbeitern degradieren will, sich aber gleichzeitig scheut, das Wort Zwangsarbeit dabei in den Mund zu nehmen.


Zusätzlicher Aufwand schafft zusätzliche Probleme

Betroffene Arbeitgeber sehen den dilettantischen Umgang der Politiker mit der Arbeitslosigkeit etwas anders als Frau von der Leyen. "Die Welt online" schrieb am 09.03.2010 beispielsweise, Herr Kentzler ( ZDH, Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Präsident) habe gesagt, das Handwerk mache schon lange schlechte Erfahrungen mit der Billigkonkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt. Die Zeitung zitiert ihn mit den Worten:
"Ob es nun Arbeitspflicht oder ,Soziale Arbeit‘ genannt wird – die öffentliche Förderung gefährdet Arbeitsplätze in Unternehmen und verhindert die Vermittlung in reguläre Beschäftigung. Wenn Kommunen Langzeitarbeitslose beispielsweise über Ein-Euro-Jobs zu Dumpingkonditionen für umfangreiche gewerbliche und handwerkliche Tätigkeiten einsetzen, verlieren in der Folge Handwerksbetriebe Aufträge und Arbeit."

"Der Westen" berichtete in seiner Online Ausgabe am 31.05.2010, in manchen Regionen sei es schon jetzt nicht mehr möglich, weitere öffentlich geförderte "Arbeitsstellen" zu den bereits bestehenden 1-Euro-Jobs hinzu zu erfinden. Der Bedarf sei gedeckt. Daher würden viele Gemeinden auf "Bürgerarbeit" verzichten. Andere Kommunen würden zwar einerseits unter hoher Arbeitslosigkeit leiden, könnten aber andererseits keine zusätzlichen Mittel für öffentlich geförderte Arbeitsplätze aufbringen.


Öffentliche Arbeitgeber: Kein gutes Vorbild

Auch wenn es den einen oder anderen Arbeitsscheuen unter den vielen Arbeitslosen geben wird, kann das nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die Arbeitsagentur nicht in der Lage ist, die Leute in reguläre Jobs zu vermitteln, weil es schlicht und einfach keine Arbeit für diese Leute gibt. Die Arbeitsagentur wäre doch froh, wenn sie im Bewusstsein der Öffentlichkeit nicht immer als Buhmänner dastehen würde, die nicht einmal in der Lage ist, ihre Vermittlungsquoten zu erfüllen. Die staatlich verordnete Zwangsarbeit ist letztlich also auch ein zusätzliches Instrument, um die Arbeitslosenstatistik zu schönen.

Gleichzeitig gehen Bund, Länder und Kommuen seit Jahren mit schlechtem Beispiel voran: Stellen werden abgebaut. Gute - und für die Gesellschaft wichtige Arbeiten - werden schlecht bezahlt. Wenn schon Geld für staatlich finanzierte Arbeit ausgegeben wird, dann doch bitte schön für Lehrer, Polizisten, Krankenpfleger, Ärzte, Erzieher etc. - Und wenn Bund, Länder und Kommunen wieder mehr Gärtner beschäftigen würden, dann würde das zum einen dafür sorgen, dass einige Arbeitslose wieder Arbeit in regulären Arbeitsverhältnissen bekämen, und zum anderen dafür, dass sich die Sache mit dem herumliegenden Laub - so ganz nebenbei - von allein erledigen würde. Für Zwangsarbeiter wäre dann kein Laub mehr übrig, dass es noch aufzusammeln gäbe.


(Quelle: Die Welt vom 09.03.2010, Spiegel online vom 09.07.2010, Frankfruter Allgemeine vom 13.07.2010, Der Westen vom 31.05.2010)

Wasserstandsanzeiger Bremerhaven


Bremerhaven, Weserdeich: Historischer Wasserstandsanzeiger

Neben dem Strandbad am Weserdeich steht in Bremerhaven seit 107 Jahren eines der letzten noch erhalten gebliebenen Zeugnisse optischer Signaleinrichtungen für die Schifffahrt: Der 1903 in Betrieb genommene Wasserstandsanzeiger dessen offizielle Bezeichnung einmal "Signalstelle Bremerhaven" lautete.

Größere Seeschiffe, mit einem größeren Tiefgang, könnten bei ablaufendem Wasser auf Grund laufen, wenn sie nicht über den aktuellen Wasserstand der Weser informiert sind. Der Wasserstandsanzeiger war daher entscheidend für die Verkehrssicherheit auf dem Fluss.

Anfang des letzten Jahrhunderts las man den Wasserstand in regelmäßigen zeitlichen Abständen an einer an der Kaje montierten Pegel-Messlatte ab und stellte dementsprechend das Signalsystem des Wasserstandsanzeigers ein. An der flussabwärts gerichteten Seite der Rah sind an senkrecht gespannten Seilen rote Bälle und Kegel aus Korbgeflecht installiert. Ein nach oben gezogener Ball zeigt einen Meter, und ein nach oben gezogener Kegel 20 cm Wasserstand über Seekarten-Null an. "Seekarten-Null" heißt im Falle des Bremerhavener Wasserstandsanzeigers der Wasserstand des in der Seekarte für die Weser eingetragenen mittleren Tide-Niedrigwassers. Eine Tide ist ein kompletter Zyklus des auflaufenden und ablaufenden Wassers.

An der Spitze des 32 Meter hohen Stahlgittermastes zeigt ein Signalarm den Zustand der Tide an. Der nach oben gerichtete Arm signalisiert auflaufendes, und der nach unten gerichtete ablaufendes Wasser. Bei Ebbe bzw. Flut (oder Niedrig- bzw. Hochwasser) steht er waagerecht. Die zwei hochgezogenen Bälle und drei Kegel auf dem Foto zeigen also zum Beispiel bei nach unten gerichtetem Signalarm 2,60 Meter über Seekarten-Null bei ablaufendem Wasser an. An der flussaufwärts gerichteten Seite der Rah hängen Laternen, die nachts ein ähnliches Signalsystem bildeten.

Bis 1973 zeigte der Wasserstandsanzeiger den vorbeifahrenden Schiffen auf diese Weise die aktuellen Tidedaten der Weser an. Nachdem er aufgrund modernerer Methoden zur Übermittlung der Wasserstände an die Schiffahrt nicht mehr benötigt wurde, drohte ihm während einer längeren Zeit der Abriss. Es ist der Initiative einiger unserer Mitbürger zu verdanken, dass es nicht soweit kam. Seit 1998 gehört der heute unter Denkmalschutz stehende Wasserstandsanzeiger als maritimes Denkmal, zum Bestand des Deutschen Schiffahrtsmuseums.

Im Jahre 2003, also 100 Jahre nach seiner ersten Inbetriebnahme und 30 Jahre nach seiner Außerdienststellung, konnte eine elektronische Steuerung in Betrieb genommen werden, mit der die Bälle und Kegel, die ursprünglich einmal von Hand bewegt wurden, mit Hilfe von Elektromotoren hochgezogen und wieder eingeholt werden können. Auch wenn er kein aktives Seezeichen mehr ist, demonstriert der Wasserstandsanzeiger heute als "aktives Denkmal", mit welchen Mitteln damals - in der "Guten alten Zeit" - die Sicherheit der Schifffahrt auf der Unterweser sichergestellt wurde. Heute messen automatische Pegel den aktuellen Wasserstand und übertagen ihn per Funk an die auf der Weser verkehrende Schiffe. Das funktioniert zwar auch - und ist vor allen Dingen genauer - aber lange nicht so eindrucksvoll wie unser guter alter Wasserstandsanzeiger.


(Quelle:
Deutsches Schifffahrtsmuseum)


Sonntag, 11. Juli 2010

Dafür steht kein Geld zur Verfügung


Holzbrücke am Fehrmoor über die Große Beek (Mai 2009)

Die Brücke über die Große Beek im Verlauf des Fehrmooweges vom Bremerhavener Stadtteil Leherheide nach Debstedt wurde gesperrt, weil die Holzkonstruktion so marode war, dass das Betreten der Brücke angeblich ein Sicherheitsrisiko darstellte. Lange Zeit vorher galten schon Belastungsbeschränkungen, auf die mit Schildern hingewiesen wurde. das Fehrmoor mit der Feld- und Wiesenlandschaft zwischen Bremerhaven und Debstedt ist ein Naherholungsgebiet Bremerhavener, Langener und Debstedter Bürger. An eine Reparatur sei nicht zu denken, hieß es nach der Sperrung. Zur Begründung wurde genannt:
  • "Dafür steht kein Geld zur Verfügung."



Der Lohmanndeich nach der Erhöhung: Bänke? Fehlanzeige (Juli 2010)

Der Lohmanndeich wurde erhöht. Vor der Erhöhung gab es dort einmal Sitzbänke. Nach der Erhöhung des Deiches sucht man diese dort vergebens - sehr zum Ärger älterer - oder Menschen mit körperlichen Behinderungen, die auf Sitzgelegenheiten angewiesen sind, um von Zeit zu Zeit einmal eine Verschnaufpause einlegen zu können. Davon zeugen viele Leserbriefe in der Nordsee-Zeitung. Die Begründung für die fehlenden Bänke lautet:
  • "Dafür steht kein Geld zur Verfügung."



Holzbrücke "Am Fleeth West": Ersatzlos abgerissen

Am 29. Mai 2010 berichtete die Nordsee-Zeitung über die Sperrung und den bevorstehenden Abriss der Holzbrücke Am Fleeth West, östlich des Friedhofs Lehe III. Der Zahn der Zeit habe der Brücke so sehr zugesetzt, dass die hölzernen Längsträger völlig verrottet seien. Trotz des Verbotes sei die Brücke auch immer wieder von Reitern genutzt worden. Daher könne die sichere Benutzung der Brücke nicht mehr gewährleistet werden. "Wann gibt es einen Ersatz für die abgerissene Brücke?"
  • "Dafür steht kein Geld zur Verfügung."



Brücke an der Alten Luneschleuse mit Behelfskonstruktion

Die Brücke an der Alten Luneschleuse zwischen Bremerhaven-Fischereihafen und Lanhausen wurde ohne Vorwarnung gesperrt. Die Alte Luneschleuse ist ein beliebtes Ausflugsziel von Wanderern und Radfahrern aus Bremerhaven und den niedersächsischen Nachbargemeinden und ist Bestandteil mehrerer Fernradwege, wie z.B. dem Alten Postweg. Die ungefähr 100 Jahre alte Stahlbrücke ging mit dem Erwerb eines Teils der Luneplate, der für die Ansiedlung von Firmen aus der Windkraftbranche genutzt werden soll, aus dem Eigentum Niedersachsens in das Eigentum des Landes Bremen über. Die Verantwortung für die Brücke hat seither die Stadt Bremerhaven. Die Begründung für die Sperrung der maroden Stahlkonstruktion lautet:
  • "Dafür steht kein Geld zur Verfügung."



Holzbrücke im Speckenbütteler Park: "Brücke gesperrt"

Gestern war in der Nordsee-Zeitung zu lesen, die Brücke im Speckenbütteler Park beim Geestbauernhof an der Parkstraße sei gesperrt worden. Eine Überprüfung der Holzkonstruktion habe ergeben, dass die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben sei. Wann die Reparatur der Brücke möglich sein wird, steht in den Sternen. Zur Begründung wird auf die angespannte Haushaltslage verwiesen:
  • "Dafür steht kein Geld zur Verfügung."



Bremerhaven, Stresemannstraße: Eissporthalle im Bau (Juli 2010)

An der Stresemannstraße wird auf dem ehemaligen Werftgrundstück an der Geeste hinter der Stadthalle gerade für mindestens etwa 16 Millionen Euro eine neue Eissporthalle für die Spieler des Bremerhavener Eishockeyclubs und seine Fans gebaut.
  • Dafür steht Geld zur Verfügung ...


Für die Brücken über die Große Beek und an der Alten Luneschleuse könnten sich nach Gesprächen zwischen Vertretern Bremerhavens und der niedersächsischen Nachbargemeinden möglicherweise Lösungen aufgrund gemeinsamer Interessen in Form geteilter Reparaturkosten ergeben. Am 24. April 2010 schrieb die Nordsee-Zeitung, der Kostenanteil der Stadt Bremerhaven für eine neue Fußgängerbrücke im Fehrmoor sei gesichert. Das Geld sei in den 300000 Euro enthalten, die aus dem Konjunkturpaket II des Bundes für die Sanierung des Radwegs Neue Aue zur Verfügung stünden. Wie die Nordsee-Zeitung am 22. Juni 2010 berichtete, gibt es für die Brücke an der Alten Luneschleuse für den Zeitraum von einem Jahr nach massiven Protesten aus der Bevölkerung inzwischen eine provisorische Übergangslösung für Fußgänger und Radfahrer in Form einer hölzernen Behelfskonstruktion.

Die neueste Brückensperrung im Speckenbütteler Park ist wohl vorrangig ein "optisches Problem". Die Sperrmaßnahme an der Brücke im Park "sieht nicht gerade so toll aus" - aber es führen ja viele Wege in den Park. Auch für die Brücke Am Fleeth gibt es eine Ausweichmöglichkeit. Östlich von der ehemaligen Brücke Am Fleeth West führt die Brücke Am Fleeth Ost über das nasse Hindernis. Für Fußgänger bedeutet das jedoch einen Umweg von 500 Metern. Was die fehlenden Bänke am Lohmanndeich angeht frage ich mich allerdings ernsthaft, was mit den vorher dort aufgestellten Bänken geschehen ist. Die hätte man doch einfach nur wieder dort installieren brauchen, wo sie all die Jahre vor der Deicherhöhung auch gestanden haben.

Die globale Kritik an Herrn Holm (CDU, Baustadtrat) wegen der rücksichtslosen Sperrung der vielen Brücken ist aber wohl etwas zu kurz gegriffen. Einige Bremerhavener Bürger haben ihm deswegen inzwischen den zweifelhaften Titel "Brücken-Rambo" verliehen. Zwar zeigt das Beispiel der Brücke an der alten Luneschleuse, dass auch provisorische Übergangslösungen möglich sind, aber auch diese befristeten Notlösungen gibt es schließlich nicht zum Nulltarif. Die Verkehrssicherheit der Brücken im Stadtgebiet Bremerhavens fällt in den Verantwortungsbereich Herrn Holms. ich möchte nicht wissen, welcher Art von Titel man ihm verleihen würde, wenn aufgrund unterlassener Sicherungsmaßnamen Menschen zu Schaden kämen.

Allerdings werden Schäden, die letztlich eine Sperrung notwendig machen, mit Sicherheit nicht von heute auf morgen auftreten. Würden Schäden rechtzeitig ausgebessert werden, bliebe die Verkehrssicherheit bestehen. Das wäre dann lange nicht so kostspielig, wie eine Komplettsanierung oder Erneuerung, und die Brücken müssten nicht gesperrt werden. Außerdem ist es traurig, dass es immer erst zu Protesten aus der Bevölkerung kommen muss, bevor die Verantwortlichen sich dazu veranlasst sehen, sich nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten umzusehen. Wenn gleichzeitig mit der Bekanntgabe einer notwendigen Sicherungsmaßnahme über eine zeitnahe Problemlösung berichtet würde, dann könnten sich die politisch Verantwortlichen der Unterstützung der Bürger sicher sein.

Aber das eigentliche Problem scheint mir ein anderes zu sein. So wie es aussieht, wird das für die notwendige Instandhaltung städtischer Objekte und Anlagen benötigte Geld von der Großen Koalition lieber für kostspielige, prestigefördernde Neubau-Projekte ausgegeben, die sich die Stadt Bremerhaven eigentlich gar nicht leisten kann, und für deren Instandhaltung sich später ebenfalls wieder niemand verantwortlich fühlen wird. Die Ursache für die ersatzlose Sperrung der maroden Brücken ist der marode Haushalt der Stadt Bremerhaven. So wie ich es sehe, hat ihm die auf Pump finanzierte Eissporthalle den Rest gegeben. Die zigmillionen Euro, die dort mit dem Bau und den Betriebsfolgekosten versenkt werden, fehlen jetzt und in Zukunft nicht nur für die Instandhaltung der Brücken und Verkehrswege. Ich fürchte, wir werden in Zukunft wohl noch des Öfteren zu hören bekommen:
  • "Dafür steht kein Geld zur Verfügung!"

(Quelle: Nordsee-Zeitung, Seestadtpresse Bremerhaven)

Samstag, 10. Juli 2010

Der Sommer am Strand



Bremerhaven, Strandbad

Sommer in der Stadt: Für Bremen sind heute wieder Höchtstemperaturen von 32 °C im Schatten vorhergesagt. In Bremerhaven soll es "nur" 30 °C warm werden. Wem das noch nicht reicht, der hat in Bremerhaven die Gelegenheit, fünf Minuten von der Stadtmitte entfernt im Strandbad an der Weser ein Sonnenbad zu nehmen.

Wer allerdings im Wasser nach Abkühlung sucht, der muss schon an einen der Strände zwischen Bremerhaven und Cuxhaven fahren. Mehr als "nasse Füße" ist in Bremerhaven nämlich nicht erlaubt. Ich werde aber heute mit Sicherheit nicht am Strand liegen. Wir feiern nämlich heute den achtzigsten Geburtstag meines Schwiegervaters.