Montag, 26. April 2010

Ketten(re)Aktion in Glückstadt - Abschluss-Kundgebung


Ketten(re)Aktion am 24.04,2010 in Glückstadt: Abschluss-Kundgebung

Am Samstag verband zwischen 14:30 und 15:00 Uhr eine Kette von 120000 Atomkraftgegnern auf einer Strecke von 127 Kilometern entlang der Elbe die Atomkraftwerke Brunsbüttel, Brockdorf und Krümmel in Schleswig-Holstein.

Die "Ketten(re)Aktion" war eine von drei großen Demonstrationen der Anti-Atomkraft Bewegung, die zeitgleich an diesem Tage in Deutschland stattfanden. 20000 Menschen umzingelten das Atomkraftwerk Biblis und 6000 Atomkraftgegner protestierten am "Zwischenlager" Ahaus gegen den von der Schwarz-Gelben Wespen-Koalition in Berlin beabsichtigten Ausstieg aus dem Atomausstieg. Damit waren 146000 Menschen gegen die weitere Nutzung der deutschen Atomkraftwerke auf den Beinen.

Im Anschluss an die Menschenkette fanden an zentralen Stellen der Kette Abschlusskundgebungen statt. Das Video zeigt einige Szenen von der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz von Glückstadt. Leider war es mir nicht möglich, die gesamte Kundgebung mit allen Rednern aufzuzeichnen. Zu sehen sind deshalb "nur" kurze Ausschnitte aus den Reden von Christoph Bautz (Campact), Jürgen Trittin (Bündnis 90 / Die Grünen) und Jürgen Janßen (Aktion Z). Für die musikalische Unterhaltung sorgten der Gitarrist Ka'le' aus Hawai und die Samba Gruppe "Die Green Igelz" der Grünen.


Atomkonzerne sind keine ehrbaren Kaufleute

Einen Aspekt aus der Rede von Herrn Rosenkranz (Deutsche Umwelt Hilfe) zum Thema "Aufkündigung des Atomkonsens" empfand ich als so fundamental wichtig, dass ich hier kurz darauf eingehe:

Über den Verfall der Werte in den Industiegesellschaften ist schon viel geschrieben worden. Einer dieser Werte war Jahrhundertelang der Ehrenkodex der Kaufleute. Jeder sollte sich darauf verlassen können, dass abgeschlossene Verträge in jedem Fall eingehalten werden. Herr Rosenkranz sagte über die Damen und Herren in den Chefetagen der Atomkraftwerksbetreiber EnBW, Eon, RWE und Vattenfall, diese seien keine ehrbaren Kaufleute.

Vor allem RWE und EnBW dürften bezüglich des angestrebten Ausstiegs aus dem Ausstieg aus der Atomkraft mächtig ins Zeug legen. Für sie ginge es um Milliardenbeträge, die sie durch eine künstliche Verlängerung der Lebensdauer ihrer alten Schrottmeiler Biblis A und B, respektive Neckarwesteim I schachern wollen. Laut Atomkonsens, dem sie selbst noch vor 10 Jahren zugestimmt hätten, sollten die museumsreifen Altmeiler demnächst und in naher Zukunft endgültig vom Netz gehen.

Jetzt würden sie jedoch alles daran setzen, um ihre Versprechen zu brechen und längere Laufzeiten selbst für die störanfälligsten unter den störanfälligen Atomkraftwerken einzufordern. Und was oft und gerne von der derzeitigen Bundesregierung vergessen würde: Dieses Versprechen hätten die Atomkonzerne damals nicht gegenüber irgendeiner ehemaligen Bundesregierung abgegeben, sondern gegenüber der gesamten Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland. Es sei daher ein Unding, dass CDU, CSU und FDP jetzt hingingen, um gegen den Willen der Bundesbürger mit den Atomkraftwerksbetreibern über den Weiterbetrieb der ältesten und anfälligsten Schrottreaktoren zu verhandeln, was in dazu führe, dass wir alle für unabsehbarer Zeit weiterhin den tödlichen Gefahren dieser höchst riskanten Technologie ausgesetzt sein würden.

Um die Dimensionen dieses Skandals noch einmal zu verdeutlichen: Die Bestrebungen von CDU, CSU und FDP sowie die Atomkonzerne EnBW, Eon, RWE und Vattenfall sind ein Schlag ins Gesicht von zwei Dritteln der Bundesbürger. Laut ARD-Deutschlandtrend vom 4. März 2010 fordern 62 Prozent der Bundesbürger den Ausstieg aus der Atomkraftnutzung entsprechend des im Jahre 2000 vereinbarten Atomkonsens bis 2021!


Ketten(re)Aktion in Glückstadt:
  • Teil 1: Impressionen
  • Teil 2: Abschluss-Kundgebung

Aktions- und Menschenkette

(Quellen: ARD-Deutschlandtrend)

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