Die Übersicht über die Artikel zum Thema "Atomkraft" in "juwi's welt", die ich bisher auf einer Seite innerhalb des Blogs untergebracht hatte, ist im Laufe der Aufkündigung des "Atomkonsens", der "Laufzeitverlängerung", des Super-GAUs in Fukushima, des "Atommoratoriums" etc. immer unübersichtlicher geworden.
Ich habe das Ganze deshalb auf eine externe Internetseite ausgelagert. Dort lässt sich das Thema übersichtlicher gliedern. Auf der linken Seite von "juwi's gesammelte atomkraft-werke" gibt es ein kleines Menü mit der Rubrik "Es geht wieder los ..", in der die Atomkraft-Artikel mit einer kurzen Einführung nach Jahren unterteilt aufgeführt sind. Mit den Ankündigungen der CDU, der CSU und der FDP im Jahre 2008, sie würden die Nutzung der Atomenergie zum Thema ihres Wahlkampfs zur Bundestagswahl 2009 machen, ging es wieder los - und es ist noch nicht zu Ende!
In der Rubrik "Dokumente" gibt es eine Sammlung von Links zu Dokumenten zum Thema im Internet. Darunter finden sich unter anderem Studien von Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie auch des Umweltbundesamtes (UBA), denen zufolge ein vollständiger Verzicht auf die Nutzung der Atomenergie bis 2015 bzw. 2017 möglich wäre. Die schwarz-gelbe Bundesregierung ignoriert diese Möglichkeiten bisher und setzt die Bundesrepublik Deutschland und ihre Bürger damit auf fahrlässige Weise der permanennten Gefahr eines Super-GAUs aus. Gleichzeitig verschärft sie mit der Verschleppung des Endes der Atomkraftwerke in deutschland das ohnehin nicht lösbare Problem der sicheren Lagerung hochradioaktiven Atommülls für Zeiträume von vielen Millionen Jahren.
Unter "Medien" finden sich Links zu Film- und Tondokumenten, die mehr als genug Argumente gegen den Uranabbau und den weltweiten Betrieb von Atomkraftwerken und die daraus folgende hemmungslose Produktion von immer mehr hochradioaktivem Atommüll liefern. "Elena Filatova" zeigt auf ihrer privaten Internetseite Fotos und Videos, die sie während ihrer Fahrten mit dem Motorrad durch die seit dem Super-GAU von "Tschernobyl" im April 1986 unbewohnbaren Regionen ihrer Heimat unternommen hat. Das, was dort zu sehen ist - und möglicherweise noch schlimmeres - steht den Menschen in Japan, zumindest der Umgebung der zerstörten Atomreaktoren in der Atomkraftanlage "Fukushima-I", erst noch bevor.
Die Rubrik "Externe Seiten" enthält Links zu Regierungsstellen, Behörden etc., Organisationen und Netzwerken, Initiativen, die sich mit Atommülllagern auseinandersetzen müssen und solchen, die seit vielen Jahrzehnten gegen die Atomkraftwerke in ihrer Nachbarschaft kämpfen.
Ein Link auf der Seite "Atomkraft" (zu finden im Titelmenü von "juwi's welt") oder ein Klick auf den "Atomkraft? Nein Danke!"-Button in der Seitenleiste rechts öffnet die esterne Internetseite mit der Inhaltsübersicht. Mit einem Klick auf die Titelzeile zu dem jeweiligen Inhalt öffnet sich der dazugehörige Artikel in "juwi's welt" in einer neuen Browserseite bzw. einem neuen Tab.
Es ist zwar inzwischen draußen wärmer geworden und wir haben an den beiden letzten Tagen auch schon einmal für ein paar Stunden die Sonne gesehen, aber heute Vormittag hat es schon wieder geregnet und jetzt ist wieder alles grau in grau.
Aber trotzdem ist es nicht zu übersehen, dass der Frühling nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Die Weiden an der Geeste tragen ihre weißen Kätzchen und auf den Rasenflächen der Parks blühen die Krokusse. Auch die rosa und die gelben Knospen der Zierkirsche und der Forsythie im Garten stehen in den Startlöchern. Wenn man allerdings im Fernsehen die Bilder aus dem Süden Deutschlands sieht, wo die Leuten in Straßencafés und Biergärten bei Temperaturen um die zwanzig Grad die Sonne genießen, dann kann man hier bei uns an der Nordseeküste schon etwas neidisch werden.
... muss Herr Röttgen (CDU, Bundesumweltminister) wohl insgeheim bei sich gedacht haben. Warum sonst sollte er nach dem vorzeitigen Ende des Landtags in Düsseldorf für das Amt des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen kandidieren wollen?
Welche Priorität er zum Beispiel dem Umgang mit dem Atommüll zumisst, zeigt sich unter anderem daran, dass er zweieinhalb Jahre gebraucht hat, bis er sich zu einem Besuch des havarierten Atommülllagers "Asse-II" entscheiden konnte. Schön, dass er bei der Gelegenheit gesagt hat, der dort lagernde Atommüll müsse an die Erdoberfläche zurückgeholt werden, bevor das ehemalige Salzbergwerk vollständig abgesoffen und eingestürzt ist. Das hatte allerdings auch sein Vorgänger im Amt des Bundesumweltministers während der Monate vor der letzten Bundestagswahl schon erkannt und dem ehemaligen Betreiber die Betriebsgebehmigung für das Atommülllager entzogen.
Während der mehr als zwei Jahre, in denen Herr Röttgen dafür politisch in der Verantwortung stand, ist bezüglich der dringend gebotenen Rückholung des Atommülls nichts passiert. In gut einem Jahr wird ein neuer Bundestag gewählt und Herr Röttgen orientiert sich offenbar vorsichtshalber schon einmal in Richtung Düsseldorf. Was will er da wohl angesichts der vielen anderen offenen Großbaustellen in seinem Ressort jetzt noch im Skandal um das ehemalige Salzbergwerk "Asse-II" bewirken?
Dass auch die Energiewende für die Bundesregierung nicht mehr als ein notwendiges Übel ist, zeigt sich zum Beispiel daran, dass die Atomkraftwerke nach dem Willen der wespenfarbenen Bundesregierung noch bis 2022 hochradioaktiven Atommüll produzieren sollen - eine Position, die auch Herr Röttgen vertritt. Und Herr Röttgen ist auch einer derjenigen, die sich weiterhin weigern, die geologischen und physikalischen Ergebnisse der Erkundungen des Salzstocks bei Gorleben zur Kenntnis zu nehmen, mit denen dieser auf seine Eignung als Lager für hochradioaktiven Atommüll untersucht werden sollte.
Um es einmal mit den Worten von Herrn Kruse (Gartow, Pastor) zu sagen (Zitat aus seiner Rede am 11.03.2012 vor dem AKW "Brockdorf"): ".. Man kann nicht auf dem größten Gasvorkommen Norddeutschlands ein Endlager errichten. Unten Gas, oben Wasser und dazwischen Salz mit tiefen Rissen und Spalten - da kann man keine hochaktiven, wärmeentwickelnden Abfälle lagern. .." Da die Naturgesetze aber offensichtlich einem Atommülllager "Gorleben" im Weg stehen, würden die Rahmenbedingungen für zukünftige Standorte für die Lagerung hochradioaktiven Atommülls von der Bundesregierung im angestrebten "Endlagersuchgesetz so festgelegt werden , dass "Gorleben" gar nicht aus der Liste der für die Suche in Frage kommenden Standorten herausfallen kann.
Das Problem mit den Naturgesetzen ist jedoch, dass diese auf menschngemachte Gesetze keinerlei Rücksicht nehmen. Wer meint er könne ungestraft die Gesetze der Physik ignorieren, der befindet sich auf einem gefährlichen Irrweg. Da das ehemalige Salzbergwerk "Asse-II" einmal als "Versuchsendlager für Atommüll" die Argumente für die sichere Lagerung hochradioaktiven Atommülls im Salz bei Gorleben hätte liefern sollen, wäre die logische Konsequenz gewesen, die dort begangenen Fehler nicht auch noch zu wiederholen. Herr Röttgen ist jedoch gerade auf dem besten Wege, sich in die Reihe der Wiederholungstäter einzufügen.
Ein weiteres Indiz dafür, wieviel ihm daran gelegen ist, die Energiewende mit dem notwendigen Nachdruck voranzutreiben, ist sein Kahlschlag bei der Solar-Förderung, den die Oppositionsparteien schon als Angriff auf die Energiewende zugunsten der Betreiber von Atomkraftwerken und fossil befeuerter Kraftwerke und bezeichnet haben.
Trotz seiner Absicht, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfahlen zu werden, will Herr Röttgen aber wohl auch weiterhin Bundesumweltminister bleiben. Da frage nicht nur ich mich, welches der beiden Ämter dann wohl am meisten unter seiner Doppelrolle leiden würde. Herr Seehofer (CSU, Bayern, Ministerpräsident) hat deshalb folgerichtig schon Herrn Röttgens Rücktritt als Bundesumweltminister gefordert. Das war gestern unter anderem auf Seite 2 der Samstagsausgabe der Bremerhavener Nordsee-Zeitung zu lesen. Inzwischen drängen auch andere Politiker Herrn Röttgen zu einer Entscheidung für Nordrhein-Westfahlen - aber ohne Rückfahrkarte nach Berlin.
Ob ein vollständiger Wechsel Herrn Röttgens nach Nordrhein-Westfalen allerdings automatisch auch zu den dringend notwendigen Fortschritten in der Klima- und in der Atompolitik führen würde, ist aus meiner Sicht mehr als fraglich. Es könnte auch alles noch bedeutend schlimmer werden. Und solange er erfolgreich auf seiner Doppelrolle besteht, steigen die ohnehin wohl schon nicht schlechten Chancen für die Fortsetzung der Rot-Grünen Landesregierung in Nordrhein-Westfahlen mit einer dann deutlicheren Mehrheit der Sitze im zukünftigen Landtag. Den derzeitigen Prognosen der Meinungsforschungsinstitute zufolge, könnte sich das Abstimmungsverhalten der FDP und der Linken noch als politischer Selbstmord herausstellen. Da bliebe dann also die Frage, mit wem Herr Röttgen im Falle seines (aus derzeitiger Sicht eher unwahrscheinlichen) Wahlsiegs wohl eine Koalition eingehen will?
Als ich vorhin - ohne an etwas schlimmes zu denken - durch das Erdgeschoss des heute wiedereröffneten Sparkassenhauses schlenderte, kam ich irgendwann auch an den Zeitungsauslagen des neuen Kiosks in dem Gebäude vorbei. Unversehens kollidierte dort mein Blick mit der Titelzeile der Bild-Zeitung: "Unsere Erde wird wieder gesund." Die Ozonschicht über Europa werde wieder dicker. - Autsch ...
Wie blöd ist das denn? Wenn sich die Ozonschicht über Europa erholt, dann ist das noch lange kein Anzeichen dafür, dass unsere Erde wieder gesund wird.
Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit habe ich einmal auf der Internetseite des Boulevardblatts nachgesehen. Ich wollte wissen, was dessen Schreiberlinge dazu veranlasst haben könnte, unseren Planeten derart kritiklos - und offenbar ohne die notwendige Kenntnis bezüglich der vielfältigen Diagnose diverser Krankheitssymptome der Patientin - wieder gesund zu schreiben. Dabei bin ich dann auch noch auf einen Titel der Bild von gestern gestoßen: "Erster Erfolg im Kampf gegen die Klima-Katastrophen - Das Ozonloch schließt sich endlich wieder!"
Vorsicht Falle, liebe Bild-Leser: Das Ozonloch hat mit dem Klimawandel nämlich ungefähr genausoviel gemeinsam, wie die erwähnten Schlagzeilen der Bild mit seriöser Berichterstattung. Vielleicht solltet ihr euer Geld lieber in eine richtige Zeitung investieren anstatt es mit der täglichen Entsorgung eures Revolverblatts immer wieder zum Fenster hinauszuwerfen.
Aber zurück zu dem heutigen journalistischen Machwerk. Dazu schreibt das Blatt, das Atmosphären-Forschungszentrum in Athen habe auf Grundlage der Daten aus zwölf Messstationen in Europa, Kanada und Japan eine Studie erstellt, derzufolge die Ozonschicht sich erholt.
Wer beim Lesen bis hierher mitgedacht hat, dem wird sicherlich aufgefallen sein, dass keine der genannten UVB-Messstationen in der Antarktis oder zumindest im Süden Australiens oder Argentiniens liegt. Da sich die "Ozonlöcher" über der Arktis und der Antarktis aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen über dem Kontinentaleis der Antarktis und dem Nordpolarmeer, dessen Eisbedeckung aufgrund des Klimawandels seit Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit zurückgeht, unterschiedlich entwickeln, könnte die blödsinnige Nachricht von Deutschlands leider immer noch meistkonsumiertem Klatschblatt bestenfalls auf die Nordpolargebiete unseres Planeten zutreffen.
Die maßgeblich für den Ozonabbau verantwortlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) wirken in der Höhe, in der sich die Ozonschicht befindet, nur bei niedrigen Temperaturen und über der Antarktis ist es während des Winters kälter als über der Nordpolarregion. Im Übrigen ist bezüglich der Arktis erstmals vor einem Jahr von einem wirklichen "Ozonloch" die Rede gewesen. Bis dahin war die Ozonkonzentration dort während des Winters mehr oder weniger bedenklich "ausgedünnt". Für die Ozonschicht über der Antarktis gibt es bisher jedoch keine Entwarnung - nicht einmal tendentiell.
Und: Bevor irgend jemand berechtigterweise das Gerücht in die Welt setzen dürfte, unsere Erde werde wieder gesund, müsste er erst einmal dafür Sorge tragen, dass die Waldgebiete der Erde wieder aufgeforstet und die zerstörten Lebensräume wildlebender Tiere wieder hergestellt werden, und er müsste sichergestellt haben, dass die für den Anstieg der mittleren globalen Temperatur relevanten Gase in der Athmosphäre, die strahlenden Hinterlassenschaften des Atomzeitalters auf und unter der Erde, die genveränderten Organismen und die Rückstände chemischer Unkraut- und Schädlingsvernichtungsmittel in der Biosphäre und vieles andere mehr restlos(!) von unserem Planeten verschwunden sind.
Nach dem Auszug der Post und der WISOAK aus dem Post und Sparkassengebäude in der Bremerhavener Hafenstraße hatte die Städtische Sparkasse Bremerhaven das Gebäude von Grund auf saniert.
Heute wurde mit einem musikalischen Rahmenprogramm und Angeboten für die Kinder die Wiedereröffnung gefeiert. Im Gebäude drängelten sich die Leute, als gäbe es dort etwas umsonst - allerdings ist das wohl eher unwahrscheinlich, weil untypisch für ein Geldinstitut.
Im Erdgeschoss auf der rechten Seite des Gebäudes gibt es jetzt einen Kiosk, der neben dem üblichen Sortiment in einem kleinen Regal auch einige Lebensmittel im Angebot hat.
Wiedereröffnung: Großes Gedränge ...
... und musikalisches Rahmenprogramm
Links vom Sparkasseneingang ist die Bäckerei Tiedemann mit einer Filiale im Erdgeschoss eingezogen. Drinnen und draußen gibt es Sitzgelegenheiten, so dass man dort auch frühstücken oder seinen Nachmittagskaffee trinken und einStück Kuchen dazu essen kann.
Durch die auf der Wärmedämmung aufgebrachten Ziegelverblender und die hellen Konturen wurde der Stil des alten Gebäudes, das von der Post am 17. August 1917 gemeinsam mit der Leher Sparkasse eröffnet worden war, weitgehend erhalten.
Eine Zeit lang sah es ja nicht gerade danach aus, als würde das ehemalige "Post und Sparkassengebäude" noch einmal rosigen Zeiten entgegensehen. Aber jetzt nach der Renovierung, der energetischen Sanierung und mit dem neuen Nutzungskonzept besteht wieder Hoffnung.
Zumindest für diesen Bereich der Hafenstraße bedeutet die Wiedereröffnung des Gebäudes eine deutliche Aufwertung. Um der Hafenstraße insgesamt wieder auf die Beine zu helfen, wird jedoch dringend eine Lösung für die Erhaltung und die zukünftige Nutzung des ehemaligen Kalksandsteinwerks auf dem Kistnergelände benötigt. Nachdem Aldi angekündigt hat, seine Filiale in der Deichstraße zu schließen, wird im Süden Lehes bald ein Lebensmittel Nahversorger für den "täglichen Einkauf" fehlen.
Auch über eine Markthalle mit voneinander unabhängigen Schlachtern, Bäckern, Obst- und Gemüsehändlern, Bioläden etc. auf dem Gelände ist alternativ schon einmal nachgedacht worden. Weitere Ideen, wie etwa ein Kultur- und Veranstaltungsbereich im Kalksandsteinwerk und darum herum sowie die Fortführung des Geestewanderwegs waren in Lehe schon vor längerer Zeit im Gespräch. - Nur passiert ist bisher nichts.
- Gedenken und Protest am Atomkraftwerk "Brokdorf"
12. März 2012: Vor einem Jahr in Fukushima ...
Am 11. März 2012 jährte sich zum ersten Mal der zweite Super-GAU in einem Atomkraftwerk in der rund sechzigjährigen Geschichte der sogenannten "friedlichen" Nutzung der Atomenergie. Ein Erdbeben hatte das Kühlsystem von drei der sechs Atomreaktoren der Atomkraftanlage "Fukushima-I" (Fukushima Dai-ichi) zerstört. Anschließend traf der vom Erdbeben ausgelöste Tsunami die bereits beschädigten Atommeiler.
Wie in vielen anderen Ländern der Welt, gingen an diesem Tag auch in Deutschland viele Menschen auf die Straße, um gegen die weitere Nutzung der Atomenergie zu protestieren. An sechs Orten Rund forderten 50000 Menschen eine drastische Beschleunigung des Atomausstiegs. Ungefähr 3000 Menschen "umzingelten" symbolisch das Atomkraftwerk "Brokdorf" an der Elbe und gedachten der Opfer der dreifachen Katastrophe in Japan.
Die kurze Geschichte einer Laufzeitverlängerung
Ende Oktober 2010 beschloss die wespenfarbene Bundesregierung den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie und ersetzte den rot-grünen "Atomkonsens" aus dem Jahre 2000 durch ihre "Laufzeitverlängerung".
Aufgrund vielfacher Denkanstöße hundertausender Atomkraftgegner in Deutschland, setzte sich nach der Atomkatastrophe in Japan auch in der schwarz-gelben Regierungskoalition die Erkenntnis durch, dass man auch das Unwahrscheinliche denken muss, wenn man eine Hochrisiko-Technologie zur Erzeugung von Wasserdampf einsetzen will. Das war der Anfang vom Ende der "Laufzeitverlängerung".
Fortan reklamierten die CDU, die CSU und die FDP den "Atomausstieg", den sie zuvor gegen den Willen der Mehrheit der Bundesbürger gekippt hatten, als ihre Erfindung. Während aber Studien der Umweltschutzorganisationen "Greenpeace" und "BUND" Wege aufzeigen, wie der Atomausstieg bis 2015 vollzogen werden und die Energiewende - hin zu einer dezentralen Energieversorgung auf der Grundlage regenerativer Energiequellen - gelingen kann, verschleppt die Bundesregierung den Atomausstieg in fahrlässiger Weise bis in das Jahr 2022.
Selbst einer Studie des Bundesumweltministeriums (BMU) zufolge wäre das Ende des Atomzeitalters in Deutschland bis 2017 erreichbar. Die Bundesregierung unter der Führung von Frau Merkel (CDU, Bundeskanzlerin) vertritt jedoch lieber die auf Profitmaximerung ausgerichteten Interessen der vier Atomkonzerne EnBW, EON, RWE und Vattenfall, als dass sie die Interessen der 80 Millionen um ihre Sicherheit besorgten Menschen in Deutschland vertritt.
Gefahr durch Sturmfluten ...
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines Tsunamis an der deutschen Nord- oder Ostseeküste eher gering ist, so sind die Küstenregionen doch nicht sicher vor Überschwemmungen. Diesbezüglich sei beispielsweise an die Sturmflutkatastrophe an der Nordseeküste im Jahre 1962 erinnert. An mehren Stellen entlang der Küste brachen die Deiche. Große Teile Hamburgs wurden überflutet und viele Menschen ertranken.
Aufgrund des Klimawandels und des dadurch ansteigenden Meeresspiegels werden die Sturmfluten künftig höher auflaufen. In Bremerhaven wird deshalb seit einiger Zeit der Weserdeich erhöht. Wie die beiden Redner der Initiative "Brockdorf-AKUT" während der Abschlusskundgebung berichteten, ist Hochwasserschutz an der Elbe im Bereich der Atomkraftwerke "Brunsbüttel" und "Brokdorf" aber kein Thema.
... und Schiffe
Einer der Redner von Brokdorf-AKUT erinnerten daran, dass - ebenfalls vor einem Jahr - ein manövrierunfähig gewordener Frachter auf das Kühlwasserentnahmebauwerk in der Elbe vor dem 12 Kilometer stromabwärts gelegenen Atomkraftwerk "Brunsbüttel" zutrieb. Erst nach eineinhalb Tagen sei es acht Schleppern gelungen, den Havaristen aus der Gefahrenzone zu bringen. Hätte der Frachter die Kühlwasserversorgung des Atomkraftwerks beschädigt, dann wären die Brennelemente im Kühlbecken des Zwischenlager auf dem Gelände des Atomkraftwerks ebenso ohne Kühlung gewesen, wie diejenigen des Blocks 4 im Atomkraftwerk "Fukushima".
Dass mehrere Ursachen für einen Super-GAU gleichzeitig eintreten können, ist seit der dreifachen Katastrophe vom 11. März 2011 in Japan kein Geheimnis mehr. Eine schwere Sturmflut mit Deichbrüchen und Überflutung der Wilster-Marsch, der dadurch verursachte Ausfall der Stromversorgung des Atomkraftwerks "Brokdorf", sowie ein Schiff, das die Kühlwasserzufuhr des Atomreaktors und des Brennelementelagers beschädigt, können auch hier einen Super-GAU auslösen.
Was wäre wenn ...
Die örtliche Initiative "Brokdorf Akut" hatte an ihrem Stand eine recht aufschlussreiche Landkarte von Norddeutschland und Dänemark ausgestellt. Um die Frage, "Was wäre, wenn sich der Super-GAU von 1986 nicht in Tschernobyl, sondern in Brokdorf ereignet hätte?", zu beantworten, hat "Brokdorf Akut" eine maßstabsgetreue Karte der "schwerst kontaminierten Gebiete Tschernobyls" mit dem Atomkraftwerk "Tschernobyl" am Standort des Atomkraftwerks "Brokdorf" auf die Landkarte projiziert.
Der gesamte Nordwesten Deutschlands wäre heute eine unbewohnbare radioaktive Wüste. Ich denke, die Frage, warum wir auch weiterhin gegen den Betrieb der nach dem "Atommoratorium" im Frühjahr 2011 noch verbliebenen neun Atomkraftwerke auf die Straße gehen, erübrigt sich angesichts eines solchen Horror Szenarios. Im Übrigen ist der Atomausstieg erst dann wirklich vollzogen, wenn irgendwann einmal mit dem Abriss des letzten Atomreaktors in Deutschland begonnen worden sein wird. Bis dahin kann jedes abgeschaltete Atomkraftwerk jederzeit mit neuen Brennelementen bestückt und wieder in Betrieb genommen werden.
Irgendwo in Australien oder in Afrika
Aber auch vor dem ersten Super-GAU in einem Atomkraftwerk sind aufgrund der "friedlichen" Nutzung der Atomenergie schon weite Landstriche in radioaktive Wüsten verwandelt worden. Allein der Uranbergbau ist quasi ein billigend in Kauf genommenes Verbrechen an den Bergleuten und den Menschen in der Umgebung der Uranbergwerke, das jahrzehntelang von den dafür Verantwortlichen verschwiegen wurde. Diesbezüglich kann ich die beiden Dokumentarfilme "Uranium - is it a Country?" und "Yellow-Cake" empfehlen.
Der erste Film dokumentiert die Produktionskette des "Brennstoffs" für unsere Atomkraftwerke von den Uranminen im australischen Outback bis nach Europa. Er deckt auf, dass für unseren angeblich sauberen Strom indigene Völker vertrieben werden, Menschen an Krebs erkranken und sterben und heilige Stätten der Aborigines in Australien. Auch ohne die physikalischen Ursachen zu kennen, besitzen sie ein zigtausendjahre altes Wissen, das sie die Orte, an denen sich unter der Erdoberfläche die uranhaltigen Gesteinsformationen befinden, meiden lässt.
Eine zentrale Figur in der Mythologie der Aborigines ist die Regenbogenschlange. Dieses zweigeschlechtliche Schöpfungswesen aus der Traumzeit formt auf der Erde Berge, Täler und Wasserlöcher und erschafft den Regenbogen. Eine Darstellung der Regenbogenschlange war auch in Brokdorf zu sehen. Sie trug die Aufschrift: "Die Regenbogenschlange mahnt: Das Uran muss in der Erde bleiben." Im Gegensatz zu den Aborigines sind die Menschen in den Atomnationen leider nicht in der Lage, die Worte Regenbogenschlange zu hören. Dafür haben sie immer ein offenes Ohr für den Ruf des Geldes und den der Macht über fremde Völker. - "Uranium - is it a Country?" ist auf der Internetseite der Initiative "Strahlendes Klima" zu sehen, die den Film produziert hat.
Der Film "Yellow Cake" wurde kürzlich im Fernsehen gezeigt. Er macht uns bewusst, dass wir eigentlich gar nicht so weit Ausschau halten müssen, um uns die Folgen des Uranbergbaus zu vergegenwärtigen. Das ehemalige Uranbergwerk "Wismut" und dessen strahlende Hinterlassenschaften liegen in Ostdeutschland. Nach der Wiedervereinigung wurde die "Wismut" geschlossen. Seither bemüht man sich die radioaktiven Abraumhalden und Tailings zumindest oberflächlich zu versiegeln. Eine Lösung für die Ewigkeit stellen diese provisorischen Maßnahmen jedoch keinesfalls dar und dem Weiterbetrieb der neun deutschen Atomkraftwerke und unserem Energiehunger fallen jetzt die Menschen und deren Heimat irgendwo in Australien oder in Afrika zum Opfer.
Am Ende der Produktionskette steht der hochradioaktive Atommüll. Es gibt bisher weltweit kein einziges Lager, in dem der Atommüll über viele Millionen von Jahren hinweg sicher gelagert werden könnte. Selbst für einen Zeitraum von "nur" 24110 Jahren wäre das nicht gewährleistet.
24110 Jahre ist die Zeit, nach der die Radioaktivität des Isotops Plutonium-239 (dem Stoff für die Atombombe) um die Hälfte abgenommen hat. Es braucht viele Male "24110 Jahre", bis seine Radioaktivität so weit abgenommen hat, dass sie im Rauschen der natürlichen Hintergrundstrahlung verschwindet und damit als nicht mehr unmittelbar gefährlich angesehen werden könnte. Andere Bestandtteile des hochradioaktiven Atommülls haben bedeutend längere Halbwertszeiten von beispielsweise 703,8 Millionen Jahren (Uran-235) oder 4,468 Milliarden Jahre (Uran-238).
Sehr aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang auch der Text eines Teils des "Riesen-Banners", das in meinem Video zu sehen ist:
Halbwertszeit Plutonium: 24000 Jahre
Haltbarkeit eines Castors: 40 Jahre
Nebenbei bemerkt:
Seit den Atombombenabwürfen der US-Luftwaffe über den japanischen Städten Hiroschima und Nagasaki, zahlreichen weiteren Atombomben-Detonationen zu Testzwecken, den beiden Super-GAUs in den Atomkraftwerken "Tschernobyl" und "Fukushima", dem Einsatz panzerbrechender Uran-Munition in heutigen Kriegsgebieten und nicht zuletzt dem "ganz normalen" weltweiten Betrieb von Atomkraftwerken ist die "natürliche Hintergrundstrahlung" in einigen Gegenden der Welt allerdings auch nicht mehr das, was sie vor dem 6. August 1945 einmal gewesen ist!
Wie contrAtom auf seiner Internetseite gestern bekannt gab, haben gestern rund 50000 Menschen an sechs Orten in Deutschland eine drastische Beschleunigung des Atomausstiegs verlangt. Am Atomkraftwerk Gundremmingen hatten sich demnach 5500 und am AKW Neckarwestheim 5000 Menschen versammelt. In Hannover seien 7000 Demonstranten gegen die Nutzung der Atomkraft auf die Straße gegangen und mehr als 4000 Atomkraftgegner hätten gegen die Urananreicherungsanlage Gronau protestiert. Etwa 24000 Menschen hatten contrAtom zufolge in der Region um die Atommülllager "Asse-II" und "Schacht Konrad" eine 75 Kilometer langen Lichterkette gebildet.
Ich habe zusammen mit etwa 3000 weiteren Menschen das Atomkraftwerk Brokdorf umzingelt. Die örtliche Initiative "Brokdorf Akut" hatte an ihrem Stand eine recht aufschlussreiche Landkarte von Norddeutschland und Dänemark ausgestellt. Um die Frage, "Was wäre, wenn sich der Super-GAU von 1986 nicht in Tschernobyl, sondern in Brokdorf ereignet hätte?", zu beantworten, hat sie eine maßstabsgetreue Karte der schwerst kontaminierten Gebiete Tschernobyls mit dem Atomkraftwerk "Tschernobyl" am Standort des Atomkraftwerks "Brokdorf" auf die Landkarte projiziert.
Vergleich: Super GAU Tschernobyl in Brokdorf
Der gesamte Nordwesten Deutschlands mit den Großstädten Hamburg und Bremen, aber auch Bremerhaven, Oldenburg, Wilhelmshaven oder Cuxhaven wäre heute eine verlassene radioaktive Wüste. Ich denke, die Frage, warum wir weiterhin gegen den Betrieb von Atomkraftwerken in unserem Land auf die Straße gehen, erübrigt sich angesichts eines solchen Horror Szenarios.
Wie es wohl immer bei derartigen Demonstrationsformen vorkommt, war die Umzingelung auch dieses Mal an einigen Stellen recht dünn, während die Leute an anderen Stellen dicht an dicht standen. Wenn man die Strecke um das Atomkraftwerk mit Google Maps ausmisst, dann kommt man auf ungefähr 4000 Meter. Das wären dann im Schnitt rund 1,30 Meter von Mensch zu Mensch. Ich denke das passt.
Ich hatte mir eine größere Lücke an der Straße ausgesucht. Nachdem ich mich dort eingerichtet hatte, kam Frau Momo auf mich zu, die ebenfalls auf der Suche nach einer passenden Lücke war. Eigentlich hatte sie am Stand von ".ausgestrahlt" aushelfen wollen und ich hatte dort zuvor auch schon Ausschau nach ihr gehalten, aber da der Stand schon ausreichend besetzt war, hatte sie die Gelegenheit für eine Fototour nutzen können. Ihre Fotos sind hier zu sehen.
Bevor die Abschlusskundgebung begonnen hatte, war ich sehr gespannt auf den Redebeitrag von Herrn Alt gewesen. Da er aber krank geworden war, musste seine Rede leider ausfallen. Unter den verbliebenen Rednern hat mich am meisten die Rede von Herrn Kruse angesprochen. Herr Kruse ist Pastor in Gartow (Lüchow Dannenberg, Wendland). Ich habe große Achtung vor den Menschen im Wendland, die zum Teil bereits in der dritten und vierten Generation gegen ein Lager für hochradioaktiven Atommüll im Salzstock bei Gorleben kämpfen. Wenn mein Video in den nächsten Tagen fertig sein wird, dann werden darin auch Ausschnitte aus dem Beitrag Herrn Kruses zur Kundgebung zu sehen sein.
Sehr erfreut war ich, als ich gestern Abend in den Nachrichten gehört habe, dass sich in Frankreich rund 60000 Atomkraftgegner zu einer Menschenkette entlang der Rhone zwischen Lyon und Avignon versammelt hatten. Vor dem Hintergrund, dass die Menschen in Frankreich der Nutzung der Atomkraft bisher eher unkritisch gegenübergestanden haben, ist das eine Sensation. Die Umweltschutzorganisation "Greenpeace" spricht auf ihrer Internetseite von einer "gigantischen Menschenkette". Wohl wahr: Wenn das keine Eintagsfliege, sondern der Auftakt für eine landesweite Anti-Atom-Bewegung in Frankreich war, dann werden die Atommeiler wohl auch dort eine kürzere Lebenserwartung haben, als Herr Sarkozy und die dortige Atomlobby es gerne hätten.
Unter erschwerten Vorbedingungen hatten bereits vorgestern im polnischen Szczecin (Stettin) rund 150 Deutsche und Polen gemeinsam an die Atomkatastrophe von Fukushima erinnert und gegen die Atompläne der polnischen Regierung demonstriert. Wie die Kölner Rundschau gestern auf ihrer Internetseite berichtete, war ein Großteil der Demonstranten aus Brandenburg angereist. Die Menschen in den Grenzregionen zu Polen stünden den Plänen der polnischen Regierung besonders kritisch gegenüber. Die Stadtverwaltung und die Polizeibehörde hätten die Versammlung erst am späten Donnerstagabend nach langem Hin und Her genehmigt. Herr Schwarze (Die Linke, Tantow in der Uckermark, stellvertretender Bürgermeister) habe daher von einem Achtungserfolg gesprochen. Aufgrund der späten Genehmigung der Demonstration sei es den Organisatoren erschwert worden, rechtzeitig Aktivisten zu mobilisieren. Nach Angaben Herrn Schwarzes sei die friedlich verlaufene Demonstration von einem Großaufgebot der Polizei begleitet worden.