Dienstag, 30. Juni 2015

Island tötet vom Aussterben bedrohte Finnwale

Während Islands Walfänger sich darauf vorbereiten, die Jagd auf 150 der vom Aussterben bedrohten Finnwale zu eröffnen, will ihr Chef, Kristjan Loftsson, noch schnell die mehr als 1700 Tonnen Fleisch der im letzten Jahr getöteten Wale nach Japan verschiffen.

Island, Norwegen und Japan sind weltweit die einzigen Länder, die das Moratorium über kommerziellen Walfang von 1986 nicht ratifiziert haben und weiterhin Wale töten. Allein im vergangenen Jahr sind 134 Finnwale und 24 Zwergwale getötet worden. Während der letzten Sitzung der "Internationalen Walfangkommission" hat Island deswegen deutliche Kritik entgegen nehmen müssen.

Die 1700 Tonnen Walfleisch aus Island sind bereits auf dem unter der Flagge des Karibikstaats St. Kitts und Nevis fahrenden Frachters "Winter Bay" verladen worden. Aufgrund technischer Probleme hatte sich die Abfahrt des Schiffs aus Island um mehrere Tage verzögert. Inzwischen ist jedoch unterwegs. Einem Eintrag auf der Seite "Vesselfinder.com" zufolge liegt es derzeit im Hafen von Tromsø (Norwegen). Nach Angaben der internationalen Umweltschutzorganisation "Greenpeace" wird es dort noch bis zum 01.07.2015 bleiben.

Die bis zu 24 Meter langen Finnwale, die ein Gewicht von 40 bis 70 Tonnen erreichen können sind die zweitgrößten lebenden Säugetiere der Welt. Sie werden auf der der Roten Liste der Welttierschutzunion IUCN als bedrohte Art geführt.

Im Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) sind Finnwale ebenfalls als bedrohte Art gelistet. Der kommerzielle Handel mit den dort aufgeführten Tierarten ist international verboten. Drei der 181 CITES-Mitgliedsländer haben sich Sonderrechte vorbehalten, die es ihnen erlauben das Verbot zu ignorieren: Island, Norwegen und Japan.

Die Tatsache, dass in Island kaum Walfleisch gegessen wird, zwingt Herrn Loftson Jahr für Jahr dazu, zu versuchen, das Fleisch der getöteten Wale in Japan loszuwerden, dem einzigen Land, in dem noch Walfleisch in nennenswerten Mengen gegessen wird. Aber auch dort geht der Absatz immer mehr zurück.


Petition

Um den Walschlächtern doch noch einen Strich durch die Rechnung zu machen, hat das internationale demokratische Netzwerk "AVAAZ" eine Petition an St. Kitts und Nevis initiiert. Wenn der Karibikstaat dem Schiff seine Flagge entzöge, könnte es seine Fahr nicht fortsetzen. Jede Hafenbehörde müsste es an der Weiterfahrt hindern.

St. Kitts und Nevis lebt vom Tourismus. Wenn der Inselstaat als Unterstützer von Walfängern ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden würde, denn könnte sein guter Ruf bei den Touristen auf dem Spiel stehen. Ähnliche Überlegungen haben in der Vergangenheit schon einmal zum Erfolg geführt. Isländisches Walfleisch, das bei einem Zwischenstopp des Schiffes auf dem Weg nach Japan in den Niederlanden angekommen war, wurde nach Island zurückgeschickt.

Die Petition im Wortlaut:
An den Premierminister von St. Kitts und Nevis, Timothy Harris, und jegliche Regierungen, die den Walfang fördern:

Als Bürgerinnen und Bürger, die sich um den Schutz bedrohter Wale sorgen, fordern wir alle Länder dazu auf, jegliche Beteiligung am isländischen Walfang zu unterlassen. Wir rufen insbesondere St. Kitts und Nevis dazu auf, dem Schiff “Winter Bay” sofort seine Flagge zu entziehen. Dieses Schiff enthält 1.700 Tonnen Fleisch von bedrohten Finnwalen, das nach Japan transportiert werden soll. Wir fordern St. Kitts und Nevis außerdem dazu auf, Japans tödliche Forschungsaktivitäten im Südpolarmeer nicht mehr bei der Internationalen Walfangkommission zu unterstützen und stattdessen den Schutz der Wale zu fördern. Kein Land sollte sich an der Tötung dieser majestätischen Lebewesen beteiligen.


"Hier geht es um Tierschutz. Ein Tier von dieser Größe kann man einfach nicht schmerzlos töten."

Sigursteinn Másson
(Internationalen Tierschutzfonds - IFAW: Sprecher, Island) 

"Herr Loftsson scheint besessen davon zu sein, den internationalen Walfleischhandel wieder zum Leben erwecken zu wollen. Niemand will das Fleisch und die Lager sind voll davon. In Island wird kein Finnwalfleisch gegessen. Wir fordern Herrn Loftsson auf, mit dem sinnlosen und grausamen Schlachten aufzuhören und dieses Jahr keine Finnwale mehr zu jagen."

Patrick Ramage
(Internationaler Tierschutzfonds - IFAW: Kampagnenleiter Wale)



(Quellen: Whales.org vom 05.06.2015, The Guardian vom 05.06.2015 [engl.], Arte vom 25.05.2015, IFAW (International Fund for Animal Welfare - Internationaler Tierschutz-Fonds) vom 19.05.2015, Greenpeace international vom 16.06.2015 [engl.] )

Der Ansager einer Striptease Nummer gab nicht auf

Der Ansager einer Striptease Nummer (gespielt von Wolfgang Marten) ...
Alle Plätze in dem kleinen Raum vor der Bühne sind belegt. Das Publikum wartet auf die Darbietung einer Striptease Tänzerin. Der Ansager der bevorstehenden Striptease Nummer (gespielt von Wolfgang Marten) betritt die Szenerie, richtet hier ein nicht ganz gerade hängendes Bild an der Wand und dort eine nicht absolut perfekt ausgerichtete Requisite auf der Bühne. Nach einem Schluck aus seinem Whiskey Glas erklärt er dem gespannten Publikum, dass ihm gleich der letzten klassische Striptease in Deutschland dargeboten werden wird und beginnt mit der Erläuterung dessen, was das Publikium erwartet, sobald die Tänzerin Andrea auf der Bühne erscheinen wird.


... wartet vergeblich auf das Erscheinen der Tänzerin ...
Der Bühnentechnik sei Dank, hört man die sich aufbauende erotische Spannung förmlich knistern. Eigentlich wären die Worte: "Das Fernsehen ist der Tod des klassischen Striptease", das Stichwort für den Auftritt Andreas gewesen. Aber Andrea tritt nicht wie angekündigt hinter dem Vorhang hervor ... - und dem Ansager bleibt nichts anderes übrig, als zu improvisieren ...


und muss notgedrungen improvisieren.
  
So in etwa begann die Premiere des "Ansagers einer Striptease Nummer, der nicht aufgab" die am vergangenen Samstag im Rahmen des Leher Kultursommers 2015 aufgeführt wurde. Je mehr Zeit verging, desto mehr stellte sich unwillkürlich ein gewisses Mitleid mit dem Ansager ein, der die Situation allerdings souverän beherrschte. Für mich war dies das erste Solo-Theater Stück, das ich gesehen habe.

In der Gaststube des am Rande des Bremerhavener Rotlichtviertel gelegenen Hotels "Metropol" war das Publikum quasi ein Teil der Szenerie und der Aufführung. Ohne es zu merken, fand es sich streckenweise interaktiv in der Rolle des wartenden Striptease-Publikums wieder. Den Äußerungen und Kommentaren der anderen Besucher war zu entnehmen, dass Alle viel Spaß dabei hatten. Alles in allem war es eine rundum gelungene Premiere. Weitere Aufführungen gibt es am 1., 2., 9. und 12. Juli 2015. Mehr Details über das Stück, zu den Eintrittspreisen etc. sind  auf Seite 14 des Programmheftes des "Leher Kultursommers 2015" zu finden.

Montag, 29. Juni 2015

Schwarzes Licht und Schwarzer Kontinent

"Neon Design" in der Bremerhavener "Kulturinsel"
Im Rahmen des "Leher Kultursommers 2015" wird am Dienstag, 30.06.2015, in den Räumen des Vereins "Rückenwind für Leher Kinder e.V." die Ausstellung "Neon Design" der "Kulturinsel" mit Bildern von Kindern und Erwachsenen eröffnet.

Neon Design oder Schwarzlichtkunst sind Bilder, die komplett oder zum Teil mit fluoreszierenden Farben gemalt werden.

Schwarzlicht ist ein umgangssprachlicher Begriff für ultraviolettes Licht. Dieser Bereich des Lichtspektrums liegt im Wesentlichen oberhalb der Wellenlängen, die vom menschlichen Auge gerade noch wahrgenommen werden können. Sichtbar sind im ultravioletten Licht nur fluoreszierende (zum Leuchten im sichtbaren Bereich angeregte) Stoffe.

In einem abgedunkelten Raum, der nur mit "Schwarzlicht" ausgeleuchtet ist, leuchten die fluoreszierenden Farben der Schwarzlichtkunst-Bilder. Ich habe einmal ein Bild gesehen, das bei Tageslicht eine ganz normale Landschaft mit einem Haus an einem See zeigte. Im ultravioletten Licht erschien die Landschaft als nächtliche Szenerie. Am Horizont leuchtete noch das letzte, dunkle Abendrot. Das Haus und die Landschaft waren nur noch schemenhaft erkennbar. Nur die hellerleuchteten Fenster des Hauses waren deutlich zu sehen.


Carte de visite of David Livingstone (2)
David Livingston
(by Smithsonian Institution, United States [see page for license], via Wikimedia Commons)
Ebenfalls am Dienstag beginnt in der Buchhandlung "Mausbuch" eine dreiteilige Lesereihe, die den Spuren des schottischen Missionars, Forschers und Entdeckers David Livingstone folgt, der sich Mitte des 19. Jahrhunderts auf den Weg in den Süden des afrikanischen Kontinents machte.

Weltberühmt wurde er unter anderem mit der Entdeckung der Wasserfälle, die von den Einheimischen "Mosi-oa-Tunya" - Donnernder Rauch - genannt werden. Zu Ehren seiner Königin gab Livingston dem Donnernden Rauch den Namen "Viktoriafälle". In seinen Tagebüchern bezeichnete er sie als das Schönste, was er je gesehen habe - Szenen so lieblich, Engel müssen sie im Flug erblickt haben. Seine Reisen dokumentierte und kommentierte er in seinen umfangreichen Notizen "Reisen und Entdeckungen im südlichen Afrika. Von der Kalahari zu den Victoria-Fällen 1849-1856" ...

Damals, zu der Zeit, als David Livingstone auf dem "schwarzen Kontinent" unterwegs war, erlebte die noch junge Stadt Bremerhaven - damals nicht größer als einige Häuser rund um den noch neuen "Alten Hafen" - gerade einen rasanten Aufschwung. Von ihrem Wachstum profitierte auch der benachbarte Flecken Lehe ...

Im Programmheft des "Leher Kultursommers 2015" heißt es: Wir folgen Livingstone ins Unbekannte. Wir treffen eine Vielzahl von außergewöhnlichen Menschen, lernen das Leben unterschiedlicher Völker kennen und bewältigen große Herausforderungen. Ein Blick zurück nach vorn und ganz besondere Entdeckungen.

Ich wäre gerne dabei gewesen. Leider finden jedoch alle drei Lesungen an Dienstagen statt - und Dienstags ist der Probeabend unserer Singgemeinschaft "Querbeet".


Ausstellung
"Neon Design"
  • Vom: 30.06. bis zum 22.07.2015
  • Von: 16:00 bis 17:00 Uhr
bei "Rückenwind für Leher Kinder"
(Goethestraße 35)


David Livingstone:
Reisen und Entdeckungen im südlichen Afrika
  • Am: 30.06.2015
  • Um: 19:00 Uhr
im der Buchhandlung "Mausbuch"
(Hafenstraße 81)
Der Eintritt ist frei - Spenden für den "Leher Kultursommer" sind willkommen.


(Quellen: Die Zeit vom 19.03.2013, Süddeutsche Zeitung vom 19.03.2013, Kulturinsel, Wikipedia )

Sonntag, 28. Juni 2015

Tausend Jahre Schuld


Am Freitag berichteten die Medien rund um die Welt über drei Attentate innerhalb weniger Stunden in drei verschiedenen Ländern mit "islamistischem Hintergrund". Eines dieser Attentate galt den etwa zweitausend muslimischen Gläubigen, die sich in einer Moschee in Kuwait City zum Freitagsgebet versammelt hatten.

Bei dem Selbstmordanschlag seien Behördenangaben zufolge mindestens siebenundzwanzig Menschen ums Leben gekommen und mehr als Zweihundert verletzt worden. Zu der Tat habe sich der "islamische Staat" (IS) bekannt ...

Was sind das nur für Menschen, die sich unerkannt mit einem Sprengstoffgürtel um den Leib in ein Gotteshaus einschleichen um sich dort selbst in die Luft zu sprengen und dabei möglichst viele andere Muslime auf hinterhältige Weise mit sich in den Tod zu reißen? Glauben diese Massenmörder etwa, dass Gott sie dafür anschließend freudig an der Himmelspforte begrüßt, um sie in sein Paradies eintreten zulassen? - ... Nachdem sie unmittelbar zuvor hunderten oder gar tausenden anderen Menschen, die an ihn, an seine Weisheit und an seine Güte glauben, beziehungsweise glaubten, die Hölle auf Erden bereitet haben?

  • Ich glaube, dieser eine Gott, den gläubige Juden, Christen und Muslime als den Schöpfer der Welt und des Lebens verehren, wird unsagbar traurig sein und bittere Tränen weinen, angesichts der Unmengen Blutes friedlicher Männer, Frauen und Kinder, die in seinem Namen vergossen wurden - und wohl auch weiterhin noch vergossen werden.

"... Weißt du, Kamerad. Seit diesem Abend weiß ich, worum es unseren Obrigen und unserem geliebten Führer tatsächlich geht. Ums Töten. Sonst nichts. Die haben uns von Anfang an nur Geschichten erzählt. Nichts von alledem ist wahr. Das sind Unmenschen im Blutrausch. Schneckenfett und korrupt. Und wir haben munter mitgeholfen. Das ist unser tausendjähriges Reich! Tausend Jahre Schuld! Von dem Mist, den wir verzapft haben, werden noch viele Generationen was haben. Darauf kannste dich verlassen. ..."

(aus "Kupferbrot", Roman von Olaf Satzer,
 erschienen im Schardt Verlag, Oldenburg)


Samstag, 27. Juni 2015

Auch Italien stimmt gegen Staatsstreich der Konzerne

Staaten sind so gut wie chancenlos: Sieben von acht im Jahre 2013 abgeschlossene ISDS-Klagen wurden zugunsten von Konzernen entschieden (Grafik: BUND)
Es sind nicht die Bürger, die darauf aus sind, multinationalen Konzernen ihre grundlegenden demokratischen Rechte in den Rachen zu werfen: Mit Italien hat gerade eben das sechzehnte EU-Mitgliedsland sein Länderquorum für die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative (sEBI) "Stop TTIP!" erreicht.

Das ist gut so. Jedes weitere EU-Mitgliedsland, das sein Länderquorum für "Stop TTIP!" bis zum Ende der Unterschriftensammlung Anfang Oktober 2015 noch erreicht, jede einzelne Stimme, die bis dahin noch hinzukommt, wird den politisch Verantwortlichen in Brüssel und den Regierungen der EU-Mitgliedsländer vor Augen führen, dass sie sich immer weiter von der Bevölkerung - deren Interessen sie zu vertreten haben(!) - entfernt.

Und es zeigt der EU-Kommission und den pro TTIP eingestellten Regierungen, dass die Bürger es sich nicht gefallen lassen werden, wenn ihre sogenannten Volksvertreter ihre grundlegenden demokratischen Rechte verraten, indem sie diese faktisch außer Kraft setzen. Was da noch auf uns zukommen könnte - sollten CETA und TTIP auf beiden Seiten des Atlantiks ratifiziert werden - droht hinter verschlossenen Türen bereits heute schleichend zur gängigen Praxis zu werden.


US-Chemikaliengesetzgebung:
"Das krasseste Beispiel für ineffektive Regulierung von Umweltschadstoffen"
(Grafik: BUND)
So schreibt beispielsweise die Organisation "Lobby Control" am 01.06.2015 auf ihrer Internetseite, derzeit tobe eine Debatte um den Einsatz von gesundheitsgefährdenden Chemikalien in der EU. Einer neuen Studie zufolge, an der auch "Corporate Europe Observatory" (CEO) - eine weitere Organisation, die den Lobbyismus in der EU beobachtet und dokumentiert - beteiligt war, kämen dabei vor allem die Stimmen der davon betroffenen Chemie-Industrie zu Wort. Bayer, BASF und zentrale europäische Chemieverbände würden sich mit Händen und Füßen gegen das Verbot bestimmter Chemikalien wehren. Verbündete fänden sie dabei in den Regierungen von EU-Mitgliedsländern, der EU-Kommission und den zuständigen Behörden. (Zitat):
"Die Industrie zieht dabei alle Register und fordert auf Regulierungen zu verzichten, um das TTIP-Freihandelsabkommen mit den USA nicht zu gefährden."


TTIP: Kosmetik - Freier Handel mit bleihaltigen Lippenstiften "Made in USA"
(Grafik: BUND)
Diese und alle anderen multinationalen Konzerne sind daran interessiert, dass sich an der Implementierung von internationalen Schiedsgerichten (ISDS) in TTIP - wie im bereits fertig ausgehandelten Handelsabkommen CETA bereits festgeschrieben - nichts ändert. Man kann davon ausgehen, dass ihre Lobbys hinter verschlossenen Türen auch dafür ständig ihren Druck auf die politischen Entscheidungsträger erhöhen.


Ein Staatsstreich durch die ISDS-Hintertür

Wenn diese Konzerne und ihre Lobbyisten bereits heute ungeniert verlangen, dass Richtlinien, Verordnungen und Gesetze, die dem Schutz des globalen Klimas, unserer Umwelt oder unserer Gesundheit dienen, außer Kraft gesetzt werden, 'weil sonst der Erfolg der TTIP-Verhandlungen auf dem Spiel stehen könnte', dann lässt sich erahnen, welche Flut von Klagen wir vor internationalen Schiedsgerichten (ISDS) im Falle der Ratifizierung von CETA und TTIP zu erwarten hätten, mit deren Hilfe sie solche Gesetze einfach außer Kraft setzen lassen könnten, indem sie schlicht und einfach darlegen, dass diese ihre Profite beeinträchtigen könnten.

Die Konzerne greifen nach der Macht, mit der sie demokratisch legitimierte Entscheidungen bisher noch souveräner Staaten für Null und Nichtig erklären lassen können. Ihr Einfluss auf die Politik und der dadurch angerichte Schaden sind bereits heute immens. Sollten sie damit durchkommen, dann wäre unsere Demokratie das Papier nicht mehr Wert, auf dem unsere Verfassungen und unsere Gesetze gedruckt sind. Die Demokratie würde schleichend zur Diktatur der Konzerne verkommen.

In meinen Augen sind diese Angriffe auf die grundlegenden Werte und Rechte unserer demokratischen Gesellschaften mit Waffen aus dem Neusprech-Vokabular so etwas wie ein schleichender Staatsstreich gegen unsere Regierungen unter dem Deckmantel des sogenannten "Freihandels". Demokratisch gewählte Parteien und Politiker - hierzulande sind das insbesondere die sogenannten "großen Volksparteien" - die das zulassen, gehören abgewählt und müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Politiker der Bundesregierung leisten vor ihrem Amtsantritt einen Eid. darin heißt es unter anderem: "Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, .. (und) Schaden von ihm wenden, .. werde." Die Politiker, die den Handeslabkommen CETA und TTIP zustimmen wollen, sind sie meines Erachtens auf dem besten Wege, ihren Eid zu brechen.

  • Damit weiterer Schaden 'vom Volk abgewendet wird', dürfen TTIP und CETA nicht ratifiziert werden!


TTIP-Demo


Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA


(Quellen: Lobby Control vom 01.06.2015, BUND, Wikipedia, Gesetze im Internet )

Erzähl mir Lehe

Kultursommer 2014 - Die Geschichtenerzählerin Julia Klein
Im letzten Jahr, während der Veranstaltung "Orte und Worte" im Rahmen des "Leher Kultursommers 2014", habe ich zum ersten Mal erlebt, wie lebendig die erzählten Geschichten aus dem Mund von professionellen Erzählkünstlern wirken.

Diese Lebendigkeit liegt wohl - neben dem Können der Erzähler - auch in der Natur erzählter Geschichten selbst. Sie verändern sich mit jedem Erzähler, der sie von einem Anderen gehört hat und anschließend weitererzählt. Die gehörten Geschichten lassen in den Köpfen jedes einzelnen Zuhörers Bilder mit jeweils individuellen Nuancen entstehen. Beim Weitererzählen entwickeln die Geschichten auf diese Weise ihre eigene Dynamik.

Eine der Erzählerinen, Julia Klein, hatte im letzten Sommer die Geschichte vom Mond erzählt, der gehört hatte, dass die Bewohner der Erde ihren Planeten für "das größte Werk Gottes im Universum" halten, sich aber selbst für den Größten im Universum hielt. Am Ende ihrer Geschichte stellte sich aber heraus, dass diese Ehre eigentlich dem Publikum der Geschichtenerzäher gebührt ... - Die Leiterin des Erzählfestivals "Feuerspuren", hat für dieses Jahr erzählerische Begegnungen mit den Dichtern konzipiert, denen die Straßen im Leher Goethe-Quartier ihre Namen verdanken. Dort trifft man auf Joseph von Eichendorff, Theodor Körner, Gotthold Ephraim Lessing, Martin Luther, Theodor Storm, Ludwig Uhland und natürlich Johann Wolfgang von Goethe.

Das sei Grund genug, den Dichtern und ihren Straßen Gehör zu verschaffen, meint Erpho Bell, der künstlerische Leiter des "Leher Kultursommers". Begleitet von der deutsch-türkischen Erzählerin Selma Scheele, dem Erzähler Raymond den Boestert aus Utrecht (Niederlande) und der bereits erwähnten Erzählerin Julia Klein folgen die Zuhörer den Geschichten entlang der Straßen des Dichter-und-Denker-Viertels.


Willi Schwarz bei "Orte und Worte" in der "Alten Kirche" (Leher Kultursommer 2014)
Mit von der Partie ist auch wieder der - wie es im Programmheft des "Leher Kultursommers 2015" heißt - "musikalische Nomade" Willy Schwarz, der schon den Orten und Worten des letzten Jahres mit seinem vielfältigen musikalischen Repertoire aus aller Welt einen ganz besonderen Rahmen gegeben hatte. Ich denke, mit "Erzähl mir Lehe" werden wir uns auch in diesem Jahr wieder auf einen kurzweiligen und unterhaltsamen Sonntag Nachmittag freuen können.



Erzähl mir Lehe 
Ein Erzählnachmittag entlang der Dichterstraßen im Goethe-Quartier
  • Am: 28.06.2015
  • Von 15:00 bis 18:00 Uhr

    Treffpunkt: Pausenhof Lehe
    (Ecke Eupener Straße / Potsdamer Straße)

    Teilnahmekarten: 12,– Euro, ermäßigt 8,– Euro


(Quellen: Leher Kultursommer 2015, Geschichtenhändlerin, Märzeit, Vertel Academie, Willy Schwarz )

Freitag, 26. Juni 2015

Buntes, grünes und Striptease zum Wochenende

"Rückenwind für Leher Kinder" mit dem schönsten Zaun von Lehe
Im Rahmen des "Leher Kultursommers 2015" lädt des Verein "Rückenwind für Leher Kinder e.V." heute zum Baumpatenfest ein. Dabei soll auch der "schönste Zaun von Lehe" eingeweiht werden.

Die Rückenwind-Kinder haben jede einzelne Latte des bunten Zauns liebevoll und künstlerisch mit einem individuellen Motiv gestaltet - ein echter "Hingucker"! Außerdem gibt es eine Kaffee- und Limo-Tafel, sowie Spiele und Quatsch rund um den Baum vorm "Rückenwind".


Der Stadtpark Lehe im Leher Ortsteil Klushof
Unter dem Motto "Grünes aus dem Klushof" lädt die "Eigentümerstandortgemeinschaft Klushof" (ESG-Klushof) Morgen, Samstag, 27.06.2015 zu Begegnungen mit besonderen Gewächsen, blühenden Texten, lauschiger Musik, schönen Sämereien und inspirierenden Gesprächen in den Leher Stadtpark und zeigt bei einem Tag der offenen Tür im benachbarten "Familienzentrum Neuelandstraße" eine Foto-Ausstellung mit dem Titel "Die Kinderwelt im Klushof".


Theatersolo mit Wolfgang Marten am 26.06., 01.07., 02.07., 09.07. und 12.07.2015
Ebenfalls am Samstag findet abends im "Hotel Metropol" die Premiere des Theatersolos "Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf" von Bodo Kirchhoff statt. Im Programmheft zum "Leher Kultursommer 2015" heißt es (Zitat):
Ein Abend mit klassischem Striptease, so wie er früher überall im Lande stattfand. Der klassische Striptease: die Kunst sich auf der Bühne so auszuziehen, als wäre kein Publikum zugegen - als fühlte sich die Akteurin unbeobachtet. Diese Kunst wird vorbereitet und begleitet durch einen Ansager, der die Bühne und das Publikum für dieses besondere Ereignis vorbereitet. Und natürlich darf die Künstlerin erst auftreten, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. So lange gehört die Bühne dem Ansager.

Das Theatersolo "Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf" von Bodo Kirchhoff lässt den Ansager in der Zeit des Wartens auf die Künstlerin, nicht nur über die Kunst des klassischen Striptease erzählen. Der Ansager stellt vielmehr die Frage, wie sich die Gesellschaft selbst und der Umgang mit Menschen untereinander verändert haben und weiter verändern. Und dabei geht es ums Ganze! Das Hotel Metropol ist der ideale Spielort für dieses Theatersolo. Es hat den Charme der sechziger Jahre bewahrt. Gleichzeitig spielt sich vor der Tür des Metropols ein rasanter Wechsel und ein Wandel rund um das Rotlicht-Viertel ab.



Baumpatenfest
Einweihung des schönsten Zauns von Lehe

Die ESG-Klushof lädt zur Begegnung in den Stadtpark

Grünes aus dem Klushof
  • Am: 27.06.2015
  • Ab: 10:00 Uhr

    im Stadtpark Lehe
     

Foto-Ausstellung
Die Kinderwelt im Klushof  + Tag der offenen Tür
  • Am: 27.06.2015
  • Ab: 10:00 Uhr

    im Familienzentrum Neuelandstraße
    (Neuelandstraße 71)
     

Premiere
Der Ansager einer Stripteasenummer
gibt nicht auf

Theatersolo von Bodo Kirchhoff
  • Am: 27.06.2015
  • Um: 20.00 Uhr

    im Hotel Metropol
    (Potsdamer Straße 45)

    Eintritt: 12,– Euro, ermäßigt 8,– Euro

    Weitere Aufführungen des Stücks gibt es
    am 1., am 2., am 9. und am 12. Juli 2015
     


(Quellen: Rückenwind für Leher Kinder e.V., Leher Kultursommer )