Dienstag, 7. September 2010

Feuergefährlicher Drache


Probsteier Korntage 2010: Feuergefährlicher Drache

Eine weitere sehenswerte Strohkreatur bei den "Probsteier Korntagen" war dieser fabelhafte Drache, vor einem Haus im nicht weniger fabelhaften Lutterbek. Da Drachen allerdings angeblich die Fähigkeit besitzen sollen, wild mit Feuer um sich zu spucken, hätte dieses Exemplar wohl schlechte Karten in einem feurigen Zweikampf mit einem seiner Artgenossen. Leicht könnte der feuergefährliche Lutterbeker Drache dabei das Opfer eines Strohfeuers werden.

Montag, 6. September 2010

Schmetterlingsnetz gegen radioaktive Wolke


ZDF Heute Journal: Atomgipfel im Kanzleramt, lautstarker Protest draußen vor der Tür

Gestern hatte Frau Merkel (CDU, Bundeskanzlerin) kurzfristig zu einem Atomgipfel ins Kanzleramt nach Berlin eingeladen. Zusätzlich zu den geladenen Ministern kamen spontan auch ca. 2000 Atomkraftgegner, was die Minister dazu veranlasste, den Seiteneingang zu benutzen.

Die Demonstranten ließen zu ihrem lautstarken Protest schwarze und gelbe Ballons als Symbol für die nichtbeherrschbare Strahlung in Form einer "radioaktiven Wolke" in den Himmel über Berlin steigen. "Frau Merkel" versuchte vergeblich, die "ausgetretene Strahlung" mit einem Schmetterlingsnetz einzufangen.

Hinter verschlossenen Türen ging es in der Atomrunde im Kanzleramt um die Frage, auf welchen Zeitrahmen man sich für verlängerte Laufzeiten für die Atomkraftwerke einigen sollte. Herr Röttgen (CDU, Bundesumweltminister) hatte vorher für weniger als 10 Jahre und Herr Brüderle (FDP, Bundeswirtschaftsminister) für 20 Jahre und länger plädiert. Laut der Sendung der Tagesschau vom 05.09.2010 um 20 Uhr waren 11-14 Jahre längere Laufzeiten im Gespräch. Die Rede war von 8 Jahren für ältere und 14 Jahren für neuere Atomkraftwerke.
  • Wie auch immer:
    Selbst die ältesten Atommeiler blieben damit weit über das Jahr 2011 hinaus am Netz. Aufgrund ihrer veralteten Technologie bergen sie heute das größte Risiko für technische Pannen oder einen GAU!

Ein weiterer Knackpunkt ist die zukünftige Steuerpflicht für die Atomkonzerne. Während diese bisher von satten Subventionen zum Betrieb ihrer Atomkraftwerke profitierten, wehren sie sich jetzt mit Händen und Füßen gegen eine Besteuerung und eine Brennelementeabgabe zugunsten des Ausbaus erneuerbarer Energien. Mit der Drohung, sie würden ihre Atommeiler aus wirtschaftlichen Gründen sofort vom Netz nehmen, wenn sie für längere Laufzeiten zur Kasse gebeten würden, haben die Atomkonzerne indirekt zugegeben, dass die Stromerzeugung mit Atomkraftwerken wirtschaftlich nicht tragbar ist. Beim gestrigen Atomgipfel einigte man sich auf einen Kompromiss in Form einer auf 6 Jahre begrenzten Steuer.
  • Wie auch immer:
    Sobald die schwarz-gelben Regierungswespen auch nur im geringsten auf Forderungen der Atomkonzerne eingehen, zeigen sie, dass sie erpressbar sind, und sorgen dafür, dass die Atomlobby die gesamte Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland immer fester in den Griff bekommt. Der diesbezüglich bereits angerichtete Schaden ist schon jetzt kaum noch wieder gut zu machen!

Die ARD Tagesschau und das ZDF Nachrichtenmagazin "Heute" schreiben auf ihren Internetseiten, Herr Gabriel (SPD, Parteivorsitzender) habe die Grundsatzeinigung der Regierung auf eine gestaffelte Laufzeitverlängerung einen "schwarzen Tag für die Energiepolitik" genannt. Die Regierung habe dem Druck der Atomkonzerne nachgegeben, und ihnen damit weiterhin tägliche Gewinne in Millionenhöhe zugestanden.

Ein weiterer Kompromiss, mit dem die schwarz-gelben Regierungswespen ihre Atompolitik verkaufen wollen, sollen höhere Sicherheitsauflagen sein. Die Rede war unter anderem vom Schutz vor dem Einschlag abstürzender Flugzeuge in die Reaktorgebäude. Derartige Forderungen würde einen wirtschaftlichen Betrieb gerade der ältesten Atomkraftwerke unmöglich machen. Mit heftigem Widerstand der Atomkonzerne ist deshalb zu rechnen. Davon einmal ganz abgesehen würde ein Unfall, eine technische Panne oder menschliches Versagen in einem Atomkraftwerk - mit den seit dem Super-GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl hinreichend bekannten Folgen - unzählige Opfer unter der Bevölkerung fordern, große Gebiete in unserem Land auf unabsehbare Zeit unbewohnbar machen und den wirtschaftlichen Ruin der Bundesrepublik Deutschland zur Folge haben. Und: Es gibt keine absolute Sicherheit vor technischem oder/und menschlichem Versagen. Beispiele, wie der bereits erwähnte Super-GAU im Jahre 1986 im Atomkraftwerk von Tschernobyl, der Untergang der angeblich unsinkbaren "Titanic" oder das Flammeninferno nach der Havarie des Zeppelinluftschiffs "Hindenburg", das zum Ende der Ära der Luftschifffahrt führte, gibt es dafür in ausreichender Zahl. Keine noch so hohen Sicherheitsauflagen können uns vor einem Super-GAU und dessen Folgen in einem deutschen Atomkraftwerk bewahren. Die verantwortlichen Entscheidungsträger der Bundesregierung nehmen diese Risiko für unser Land billigend in Kauf - obwohl sie bei ihrer Amtseinführung geschworen haben, sie würden ihre Kraft "dem Wohle des deutschen Volkes widmen", und "Schaden von ihm wenden". Läge das tatsächlich in ihrer Absicht, dann würden sie sich nicht zu erpressbaren Handlangern der Atomlobby degradieren lassen, sondern dafür Sorge tragen, dass die Atomkraftwerke umgehend abgeschaltet werden.
  • Wie auch immer:
    Es ist ein Verbrechen, die Bürger unseres Landes weiterhin einem solchen unkalkulierbaren Risiko auszusetzen - zumal es ungefährliche Alternativen gibt, deren dringend notwendige Einführung jedoch durch längere Atomkraftwerkslaufzeiten unnötig blockiert werden!

Auf den Internetseiten von "Tagesschau" und "ZDF Heute" ist diesbezüglich zu lesen, der "Bundesverband Erneuerbare Energie" (BEE) habe mit Empörung auf die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke reagiert. Jetzt sei die Katze aus dem Sack und die schwarz-gelbe Regierung zeige, wie rückschrittlich sie in Energiefragen ist. Der bis zu 14 Jahre längere Betrieb der Atomkraftwerke behindere den Ausbau der erneuerbaren Energien und koste deshalb langfristig sogar Geld. Mit iher Entscheidung zementiere die Bundesregierung die monopolartigen Strukturen und verhindere auf Jahrzehnte einen fairen Wettbewerb.

Eine weitere Frage, um die sich die Wespen seit einiger Zeit sowohl untereinander wie auch mit der Opposition streiten, ist die Notwendigkeit zur Einbeziehung des Bundesrats in eine Gestzgebung mit dem Ziel, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern. Herr Gabriel (SPD, Parteivorsitzender) kündigte in den Fernsehnachrichten vom 05.09.2010 an, seine Partei werde auf jeden Fall gegen ein Gesetz zur Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke vor dem Bundesverfassungsgericht klagen bei dem die Bundesregierung den Bundesrat im Gesetzgebungsverfahren umgeht. Außerdem werde die SPD die Entscheidungen der Bundesregierung rückgängig machen, sobald sie die Gelegenheit dazu habe.

Ähnlich äußerte sich auch Frau Höhn (Grüne, Fraktionsvize). Auf ihrer Internetseite zitiert die "Tagesschau" sie mit den Worten: "Die Bundesregierung hat heute ihren politischen Zusammenhalt über die Sicherheit der Bevölkerung und das Wohl künftiger Generationen gestellt." Ihre Partei werde sich dafür einsetzen, diesen Beschluss wieder rückgängig zu machen.

"ZDF Heute" zitiert Herr Münchmeyer (Greenpeace, Sprecher) auf seiner Internetseite mit den Worten: "Die Laufzeitverlängerung ist ein reines Geldgeschenk der Regierung. Sie schadet Deutschland und nutzt den Konzernen. Die Laufzeitverlängerung wird sich für die Union als Pyrrhussieg erweisen." Die Einigung der Bundesregierung, die tausende Tonnen an zusätzlichem Atommüll zur Folge haben werde, sei eine unverantwortliche Entscheidung.

Was von den Entscheidungen der Bunderegierung zu halten ist, machten unter anderem die absolut gegensätzlichen Statements der Herren Röttgen und Brüderle zu dem volkswirtschaftlichen Atomgutachten klar: Gar nichts ist davon zu halten! Es geht bei allen Entscheidungen nicht um Sicherheit oder um die Weichenstellung für eine zukunftsweisende Energiepolitik, sondern einzig und allein um den bequemsten Weg im Umgang mit den Atomkonzernen, denen der eine oder andere Minister aus den Reihen von CDU, CSU und FDP ohnehin nur allzu gern zu Gefallen ist.

Am 18. September findet in Berlin eine große Demonstration gegen die Atompolitik der Bundesregierung statt. Dann haben auch wir betroffenen Bürger die Gelegenheit, der Bundesregierung deutlich zu sagen, was wir von ihrer Atompolitik halten: "Schluss jetzt!"

www.campact.de


(Quellen: ARD-Tagesschau vom 05.09.2010, n-tv vom 05.09.2010, Campact, Zeit online vom 05.09.2010, ZDF Heute vom 06.09.2010)

Sonntag, 5. September 2010

Jäger fällt Hirsch zum Opfer


Probsteier Korntage 2010: Der siegreiche König des Waldes

In der Woche vor der "Sail Bremerhaven 2010" war ich zu Besuch bei meiner Schwester, die mit ihrer Familie in der Probstei nordöstlich von Kiel wohnt. Die Landschaft nordöstlich der Kieler Außenförde unterstand bis 1542 der Gerichtsbarkeit des Propstes des Kloster Preetz. Die heutigen Probsteier verdanken ihren fruchtbaren Erbbesitz, ihre Vorrechte und ihren Wohlstand insbesondere dem Propst Friedrich, der sich während seiner Amtszeit von 1246 bis 1250 um die Gründung neuer Dörfer verdient gemacht hatte.

Die heute vom Tourismus und der Landwirtschaft geprägte Probstei ist traditionell für ihre Getreideproduktion bekannt. Die Ernte wurde in früheren Zeiten teilweise bis nach Skandinavien verschifft. An diese Zeit erinnern die jährlich im August stattfindenden "Probsteier Korntage". Dabei beteiligen sich die Bewohner vieler Dörfer in der Probstei mit an einem Wettbewerb um die schönste Strohfigur.

Die aus meiner Sicht originellste Strohfigur stand in diesem Jahr auf der Grünfläche eines Verkehrskreisels am Ortseingang von Brodersdorf. Wenn der Jäger mit seiner Flinte über Kim und Korn einen Hirsch anvisiert, dann hat in der Regel das letzte Stündlein seines Opfers geschlagen. Das Tier hat kaum eine Chance, sein Leben zu retten. In diesem Falle scheint der ungleiche Zweikampf allerdings ausnahmsweise einmal zu ungunsten des Waidmanns ausgegangen zu sein. Der Hirsch hat den hinterhältigen Anschlag auf sein Leben unverletzt überstanden und den Todesschützen besiegt. Davon zeugt der Hut des Fieslings, den der König des Waldes gerade genüsslich zum Nachtisch verspeist.


(Quelle, Probstei: Wikipedia)

Samstag, 4. September 2010

Atompolitik - Ein abgekartetes Spiel

Atomkraft? Nein Danke!
Angesichts des wachsenden Unmuts in der
Bevölkerung und der bevorstehenden
Demonstration in Berlin werden sie jetzt
hektisch, die Wespen.

Unter der Titelzeile "Atomfrage auf der Zielgeraden"
liest man heute in der Nordsee-Zeitung

  • Die Bundesregierung kommt bei ihren Arbeiten für längere Atomlaufzeiten voran
  • An diesem Sonntag nachmittag wollen die Koalitionsspitzen im Kanzleramt über die längeren Atomlaufzeiten entscheiden.
  • Bei dem Treffen im Kanzleramt geht es auch um die Frage, bis zu welcher Laufzeitverlängerung der Bundesrat wegen fehlender schwarz-gelber Mehrheit umgangen werden kann.

Meine Meinung:

Das alles hat mit vernünftiger, sicherheitsorientierter und zukunftweisender Energiepolitik schon lange nichts mehr zu tun. Das ganze ist nur noch ein abgekartetes Spiel zwischen der Atom-Lobby und ihren politischen Handlangern. Während jeder Bürger anstandslos die Steuerforderung begleicht, die ihm das Finanzministeruium vorsetzt, üben die Atomkonzerne Druck auf die Regierung aus und erpressen das Zugeständnis, darüber verhandeln zu können, ob sie Steuern zahlen oder nicht. Das ist einfach nicht zu fassen!

Wer angesichts des Super-GAUs im Atomkraftwerk von Tschernobyl weiterhin auf Atomkraftwerke setzt, der setzt wissentlich und in voller Absicht zugunsten klingelnder Kassen der Atomkonzerne die Sicherheit, die Gesundheit und das Leben unzähliger Bundesbürger sowie deren wirtschaftliche Existenz auf's Spiel. Die regierenden Wespen in Berlin ignorieren dabei den offensichtlichen Willen der Mehrheit der Bundesbürger. Das zeigt unter anderem das ZDF-Politbarometer.

Auf die Frage, ob die Atomkraftwerke über das Jahr 2021 hinaus in Betrieb bleiben sollen antworteten im Mai 2010 noch 40 Prozent der Befragten mit ja. 55 Prozent sprachen sich jedoch dagegen aus. Im August vertraten nur noch 38 Prozent der Befragten die Meinung, die Atomkraftwerke sollten über das Jahr 2021 hinaus laufen, während eine Mehrheit von 56 Prozent das ablehnte. Gleichzeitig verlieren die Wespen weiterhin immer mehr an Akzeptanz in der Bevölkerung - nicht nur für ihre Atompolitik.

So viel Ignoranz gegenüber dem Willen "des Wählers", der ansonsten bei anderen Gelegenheiten schon gern mal als Auftraggeber bezeichnet wird, erzeugt in mir ein Gefühl ohnmächtiger Wut. Ich hoffe, die Verantwortlichen in der CDU/CSU und der FDP bekommen irgendwann einmal die Quittung dafür.

Am Samstag, dem 18. September, wird vor der Haustür der Wespen in Berlin eine große Demonstration gegen deren Atompolitik stattfinden. Ich hoffe, dass möglichst viele derjenigen, die gegen die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke sind, die Zeit haben und den Mut aufbringen, sich an der Demonstration zu beteiligen. Ich werde jedenfalls dabei sein, wenn es darum geht, der Arroganz der vermeintlich Mächtigen den deutlichen Unmut des Volkssouveräns entgegenzusetzen!

Auf der Internetseite "Anti Atom Demo" gibt es Informationen über aktuell 81 Busse, 3 Sonderzüge, diverse Mitfahrgelegenheiten und andere Anreisemöglichkeiten. Außerdem gibt es dort einen Aufruf zu einer weiteren, vorgezogenen Demonstration:

Am Sonntag werden das demokratische Netzwerk Campact und der BUND vor dem Kanzleramt protestieren und mit möglichst vielen Menschen den einfahrenden Ministern einen lautstarken Empfang bereiten.
  • Zeit:
    Sonntag, 5. September
    12.30 bis voraussichtlich 14.15 Uhr
  • Ort:
    Bundeskanzleramt
    Willy-Brandt-Straße 1
    Berlin
Weitere Infos dazu gibt es hier.

www.campact.de


(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 04.09.2010, ZDF-Politbarometer vom 27.08.2010)

Freitag, 3. September 2010

Sail Bremerhaven 2010 - Updates

Während der letzten drei Tage der "Sail Bremerhaven 2010"
fehlte mir die Zeit für die Bearbeitung meiner Fotos und Videos.
In der Liste unten findet ihr Links zu neuen Fotos und Videos,
sowie zu ergänzten Texten.


31.08.2010
"Umzug der Besatzungen" vom 28.08.2010:
  • Video "Umzug der Schiffsbesatzungen"
  • Foto-Collage und Text "Flames of Water"

01.09.2010
"Impressionen vom Wochenende" vom 30.08.2010:
  • Video "Impressionen ..." und Links zu Partnerstädten

03.09.2010
"Abschied" vom 30.08.2010:
  • Video "Abschied" mit Szenen von den Seglern auf der Weser, einer Demonstration des DGzRS-Seenotrettungskreuzers "Hermann Rudolf Meyer" und seines Tochterbootes sowie der Verabschiedung der Großsegler "Dewaruci", "Mir", "Soerlandet" und "Götheborg".

Sakineh Ashtiani - Neuer Anwalt unter Druck


Weltweite Proteste gegen Steinigung

Einem gestern veröffentlichten Artikel des "Stern" ist zu entnehmen, dass auch der neue Anwalt der zum Tode durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani von den iranischen Behörden schikaniert wird. Ihr Sohn, der 22-jährige Sajjad Ghaderzadeh, berichtet, bei der Durchsuchung der Wohnung des Anwalts seiner Mutter (Houtan Kian) seien Akten, der Laptop und der Drucker des Anwalts mitgenommen worden. Herr Ghaderzadeh sagte in einem Interview mit dem Stern, seit dem Vorfall habe der Herr Kian seine Mutter nicht mehr treffen dürfen. Der erste Anwalt, Mohammad Mostafaei, hatte aus Iran fliehen müssen, da ihm dort die Festnahme drohte. Diese beiden Vorfälle von Repressalien gegen Rechtsanwälte in Iran sind aber wohl keine Einzelfälle. Darüber, wie gefährlich Anwälte in Iran leben, berichtet unter anderem auch Ali Schirasi in seinem Blog. Wenn es dem Erhalt ihrer Macht dient, dann schrecken die iranischen Machthaber offenbar vor nichts zurück.

Obwohl seine Mutter in einem sehr schlechten psychischen Zustand sei, sagt Herr Ghaderzadeh, er sei froh darüber, dass seine Mutter aufgrund der weltweiten Proteste gegen die Steinigung noch am Leben sei. Sie wisse von den internationalen Protesten gegen die drohende Steinigung und sei "sehr, sehr glücklich darüber".

In dem Video zeigt der Stern Bilder von weltweiten Protesten gegen die Steinigungen in Iran und Herr Ghaderzadeh berichtet über die augenblickliche Situation seiner Mutter.


(Quelle: Stern online vom 02.09.2010)

Donnerstag, 2. September 2010

Altstadtrundweg im Gründerzeit Quartier


Sommerliche Impressionen aus dem südlichen Lehe

Seit dem Herbst des letzten Jahres gibt es im Leher Ortsteil "Goethestraße" die "Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe e.V." (ESG-Lehe). Mit gemeinsamen Aktionen und Projekten wollen die in der ESG-Lehe engagierten Wohnungs- und Hauseigentümer die Wohn- und Wohnumfeldqualität in ihrem Quartier nachhaltig verbessern. Dafür haben sie ein Handlungskonzept erarbeitet, das konkrete Maßnahmen vorsieht, die im Laufe der Zeit realisiert werden sollen.

Das größte Problem des gründerzeitlich geprägten Viertels mit seinen reich verzierten Schmuckfassaden ist sein negativ besetztes Image, das durch verallgemeinernde Artikel in der Boulevard Presse immer wieder neu genährt wird. Da die Schreiber der Artikel in diesen Blättern nicht zwischen dem Ortsteil "Goethestraße" und dem bedeutend größeren "Rest" Lehes unterscheiden, wurde im Laufe der Zeit das Ansehen des gesamten Stadtteils in Mitleidenschaft gezogen. Wer Lehe und sein Gründerzeit-Viertel nicht kennt, der muss nach dem Lesen solcher Zeitungsartikel denken, Lehe sei ein einziges Sammelsurium abrisswürdiger "Schrottimmobilien".

Dieses verzerrte Bild in den Köpfen der Menschen lässt sich nur korrigieren, wenn sie sich selbst ein Bild machen können. Selbst den wenigsten Bremerhavenern dürfte bekannt sein, dass es im Süden Lehes eine erstaunliche Dichte denkmalgeschützter Gebäude gibt. Eines der Starter-Projekte der ESG-Lehe ist deshalb die Einrichtung eines Altstadtrundwegs. Dieser soll - wenn er einmal fertiggestellt ist - zum einen auf Orte mit besonderer Geschichte oder besonderer Gestaltung aufmerksam machen und zum anderen einen Blick in die Zukunft des gründerzeitlich geprägten Viertels im Süden des Stadtteils Lehe wagen. Dafür wurde ein Konzept entwickelt und erste Maßnahmen sollen zum Ende dieses Jahres umgesetzt werden. Der Hauptaspekt ist das Erzählen von Leher GEHschichten, also das Erleben von interessanten Geschichten in und um Lehe, während eines Spaziergangs durch das Viertel. Hinweisschilder, die entlang des Weges über die besonderen Orte informieren, werden den Verlauf des Altstadtrundwegs kenntlich machen. Ein Spaziergang im Dunkeln wird durch die Beleuchtung mehrerer Fassaden zu einem ganz neuen Erlebnis werden.

Durch die Hervorhebung der schönen Seiten des Leher Gründerzeitviertels und durch das Aufzeigen der vorhandenen Potenziale soll der Besucher soll nicht nur das alte Gründerzeitquartier, sondern auch das neue und das zukünftige Viertel kennenlernen. Bremerhavener erhalten die Gelegenheit, den Süden Lehes neu zu entdecken. Auswärtigen Besuchern soll der Altstadtrundweg "die andere Seite" des Quartiers zeigen, die in den vielen negativ belasteten Presseberichten nicht zum Ausdruck kommt. Einen einen Eindruck von dieser "anderen Seite" vermittelt mein Video mit Impressionen aus dem Gründezeitviertel und seiner näheren Umgebung.


Auftaktfest "Altstadtrundweg"

Eine erste Möglichkeit, den zukünftigen Altstadtrundweg kennen zu lernen, ist das Auftaktfest der ESG-Lehe

am 17. September 2010 ...
  • ... beginnt um 18 Uhr
    auf dem Ernst-Reuter-Platz neben der Pauluskirche für interessierte Besucher eine Führung zum Thema Denkmalschutz durch das Gebiet des Altstadtrundwegs.
  • ... sind um 19:00 Uhr und 20:30 Uhr
    alle Neugierigen herzlich eingeladen, das Leher Gründerzeitquartier neu zu entdecken. Startpunkt ist wieder jeweils der Ernst-Reuter-Platz.

Auf die Gäste der ESG-Lehe warten entlang des Weges unterschiedlichste Überraschungen: Aus Fenstern oder von Balkons werden Lesungen in unterschiedlichen Sprachen und Dialekten stattfinden. Livemusik verschiedener Stilrichtungen und Kleinkunst werden an mehreren Stellen entlang des Weges und auf dem "Pausenhof Lehe" für Unterhaltung sorgen. Unabhängig von den Führungen kann man sich auf dem "Pausenhof Lehe" an den Informationsständen zum Projekt "Altstadtrundweg" und über die Arbeit der ESG-Lehe informieren. Die Gastronomie rund um den Weg wird für die Besucher geöffnet sein. Als besonderes Highlight wird "Das Letzte Kleinod" mehrere Fassaden eindrucksvoll mit Licht in Szene setzen. Nähere Informationen, wie z.B. der Streckenverlauf, können dem Flyer zum Auftaktfest entnommen werden.


(Quelle: ESG-Lehe)