Montag, 13. Februar 2012

Polens Atomkraftpläne: Nachtrag

Atomkraft? Nein Danke!Ende des letzten Jahres waren in Deutschland insgesamt mehr als 50000 Stellungnahmen gegen den Plan Polens zum Einstieg in die Nutzung der Atomkraft zusammengekommen. Ebenso wie die Bundesregierung hatten auch einige Bundesländer - darunter Brandenburg, Berlin, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen - kritisch Stellung zum polnischen Atomprogramm bezogen.

Darüber hatte das Umweltinstitut München am 4. Januar in einer Pressemitteilung berichtet. Polen hat inzwischen einen Nachtrag zu seinem Atomkraftprogramm veröffentlicht. Die darin enthaltenen möglichen, direkt an der Ostsee gelegenen Standorte für neue Atomkraftwerke liegen nicht weiter als 100 bis 300 km von der deutschen Grenze entfernt.

Das gibt zusätzlichen Anlass für die Befürchtung, Deutschland könnte im Falle radioaktiver Freisetzungen direkt von deren Auswirkungen betroffen sein. Wie seit den Super-GAUs in Tschernobyl und in Fukushima eigentlich jedem bekannt sein dürfte, sind nach derartigen Ereignissen noch über deutlich weitere Distanzen hohe radioaktive Kontaminierungen und die Gefährdung der Gesundheit und des Lebens von Menschen zu erwarten.

Zwei der im Nachtrag genannten Standorte liegen innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes. In direkter Nachbarschaft zu allen drei Standorten gibt es Naturschutzgebiete, Landschaftsparks sowie Vogelschutzgebiete und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Flora und Fauna werden alle drei Standorte nach Angaben des Umweltinstitut München sogar von den Autoren des polnischen Nachtrags zur Umweltverträglichkeitsstudie als "riskant" bezeichnet.

Wie das Umweltinstitut München weiter mitteilt, könne eine Kontaminierung der Gewässer nicht ausgeschlossen werden. Umliegende landwirtschaftliche Flächen und Ferieneinrichtungen wie Campingplätze und Badestrände in dem touristischen Gebiet könnten bereits im Normalbetrieb von radioaktiven Freisetzungen betroffen sein. Bei Revisionen sei darüberhinaus mit Spitzenwerten zu zu rechnen, die bis zu 500 Mal über dem Normalwert liegen könnten.

Statt des teuren und gefährlichen Einstiegs in die Atomenergie, solle Polen die Chance nutzen, sofort ein nachhaltiges Energieprogramm aufzulegen und den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Bereits Im Rahmen ihrer SUP-Stellungnahme gegen die Atompläne Polens hatte die Bundesregierung Polen diesbezüglich eine Zusammenarbeit vorgeschlagen und Hilfe beim Einstieg in die Stromversorgung auf Grundlage regenerativer Energien angeboten.


Stellungnahme zum Nachtrag

Aufgrund des polnischen Nachtrags ist es ab sofort und bis zum 27.Februar wieder möglich, im Rahmen des Grenzüberschreitenden Strategischen Umweltprüfungsverfahrens (SUP) Stellungnahmen zum polnischen Atomprogramm einzureichen. Je mehr Menschen in Europa sich daran beteiligen, desto größer ist sie Aussicht auf Erfolg.

Das Umweltinstitut München hat dafür wieder einen Mustertext für eine E-Mail an die verantwortlichen Institutionen in Polen verfasst der so formuliert ist, dass sich auch diejenigen erneut beteiligen können, die bereits eine Stellungnahme abgegeben haben. Der Mustertext, der auch individuell ergänzt bzw. geändert werden kann, lautet:
An
Hanna Trojanowska
Government's Plenipotentiary for Polish Nuclear Power Engineering Issues
Undersecretary of State
MINISTRY OF ECONOMY
Plac Trzech Krzyzy 3/5
00-507 Warszawa
POLEN
Fax + 48 22 693 40 46 - 48, E-mail: Andrzej.Chwas@mg.gov.pl

Kopie an:
Michal Kielsznia
General Director for Environmental Protection
ul. Wawelska 52/54
00-922 Warszawa
POLEN
Fax +48 22 57 92 126, E-mail: dorota.szumanska@gdos.gov.pl.

Sehr geehrte Frau Trojanowska,
sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen des Grenzüberschreitenden Strategischen Umweltprüfungsverfahrens (SUP) zur Änderung des Polnischen Kernenergieprogramms (Nachtrag vom Dezember 2011) nehme ich wie folgt Stellung, bzw. ergänze ich meine bereits eingereichte Stellungnahme und schließe mich der Stellungnahme des Umweltinstitut München e.V. vom 22.12.2011 sowie der aktuellen Stellungnahme des Umweltinstitut München zum Nachtrag der Umweltverträglichkeitsstudie voll umfänglich an.

Die vorgelegten Änderungen des Atomprogramms stellen aus meiner Sicht nur eine Verschärfung der Bedrohung durch radioaktive Verseuchung dar. Insbesondere weil die zusätzlichen Standorte in der Nähe schützenswerter Naturräume und Tourismusregionen liegen. Ich bitte die polnische Regierung nachdrücklich sich von ihren Atomplänen zu verabschieden und die Chance für eine Umstellung der Energieversorgung auf regenerative Energien zu nutzen, sowie das Angebot der deutschen Bundesregierung auf Unterstützung beim Aufbau anzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Hier geht es zum Eingabeformular auf der Internetseite des Umweltinstitut München.



Zum Weiterlesen:


(Quellen: Der Westen vom 07.02.2012, BMU Pressemitteilung vom 06.02.2012, Deutschlandradio vom 04.01.2012, Umweltinstitut München e.V., Umweltbundesamt Östereich, Bundesministerium für Umwelt Naturschutz und Reaktorsicherheit)

Sonntag, 12. Februar 2012

ad ACTA - vorerst zumindest

Gestern gingen in 150 Ländern tausende Menschen auf die Straße, um gegen das umstrittene Handelsabkommen ACTA zu demonstrieren. Bereits am Tag zuvor hatte die Bundesregierung verkündet, sie werde das Abkommen "vorerst" nicht unterzeichnen. 

Das Computer-Fachmagazin CHIP berichtete daraufhin in einem Artikel vom 10.02.2012, aus Regierungskreisen habe es geheißen, eine Unterzeichnung des Abkommens sei ohnehin nicht nötig. Alle relevanten Forderungen seien in Deutschland längst Gesetz. So sei das unberechtigte Kopieren urheberrechtlich geschützter Werke in Deutschland bereits seit 1966 strafbar.

Kritisiert wird auf politischer Ebene vor allem auch, das die Verhandlungen über das Abkommen im Geheimen und ohne die notwendige Transparentz stattgefunden haben. Herr Schulz (FDP, Bundestagsabgeordneter) habe gesagt, das sei inakzeptabel.

Auf den Punkt brachte es die "Zeit" in einem Artikel vom 10.02.2012 (Zitat): "Politiker, die Regeln für das Internet unter sich ausmachen, haben Protest verdient." Sie seien so vorgegangen, als hätten sie im politischen Lehrbuch unter "Wie mache ich aus meinen Bürgern ein paar anständige Wutbürger?" nachgeschlagen. Wörtlich heißt es in der "Zeit" (Zitat): ".. Wer Menschen ignoriert, schätzt sie gering und macht sie eben – wütend. .."

Und weiter (Zitat): ".. Dass Acta am Ende scheitert, ist wahrscheinlich, weil nicht nur Netzaktivisten außen vor blieben, sondern es manchen Politikern nicht viel besser erging, beispielsweise den Parlamentariern in Straßburg. .." Wer versuche, "nicht" zu kommunizieren, der müsse mit einem solchen Ergebnis rechnen.

Ich mag diesbezüglich bisher noch keine Prognosen abgeben. Der Kritik in der "Zeit" stimme ich jedoch zu. Darüberhinaus halte ich den Titel des Abkommens (ACTA steht für "Anti-Counterfeiting Trade Agreement", "Handelsabkommen gegen Produktpiraterie") für einen dreisten Etikettenschwindel. Wer ein internationales Abkommen gegen Urheberrechtsverletzungen will, der soll es gefälligst auch so nennen. Deshalb müssten die Politiker, wenn ihre Kritik bezüglich der Intranzparenz ernst gemeint ist, "ACTA" nach der vorläufigen Absage jetzt auch endgültig ad acta legen.

Die Schaffung wirksamer Rechtsgrundlagen für die internationale Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen sind sicher ebenso notwendig wie solche, die eine internationale Verfolgung von Produktpiraterie ermöglichen würden. Die Spam-Filter sortieren weltweit Tag für Tag mehr als genug E-Mails mit entsprechenden Replikat-Angeboten aus. Davon kann sicher jeder von uns ein Lied singen.

Wenn ein solches Abkommen gegen Urheberrechtsverletzungen aber darüberhinaus der Zensur im Internet Tür und Tor öffnen würde, dann würde es allerdings auf den scharfen Widerstand der Bürger in vielen Ländern der Welt stoßen. Ebenso würde aber auch ein Gesetz gegen Produktpiraterie auf erheblichen Widerstand stoßen, wenn es zum Beispiel einem großen Pharmakonzern die Möglichkeit gäbe, den Verkauf eines preisgünstigen Medikaments gegen eine zum Beispiel in Entwicklungsländern typische Krankheit eines anderen Herstellers zu verbieten, nur weil dieses vielleicht zufällig die gleichen Wirkstoffe enhält, wie ein teures Medikament des großen Pharmakonzerns.


(Quellen: Tagesschau vom 12.02.2012 und vom 11.02.2012, Süddeutsche Zeitung vom 11.02.2012, FAZ vom 11.02.2012 , Die Zeit vom 11.02.2012 und vom 10.02.2012, Chip vom 10.02.2012)

Freitag, 10. Februar 2012

Herr Nasheed, der Putsch und der Klimawandel

Nach Protesten von Anhängern der Opposition auf den Malediven und einer Meuterei revoltierender Polizisten wurde Herr Mohamed Rasheed (Malediven, bis dahin Präsident) zum Rücktritt gezwungen.

Bei einer von der Opposition organisierten Protestkundgebung hatten zahlreiche Bewohner der Malediven Ende letzten Jahres ein Ende "antiislamischer" Aktivitäten gefordert. Herrn Nasheed wurde vorgeworfen, er untergrabe die Prinzipien des Islams, der auf den Malediven die einzige zugelassene Religion ist. Die Regierung der Malediven hatte daraufhin Ende Dezember 2011 die Schließung der Wellness-Center in hunderten von Luxushotels angeordnet.

Nachdem im Januar 2012 ein Richter festgenommen worden war, der die Freilassung eines inhaftierten Oppositionspolitikers angeordnet hatte, waren die Spannungen zwischen der Regierung und Anhängern des früheren Präsidenten Maumoon Abdul Gayoom eskaliert. Herr Gayoom, der 30 Jahre lang autokratisch geherrscht hatte verlor im Jahre 2008 die Wahl, aus der Herr Nasheed, der unter Herrn Gayoom als politischer Gefangener inhaftiert war, als Gewinner hervorgegangen war.

Menschenrechtsgruppen hatten die Regierung der Malediven während der Präsidentschaft Herrn Nasheeds dafür kritisiert, dass sich an der Diskriminierung anderer Religionen auf den Malediven nichts geändert hatte. Nach dem Putsch wird sich daran mit Sicherheit auch weiterhin nichts ändern. Für die Demokratie im Inselstaat ist die Entwicklung der letzten Tage jedoch ein herber Rückschlag. Mit Herrn Rasheed in seiner Funktion als Präsident der Republik Malediven verliert außerdem auch die weltweite Bewegung im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe einen ihrer stärksten Vorkämpfer. Manchmal ist eben doch nicht alles einfach schwarz oder weiß.


Eine kurze Geschichte der Demokratie

Herr Nasheed war der erste demokratisch gewählte Präsident in der Geschichte des im Pazifik gelegenen Inselstaats der bis 1963 unter britischem Protektorat stand. Seit 1942 hatte Großbritanien mehrere Militärflugplätze auf den Inseln angelegt. 1956 gewährten die Briten den Malediven die innere Autonomie. Nachdem Großbritannien die Inseln im Jahre 1963 aufgegeben hatte, behielt es jedoch weiterhin das Nutzungsrecht an den Militärflugplätzen. 1965 wurden die Malediven unabhängig, aber erst nachdem die Nutzungszeit der Militärflugplätze abgelaufen war verließen die Briten das Land im Jahre 1976 endgültig.

Dem Eintrag "Malediven" bei Wikipedia zufolge waren die Bewohner der Malediven im Jahre 1153 von einem arabischen Reisenden zum Islam bekehrt und seitdem von Sultanen und Sultaninnen regiert worden. Sultan Mohammed Shamsudeen III gab dem Inselstaat im Jahre 1932 seine erste Verfassung. 1953 wurde auf den Inseln die Republik ausgerufen und ein Verwandter des Sultans übernahm das Präsidentenamt.

Aber bereits ein Jahr darauf kam es infolge einer Volksabstimmung zur Wiedereinführung des Sultanats. Mit der Verfassungsänderung von 1968 und der erneuten Umwandlung des Sultanats in eine Republik endete die über 250 Jahre währende Herrschaft der Sultane aus der Dynastie der Didi. 1982 traten die Malediven dem Commonwealth of Nations bei.

Im Juni 2005 stimmten die Abgeordneten einstimmig für einen Antrag, der die Etablierung eines Mehrparteiensystems zum Inhalt hatte. In der Folge duldete Herr Gayoom neben seiner eigenen Partei DRP vier weitere Parteien. Insbesondere die Mitglieder der "Maldivian Democratic Party" (MDP), allen voran Herr Nasheed (MDP, damals Geschäftsführer) sahen sich zum Teil erheblichen Repressionen und Einschränkungen im Zusammenhang mit ihrer politischen Arbeit ausgesetzt.

Im Oktober 2008 fanden die ersten demokratischen Wahlen auf den Malediven statt. Wahlsieger war die MDP und Herr Rascheed wurde der neue Präsident der Malediven. Mit dem Putsch gegen die Regierung unter der Präsidentschaft Herrn Nasheeds vom 07. Februar 2012 findet die kurze Geschichte der Demokratie auf den Malediven - zumindest vorerst - ein jähes Ende.


Gegen die Folgen des Klimawandels

Nachdem er vier Monate im Amt war, hatte Herr Nasheed im März 2009 verkündet, die Regierung der Malediven arbeite an Plänen, um die Malediven innerhalb eines Jahrzehnts zum ersten CO2-neutralen Land der Welt zu machen. Bereits 1989 hatte in der Hauptstadt Malé schon eine internationale Konferenz stattgefunden, mit der die Bedrohung der abgelegenen Inseln im Pazifik durch den infolge der Klimaveränderung steigenden Meeresspiegel in das Licht der Weltöffentlichkeit gerückt werden sollte. Internationales Aufsehen erregte allerdings erst eine Sitzung des Parlaments, die im Vorfeld der Klimakonferenz in Kopenhagen von 2009 demonstrativ auf den Meeresboden vor einer der Inseln verlegt worden war.

Auch das internationale Netzwerk im Kampf gegen den Klimawandel "350.org" ist vom Putsch auf den Malediven betroffen, denn Herr Nasheed ist einer seiner prominentesten Botschafter. 350.org hat deshalb eine internationale Petition verfasst, mit der die Sicherheit Herrn Nasheeds und eine friedliche Lösung des Konflikts gefordert wird. Wer sich der Petition anschließen möchte, kann diese auf der Internetseite des Netzwerks online unterzeichnen. Die an die Regierungen der Unterzeichner gerichtete, in Englisch verfasste Petition lautet:
"We are deeply concerned about the recent coup that forced Maldives President Mohamed Nasheed from office. President Nasheed was the first democratically elected leader of his country and a global voice for action to address the climate crisis. He needs your support to ensure his safety.

Please put diplomatic pressure on the leaders of this coup to avoid violence and to work for a peaceful, democratic solution to their conflict.

Signed,
(your name)"


Für diejenigen, deren Schulenglisch vielleicht nicht ganz ausreichen sollte, habe ich den Text übersetzt:
'Wir sind tief besorgt über den gerade erfolgten Staatsstreich, mit dem der Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, aus dem Amt gedrängt wurde. Präsident Nasheed war der erste demokratisch gewählte Führer seines Landes und seine Hinweise auf die Folgen des Klimawandels fanden international Gehör. Um seine Sicherheit sicherzustellen, braucht er Ihre Unterstützung.

Üben Sie bitte diplomatischen Druck auf die Führer des Staatsstreichs aus, damit diese auf Gewalt verzichten und an einer friedlichen, demokratischen Lösung des Konflikts arbeiten.

Unterzeichnet,
(Ihr Name)'


Die "magische" 350

Für alle, die mit der Zahl 350 im Namen des internationalen Klima-Netzweks "350.org" nichts anfangen können, versuche ich einmal kurz zu erklären, was es damit auf sich hat.

Wenn ich bisher über den Punkt geschrieben habe, ab dem der globale Temperaturanstieg infolge des Klimawandels außer Kontrolle geraten wird, dann habe ich mich immer auf die im IPCC-Klimareport von 2007 genannte "maximal plus 2 Grad"-Marke bezogen. Wie die Regierungen der meisten Staaten, so haben sich auch die Europäische Union und die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, ihren Teil dazu beizutragen, der einen darüber hinausgehenden Temperaturanstieg verhindern soll. (Das die Bundesregierung dieses Ziel gelegentlich zugunsten wirtschaftlicher interessen diverser Lobbys aus dem Blick verliert, steht wieder auf einem anderen Blatt!)

350 ppm (ppm: Parts Per Million = Teile pro Million) ist nach Ansicht vieler Wissenschaftler die gerade noch sichere Obergrenze für die CO2-Konzentration in der Atmosphäre. 350 ppm CO2 bedeutet, dass von einer Million Moleküle verschiedener Gase in der Atmosphäre 350 der Moleküle CO2 sind. Die bereits festzustellenden Auswirkungen des Klimawandels lassen darauf schließen, dass wir uns, mit zurzeit 391.57 ppm CO2 in der Atmosphäre (Quelle: CO2now.org) bereits oberhalb des noch sicheren Levels befinden. Sollte es der Menschheit nicht schnell gelingen auf eine geringere Konzentration als 350 ppm CO2 zurückkehren, könnten die Folgen des Klimawandels unumkehrbar werden.

Während der gesamten Menschheitsgeschichte, bis vor ungefähr 200 Jahren, betrug die globale CO2-Konzentration im Durchschnitt 275 ppm. Diese Konzentration ist notwendig, denn ohne CO2 und weitere Gase, die dafür sorgen, dass die Wärmestrahlung zur Erdoberfläche zurückreflektiert wird, wäre es so kalt, dass Leben auf unserem Planeten nicht möglich wäre. Wer mehr darüber erfahren möchte, der kann auf der Seite von 350.org weiterlesen ...

Auch wenn die hemmungslose Ausbeutung und Verbrennung fossiler Energieträger wohl die maßgebliche Ursache für den übermäßigen Anstieg der globalen mittleren Temperatur ist, halte ich die ausschließliche Betrachtung der CO2-Konzentration für nicht ausreichend. Nach Ansicht von Wissenschaftlern ist zum Beispiel der Effekt, den Methan auf den Anstieg der globalen mittleren Temperatur hat, mit demjenigen von CO2 mindestens gleichzusetzen. Sollte die globale Erwärmung zum großflächigen Auftauen der Permafrostböden in den Tundren rund um den Polarkreis und in Sibirien führen, dann würden sich diese Gebiete in gigantische Sumpfgebiete verwandeln aus denen dann - zusätzlich zum CO2 - soviel Methan emittiert werden würde, dass sich die Geschwindigkeit des Temperaturanstiegs auf unserem Planeten vervielfachen würde und die schlimmsten zu befürchtenden Folgen des Klimawandels nicht mehr aufzuhalten wären. Derartige Überschreitungen von Grenzen, die weitere verheerende Prozesse in Gang setzen, werden auch als Kipppunkte bezeichnet. Neben dem Einsetzen des Auftauens der Permafrostböden unseres Planeten gibt es noch einige weitere solcher Kipppunkte.

Mehr darüber gibt es auf der Internetseite der östereichischen Umweltorganisation "Gobal 2000", sowie in den Artikeln "Kippelemente im Klimasystem der Erde" und "Kipppunkte im Klimawandel werden absehbar" auf den Internetseiten des "Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung" (PIK) zu lesen.

Und noch eins sollte man immer im Auge behalten, je länger die notwendigen Maßnahmen gegen die drohende Klimakatasrophe noch hinausgezögert werden, desto schmerzhafter werden sie uns treffen. Die Abbildung 2 im Abschnitt "Die einfache "bottom line" des Artikels "Wie viel CO2 ist zu viel?" auf den Internetseiten der KlimaLounge verdeutlicht das recht anschaulich.

"People around the world must unite and pressure their leaders to reduce carbon dioxide levels to 350 ppm. Dramatic climate change action is possible. The Maldives will play its part by becoming the world's first carbon neutral nation within 10 years."

Mohamed Nasheed

  • 'Die Menschen überall auf der Welt müssen sich vereinigen und ihre Regierungen dazu auffordern, die die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf 350 ppm zu vermindern. Drastische Maßnahmen gegen den Klimawandel sind möglich. Die Malediven werden ihren Teil dazu beitragen, indem sie innerhalb von 10 Jahren die erste CO2-neutrale Nation der Welt sein werden.'

    Mohamed Nasheed


(Quellen: 350.org, Greenpeace Magazin vom 09.02.2012, Neue Züricher Zeitung vom 09.02.2012 und vom 07.02.2011, TAZ vom 08.02.2012, Berliner Tagesspiegel vom 08.02.2012, New York Times vom 08.02.2012 - "The Island President Deposed" [englisch] und "The Dregs of Dictatorship" by Mohamed Nasheed [ebenfalls englisch], Focus vom 08.02.2012 und vom 07.02.2012, TAZ vom 19.10.2009 und vom 04.09.2009, KlimaLounge vom 10.07.2009 und vom 29.04.2009, Global 2000, PIK, Wikipedia)

Donnerstag, 9. Februar 2012

Die Geeste steiht

Abendstimmung an der zugefrorenen Geeste
Gestern hatte ich einen Tag Urlaub genommen, um nachmittags an einer Stadtteilführung unter Leitung von Herrn Bickelmann (Stadtarchivar) mit anschließendem Grünkohlessen teilnehmen zu können.

Glücklicherweise war es nicht mehr ganz so kalt, wie an den vergangenen Tagen. Organisiert worden war die Veranstaltung von der Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe (ESG-Lehe), der Stadtteilkonferenz Lehe und dem Bürgerverein Lehe. Auch wenn ich im Laufe der Jahre schon sehr viel selbst über die Entwicklung im Süden des Stadteils Lehe herausfinden konnte, so habe ich von Herrn Bickelmann doch noch wieder einige interessante Details erfahren, die mir bisher nicht bekannt waren.

Der Weg zum Restaurant führte uns entlang der Geeste, die in diesem Bereich aufgrund ihrer Mündung in die Weser unter dem Einfluss von Ebbe und Flut steht. Trotzdem ist der Fluss nach dem Frost der letzten Tage komplett zugefroren. In der Regel verbleibt im Winter in der Flussmitte eine Rinne freien Wassers, in der die beim Ablaufen des Wassers brechenden Eisschollen mit der Strömung in Richtung Weser treiben. Nur einige Schollen liegen dann im Schlick entlang der Ufer.

In diesem Jahr ist das anders. Würde es in Bremerhaven an der Geeste eine Eiswette geben, wie sie seit 1829 in Bremen traditionell am Dreikönigstag ausgetragen wird, und fände diese in diesen Tagen statt, dann hätte derjenige wohl die Wette gewonnen, der prophezeit hätte, "dat de Geeste steiht".

Mittwoch, 8. Februar 2012

Eine schwimmende Kleinstadt

Die "Disney Fantasy", eine schwimmende Kleinstadt
Auch wenn es am Montag Abend leider etwas diesig war, bot das Ende letzten Jahres auf der  "Meyer Werft" in Papenburg fertiggestellte Kreuzfahrtschiff "Disney Fantasy", das zur Zeit noch zur Ausrüstung an der Bremerhavener Columbuskaje liegt, vom Turm der Pauluskirche aus betrachtet ein beeindruckendes Bild.

Aus der Höhe der Aussichtsgallerie werden die Dimensionen des für 4000 Passagiere ausgelegten Schiffes eigentlich erst richtig deutlich. Um diese Anzahl von Menschen unterbringen zu können, stehen 1250 Kabinen zur Verfügung. Auf Wohnhäuser übertragen wären ungefähr 100 bis 200 Häuser von der Größe des Altbaus notwendig, in dem ich wohne, um all diesen Menschen eine Unterkunft geben zu können - zumal noch die 1457 Menschen zählende Besatzung hinzukommt.

Die "Disney Fantasy" überragt deutlich ebenso die mehrstöckigen Wohnhäuser der Stadt, wie auch das gut sechs Stockwerke hohe Kreuzfahrtterminal, das unterhalb des hinteren Schornsteins zu sehen ist.Auf dem 340 Meter langen und 37 Meter breiten Schiff gibt es sechs Restaurants, verschiedene Bars, Sport- und Freizeitanlagen, eine riesige Wasserrutschbahn, Kinos und vieles mehr. Das Schiff ist so etwas wie eine schwimmende Kleinstadt. Einen Eindruck davon vermitteln die Bilder, die Deckpläne und eine Videoanimation von der Wasserrutschbahn auf der Internetseite der "Disney Cruise Line".

Winterliche Impressionen aus Probsteierhagen

Winterliche Impressionen aus Probsteierhagen (Schleswig-Holstein, Nähe Kiel)

Zum Abschluss des Wochenendbesuchs bei meiner Schwester habe ich mich am letzten Sonntagmorgen trotz der klirrenden Kälte noch einmal auf den Weg gemacht, um einige winterliche Impressionen mit der Kamera einzufangen.

Zu sehen sind Videoaufnahmen von der Hagener Au im Park vom Schloss Hagen, vom Schloss, aus der Ortsmitte von Probsteierhagen, sowie von der Hagener Au, wie sie neben der ehemaligen Wassermühle hinter einem erstarrten "Eisfall" als "tosender Wasserfall" über die Staustufen des Wehrs zu Tal rauscht, in dem früher einmal die Wasserräder für den Betrieb der Mühle eingebaut waren. Auf der anderen Straßenseite, gegenüber der ehemaligen Wassermühle, fließt die Au dann wieder als ruhiger Bach weiter in Richtung Ostsee.


In der Ortsmitte ist vieles aus der über siebenhundertjährigen Geschichte Probsteierhagens erhalten geblieben und auch die ehemalige Anlage des Guts Hagen ist noch gut zu erkennen. Wenn man die angrenzenden Neubauten ausgrenzt, dann könnte man den Eindruck gewinnen, vor ungefähr einhundert Jahren sei die Zeit dort stehen geblieben.

Der Betrieb der 1866 fertiggestellten Wassermühle wurde genau einhundert Jahre später aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. In einem angrenzenden Gebäude betrieb das Gut Hagen in der Zeit von 1911 bis 1930 ein Elektrizitätswerk. Die Stilllegung und der spätere Abriss des kleinen Wasserkraftwerks erfolgten, nachdem die Schleswag im Jahre 1922 mit der Elektrifizierung der Probstei begonnen hatte.


Das 1649 fertiggestellte Schloss Hagen ist in den letzten Jahren aufwändig saniert worden und wird jetzt für Veranstaltungen, Tagungen etc. genutzt. Wen es interessiert, der kann sich bei einem vituellen Rundgang im Schloss umsehen.

Die im Video kurz zu sehende "St. Katharinen-Kirche zu Probsteierhagen" wurde im Jahre 1259 erstmals urkundlich erwähnt. Sie wird seit einiger Zeit ebenfalls umfassend saniert. Interessantes zur Geschichte der Kirche und Fotos mit Innenansichten sind auf der Internetseite der Fördervereins zu finden, der sich für den Erhalt der Kirche einsetzt.


(Quellen: Wikipedia - Hagener Au und Schloss Hagen, Internetseite Schloss Hagen, Verein für den Erhalt der St. Katharinen-Kirche zu Probsteierhagen e.V., Historischer Pfad Probsteierhagen)

Zahnloser Tiger

Die Lage in Syrien gerät immer mehr außer Kontrolle. Dem anfangs friedlichen Protest großer Teile der Bevölkerung Syriens gegen das Regime des Herrn Assad begegnete dieser zuerst mit polizeilicher und bald darauf mit militärischer Gewalt. Inzwischen ist in den Medien immer öfter von bürgerkriegsähnlichen Zuständen die Rede.

Eine offizielle Berichterstattung unabhängiger Medien aus Syrien ist seitdem kaum noch möglich. Dass aber Panzer wahllos auf Wohngebiete in syrischen Städten schießen, in denen die Menschen gegen das Regime auf die Straße gehen, das ist in zahlreichen Videoaufnahmen zu sehen, die Bürger Syriens mit in Mobiltelefonen eingebauten Kameras aufgenommen haben.

Mehr als 400 Menschen wurden seit Beginn der Demonstrationen gegen das Regime Herrn Assads in Syrien umgebracht. Die Beobachter-Mission der Arabischen Liga, deren Mitglieder der Welt berichten sollten, dass das syrische Miltär seine Gewalt gegen die Opposition beendet, mussten das Gegenteil feststellen. Die Versuche der Arabischen Liga, das Syrische Regime zur Abkehr von der Gewalt zu bewegen misslangen und die Beobachter wurden konsequenterweise wieder abgezogen.


Gegen den Rest der Welt:

Eine wirksame Resolution der UNO, die das Regime in Syrien mithilfe von Sanktionen hätte empfindlich treffen können, wurde jetzt mit dem Veto von Russland und von China verhindert. Dass die "Demokratielenker" Russlands und die Diktatoren in China Verständnis dafür haben, wenn das Regime des Herrn Assad mit "Panzer-Kanonen auf Spatzen schießen lässt" und er für diese Maßnahmen imaginäre "ausländische Terroristen" verantwortlich macht, wundert mich überhaupt nicht.


Russland ...

Seit der Zeiten der Sowjetunion (UDSSR), deren Machtzentrale de facto immer in der russischen Hauptstadt Moskau angesiedelt war, gibt es dort die unschöne Tradition, zivilen Protest der Bevölkerung in einzelnen Staaten der "Union" mithilfe des Militärs niederzubomben. Daran hat sich auch nach dem Zerfall der UDSSR in der Russischen Föderation nichts geändert. Erinnert sei in diesem Zusammenhang zum Beispiel an die Trümmerwüste, die nach dem Bombardement durch die russische Armee von der tschetschenischen Hauptstadt Grosny übriggeblieben war. Versuche Tschetscheniens oder Georgiens, sich aus dem Machtbereich der "Föderation" in die Unabhängigkeit zu verabschieden wurden mit massiver militärischer Gewalt unterdrückt.

Russland geht jetzt sogar so weit, Herrn Assad direkt nach seinem Veto gegen die UN-Resolution demonstrativ mit einen Besuch Herr Lawrows (Russland, Außenminister) zu beehren. Herr Lawrow sagte gestern in Damaskus, Herr Assad sei bereit weitere Beobachter der Arabischen Liga ins Land zu lasssen. Na toll: Das ist an Zynismus ja wohl kaum noch zu überbieten. Die Beobachter können dann nämlich, weiterhin ohne den geringsten Einfluss auf ein Ende der Gewalt, über Militäreinsätze des Regimes gegen die Zivilbevölkerung berichten - sofern Herr Assad ihnen tatsächlich die Gelegenheit dazu geben sollte, diese Einsätze zu beobachten.

In den Nachrichten hieß es dazu gestern, Herr Lawrow habe der Welt mitgeteilt, Syrien werde die Gewalt gegen das Regime mit eigenen Mitteln und ohne ausländische Intervention beenden. Herr Assad sei sich seiner Verantwortung bewusst, die ein Führer für sein Land habe. (Führer, habe ich das nicht schon einmal irgendwo gehört?.) Derartige Äußerungen eines hochrangigen Vertreters Russlands zeigen deutlich, was die Regierung in Russland von Demokratie hält, seit Herr Putin (Russland, Präsident) dort das Sagen hat.

Auf welche Weise Herr Assad seiner "Verantwortung" gerecht zu werden gedenkt, ist in den bereits erwähnten Videoberichten syrischer Demonstranten inzwischen vielfach dokumentiert worden. Oder glaubt etwa irgend jemand, Herr Assad und seine Anhänger würden ihr Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung ändern, solange Russland und China deren Methoden gegen den Rest der Welt decken? Noch während Herr Lawrow sein Statement vor den Kameras des syrischen Fernsehens abgab schoss das Militär wieder einmal auf die Zivilbevölkerung in der syrischen Stadt Homs.


... und China

Auch die Diktatoren in Peking können sich nur deshalb noch an der Macht halten, weil sie seit Jahrzehnten immer wieder auf militärische Gewalt gegen die eigene Bevölkerung und die der annektierten Völker (Tibeter, Uiguren, ...) am Rand des Riesenreichs zurückgreifen, weil ihr geheimpolizeilich organisierter Machtapparat bisher perfekt funktioniert und der Rest der Welt die permanenten Menschenrechtsverletzungen in China um des schnöden Mammons willen beharrlich ignoriert.

Erst kürzlich hatte auch Frau Merkel (CDU, Bundeskanzlerin) das wieder einmal zu spüren bekommen. Diese hatte in Peking zwar mit Vertretern des Regimes über Menschenrechtsverletzung sprechen wollen - ein Ansinnen, das diese sich in der Regel mit deutlichen Worten verbitten - und eigentlich hatte sie auch vorgehabt, mit chinesischen Oppositionellen zu sprechen, war daran aber von ihren chinesischen "Gastgebern" erfolgreich gehindert worden. Diese Brüskierung konnte sie und die in ihrem Gefolge mitgereisten Vertreter deutscher Unternehmen aber nicht davon abhalten, mit Chinas Machthabern erneut über profitable Geschäfte zu verhandeln. Deutlicher konnte Frau Merkel wohl kaum demonstrieren, wo die Prioritäten der Bundesregierung liegen.


Keine Sicherheit im Exil

Seitdem gestern außerdem auch noch offiziell bekannt gegeben wurde, dass Syrien mit geheimdienstlichen Methoden im Ausland gegen syrische Oppositionelle vorgeht, haben die Methoden des Herrn Assad und seines Regimes zusätzlich an Brisanz gewonnen. Zwei mutmaßliche syrische Spione seien gestern in Berlin festgenommen worden.

Der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe zufolge hätten die 34 und 47 Jahre alten Männern in Deutschland jahrelang syrische Oppositionelle ausgeforscht. Wie die Tagesschau gestern berichtete, erfolgten die Festnahmen aufgrund von Erkenntnissen des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Sechs weitere Beschuldigte sollen den Festgenommenen bei den Spionagetätigkeiten behilflich gewesen sein. Herr Westerwelle (FDP, Außenminister) hatte deshalb gestern den syrischen Botschafter in Deutschland einbestellen lassen. Dem Botschafter sei mit deutlichen Worten klargemacht worden, dass die Bundesregierung ein etwaiges Vorgehen Syriens gegen in Deutschland lebende Syrer, die dem Regime in Damaskus kritisch gegenüberstehen, auf keinen Fall akzeptieren wird.

In der Tagesschau der ARD hieß es gestern, unter den mehr als 32000 in Deutschland lebenden Syrern gebe es viele Oppositionelle, die den Widerstand in ihrer Heimat aus der Ferne unterstützen. Sie seien immer wieder Schikanen ausgesetzt. So sei auch Herr Ahma, der seit 1996 in Berlin lebe, im Dezember 2011 von zwei Unbekannten in seiner Wohnung angegriffen worden. Er werte den Vorfall als einen Einschüchterungsversuch im Auftrag von Schergen des Regimes. Herr Ahma ist Mitglied der Grünen und seit Oktober des letzten Jahres Mitglied des von Syrien nicht anerkannten oppositionellen Syrischen Nationalrats.


Der große zahnlose Tiger

Es ist gut, dass die Bundesregierung und deutsche Behörden gegen die Verfolgung hier lebender Immigranten durch geheimdienstliche Organisationen der Regierungen ihrer Herkunftsländer vorgehen und dazu öffentlich Stellung beziehen. Damit hat Deutschland dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) einiges voraus. Solange dort nämlich die Vertreter einzelner Staaten den demokratischen Willen der Vertreter der Mehrheit der Menschheit mit ihrem Veto blockieren können, wird die Organisation der Vereinten Nationen (UNO) immer nur ein zahnloser Tiger sein, den kein gewalttätiger Tyrann, der "sein Volk" brutal zusammenschießen lässt, zu fürchten baucht. Das macht gerade im Falle Syriens wieder einmal deutlich, dass eine Reform der Verfassung der UNO längst überfällig ist.


(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 08.02.2012, Süddeutsche Zeitung vom 07.02.2012, ARD-Tagesschau vom 07.02.2012, TAZ vom 07.02.2012, Neue Züricher Zeitung vom 07.02.2012, Focus vom 06.02.2012, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 04.02.2012, Spiegel vom 04.02.2012)