den ganzen Tag zuhören kann ebenso anstrengend sein, wie den ganzen Tag arbeiten; besonders dann, wenn der Stoff, der an den ersten Tagen des Lehrgangs vermittelt wird, zwar sehr wichtig, zum Teil jedoch recht trocken ist. Es tut uns Älteren eigentlich ganz gut, wenn wir ab und zu einmal wieder "die Schulbank drücken". Das erinnert uns nämlich auch daran, was unsere Kinder Tag für Tag in der Schule leisten.
Gestern und heute haben wir einige praktische Messaufgaben durchgeführt, und einiges aus dem Erfahrungsschatz der Berufspraxis des Dozenten gehört und gesehen. Wenn ich wieder zurück in Bremerhaven bin, werde ich erst einmal meine Notizen und Unterlagen ordnen müssen, und dann wird es zumindest zu Beginn viel Arbeit und Zeit erforden, das gelernte in die betriebliche Praxis umzusetzen.
Donnerstag, 31. Januar 2008
Dienstag, 29. Januar 2008
Hamburg
Diese Woche bin ich beruflich in Hamburg (Fachkunde-Lehrgang). Das Wochenende ist zum großen Teil mit Vorbereitungen dafür draufgegangen. Mein Tagesablauf gestern: Um 04:15 Uhr aufstehen, mit dem Zug nach Hamburg, tagsüber Verordnungen der Berufsgenosenschaft, Betriebssicherheitsverordnung und VDE-Richtlinien hören und verinnerlichen und abends früh im Bett verschwinden; war ein langer Tag.
Leider kann ich aus verständlichen Gründen heute Abend nicht zur Stadtteilkonferenz Lehe gehen. Man kann eben nicht alles haben, und der Beruf geht nun einmal vor ...
Leider kann ich aus verständlichen Gründen heute Abend nicht zur Stadtteilkonferenz Lehe gehen. Man kann eben nicht alles haben, und der Beruf geht nun einmal vor ...
Freitag, 25. Januar 2008
Dubai an der Nordsee - Leserbriefe im Spiegel
Gestern erhielt ich mit der Post eine Zeitschriftensendung mit folgenden Anschreiben:
Ihr Leserbrief ist im SPIEGEL veröffentlicht worden. Als kleines Dankeschön für das Interesse an unserer Arbeit schicken wir Ihnen ein Belegexemplar zu. Mit freundlichen Grüßen SPIEGEL-Verlag Leser-Service
Mein Leserbrief wurde "stark" gekürzt, und der wiedergegebene Ausschnitt zum Teil umformuliert. Der Kern meiner Kritik bezog sich auf die einseitig negative Darstellung Bremerhavens, und die - milde ausgedrückt - unzureichende Recherche. Das ist aus dem abgedruckten Text leider nicht mehr zu erkennen.
Ich vermute, dass auch die anderen veröffentlichten Leserbriefe zum Thema gekürzt sind. Ich will sie euch aber trotzdem nicht vorenthalten. Mein Leserbrief ist der fünfte am Ende der Reihe.
Die Leserbriefe wurden unter folgender Schlagzeile veröffentlicht:
Feinster Granitbelag
Nr. 2/2008, Städte:
Ein mutiger Plan soll das bitterarme Bremerhaven retten
Bremerhaven ist weder ein tristes Sozialghetto noch eine graue, schmutzige Stadt. Sie ist so grau wie jede Stadt im Dezember und nicht so schmutzig wie Hamburg vor seinem Hauptbahnhof. Es stimmt: Bremerhaven kämpft für mehr Arbeitsplätze und für mehr Bevölkerung in der Stadt. Aber bundesweit ausgezeichnete Projekte für die Reintegration einer hohen Zahl Langzeitarbeitsloser werden von Ihnen nicht erwähnt. Ebenso wenig wie der international angesehene Automobilhafen sowie die sehr beachtete Lebensmittelindustrie mit einem im europäischen Maßstab einmaligen Schwerpunkt im Tiefkühlsektor. Hochspezialisierte Werften, maritimer Tourismus und die wachsende Windenergiebranche machen Mut, und die das Stadtbild bestimmende Architektur von Böhm, Scharoun, Ungers erfreut das Auge.
BREMERHAVEN UWE BECKMEYER MDB/SPD
Wenn Sie behaupten, Bremerhaven habe sich einen "neuen Zoo geleistet", so sollte man dazu erwähnen, dass der bereits 1913 eingeweihte Zoo am Meer wegen der strengen Artenschutzbestimmungen der EU veraltet war und grundlegend umgebaut werden musste.
BREMERHAVEN BARBARA HEINKEN

Statt Skepsis und Bestätigung der Armenhaus-Darstellung zu verbreiten, sollte der Mut der Politik und des Oberbürgermeisters hervorgehoben werden, um die von Ihnen korrekt analysierte tiefe Krise endlich zu überwinden. Wie wohl sonst könnten die immensen sozialen Lasten einer Kommune in der Krise geschultert werden, wenn nicht durch höhere Steuereinnahmen wirtschaftlich gesunder Unternehmen und einer höheren Erwerbstätigenzahl.
BREMEN DR. ALFRED LÜNEBURG
Das "graue Betonband durch die Stadt, die Fußgängerzone" ist nicht Beton oder so gammelig wie in Hamburg, sondern feinster Granitbelag. Wir haben neben den neuen Havenwelten auch ein Auswanderermuseum, das als europäisches Museum des Jahres 2007 ausgezeichnet worden ist, Gründerzeitvillen, einen Bürgerpark, ein Stadttheater, eine Kulturmeile im Hafen, eine Kunsthalle und das Alfred-Wegener-Institut, das bedeutendste Polarforschungsinstitut.
BREMERHAVEN PETER KOETTLITZ
Wenn aufgrund des Arbeitsplatzabbaus in der Schiffbauindustrie keine Substanz mehr da ist, muss etwas völlig Neues entwickelt werden - und das ist nicht umsonst zu haben. Tourismusförderung ist dabei eine unter vielen anderen Möglichkeiten. Es ist jedoch alles andere als tourismusfördernd, wenn diese Bemühungen mit solchen Artikeln bereits im Keim erstickt werden.
BREMERHAVEN JÜRGEN WINKLER
Zum besseren Verständnis ist hier noch einmal der volle Wortlaut meines Leserbriefes an den Spiegel. Die veröffentlichten Fragmente am Ende meines Leserbriefes habe ich fett dargestellt:
Dubai an der Nordsee
"Der Spiegel" 2/2008,
zweiseitiger Artikel über Bremerhaven mit dem Titel "Dubai an der Nordsee"
Einmal ganz davon abgesehen, dass der ganze Artikel scheinbar nur deshalb geschrieben worden ist, um Bremerhaven genüsslich durch den tiefsten Dreck zu ziehen, ist er nicht gerade förderlich für die auf Hochtouren laufenden Bemühungen, die Stadt aus der Krise zu führen.
Die "alten Stadtteile" Lehe, Geestemünde und Wulsdorf sind die Wohngebiete und der Lebensraum eines Großteils der Bremerhavener Bevölkerung. Viele der hier lebenden Menschen stecken ihre ganze Kraft und ihr Vermögen in die Erhaltung der alten Bürgerhäuser. Unsere Eigentumswohnungen dienen unter anderem auch unserer Altersversorgung. Danke dafür, dass dieser oft lebenslange Einsatz so gering geschätzt wird! Wertfördernd für den Immobilienbestand der Stadt sind die Äußerungen in dem Artikel jedenfalls nicht gerade.
Nebenbei bemerkt: Der "Türkische Gemüsehändler" in der Goethestraße ist vermutlich die seit langem in Bremerhaven ansässige deutsche Obst- & Gemüsehandlung Dietzel, die mit ihrem Geschäft in eine andere Straße umgezogen ist. Über den Grund dafür, dass nämlich einzelne Immobilienspekulanten aus anderen Regionen Deutschlands ganze Wohnhäuser verfallen lassen, wird in dem Artikel leider nicht berichtet. Einen "Türkischen Gemüsehändler", der die Flucht ergriffen hat, weil er das Elend im Stadtteil nicht mehr mit ansehen konnte, hat es in der Goethestraße hingegen nie gegeben.
Die Abschnitte über das Problem der Arbeitslosigkeit und die daraus resultierenden Probleme in unserer Stadt entsprechen sicherlich der Wirklichkeit. Aber wenn der Rest des Artikels der reine Verriss ist dann finde ich das schon ein starkes Stück. Die erst vor drei Jahren völlig renovierte Fußgängerzone mit ihrer Pflasterung aus großen, hellgelben chinesischen Granitblöcken als "graues Band" zu bezeichnen grenzt zum Beispiel schon an Boshaftigkeit.
Wenn in Bremerhaven wieder Geld verdient werden soll, dann müssen dafür erst einmal die Grundlagen geschaffen werden. Wenn aufgrund des Niederganges der Schiffbauindustrie in Westdeutschland keine Substanz mehr da ist, dann bedeutet das erst einmal etwas völlig neues zu entwickeln - und das ist nicht umsonst zu haben. Tourismusförderung ist dabei eine unter vielen anderen Möglichkeiten die Bremerhaven wieder voranbringen können. Dabei ist es jedoch alles andere als tourismusfördernd, wenn diese Aufbaubemühungen von der Presse mit Artikeln wie "Dubai an der Nordsee" bereits im Keim erstickt werden.
In Bezug auf eine Person würde man in diesem Fall sicherlich von Rufmord sprechen können.
Und noch etwas sei hier der Vollständigkeit halber am Rande erwähnt: Das Interview mit dem "Stadt-Therapeuten" und Oberbürgermeister Herrn Schulz ist meines Wissens fast zwei Jahre alt. Es wurde am 8. März 2006 geführt.
Jürgen Winkler
Ihr Leserbrief ist im SPIEGEL veröffentlicht worden. Als kleines Dankeschön für das Interesse an unserer Arbeit schicken wir Ihnen ein Belegexemplar zu. Mit freundlichen Grüßen SPIEGEL-Verlag Leser-Service
Mein Leserbrief wurde "stark" gekürzt, und der wiedergegebene Ausschnitt zum Teil umformuliert. Der Kern meiner Kritik bezog sich auf die einseitig negative Darstellung Bremerhavens, und die - milde ausgedrückt - unzureichende Recherche. Das ist aus dem abgedruckten Text leider nicht mehr zu erkennen.
Ich vermute, dass auch die anderen veröffentlichten Leserbriefe zum Thema gekürzt sind. Ich will sie euch aber trotzdem nicht vorenthalten. Mein Leserbrief ist der fünfte am Ende der Reihe.
Die Leserbriefe wurden unter folgender Schlagzeile veröffentlicht:
Feinster Granitbelag
Nr. 2/2008, Städte:
Ein mutiger Plan soll das bitterarme Bremerhaven retten
Bremerhaven ist weder ein tristes Sozialghetto noch eine graue, schmutzige Stadt. Sie ist so grau wie jede Stadt im Dezember und nicht so schmutzig wie Hamburg vor seinem Hauptbahnhof. Es stimmt: Bremerhaven kämpft für mehr Arbeitsplätze und für mehr Bevölkerung in der Stadt. Aber bundesweit ausgezeichnete Projekte für die Reintegration einer hohen Zahl Langzeitarbeitsloser werden von Ihnen nicht erwähnt. Ebenso wenig wie der international angesehene Automobilhafen sowie die sehr beachtete Lebensmittelindustrie mit einem im europäischen Maßstab einmaligen Schwerpunkt im Tiefkühlsektor. Hochspezialisierte Werften, maritimer Tourismus und die wachsende Windenergiebranche machen Mut, und die das Stadtbild bestimmende Architektur von Böhm, Scharoun, Ungers erfreut das Auge.
BREMERHAVEN UWE BECKMEYER MDB/SPD
Wenn Sie behaupten, Bremerhaven habe sich einen "neuen Zoo geleistet", so sollte man dazu erwähnen, dass der bereits 1913 eingeweihte Zoo am Meer wegen der strengen Artenschutzbestimmungen der EU veraltet war und grundlegend umgebaut werden musste.
BREMERHAVEN BARBARA HEINKEN

Statt Skepsis und Bestätigung der Armenhaus-Darstellung zu verbreiten, sollte der Mut der Politik und des Oberbürgermeisters hervorgehoben werden, um die von Ihnen korrekt analysierte tiefe Krise endlich zu überwinden. Wie wohl sonst könnten die immensen sozialen Lasten einer Kommune in der Krise geschultert werden, wenn nicht durch höhere Steuereinnahmen wirtschaftlich gesunder Unternehmen und einer höheren Erwerbstätigenzahl.
BREMEN DR. ALFRED LÜNEBURG
Das "graue Betonband durch die Stadt, die Fußgängerzone" ist nicht Beton oder so gammelig wie in Hamburg, sondern feinster Granitbelag. Wir haben neben den neuen Havenwelten auch ein Auswanderermuseum, das als europäisches Museum des Jahres 2007 ausgezeichnet worden ist, Gründerzeitvillen, einen Bürgerpark, ein Stadttheater, eine Kulturmeile im Hafen, eine Kunsthalle und das Alfred-Wegener-Institut, das bedeutendste Polarforschungsinstitut.
BREMERHAVEN PETER KOETTLITZ
Wenn aufgrund des Arbeitsplatzabbaus in der Schiffbauindustrie keine Substanz mehr da ist, muss etwas völlig Neues entwickelt werden - und das ist nicht umsonst zu haben. Tourismusförderung ist dabei eine unter vielen anderen Möglichkeiten. Es ist jedoch alles andere als tourismusfördernd, wenn diese Bemühungen mit solchen Artikeln bereits im Keim erstickt werden.
BREMERHAVEN JÜRGEN WINKLER
Zum besseren Verständnis ist hier noch einmal der volle Wortlaut meines Leserbriefes an den Spiegel. Die veröffentlichten Fragmente am Ende meines Leserbriefes habe ich fett dargestellt:
Dubai an der Nordsee
"Der Spiegel" 2/2008,
zweiseitiger Artikel über Bremerhaven mit dem Titel "Dubai an der Nordsee"
Einmal ganz davon abgesehen, dass der ganze Artikel scheinbar nur deshalb geschrieben worden ist, um Bremerhaven genüsslich durch den tiefsten Dreck zu ziehen, ist er nicht gerade förderlich für die auf Hochtouren laufenden Bemühungen, die Stadt aus der Krise zu führen.
Die "alten Stadtteile" Lehe, Geestemünde und Wulsdorf sind die Wohngebiete und der Lebensraum eines Großteils der Bremerhavener Bevölkerung. Viele der hier lebenden Menschen stecken ihre ganze Kraft und ihr Vermögen in die Erhaltung der alten Bürgerhäuser. Unsere Eigentumswohnungen dienen unter anderem auch unserer Altersversorgung. Danke dafür, dass dieser oft lebenslange Einsatz so gering geschätzt wird! Wertfördernd für den Immobilienbestand der Stadt sind die Äußerungen in dem Artikel jedenfalls nicht gerade.
Nebenbei bemerkt: Der "Türkische Gemüsehändler" in der Goethestraße ist vermutlich die seit langem in Bremerhaven ansässige deutsche Obst- & Gemüsehandlung Dietzel, die mit ihrem Geschäft in eine andere Straße umgezogen ist. Über den Grund dafür, dass nämlich einzelne Immobilienspekulanten aus anderen Regionen Deutschlands ganze Wohnhäuser verfallen lassen, wird in dem Artikel leider nicht berichtet. Einen "Türkischen Gemüsehändler", der die Flucht ergriffen hat, weil er das Elend im Stadtteil nicht mehr mit ansehen konnte, hat es in der Goethestraße hingegen nie gegeben.
Die Abschnitte über das Problem der Arbeitslosigkeit und die daraus resultierenden Probleme in unserer Stadt entsprechen sicherlich der Wirklichkeit. Aber wenn der Rest des Artikels der reine Verriss ist dann finde ich das schon ein starkes Stück. Die erst vor drei Jahren völlig renovierte Fußgängerzone mit ihrer Pflasterung aus großen, hellgelben chinesischen Granitblöcken als "graues Band" zu bezeichnen grenzt zum Beispiel schon an Boshaftigkeit.
Wenn in Bremerhaven wieder Geld verdient werden soll, dann müssen dafür erst einmal die Grundlagen geschaffen werden. Wenn aufgrund des Niederganges der Schiffbauindustrie in Westdeutschland keine Substanz mehr da ist, dann bedeutet das erst einmal etwas völlig neues zu entwickeln - und das ist nicht umsonst zu haben. Tourismusförderung ist dabei eine unter vielen anderen Möglichkeiten die Bremerhaven wieder voranbringen können. Dabei ist es jedoch alles andere als tourismusfördernd, wenn diese Aufbaubemühungen von der Presse mit Artikeln wie "Dubai an der Nordsee" bereits im Keim erstickt werden.
In Bezug auf eine Person würde man in diesem Fall sicherlich von Rufmord sprechen können.
Und noch etwas sei hier der Vollständigkeit halber am Rande erwähnt: Das Interview mit dem "Stadt-Therapeuten" und Oberbürgermeister Herrn Schulz ist meines Wissens fast zwei Jahre alt. Es wurde am 8. März 2006 geführt.
Jürgen Winkler
Donnerstag, 24. Januar 2008
Meine Abenteuer in Straßenverkehr - Teil 3 -

Zur Zeit scheint es ja gerade schick zu sein, "den Fahrradfahrer im allgemeinen" zum Prügelknaben unter den Verkehrsteilnehmern zu stempeln. Ich selbst habe haarsträubende Verkehrssituationen sowohl als Fußgänger, wie auch als Fahrrad- und als Autofahrer erlebt. Und es waren nicht immer Fahrradfahrer, die mich an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht haben. Hier ist der dritte Teil meiner Abenteuer im Straßenverkehr; dieses Mal mit einem wirklichen Fahrrad-Rüpel in der Hauptrolle.
Es war ein richtig schöner, sonniger Morgen, als ich mit unserer Hündin Cleo vor einiger Zeit in Richtung Saarpark, Geeste, ... unterwegs war. Wir waren noch gar nicht weit gekommen, als Cleo anhielt, um "mal eben kurz was zu erledigen". Während sie so dabei war, ihr Geschäftchen zu verrichten, hörte ich mit einem Mal etwas hinter uns metallklappernd schnell näher kommen. Ich hatte mich noch nicht ganz umgedreht, als uns der Radfahrer auf dem Fußweg schon fast erreicht hatte. Cleo an der Leine aus der Gefahrenzone reißen und mich selbst in Sicherheit bringen wird so ungefähr eine fließende Bewegung gewesen sein.
Als ich registriert hatte, was gerade beinahe passiert wäre, habe ich laut hinter dem Rüpel her gerufen: "Hey! Das ist ja wohl nicht wahr!! Das ist hier ein Fußweg!!!". Der Radfahrer, inzwischen schon ein ganzes Stück entfernt, brauchte nicht so lange mit seiner Antwort wie ich mit meiner Beschwerde: "Halt die Fresse!!!" Das kam wie aus der Pistole geschossen und war laut genug gebrüllt, so dass ich das trotz der Entfernung noch sehr gut verstehen konnte. Ich habe den Spaziergang dann abgebrochen - hatte plötzlich keine Lust mehr mit Cleo Gassi zu gehen. Der Tag war für mich für's erste versaut. Schade um den schönen, sonnigen Morgen!
Nicht dass ich hier jetzt missverstanden werde: Dieses Erlebnis hat mich nicht dazu veranlasst, mich in die Reihe derjenigen einzureihen, für die alle Radfahrer aus dem Verkehr gezogen gehören. Diesen speziellen Zeitgenossen hätte ich aber gerne angezeigt. Mit Cleo am anderen Ende der Leine, hätte ich aber keine Chance gehabt hinter dem herzurennen, um noch das eine oder andere Detail für eine Personenbeschreibung erkennen zu können.
Man hat's schon nicht immer leicht als Fußgänger ...
Und was sagt Cleo aus ihrer Sicht als Hund dazu? "Weiß gar nicht was der will; reißt mich einfach mit der Leine beiseite. Nicht mal in Ruhe ... kann man mehr. Man hat's schon nicht immer leicht als Hund ..."
Dienstag, 22. Januar 2008
Meine Abenteuer in Straßenverkehr - Teil 2 -

Zur Zeit scheint es ja gerade schick zu sein, "den Fahrradfahrer im allgemeinen" zum Prügelknaben unter den Verkehrsteilnehmern zu stempeln. Ich selbst habe haarsträubende Verkehrssituationen sowohl als Fußgänger, wie auch als Fahrrad- und als Autofahrer erlebt. Und es waren nicht immer Fahrradfahrer, die mich an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht haben. Hier ist der zweite Teil meiner Abenteuer im Straßenverkehr.
Bei schönem Wetter gehe ich gerne mal mit unserer Hündin Cleo an der Geeste entlang. Da gibt's ja seit einiger Zeit diesen schönen Wanderweg, mit dem gelben Kiesbelag und dem Mittelstreifen aus roten Ziegelsteinen. Es fahren dort auch Radfahrer. Damit hab' ich kein eigentlich Problem. Wenn ich noch etwas Zeit habe, benutze ich den Weg gelegentlich auch mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit. Wenn ich es eilig habe fahre ich allerdings lieber auf dem Radfahrweg an der Deichstraße.
Wenn ich mit Cleo an der Geeste unterwegs bin, dann gehen wir schon immer extra auf der rechten Seite vom Mittelstreifen. Es kommt aber trotzdem immer wieder vor, dass uns linksfahrende Fahrradfahrer auf unserer Seite des Mittelstreifens engegenkommen, oft mit hoher Geschwindigkeit, und die gar nicht auf die Idee kommen, mal eben kurz zur anderen Seite zu wechseln. Wenn ich das rechtzeitig bemerke, weiche ich mit Cleo inzwischen immer auf den Grünstreifen neben dem Weg aus, weil ich Angst um Cleo's Leben habe.
Wenn ich dort mit dem Fahrrad unterwegs bin, dann wechsele ich die Seite oder fahre langsam, bin immer bremsbereit und halte auch schon mal an und warte, wenn ich an Leuten mit Hunden oder kleinen Kindern vorbei muss. Die Gedanken- und Rücksichtslosigkeit einiger Radfahrer ist es, die inzwischen alle anderen Radfahrer in Verruf gebracht hat. Wenn alle aufeinander Rücksicht nähmen, wäre problemlos noch vieles von dem möglich, was inzwischen leider durch immer weitere Verbote und Beschränkungen geregelt wird.
Man hat's schon nicht immer leicht als Fußgänger (und als Hund muss man immer öfter um Leib und Leben fürchten) ...
Samstag, 19. Januar 2008
"Aus" für die Hafenstraße als Einkaufsstraße?
Im Seestadtforum-Bremerhaven vertritt jemand die Meinung,
es sei "einfach die Realität auf welche niemand einen Einfluss hat", dass das Schicksal der Hafenstraße und Lange Straße als Einkaufstraßen besiegelt sei. Er begründet das mit veränderten Lebensbedingungen und Einkaufsgewohnheiten, und kommt zu dem Schluss, dass es deshalb unmöglich sei dort wieder Geschäfte anzusiedeln.
Ich sage:
Es ist falsch eine negative Entwicklung einfach als gegeben hinzunehmen, ohne wenigstens den Versuch zu unternehmen etwas daran zum Positiven zu verändern.
In Anbetracht der Anstrengungen, die zur Zeit hinter dem Deich mit großem finanziellem Aufwand unternommen werden, um Touristen, und damit Geld nach Bremerhaven zu holen, gehe ich davon aus, dass ich damit nicht der einzige bin, der diese Ansicht vertritt. Allerdings ist der Rahmen "Lehe" auf den ich mich beziehe, erheblich bescheidener abgesteckt.
Ich unterstelle niemandem unlautere Absichten. Ich stelle aber auch fest, dass die Meinungen über den Weg zur Verbesserung der Lage, und über das damit angestrebte Ziel, welches als Grundlage für eine positive Entwicklung angesehen wird, in zwei völlig unterschiedliche Richtungen gehen.
Diese beiden unterschiedlichen Richtungen gründen sich jedoch aus meiner Sicht bisher nur auf völlig unterschiedliche individuelle Erfahrungen und einem Gemisch unterschiedlicher Meinungsäußerungen. Mein Eindruck von der Großen Koalition ist immer noch, dass diese den Bürgern Bremerhavens, und insbesondere denen in Lehe, wichtige Informationen vorenthält. Von der Politik erwarte ich daher immer noch, dass sie endlich alle Fakten öffentlich darstellt, auf deren Grundlage sie ihre Projekte gegen die Meinung der davon betroffenen Bürger Lehes durchsetzen will. Ich werde meine Vorbehalte gegen die Geheimniskrämerei der Politik erst dann überdenken, wenn ich deutlich erkennen kann, dass sie alle für eine objektive Meinungsbildung notwendigen Informationen veröffentlicht hat. Davon werde ich auch meine Entscheidung bei der Stimmabgabe zur nächsten Wahl abhängig machen. Es gibt ja auch noch andere Parteien als die SPD und die CDU.
Der Verfasser des Beitrags im Forum schreibt, er sei gegen ein Einzelhandelsgutachten weil es ein "Spiel auf Zeit" sei. Über die Gründe dafür äußert er aber auch nur vage Vermutungen, weil ihm wichtige Informationen für seine eigene Meinungsbildung nicht zur Verfügung stehen. Es käme ihm aber verdächtig vor, dass die IHK und der Oberbürgermeister gemeinsam ein solches Gutachten fordern, wenn es um Kaufland geht, und meint, im Zusammenhang mit der Projekt-Idee der Investorengemeinschaft für das Kistnergelände sei dieses Gutachten "aber plötzlich völlig unerheblich".
Aus meiner Sicht stellt sich jedoch die offensichtliche Eile der CDU, mit der sie ihr Projekt auf dem Phillips Field durchsetzen will, auch als so etwas wie ein Spiel auf Zeit dar. Ich vermute, hier sollen im Schnellverfahren vollendete Tatsachen geschaffen werden, um jede weitere Diskussion über mögliche Alternativen von vornherein im Keim zu ersticken. Die Gründe dafür liegen für mich weiterhin völlig im Dunkeln. Ein möglicher Verzicht seitens "Kaufland" kann ja wohl nicht der Grund für diese Eile sein. Ich befürchte, dass mit der übereilten Verwirklichung der Pläne der CDU für das Phillips Field der Grundstein für eine weitere Fehlentwicklung in Lehe gelegt werden könnte. Eine solche Fehlentwicklung nachträglich zu korrigieren wäre sehr viel schwerer, wenn nicht sogar unmöglich, als wenn von vornherein eine andere Entwicklung eingeleitet werden würde.
Da bisher nur Meinung gegen Meinung steht, ist ein von der Großen Koalition und der IHK gemeinsam finanziertes und gemeinsam in Auftrag gegebenes Einzelhandelsgutachten als Basis zur Erstellung eines Gesamtkonzeptes für die Stadtentwicklung in Lehe aus meiner Sicht unbedingt notwendig. Ein solches Gutachten wäre keines für oder gegen "Kaufland auf dem Phillips Field", sondern die Chance für eine gemeinsame Basis, auf deren Grundlage die Anliegen aller Betroffenen angemessen und ausgewogen berücksichtigt werden könnten.
Wenn das Gutachten gemeinsam von Vertretern der Einzelhändler (IHK) und der Politik in Auftrag gegeben wird, kann auch nicht der Verdacht einer einseitigen Interessenberücksichtigung aufkommen. Während des NZ-Forums im Dezember 2007 in der "Theo" hat Herr Aissen Herrn Bödeker genau aus diesem Grund mehrmals dringend um ein gemeinsames Einzelhandelsgutachten für Lehe gebeten. Ein gemeinsam von Politik und Einzelhändlern initiiertes Gutachten wäre eine ausgezeichnete Grundlage, auf der möglicherweise viel verlorenes Vertrauen der Einwohner von Lehe in die Politik wieder hergestellt werden könnte.
Ein solches Gutachten wäre ergebnisoffen, da es von Vertretern beider Seiten gemeinsam in Auftrag gegeben worden wäre. Es wäre daher möglich, dass darin die Pläne der Investorengemeinschaft ("Institut für Immobilien-Consulting, IIC" und "Immobilien Verwaltungs- und Management Gesellschaft, IVMG") für das Kistnergelände als nicht realisierbar dargestellt würden. Und könnten darin nicht auch Argumente aufgeführt werden, welche die Meinung, ein gesunder Mix aus Geschäften in der Hafenstraße würde zu einer positiven Entwicklung von Lehe beitragen, widerlegen? Was ist, wenn das Gutachten zu einem völlig anderen Ergebnis käme als wir alle es uns überhaupt vorstellen können? Es wird seitens der CDU jedoch bei jeder Gelegenheit suggeriert, das von der IHK für Lehe geforderte Einzelhandelsgutachten sei nichts anderes als ein "Kaufland auf dem Phillips Field Verhinderungsgutachten".
Wenn das Gutachten feststellen würde, das Phillips Field sei der einzig vernünftige Ort für die Ansiedlung von Geschäften mit dem Ziel einer positiven Stadtentwicklung in Lehe, dann wäre damit belegt, dass es sich dort um eine Lage erster Klasse für Investoren handelt. Diese würden dann der Stadt die Tür einrennen um dort in ein Einkaufszentrum zu investieren. Daher denke ich, es ist nicht notwendig, jetzt mal eben auf die Schnelle, und ohne ausreichend darüber nachgedacht zu haben, Kaufland dort bauen zu lassen, nur um möglicherweise später feststellen zu müssen, dass man einen fatalen Fehler gemacht, und Lehe damit nachhaltig geschadet hat.
Warum also die Weigerung der Großen Koalition, sich zusammen mit den Einzelhändlern und der Bevölkerung von Lehe auf Grundlage eines gemeinsam in Auftrag gegebenen Gutachtens an eine Tisch zu setzen, und auf dieser Diskussionsgrundlage ein schlüssiges Gesamtkonzept für den Stadtteil zu entwickeln, mit dem am Ende alle leben können?
Seitens der Politik wird immer wieder gern auf den Begriff "Bürgerbeteiligung" hingewiesen. Praktizierte "Bürgerbeteiligung" findet statt, wenn die "Bürger" an der Meinungsbildung und Planung zur Stadtteilentwicklung "beteiligt" werden. Wenn die Bürger am Ende nur noch abnicken dürfen, was die Politik ihnen vorsetzt, dann ist das keine Bürgerbeteiligung.
...
Falls jemand am kompletten Text der Diskussion interessiert sein sollte:
In meiner Linkliste rechts unten im Abschnitt Bremerhaven findet ihr die Adresse des Seestadtforum-Bremerhaven.
es sei "einfach die Realität auf welche niemand einen Einfluss hat", dass das Schicksal der Hafenstraße und Lange Straße als Einkaufstraßen besiegelt sei. Er begründet das mit veränderten Lebensbedingungen und Einkaufsgewohnheiten, und kommt zu dem Schluss, dass es deshalb unmöglich sei dort wieder Geschäfte anzusiedeln.
Ich sage:
Es ist falsch eine negative Entwicklung einfach als gegeben hinzunehmen, ohne wenigstens den Versuch zu unternehmen etwas daran zum Positiven zu verändern.
In Anbetracht der Anstrengungen, die zur Zeit hinter dem Deich mit großem finanziellem Aufwand unternommen werden, um Touristen, und damit Geld nach Bremerhaven zu holen, gehe ich davon aus, dass ich damit nicht der einzige bin, der diese Ansicht vertritt. Allerdings ist der Rahmen "Lehe" auf den ich mich beziehe, erheblich bescheidener abgesteckt.
Ich unterstelle niemandem unlautere Absichten. Ich stelle aber auch fest, dass die Meinungen über den Weg zur Verbesserung der Lage, und über das damit angestrebte Ziel, welches als Grundlage für eine positive Entwicklung angesehen wird, in zwei völlig unterschiedliche Richtungen gehen.
Diese beiden unterschiedlichen Richtungen gründen sich jedoch aus meiner Sicht bisher nur auf völlig unterschiedliche individuelle Erfahrungen und einem Gemisch unterschiedlicher Meinungsäußerungen. Mein Eindruck von der Großen Koalition ist immer noch, dass diese den Bürgern Bremerhavens, und insbesondere denen in Lehe, wichtige Informationen vorenthält. Von der Politik erwarte ich daher immer noch, dass sie endlich alle Fakten öffentlich darstellt, auf deren Grundlage sie ihre Projekte gegen die Meinung der davon betroffenen Bürger Lehes durchsetzen will. Ich werde meine Vorbehalte gegen die Geheimniskrämerei der Politik erst dann überdenken, wenn ich deutlich erkennen kann, dass sie alle für eine objektive Meinungsbildung notwendigen Informationen veröffentlicht hat. Davon werde ich auch meine Entscheidung bei der Stimmabgabe zur nächsten Wahl abhängig machen. Es gibt ja auch noch andere Parteien als die SPD und die CDU.
Der Verfasser des Beitrags im Forum schreibt, er sei gegen ein Einzelhandelsgutachten weil es ein "Spiel auf Zeit" sei. Über die Gründe dafür äußert er aber auch nur vage Vermutungen, weil ihm wichtige Informationen für seine eigene Meinungsbildung nicht zur Verfügung stehen. Es käme ihm aber verdächtig vor, dass die IHK und der Oberbürgermeister gemeinsam ein solches Gutachten fordern, wenn es um Kaufland geht, und meint, im Zusammenhang mit der Projekt-Idee der Investorengemeinschaft für das Kistnergelände sei dieses Gutachten "aber plötzlich völlig unerheblich".
Aus meiner Sicht stellt sich jedoch die offensichtliche Eile der CDU, mit der sie ihr Projekt auf dem Phillips Field durchsetzen will, auch als so etwas wie ein Spiel auf Zeit dar. Ich vermute, hier sollen im Schnellverfahren vollendete Tatsachen geschaffen werden, um jede weitere Diskussion über mögliche Alternativen von vornherein im Keim zu ersticken. Die Gründe dafür liegen für mich weiterhin völlig im Dunkeln. Ein möglicher Verzicht seitens "Kaufland" kann ja wohl nicht der Grund für diese Eile sein. Ich befürchte, dass mit der übereilten Verwirklichung der Pläne der CDU für das Phillips Field der Grundstein für eine weitere Fehlentwicklung in Lehe gelegt werden könnte. Eine solche Fehlentwicklung nachträglich zu korrigieren wäre sehr viel schwerer, wenn nicht sogar unmöglich, als wenn von vornherein eine andere Entwicklung eingeleitet werden würde.
Da bisher nur Meinung gegen Meinung steht, ist ein von der Großen Koalition und der IHK gemeinsam finanziertes und gemeinsam in Auftrag gegebenes Einzelhandelsgutachten als Basis zur Erstellung eines Gesamtkonzeptes für die Stadtentwicklung in Lehe aus meiner Sicht unbedingt notwendig. Ein solches Gutachten wäre keines für oder gegen "Kaufland auf dem Phillips Field", sondern die Chance für eine gemeinsame Basis, auf deren Grundlage die Anliegen aller Betroffenen angemessen und ausgewogen berücksichtigt werden könnten.
Wenn das Gutachten gemeinsam von Vertretern der Einzelhändler (IHK) und der Politik in Auftrag gegeben wird, kann auch nicht der Verdacht einer einseitigen Interessenberücksichtigung aufkommen. Während des NZ-Forums im Dezember 2007 in der "Theo" hat Herr Aissen Herrn Bödeker genau aus diesem Grund mehrmals dringend um ein gemeinsames Einzelhandelsgutachten für Lehe gebeten. Ein gemeinsam von Politik und Einzelhändlern initiiertes Gutachten wäre eine ausgezeichnete Grundlage, auf der möglicherweise viel verlorenes Vertrauen der Einwohner von Lehe in die Politik wieder hergestellt werden könnte.
Ein solches Gutachten wäre ergebnisoffen, da es von Vertretern beider Seiten gemeinsam in Auftrag gegeben worden wäre. Es wäre daher möglich, dass darin die Pläne der Investorengemeinschaft ("Institut für Immobilien-Consulting, IIC" und "Immobilien Verwaltungs- und Management Gesellschaft, IVMG") für das Kistnergelände als nicht realisierbar dargestellt würden. Und könnten darin nicht auch Argumente aufgeführt werden, welche die Meinung, ein gesunder Mix aus Geschäften in der Hafenstraße würde zu einer positiven Entwicklung von Lehe beitragen, widerlegen? Was ist, wenn das Gutachten zu einem völlig anderen Ergebnis käme als wir alle es uns überhaupt vorstellen können? Es wird seitens der CDU jedoch bei jeder Gelegenheit suggeriert, das von der IHK für Lehe geforderte Einzelhandelsgutachten sei nichts anderes als ein "Kaufland auf dem Phillips Field Verhinderungsgutachten".
Wenn das Gutachten feststellen würde, das Phillips Field sei der einzig vernünftige Ort für die Ansiedlung von Geschäften mit dem Ziel einer positiven Stadtentwicklung in Lehe, dann wäre damit belegt, dass es sich dort um eine Lage erster Klasse für Investoren handelt. Diese würden dann der Stadt die Tür einrennen um dort in ein Einkaufszentrum zu investieren. Daher denke ich, es ist nicht notwendig, jetzt mal eben auf die Schnelle, und ohne ausreichend darüber nachgedacht zu haben, Kaufland dort bauen zu lassen, nur um möglicherweise später feststellen zu müssen, dass man einen fatalen Fehler gemacht, und Lehe damit nachhaltig geschadet hat.
Warum also die Weigerung der Großen Koalition, sich zusammen mit den Einzelhändlern und der Bevölkerung von Lehe auf Grundlage eines gemeinsam in Auftrag gegebenen Gutachtens an eine Tisch zu setzen, und auf dieser Diskussionsgrundlage ein schlüssiges Gesamtkonzept für den Stadtteil zu entwickeln, mit dem am Ende alle leben können?
Seitens der Politik wird immer wieder gern auf den Begriff "Bürgerbeteiligung" hingewiesen. Praktizierte "Bürgerbeteiligung" findet statt, wenn die "Bürger" an der Meinungsbildung und Planung zur Stadtteilentwicklung "beteiligt" werden. Wenn die Bürger am Ende nur noch abnicken dürfen, was die Politik ihnen vorsetzt, dann ist das keine Bürgerbeteiligung.
...
Falls jemand am kompletten Text der Diskussion interessiert sein sollte:
In meiner Linkliste rechts unten im Abschnitt Bremerhaven findet ihr die Adresse des Seestadtforum-Bremerhaven.
Freitag, 18. Januar 2008
Kurs abgesteckt Richtung Geisterstadtteil ?
In einem Forum habe ich einen Beitrag gelesen, in dem jemand die Frage stellt, wie viele Einkaufsstraßen Bremerhaven eigentlich noch verträgt. Wenn man die Bürger einmal außen vor ließe, dann bliebe höchstens noch eine übrig die dafür in Frage käme, und das sei die Grashoffstraße. Die Hafenstraße habe schon längst verloren ...
In einem anderen Beitrag, der sich mit dem vorher genannten Beitrag auseinandersetzt, wird abschließend die Frage gestellt, warum die Stadt bzw. die Politik wohl nach wie vor ein Einzelhandelskonzept verweigert.
Ich vermute, der Grund dafür könnte sein, dass ein Einzelhandelsgutachten möglicherweise zu einem anderen Ergebnis für ein Gesamtkonzept kommen könnte, als die Politiker es gerne hätten. Die wären dann aber mehr oder weniger gezwungen sich in eine andere Richtung zu bewegen. Es reicht offensichtlich völlig aus, wenn man als Politiker von den Bürgern Flexibilität erwartet. Wahrscheinlich ist es auch zwingend notwendig, dass wir Bürger immer wieder flexibel sind. Die Politik ist dazu nämlich offensichtlich nicht in der Lage.
Vier Wochen Koalitionsverhandlungen, Vertrag unterschreiben, fertig. Das war's denn. Wenn ich so arbeiten würde, wäre ich schon lange arbeitslos! Wenn sich hier überhaupt noch etwas bewegt, dann durch die vielen kleinen Einzelinitiativen "des Leher Durchschnittsbürgers". Wieviel mehr könnte sich in Lehe bewegen, wenn die Politik dieses Potential endlich zu Kenntis nähme und lernen würde es zu nutzen. Und das gilt nicht nur für Lehe. Da hätte in der Vergangenheit sicher schon so mancher Euro für Ideenwettbewerbe eingespart werden können.
Ein kleiner Teil des Geschäftslebens in der Hafenstraße ist auch ein Stück meiner Familiengeschichte. Mein Großvater hatte seit den 1930er bis Mitte der 1970er Jahre ein kleines Lebensmittel- und Feinkostgeschäft gegenüber vom Capitol. Heute ist dort "Die Goldschmiede". Der Laden meines Großvaters war die rechte Hälfte davon. In der Linken Hälfte war ein Tabakwarengeschäft.
Als ich Kind und die Hafenstraße noch eine lebendige Einkaufsstraße war, kamen die ersten, damals noch recht bescheiden bemessenen Supermärkte auf. Aus den Gesprächen zwischen meinen Großeltern und meinen Eltern habe ich damals schon mitbekommen, was Verdrängungswettbewerb bedeutet. Mein Großvater hat bis zu seinem regulären Renteneintritt durchhalten können, obwohl die Zeit der "Tante Emma Läden" zu dieser Zeit eigentlich schon vorbei war. Er hatte zwar immer auf die Supermärkte geschimpft, arbeitete aber später als Rentner noch einige Jahre in einer Supermarkt-Filiale von "Thams & Garfs". Nötig hätte er das nicht gehabt. Er war einfach zu sehr mit Leib und Seele Kaufmann ... - aber auch "Thams & Garfs" ist jetzt ja schon seit langer Zeit Geschichte.
Menschen wie mein Großvater mussten ihr ganzes Leben für ihre Existenz kämpfen. Viele von ihnen, wie auch meine Großeltern, mussten nach dem Krieg völlig von vorn beginnen. Diese Leute haben zu ihrer Zeit mit ihrer Arbeit auch zu Wachstum und Wohlstand von Bremerhaven beigetragen. Was mich heute so langsam ernsthaft wütend macht, das ist die zwischen den Zeilen zu lesende Resignation in den Köpfen einiger Zeitgenossen, die ganze Stadtteile im Kerngebiet von Bremerhaven schon bewußt oder unbewußt aufgegeben haben und so dem Verfall preisgeben. Das zeigt mir, dass ihnen die Lebensleistung früherer Generationen völlig egal ist. Aber darf man überhaupt von Leuten, welche die Lebenden ignorieren, erwarten können, dass sie das Erbe der Vorfahren achten?
Hier würde jetzt recht gut diese Filmsequenz reinpassen,
wo der Wind in der einsamen Straße einer Geisterstadt
dieses kugelige Wüstengestrüpp vor sich herbläst.
wo der Wind in der einsamen Straße einer Geisterstadt
dieses kugelige Wüstengestrüpp vor sich herbläst.
In einem anderen Beitrag, der sich mit dem vorher genannten Beitrag auseinandersetzt, wird abschließend die Frage gestellt, warum die Stadt bzw. die Politik wohl nach wie vor ein Einzelhandelskonzept verweigert.
Ich vermute, der Grund dafür könnte sein, dass ein Einzelhandelsgutachten möglicherweise zu einem anderen Ergebnis für ein Gesamtkonzept kommen könnte, als die Politiker es gerne hätten. Die wären dann aber mehr oder weniger gezwungen sich in eine andere Richtung zu bewegen. Es reicht offensichtlich völlig aus, wenn man als Politiker von den Bürgern Flexibilität erwartet. Wahrscheinlich ist es auch zwingend notwendig, dass wir Bürger immer wieder flexibel sind. Die Politik ist dazu nämlich offensichtlich nicht in der Lage.
Vier Wochen Koalitionsverhandlungen, Vertrag unterschreiben, fertig. Das war's denn. Wenn ich so arbeiten würde, wäre ich schon lange arbeitslos! Wenn sich hier überhaupt noch etwas bewegt, dann durch die vielen kleinen Einzelinitiativen "des Leher Durchschnittsbürgers". Wieviel mehr könnte sich in Lehe bewegen, wenn die Politik dieses Potential endlich zu Kenntis nähme und lernen würde es zu nutzen. Und das gilt nicht nur für Lehe. Da hätte in der Vergangenheit sicher schon so mancher Euro für Ideenwettbewerbe eingespart werden können.
Ein kleiner Teil des Geschäftslebens in der Hafenstraße ist auch ein Stück meiner Familiengeschichte. Mein Großvater hatte seit den 1930er bis Mitte der 1970er Jahre ein kleines Lebensmittel- und Feinkostgeschäft gegenüber vom Capitol. Heute ist dort "Die Goldschmiede". Der Laden meines Großvaters war die rechte Hälfte davon. In der Linken Hälfte war ein Tabakwarengeschäft.
Als ich Kind und die Hafenstraße noch eine lebendige Einkaufsstraße war, kamen die ersten, damals noch recht bescheiden bemessenen Supermärkte auf. Aus den Gesprächen zwischen meinen Großeltern und meinen Eltern habe ich damals schon mitbekommen, was Verdrängungswettbewerb bedeutet. Mein Großvater hat bis zu seinem regulären Renteneintritt durchhalten können, obwohl die Zeit der "Tante Emma Läden" zu dieser Zeit eigentlich schon vorbei war. Er hatte zwar immer auf die Supermärkte geschimpft, arbeitete aber später als Rentner noch einige Jahre in einer Supermarkt-Filiale von "Thams & Garfs". Nötig hätte er das nicht gehabt. Er war einfach zu sehr mit Leib und Seele Kaufmann ... - aber auch "Thams & Garfs" ist jetzt ja schon seit langer Zeit Geschichte.
Menschen wie mein Großvater mussten ihr ganzes Leben für ihre Existenz kämpfen. Viele von ihnen, wie auch meine Großeltern, mussten nach dem Krieg völlig von vorn beginnen. Diese Leute haben zu ihrer Zeit mit ihrer Arbeit auch zu Wachstum und Wohlstand von Bremerhaven beigetragen. Was mich heute so langsam ernsthaft wütend macht, das ist die zwischen den Zeilen zu lesende Resignation in den Köpfen einiger Zeitgenossen, die ganze Stadtteile im Kerngebiet von Bremerhaven schon bewußt oder unbewußt aufgegeben haben und so dem Verfall preisgeben. Das zeigt mir, dass ihnen die Lebensleistung früherer Generationen völlig egal ist. Aber darf man überhaupt von Leuten, welche die Lebenden ignorieren, erwarten können, dass sie das Erbe der Vorfahren achten?
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