Sonntag, 6. Juli 2008

Autos mit Atomantrieb

Unter der Schlagzeile "Spritpreis bei 1,60 - Viele Jobs in Gefahr" berichtete die Nordsee-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 05.07.2008, ein Ende der Preissteigerungen sei noch nicht in Sicht. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung sehe deshalb 30000, der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband 50000 und der Bundesverband deutscher Omnibusunternehmer 100000 Arbeitsplätze in Gefahr. Die Bundesregierung habe der von außen verursachten Entwicklung nichts entgegenzusetzen.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) kritisiere vor diesem Hintergrund den Atomausstieg.
Wie darf ich das denn verstehen? Fährt bald jeder von uns ein kleines Atomkraftwerk in seinem Auto spazieren? Und was ist mit der Ver- und Entsorgung? Gibt es die neuen Brennstäbe dann im Supermarkt um die Ecke zu kaufen, und hat dann jeder ein kleines Atommüll-Endlager in seinem Keller?

Also:
So richtig durchdacht hört sich das für mich noch nicht an. Zum Thema "sichere Atomenergie" habe ich übrigens vor kurzem einen älteren Artikel des "Strahlentelex - Unabhängiger Informationsdienst zu Radioaktivität, Strahlung und Gesundheit" im Internet gefunden (Nr. 446-447 / 19.Jahrgang, 4. August 2005).

Unter der Überschrift "US-Strahlenkommission: Es gibt keine sicheren Strahlendosen" ist dort unter anderem zu lesen, dass für beruflich strahlenexponierte Personen ein Risiko von einer Krebserkrankung pro vier Beschäftigte bei 50 Jahren Berufstätigkeit und Belastungen innerhalb der Grenzwerte als zulässig angesehen werde.

Noch einmal zum mitschreiben:
Wenn 25% der Beschäftigten, die während ihres Berufslebens in einem entsprechenden Sicherheitsbereich mit radioaktiver Strahlung zu tun haben an Krebs erkranken und sterben, obwohl sie nie Strahlendosen oberhalb der Grenzwerte ausgesetzt waren, dann ist das schon in Ordnung so.
  • Eine solche Sichtweise ist menschenverachtend?
    Das sehe ich auch so!
Da vermeide ich es doch lieber mich dem Risiko einer ähnlichen Strahlenbelastung wie der von beruflich strahlenexponierten Personen auszusetzen, setze auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel und lasse die Finger von atomgetriebenen Autos.

Samstag, 5. Juli 2008

Ein Mövenküken entdeckt die Welt ...



... und die ist ganz schön gefährlich für ein Küken, das noch nicht richtig fliegen kann. Aber die Möveneltern passen gut auf ihre Kinder auf. Dabei schrecken sie auch vor Angriffen auf Raubtiere nicht zurück, die um einiges größer sind als sie selbst.

Aufnahmen vom 29. Juni und 3. Juli 2008
in der Eupener Straße (Bremerhaven, Lehe)


Freitag, 4. Juli 2008

Querbeet auf dem Bauernhof


Gestern Abend haben wir mit der Singgemeinschaft "Querbeet" für
die Gäste des Grillabends auf der Geesthofanlage des Freilichtmuseums
im Speckenbütteler Park Musik gemacht.

Das ganze sollte ja im Freien stattfinden, und obwohl der Himmel immer dunkler wurde, hatten wir mutig damit angefangen, unsere Anlage auf der Terasse neben dem Geestbauernhaus aufzubauen. Währenddessen machte sich ein herannahendes Gewitter mit ersten Blitzen und Donnergrollen bemerkbar. Der Veranstalter des Grillabends ließ uns wissen, dass es - allen gegenteiligen Mitteilungen der Meteorologen zum Trotz - ganz bestimmt nicht regnen würde. Wir hatten aber trotzdem vorsichtshalber einen "Fluchtplan" entworfen, den wir dann auch gleich zielstrebig in die Tat umsetzten, als kurz darauf die ersten Regentropfen fielen.

Irgendwo weiter entfernt auf dem Gelände stand ein unbenutzter Gartenpavillon. Den haben wir dann mit einigen Helfern zur Terasse getragen, und darunter alles wieder aufgebaut. Die ersten Gäste hatten es sich schon an einigen Tischen unter großen Schirmen vor dem Grill und dem Getränkeausschank bequem gemacht. Als der Regen immer schlimmer wurde begannen die Mitarbeiter des Veranstalters damit, die ungeschützt unter freiem Himmel stehenden Bierzeltgarnituren in das Geestbauernhaus zu tragen.


Trotz des Gewitters trafen immer mehr Gäste ein, die gleich auf den gerade in das Geestbauernhaus getragenen Bänken Platz nahmen. Der Veranstalter beschloss daraufhin, die Veranstaltung in das Bauernhaus zu verlegen. Wir haben also unsere Anlage unter dem Pavillon wieder abgebaut, in das Bauernhaus getragen und dort noch einmal aufgebaut. Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt für den Beginn unseres Konzertes stand die Anlage wieder. Schön, dass wir uns rechtzeitig vorher zum Aufbauen getroffen hatten. Auf das Einsingen mussten wir aufgrund der inzwischen fortgeschrittenen Zeit allerdings leider verzichten.


Trotz des nassen Wetters ist der Abend am Ende aber noch richtig schön geworden. Essen und Trinken mit Musik in einem alten reetgedeckten Geestbauernhaus: Das hatte schon etwas besonderes ...

Donnerstag, 3. Juli 2008

Ausnahmezustand, Nachtrag

Offensichtlich waren wir nicht die einzigen Betroffenen:


Nordsee-Zeitung vom 01.07.2008, Leserforum
(Zoom: Auf Artikel klicken)

Ausnahmezustand
Ausnahmezustand, Nachtrag

Mittwoch, 2. Juli 2008

Grillabend mit der Singgemeinschaft "Querbeet"



Morgen Abend findet auf der Geesthofanlage an der Parkstraße im Speckenbütteler Park ein Grillabend statt. Musik gibt's von der Singgemeinschaft "Querbeet" dazu.


Grillabend

Geestbauernhaus Speckenbüttel
  • 03.07.2008
  • 19:00 Uhr
  • Parkstr. 9
    27580 Bremerhaven

Unterirdische Kohlendioxid Endlagerung

Bekannterweise ist Kohlendioxid (CO2), das bei der Verbrennung fossiler Energieträger entsteht (Erdgas, Erdölprodukte) eines der maßgeblich am Klimawandel beteiligten Treibhausgase.

Zu den größten Emitenten zählen unter anderem der Verkehr, Kraftwerke und Hausheizungen. Damit die Industrie wie bisher mit dem Betrieb ihrer mit fossilen Energieträgern befeuerten Kraftwerke fortfahren kann, hat die RWE sich etwas ganz besonderes einfallen lassen: Das CO2 wird, soweit technisch möglich, zu einem großen Teil aus dem Abgas herausgefiltert und in unterirdischen Hohlräumen endgelagert. Von diesem Vorhaben habe ich das erste Mal im März 2007 etwas gehört.
  • Super Idee!
    Dann gelangt der Klimakiller, zumindest aus den Kraftwerken,
    ja nicht mehr in die Atmosphäre, und kann dort keinen Schaden
    mehr anrichten. Für Hausheizungen und den Verkehr lässt sich
    dieses Verfahren leider nicht anwenden ...
    - habe ich im ersten Moment gedacht.
Nachdem ich einige Zeit lang weiter darüber nachgedacht hatte, schrieb ich die folgende E-Mail an die RWE:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe von Ihrem Plan für den Bau eines CO2-freien Kohlekraftwerkes gehört, das Sie durch Speicherung des aus dem Abgas herausgefilterten CO2 realisieren wollen. Auf Ihrer Internetseite schreiben Sie, dass Sie das Gas in ehemaligen Gaslagerstätten oder in tiefen Aquiferen speichern wollen, und eine Erprobung in Deutschland in 700 Metern Tiefe unter Ketzin (Brandenburg) in Poren im Schilfsandstein planen.

Weiterhin schreiben Sie auf Ihrer Seite, das Gesamtspeichervolumen in Deutschland betrage rund 20 Milliarden Tonnen CO2 (±8 Milliarden Tonnen). Das heiße diese Lagerstätten könnten die CO2-Emissionen der deutschen Kraftwerke über einen Zeitraum von rd. 75 Jahren aufnehmen.

Im ersten Moment hielt ich diese Idee für genial. Nach einiger Zeit des Nachdenkens habe ich jedoch jetzt die folgenden Fragen an Sie:

1) Für welchen Zeitraum können Sie für die sichere Lagerung des CO2 garantieren, und wie können Sie das belegen? Bei den geplanten unterirdischen Lagerstätten handelt es sich um geologische Strukturen im oberen Bereich des Erdmantels. Mir ist bekannt, dass geologische Strukturen keine Konstante sind, und dass sie sich in der Vergangenheit über mehr oder weniger lange Zeiträume immer wieder verändert haben. Ich halte schon die unterirdische Endlagerung radioaktiver Abfälle aus unseren Kernkraftwerken aus o.g. Gründen für bedenklich. Radioaktives Material hat aber immerhin Halbwertszeiten, nach denen sich berechnen lässt, wann die Strahlung nahezu unbedenklich sein wird (auch wenn wir dabei über unvorstellbar lange Zeiträume reden!). CO2 hat jedoch keine Halbwertszeit, ist ein Gas, und wird daher unter Umständen irgendwann für eine unserer nachfolgenden Generationen zu einem großen Problem.

2) Was machen Sie mit Ihren Kraftwerken nach 75 Jahren wenn die unterirdischen Lagerkapazitäten erschöpft sind, und lohnt sich der Forschungsaufwand und die Entwicklung einer solchen Technologie für einen so kurzen Zeitraum?

Mit freundlichem Gruß,
Jürgen Winkler


Auf diese E-Mail erhielt ich die folgende Antwort von der RWE:

Sehr geehrter Herr Winkler,

zunächst vielen Dank für Ihr Interesse an der Technologie des CO2-freie Kohlekraftwerks.

Zu Frage 1: Sie greifen hier die Fragen auf, die für die Entwicklung dieser Technologie gestellt werden müssen. Die Antworten wird es jedoch erst in einigen Jahren geben. Wir haben das Projekt u. a. aufgesetzt, um mit den zuständigen Stellen Punkte wie Sicherheit, Genehmigung, Garantien, Standards für die CO2-Speicherung, Überwachung usw. zu erörtern. Das Projekt beinhaltet also nicht nur die Entwicklung einer Technik, sondern auch die Abklärung aller dieser begleitenden und entscheidenden Fragestellungen. Insofern ist dieses Projekt auf einen entsprechend langen Zeitraum angelegt. Das Kraftwerk und die CO2-Speicherung werden ab 2014 in Betrieb gehen, wenn vorher alle Punkte geklärt sind. Bevor dann weitere Anlagen dieser Art gebaut werden, liefert das Projekt auch Betrieberfahrungen.

Frage 2 lässt sich etwas konkreter zu beantworten. Auch wenn Prognosen über einen so langen Zeitraum sehr schwierig sind, so ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass in 75 Jahren der Anteil an regenerativen Energien (und eventuell an neuen anderen CO2-armen oder CO2-freien Energien) sehr hoch sein wird. So lange jedoch Kohle in den nächsten Jahrzehnten einen Großteil der Stromerzeugung ausmachen wird, ist es notwendig, auch für diesen Teil der Stromerzeugung die CO2-Emissioinen deutlich zu senken und hierfür alle Optionen zu nutzen. Insofern ist dies keine Entwickung für einen so kurzen Zeitraum, sondern für den entscheidenden Zeitraum der Klimafrage.

Auch wenn zu Ihrer ersten Frage die konkrete Antwort noch nicht gegeben werden kann, hoffe ich, dass ich der Hintergrund des Projektes und der Technologieentwicklung etwas klarer geworden ist.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Frank Schwendig


Gestern war auf der Titelseite der Nordsee-Zeitung zu lesen, dass das erste CO2 zu Versuchszwecken in die Hohlräume unter der Erde eingeleitet worden ist. In einem zweijährigen Pilotprojekt solle mit der Einlagerung von 60000 Tonnen CO2 experimentell erkundet werden, ob sich die Hohlräume der ehemaligen Erdgaslagerstätte als dicht erweisen.

Die RWE hatte auf meine Frage bzgl. der Langzeitsicherheit und meiner Bedenken wegen der Unbeständigkeit geologischer Strukturen "über mehr oder weniger lange Zeiträume" geantwortet, dass dieses eine der Fragestellungen sei, die mit den Voruntersuchungen zu dem Projekt geklärt werden sollen, und dass man mir deshalb darauf erst in einigen Jahren antworten könne.

Jetzt frage ich mich allerdings ernsthaft, welche Schlussfolgerungen sich aus einem Versuchszeitraum von zwei Jahren bzgl. der Stabilität der geologischen Strukturen für Zeiträume über tausende oder hunderttausende von Jahren ziehen lassen.

Eine Lagerstätte für CO2, deren Sicherheit nicht für die Ewigkeit garantiert werden kann, verdient den Namen "Endlager" nicht!


Die Steinkohle, die heute in Tiefen von einigen hundert Metern unter der Erde abgebaut wird, ist vor 280 bis 345 Millionen Jahren aus Ablagerungen von Pflanzenresten an der Erdoberfläche entstanden. Einzelne Vorgänge in diesem Zeitraum lassen sich jedoch über wesentliche kürzere Zeitabschnitte betrachten.

Die Entstehung der großen Salzlagerstätten im Mittelgebirge Deutschlands spielte sich z.B. in einem Zeitraum von vor 200 bis 10 Millionen Jahren ab. Kurzzeitige geologische Vorgänge, welche die Menschen immer wieder auf drastische Weise erfahren, sind Erdbeben - äußere Anzeichen der genannten Vorgänge innerhalb der Erdkruste.

Erdbeben hat es auch in Deutschland immer wieder gegeben. Zwar waren die Folgen nie so dramatisch wie bei den großen Erdbeben in Kalifornien oder von dem, das sich kürzlich in China ereignete - ignorieren darf man sie aber trotzdem nicht.

Es gehört aus meiner Sicht nach bekanntwerden der Fakten aus dem Klimabericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2007 keine große Phantasie dazu sich vorzustellen, wie es sich auf das Klima auswirkt, wenn irgendwann durch geologische Vorgänge in der Erdkruste unvorangemeldet 20 Milliarden Tonnen unterirdisch eingelagertes CO2 (oder auch nur Bruchteile davon) in die Atmosphäre gelangen.

Und was von der Sicherheit unterirdischer Schadstoff-Endlagerung zu halten ist, wurde uns durch die Vorgänge um das niedersächsische Atommülllager "Asse II" ja gerade erst deutlich vor Augen geführt.

Dienstag, 1. Juli 2008

Tanzetage "On Stage" II





Heute gibt's hier noch etwas für die Augen.

Geschrieben habe ich gestern ja schon genug darüber
...


















Ansonsten muss man das einfach gesehen und gehört haben.

Mit Fotos und Worten kann ich meine Eindrücke eigentlich nur ungenügend vermitteln *)

















On Stage I
On Stage II


*) heute morgen (06:30 Uhr) sind noch ein paar Plätze frei


Nachtrag: