Mittwoch, 23. Juli 2008

Mehr bezahlen für mehr Verkehrslärm

Die Anwohner der Lloydstraße beklagen seit Jahrzehnten den zunehmenden Verkehr und die damit verbundene Lärmbelästigung vor ihren Häusern. Die Lloydstraße ist die Hauptzufahrtstraße zum neuen Tourismusgebiet "Havenwelten". Wenn dieses sich so entwickelt, wie die Planer es sich gedacht haben, dann wird der Verkehr in der Lloydstraße noch einmal kräftig zunehmen. Deshalb ist die Straße aufwändig renoviert worden.

So weit, so gut.

Ein Unding ist jedoch der Inhalt des Artikels, der gestern in der Nordsee-Zeitung darüber zu lesen war. Den Haus- und Wohnungseigentümern wurde in einem Schreiben der Bauverwaltung mitgeteilt, dass sie sich auf Gebührenbescheide wegen des Ausbaus der Lloydstraße zwischen Hafenstraße und Barkhausenstraße einstellen müssten.

Das muss man sich einmal genüsslich auf der Zuge zergehen lassen:
  • Die Anlieger der Lloydstraße sollen gegen ihren Willen
    für die ihnen aufgezwungene weiter ansteigende Lärmbelästigung auch noch selbst die Kosten tragen!

Liebe Bauverwaltung,

Ich hoffe, dass du am Ende nicht auch noch die zu erwartenden Finanzierungslücken beim Ausbau der Hafenanbindung auf die ohnehin ebenfalls jetzt schon genervten Anwohner der Cherbourger Straße umlegen willst. Dann wäre dein Ansehen bei der Bremerhavener Bevölkerung nämlich entgültig im Eimer.

Um zu vermeiden, dass dein Ansehen bei den Bremerhavenern noch weiter sinkt, würde ich dir außerdem empfehlen, einen zweiten Brief an die Anlieger der Loydstraße zu schreiben. Darin könntest du ihnen ja - vielleicht mit einer kleinen Entschuldigung? - mitteilen, dass der erste Brief nur ein bedauerliches Versehen gewesen sei. Schließlich ist der Havenwelten-Verkehr ja ein Anliegen der ganzen Stadt und nicht nur das der Anlieger der Lloydstraße.

Mit freundlichem Gruß,
Dein juwi ;o)

Es ist in der Vergangenheit im Zusammenhang mit einem anderen Tourismusprojekt hinter dem Deich auch schon einmal über Park & Ride Parkplätze auf den Wiesen an der Autobahn gegenüber der MBA nachgedacht worden. Ich denke diese Überlegungen sollten noch einmal aus der Schublade geholt werden bevor es zum Verkehrsinfarkt kommt. Die Anwohner der Lloydstraße wären sicher dankbar dafür.

Update: 24.07.2008

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

.. wir sollten uns vielleicht für mehr Ruhe einsetzen, bevor die Belästigungen vor der Türe stehen - es gibt schon einige Initiativen dazu: www.lautsprecheraus.de , www.pipedown.de , www.pipedown.at.tf ...

LG Andreas

Jürgen Winkler hat gesagt…

Hallo Andreas,

ich habe mir die von dir genannten Seiten einmal angesehen (www_lautsprecheraus_de scheint übrigens ein toter Link zu sein). Es ist eine Sache, wenn man die Möglichkeit hat, sich öffentliche Plätze ohne Musikbeschallung auszusuchen, oder einfach sein persönliches Radio o.ä. leiser einzustellen.

Wenn jemand allerdings an der Lloydstraße in Bremerhaven wohnt, hat er keine Möglichkeit den Verkehrslärm einfach abzudrehen oder abzuschalten. Als Mieter hat man dann nur die Möglichkeit auszuziehen, um sich woanders eine ruhigere Wohnung zu suchen. Als Hauseigentümer ist man doppelt bestraft. Zum einen hat man den Lärm zu ertragen, und zum anderen findet man keine Mieter mehr, die sich das freiwillig antun. Damit erleidet man also auch noch einen finanziellen Schaden.

Dein Hinweis auf die Internetseiten ist sicher für andere Fälle von Lärmbelästigungen interessant, aber im Falle von Belästigungen durch Verkehrslärm leider wenig hilfreich.

Gruß,
juwi

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