Donnerstag, 4. November 2010

Wohin mit dem Atommüll?


Die Lüge vom sicheren Endlager (1/2)


Die Lüge vom sicheren Endlager (2/2)

Dass die über Millionen von Jahren sichere unterirdische Lagerung von schwach und mittelradioaktivem Atommüll in einer Salzformation bereits nach wenigen Jahrzehnten in einer Katastrophe enden kann, das ist spätestens seit der Enthüllung der Lügen und der Vertuschungen im Zusammenhang mit dem "Versuchsendlager" im ehemaligen Salzbergwerk "Asse-II" allgemein bekannt. Jetzt haben sie Probleme damit, den strahlenden Schiet da wieder herauszuholen, bevor der unterirdische Bau ganz absäuft und einstürzt ...

Auch das geplante unterirdische "Erkundungsbergwerk" bei Gorleben wird in einem Salzstock vorangetrieben. Seit dort nicht nur im Salz gebohrt und gebuddelt wird, sondern auch bohrende Fragen seitens der Atomkraftgegener immer mehr vertuschte und verlogene Tatsachen über die Eignung des "Erkundungsbergwerks" als "Endlager für hochradioaktiven Atommüll ans Tageslicht befördern, wird es immer deutlicher sichtbar, dass hier bestenfalls noch weitere Millionen von Euros im Salz versenkt werden können. Die Wahrscheinlichkeit, dass im Salz bei Gorleben der hochradioaktive Atommüll aus 60 Jahren Atomkraft in Deutschland über Millionen von Jahren sicher von der Biosphäre abgeschlossen werden kann, geht dagegen mit jeder weiteren Enthüllung in immer rasenderem Tempo gegen Null.

Inzwischen ist seit längerem bekannt, dass es auch im Salz bei Gorleben akute und potentielle Probleme mit Wasser gab bzw. dass wahrscheinlich auch in der Zukunft noch mit Wasserproblemen zu rechnen ist. Den mit den Probebohrungen beschäftigten Fachleuten war bereits seit den ersten Bohrversuchen außerdem bekannt, dass es im Salz bei Gorleben nicht nur ein Wasserproblem gibt, sondern auch ein Gasproblem. Von dem aus politischen Gründen vertuschten Problem mit dem Gas erfuhr die Öffentlichkeit jedoch erst jetzt etwas.


Zensur zugunsten der Atomlobby

Auch der Frage, wie es angehen kann, dass mit den Erkundungsarbeiten beschäftigte Wissenschaftler die Eignung des Salzstocks bei Gorleben bereits vor 25 bis 30 Jahren in Frage stellten, während uns die Politiker seit ebenso langer Zeit weismachen wollen, Gorleben sei DAS Atommüll -"End"-Lager der Nation, wurde inzwischen nachgegangen. Dabei stellte sich heraus, dass von den an der arbeitenden und forschenden Basis gewonnenen brisanten Erkenntnissen beim Weiterreichen innerhalb der Entscheidungshierarchie von Ebene zu Ebene immer mehr Details entfernt wurden, bis an der Spitze so gut wie nichts mehr davon übrig blieb.

In der Pressemappe zur Sendung des ZDF-Magazins "Frontal 21" vom 2. November heißt es, Herr Nickel (Physiker, Spezialist für Salzstock-Analyse) habe gesagt, in der Vergangenheit seien der Öffentlichkeit wichtige Forschungsergebnisse vorenthalten worden. Herr Nickel habe im Auftrag der Bundesregierung ab 1979 die Eignung des Standorts Gorleben als Atommüll-Endlager untersucht. Er kam zu dem Schluss, es gebe es Sicherheitsbedenken die in der Struktur des Salzstocks begründet seien. Die Eignung Gorlebens als Atommüllendlager habe Herr Nickel schon damals in Zweifel gezogen. Die kritischen Passagen des Geowissenschaftlers seien jedoch aus dem entscheidenden Abschluss-Bericht der Physikalischen Bundesanstalt, die Gorleben dann 1983 als Erkundungsort empfahl, herausgehalten worden. Gegenüber "Frontal 21" habe der heute 80-jährige Wissenschaftler gesagt (Zitat):

"Ich empfinde das noch heute als Zensur. Wenn man als Wissenschaftler das, was man mit Messwerten belegen kann, nicht mehr schreiben darf, dann weiß ich nicht, wie man das anders nennen soll."


Am 11. November 2010 soll Heinz Nickel als Zeuge vor dem Gorleben-Untersuchungsausschuss aussagen.


Atomexplosion im Wendland?

Seit dem Ende des "Kalten Kriegs" ist die Angst vor einem Atomkrieg in Europa langsam zurückgegangen. Wahrscheinlicher ist es heute, dass Terroristen Atomkraftwerke angreifen und zerstören, und damit weite Teile Deuschlands und Europas in eine unbewohnbare radioaktive Wüste verwandeln.

Die Folgen wären weitaus verheerender, als die des Super-GAUs im Atomkraftwerk von Tschernobyl im Jahre 1986. Und das war nicht einmal eine Folge eines militärischen oder terroristischen Angriffs.

Wer sich gerne einen Eindruck davon verschaffen möchte, was das für unser dichtbesiedeltes Land bedeuten würde, dem empfehle ich wämstens die private Internetseite der Urainerin Filatova Elena Vladimirovna. Was dort zu sehen ist, das sind die Folgen technischen und menschlichen Versagens im "ganz normalen Betrieb" eines Atomkraftwerks. Auch im Betrieb jedes der 17 deutschen Atomkraftwerke kann sich jederzeit ein solcher "Größter Anzunehmender Unfall" ereignen und außer Kontrolle geraten. In diesem Falle würden wir erfahren, was "die da oben" immer mit dem naiv-verharmlosenden Begriff "Restrisiko gemeint haben.

Aber selbst wenn wir von einem Super-GAU in einem der deutschen Atomkraftwerke verschont bleiben sollten können wir und unsere Kinder und Kindeskinder uns offenbar nicht in Sicherheit wiegen, falls die Castoren aus dem oberirdischen "Zwischen"-Lager tatsächlich einmal im zum "End"-Lager für hochradioaktiven Atommüll mutierten "Erkundungsbergwerk" bei Gorleben verschwinden sollten. Das geht aus Dokumenten der "Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe" hervor, in denen Herr Schneider (Geologe) und Herr Edler (Greenpeace) auf Hinweise wie "Schachtvorbohrung Go 5001" oder "das austretende Gas war brennbar" gestoßen sind. Eine lesenswerte Zusammenfassung ihrer Recherchen findet sich hier.

In einem Artikel der TAZ vom 02.11.2010 ist zu lesen, dass Bergleute zwei Vorbohrungen zu den heutigen Schächten des geplanten Endlagers bei Gorleben im Jahre 1982 auf Gas stießen. Das Leck sei von der Mannschaft nur schwer in Griff zu bekommen gewesen. Auch bei weiteren Bohrungen hätten sie Gas gefunden. Die TAZ zitiert Herrn Schneider mit den Worten: "Das hat - ebenso wie Wasser - in einem Endlager für radioaktive Abfälle nichts zu suchen."

Solange der Salzstock ein Salzstock bleibe,
seien die Gase ungefährlich. Sollten aber die an ihrer Oberfläche bis zu 200 Grad Celsius heißen Castor-Behälter mit dem hochradioaktiven Atommüll dort eingelagert werden, würde das Gas sich aufgrund der hohen Temperatur ausdehnen. Durch den infolge dessen ansteigenden Druck im Salzstock entstünden Haarrisse und Klüfte. Durch das poröse gewordene Gestein könne Wasser einsickern. In der Folge könnten Atommüllbehälter korrodieren und die radioaktiven Substanzen würden austreten. In einem Artikel vom 3. November 2010 auf den Seiten von Heise "Telepolis" beschreibt Herr Schneider das Ergebnis so:

"Sie nehmen eine Gaskartusche, stellen die in den Backofen. Sie drehen den Backofen auf 200 Grad. Was passiert? Das Haus ist weg."


Schon 1969 war es bei Bohrungen im DDR-Teil des Salzstocks Gorleben-Rambow zu einer Explosion gekommen, bei der ein Bohrturm in die Luft geflogen ist. Seitdem war auch westdeutschen Fachleuten bekannt, dass sich unter dem Salzstock in 3500 Meter Tiefe Gas befindet. Die TAZ berichtet in ihrem Artikel, die Chemie der Gase im Salzstock sei nach Auskunft von Herrn Schneider die gleiche, wie die der Gase, die zur Explosion in der DDR geführt hätten. Daraus sei zu schließen, dass sie aus den Gasvorkommen unter dem Salzstock kämen. Der Salzstock sei durchlässig und garantiere keine "Langzeitsicherheit". Jeder Euro, der in die weitere Erkundung des Salzstocks gesteckt werden würde, wäre verschwendet.

Herr Edler hat Herrn Röttgen (CDU, Bundesumweltminister) aufgefordert, den Standort Gorleben sofort aufzugeben und alle Akten von sich aus auf den Tisch zu legen:

"Man sollte die gefährlichsten Abfälle der Menschheit nicht auf einem Pulverfass lagern."


Bei den von Herrn Schneider und Herrn Edler verwendeten Bildern der im Backofen bei 200 Grad Celsius explodierenden Gaskartusche und der Lagerung der gefährlichsten Abfälle der Menschheit auf einem Pulverfass entwickelte sich plötzlich vor meinem inneren Auge eine nukleare Katastrophe:

Eine Atomexplosion ... - mitten im Frieden? Unvorhersehbar? Mitten in Deutschland?

Undenkbar! ... - Wirklich?


Ich erinnere mich noch gut an das "Knallgas-Experiment" aus dem Chemieunterricht meiner Schulzeit: Unser Lehrer entzündete das "richtige" Verhältnis von zwei Teilen Wasserstoffgas und einem Teil des Gases Sauerstoff in einem Reagenzglas mit einem Zündholz. Das Ergebnis war ein ohrenbeteäubender Knall.

Wenn ich diese grundlegenden Erkenntnisse aus dem Experiment aus meiner Schulzeit auf die Verhältnisse in einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll im Salzstock bei Gorleben übertrage, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass es neben dem Eindringen einer ausreichen hohen Gaskonzentrationen mit einem Flammpunkt von nur 20 Grad Celsius und dem "richtigen" Verhältnis zum vorhandenen Sauerstoff in den unterirdischen Salzkammern nur noch der dort eingelagerten 200 Grad Celsius heißen Castoren bedürfte, um eine Gasexplosion auszulösen. Dass die "Castor-Zündhölzer" den Druck der von ihnen ausgelösten Explosion unbeschadet überstehen würden, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.


Zurück an den Absender!

Womit wir wieder bei der Eingangsfrage angekommen wären:
Wohin mit dem Atommüll ???
  1. Der beste Atommüll ist derjenige, der gar nicht erst anfällt:
    Die Atomkraftwerke müssen schnellstmöglich abgeschaltet werden.

  2. Der bereits angefallene Atommüll gehört dort hin, wo er herkommt:
    In die "Zwischen"-Lager bei den Atomkraftwerken.

Übermorgen geht es nach Dannenberg. Aktuell sind 277 Busse angemeldet ... - das sind 34 mehr als gestern. Mein Platz im Bus ist reserviert: Leute, ich freue mich riesig darauf, euch alle in Dannenberg zu treffen. Es tut gut zu wissen, dass es hierzulande eine große Anzahl Menschen gibt, die noch nicht atomverseucht sind, und die alle ihnen zur Verfügung stehenden friedlichen Mittel dafür einsetzen, dass sich daran auch nichts ändert.

Castor Stop!
Busse aus der Region und dem Rest der Republik nach Dannenberg


(Quellen: ZDF Pressemappe vom 02.11.2010, TAZ vom 10.03.2009 und 02.11.2010, Heise "Telepolis" vom 03.11.2010, Norddeutsche Neueste Nachrichten vom 20.10.2010, Greenpeace "Die Akte Gorleben" und "Konzept zur Zwischenlagerung von Atommüll", U. Schneider/M. Edler "Gas im Salzstock Gorleben", Berliner Umschau vom 02.11.2010, Koordinationskreis Asse-II)

Mittwoch, 3. November 2010

30 Jahre Widerstand


30 Jahre Widerstand: Das Hüttendorf

Herr Donat war zum Zeitpunkt der Gründung der "Freien Republik Wendland" 17 Jahre alt. Als Zeitzeuge erzählt er von den Tagen im Hüttendorf. Weiterhin ist Herr Möcklinghoff (CDU, Niedersachsen, ehemaliger Innenminister) im Video zu sehen, der das Vorgehen der Polizei während der Räumung des Hüttendorfs bis heute nicht in Frage stellt.



30 Jahre Widerstand: Drei Generationen Atomkraftgegner

Die Familie Pothmer - Großvater Erwin, Vater Heinrich und Sohn Fritz - sind seit der ersten Stunde in der Bäuerlichen Notgemeinschaft aktiv. Ihre Vorfahren lebten schon von 580 Jahren in dem kleinen Dorf Teichlosen, das ungefähr 30 km entfernt von Gorleben im Wendland liegt. Früher vererbten die Eltern das Anwesen, die Wiesen und Felder an ihre Kinder. Heute vererben sie zusätzlich den Widerstand gegen die Atomtransporte in das sogenannte "Zwischenlager" und den Kampf gegen ein Atommüll-"End"-lager. Im Salz unter ihrem Grund und Boden.

Beim ersten Anti-Atom-Treck hatte sich 1979 auch Vater Heinrich Pothmer mit seinem Trecker in der Kolonne von Gorleben nach Hannover auf den Weg gemacht. Als Vertreter der Bäuerlichen Notgemeinschaft sagte er damals auf der Kundgebung vor ungefähr 100000 Menschen: "Mein lieber Herr Albrecht, wier wüllt dien Schiet nich hem." Im September war sein Sohn mit dem Trecker-Treck nach Berlin gefahren, wo er auf der Kundgebung auf den Washington Platz zu mehr als 100000 Menschen sprach ...

Der Protest der Wendländer ging von Beginn an und über Generationen hinweg weit über die Grenzen des Wendlands hinaus!


Verkehrsbeschränkungen und verbotene Camps

Auf den "Bündniss gegen Castor 2010"-Seiten der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg ist seit gestern zu lesen, die Polizei habe mittlerweile über das nördliche Kreisgebiet eine Art Ausnahmezustand verhängt. Sie scheine damit sie das Ziel zu verfolgen, die Region Dannenberg nahezu komplett und weiträumig vom Strassenverkehr abzuriegeln und den Zugang zur Auftaktkundgebung zu erschweren.

Lange Zeit im Voraus seien die Anträge für Verkehrsführungen, Camps etc. zusammen mit den Konzepten eingereicht worden und bisher hätten alle gut zusammengearbeitet. Das habe sich jetzt, kurz vor dem Beginn des Transportes, drastisch geändert.

So habe die Polizei das Camp der Bäuerlichen Notgemeinschaft in Gusborn als möglichen Ausgangsort von Widerstandshandlungen verboten und die Benutzung der Landesstrasse zwischen Dannenberg und Gorleben für die Traktoren als Zufahrt zur Kundgebung untersagt.
Vor wenigen Tagen sei bereits die Einrichtung des Camps Splietau auf der Kundgebungswiese verboten worden. Inzwischen gebe es aber eine Genehmigung, das Camp wenige hundert Meter von der Kundgebungswiese entfernt aufzuschlagen - allerdings nur noch für 300 Personen ...

Es macht zur Zeit immer wieder Spaß, auf den Seiten der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg zu stöbern. Zusammen mit den Verlinkten Anti-Atomkraft Seiten bieten sie eine Fülle von Informationen. Auch die (bisher) täglich noch weiter anwachsende Zahl gemeldeter Busse aus allen Teilen der Bundesrepublik vermittelt Zuversicht auf eine Machtvolle Demonstration gegen die Atompolitik der wespenfarbenen Bundesregierung. Aktuell sind 243 Busse gemeldet.

Castor Stop!
Busse aus der Region und dem Rest der Republik nach Dannenberg


(Quelle: YouTube)

Sofortige Hinrichtung befohlen


Amnesty International (Büro Norwegen): Interview mit Mohammad Mostafaei

Nachdem ihr vorgeworfen worden war, sie habe Ehebruch begannen, verurteilte die iranische Justiz Sakineh Mohammadi Ashtiani zum Tode durch Steinigung.

Ihren Kindern gelang es, eine internationale Protestwelle gegen die drohende Steinigung zu mobilisieren. Daraufhin hob das Regime das Steinigungsurteil auf. Das Todesurteil blieb jedoch bestehen.

Der Prozess war eine absurde Farce:
  • Sakineh Mohammadi Ashtiani sprach nicht die Sprache, die im Gericht gesprochen wurde.
  • Der angebliche Ehebruch hätte entsprechend der Daten in der Anklage in der Zeit nach dem Tode ihres Mannes stattgefunden haben müssen.

Um seiner Verhaftung zu entgehen, flüchtete ihr Anwalt, Herr Mohammad Mostafaei, überstürzt aus dem Iran und ging ins Exil nach Norwegen (im Video spricht er darüber).

Um Sakineh Mohammadi Ashtiani dennoch hinrichten zu können erhob die iranische Justiz die Anschuldigung, Sie habe ihren Mann ermordet. Wegen angeblicher Mittäterschaft an der Ermordung ihres Mannes, die jedoch nie bewiesen wurde (Erkenntnis des Richters), hatte die iranische Justiz sie jedoch bereits zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Um dem Mord-Urteil Nachdruck zu verleihen, wurde Sakineh Mohammadi Ashtiani im Gefängnis gefoltert, um ein Geständnis von ihr zu erpressen, das dann im nationalen Fernsehen Irans veröffentlicht wurde.

Jetzt verhaftete das iranische Regime Sakineh Mohammadi Ashtianis Sohn, Herrn Sajjad Ghader-Zadeh, der die internationale Kampagne zur Rettung seiner Mutter angeführt hatte, und ihren derzeitigen Anwalt. Beiden wurde ein Rechtsbeistand verweigert und beide wurden gefoltert. Auch zwei deutsche Journalisten sind festgenommen worden. Alle befinden sich weiterhin in Haft.


Sofortige Ausführung der Hinrichtung

Iranische Menschenrechtsaktivisten verbreiteten jetzt Information, es sei der Befehl zur sofortigen Hinrichtung Sakineh Mohammadi Ashtianis erlassen worden. Demnach soll sie heute umgebracht werden.

Weltweite Kampagnen veranlassten das Regime im Iran zur Aufhebung des Steinigungsurteils. Führende Politiker aus Ländern, wie die Türkei und Brasilien, die - zumindest einen geringen - Einfluss auf den Iran haben, sprachen sich erfolglos für die Freilassung Sakineh Mohammadi Ashtianis aus.


Dringende Petition

Um noch einmal einen weltweiten Aufschrei gegen die unter schwersten Menschnerechtsverletzungen herbeigeführte Verurteilung herbeizuführen, und so vielleicht die Hinrichtung noch abzuwenden, hat das internationale demokratischen Netzwerk AVAAZ eine dringende Petition initiiert. Diese hat folgenden Wortlaut:

An alle Staatschefs, die den Iran in letzter Minute zum Einlenken bewegen könnten:

Ich fordere Sie auf, alles in Ihrer Macht stehende zu unternehmen, um Sakinehs Leben zu retten.

Berichten zufolge könnte sie bereits am 3. November hingerichtet werden. Ihr Einsatz könnte wie auch schon im Juli die Hinrichtung stoppen.

Bitte handeln Sie noch heute und drängen Sie den Iran zur Freilassung von Sakineh.

Mit freundlichen Grüßen,




Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Machthaber im Iran noch davon abbringen lassen werden, Sakineh Mohammadi Ashtiani umzubringen. Ich habe die Petition trotzdem unterzeichnet. Selbst wenn dieses eine Leben damit nicht mehr zu retten ist, zeigt es den Machthabern im Iran, das die Welt sie für die Willkür und für die Grausamkeit ihres Justizapparats verurteilt.


Zum Weiterlesen:

(Quellen: AVAAZ, Tagesanzeiger vom 02.11.2010, RP-Online vom 02.11.2010, Der Standard vom 02.11.2010, Die Welt vom 12.08.2010, Financial Times vom 11.10.2010)

Dienstag, 2. November 2010

Atomprotest auch an der Ostsee


Die Proteste gegen die Atomenergie im Wendland - eine Chronik

Der Atommüll aus deutschen Atomkraftwerken, wird in Millionen von Jahren noch radioaktiv sein. Einen sicherer Abschluss von der Biosphäre über derart lange Zeiträume kann kein Mensch ernsthaft und guten Gewissens garantieren ... - auch eine Frau Merkel (CDU, Bundeskanzlerin), ein Herr Röttgen (CDU, Bundesumweltminister), sowie die grauen Damen und Herren in den Chefetagen der Atomkonzerne und deren willfährige politische Handlanger nicht!

Deshalb wehren sich die Menschen im Wendland seit mehr als 30 Jahren gegen die Einrichtung eines "End"-lagers für Atommüll im Salzstock bei Gorleben. Das Video zeigt eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse seit dem Aufkeimen der Anti-Atom-Protestbewegung im Wendland.

Aufgrund der brisanten Atomfracht, die in den Tagen nach dem 6. November 2010 in Dannenberg erwartet wird, sind derzeit alle Augen auf das Wendland gerichtet. Aber neben dem Atommüll-"Zwischen"-Lager im Wald bei Gorleben gibt es zwei weitere sogenannte "Zentrale Zwischenlager" - eins bei Ahaus in Niedersachsen und eins an der Ostseeküste bei Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern - die dabei nur allzuleicht in Vergessenheit geraten.

Wegen des ungefähr 20 km östlich von Greifswald gelegenen Atommüll-"Zwischen"-Lagers Lubmin erwacht auch dort jetzt der Widerstand, weil den Menschen Versprechen gegeben wurden, die jetzt nicht eingehalten werden. Entgegen der Beteuerung von Herrn Trittin (Bündnis 90 /Die Grünen, damals Bundesumweltminister), das Zwischenlager Lubmin sei nicht als Zwischenlager für Brennelemente aus westdeutschen Atomkraftwerken oder Glaskokillen, beispielsweise aus der Wiederaufarbeitung, vorgesehen, werden in dem sogenannten "Zwischenlager", das angeblich nur der vorübergehenden Aufnahme abgebrannter Brennelemente aus Greifswald sowie des beim Abriss des Atomkraftwerks Rheinsberg anfallenden Atommülls und -Schrotts dienen sollte, jetzt Castoren mit hochradioaktivem Atommüll aus der Wiederaufbereitungsanlage "Cadarache" an der französischen Mittelmeerküste eingelagert, der ursprünglich einmal im Atomforschungszentrum Karlsruhe "produziert" worden war.

Mit viel Wut im Bauch und einem großen Sack voller Kreativität haben die Menschen an der Ostseeküste am letzten Wochenende dagegen demonstriert. Näheres dazu und Fotos von der Demonstration mit Traditionsschiffen in Sichtweite des Strandes auf der Ostsee finden sich im "Nord-Ost-Universum":

Am nächsten Samstag geht es nach Dannenberg. Dort wird weiter gegen die Atompolitik der Bundesregierung demonstriert! Und zwar so laut, dass man uns auch im fernen Berlin noch deutlich verstehen kann. Die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg rechnet mit dem größtem Protest in der Geschichte des Wendlandes. Für die Fahrt nach Dannenberg aus allen Teilen der Bundesrepublik sind aktuell bereits 227 Busse gemeldet (zur Großdemonstration am 18. September 2010 in Berlin waren es 145 Busse). Einer der Busse fährt auch ab Bremerhaven: Mein Platz an Bord ist reserviert.

Castor Stop!
Busse aus der Region und dem Rest der Republik nach Dannenberg


(Quelle: YouTube, Nord-Ost-Universum, Ostsee-Zeitung vom 22.10.2010)

Neu im Juwiversum

Das Juwiversum

Lehe
"Goethestraße":
Die Eichendorffstraße
  • Ein Neubauviertel nördlich des Leher Gründerzeit-Quartiers
Die Eichendorffstraße beginnt an der Goethestraße und verläuft nördlich des Leher Gründerzeitviertels in westlicher Richtung wo sie kurz vor der Pestalozzistraße in einer Sackgasse endet.

Im Abschnitt zwischen der Körner und der Pestalozzistraße ist sie die zentrale Zufahrtstraße zu einem Neubaugebiet aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Anders als in der Zeit, in der die Gebäude im benachbarten Gründerzeitviertel mit ihren vielfältigen Schmuckfassaden als Blockrandbebauung enstanden, wurde an der Eichendorffstraße ein Wohnviertel mit der damals modernen offenen Anordnung identischer Wohnblocks errichtet.


Die Navigation:

Die nach rechts und links zeigenden Pfeile unter den Fotos öffnen die nächste bzw. die vorhergehende Seite. Der Kreis zwischen den beiden Pfeilen öffnet das Inhaltsverzeichnis, von dem aus man direkt zu markanten Punkten im Quartier springen kann, ohne bei weiteren Besuchen den gesamten Weg noch einmal "ablaufen" zu müssen. Auf eingen Seiten gibt es anstelle des Kreises ein "X". Mit einem Klick darauf kommt man von einen "Seitenweg" zu der Stelle zurück, an der man auf den Seitenweg abgebogen ist.

Hier gehts zum "Juwiversum", Bremerhaven, Lehe. Direkt zur Abzweigung der Eichendorffstraße von der Goethestraße geht es hier.


Montag, 1. November 2010

Ein genialer Steuertrick

Das ausfüllen der Steuererklärung ist für viele ein rotes Tuch. Aber was macht man nicht alles, um seine zuviel gezahlten Steuergelder wieder zu bekommen?

Herrn Schäuble (CDU, Bundesfinanzminister) scheint wohl durchaus bewusst zu sein, dass viele Bürger mit der jährlichen Steuererklärung, der Papierflut und den Formularen des Finanzamts auf Kriegsfuß stehen. Daher konnte er seinen neuesten Coup ja auch wunderschön als großzügiges Entgegenkommen der Bundesregierung verpacken: Die Bürger "brauchen ihre Steuererklärung bald nur noch alle zwei Jahre abgeben". So hätte er es gerne, dieses Schlitzohr, und auf den Internetseiten der Tagesschau gibt es heute gleich die passende, nichtrepräsentative Online Umfrage dazu:

"Bundesfinanzminister Schäuble will das Verfahren bei der Einkommenssteuererklärung ändern. Ab 2012 sollen Bürger sie nur noch alle zwei Jahre abgeben. Wäre das eine Erleichterung für Sie persönlich?"


Unter dem Gesichtspunkt, dass ich mich alle zwei Jahre nicht damit herumschlagen müsste, wäre das auf den ersten Blick wohl so - und zwar nicht nur für mich: Auch seine Finanzbeamten könnten dann alle zwei Jahre in der Zeit, in der sie sonst die Steuererklärungen bearbeiten mussten, Däumchen drehen. Vielleicht würden bei der Gelegenheit ja sogar einige von ihnen überflüssig werden?

Den Haken an der Sache hat Herr Schäuble aber leider vergessen zu erwähnen, und auch die Fragestellung der Online Umfrage der Tagesschau geht am Kern der Sache völlig vorbei. Was nützt es mir denn, wenn ich mich nur noch alle zwei Jahre durch meine Unterlagen wühlen muss? Auf den zweiten Blick stellt man nämlich fest, dass die gesammelte Papierflut dadurch schließlich nicht weniger wird, und der Stapel dann eben doppelt so groß ist (aber das nur so am Rande). Der Kern des Coups des Herrn Schäuble liegt auf einer völlig anderen Ebene und entpuppt sich schnell als "Steuertrick". Mit den zuviel eingenommenen Steuern, und den Zinsen daraus kann der Staat dann länger arbeiten als in der Vergangenheit, und ich als Steuerzahler muss zukünftig doppelt solange auf mein Geld warten wie bisher. Da der Staat mir nur die Beträge auf Euro und Cent zurückzahlt, die er zuviel von mir kassiert hat, ohne dass er mir Zinsen darauf zahlt, hat die Inflation dann auch noch doppelt so lange Zeit, am Wert meines Geldes zu nagen.

Also: So geht es nicht, Herr Schäuble!


Und die Umfrage der Tagesschau hätte eigentlich lauten müssen:

"Bundesfinanzminister Schäuble will das Verfahren bei der Einkommenssteuererklärung ändern. Mit einem gesetzlich zugunsten des Staates legalisierten Steuertrick will er die Bürger übers Ohr hauen. Ab 2012 sollen diese ihre Steruerklärung nur noch alle zwei Jahre abgeben. Wären Sie persönlich damit einverstanden, dass Sie zukünftig doppelt so lange auf Ihr Geld warten müssen?"


Die Antwort darauf ist klar (für mich jedenfalls). Sie lautet:

"NEIN!"


(Quelle: Tagesschau vom 31.10.2010)


Neu im Juwiversum

Das Juwiversum

Lehe
"Goethestraße":
Die Körnerstraße
  • Der letzte Abschnitt der Körnerstraße ist fertiggestellt
Die Körnerstraße ist jetzt mit dem Anschluss ihres nördlichen Endes an die Rickmersstraße im "Juwiversum" fertiggestellt. Das Zentrum des gründerzeitlich geprägten Wohngebietes im Leher Ortsteil Goethestraße endet im Norden an der Frenssenstraße. Im Abschitt der Körnerstraße zwischen der Frenssenstraße und ihrer Einmündung in die Rickmersstraße sind nur noch wenige Gründerzeithäuser zu finden.


Die Navigation:

Die nach rechts und links zeigenden Pfeile unter den Fotos öffnen die nächste bzw. die vorhergehende Seite. Der Kreis zwischen den beiden Pfeilen öffnet das Inhaltsverzeichnis, von dem aus man direkt zu markanten Punkten im Quartier springen kann, ohne bei weiteren Besuchen den gesamten Weg noch einmal "ablaufen" zu müssen. Auf eingen Seiten gibt es anstelle des Kreises ein "X". Mit einem Klick darauf kommt man von einen "Seitenweg" zu der Stelle zurück, an der man auf den Seitenweg abgebogen ist.

Hier gehts zum "Juwiversum", Bremerhaven, Lehe. Direkt zum Beginn des letzten Abschnitts der Körnerstraße an der Ecke Frenssenstraße gelangt man hier.