Unsere DSL Hardware - das Tor, welches den Computer mit dem Internet verbindet - hat ohne Vorankündigung den Dienst quittiert. Sobald wir eine Lösung für das Problem gefunden haben, geht es auch hier wieder weiter ...
Mittwoch, 12. Dezember 2012
Sonntag, 9. Dezember 2012
Wer nicht kauft zur rechten Zeit ...
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| Fußgängerzone (Bremerhaven, Bürgermeister-Smidt-Straße) |
Wisst ihr noch, in diesem Jahr,
wie's Wetter da im Sommer war?
Erst war's heiß und dann war's nass,
und schon begann der Weihnachtsspass.
Lebekuchen, Weihnachtsmann,
die traf man im Laden an.
Doch zum Glück ist mir bewusst:
Winter ist nicht im August ...
Jetzt, im Dezember, ist es kalt,
so wie's im Winter sein soll halt.
Nach Weihnachtsmann und Lebekuchen
muss man jetzt schon länger suchen.
Wer's Geschenk kauft im September,
statt zur Weihnacht im Dezember,
der ist oft sehr viel besser dran,
als selbst der alte Weihnachtsmann.
Der muss Kinderwünsche raten
bevor Kinder darum baten.
Im Mai er schon in Schweiß gerät,
sonst wird es wieder mal zu spät.
Und die Moral von der Geschichte?
Es heulen wieder Neff' und Nichte,
und wer nicht kauft zur rechten Zeit,
es Heiligabend sehr bereut.
© Jürgen Winkler
Zum Thema "vorweihnachtlicher Einkaufsrausch" habe ich schon von vielen Leuten gehört, dass sie den gerne anderen Leuten überlassen. Alle anderen sollten jetzt aber Ruhe bewahren und nicht in Torschlusspanik verfallen: Wir haben ja erst den zweiten Advent und bis zur Bescherung sind es noch zwei Wochen hin.
Freitag, 7. Dezember 2012
Home - Unsere kleine Heimat im All
"HOME" - unsere kleine Heimat im All (deutsche Untertitel lassen sich aktivieren)
"Das Leben - ein Wunder im Universum -
begann vor ungefähr vier Milliarden Jahren.
Und wir Menschen, die erst seit zweihunderttausend Jahren auf diesem Planeten existieren, wir haben es geschafft das Gleichgewicht, das so ausschlaggebend für das Leben ist, zu zerstören. In nur fünfzig Jahren - in einer einzigen Lebensspanne - haben wir die Erde radikaler verändert, als alle Generationen der Menschheit zuvor.
Wir kennen die Lösungen für die von uns verursachten Probleme. Wir alle haben die Macht etwas zu verändern. Also: Worauf warten wir noch?"
Manchmal lernt man etwas erst dann zu schätzen, wenn man es unwiederbringlich verloren hat. So könnte es uns, bzw. unseren Kindern und Kindeskindern einmal gehen, wenn es den heute lebenden Generationen nicht gelingen sollte, den Anstieg der mittleren globalen Temperatur rechtzeitig unterhalb der "plus 2 Grad"-Marke zum Stillstand zu bringen.
Sollte das nicht gelingen, dann stünde nicht weniger als der Verlust der Heimat die Menschheit auf dem Spiel: Die Lebensgrundlagen auf dem Planeten Erde, unserer "kleinen Heimat in den Weiten des Weltalls", würden sich drastisch verändern. Heutige Küstengebiete oder tiefligende Länder würden überflutet werden. Heute noch fruchtbare Landstriche wären für die Landwirtschaft verloren ...
Einen Eindruck davon, was Regierungen der Weltgemeinschaft auf der heute zu Ende gehenden Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Doha (Katar) aus purem Egoismus und aufgrund nationaler Interessen gerade leichtfertig verspielen, vermittelt der Dokumentarfilm "HOME" von Yann Arthus-Bertrand. Im Trailer zu dem 2009 veröffentlichten Film (oben auf dieser Seite) sind einige Ausschnitte daraus zu sehen.
Ich hätte jetzt wieder eine lange Zusammenfassung aus den Berichten in den Medien zusammenstellen können. Geschrieben und gesagt wurde in diesen Tagen mehr als genug (einen Überblick darüber findet sich unten in meiner Medien-Übersicht). Woran es seit Jahren mangelt, sind verantwortlich handelnde Regierungen, die, wenn es notwendig ist, auch einmal bereit sind, sich mit multinationalen Konzernen anzulegen.
Ich empfehle euch heute aber stattdessen den Film von Herrn Arthus-Bertrand. Es wäre schön, wenn ihr euch die ein-einhalb Stunden Zeit dafür nehmen würdet. Weil ihm daran gelegen ist, dass sein Film von möglichst vielen Menschen gesehen wird, stellt Herr Arthus-Bertrand ihn für die Öffentlichkeit im Internet frei zur Verfügung.
Es wird sehr vieler Menschen bedürfen, die ihre Regierungen immer aufs neue zum Handeln auffordern. Wenn einige der Menschen, die "Home" gesehen haben, sich zukünftig aktiv für die Zukunft unserer "Heimat im All" einsetzen sollten, dann hätte Herr Arthus-Bertrand mit seinem Film mehr erreicht, als von den Delegierten des Klimagipfels in Doha noch zu erwarten ist. In einer deutsch synchronisierten Fassung ist der Film hier zu sehen:
- HOME
- Ein Film von Yann Arthus-Bertrand -
- Das HOME-Projekt auf YouTube
"Die dramatische Entwicklung des Klimawandels steht im scharfen Gegensatz zu dem langsamen Fortschritt unserer Arbeit. Wir müssen unsere Anstrengungen beschleunigen. Wenn wir so weitermachen, laufen wir Gefahr, die verzweifelten Hoffnungen vieler junger Menschen auf der ganzen Welt zu enttäuschen."
Peter Altmaier vor den Delegierten aus mehr als 190 Staaten während der Weltklimakonferenz 2012 in Doha (Katar)
(Medien-Übersicht: Die Presse vom 07.12.2012, Stern vom 07.12.2012, Heise Telepolis vom 07.12.2012, Tagesschau vom Bericht 1 und Bericht 2 vom 07.12.2012, Der Standard vom 06.12.2012, Tagesschau vom 06.12.2012, taz vom 06.12.2012, Handelsblatt vom 06.12.2012, Süddeutsche Zeitung vom 06.12.2012, Deutsch Russische Nachrichten vom 06.12.2012, Greenpeace-Blog vom 06.12.2012, Die Zeit vom 05.12.2012)
Donnerstag, 6. Dezember 2012
Weihnachtsmarkt beim Bürgermeister
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| Die Rodelbahn ist wieder da |
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| Bürgermeister Smidt schaut sich den Trubel von oben an (hinten links im Bild) |
Mittendrin steht der Herr Bürgermeister Smidt auf seinem Sockel und schaut dem bunten Treiben rings um ihn her von seiner erhöhten Warte aus gelassen zu. Der hat in den 124 Jahren, die er dort nun schon steht, inzwischen wohl so viel gesehen und erlebt, dass ihn ohnehin nicht mehr viel erschüttern könnte ... - es sei denn, der Himmel fiele ihm auf den Kopf.
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| Mit einem ähnlichen Pferd wurden damals schon die Trojaner verschaukelt |
Wie immer, wenn sich etwas ändert, gibt es auch zum neuen Konzept des Bremerhavener Weihnachtsmarkts unterschiedliche Meinungen. Mir gefällt die Aufteilung in zwei Märkte, die ich auch aus anderen Städten kenne, eigentlich recht gut. In Köln wandern die Leute zum Beispiel zwischen (soweit mir bekannt) vier Märkten hin und her. Das sorgt dann sicher nebenbei auch für etwas mehr Laufkundschaft in den Geschäften, an deren Schaufenster die Leute auf ihren Wegen zwischen den Weihnachtsmärkten vorbeikommen.
Dienstag, 4. Dezember 2012
Minimalziel Kyoto-Protokoll
Wenn am Ende der Klimakonferenz in Doha (Katar) einfach nur eine "Laufzeitverlängerung" für das zum Jahresende auslaufende Kyoto-Protokoll stünde, dann wäre das eigentlich schon mehr, als man zur Halbzeit der Verhandlungen erwarten kann. Unter anderem in den "Finanznachrichten" vom 02.12.2012 kann man nachlesen, dass es aber neben Staaten wie Russland, Kanada, Neuseeland oder den USA ausgerechnet auch Japan ist, das sich vom Kyoto-Protokoll verabschieden will.
Mit dem im Dezember 1997 in der japanischen Stadt Kyōto beschlossenen Zusatzprotokoll zur Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) wurden erstmals völkerrechtlich verbindliche Zielwerte für die Emissionen von Treibhausgasen in den Industrieländern festgelegt. In Kraft getreten ist das Kyoto-Protokoll aber erst gut sieben Jahre später: Am 16. Februar 2005.
Während 193 Staaten und die EU das Kyoto-Protokoll bis zur Klimakonferenz im Dezember 2011 ratifiziert hatten, gab Kanada im gleichen Monat seinen Ausstieg aus dem Abkommen bekannt. Dank Herrn Bush (USA, Republikaner, ehemaliger Präsident) und der Blockadehaltung der Republikaner im Repräsentantenhaus der USA gegenüber der Umweltpolitik von Herrn Obama (USA, Präsident) und den Demokraten sind die Vereinigten Staaten von Amerika dem Kyoto-Protokoll niemals beigetreten.
Ein "Werkzeug" des Kyoto-Protokolls ist der Handel mit Emissionszertifikaten. Umweltverschmutzer können sich damit von der Verpflichtung zum Zurückfahren ihrer CO2-Emissionen freikaufen. Mit dem Gewinn aus dem Zertifikatshandel wurden unter anderem Entwicklungs- und Schwellenländern bei ihren Bemühungen unterstützt, ihre CO2-Bilanzen zu verbessern.
Beim Bestand der Emissionszertifikate ist es allerdings im Laufe der Jahre zu einer Art "inflationaler Entwicklung" gekommen, die dazu geführt hat, dass sich heute unter dem Deckmantel überzähliger Zertifikate aus der ersten und zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls eine große Menge - quasi im wahrsten Sinne des Wortes - "heiße Luft in Wartestellung" verbirgt: Die Zertifikate berechtigen ihre Inhaber zur Emission von rund 13 Milliarden Tonnen CO2, die weiterhin ihren Teil zum Anstieg der mittleren globalen Temperatur beitragen werden, wenn sie zum Einsatz kommen.
Unter den EU-Staaten hat vor allem Polen ein großes Interesse daran, dass sich daran auch nichts ändert. Im eingangs genannten Artikel der "Finanznachrichten" heißt es, diese Menge entspräche den gesamten EU-Emissionen von drei Jahren. Kämen diese bisher ungenutzten Zertifikate noch zum Einsatz, dann würde das Kyoto-Protokoll so gut wie wirkungslos werden und auch ein höheres Ziel zur Minderung der CO2-Emissionen in der EU sei dann nicht zu erreichen. Sollten sich die Delegierten auf der Weltklimakonferenz 2012 also tatsächlich auf das Minimalziel "Verlängerung der Laufzeit des Kyoto-Protokolls" einigen, ohne dass die genannten Emissionszertifikate vom Markt genommen werden, dann wäre das das Ergebnis des Klimagipfels 2012 wohl nichts als Makulatur.
Vom Vorreiter zum Bremsklotz
Wenn es den Staaten der Europäischen Union mit der Einhaltung ihrer für das Jahr 2020 gesteckten Klimaschutzziele aber Ernst sein sollte, dann reicht es mittlerweile nicht mehr aus, wenn sie anbieten, ihre CO2-Emissionen bis dahin um 20 Prozent zu reduzieren: Dieses Ziel wurde nämlich erfreulicherweise bereits im letzten Jahr nahezu erreicht. Da inzwischen auf internationaler Ebene viel zu viel Zeit ungenutzt vergeudet wurde, ist nach heutigem Kentnisstand eine Anpassung der Reduktion der CO2-Emissionen um insgesamt mindestens 30 Prozent notwendig.
Dank Herrn Rösler (FDP, Bundeswirtschaftminister) erweist sich neben Polen derzeit ausgerechnet Deutschland als Bremsklotz und Frau Merkel (CDU, Bundeskanzlerin) verweist lieber auf die Blockadehaltung Polens, als Herrn Altmaier (CDU, Bundesumweltminister) den Rücken zu stärken, ihren Umweltminister zurückzupfeifen und die notwendigen Anpassungen der europäischen Klimaschutzziele mit Nachdruck einzufordern. Damit schwächt sie nicht nur die deutsche Verhandlungsposition in Doha, sondern darüberhinaus auch den Einfluss der EU auf das Ergebnis der Klimakonferenz.
Deutschland war einmal Vorreiter in der internationalen Klimapolitik. Auch die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte einmal vereinbart, die CO2-Emissionen bis Ende 2020 um vierzig Prozent - bezogen auf 1990 - zurückzufahren. Anstatt aber die Bürger bei ihren Bemühungen zum Umbau der Energieversorgung in Deutschland zu unterstützen. legt die wespenfarbene Bunderegierung ihnen immer neue Steine in den Weg. Bisher haben die privaten Anstrengungen vieler einzelner Bürger den größten Anteil an der Erschließung regenerativer Energiequellen und am Aufbau eines dezentralen Energieversorgungsnetzwerks in Deutschland. Die vier großen Energiekonzerne treten hingegen weiterhin als Atomkonzerne in Erscheinung und setzen daneben immernoch auf die massenweise Verbrennung fossiler Rohstoffe in ihren längst abgeschriebenen Großkraftwerken. Die Windkraft-Sparte dient ihnen bisher lediglich als grünes Deckmäntelchen für den Betrieb ihrer gefährlichen Atom- und Gas- und Kohlekraftwerke.
Immerhin gibt es aber noch vereinzelte "einsame Rufer in der Wüste", denen der Ernst der Lage bewusst zu sein scheint. Der Spiegel zitiert Herrn Altmaier in einem Artikel vom 03.12.2012 mit den Worten: "Weltweit funktioniert Umweltschutz nur noch über den Ausbau an erneuerbaren Energien." Aufgrund der unheiligen Allianz aus Politik und Energiekonzernen und deren im Hintergrund betriebenen Machenschaften gerät die dringend notwendige Energiewende in Deutschland jedoch immer mehr ins Stocken. So verwundert es auch nicht, wenn heute in den Medien zu lesen ist, dass Deutschland vom sechsten auf den achten Rang des Klimaschutz-Index' der Umweltschutzorganisation "Germanwatch" zurückgefallen ist.
Dieser verhängnisvolle Trend bedarf dringend einer Korrektur. Wie sich während der letzten drei Jahre gezeigt hat, ist diesbezüglich von der Wespen-Koalition in Berlin nichts zu erwarten. Das wurde auch gestern Abend noch einmal deutlich, als Frau Merkel in einem Interview mit den ARD-Tagesthemen noch einmal bekräftigte, dass zwischen der CDU/CSU und der FDP die größten Übereinstimmungen gegenüber möglichen anderen Koalitionspartnern bestehen. Frau Miosga hatte sie zuvor gefragt, ob sie sich angesichts der Positionen der FDP zum Klimaschutz auch eine Koalition mit den Grünen vorstellen könne.
Deshalb hoffe ich, dass die schwarz-gelb gestreifte Bundesregierung nach der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres Geschichte sein wird, und dass die darauf folgende Bundesregierung endlich Ernst machen wird, mit dem zügigen Umbau der Energieversorgung in Deutschland. Es darf keine weitere Zeit sinnlos vergeudet werden. Dafür steht zu viel auf dem Spiel - nicht nur für Deutschland!
(Quellen: Der Spiegel vom 03.12.2012, Finanznachrichten vom 02.12.2012, Greenpeace-Blog vom 30.11.2012, Greenpeace Positionspapier zu COP18, Wikipedia)
Mit dem im Dezember 1997 in der japanischen Stadt Kyōto beschlossenen Zusatzprotokoll zur Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) wurden erstmals völkerrechtlich verbindliche Zielwerte für die Emissionen von Treibhausgasen in den Industrieländern festgelegt. In Kraft getreten ist das Kyoto-Protokoll aber erst gut sieben Jahre später: Am 16. Februar 2005.
Während 193 Staaten und die EU das Kyoto-Protokoll bis zur Klimakonferenz im Dezember 2011 ratifiziert hatten, gab Kanada im gleichen Monat seinen Ausstieg aus dem Abkommen bekannt. Dank Herrn Bush (USA, Republikaner, ehemaliger Präsident) und der Blockadehaltung der Republikaner im Repräsentantenhaus der USA gegenüber der Umweltpolitik von Herrn Obama (USA, Präsident) und den Demokraten sind die Vereinigten Staaten von Amerika dem Kyoto-Protokoll niemals beigetreten.
Ein "Werkzeug" des Kyoto-Protokolls ist der Handel mit Emissionszertifikaten. Umweltverschmutzer können sich damit von der Verpflichtung zum Zurückfahren ihrer CO2-Emissionen freikaufen. Mit dem Gewinn aus dem Zertifikatshandel wurden unter anderem Entwicklungs- und Schwellenländern bei ihren Bemühungen unterstützt, ihre CO2-Bilanzen zu verbessern.
Beim Bestand der Emissionszertifikate ist es allerdings im Laufe der Jahre zu einer Art "inflationaler Entwicklung" gekommen, die dazu geführt hat, dass sich heute unter dem Deckmantel überzähliger Zertifikate aus der ersten und zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls eine große Menge - quasi im wahrsten Sinne des Wortes - "heiße Luft in Wartestellung" verbirgt: Die Zertifikate berechtigen ihre Inhaber zur Emission von rund 13 Milliarden Tonnen CO2, die weiterhin ihren Teil zum Anstieg der mittleren globalen Temperatur beitragen werden, wenn sie zum Einsatz kommen.
Unter den EU-Staaten hat vor allem Polen ein großes Interesse daran, dass sich daran auch nichts ändert. Im eingangs genannten Artikel der "Finanznachrichten" heißt es, diese Menge entspräche den gesamten EU-Emissionen von drei Jahren. Kämen diese bisher ungenutzten Zertifikate noch zum Einsatz, dann würde das Kyoto-Protokoll so gut wie wirkungslos werden und auch ein höheres Ziel zur Minderung der CO2-Emissionen in der EU sei dann nicht zu erreichen. Sollten sich die Delegierten auf der Weltklimakonferenz 2012 also tatsächlich auf das Minimalziel "Verlängerung der Laufzeit des Kyoto-Protokolls" einigen, ohne dass die genannten Emissionszertifikate vom Markt genommen werden, dann wäre das das Ergebnis des Klimagipfels 2012 wohl nichts als Makulatur.
Vom Vorreiter zum Bremsklotz
Wenn es den Staaten der Europäischen Union mit der Einhaltung ihrer für das Jahr 2020 gesteckten Klimaschutzziele aber Ernst sein sollte, dann reicht es mittlerweile nicht mehr aus, wenn sie anbieten, ihre CO2-Emissionen bis dahin um 20 Prozent zu reduzieren: Dieses Ziel wurde nämlich erfreulicherweise bereits im letzten Jahr nahezu erreicht. Da inzwischen auf internationaler Ebene viel zu viel Zeit ungenutzt vergeudet wurde, ist nach heutigem Kentnisstand eine Anpassung der Reduktion der CO2-Emissionen um insgesamt mindestens 30 Prozent notwendig.
Dank Herrn Rösler (FDP, Bundeswirtschaftminister) erweist sich neben Polen derzeit ausgerechnet Deutschland als Bremsklotz und Frau Merkel (CDU, Bundeskanzlerin) verweist lieber auf die Blockadehaltung Polens, als Herrn Altmaier (CDU, Bundesumweltminister) den Rücken zu stärken, ihren Umweltminister zurückzupfeifen und die notwendigen Anpassungen der europäischen Klimaschutzziele mit Nachdruck einzufordern. Damit schwächt sie nicht nur die deutsche Verhandlungsposition in Doha, sondern darüberhinaus auch den Einfluss der EU auf das Ergebnis der Klimakonferenz.
Deutschland war einmal Vorreiter in der internationalen Klimapolitik. Auch die schwarz-gelbe Bundesregierung hatte einmal vereinbart, die CO2-Emissionen bis Ende 2020 um vierzig Prozent - bezogen auf 1990 - zurückzufahren. Anstatt aber die Bürger bei ihren Bemühungen zum Umbau der Energieversorgung in Deutschland zu unterstützen. legt die wespenfarbene Bunderegierung ihnen immer neue Steine in den Weg. Bisher haben die privaten Anstrengungen vieler einzelner Bürger den größten Anteil an der Erschließung regenerativer Energiequellen und am Aufbau eines dezentralen Energieversorgungsnetzwerks in Deutschland. Die vier großen Energiekonzerne treten hingegen weiterhin als Atomkonzerne in Erscheinung und setzen daneben immernoch auf die massenweise Verbrennung fossiler Rohstoffe in ihren längst abgeschriebenen Großkraftwerken. Die Windkraft-Sparte dient ihnen bisher lediglich als grünes Deckmäntelchen für den Betrieb ihrer gefährlichen Atom- und Gas- und Kohlekraftwerke.
Immerhin gibt es aber noch vereinzelte "einsame Rufer in der Wüste", denen der Ernst der Lage bewusst zu sein scheint. Der Spiegel zitiert Herrn Altmaier in einem Artikel vom 03.12.2012 mit den Worten: "Weltweit funktioniert Umweltschutz nur noch über den Ausbau an erneuerbaren Energien." Aufgrund der unheiligen Allianz aus Politik und Energiekonzernen und deren im Hintergrund betriebenen Machenschaften gerät die dringend notwendige Energiewende in Deutschland jedoch immer mehr ins Stocken. So verwundert es auch nicht, wenn heute in den Medien zu lesen ist, dass Deutschland vom sechsten auf den achten Rang des Klimaschutz-Index' der Umweltschutzorganisation "Germanwatch" zurückgefallen ist.
Dieser verhängnisvolle Trend bedarf dringend einer Korrektur. Wie sich während der letzten drei Jahre gezeigt hat, ist diesbezüglich von der Wespen-Koalition in Berlin nichts zu erwarten. Das wurde auch gestern Abend noch einmal deutlich, als Frau Merkel in einem Interview mit den ARD-Tagesthemen noch einmal bekräftigte, dass zwischen der CDU/CSU und der FDP die größten Übereinstimmungen gegenüber möglichen anderen Koalitionspartnern bestehen. Frau Miosga hatte sie zuvor gefragt, ob sie sich angesichts der Positionen der FDP zum Klimaschutz auch eine Koalition mit den Grünen vorstellen könne.
Deshalb hoffe ich, dass die schwarz-gelb gestreifte Bundesregierung nach der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres Geschichte sein wird, und dass die darauf folgende Bundesregierung endlich Ernst machen wird, mit dem zügigen Umbau der Energieversorgung in Deutschland. Es darf keine weitere Zeit sinnlos vergeudet werden. Dafür steht zu viel auf dem Spiel - nicht nur für Deutschland!
(Quellen: Der Spiegel vom 03.12.2012, Finanznachrichten vom 02.12.2012, Greenpeace-Blog vom 30.11.2012, Greenpeace Positionspapier zu COP18, Wikipedia)
Sonntag, 2. Dezember 2012
Zum Advent ...
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| Weihnachtsbaum am südlichen Teil des Bremerhavener Weihnachtsmarkts 2012 |
Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.
Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.
Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.
Theodor Fontane (1819-1898)
Die Stimmung, die Theodor Fontane in seinem Gedicht wiedergibt, ist eigentlich genau das, was unseren romantischen Vorstellungen von einer Zeit entspricht, in der wir uns gedanklich auf das Weihnachtsfest einstimmen. Mit der heutigen Realität haben diese Wunschvorstellungen jedoch im allgemeinen nichts mehr gemeinsam. - Eher gleichen sie Fantasy-Geschichten, wie wir sie vielleicht noch aus den Erzählungen unserer Großeltern kennen, wenn sie über die "Gute alte Zeit" sprachen.
Aber trotzdem: Auch wenn es angesichts des täglichen Alltagstrotts, zu vorweihnachtlichen Lichtermeeren mutierter Einkaufszentren oder einer unüberschaubaren Anzahl von Einladungen zu irgendwelchen Weihnachtsfeiern vielleicht ein "frommer Wunsch" sein mag, so wünsche ich euch allen doch eine besinnliche Adventszeit.
Und passt gut auf euch auf, damit ihr nicht dem verspätet ausbrechenden Kaufrausch verfallt. Er ist zur Zeit hochgradig ansteckend und wenn ihr Pech habt, dann könnte es euch so ergehen, wie dem armen alten Kerl mit dem weißen Rauschebart. Aber das ist wieder eine andere Geschichte, über die hier am zweiten Advent berichtet werden soll ...
Samstag, 1. Dezember 2012
Die schwarz strahlende "Energiewende" Wende
Was bezüglich der Erhöhung der Strompreise im Jahre 2013 gerne verschwiegen wird
Die Delegierten der 18. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationenin Doha (Katar) ringen gerade um eine Einigung über Maßnahmen zur möglichst kurzfristigen Abkehr von der Energieerzeugung auf Grundlage fossiler Energieträger (Erdgas, Kohle, Erdöl). - Auch im Bundestag wird der Begriff "Energiewende" immer wieder gerne und medienwirksam verwendet: Dahinter lassen sich nämlich vortrefflich die wahren Absichten der schwarz-gelben Bundesregierung verbergen.
Bereits bei seiner Einführung hatte die FDP das "Erneuerbare Energien Gesetzes" (EEG) abgelehnt und stattdessen ein politisch gesteuertes - und somit planwirtschaftliches - Quotenmodell propagiert. Damit stellte sie staatliche Reglementierung zugunsten der vier großen Stromkonzerne mit ihren Atomkraftwerken und ihren mit fossilen Energieträgern befeuerten Großkraftwerken gegen die dezentralisierte - und damit demokratisierte - Stromerzeugung auf der Grundlage erneuerbarer Energiequellen in Bürgerhand.
Soviel also dazu, wem die von der FDP vertretenen Freiheiten zugute kommen sollen - den Bürgern dieses Landes jedenfalls offensichtlich nicht. Seit die FDP zusammen mit der CDU und der CSU die Bundesregierung stellt, fordert sie immer offener die Abschaffung des EEG. Ihr derzeitiges Argument: Das EEG ist für die drastische Preissteigerung im nächsten Jahr verantwortlich.
Die politisch motivierte Strompreiserhöhung
Jeder, der in diesen Tagen Post von seinem Energieversorger bekommt, weiß, dass er wegen der damit angekündigten massiven Anhebung der Strompreise im nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen werden muss. Diesbezüglich geht es auch mir nicht besser, als allen anderen Menschen im Lande. Kaum jemand macht sich jedoch die Mühe, die in den Medienkampagnen der Lobbyorganisationen der vier großen Stromkonzerne verbreiteten und von deren schwarz-gelben Handlangern politisch unterstützten Behauptungen zu hinterfragen und zu überprüfen. Ich habe einige Tage damit verbracht, zu lesen, was andere zu diesem Thema herausgefunden haben.
Eine der Wahrheiten ist, dass die reale Erhöhung der EEG-Umlage den geringsten Teil der Strompreiserhöhung ausmacht. Der Rest der massiven Anhebung der Strompreise geht auf politische Manipulationen seitens der wespenfarbenen Bundesregierung zurück. Darüber, wie das alles seit vielen Jahren von langer Hand vorbereitet worden ist und seitdem mithilfe der den Atomkonzernen nahestehenden Lobbyorganisationen und deren gezielten und aufwändigen Medienkampagnen vorangetrieben wird, gibt das Video oben auf dieser Seite Auskunft.
Unser Stromanbieter kauft den Strom direkt bei inländischen Wind- und Wasserkraftwerken ein. Seine EEE-Umlage verringert sich deshalb um 2 Cent/kWh gesenkt. Da er diese Kostendämpfung in vollem Umfang an seine Kunden weitergibt, fallen für uns anstelle von 5,277 Cent/kWh also "nur noch" 3,277 Cent/kWh EEG-Umlage an. Trotzdem werden auch unsere Stromkosten von derzeit 23,40 Cent/kWh ab Januar 2013 auf 25,75 Cent/kWh steigen, wobei jeweils ein Cent davon in den Bau neuer Anlagen zur Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen investiert werden. Mit 25,75 Cent/kWh schneiden wir im nächsten Jahr aber immer noch günstiger ab, als es beim durchschnittlichen Strompreis für Deutschland in diesem Jahr (25,89 Cent/kWh) der Fall gewesen wäre.
Bei Wikipedia kann man nachlesen, dass 2012 durchschnittlich 14,17 Cent/kWh auf Erzeugung, Transport und Vertrieb des Stroms entfielen. Die EEG-Umlage schlug mit 3,592 Cent/kWh zu Buche. 8,128 Cent/kWh setzten sich demzufolge aus sonstigen Umlagen und Steuern zusammen.
Einer Prognose auf der Internetseite "Wie Energiesparen? Info!" zufolge wird der durchschnittliche Strompreis im nächsten Jahr auf 29,15 Cent/kWh steigen. 14,76 Cent/kWh werden davon auf Erzeugung, Transport und Vertrieb des Stroms entfallen. Die EEG-Umlage wird, wie bereits erwähnt, auf 5,277 Cent/kWh steigen. Sonstige Umlagen und Steuern werden demnach auf von 8,128 in diesem Jahr auf 9,113 Cent/kWh im nächsten Jahr steigen. Wenn man dann noch weiß, dass die Erhöhung der EEG-Umlage unter anderem auf eine massive, zusätzliche Entlastung von Unternehmen - nicht nur der energieintensiven Industriebetriebe(!) - zurückzuführen ist, dann weiß man auch, welchen Kurs die Wespen in Berlin steuern und was von den Forderungen aus Kreisen der FDP zu halten ist! Mit der künstlichen Aufblähung der EEG-Umlage soll diese zuerst diskreditiert und dann abgeschafft werden.
Gegen die Strompreislügen ...
Im Gegensatz zu den jeweiligen Lobbyverbänden der Stromerzeuger ist das "Umweltinstitut München" eine unabhängige Organisation, die ihre Arbeit ausschließlich aus den Beiträgen ihrer Mitglieder finanziert. Mit einer gerade angelaufenen Kampagne klärt es über die Hintergründe zu den von den Stromkonzernen verbreiteten "Strompreis-Lügen" auf. Die Erkenntnisse des "Umweltinstitut München" decken sich mit den in dem Video aufgezeigten Machenschaften und Verwicklungen zwischen Industrie und Politik.
- Wer den Anstieg der Strompreise ab Januar 2013 und die damit verbundene Täuschung der Bundesbürger nicht "einfach so" unwidersprochen hinnehmen will, der sollte bei der Bundestagswahl im Herbst 2013 etwas dagegen unternehmen: Die derzeitige wespenfarbene Bundesregierung abwählen! Und wer mit seiner Stromrechnung immer noch die Erzeugung klimaschädigenden Stroms mithilfe fossil befeuerter Großkraftwerke und Atomkraftwerke unterstützt, der kann zu einem Energieversorger wechseln, der ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen einkauft.
... und das Schweigen in Doha
Als gefährlich für die Zukunft könnte es sich noch erweisen, dass die FDP Deutschlands Delegation beim Klimagipfel in Doha blockiert. Darüberhinaus behindert sie die EU bei dem Versuch, die Verlängerung des Kyoto-Protokolls dazu zu nutzen, auch andere Staaten für ein neues, ambitioniertes Klimaschutzabkommen zu gewinnen: Die Verhandlungsführung für die EU sollte Herr Altmaier (CDU, Bundesumweltminister) übernehmen.
Dem steht nun der Herr Rösler (FDP, Bundeswirtschaftsminister) mit seiner Meinung im Wege: Wenn nur die EU sich zu schärferen Emissionsminderungsmaßnahmen verpflichte, dann sei das zu einseitig. Dabei weiß er natürlich ganz genau, dass sich in Doha solange nichts bewegen wird, wie alle meinen, die anderen müssten zuerst aktiv werden, bevor sie selbst sich vielleicht genötigt sehen, endlich auch ihren Teil der Verantwortung für unsere gemeinsame "Heimat im All", den kleinen Planeten Erde, zu übernehmen.
Sollte Herr Rösler mit dieser, den Bundesbürgern gegenüber ebenso perfiden wie auch durchsichtigen Strategie erfolgreich sein, dann würde ihm der Dank seiner eingangs genannten Klientel sicher sein. Nachfolgende Generationen würden ihn eines Tages aber wohl für seinen Anteil an der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen verfluchen.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" in einem Artikel vom 24.11.2012 schreibt, wird Deutschland beim Klimagipfel wohl nicht viel zu sagen haben. Da Herr Rösler erst einmal kein Interesse an einer Einigung auf neue Regeln habe, müsse Herr Altmaier ohne Beschluss nach Doha aufbrechen.
- Wer etwas gegen die schwarz strahlende Klimapolitik unternehmen will und wem daran gelegen ist, dass Deutschland zukünftig wieder seinen Beitrag zum Kampf der Menschheit gegen den Anstieg der mittleren globalen Temperatur leisten kann, der kann dafür bei der Bundestagswahl im Herbst 2013 die Weichen stellen, indem er die derzeitige wespenfarbene Bundesregierung abwählt.
Aktuell hat das demokratische Netzwerk "Campact" aber schon einmal eine Petition initiiert, mit der Frau Merkel (CDU, Bundeskanzlerin) aufgefordert wird, Herrn Rösler und die FDP zurückzupfeifen, damit Herr Altmeier nicht mit leeren Händen zu den Verhandlungen nach Doha fahren muss. Der Text der Petition im Wortlaut:
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,
sehr geehrter Herr Bundesumweltminister Altmaier,
Deutschland war bisher Motor bei internationalen Klimaverhandlungen. Doch jetzt könnte das Ringen um einen weltweiten Klimavertrag an Deutschland scheitern! Denn Wirtschaftsminister Rösler verhindert bislang, dass die EU mit einem ambitionierten Angebot wieder Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen bringen kann.
Sorgen Sie dafür, dass Deutschland Klima-Vorreiter bleibt. Wir brauchen:
- eine Erhöhung des EU-Klimaschutzziels von 20 auf 30 Prozent CO2-Minderung bis 2020.
- eine Reform des europäischen Emissionshandels. Damit dieser zu einem wirksamen Instrument für mehr Investitionen in Klimaschutz und zukunftsfähige Arbeitsplätze wird.
Mit freundlichen Grüßen
- Zum Weiterlesen:
- Gerd Rosenkranz:
Das sabotierte Jahrhundertprojekt
- Gerd Rosenkranz:
(Quellen: Süddeutsche Zeitung vom 24.11.2012, Brief von "Naturstrom" 11/2012, Blätter für deutsche und internationale Politik 11/2012, Umweltinstitut München, Wikipedia, Wie Energiesparen? Info!, Campact)
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