Dienstag, 27. April 2010

Kommerzieller Walfang


Japan's Walfang "aus wissenschaftlichen Gründen": Endstation auf japanischen Tellern!

Aus aktuellem Anlass greife ich das Thema "Walfang" heute noch einmal auf. Weltweite Proteste gegen den industrialisierten, kommerziellen Walfang, der einige Arten bereits an den Rand der Ausrottung gebracht hatte, führten im Jahre 1986 zu einem Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC), das seit dem die Jagd auf Wale verbietet.


Am letzten Donnerstag hatte ich darüber geschrieben, dass das Walfangmoratorium der IWC jetzt aufgrund eines Vorstoßes von Japan gefährdet ist, und auf eine Petition gegen den "Kompromissvorschlag" Japans zur Legalisierung des Walfangs hingewiesen, die vom internationalen demokratischen Netzwerk AVAAZ initiiert wurde. Aktuell wurde diese Petition inzwischen von 485544 Menschen online unterzeichnet - Tendenz: Erfreulicherweise steigend.

Der Kompromiss, über den auf der IWC-Tagung im Juni abgestimmt werden soll, beinhaltet Fangquoten für Island, Japan und Norwegen von jährlich 1392 Walen. Das Walfang-Moratorium von 1986 wäre damit Geschichte!

Die Internetseite "entwicklungspolitik online (epo)" zitiert Frau Altherr (Pro Wildlife) mit den Worten: "Diese Fangquoten einen Kompromiss zu nennen, ist absurd: Für Japan und Island wären die Quoten vorerst kaum eine Einschränkung. Und die norwegischen Walfänger dürften sogar mehr Zwergwale töten als sie dies derzeit tun." Und die Süddeutsche Zeitung zitiert Herrn Junichi Sato (Greenpeace Japan) mit den Worten: "Zurzeit scheint es, dass die Wale alle Zugeständnisse machen und nicht die Walfänger". Der Vorstoß halte eine sterbende Walfangindustrie am Leben, nicht die Wale.

Die kommerziellen Fangquoten schließen ausdrücklich auch Finnwale und Seiwale ein, die beide auf der Roten Liste der IUCN stehen und sich noch immer nicht von der intensiven Bejagung in den Jahrzehnten vor 1986 erholt haben.

Der Spiegel schrieb am 23.04.2010, Japan reibe sich nach der Veröffentlichung des "Kompromissvorschlags"bereits die Hände, erachte die Einschränkungen seitens des IWC jedoch als zu drastisch. Die vorgeschlagenen kommerziellen Fangquoten liegen nämlich unterhalb der Anzahl der "zu wissenschaftlichen Zwecken" umgebrachten Tiere.

Nebenbei bemerkt:
Der Begriff "Walfang" ist - trotz der drohenden Konsequenz der Ausrottung kompletter Arten - absolut verharmlosend. Wer einmal gesehen hat, wie die Wale gequält werden, bevor sie endlich tot sind, der wird wissen, was ich damit meine. Die industrielle Jagd auf Wale ist keine "Jagd": Die Wale haben gegen die Jagdboote mit ihren elektronischen Ortungssystemen und Harpunenkanonen nicht die geringste Chance. Wal-"Fang" ist nichts weiter als ein abscheuliches, blutiges Gemetzel, das für jeden einzelnen getroffenen Wal einen langen Todeskampf unter qualvollen Schmerzen bedeutet. Bei aller Kritik an der industrialisierten Massentierthaltung: Kein Schwein wird unter dermaßen widerlichen Verhältnissen abgeschlachtet wie die großen Wale!


Heute erhielt ich erneut eine Nachricht von AVAAZ, die ich im folgenden wörtlich zitiere:


Liebe Freundinnen und Freunde,

Ein Vorschlag soll den Walfang zu kommerziellen Zwecken wieder zulassen - Die Staaten entscheiden jetzt über ihre Position und müssen von uns hören! Unterzeichnen Sie die Petition zur Beibehaltung des Walfangverbots und zum Schutz der Wale:

Die Internationale Walfangkommission hat gerade einen Vorschlag veröffentlicht und will die kommerzielle Jagd auf Wale erstmals seit 24 Jahren wieder zulassen.

Staaten entscheiden jetzt über ihre Position - und beachten dabei die Reaktion der Öffentlichkeit. Neuseeland bezeichnet die Bestimmungen, die unter anderem eine Quote für die Jagd auf gefährdete Finnwale beinhaltet, als "provozierend", "schockierend" und "inakzeptabel". Doch Gerüchten zufolge neigen einige Schlüsselstaaten dazu, den Vorschlag abzunicken. Diese müssen jetzt von uns hören!

Avaaz startet diese Petition um unseren Regierungen deutlich zu machen, dass die Wale geschützt werden müssen - nicht gejagt, getötet und verkauft. Wir werden sie an die Delegierten der Internationalen Walfangkommission senden - für alle 100 000 Stimmen aufs Neue. Unterzeichnen Sie jetzt und gewinnen Sie Freunde und Familie für diese Aktion: http://www.avaaz.org/de/whales_under_threat/?vl

Seit Jahrzehnten widersetzt sich ein starker internationaler Konsens dem Walfang - doch genauso lange haben Japan, Norwegen und Island die Jagd fortgesetzt und dabei das weltweite Verbot ignoriert. Dabei machen manche von einem Schlupfloch Gebrauch und behaupten ihre Expeditionen seien für "wissenschaftliche Zwecke". Jetzt könnte diese Haltung auch noch belohnt werden, denn ein "Kompromissvorschlag" würde den Walfang wieder legalisieren.

Schlimmer noch, der Prozess wird von einer ganzen Reihe von Ländern scharf beobachtet - von denen Viele die Absicht haben, eigene Walfang-Programme zu starten, sobald der Vorschlag angenommen ist. Wenn Japan, Norwegen und Island Wale jagen und ihr Fleisch verkaufen, werden sich andere fragen, "warum nicht wir"?

Die Wale brauchen unsere Hilfe - schon wieder. Folgen Sie dem Link und leiten Sie die Petition weiter um der Legalisierung des kommerziellen Walfangs entgegenzutreten:

http://www.avaaz.org/de/whales_under_threat/?vl

Es ist gerade einmal 40 Jahre her, dass viele Arten der großen Meeressäuger an der Schwelle zur Ausrottung standen. Dank einer weltweiten Bürgerbewegung, wurde die Jagd auf Wale im Jahr 1986 verboten. Das Erreichen dieses Entschlusses gilt noch heute als einer der größten Triumphe der Umweltschutzbewegung.

Doch noch immer sind die Tiere einer Fülle von Gefahren ausgesetzt: Neben den Harpunen der Walfänger sind es auch noch der Klimawandel, die Zerstörung der Lebensräume durch Überfischung und Verschmutzung und die Gefahr durch Netze anderer Fangflotten. Die Wiederaufnahme des gewerblichen Walfangs wäre verheerend für diese überaus intelligente und dem Menschen in vielen Dingen so ähnliche Spezies. Wir dürfen diesen Schritt in die Vergangenheit nicht machen.

Voller Hoffnung,

Ben, Ricken, Paula, Iain, David, Luis, und das gesamte Avaaz Team


Bis zur nächsten "100000" fehlen noch 15000 UnterzeichnerInnen. Wenn diese Marke erreicht wird, dann wird eine halbe Million Menschen hinter der Forderung nach dem Verbot der Jagd auf Wale stehen!

Wer mich kennt, der weiß, dass mir der Artenschutz - insbesondere aber der Schutz der Wale - sehr am Herzen liegt. Deshalb bitte ich heute alle unter euch, denen es nicht egal ist, dass eine Art nach der anderen spurlos von unserem Planeten verschwindet, die aber die Petition bisher nicht unterzeichnet haben: Schließt euch der Petition gegen die Wiederzulassung der Jagd auf Wale zu kommerziellen Zwecken an.

Der Text der Petition lautet:
"An die Mitglieder der Internationalen Walfangkommission:
Als Bürger aus der ganzen Welt fordern wir Sie auf, das Verbot kommerziellen Walfangs als zentrale politische Aufgabe der Internationalen Walfangkommission, in ihrem Streben nach der Erhaltung von Walen, beizubehalten."


Die Petition kann auf der Internetseite
von AVAAZ online unterzeichnet werden
.


(Quellen: AVAAZ, entwicklungspolitik online, Süddeutsche Zeitung vom 23.04.2010, Der Spiegel vom 23.04.2010)

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