Donnerstag, 19. März 2009

Mitten drin im Thema


Leerstehende Ladenräume ...

Ein Leser meines Artikels "Ansiedlungswahn" meinte in seinem Kommentar abschließend, er käme wahrscheinlich vom Thema ab. Das sehe ich anders: Er ist mitten drin im Thema.

Ich weise bei jeder passenden Gelegenheit darauf hin, dass ich mein Geld nur einmal ausgeben kann. Mehr Geschäfte und längere Öffnungszeiten werden an dieser Tatsache mit Sicherheit nichts ändern. Dieses trifft ebenso auf jeden anderen Menschen zu. Ich brauche kein großer Rechenkünstler sein, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass jeder neue Supermarkt oder Discounter zu Lasten bereits existierender Geschäfte geht.

Die Entwicklung der letzten 15 bis 20 Jahre zeigt außerdem, dass ein billigeres Warenangebot mehr und mehr zu Lasten der Beschäftigten im Einzelhandel geht. Ausdünnung des Personals auf das absolute Minimum, nicht gerade üppiges Einkommen und Ersatz von immerhin tariflich bezahlten Arbeitsplätzen durch 400,- Euro Jobs, Ausweitung familienfeindlicher Arbeitszeiten und vieles mehr in dieser Art sind die Strategien im Überlebenskampf.

Die Folgen des Verdrängungswettbewerbs kann man im ehemals florierenden Geschäftszentrum Lehes - der Hafenstraße - in den Einkaufszentren in Leherheide, in Wulsdorf etc. und inzwischen auch im Geschäftszentrum Geestemündes - der Georgstraße - beobachten. Auch in der der Georgstraße sind die Anzeichen eines einsetzenden Siechtums nicht mehr zu übersehen. Gerade gestern erst war in der Nordsee-Zeitung zu lesen, dass Geestemünder Bürgern die Leerstände in der Georgstraße Kummer bereiten.

Ebenso wie die IHK und der Unternehmerverband Einzelhandel Nordwest, hatte im Herbst des letzten Jahres auch Herr Neumann (Karstadt, Geschäftsführer) dringend ein Einzelhandelsgutachten für Bremerhaven angemahnt. Die Karstadt Zentrale in Essen wolle wissen, was in Bremerhaven in den nächsten Jahren an Einzelhandelsflächen geplant sei. Trotz finanzieller Probleme des Mutterkonzerns und Schließungen von Filialen an anderen Standorten Deutschlands war für die Filiale im Bremerhavener "Columbus Center" im Rahmen der Fertigstellung der Havenwelten sogar ein Umbau und eine Modernisierung Erwägung gezogen worden. Aufgrund der permanenten Weigerung der CDU, ein Einzelhandelsentwicklungskonzept aufzustellen, seien diese Pläne jedoch erst einmal bis 2010 ausgesetzt worden.

(Quelle: Nordsee-Zeitung vom 18.03.2008)

Kommentare:

Leher Butjer/Weserkrabbe hat gesagt…

Hallo Jürgen,
es ist einfach unfassbar, was unsere Politiker sich hier erlauben. Heute wieder der Bericht über den Baumarkt auf dem Kaisen-Platz. Und wieder ist Ten-Brinke der Investor. Wenn das nicht zum Himmel stinkt, dann weiß ich nicht. Aber Du wirst es sehen, bei der nächsten Wahl werden alle schön wieder gewählt und es ändert sich gar nichts. Das habe ich mittlerweile, seitdem ich in Bremerhaven bin, kapiert. Vorher hatte ich noch andere Visionen. Aber solange das Volk sich alles gefallen läßt und nicht auf die Barrikaden geht und wirlich Widerstand leistet, ändert sich nichts. Da können wir beide uns noch so sehr aufregen, es kostet eigentlich nur unsere Nerven und ob sich das lohnt? Im Moment weiß ich das wirklich nicht.
liebe Grüße
Brigitte

juwi hat gesagt…

Hallo Brigitte,

das ist keine Frage von "wollen". Ich kann es nicht verhindern: Das regt mich auf! Und ja: Das kostet Nerven gezwungenermaßen tatenlos zusehen zu müssen, wie die Hafenstraße, und mit ihr die umliegenden Wohngebiete sehenden Auges gegen die Wand gefahren werden.

Freimarkt und Zirkus sind die einzigen großen Ereignisse, die es bisher in Lehe noch gibt. Nicht mal das gönnt man Lehe noch! direkt auf der anderen Seite der Geeste ist das Bauhaus. Dort werde ich gut beraten, dort gibt es einen Holzzuschnitt: Was brauchen wir da auch dieser Seite auch noch Obi?!


Rückblende:
12. Dezember 2007, in der Theo, NZ Podiumsdiskussion:

Ich hab's noch genau im Ohr, wie Herr Bödeker die Frage in den Raum stellte, was denn für Lehe so schlimm wäre, wenn sich später heraustellen würde, dass das Kauflandprojekt nicht funktioniert hat.

Nicht zu fassen! Immer noch nicht! Angenommen, das käme so: Kaufland gescheitert, Phillips-Field von einer weiteren leerstehenden Halle blockiert, Hafenstraße tot - und da fragt der, was denn daran für Lehe so schlimm ist!

Gruß,
Jürgen

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