Sonntag, 11. April 2010

Pakete per E-Mail versenden


Bremerhaven (2008), damals in Lehe: Die Post in der Hafenstraße ...

Als die Absicht der Post bekannt wurde, ihre Bremerhavener Filialen in der Schifferstraße und in der Hafenstraße (Stadtteile Mitte und Lehe) zu schließen, hieß es seitens der Post beruhigend, das sei doch alles gar kein Problem. Den bisherigen Service der Post würden private Vertragspartner übernehmen. Und (noch?) gäbe es ja auch die Hauptfiliale am Hauptbahnhof.

Früher war es einmal selbstverständlich, dass die Post die Grundversorgung im Brief und Postverkehr zu gewährleisten hatte. Seit der von der EU verordneten Liberalisierung der Postdienstleistungen strebt sie in höhere Sphären. Von einer Grundversorgung kann im allgemeinen jedenfalls schon lange keine Rede mehr sein und in den Bremerhavener Stadtteilen schon gar nicht. In Lehe kommt zu den Sorgen um die Ausdünnung öffentlicher Dienstleistungen noch die Sorge um weitere verwaiste Geschäftsräume in der ohnehin von Leerständen gebeutelten Hafenstraße hinzu. Wir sind hier froh über jeden Funken Leben, der in diese bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts pulsierende Geschäftsstraße zurückkehrt. Wenn dafür "postwendend" der nächste Laden leer steht, ist den Menschen im Stadtteil damit überhaupt nicht geholfen.

In die Filiale der Post zog aber tatsächlich eine Firma ein, deren Geschäft ansonsten im wesentlichen Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kfz-Zulassungen, Schilderservice sowie Angebote für die persönliche und betriebliche Sicherheit umfasst. Heute nun berichtete das Sonntagsjournal darüber, dass diese Firma ihren Vertrag mit der Post nicht verlängern werde. Damit entpuppt sich die verbale Beruhigungspille der Post als das, wofür sie viele Bürger Bremerhavens von Beginn an gehaltne haben: Als heiße Luft. Für die Zeit nach ab Oktober 2010 suche die Post daher nach einem neuen Partner, berichtet das Sonntagsjournal. Noch sei aber offen, ob der Standort in der Hafenstraße erhalten bleibe.

Als Grund für die Aufgabe der Zusammenarbeit mit der Post habe ein Manager der Firma eine Vielzahl von Einflussgrößen genannt. Mangel an Kundschaft kann wohl kaum eine dieser Einflussgrößen sein. Davon gibt es hier nämlich genug - meine Familie und ich gehören auch dazu. Wir haben bisher immer in einer Menschenschlange warten müssen, bis wir bedient wurden. Auch wenn es offensichtlich die Geschäftsidee der Post zu sein schein, sich selbst überflüssig zu machen, und Städte und Gemeinden in der gesamten Bundesrepublik von dem gleichen Dilemma betroffen sind: Unseren Stadtteil trifft das Hickhack der Post besonders hart, da hier um die Nutzung jedes Geschäftsraumes in der Hafenstraße und in den angrenzenden Wohngebieten gerungen wird.
  • Auch wenn das keine Lösung für die Situation in der Hafenstraße wäre, so finde ich es doch schade, dass es (noch?) nicht möglich ist, Päckchen und Pakete per E-Mail zu versenden. Das Problem "Post" und ihre aussterbenden Filialen hätte sich dann sehr schnell von selbst erledigt.

(Quelle: Sonntagsjournal vom 11.12.2010, Die Zeit vom 13.03.2010)

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