Donnerstag, 9. September 2010

Stroh Spinnereien


Probsteier Korntage, Fiefbergen

Die Spinne wohnte irgendwo

in einem schicken Netz aus Stroh.
In Bäumen die den Dorfplatz säumen,
da konnt' sie schöne Träume träumen
von fetten Fliegen oder so.

© Jürgen Winkler


Ein Problem für die Strohspinne, die von Fiefbergener Künstlern aus Anlass der Probsteier Korntage zwischen den Bäumen an der Hauptstraße durch Fiefbergen untergebracht worden war, könnte allerdings die Maschenweite ihres Netzes gewesen sein. Die meisten mir bekannten Fliegen sind so klein, dass sie ohne große Probleme zwischen den Strohseilen hindurchfliegen können.

Mittwoch, 8. September 2010

Filigrane Flieger



Die Freude

Es flattert um die Quelle
Die wechselnde Libelle,
Mich freut sie lange schon;
Bald dunkel und bald helle,
Wie der Chamäleon,
Bald roth, bald blau,
Bald blau, bald grün;
O daß ich in der Nähe
Doch ihre Farben sähe!

Sie schwirrt und schwebet, rastet nie!
Doch still, sie setzt sich an die Weiden.
Da hab' ich sie! Da hab' ich sie!
Und nun betracht' ich sie genau,
Und seh' ein traurig dunkles Blau.

So geht es dir, Zerglied'rer deiner Freuden

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)


Ja, manchmal ist es wohl so:
Wenn man den Dingen allzusehr auf den Grund geht,
verlieren sie irgendwann ihren Zauber.

Obwohl ich aber während meines Urlaubs bei einem Spaziergang in der Probstei das Glück hatte, so nahe mit der Kamera an diese Libelle heranzukommen, bin ich im Gegensatz zu Herrn Goethe auch weiterhin fasziniert von den kleinen filigranen Kunstfliegern. Als ich sie beim Segelflug beobachtete hielt die Libelle plötzlich unversehens in der Luft an, setzte ihre Flügel in schwirrende Bewegung und hielt im langsamen Helicopterflug auf den Ast eines Baumes zu, auf dem sie sich niederließ. Nach kurzer Zeit hatte ich herausgefunden, dass sie diesen Ast immer wieder zum Rasten anflog. Damit hatte ich Zeit genug meine Kamera einzurichten und konnte in aller Ruhe abwarten, bis sich die Libelle für mich in Positur setzte.

Die Flügelspannweiten heute lebender Libellen reichen von 18 Millimetern bis zu 19 Zentimetern. Damit gehören Libellen heute zu den größten Fluginsekten mit den besten Flugfähigkeiten. Außerdem haben ihre Vorfahren schon vor sehr langer Zeit auf der Erde gelebt: In einem Buch habe ich einmal gelesen, dass es zur Zeit der großen Dinosaurier Libellen mit 30 Zentimeter Flügelspanweite gab. Fossilie Funde von Vorläufern der echten Libellen aus dem Karbon weisen sogar Spannweiten von 60 oder 70 Zentimetern auf.


(Quelle: Wikipedia)

Falsche Versprechen


Frontal21: Die falschen Versprechen der Atompolitik


Aus der schwarz-gelben Gebetsmühle:

  • "Ja, wir brauchen das verlängerte Laufzeiten für Kernkraftwerke."

    Angela Merkel
    (CDU, Bundeskanzlerin)


  • "Ich bin nicht bereit, die Entsorgungsfrage als ungelöste Frage den nächsten zukünftigen Generationen zu überlassen."

    Norbert Röttgen
    (CDU, Bundesumweltminister)


  • "Wir wollen unsere Klimaziele erreichen, richtig, und deswegen wird die Kernenergie als Brückentechnologie für eine Zeit lang noch eingesetzt werden müssen."

    Volker Kauder
    (CDU, Fraktionsvorsitzender)



Eine schlüssige Begründung für "das" notwendige Verlängern der Laufzeiten für Atomkraftwerke blieb Frau Merkel bisher schuldig. Statt dessen wiederholt sie gebetsmühlenartig ständig die gleichen Floskeln, und verbaut mit ihrer Entscheidung vom Sonntag, dem 5. September 2010, den Weg für den aus Klimaschutzgründen dringend notwendigen zügigen Umbau der Energieversorgung mit regenerativen Energiequellen und den Aufbau eines intelligenten Stromversorgungsnetzes in unserem Land. Damit hat sie ihr ehemals recht ordentliches Image als "Klimakanzlerin" endgültig verschrottet.


Auf die "Entsorgungsfrage" für den bereits jetzt vorhandenen Atommüllberg gibt es keine Antwort. Wer etwas anderes behauptet, der täuscht die Bürger in unserem Land. Auch das Salz unter der Erde bei Gorleben ist keine Antwort auf diese Frage. Trotzdem versucht die Bundesregierung ausschließlich hier weiter zu "erkunden", obwohl die früheren Erkundungen aufgrund von Bedenken gegen die Sicherheit des "Erkundungsbergwerks" als Endlager für hochradioaktiven Atommüll eingestellt wurden.

Das ehemalige "Forschungsbergwerk" Asse-II, das die Argumente für die Eignung von Salz als Endlager für Atommüll liefern sollte, hat sich als der Super-GAU der Atommüllentsorgung erwiesen: Bereits nach wenigen Jahrzehnten kam es zu gefährlichen Wassereinbrüchen. Die Stollen saufen ab und drohen einzustürzen. Die Halbwertzeiten einiger Bestandteile des hochradioaktiven Atommülls erfordern jedoch eine sichere Lagerung über Millionen von Jahren.

Auf die Frage, wie er das gewährleisten kann, und wie er unter diesen Umständen die "Entsorgungsfrage" lösen will, wird auch Herr Röttgen die Antwort schuldig bleiben müssen. Ebenso wie im Salzbergwerk Asse-II gibt es auch im Salz bei Gorleben Wassereinschlüsse sowie potentiell wasserführende Schichten, und im Deckgebirge über dem Salzstock gibt es Kontakte zwischen Salz und Grundwasser führenden Schichten. Trotzdem wird in verantwortungsloser Art und Weise weiterhin an einem "End"-Lager im Salz bei Gorleben festgehalten.

Unsere Kinder und Kindeskinder werden sich noch über viele Generationen mit dem strahlenden Erbe unserer Generationen herumschlagen müssen. Anstatt aber den angerichteten Schaden wenigstens zu begrenzen, fiel am 5. September 2010 die Entscheidung der Bundesregierung, den ohnehin schon vorhandenen Atommüllberg noch um ein vielfaches anwachsen zu lassen.


Wer zum einen "unsere Klimaziele" nicht einmal richtig benennt, zum anderen im gleichen Atemzug aber stumpf behauptet, die Atomenergie werde für eine Zeit lang noch als Brückentechnologie herhalten müssen, der hat den Ernst der Lage bezüglich der drohenden Klimakatastrophe nicht erkannt, oder es ist ihm egal, was nach seinem Ableben mit unserem Planeten geschieht. Der Verdacht liegt nahe, dass Herr Kauder anstelle von "... für eine Zeit lang noch ..." eigentlich "... noch für eine lange Zeit ..." meint. Später wird es dann möglicherweise wieder einmal heißen, er habe sich doch nur versprochen.

Bereits heute werden Windkraftanlagen bei Überangeboten im Stromnetz zugunsten von Atomkraftwerken stundenweise vom Netz genommen. Windkraftanlagen lassen sich kurzfristig herunterfahren und schnell wieder zuschalten - Atomkraftwerke nicht. Unterhalb eines bestimmten Levels muss ein Atomkraftwerk ganz abgeschaltet werden. Das Wiederanfahren ist eine langwierige Prozedur. De Facto dienen also derzeit bestenfalls regenerative Energiequellen der Überbrückung von Engpässen in Zeiten erhöhter Stromnachfrage. Von einer "Brückentechnologie Atomenergie" kann daher keine Rede sein. Dafür erweisen sich die Atomkraftwerke mehr und mehr als Bremsklotz beim nachhaltigen Umbau zu einer dezentralen Energieerzeugung für eine CO2 neutrale Zukunft.

Herr Trittin (Bündnis 90/Die Grünen, Vorsitzender der Bundestagsfraktion) brachte es am 24.04.2010 in Glückstadt während der Abschlusskundgebung zur Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken in Schleswig-Holstein auf den Punkt: "Wir schalten heimische CO2-freie Energie ab, damit klimaschädliches CO2 aus Kohlekraftwerken und Atommüll produziert werden kann. Das ist pervers! Und gegen diese Perversion demonstrieren wir heute."

Wer ernsthaft dafür Sorge tragen will, dass das Ziel, die globale Temperatur auf der Erde unterhalb eines weiteren Anstiegs um maximal 2 °C zu stabilisieren, realisierbar bleibt, der muss die Laufzeiten für Atomkraftwerke drastisch verkürzen anstatt sie auch noch zu verlängern. In Deutschland wird heute erheblich mehr elektrische Energie erzeugt, als verbraucht wird. Die Atomkonzerne exportierten im Jahre 2009 die Strommenge die der jährlichen Stromproduktion von sechs Atomkraftwerken entspricht, ohne dass überhaupt alle Atomkraftwerke in Betrieb waren (z.B. war das AKW-Krümmel von Juni 2007 bis zum Juni 2009 abgeschaltet). Sechs Atomkraftwerke könnte sofort stillgelegt werden, ohne dass irgendwo das Licht ausgeht!


Mit Ignoranz und Arroganz gegen die Bevölkerung

Würde die Bundesregierung auf ihre eigenen Sachverständigen und die Mahner in ihren Reihen hören, anstatt gegen den Willen der Mehrheit der Bundesbürger die Wünsche der Atomkonzerne zu bedienen, dann wäre das letzte Atomkraftwerk in Deutschland schneller vom Netz, als es im Atomkonsens verabredet wurde. Zitate:
  • "Kein einziges deutsches Kernkraftwerk wäre heute genehmigungsfähig."

    Wolfgang Renneberg
    (Bundes-Atomaufsicht, ehemaliger Leiter)


  • "Es macht im Moment überhaupt keinen Sinn, die Laufzeiten für Kernkraftwerke zu verlängern. ... Wir haben im Moment die Chance, diese Entscheidung richtig zu fällen, aber die Regierung schickt sich an, die Weichen genau in die falsche Richtung zu stellen."

    Prof. Olav Hohmeyer
    (SRU, Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen)


  • "Wir bürden unseren Nachkommen da eine Last auf, die aus meiner Sicht ethisch nicht mehr verantwortbar ist."

    Josef Göppel
    (CSU, MdB)



Appell an Frau Merkel

Was die Bundesregierung da am 5. September 2010 zusammengeschustert hat, das ist kein revolutionäres Energiekonzept - wie Frau Merkel uns weismachen will - sondern ein Bauchladen, aus dem sich die Atomkonzerne ab 2016 nach Belieben bedienen können: Dann winken ihnen jährliche Gewinne in Milliardenhöhe.

Die Bundesregierung muss wissen, wie hoch der Preis dafür ist, Klientelpolitik gegen die Bevölkerung zu machen. Das demokratische Netzwerk Campact hat einen Appell der Bundesbürger initiiert, der bisher von 50218 Bürgern und Bürgerinnen unterzeichnet wurde und der am 28. September, wenn das ganze Kabinett über die Laufzeiten entscheidet, in bundesweiten Zeitungen veröffentlicht werden soll. Der Appell kann bis dahin auf der Internetseite von Campact online unterzeichnet werden.

Der Text im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,

Ihr Plan, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern, trifft bei mir auf völliges Unverständnis. Damit setzen Sie die Bevölkerung einem steigenden tödlichen Unfallrisiko aus und bürden vielen Generationen nach uns noch mehr strahlenden Atommüll auf. Und das alles nur, um den Atomkonzernen milliardenschwere Zusatzprofite zu sichern.

Der dynamische Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglicht es uns, weit schneller als bisher geplant aus der Atomkraft auszusteigen und trotzdem auf den Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke zu verzichten. Mit längeren Laufzeiten würgen Sie jedoch das rasante Wachstum der Erneuerbaren ab. Atommeiler blockieren durch ihre unflexible Stromerzeugung die Stromnetze und verhindern zunehmend die Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie.

Hiermit kündige ich an, mich an Protesten gegen Ihre Atompolitik zu beteiligen. Ich fordere Sie auf: Steigen Sie jetzt aus der Atomkraft aus! Leiten Sie eine konsequente Wende hin zu Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energiesparen ein!

Mit freundlichen Grüßen



Am 18. September 2010 wird sie es - möglicherweise nicht ganz so höflich formuliert - vor ihrer Haustür zu hören bekommen:

www.campact.de

Schluss jetzt!


(Quellen: Zeit vom 08.04.2010, TAZ vom 10.03.2009, ZDF Magazin Frontal21 vom 13.07.2010)

Dienstag, 7. September 2010

Feuergefährlicher Drache


Probsteier Korntage 2010: Feuergefährlicher Drache

Eine weitere sehenswerte Strohkreatur bei den "Probsteier Korntagen" war dieser fabelhafte Drache, vor einem Haus im nicht weniger fabelhaften Lutterbek. Da Drachen allerdings angeblich die Fähigkeit besitzen sollen, wild mit Feuer um sich zu spucken, hätte dieses Exemplar wohl schlechte Karten in einem feurigen Zweikampf mit einem seiner Artgenossen. Leicht könnte der feuergefährliche Lutterbeker Drache dabei das Opfer eines Strohfeuers werden.

Montag, 6. September 2010

Schmetterlingsnetz gegen radioaktive Wolke


ZDF Heute Journal: Atomgipfel im Kanzleramt, lautstarker Protest draußen vor der Tür

Gestern hatte Frau Merkel (CDU, Bundeskanzlerin) kurzfristig zu einem Atomgipfel ins Kanzleramt nach Berlin eingeladen. Zusätzlich zu den geladenen Ministern kamen spontan auch ca. 2000 Atomkraftgegner, was die Minister dazu veranlasste, den Seiteneingang zu benutzen.

Die Demonstranten ließen zu ihrem lautstarken Protest schwarze und gelbe Ballons als Symbol für die nichtbeherrschbare Strahlung in Form einer "radioaktiven Wolke" in den Himmel über Berlin steigen. "Frau Merkel" versuchte vergeblich, die "ausgetretene Strahlung" mit einem Schmetterlingsnetz einzufangen.

Hinter verschlossenen Türen ging es in der Atomrunde im Kanzleramt um die Frage, auf welchen Zeitrahmen man sich für verlängerte Laufzeiten für die Atomkraftwerke einigen sollte. Herr Röttgen (CDU, Bundesumweltminister) hatte vorher für weniger als 10 Jahre und Herr Brüderle (FDP, Bundeswirtschaftsminister) für 20 Jahre und länger plädiert. Laut der Sendung der Tagesschau vom 05.09.2010 um 20 Uhr waren 11-14 Jahre längere Laufzeiten im Gespräch. Die Rede war von 8 Jahren für ältere und 14 Jahren für neuere Atomkraftwerke.
  • Wie auch immer:
    Selbst die ältesten Atommeiler blieben damit weit über das Jahr 2011 hinaus am Netz. Aufgrund ihrer veralteten Technologie bergen sie heute das größte Risiko für technische Pannen oder einen GAU!

Ein weiterer Knackpunkt ist die zukünftige Steuerpflicht für die Atomkonzerne. Während diese bisher von satten Subventionen zum Betrieb ihrer Atomkraftwerke profitierten, wehren sie sich jetzt mit Händen und Füßen gegen eine Besteuerung und eine Brennelementeabgabe zugunsten des Ausbaus erneuerbarer Energien. Mit der Drohung, sie würden ihre Atommeiler aus wirtschaftlichen Gründen sofort vom Netz nehmen, wenn sie für längere Laufzeiten zur Kasse gebeten würden, haben die Atomkonzerne indirekt zugegeben, dass die Stromerzeugung mit Atomkraftwerken wirtschaftlich nicht tragbar ist. Beim gestrigen Atomgipfel einigte man sich auf einen Kompromiss in Form einer auf 6 Jahre begrenzten Steuer.
  • Wie auch immer:
    Sobald die schwarz-gelben Regierungswespen auch nur im geringsten auf Forderungen der Atomkonzerne eingehen, zeigen sie, dass sie erpressbar sind, und sorgen dafür, dass die Atomlobby die gesamte Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland immer fester in den Griff bekommt. Der diesbezüglich bereits angerichtete Schaden ist schon jetzt kaum noch wieder gut zu machen!

Die ARD Tagesschau und das ZDF Nachrichtenmagazin "Heute" schreiben auf ihren Internetseiten, Herr Gabriel (SPD, Parteivorsitzender) habe die Grundsatzeinigung der Regierung auf eine gestaffelte Laufzeitverlängerung einen "schwarzen Tag für die Energiepolitik" genannt. Die Regierung habe dem Druck der Atomkonzerne nachgegeben, und ihnen damit weiterhin tägliche Gewinne in Millionenhöhe zugestanden.

Ein weiterer Kompromiss, mit dem die schwarz-gelben Regierungswespen ihre Atompolitik verkaufen wollen, sollen höhere Sicherheitsauflagen sein. Die Rede war unter anderem vom Schutz vor dem Einschlag abstürzender Flugzeuge in die Reaktorgebäude. Derartige Forderungen würde einen wirtschaftlichen Betrieb gerade der ältesten Atomkraftwerke unmöglich machen. Mit heftigem Widerstand der Atomkonzerne ist deshalb zu rechnen. Davon einmal ganz abgesehen würde ein Unfall, eine technische Panne oder menschliches Versagen in einem Atomkraftwerk - mit den seit dem Super-GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl hinreichend bekannten Folgen - unzählige Opfer unter der Bevölkerung fordern, große Gebiete in unserem Land auf unabsehbare Zeit unbewohnbar machen und den wirtschaftlichen Ruin der Bundesrepublik Deutschland zur Folge haben. Und: Es gibt keine absolute Sicherheit vor technischem oder/und menschlichem Versagen. Beispiele, wie der bereits erwähnte Super-GAU im Jahre 1986 im Atomkraftwerk von Tschernobyl, der Untergang der angeblich unsinkbaren "Titanic" oder das Flammeninferno nach der Havarie des Zeppelinluftschiffs "Hindenburg", das zum Ende der Ära der Luftschifffahrt führte, gibt es dafür in ausreichender Zahl. Keine noch so hohen Sicherheitsauflagen können uns vor einem Super-GAU und dessen Folgen in einem deutschen Atomkraftwerk bewahren. Die verantwortlichen Entscheidungsträger der Bundesregierung nehmen diese Risiko für unser Land billigend in Kauf - obwohl sie bei ihrer Amtseinführung geschworen haben, sie würden ihre Kraft "dem Wohle des deutschen Volkes widmen", und "Schaden von ihm wenden". Läge das tatsächlich in ihrer Absicht, dann würden sie sich nicht zu erpressbaren Handlangern der Atomlobby degradieren lassen, sondern dafür Sorge tragen, dass die Atomkraftwerke umgehend abgeschaltet werden.
  • Wie auch immer:
    Es ist ein Verbrechen, die Bürger unseres Landes weiterhin einem solchen unkalkulierbaren Risiko auszusetzen - zumal es ungefährliche Alternativen gibt, deren dringend notwendige Einführung jedoch durch längere Atomkraftwerkslaufzeiten unnötig blockiert werden!

Auf den Internetseiten von "Tagesschau" und "ZDF Heute" ist diesbezüglich zu lesen, der "Bundesverband Erneuerbare Energie" (BEE) habe mit Empörung auf die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke reagiert. Jetzt sei die Katze aus dem Sack und die schwarz-gelbe Regierung zeige, wie rückschrittlich sie in Energiefragen ist. Der bis zu 14 Jahre längere Betrieb der Atomkraftwerke behindere den Ausbau der erneuerbaren Energien und koste deshalb langfristig sogar Geld. Mit iher Entscheidung zementiere die Bundesregierung die monopolartigen Strukturen und verhindere auf Jahrzehnte einen fairen Wettbewerb.

Eine weitere Frage, um die sich die Wespen seit einiger Zeit sowohl untereinander wie auch mit der Opposition streiten, ist die Notwendigkeit zur Einbeziehung des Bundesrats in eine Gestzgebung mit dem Ziel, die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern. Herr Gabriel (SPD, Parteivorsitzender) kündigte in den Fernsehnachrichten vom 05.09.2010 an, seine Partei werde auf jeden Fall gegen ein Gesetz zur Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke vor dem Bundesverfassungsgericht klagen bei dem die Bundesregierung den Bundesrat im Gesetzgebungsverfahren umgeht. Außerdem werde die SPD die Entscheidungen der Bundesregierung rückgängig machen, sobald sie die Gelegenheit dazu habe.

Ähnlich äußerte sich auch Frau Höhn (Grüne, Fraktionsvize). Auf ihrer Internetseite zitiert die "Tagesschau" sie mit den Worten: "Die Bundesregierung hat heute ihren politischen Zusammenhalt über die Sicherheit der Bevölkerung und das Wohl künftiger Generationen gestellt." Ihre Partei werde sich dafür einsetzen, diesen Beschluss wieder rückgängig zu machen.

"ZDF Heute" zitiert Herr Münchmeyer (Greenpeace, Sprecher) auf seiner Internetseite mit den Worten: "Die Laufzeitverlängerung ist ein reines Geldgeschenk der Regierung. Sie schadet Deutschland und nutzt den Konzernen. Die Laufzeitverlängerung wird sich für die Union als Pyrrhussieg erweisen." Die Einigung der Bundesregierung, die tausende Tonnen an zusätzlichem Atommüll zur Folge haben werde, sei eine unverantwortliche Entscheidung.

Was von den Entscheidungen der Bunderegierung zu halten ist, machten unter anderem die absolut gegensätzlichen Statements der Herren Röttgen und Brüderle zu dem volkswirtschaftlichen Atomgutachten klar: Gar nichts ist davon zu halten! Es geht bei allen Entscheidungen nicht um Sicherheit oder um die Weichenstellung für eine zukunftsweisende Energiepolitik, sondern einzig und allein um den bequemsten Weg im Umgang mit den Atomkonzernen, denen der eine oder andere Minister aus den Reihen von CDU, CSU und FDP ohnehin nur allzu gern zu Gefallen ist.

Am 18. September findet in Berlin eine große Demonstration gegen die Atompolitik der Bundesregierung statt. Dann haben auch wir betroffenen Bürger die Gelegenheit, der Bundesregierung deutlich zu sagen, was wir von ihrer Atompolitik halten: "Schluss jetzt!"

www.campact.de


(Quellen: ARD-Tagesschau vom 05.09.2010, n-tv vom 05.09.2010, Campact, Zeit online vom 05.09.2010, ZDF Heute vom 06.09.2010)

Sonntag, 5. September 2010

Jäger fällt Hirsch zum Opfer


Probsteier Korntage 2010: Der siegreiche König des Waldes

In der Woche vor der "Sail Bremerhaven 2010" war ich zu Besuch bei meiner Schwester, die mit ihrer Familie in der Probstei nordöstlich von Kiel wohnt. Die Landschaft nordöstlich der Kieler Außenförde unterstand bis 1542 der Gerichtsbarkeit des Propstes des Kloster Preetz. Die heutigen Probsteier verdanken ihren fruchtbaren Erbbesitz, ihre Vorrechte und ihren Wohlstand insbesondere dem Propst Friedrich, der sich während seiner Amtszeit von 1246 bis 1250 um die Gründung neuer Dörfer verdient gemacht hatte.

Die heute vom Tourismus und der Landwirtschaft geprägte Probstei ist traditionell für ihre Getreideproduktion bekannt. Die Ernte wurde in früheren Zeiten teilweise bis nach Skandinavien verschifft. An diese Zeit erinnern die jährlich im August stattfindenden "Probsteier Korntage". Dabei beteiligen sich die Bewohner vieler Dörfer in der Probstei mit an einem Wettbewerb um die schönste Strohfigur.

Die aus meiner Sicht originellste Strohfigur stand in diesem Jahr auf der Grünfläche eines Verkehrskreisels am Ortseingang von Brodersdorf. Wenn der Jäger mit seiner Flinte über Kim und Korn einen Hirsch anvisiert, dann hat in der Regel das letzte Stündlein seines Opfers geschlagen. Das Tier hat kaum eine Chance, sein Leben zu retten. In diesem Falle scheint der ungleiche Zweikampf allerdings ausnahmsweise einmal zu ungunsten des Waidmanns ausgegangen zu sein. Der Hirsch hat den hinterhältigen Anschlag auf sein Leben unverletzt überstanden und den Todesschützen besiegt. Davon zeugt der Hut des Fieslings, den der König des Waldes gerade genüsslich zum Nachtisch verspeist.


(Quelle, Probstei: Wikipedia)

Samstag, 4. September 2010

Atompolitik - Ein abgekartetes Spiel

Atomkraft? Nein Danke!
Angesichts des wachsenden Unmuts in der
Bevölkerung und der bevorstehenden
Demonstration in Berlin werden sie jetzt
hektisch, die Wespen.

Unter der Titelzeile "Atomfrage auf der Zielgeraden"
liest man heute in der Nordsee-Zeitung

  • Die Bundesregierung kommt bei ihren Arbeiten für längere Atomlaufzeiten voran
  • An diesem Sonntag nachmittag wollen die Koalitionsspitzen im Kanzleramt über die längeren Atomlaufzeiten entscheiden.
  • Bei dem Treffen im Kanzleramt geht es auch um die Frage, bis zu welcher Laufzeitverlängerung der Bundesrat wegen fehlender schwarz-gelber Mehrheit umgangen werden kann.

Meine Meinung:

Das alles hat mit vernünftiger, sicherheitsorientierter und zukunftweisender Energiepolitik schon lange nichts mehr zu tun. Das ganze ist nur noch ein abgekartetes Spiel zwischen der Atom-Lobby und ihren politischen Handlangern. Während jeder Bürger anstandslos die Steuerforderung begleicht, die ihm das Finanzministeruium vorsetzt, üben die Atomkonzerne Druck auf die Regierung aus und erpressen das Zugeständnis, darüber verhandeln zu können, ob sie Steuern zahlen oder nicht. Das ist einfach nicht zu fassen!

Wer angesichts des Super-GAUs im Atomkraftwerk von Tschernobyl weiterhin auf Atomkraftwerke setzt, der setzt wissentlich und in voller Absicht zugunsten klingelnder Kassen der Atomkonzerne die Sicherheit, die Gesundheit und das Leben unzähliger Bundesbürger sowie deren wirtschaftliche Existenz auf's Spiel. Die regierenden Wespen in Berlin ignorieren dabei den offensichtlichen Willen der Mehrheit der Bundesbürger. Das zeigt unter anderem das ZDF-Politbarometer.

Auf die Frage, ob die Atomkraftwerke über das Jahr 2021 hinaus in Betrieb bleiben sollen antworteten im Mai 2010 noch 40 Prozent der Befragten mit ja. 55 Prozent sprachen sich jedoch dagegen aus. Im August vertraten nur noch 38 Prozent der Befragten die Meinung, die Atomkraftwerke sollten über das Jahr 2021 hinaus laufen, während eine Mehrheit von 56 Prozent das ablehnte. Gleichzeitig verlieren die Wespen weiterhin immer mehr an Akzeptanz in der Bevölkerung - nicht nur für ihre Atompolitik.

So viel Ignoranz gegenüber dem Willen "des Wählers", der ansonsten bei anderen Gelegenheiten schon gern mal als Auftraggeber bezeichnet wird, erzeugt in mir ein Gefühl ohnmächtiger Wut. Ich hoffe, die Verantwortlichen in der CDU/CSU und der FDP bekommen irgendwann einmal die Quittung dafür.

Am Samstag, dem 18. September, wird vor der Haustür der Wespen in Berlin eine große Demonstration gegen deren Atompolitik stattfinden. Ich hoffe, dass möglichst viele derjenigen, die gegen die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke sind, die Zeit haben und den Mut aufbringen, sich an der Demonstration zu beteiligen. Ich werde jedenfalls dabei sein, wenn es darum geht, der Arroganz der vermeintlich Mächtigen den deutlichen Unmut des Volkssouveräns entgegenzusetzen!

Auf der Internetseite "Anti Atom Demo" gibt es Informationen über aktuell 81 Busse, 3 Sonderzüge, diverse Mitfahrgelegenheiten und andere Anreisemöglichkeiten. Außerdem gibt es dort einen Aufruf zu einer weiteren, vorgezogenen Demonstration:

Am Sonntag werden das demokratische Netzwerk Campact und der BUND vor dem Kanzleramt protestieren und mit möglichst vielen Menschen den einfahrenden Ministern einen lautstarken Empfang bereiten.
  • Zeit:
    Sonntag, 5. September
    12.30 bis voraussichtlich 14.15 Uhr
  • Ort:
    Bundeskanzleramt
    Willy-Brandt-Straße 1
    Berlin
Weitere Infos dazu gibt es hier.

www.campact.de


(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 04.09.2010, ZDF-Politbarometer vom 27.08.2010)