Im September 2009 gründete sich die "Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe e.V." (ESG-Lehe). Mit gemeinsamen Aktionen und Projekten wollen die in der ESG-Lehe engagierten Wohnungs- und Hauseigentümer die Wohn- und Wohnumfeldqualität im Leher Ortsteil "Goethestraße" nachhaltig verbessern. Mit dem Auftaktfest zum zukünftigen "Altstadtrundweg" stellt sich die ESG-Lehe am Freitag, dem 17. September das erste Mal der Bremerhavener Öffentlichkeit vor.
Das Programm
Baudenkmäler im Leher Gründerzeitquartier
18:00 Uhr, Ernst-Reuther-Platz Rundgang unter fachkundiger Führung zum Thema Denkmalpflege
Offizielle Begrüßung und Eröffnung des Auftaktfestes
19:00 Uhr, Ernst-Reuther-Platz Die ESG-Lehe begrüßt ihre Gäste
Lesungen
Auf geht's: Aufbruch zu Lesungen aus einem Fenster, von einem Balkon und ebener Erde - eine Drehorgel begleitet die Besucher entlang des zukünftigen Altstadtrundwegs zu den Leseorten.
19:15 Uhr, Die "Theo", Balkon über dem Haupteingang (Lutherstraße 7) Günter Hamann liest Bremerhavener Geschichten von Hermann Gutmann
19:45 Uhr, Eupener-, Ecke Goethestr. Barbara de Mena, Lesung auf Spanisch
20:15 Uhr, Goethestr. 43 Manfred Barkausen liest aus seinem Buch
20:45 Uhr, Eupener Str. 5 Angelika Griese liest aus ihrem neuen Leher Krimi
Eine Stunde später wird die Lesung an den genannten Orten für diejenigen Besucher, welche die geführte Leserunde verpasst haben, noch einmal wiederholt:
20:15 Uhr, Balkon der "Theo"
20:45 Uhr, Eupener-, Ecke Goethestr.
21:15 Uhr, Goethestr. 43
21:45 Uhr, Eupener Str. 5
Lichtinstallationen
Ab 19:00 Uhr setzt "Das letzte Kleinod" Akzente: Lichtinstallationen setzen Fassaden von Gründerzeithäusern in's rechte Licht.
Live Musik
Pausenhof Lehe, ab 19:00 Uhr: Musiker des Bremerhavener "Rock Cyclus" bitten um Gehör
Heinrich-, Ecke Potsdamer Straße, ab 19:00 Uhr: Die "Fishtown Heroes" machen Musik
Begegnungen auf dem "Pausenhof Lehe"
Die ESG-Lehe und ihre Partner informieren über ihre Arbeit, ihre Ziele und ihre Projekte im Viertel. Auf dem als Begegnungsstätte für alle Generationen konzipierten "Pausenhof Lehe" ist Gelegenheit für Gespräche zwischen den Bewohnern des Gründezeitviertels. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.
Gestern ging es in den Stadtpark. Das Wetter spielte mit, es gab genug zu essen und zu trinken, die Kinder waren beschäftigt und hatten keine Zeit für ihre Eltern, es gab ein bunt gemischtes Musikprogramm ... - was will man mehr. Spät - aber noch nicht zu spät - entschloss sich eine größere Gruppe zu einem Ausblick über Lehe von der Aussichtsgallerie am Turm der Pauluskirche. Alles in allem war das ein kurzweiliger Nachmittag im Park.
Heute, am Samstag, dem 11. September, laden der Bürgerverein Lehe, das Kulturnetz in Lehe sowie das Kulturbüro Lehe in der Zeit zwischen 13 Uhr und 18 Uhr alle Bremerhavener ein zum traditionellen Stadtparkfest in Lehe.
Ein Hauch von Exotic - Afrikanische Rhytmen im Stadtpark Lehe
Neben vielen Informations- und Mitmachständen von Leher Einrichtungen, Vereinen und Institutionen sowie diversen Flohmarktständen gibt es ein reichhaltiges Programm auf der Bühne beim Altbürgerhaus Lehe:
Afrikanische Trommelgruppe
Seniorenchor
Leher Lachmöwen
und vieles mehr ...
Ein Fest für Kinder
Das Stadtparkfest Lehe 2009: Fest in Kinderhand ...
Während die Erwachsenen sich vielleicht die Zeit mit langweiligen Gesprächen und sinnlosen Schlendereien entlang der Wege durch den Park vertreiben ;o) haben deren Kinder das Glück, wirklich etwas erleben zu können. Vielfältige Möglichkeiten dazu bieten sich ihnen bei
der mobilen Minigolf-Anlage, der Bewegungsbaustelle etc.
Rasenspielen mit dem "Lehe-Treff"
naturkundlichen Mitmachaktionen des Projektes "Kinder erleben Natur in Lehe"
den Ballon-Modellagen
einem Müllsortierungsspiel
"Aktion Rückenwind" mit kreativen Mitmachangeboten
. . .
Schöne Aussichten
Bick von der Aussichtsgallerie der Pauluskirche zum Stadtpark Lehe
Außerdem besteht für alle Besucher die Möglichkeit, sich das Treiben im Park "und umzu" auch einmal von oben anzusehen. Die Turmführer der Pauluskirche begleiten interessierte Besucher des Stadtpark Festes auf dem Weg zur Aussichtsgallerie am Turm der Kirche in 35 Metern Höhe.
Los geht's am Stand des Bürgervereins Lehe. Bei Interesse erzählen die Türmführer während des Aufstiegs auch gerne etwas zur Geschichte der Kirche und ihres Leher Umfelds aus der Zeit zu Beginn des letzten Jahrhunderts.
Für alle, die es noch nicht wissen: Führungen auf den Turm der Pauluskirche werden während des ganzen Jahres - abgesehen von den Feiertagen und zwischen Weihnachten und Neujahr - jeden Samstag um 10 und 11 Uhr angeboten. Die Turmführung ist kostenlos. Wenn die Turmführung gefallen hat, freut sich die Gemeinde allerdings um eine kleine Spende, die zur Erhaltung des Turms verwendet wird. Die Turmführer erwarten ihre Gäste im Kirchencafé, das während der Marktzeiten geöffnet ist.
Das Programm im Park wird begleitet von Drehorgeleien, und natürlich ist auch die Versorgung mit Speisen und Getränken sichergestellt.
ARD Magazin Monitor vom 09.09.2010: Etikettenschwindel Laufzeitverlängerung
Als Frau Merkel (CDU, Bundeskanzlerin) am 06.09.2010 verkündete: "... dass die Unternehmen auch in den nächsten Jahren noch erhebliche Summen in die Sicherheit investieren müssen. Denn Sicherheit geht vor und wir haben heute schon die sichersten Kernkraftwerke der Welt.", da hat sie - wie sich jetzt herausstellt - wohl "etwas geflunkert".
Ich bin schockiert über die Dreistigkeit, mit der die Bundesregierung einerseits von der Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke schwafelt, wie sie uns weismachen will, dass die Sicherheitsauflagen noch drastisch verschärft werden sollen, und damit die geplante Verlängerung der Atomkraftwerke begründet, hintenherum aber den Atomkonzernen das Leben noch mehr erleichtert, gerade auch in Bezug auf die Sicherheit der Atomkraftwerke, als es ohnehin schon war! Das ARD Politmagazin "Monitor" berichtete gestern Abend über ein der Reaktion vorliegendes Schreiben, das die Inhalte der Verhandlungen über Laufzeitverlängerungen im Kanzleramt vom Sonntag, 05.09.2010 dokumentiert. Was dabei jetzt zutage kommt, dass setzt dem Atomfass die Krone auf!
Bei der Verkündung des Abschlusses des Atomkompromisses am Sonntag sprach Frau Merkel von einer energiepolitischen "Revolution". Als ich das hörte, da hatte ich schon die schlimmsten Befürchtungen. Die Offenbarungen über die wirkliche Tragweite dessen, was sie da in den höchsten Tönen lobte, übertreffen meine Befürchtungen noch bei weitem: Diese Revolution der politischen Handlanger der Atomkonzerne richtet sich gegen die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland!
Die sichersten Atomkraftwerke der Welt
Keines der 17 deutschen Atomkraftwerke
bietet baulichen Schutz vor Terroranschlägen mit Passagierflugzeugen.
bietet im Falle einer Kernschmelze Schutz vor der Verstrahlung der Umwelt.
wäre nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik genehmigungsfähig.
Wenn vor diesem Hintergrund Frau Merkel behauptet: "... und wir haben heute schon die sichersten Kernkraftwerke der Welt.", dann frage ich mich ernsthaft, wie es weltweit wohl um die Sicherheit vor einer erneuten Atomkatastrophe à la "Tschernobyl" steht. Wenn ich so darüber nachsinne, dann wird mir übel!
Um die Atomkraftwerke auch nur annähernd auf den aktuellen Stand zu bringen, wären - selbst nach Berechnungen des Bundesumweltministeriums - Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Euro notwendig. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat Störfälle in den deutschen Atomanlagen untersucht. Die Erkenntnis aus diesen Untersuchungen ist erschreckend: Der Anteil der Störfälle, der auf auf die Ermüdung und den Verschleiß von Komponenten und Bauteilen zurückzuführen ist nimmt in den letzten Jahren rasant zu. Für den Fall, dass uns nicht über kurz oder lang eines der sichersten Kernkraftwerke der Welt um die Ohren fliegt, werden wir nur von großem Glück reden können.
Für die Bundesregierung ist das aber alles wohl kein Problem. Die Laufzeit der Atomkraftwerke werde - ohne Abstriche bei der Sicherheit (?!) - verlängert. Dafür habe man bereits vorgesorgt ...
Der Ausverkauf an Sicherheit
Aha, man hat also bereits Vorsorge getroffen. Herr Renneberg (ehem. Abteilungsleiter Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium) beurteilt die sicherheitsrelevanten Anforderungen, die in dem Schreiben, das Monitor vorliegt, genannt werden weitaus weniger optimistisch: "Hier werden als kurzfristige Maßnahmen nur solche vorgeschlagen, die sehr einfach zu machen sind, die sowieso aufsichtlich, unabhängig von der Laufzeitverlängerung, zum Geschäft der Atomaufsicht gehören. Dabei werden die grundlegenden Maßnahmen auf die lange Bank geschoben und nicht weiterverfolgt. Und das finde ich skandalös."
Für die Atomkonzerne ergibt sich daraus ein Milliarden-Geschenk.
Für die Menschen in diesem Land verschlechtert sich die Sicherheit vor einer Atomkatastrophe noch einmal erheblich.
Bereits mit dem "Atomkonsens" wurden die Atomkonzerne - mit Blick auf die ohnehin nur noch kurzen Betriebszeiten (!) - von der Pflicht befreit, dringend notwendige Nachrüstungen an den Uralt Atommeilern vorzunehmen. Da laut der Bund-Länder-Liste wichtige Nachrüstungen erst mittel- bis langfristig erfolgen müssen, und die Uralt-Reaktoren nach dem Willen der Bundesregierung weitere acht Jahre laufen dürfen, werden dringend notwendige Nachrüstungen weiterhin verschoben!
Das ist nicht zu fassen! Mit der Aufkündigung des Atomkonsens verliert die Begründung für die ohnehin viel zu laschen Sicherheitsvorschriften für die alten Atommeiler - die nur noch kurzen Laufzeiten - jegliche Grundlage. Diese sind deshalb nach meinem Verständnis unverzüglich entsprechend des Stands von Wissenschaft und Technik aufzurüsten ... - oder aber - besser noch - sofort stillzulegen!
Aber das Gegenteil ist der Fall. Auf irgendwann einmal verschoben wurde
die Vergrößerung der Flutbehälter. Das ist eine wichtige Maßnahme für den Fall, dass das Kühlsystem des Reaktors ausfällt.
die Trennung von Sicherheitssystemen, die im Notfall unabhängig voneinander funktionieren müssen.
der Austausch der Rohrleitungen.
Die Rohrleitungen: Dass die mehr verkörpern, als nur ein paar Meter Stahl, das stellte gestern Herr Renneberg in dem Monitor-Beitrag klar: "Die Rohrleitungen sind ganz entscheidend für die Störfallvermeidung. Sie müssen halten. Sie müssen aus dem bestmöglichen und stabilsten Stahl aufgebaut sein. Das sind sie bei den alten Anlagen aber nicht. Da haben die alten Anlagen einen großen Nachholbedarf. Deswegen muss das jetzt ausgetauscht werden. Soll aber nicht passieren, sondern erst mittel- bis langfristig. ... Nach diesem Papier mit diesen Fristen fallen diese hohen Nachrüstungskosten praktisch für die alten Anlagen nicht an. Die alten Anlagen werden weiter betrieben, so wie bisher. Ganz wesentlich so wie bisher, ohne dass die wesentlichen Nachrüstungen durchgeführt werden."
Aber selbst dort, wo sie um Nachrüstungen nicht herumkommen, haben die Atomkonzerne sich in der Vereinbarung mit der Bundesregierung weitreichende Schutzklauseln zusichern lassen. Die Kosten für mögliche Nachrüstungen werden zum Beispiel auf 500 Millionen Euro pro Atomkraftwerk begrenzt. Alles was darüber liegt, wird mit den Steuern und Abgaben verrechnet. Die Zahlungen der Konzerne für den neuen Ökostrom-Fonds reduzieren sich, wenn eine künftige Regierung die 2016 auslaufende Atomsteuer verlängern oder erhöhen will.
Woher der Wind weht
Die Vorlage für eine Novellierung des Atomgesetzes, die der Umweltminister in den höchsten Tönen preist, stammt nach Auskunft von Monitor aus der Abteilung des Herrn Hennenhöfer, der jahrelang als Spitzenmanager für die Atomindustrie gearbeitet habe, und der jetzt Herrn Röttgens Mann für die Reaktorsicherheit sei. Er sei auch mitverantwortlich für die Bund-Länder-Liste. Im Entwurf zur Novellierung des Atomgesetzes, gibt es laut Monitor den neuen Paragraphen 7d - "Weitere Vorsorgen gegen Risiken". Darin sind einige Ungeheuerlichkeiten zu finden:
Ursprünglich sollten die deutschen Meiler gegen Terrorangriffe aus der Luft geschützt werden. Dieser Passus wurde laut Monitor aus dem aktuellen Entwurf gestrichen. Der Schutz der Bürger vor dieser Strahlengefahr hätte Milliarden gekostet. Aus meiner Sicht ist das russisches Roulette mit dem Atomrevolver - nur dass es dabei zu erheblich mehr als einem Opfer kommt, falls die Kammer mit dem Atomrekator vor dem Abzug liegt.
Die Rechte der Bundesbürger werden in drastischer Weise beschnitten. Sollte der Paragrapen 7d jemals in Kraft treten, dann werden bestimmte sicherheitsrelevante Nachrüstungen nicht mehr vor Gericht einklagbar sein. Das würde für sämtliche Bereiche gelten, die künftig dem sogenannten "Restrisiko" zugerechnet werden sollen, wie zum Beispiel der Schutz vor Flugzeugabstürzen.
Während bis heute alle Nachrüstungen nach dem "Stand von Wissenschaft und Technik" erfolgen müssen, soll für einige sicherheitsrelevante Bereiche zukünftig nur noch eine "Sorgepflicht" der Betreiber gelten.
Im Zusammenhang mit Kriegen habe ich schon des öfteren auf den Missbrauch der Sprache hingewiesen, wenn es darum geht, wie Militär und Politik versuchen, die Dinge zu verharmlosen. Für diejenigen unter uns, die damit nicht vertraut sind, kann im Zusammenhang mit den Pflichten für die Betreiber der Atomkraftwerke auch die Verwendung der Begriffe "nach Stand von Wissenschaft und Technik" und "Sorgepflicht" zu falschen Schlussfolgerungen führen (auch wenn ich in diesem Falle aufgrund meiner bisherigen Erkenntisse keinen vorsätzlichen Missbrauch unterstellen will). Herr Roßnagel (Universität Kassel, Atomrecht) erklärte den Begriff "Sorgepflicht" im Monitor-Beitrag folgendermaßen: "Die Sorgepflicht begründet nur die Verpflichtung, sich zu bemühen. Sie verpflichtet nicht zu einem Erfolg. Das heißt, erste Aktivitäten reichen aus, um diese Pflicht zu erfüllen."
Im Anschluss an den Filmbeitrag sagte Frau Mikich (Monitor, Moderatorin), das Umweltministerium habe auf die Schlagzeilen von gestern mit einem Schreiben reagiert: Der geschilderte Sachverhalt sei komplett falsch und die bisherigen gesetzlichen Pflichten würden vollständig unangetastet bleiben. Frau Mikich schlug vor, der Herr Röttgen sollte die Dokumente doch vielleicht einmal Zeile für Zeile selbst prüfen.
Die Spinne wohnte irgendwo in einem schicken Netz aus Stroh. In Bäumen die den Dorfplatz säumen, da konnt' sie schöne Träume träumen von fetten Fliegen oder so.
Ein Problem für die Strohspinne, die von Fiefbergener Künstlern aus Anlass der Probsteier Korntage zwischen den Bäumen an der Hauptstraße durch Fiefbergen untergebracht worden war, könnte allerdings die Maschenweite ihres Netzes gewesen sein. Die meisten mir bekannten Fliegen sind so klein, dass sie ohne große Probleme zwischen den Strohseilen hindurchfliegen können.
Es flattert um die Quelle Die wechselnde Libelle, Mich freut sie lange schon; Bald dunkel und bald helle, Wie der Chamäleon, Bald roth, bald blau, Bald blau, bald grün; O daß ich in der Nähe Doch ihre Farben sähe!
Sie schwirrt und schwebet, rastet nie! Doch still, sie setzt sich an die Weiden. Da hab' ich sie! Da hab' ich sie! Und nun betracht' ich sie genau, Und seh' ein traurig dunkles Blau.
So geht es dir, Zerglied'rer deiner Freuden
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)
Ja, manchmal ist es wohl so: Wenn man den Dingen allzusehr auf den Grund geht, verlieren sie irgendwann ihren Zauber.
Obwohl ich aber während meines Urlaubs bei einem Spaziergang in der Probstei das Glück hatte, so nahe mit der Kamera an diese Libelle heranzukommen, bin ich im Gegensatz zu Herrn Goethe auch weiterhin fasziniert von den kleinen filigranen Kunstfliegern. Als ich sie beim Segelflug beobachtete hielt die Libelle plötzlich unversehens in der Luft an, setzte ihre Flügel in schwirrende Bewegung und hielt im langsamen Helicopterflug auf den Ast eines Baumes zu, auf dem sie sich niederließ. Nach kurzer Zeit hatte ich herausgefunden, dass sie diesen Ast immer wieder zum Rasten anflog. Damit hatte ich Zeit genug meine Kamera einzurichten und konnte in aller Ruhe abwarten, bis sich die Libelle für mich in Positur setzte.
Die Flügelspannweiten heute lebender Libellen reichen von 18 Millimetern bis zu 19 Zentimetern. Damit gehören Libellen heute zu den größten Fluginsekten mit den besten Flugfähigkeiten. Außerdem haben ihre Vorfahren schon vor sehr langer Zeit auf der Erde gelebt: In einem Buch habe ich einmal gelesen, dass es zur Zeit der großen Dinosaurier Libellen mit 30 Zentimeter Flügelspanweite gab. Fossilie Funde von Vorläufern der echten Libellen aus dem Karbon weisen sogar Spannweiten von 60 oder 70 Zentimetern auf.
Frontal21: Die falschen Versprechen der Atompolitik
Aus der schwarz-gelben Gebetsmühle:
"Ja, wir brauchen das verlängerte Laufzeiten für Kernkraftwerke."
Angela Merkel (CDU, Bundeskanzlerin)
"Ich bin nicht bereit, die Entsorgungsfrage als ungelöste Frage den nächsten zukünftigen Generationen zu überlassen."
Norbert Röttgen (CDU, Bundesumweltminister)
"Wir wollen unsere Klimaziele erreichen, richtig, und deswegen wird die Kernenergie als Brückentechnologie für eine Zeit lang noch eingesetzt werden müssen."
Volker Kauder (CDU, Fraktionsvorsitzender)
Eine schlüssige Begründung für "das" notwendige Verlängern der Laufzeiten für Atomkraftwerke blieb Frau Merkel bisher schuldig. Statt dessen wiederholt sie gebetsmühlenartig ständig die gleichen Floskeln, und verbaut mit ihrer Entscheidung vom Sonntag, dem 5. September 2010, den Weg für den aus Klimaschutzgründen dringend notwendigen zügigen Umbau der Energieversorgung mit regenerativen Energiequellen und den Aufbau eines intelligenten Stromversorgungsnetzes in unserem Land. Damit hat sie ihr ehemals recht ordentliches Image als "Klimakanzlerin" endgültig verschrottet.
Auf die "Entsorgungsfrage" für den bereits jetzt vorhandenen Atommüllberg gibt es keine Antwort. Wer etwas anderes behauptet, der täuscht die Bürger in unserem Land. Auch das Salz unter der Erde bei Gorleben ist keine Antwort auf diese Frage. Trotzdem versucht die Bundesregierung ausschließlich hier weiter zu "erkunden", obwohl die früheren Erkundungen aufgrund von Bedenken gegen die Sicherheit des "Erkundungsbergwerks" als Endlager für hochradioaktiven Atommüll eingestellt wurden.
Das ehemalige "Forschungsbergwerk" Asse-II, das die Argumente für die Eignung von Salz als Endlager für Atommüll liefern sollte, hat sich als der Super-GAU der Atommüllentsorgung erwiesen: Bereits nach wenigen Jahrzehnten kam es zu gefährlichen Wassereinbrüchen. Die Stollen saufen ab und drohen einzustürzen. Die Halbwertzeiten einiger Bestandteile des hochradioaktiven Atommülls erfordern jedoch eine sichere Lagerung über Millionen von Jahren.
Auf die Frage, wie er das gewährleisten kann, und wie er unter diesen Umständen die "Entsorgungsfrage" lösen will, wird auch Herr Röttgen die Antwort schuldig bleiben müssen. Ebenso wie im Salzbergwerk Asse-II gibt es auch im Salz bei Gorleben Wassereinschlüsse sowie potentiell wasserführende Schichten, und im Deckgebirge über dem Salzstock gibt es Kontakte zwischen Salz und Grundwasser führenden Schichten. Trotzdem wird in verantwortungsloser Art und Weise weiterhin an einem "End"-Lager im Salz bei Gorleben festgehalten.
Unsere Kinder und Kindeskinder werden sich noch über viele Generationen mit dem strahlenden Erbe unserer Generationen herumschlagen müssen. Anstatt aber den angerichteten Schaden wenigstens zu begrenzen, fiel am 5. September 2010 die Entscheidung der Bundesregierung, den ohnehin schon vorhandenen Atommüllberg noch um ein vielfaches anwachsen zu lassen.
Wer zum einen "unsere Klimaziele" nicht einmal richtig benennt, zum anderen im gleichen Atemzug aber stumpf behauptet, die Atomenergie werde für eine Zeit lang noch als Brückentechnologie herhalten müssen, der hat den Ernst der Lage bezüglich der drohenden Klimakatastrophe nicht erkannt, oder es ist ihm egal, was nach seinem Ableben mit unserem Planeten geschieht. Der Verdacht liegt nahe, dass Herr Kauder anstelle von "... für eine Zeit lang noch ..." eigentlich "... noch für eine lange Zeit ..." meint. Später wird es dann möglicherweise wieder einmal heißen, er habe sich doch nur versprochen.
Bereits heute werden Windkraftanlagen bei Überangeboten im Stromnetz zugunsten von Atomkraftwerken stundenweise vom Netz genommen. Windkraftanlagen lassen sich kurzfristig herunterfahren und schnell wieder zuschalten - Atomkraftwerke nicht. Unterhalb eines bestimmten Levels muss ein Atomkraftwerk ganz abgeschaltet werden. Das Wiederanfahren ist eine langwierige Prozedur. De Facto dienen also derzeit bestenfalls regenerative Energiequellen der Überbrückung von Engpässen in Zeiten erhöhter Stromnachfrage. Von einer "Brückentechnologie Atomenergie" kann daher keine Rede sein. Dafür erweisen sich die Atomkraftwerke mehr und mehr als Bremsklotz beim nachhaltigen Umbau zu einer dezentralen Energieerzeugung für eine CO2 neutrale Zukunft.
Herr Trittin (Bündnis 90/Die Grünen, Vorsitzender der Bundestagsfraktion) brachte es am 24.04.2010 in Glückstadt während der Abschlusskundgebung zur Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken in Schleswig-Holstein auf den Punkt: "Wir schalten heimische CO2-freie Energie ab, damit klimaschädliches CO2 aus Kohlekraftwerken und Atommüll produziert werden kann. Das ist pervers! Und gegen diese Perversion demonstrieren wir heute."
Wer ernsthaft dafür Sorge tragen will, dass das Ziel, die globale Temperatur auf der Erde unterhalb eines weiteren Anstiegs um maximal 2 °C zu stabilisieren, realisierbar bleibt, der muss die Laufzeiten für Atomkraftwerke drastisch verkürzen anstatt sie auch noch zu verlängern. In Deutschland wird heute erheblich mehr elektrische Energie erzeugt, als verbraucht wird. Die Atomkonzerne exportierten im Jahre 2009 die Strommenge die der jährlichen Stromproduktion von sechs Atomkraftwerken entspricht, ohne dass überhaupt alle Atomkraftwerke in Betrieb waren (z.B. war das AKW-Krümmel von Juni 2007 bis zum Juni 2009 abgeschaltet). Sechs Atomkraftwerke könnte sofort stillgelegt werden, ohne dass irgendwo das Licht ausgeht!
Mit Ignoranz und Arroganz gegen die Bevölkerung
Würde die Bundesregierung auf ihre eigenen Sachverständigen und die Mahner in ihren Reihen hören, anstatt gegen den Willen der Mehrheit der Bundesbürger die Wünsche der Atomkonzerne zu bedienen, dann wäre das letzte Atomkraftwerk in Deutschland schneller vom Netz, als es im Atomkonsens verabredet wurde. Zitate:
"Kein einziges deutsches Kernkraftwerk wäre heute genehmigungsfähig."
Wolfgang Renneberg (Bundes-Atomaufsicht, ehemaliger Leiter)
"Es macht im Moment überhaupt keinen Sinn, die Laufzeiten für Kernkraftwerke zu verlängern. ... Wir haben im Moment die Chance, diese Entscheidung richtig zu fällen, aber die Regierung schickt sich an, die Weichen genau in die falsche Richtung zu stellen."
Prof. Olav Hohmeyer (SRU, Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen)
"Wir bürden unseren Nachkommen da eine Last auf, die aus meiner Sicht ethisch nicht mehr verantwortbar ist."
Josef Göppel (CSU, MdB)
Appell an Frau Merkel
Was die Bundesregierung da am 5. September 2010 zusammengeschustert hat, das ist kein revolutionäres Energiekonzept - wie Frau Merkel uns weismachen will - sondern ein Bauchladen, aus dem sich die Atomkonzerne ab 2016 nach Belieben bedienen können: Dann winken ihnen jährliche Gewinne in Milliardenhöhe.
Die Bundesregierung muss wissen, wie hoch der Preis dafür ist, Klientelpolitik gegen die Bevölkerung zu machen. Das demokratische Netzwerk Campact hat einen Appell der Bundesbürger initiiert, der bisher von 50218 Bürgern und Bürgerinnen unterzeichnet wurde und der am 28. September, wenn das ganze Kabinett über die Laufzeiten entscheidet, in bundesweiten Zeitungen veröffentlicht werden soll. Der Appell kann bis dahin auf der Internetseite von Campact online unterzeichnet werden.
Der Text im Wortlaut:
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,
Ihr Plan, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern, trifft bei mir auf völliges Unverständnis. Damit setzen Sie die Bevölkerung einem steigenden tödlichen Unfallrisiko aus und bürden vielen Generationen nach uns noch mehr strahlenden Atommüll auf. Und das alles nur, um den Atomkonzernen milliardenschwere Zusatzprofite zu sichern.
Der dynamische Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglicht es uns, weit schneller als bisher geplant aus der Atomkraft auszusteigen und trotzdem auf den Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke zu verzichten. Mit längeren Laufzeiten würgen Sie jedoch das rasante Wachstum der Erneuerbaren ab. Atommeiler blockieren durch ihre unflexible Stromerzeugung die Stromnetze und verhindern zunehmend die Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie.
Hiermit kündige ich an, mich an Protesten gegen Ihre Atompolitik zu beteiligen. Ich fordere Sie auf: Steigen Sie jetzt aus der Atomkraft aus! Leiten Sie eine konsequente Wende hin zu Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energiesparen ein!
Mit freundlichen Grüßen
Am 18. September 2010 wird sie es - möglicherweise nicht ganz so höflich formuliert - vor ihrer Haustür zu hören bekommen: