Samstag, 24. April 2010

Kettenreaktion


Anti Atom Treck Gorleben-Krümmel (22.04.2010, auf dem Weg nach Uelzen)
© www.contratom.de


Bereits am 21. April startete der der Anti Atom Treck in Gorleben, der heute pünktlich zur Ketten(re)Aktion am Atomkraftwerk "Krümmel" erwartet wird. Auf der Internetseite von "contrAtom" konnte man den Treck - sozusagen online - begleiten. "contrAtom" zeigt dort Berichte, Fotos und Videos von den Ereignissen auf dem langen Weg zur "Ketten(re)Aktion". Nachdem die Zusammenarbeit mit der Polizei bis dahin als "super" bezeichnet wird, wurde der Treck gestern kurz hinter einem Tunnel von Lüneburger Bereitschaftspolizisten aufgehalten. Motorradfahrer wurden aus dem Treck rausgewunken denen dann ihre Zündschlüssel abgenommen wurden. Nach einem Funkspruch stand dann der ganze Treck. Nach einer halben Stunde Debatte mit der Polizei setzte sich der Treck. inklusive der Motorradfahrer, wieder in Bewegung.

Mir ist gerade aufgefallen, dass die Internetseiten der "Ketten(re)Aktion" nicht erreichbar sind. Aktuelle Informationen für Kettenteilnehmer und interessierte Leser sind aber weiterhin auch auf den Seiten von Ausgestrahlt, ContrAtom und Campact zu finden.

Was der Herr Oettinger (CDU, EU-Energiekommissar und einer der beiden Autoren des "Strategie- und Schrittfolgepapiers Kernenergie" der CDU) als Beruhigungspille für das Wendland gedacht hatte, ist dort allerdings wohl "nicht so gut angekommen". Herr Oettinger versuchte den Wendländern zu versichern, dass Gorleben nicht die Atommüllkippe ganz Europas, sondern "nur die der Bundesrepublik" werden solle. Den Menschen im Wendland geht es jedoch darum, dass ihnen mit dem Salzstock von Gorleben nicht das gleiche Schicksal blüht, wie denen in Niedersachsen mit dem ehemaligen Salzbergwerk Asse-II. Ihnen muss die "Beruhigungspille" des Herrn Oettinger daher eher wie eine Provikation vorkommen.

Dass die Gefahr, dass auch der für die "Endlagerung" hochradioaktiven Atommülls vorgesehene Salzstock bei Gorleben eines Tages absäuft, nicht aus der Luft gegriffen ist, belegen Berichte der Stuttgarter Zeitung vom 15. April 2010 und der Frankfurter Rundschau vom 13.04.2010, in denen von einem ungefähr einer Million Kubikmeter großen Wasserreservoir im Salzstock von Gorleben berichtet wird - und darüber, dass Gorleben nicht unter der Priorität "Sicherheit" ausgewählt wurde, sondern nach den Gesichtspunkten "zu viel Widerstand am eigentlich besser geeigneten Standort im Emsland", "kaum zu erwartender Widerstand im Zonenrandgebiet Wendland" und "Brüskierung der DDR". Die willkürliche, ausschließlich politisch motivierte, Entscheidung, Gorleben, das ursprünglich überhaupt nicht als Endlager im Gespräch war, als Enlagerstandort festzulegen, geht auf den damaligen Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen, Herrn Albrecht, zurück. Diese Ungeheuerlichkeiten werden jetzt auch mit bisher geheim gehaltenen Dokumenten belegt, die von der Umweltschutzorganisation Greenpeace auf ihrer Internetseite veröffentlicht wurden: Die Akte Gorleben.

Auch diese Beispiele zeigen wieder einmal, dass die Atomkraft auf dem Fundament eines gigantischen Lügengebäudes gegründet ist. Ohne jahrzehntelangen die milliardenschweren Subventionen aus Steuermitteln, der massiven Vertuschung und den Filz zwischen der Politik und Atomlobby wären die Entwicklung, der Bau und der Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland niemals durchsetzbar gewesen.

So, genug geschrieben für heute: Ich mache mich jetzt erst einmal auf den Weg zur Ketten(re)Aktion, um gegen diesen kriminellen Sumpf und die Zumutung, dass wir diesen hochgefährlichen Missständen noch für mindestens dreißig weitere Jahre ausgesetzt werden sollen, zu demonstrieren.



Aktions- und Menschenkette

(Quelle: contrAtom, Der Tagesspiegel vom 21.04.2010, Frankfurter Rundschau vom 13.04.2010, ARD Magazin "Panorama" vom 27.08.2009)

Freitag, 23. April 2010

Uranium - is it a country?


"Uranium - is it a country?" (Dokumentarfilm, Trailer)
  • Seit 1950 stieg die durchschnittliche Temperatur auf der Erde um 0,6 Grad an.
  • Durch die Stromerzeugung werden pro Jahr acht Milliarden Tonnen Treibhausgase freigesetzt.
  • Bis 2030 wird der globale Strombedarf fast doppelt so hoch sein wie 2008.
  • Extreme Wettererignisse werden durch hohe Treibhausgasemissionen wahrscheinlicher.
  • Der Betrieb von Atomkraftwerken verursacht wenig Treibhausgase:
    Ist Atomkraft umweltfreundlich?


"Uranium - is it a country?"
- eine Spurensuche nach der Herkunft von Atomstrom -

Der 53 minütige Dokumentarfilm der Initiative STRAHLENDES KLIMA zeigt hierzulande bisher wenig oder gar nicht beachtete Aspekte der Stromerzeugung in Atomkraftwerken. Man spricht bei uns von Kohlekraftwerken, Windkraftwerken, ... - aber nicht von Urankraftwerken:

Der Treibstoff unserer Atomkraftwerke ist nämlich weder "Kern" (Neudeutsch für "Atom"), noch "Atom", sondern Uran. Unter der Erdoberfläche Australiens liegen davon weltweit die größten Vorkommen. Die Frage, was Uran ist, können viele Menschen nicht beantworten. Die einen stellen ratlos die Gegenfrage: "Uran - ist das ein Land?" (Uranium - is it a country?). Andere vermuten zumindest, das Uran wohl irgendetwas mit Radioaktivität zu tun haben könnte.

Der Film zeigt die gravierenden Risiken für Mensch und Umwelt im Zusammenhang mit dem Uranabbau. Er zeigt die bereits vorhandenen Schäden in der Umwelt sowie die Gefahren für Leib und Leben der Menschen auf der anderen Seite unseres Planeten, für die auch deutsche Atomkonzerne die Verantwortung tragen. Der Film macht auch deutlich, das der Anfang der Lügenkette bezüglich der tatsächlichen Gefahren bereits im Outback von Down-Under geknüpft wird und dass die Lügen, die man uns bezüglich unserer eigenen persönlichen Gefährdungen am Ende der Kette stehen, wo sie nur einen kleinen Teil der gesamten Ungeheuerlichkeiten ausmachen. Gefahren, über die wir hier in Deutschland (zum Glück noch) lediglich theoretissche Debatten führen, sind in Australien bereits Realität.

Es ist zu kurz gegriffen, die Nutzung der Atomkraftwerke in Deutschland nur auf Grundlage unserer nationalen CO2-Bilanz zu betrachten. Nur wer alle Prozesse und deren jeweils regionalen und globalen Auswirkungen betrachtet, die vor, während und nach der Erzeugung von Atomstrom durchlaufen werden, auch diejenigen in Australien, kann wirklich mitreden.

Ich persönlich werde mir nicht ein zweites Mal so etwas wie einen "Atomkonsens" aufschwatzen lassen. Wer mit der Aufkündigung des Atomkonsens "A" gesagt hat, der muss anschließend auch "B" sagen, und die sogenannte "friedliche" Nutzung der Atomenergie in Deutschland umgehend beenden. Bezüglich der Nutzung der Atomenergie ist der Frieden in diesem Land seitens der Atomlobby und der schwarz-gelben Bundesregierung jedenfalls innerhalb kürzester Zeit empfindlich gestört worden. Wenn andere nicht bereit sind, einen für die Sicherheit Deutschlands so fundamental bedeutenden Vertrag, wie den Atomkonsens von 2002, einzuhalten, dann bin auch ich nicht mehr bereit, irgendeine andere Option zu tolerieren, als den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft.


Aktions- und Menschenkette

Quelle: "Uranium - is it a country?" - Ein Dokumentarfilm der Initiative Strahlendes Klima (Deutschland/Frankreich/Australien 2008)

Donnerstag, 22. April 2010

Radioaktive Märchen


Der Unterschied zwischen Märchen und Wirklichkeit

CDU, CSU, FDP und Teile der SPD fördern gemeinsam die Lobbys der Atomwirtschaft. Um ihr Ziel zu erreichen, verbreiten sie das Märchen vom billigen und sicheren Atomstrom. Der Märchenonkel Glos erzählte zum Beispiel: "Längere Laufzeiten für bestehende Atomkraftwerke bedeuten langfristig eine preisgünstigere, sichere und klimaschonende Stromerzeugung."

Dabei legte er eine besondere Betonung auf den Begriff "sichere". Damit wollte er davon ablenken, dass es gar keine sicheren Atomkraftwerke gibt. Die gibt es nämlich nur im Märchen. Im wirklichen Leben gibt es nur solche, wie dasjenige, das 1986 den Menschen in der Umgebung von Tschernobyl um die Ohren geflogen ist: Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann sich der nächste Super-GAU ereignen wird.

In der Märchenwelt unserer Politiker hingegen werden Atomkraftwerke neuerdings sogar schon grün geredet, weil sie angeblich das Klima schützen. Über die Klimagase, und sonstigen Schädigungen der Umwelt, die allein schon beim Uranabbau, der Produktion der Brennstäbe und dem Transport zu den Atomkraftwerken entstehen, erzählte der gute Märchenonkel natürlich nichts, und auch nicht darüber, dass das Thema, Atomkraftwerke würden das Klima schützen, schon während der Verhandlungen zwischen den Atomkonzernen und der Bundesregierung über den Atomkonsens einvernehmlich in das Märchenreich verwiesen worden war (Michael Müller, SPD, Parlamentarischer Staatssekrätär im Bundesministerium für Umwelt, in dem Dokumentarfilm "Uranium - Is it a Country?").

In Wahrheit sind Atomkraftwerke jedoch die Gelddruckmaschinen der Atomkonzerne in Deutschland. Das weiß nur kaum jemand. Die Märchenonkels und -tanten unter den Politikern erzählen nämlich selbstverständlich nichts über die versteckten Subventionen für die Energieerzeuger. Ein nettes, kleines Beispiel für eine solche versteckte Subvention der Atomindustrie zu Lasten der Allgemeinheit ist die Haftpflichtversicherung. Für jedes Kraftwerk, das zur Stromerzeugung erneuerbare Energien verwendet, wird eine Haftpflichtversicherung in voller Höhe fällig. Die deutschen Atomkonzerne zahlen für die Haftpflichtversicherung ihrer gemeingefährlichen Atomkraftwerke aber nur einen Bruchteil eines einzigen Prozents. Für den Rest muss im Falle eines Super-GAUs der ohnehin geschädigte Steuerzahler geradestehen.

Die deutschen Steuerzahler finanzieren seit jeher die Entwicklung, den Bau und den Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland, ebenso wie sie später auch den weitere Milliarden von Euro verschlingenden Abruch und die zig-Jahrtausende lange Handhabung des Atommülls bezahlen sollen. Im Märchen käme an dieser Stelle eigentlich der Edle Ritter und würde den bösen Atomlobby-Drachen zur Strecke bringen, um die Steuerzahler des verwunschenen Königreichs von der erdrückenden Last des radioaktiven Monsters zu befreien - nicht so jedoch im Märchen des Onkel Glos.

Und im wirklichen Leben? Nachdem der Steuerzahler ohnehin schon gehörig für die Atomkraftwerke zur Ader gelassen wurde, wird er anschließend auch noch für die Stromrechnung in voller Höhe des Marktpreises zur Kasse gebeten. Herr Matthes (Öko-Institut Berlin) erklärt dazu, niedrige Kosten der Atomstrom-Produzenten seien nicht das gleiche wie die Preise, für die sie den Strom an ihre Kunden abgeben: "Preise bilden sich in einem liberalisierten Strommarkt nach anderen Prinzipien. Das heißt beim Stromkunden kommt davon nicht ein einziger Cent an. Allein die Konzerne machen die Zusatzprofite, und die werden sie natürlich nicht abgeben."

Allein schon im Falle einer Laufzeitverlängerung für die alten Atomkraftwerke streichen die Atomkonzerne in Deutschland insgesamt 85 Milliarden Euro zusätzlich ein ... - inzwischen reden die gelb-schwarz gestreiften Wespen in Berlin über Laufzeiten von 60 Jahren für die deutschen Atomkraftwerke. Auf die einfache Frage: "Wieviel sind Sie denn bereit abzugeben: 20 Milliarden, 30 Milliarden, ...", gab Herr Großmann (RWE, Vorstandsvorsitzender) die ebenso eindeutige Antwort: "Also im Moment haben wir überhaupt nichts abzugeben, sondern wir wollen erst mal warten, wie die gesetzliche Regelung sein wird."


Übermorgen treffe ich mich mit einigen Leuten auf der Strecke zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel zur Ketten(re)Aktion.

Dort werden wir den Wespen in Berlin klar und deutlich sagen, dass sie schleunigst dafür sorgen sollen, dass die Atommüll produzierenden Dampfmaschinen (denn nichts anderes ist ein Atomkraftwerk!) noch in dieser Legislaturperiode abgeschaltet werden. Dann sind die Atomkonzerne in Deutschland keine Atomkonzerne mehr, und der raffgierige Herr Großmann und seine Kollegen brauchen sich ihre Köpfe nicht mehr darüber zu zerbrechen, wie sie die zig-Milliarden Euro aus Zusatzprofiten vor den belogenen und betrogenen Steuerzahlern in Sicherheit bringen sollen.

Aktions- und Menschenkette


(Quelle: ZDF-Magazin "Frontal 21" vom 16.09.2008, Strahlendes Klima)

Walfang-Moratorium gefährdet

Es ist gerade einmal 24 Jahre her, dass viele Arten der großen Meeressäuger, darunter das größte Lebewesen, das je auf diesem Planeten gelebt hat, der Blauwal, an der Schwelle zur Ausrottung standen. Dank weltweiter Proteste gegen den industrialisierten kommerziellen Walfang, wurde im Jahre 1986 die Jagd auf Wale aufgrund eines Moratoriums der Internationalen Walfangkommission (IWC) verboten. Dieses Ergebnis gilt noch heute als einer der größten Triumphe der internationalen Umweltschutzbewegung.

Den indigenen Völkern Alaskas oder Grönlands ist die Jagd auf Wale aus Gründen der traditionellen Ernährung weiterhin gestattet worden. Wer darüber informiert ist, was in den Siedlungsgebieten der genannten Völker an tierischer Nahrung zur Verfügung steht, der weiß auch, dass Wale - neben Robben, Fischen oder Vögeln - eine der wenigen traditionellen Nahrungsquellen dieser Völker sind. Genießbare pflanzliche Nahrung ist dort kaum verfügbar. Über diese Fakten informiert unter anderem auch das "Klimahaus 8° Ost" in Bremerhaven auf sehr anschauliche Weise. Die Völker Alaskas oder Grönlands haben jedoch auch nie den Bestand ganzer Wahlpopulationen oder gar kompletter Walarten gefährdet, wie es bei der industriellen Jagd auf Wale der Fall ist.

Für die Walfangnationen, die in großem Stil industriellen Walfang betrieben haben, gibt es außerdem Sondergenehmigungen die Jagd auf Wale zu „wissenschaftlichen Zwecken". In Wahrheit diente die "wissenschaftliche Jagd" auf Wale jedoch lediglich dem Erhalt der Walfangflotten Russlands, Japans, Norwegens oder Islands. So sollen dem "wissenschaftlichen Interesse" Japans an den Leichen der großen Meeressäuger zum Beispiel allein im Jahre 2008 ungefähr 900 Wale zum Opfer gefallen sein, die dann auf den Tellern japanischer "Feinschmecker" endeten. Aber nicht nur japanische Opfer einer zweifelhaften Wissenschaft gelangen portionsweise nach Japan. Auch Wale, die von Island erlegt wurden, werden an japanische Restaurants geliefert. Darauf machte Greenpeace mit einer Blockade im Hafen von Rotterdam aufmerksam, als sie sich an einen Frachter ketteten, der unter anderem mehrere Container mit insgesamt 160 Tonnen Finnwal-Fleisch aus Island an Bord hatte. Mit "Walforschung" hat das alles absolut gar nichts zu tun.

Wer sich aber dafür interessiert, wie wirkliche Walforschung aussieht, dem kann ich wärmstens das Buch "Die Sinfonie der Wale" von Alexandra Morton empfehlen, bei dessen Lektüre auch ich noch etwas dazulernen konnte. Seitdem ich es gelesen habe, sehe ich zum Beispiel auch die Haltung von Delfinen oder Orcas in Zoos oder Freizeitparks mit völlig anderen Augen, und wenn ich zu einem besonderen Anlass einmal Lachs kaufe, dann nur noch solchen, der nicht aus einer Lachsfarm stammt.

Alexandra Morton ist auf dem Gebiet der Erforschung des Lebens der Wale in ihrer natürlichen Umgebung an der Westküste Kanadas so etwas wie das, was Jane Goodall bei den Schimpansen ist: eine Koryphäe auf ihrem Gebiet. Seit vielen Jahren beobachtet sie das Verhalten und vor allem die Sprache von Walen. Gleichzeitig ist das Buch auch so etwas wie eine Autobiografie. Mit ihren fundierten Erzählungen lässt sie uns an ihrem eigenen Leben ebenso teilhaben, wie am Leben dieser faszinierenden, intelligenten Lebewesen. Neben der tiefen Zuneigung, die sie im Laufe der Zeit zu den Walen, entwickelt hat, spürt man als Leser aber auch ihren Zorn über die Arroganz und den Egoismus des Menschen, der die Wale Stück für Stück in den Untergang treibt, indem er ihren Lebensraum verschmutzt und einengt, ihre Gesundheit mit hormonverseuchten Lachsfarmen zerstört, und sie als "Nahrungskonkurenten" aus ihren angestammten Nahrungs- und Paarungsgebieten vertreibt.


Japan fordert Wiederaufnahme des blutigen Gemetzels

In wenigen Tagen wird ein "Kompromiss"-Vorschlag Japans veröffentlicht, der die Jagd auf Wale zu kommerziellen Zwecken erstmals seit 24 Jahren wieder erlauben würde. Japan bietet an, den bislang praktizierten "Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken" zu reduzieren, wenn dafür der kommerzielle Walfang in Küstennähe wieder erlaubt wird. Dieser faule Kompromiss schützt nicht das Leben auch nur eines einzigen Wals. Er ist nichts anderes als die Verlagerung des Tötens in die Küstengewässer Japans, mit dem Ziel, die Tür zur Wiedereinführung des kommerziellen Walfangs, auch auf hoher See, aufzustoßen. Sobald der Vorschlag publik gemacht wird, stehen die Mitgliedsstaaten der IWC vor der Entscheidung, ob sie ihn unterstützen oder zurückweisen. Neuseeland, dass dem kommerziellen Walfang bisher immer ablehnend gegenüber stand, hat bereits sein mögliches Einverständnis mit dem Vorschlag Japans signalisiert.


Petition zum Schutz der Wale

Ein starker internationaler Protest, kurz bevor die Staaten über ihre Position entscheiden, stärkt die Position der Walschützer und könnte die faktische Aufhebung des Walfangmoratoriums und die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs noch verhindern. Das internationale demokratische Netzwerk AVAAZ hat deshalb eine Notfallpetition an die IWC initiiert. Jedesmal, wenn 100000 Unterschriften zusammenkommen sind wird AVAAZ die Petition an die Delegierten der Walfangkommission übergeben.

Der Text der Petition lautet:
"An die Mitglieder der Internationalen Walfangkommission:
Als Bürger aus der ganzen Welt fordern wir Sie auf, das Verbot kommerziellen Walfangs als zentrale politische Aufgabe der Internationalen Walfangkommission, in ihrem Streben nach der Erhaltung von Walen, beizubehalten."


Die Petition kann auf der Internetseite
von AVAAZ online unterzeichnet werden
.


(Quellen: AVAAZ, Epoch Times vom 10.03.2009, ARD Tagesschau vom 03.04.2010, Süddeutsche Zeitung vom 07.03.2010, Der Standard vom 02.04.2010)

Mittwoch, 21. April 2010

... und für den Frieden in der Welt



Wilfried Schmickler über deutsche Soldaten in Afghanistan, eine gerechte Sache, gefallene Wahrheiten, blühende Lügen, gewaltlose Kirchenführer mit reinen Herzen, eine Glaubenskrise, die Retter der Nation, Bernd das Brot, geläuterte Banken, eine dringend notwändige Währungsreform zur Einführung einer wichtigen Währung, gesellschaftliche Werte, eine Schicksalswahl für ganz Deutschland, sowie eine Wahlempfehlung für die Wähler in Nordrhein-Westfahlen ...

Dienstag, 20. April 2010

Die Zeitschinder von Neckarwestheim


SWR, AKW Neckarwestheim 1: Laufzeitverlängerung mit billigen Taschenspielertricks

Im Atomkonsens wurde im Jahre 2002 zwischen der Bundesregierung und den Atomkraftwerksbetreibern vereinbart, welche Reststrommengen ein Atomkraftwerk, ausgehend von einer Regellaufzeit von etwa 32 Jahren, noch produzieren darf. Auf Grundlage der Stromproduktion der einzelnen Kraftwerke in der Vergangenheit, ergibt sich aus den Reststrommengen, dass das letzte deutsche Atomkraftwerk etwa 2021 stillgelegt werden müsste.

Dementsprechend hätte das Atomkraftwerk "Neckarwestheim 1" der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), das seit 1976 in Betrieb ist, etwa Anfang 2009 stillgelegt werden müssen. Der SWR berichtete im Oktober 2008, das Atomkraftwerk "Neckarwestheim 1" sei bereits zwei Mal über längere Zeit nicht am Netz gewesen. Das sei ungewöhnlich. Herr Michels (EnBW Kernkraft, Neckarwestheim) begründet dieses in dem Filmbeitrag des SWR mit Revisionsarbeiten, die "so lange dauern, wie sie eben brauchen ..." - Ein Schelm der Böses dabei denkt?

Der Zeitpunkt, an dem die im Atomkonsens von 2002 festgelegte Reststrommenge erreicht ist, nach der das Atomkraftwerk "Neckarwestheim 1" abgeschaltet werden muss, verschiebt sich mit jeder weiteren Revision und jedem Tag, an dem das Atomkraftwerk nicht im Normalbetrieb läuft immer weiter in die Zukunft. Schon damals vermuteten Atomkraftgegner, dass die EnBW in der Hoffnung, eine gelb-schwarze Wespenkoalition werde den Automkonsens schon aufkündigen, Zeit schindet, um das Atomkraftwerk über die Bundestagswahl im September 2009 hinweg zu retten.

Dass die Befürchtungen damals nicht unbegründet waren, belegt des "Strategie- und Schrittfolgepapier Kernenergie" der Herren Koch und Oettinger (damals Ministerpräsidenten der Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg) vom 14.08.2009:

Auf der Seite 14 des Papiers ist im Abschnitt 5.1 zu lesen, eine Laufzeitverlängerung erfordere die Änderung des Atomgesetzes. Aufgrund der jetzigen Rechtslage müssten entsprechende Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden. Zitat:

"Da Änderungen des Atomgesetzes möglicherweise in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht realisierbar sind, sind neben verschiedenen Varianten von Atomgesetzänderungen (Abschnitt 5.3) auch Maßnahmen im Rahmen des derzeit geltenden Atomgesetzes zu diskutieren (Abschnitt 5.2)."


Im Abschnitt 5.2.1 (Betriebsweise der Atomkraftwerke) wird dann auf die Möglichkeit hingewiesen, dass mit der Drosselung der Leistung der Kernkraftwerke die produzierte Strommenge geringer ausfällt - die im Atomkonsens zugebilligte Restmenge also später erreicht wird - womit sich der Zeitpunkt der Abschaltung auf die Zeit nach der angestrebten Änderung des Atomgesetzes zugunsten längerer Laufzeiten verlängern lässt. Zitat:

"... ist eine Drosselung der Leistung der Kernkraftwerke mit dem Ziel ins Auge zu fassen, den Zeitpunkt des Inkrafttretens einer Änderung des Atomgesetzes zu erreichen."


In der Bundesregierung wird inzwischen über Gesamtlaufzeiten von 60 Jahren gesprochen. Uralt-Reaktoren, die im nächsten Jahr bei normalem Betrieb entsprechend der Vereinbarungen im Atomkonsens aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden wären, werden mit dieser politischen Empfehlung, die von den Atomkonzernen bereits im Voraus praktiziert wurde, für nahezu die doppelte Zeit in Betrieb bleiben, wie Laufzeit, die im Atomkonsens vereinbart worden war. Im Falle des Atomkraftwerks "Neckarwestheim 1" würde das bedeuten, dass entsprechend der derzeitigen Diskussion in der Wespenkoalition nicht vor 2036 mit der Stilllegung zu rechnen ist. Mit einer neuen Pumpe im Kühlkreislauf, oder einem neuen Generator, die man der tickenden Zeitbombe vielleicht von Zeit zu Zeit spendiert, lässt diese sich sicherlich auch weiterhin als "sicheres Atomkraftwerk" verkaufen, um sie noch bis zum St. Nimmerleinstag weiterticken lassen zu können.

Mit einem billigen Taschenspielertrick wurde der Öffentlichkeit auch in diesem Fall die Wahrheit über die Zukunft der sogenannten "sicheren Atomkraftwerke" in Deutschland verschwiegen! Seit dem Super-GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl sollte eigentlich jedem klar geworden sein: Kein Atomkraftwerk der Welt ist sicher genug, um den weiteren Betrieb zu rechtfertigen. Die Uralt-Reaktoren, die schon lange nicht mehr dem aktuellen Stand von Forschung und Technik entsprechen, sind es erst recht nicht. Es ist lange genug getrickst, verbogen und vertuscht worden!

Deshalb sagen wir der Bundesregierung am nächsten Samstag mit der "Ketten(re)Aktion", dem Anti-Atom-Treck, der bereits morgen an den Atomanlagen von Gorleben startet und am Samstag am Atomkraftwerk Krümmel ankommen wird, der Umzingelung der Atomreaktoren in Biblis und dem zentralen NRW-Atomausstiegs-Demonstrationszug vom Bahnhof Ahaus zum Atommüll-Zwischenlager, mit dem an das Unglück von Tschernobyl vor genau 24 Jahren erinnert werden soll, was jetzt zu tun ist:

Atomkraftwerke schnellstmöglich abschalten!


  • Nebenbei bemerkt:
    Auch die Wähler in Nordrhein-Westfahlen können beim abschalten helfen, indem sie bei der Landtagswahl am 9. Mai 2010 ihre Stimme einer anderen Partei geben, als ausgerechnet der CDU oder der FDP. Obwohl ich mir durchaus bewusst darüber bin, dass eine Regionalwahl keine Bundestagswahl ist, fiele meine Entscheidung aufgrund der Auswirkung auf die Zusammensetzung des Bundesrates bei dieser Wahl gegen die beiden genannten Parteien - auch wenn sie vielleicht gute Lösungen für regionale Belange anzubieten hätten! Als Bürger des Landes Bremen habe ich darauf jedoch leider keinen Einfluss.

Aktions- und Menschenkette

(Quellen: Wikipedia, Strategie- und Schrittfolgepapier Kernenergie, BUND-Hintergrund - Das AKW Neckarwestheim (Block 1))

Montag, 19. April 2010

Kommst du auch?



Am Samstag ist es soweit. Dann sagen wir den Atom-Konzernen und ihren Handlangern in Berlin, was wir von ihren Plänen halten, uns noch viele weitere Jahre den Gefahren der Atomkraft auszusetzen: Gar nichts!

Anstatt den Atommüllberg noch mehrere Jahrzehnte lang weiter wachsen zu lassen, die Entwicklung erneuerbarer Energien zu blockieren und während der ganzen Zeit unnötigen Stress in unserer Gesellschaft zu verbreiten, sollten sie lieber mal abschalten. Jetzt! Und endgültig!

Auf der Internetseite der Ketten(re)Aktion ist jetzt die Seite für die Bildung von Fahrgemeinschaften aktiv. Dort werden auch noch freie Plätze in Bussen angeboten ...

120 Kilometer: Das sind jede Menge Meter, die zu füllen sind. Wenn es gelingen sollte, die Kette zu schließen, dann wären es mindestens ca. 100000 bis 120000Menschen, die ihre Forderung, die Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten, auf die Straße tragen. Ich würde mir wünschen, dass es ein großes Gedränge in der Kette gibt. Dann müssten wir auch die Arme nicht so weit strecken ;o)


Aktions- und Menschenkette