Dienstag, 9. November 2010

Atomenergie ist sicher


"www.kernenergie.de", Screenshot

Unbekannte hatten die Internetseite "kernenergie.de" mit ProAtom-Werbung gehackt. Für kurze Zeit war dort das oben gezeigte Bild zu sehen.

Das finde ich zwar einerseits recht amüsant, hoffe aber andererseits, das sich das jetzt als neuer Wettkampfstil etabliert. Ich wäre jedenfalls sehr verärgert, wenn ich mich auf den Internetseiten der Atomkraftgegner informieren wollte, und mir statt dessen dort Frau Merkel und Herr Röttgen die schöne heile Atomwelt erklären würden. Im übrigen lese ich auch gerne mal, was die andere Seite so zu sagen hat. Das ist zur Zeit (Mittagspause) leider nicht möglich, denn die Seite "kernenergie.de" nicht zu erreichen. Alle anderen Blockaden sind aber vorbei.


Alle Blockaden?

Nein, alle nicht: Im kleinen Örtchen Dünsche wurde heute um kurz nach 12 Uhr erneut die große Schafs- und Ziegenherde auf die Straße gesichtet, die schon am Wochenende auf der Castor-Strecke für Wirbel gesorgt hatte. Ein TAZ-Reporter beobachtete sie dabei, wie sie schon wieder den Verkehr blockierte - dieses Mal allerdings wohl nicht aus politischen Gründen. Sie sei schlichtweg auf dem Weg zu einer Wiese gewesen ;)


(Quelle: TAZ Live Ticker)

Die Castoren sind im "Zwischen"-Lager

Atomkraft? Nein Danke!Bis zum Morgen wurde in der letzten Nacht die Sitzblockade von "X-tausendmal quer" auf dem Weg zum Zwischenlager in Gorleben geräumt. Ungefähr 5000 Menschen wurden von der Polizei von der Straße getragen.

Nach Angaben der TAZ (Live Ticker) verhielten sich Polizei und Demonstranten bis 06:34 Uhr besonnen und friedlich. Vier Minuten später habe die Polizei jedoch begonnen, "auf der Seite zu Gorleben hin" fester zuzupacken: Der Einsatz sei ruppiger geworden. Dann habe eine kleine Polizeieinheit mit Sturmhauben, die ihre Gesichter verdeckten, Schmerzgriffe anwendet. Das sei ein Verstoß gegen den Konsens zwischen Einsatzleiter und Veranstaltern gewesen, den die weiterhin gewaltfrei auf der Straße sitzenden Blockierer mit "Keine Gewalt!" Rufen beantwortet hätten. Kurz vor 7 Uhr habe sich die Situation hat sich wieder entspannt. Ein Grund dafür sei nicht zu erkennen gewesen.


Das Motto der Wendländer: Niemals aufgeben

Um 07:15 Uhr habe eine Polizeisprecherin gegenüber der TAZ erklärt, sie sei überrascht von der vorangegangenen Tempoverschärfung durch die Bundespolizei. Durch das Megafon der Polizei seien die eigenen Einsatzkräfte zur Beruhigung aufgerufen worden. Der Polizeikontakt von "X-tausendmal quer" habe ebenfalls per Lautsprecher dazu aufgerufen, besonnener vorzugehen: "Ihr seid nicht unsere Feinde, sondern Angela Merkel und die Atommafia!"


Eine harte Nuss ...

... war für die Spezialisten der Polizei wohl ein präparierter "Getränke-Lkw" von Greenpeace. Die Räumung wurde durch zwei Aktivisten verhindert, die mit einem Arm und bis zur Hüfte in einem Betonblock steckten. Nachdem sie im Laufe der Nacht von Polizisten aus den Blöcken "befreit" worden waren, konnte der Lkw immer noch nicht von der Straße entfernt werden, da die Greenpeace Aktivisten das Fahrzeug zuvor mit Eisenstangen fest in der Straßendecke verankert hatten.

Aber Greenpeace blockierte nicht einfach nur den Atommülltranspot ins Lager im Wald bei Gorleben, sondern hat auch ein Konzept für eine Alternative: Die Castor-Behälter sollen künftig nicht mehr quer durch die Republik gefahren werden, sondern in den Zwischenlagern bei den Atomkraftwerken gelagert werden, die den Müll produziert haben.



Es gibt noch Hoffnung: Atomkraftgegner aus Bayern in Dannenberg

Der Herr Müller (CDU, Saarland,Ministerpräsident) kann dem Vorschlag von Greenpeace vorsichtshalber wenig positives abgewinnen. Gegenüber der Frankfurter Rundschau hatte er gesagt, er sehe keinen Grund, etwas daran zu ändern, den Atommüll weiterhin bei Gorleben zu deponieren. Begründet hatte er das damit, dass Deutschland seinen Atommüll aus Frankreich zurücknehmen müsse. Daran führe kein Weg vorbei.

Die Rücknahmeverpflichtung stellt nach meinem Verständnis aber noch lange keine Verpflichtung dafür dar, den hochradioaktiven Atommüll ausgerechnet im dafür ungeeigneten Salz bei Gorleben zu verbuddeln. Nichts anderes steckt aus meiner Sicht hinter den "weiter so wie bisher" Parolen der süddeutschen Landesfürsten. Wenn die Castoren erst einmal dort sind - denken die sich wohl - wird es ein leichtes sein, sie später ohne großes Aufsehen unter der Erde verschwinden zu lassen. Was dann im Dunkel des Salzstocks damit passiert, das wird schon keiner merken. Im ehemaligen Salzbergwerk Asse-II ist das schließlich auch einige Jahre lang gut gegangen.


Das strahlende Erbe


Die Atommüllkippe Deutschlands ?

Den Atommüll haben wir jetzt am Hals. Also müssen wir damit auch irgendwie umgehen. Aber der GAU im Salzbergwerk Asse-II und das einsturzgefährdete unterirdische "End"-Lager "Morsleben" stellen klar, dass es mit der angeblich für Millionen von Jahren sicheren unterirdischen Lagerung des Atommülls nicht weit her ist. Diese Seifenblase platzte schon nach wenigen Jahrzehnten. Aus meiner Sicht werden wir uns damit abfinden müssen, dass deshalb nur eine oberirdische, dezentrale Lagerung in Frage kommt.

Wenn in einem oberirdischen Lager irgendwann festgestellt wird, dass die Castoren undicht werden, dann lässt sich deren Inhalt rechtzeitig genug in neue Behälter umpacken. Das ist immer noch leichter und sicherer, als wenn der hochradioaktive Atommüll in undichten Castor-Behältern mühselig aus einem absaufenden, explosionsgefärdeten oder einsturzgefährdeten Salzstock bei Gorleben geborgen werden müsste. Anstelle der bisher üblichen Leichtbauhallen sollten entsprechend ausgelegte Betonbunker für die Castoren zusätzlichen Schutz vor Terrorangriffen mit Flugzeugen o.ä. bieten.

Mit ihrer strickten Weigerung zur Suche nach Alternativen zu Gorleben im Süden Deutschlands machen die Landesfürsten der südlichen Bundesländer Politik gegen eine Mehrheit von 65 Prozent aller Bundesbürger, die ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll im Salzstock bei Gorleben ablehnt und gegen eine Mehrheit von 80 Prozent der Bundesbürger, die Verständnis für Proteste gegen den Atommülltransport aus La Hague nach Gorleben haben.

Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke werden von
  • 72 Prozent der Bundesbürger abgelehnt
  • 56 Prozent der CDU-Anhänger abgelehnt

(Oktober 2010, TNS-Emnid im Auftrag von Greenpeace)

Castor Stop!


(Quellen: TAZ Live-Ticker vom 09.11.2010, Der Spiegel vom 20.10.2008 und vom 15.01.2010, Greenpeace vom 25.10.2010 und vom 08.11.2010)

Montag, 8. November 2010

Castor Stopp - Dannenberg, 6. November 2010


Impressionen vom Tag der Anti-Atomkraft-Demonstration bei Dannenberg

Am Samstag, dem 6. November 2010, dem Tag vor der erwarteten Ankunft des Castor-Transports aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage in La Hague im Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll bei Gorleben, fand auf einem abgemähten Maisfeld bei Dannenberg eine große Demonstration gegen den gefährlichen atompolitischen Blindflug der Bundesregierung statt.

In meinem Video sind Impressionen von der Fahrt durch das Wendland, vom Weg vom Busparkplatz bis zum Kundgebungsgelände und Szenen vom Kundgebungsgelände zu sehen.


Leere Worte?

Ab der vierten Minute ist im Video kurz ein breites Schild, eine Zeitleiste, zu sehen, die den Zeitraum von den Neandertalern und dem ersten Auftreten des Homo Sapiens bis eine Million Jahre in die Zukunft darstellt. Auf der Zeitleiste ist folgendes zu lesen:
  • Wie lange strahlt Atommüll?
    • 1 Mio. Jahre?
    • Wieviele Kriege?
    • Wieviele Eiszeiten?
    • Was merken Frau Merkels Erben?
"Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere ..." (Grundgesetz Artikel 20a)


Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland haben alle Bundeskanzler und Bundesminister bei ihrem Amtsantritt vor den Mitgliedern des Bundestages geschworen:

"Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."


Die Bundespräsidenten leisteten den Eid auf einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat.

Der Schaden, der für unser Land durch den Betrieb der Atomkraftwerke bereits entstanden ist, lässt sich vielleicht gerade noch im Milliarden von Euro beziffern. Tödliche Krankheiten, die auf das Konto der schon beim "normalen Betrieb" freigesetzten Radioaktivität gehen, lassen sich schon nicht mehr in Euro und Cent ausdrücken. Die tödlichen radioaktiven Gefahren, denen zahllose nachfolgende Generationen noch ausgesetzt sein werden, gehen auf das Schuldenkonto der Bundesregierungen der heute lebenden Generationen und ihrer Eltern-Generationen. Der Schaden, den wir unseren Kindern und Kindeskindern hinterlassen, ist durch nichts wieder gut zu machen.

Den Gesetzen der Atomphysik, der Geologie und der Biologie haben menschengemachte Gesetze nichts entgegenzusetzen. Es gibt keine technische Lösung für das Problem, den ohnehin schon aufgetürmten Atommüll über Millionen von Jahren sicher von der Biosphäre fernzuhalten. Welch ein Irrsinn ist es da, den Atommüllberg ungeniert noch weiter anwachsen zu lassen. Jeder weitere Tag, an dem die Atomkraftwerke in Betrieb sind, verschärft das Problem noch, anstatt es zu lösen.

Dem Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler und dem Bundesminister, dem es wirklich ernst damit ist, zum Wohle des deutschen Volkes Schaden von ihm zu wenden, der hat atompolitisch nur eine einzige Möglichkeit zu handeln: Er muss dafür sorgen, dass die Atomkraftwerke innerhalb kürzester Zeit abgeschaltet werden. Dem "Volksvertreter" dem es mit seiner Verantwortung für die künftigen Generationen und deren, natürlicher Lebensgrundlagen wirklich ernst ist, der muss sofort dafür sorgen, dass kein weiterer Atommüll mehr anfällt.

Wer den ohnehin faulen Kompromiss des Atomkonsenses außer Kraft setzen will, und anstelle des darin vereinbarten geregelten, mittelfristigen Ausstiegs aus der Atomenergie anstrebt, die Atomkraftwerke bis zum St. Nimmerleinstag weiterlaufen zu lassen, der verstößt nach meinem Verständnis gegen den Artikel 20a des Grundgesetzes. Aber wenn man dafür nicht verprügelt wird, dann kann man sich das wohl erlauben.


Aktuelle Meldungen gibt es hier:


Castor Stop!

Sonntag, 7. November 2010

Gestern in Dannenberg



Das war eine friedliche, bunte und laute Demonstration, gestern in Dannenberg. Ich hatte gelesen, auf dem Kundgebungsgelände sei Platz für 40000 Menschen. Ich denke, die von den Organisatoren genannte Anzahl von 50000 Demonstranten wird eher zutreffen, als diejenige der Polizei, die von 25000 Demonstrationsteilnehmern gesprochen hatte. In Anbetracht des gut gefüllten Maisfeldes gehe ich davon aus, dass wir mit 40000 bis 50000 Leuten zusammen auf dem Maisfeld gegen den weiteren Betreib der Atomkraftwerke in Deutschland demonstriert haben.




Während der Hinfahrt hatte es noch in Strömem gegossen. Pünktlich zur Ankunft im Wendland war es mit dem Regen dann vorbei. Man hätte meinen können, der Liebe Gott stünde auf Seiten derer, die sich für den Schutz der Lebewesen auf seinem kleinen Planeten Erde einsetzen. Allerdings waren die Straßen so voll, dass es immer langsamer voranging, je näher wir unserem Ziel kamen. Die Busse mussten so weit vom Kundgebungsgelände entfernt parken, dass wir eineinhalb Stunden zu Fuß brauchten, um dort hinzukommen. Von der Kundgebung haben wir daher leider nur noch ungefähr ein Drittel mitbekommen. Und wir waren nicht die letzten: Immer wieder hieß es, weitere Menschen seien auf auf dem Weg zum Kundgebungsgelände.




Viel zur guten Stimmung beigetragen haben auch die häufigen Meldungen über die Blockaden des Castor-Transports auf seinem Weg nach Dannenberg. Das muss man sich einmal bildlich vorstellen: 1000 Leute sitzen auf den Gleisen, und veranlassen die "Atom-Spediteure", auf eine andere Strecke auszuweichen.




Aktuelle Nachrichten gibt es hier:




Atomkraft tötet: Heute schon!

Ob man das angekündigte Abräumen von Schottersteinen aus dem Gleisbett vor der Verladestation als "Gewalt" bezeichnen kann, halte ich für fragwürdig - auch wenn es sich dabei zugegebenermaßen nach dem Text im Gesetzbuch um eine Straftat handelt. Da die Leute ihre Aktionen ja lange genug vorher angekündigt hatten müsste der Zug aber nur rechtzeitig vor dem Gleis der Verladeanlage anhalten, und niemand müsste zu Schaden kommen.

Massenhaftes friedliches Sitzen auf öffentlichen Verkehrswegen ist - soweit mir bekannt ist - jedenfalls keine Gewalt, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Wenn alle besonnen und geduldig mitaneinander umgingen, dann müsste auch dabei niemand zu Schaden kommen.

In einem Video von Graswurzel.TV ist jedoch zu sehen, wie ein Polizist einem neben den Gleisen am Boden liegenden Demonstranten mehrfach ins Gesicht schlägt, bis ein Sanitäter dem Opfer polizeilicher Gewalt zu Hilfe kommt, es von seinem Peiniger erlöst und erste Hilfe leistet. Andere Polizisten attackieren weitere Demonstranten massiv mit Pfefferspray. Je nach Dosis kann auch das zu ernsthaften Verletzungen führen. Pfefferspray-Attacken gegen gewaltfreie unbewaffnete Menschen einzusetzen ist in meinen Augen ebenso "Gewalt", wir das hemmungslose Einprügen auf gewaltfreie, wehrlose und unbewaffnete Demonstranten, die der Schlagstöcken nicht entgegenzusetzen haben, als orangefarbene Kunststoffbeutel mit einer weichen Füllung.

Ich habe eingangs von der friedlichen Demonstration geschrieben. Allerdings war die grundsätzlich gewaltfreie Grundeinstellung wohl eher einseitig auf seiten der Demonstranten anzutreffen. Anhand von Durchsagen auf der Bühne und von Gesprächen auf der Rückfahrt im Bus, habe ich erfahren, dass es auch am Rande der angemeldeten Demonstration Provokationen seitens der Polizei gegeben hat. Mitreisende schilderten, wie eine Gruppe von ca. zwanzig mit Helmen, Schilden und Schlagstöcken bewaffneter Polizisten plötzlich im Laufschritt auf die Menschen auf dem Gelände bei den Sanitären Anlagen zugerannt sei. Ein Sprecher auf der Bühne hatte gegen Abend die Polizei ermahnt, sich vom Gelände der angemeldeten Demonstration fernzuhalten, und damit aufzuhören, immer wieder zu versuchen, vereinzelte Demonstraten am Rande der Veranstaltung einzukreisen.

Der Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland lässt sich gegen den mehrheitlichen Willen der Bundesbürger offensichtlich nur mit massiver körperlicher Gewalt seitens des Staates durchsetzen. Wenn die Argumente nicht mehr ausreichen, dann werden Menschen zu Schlägern. Auch wenn es uns wütend macht, immer öfter mit derartigen Bildern konfrontiert zu werden, so dürfen wir eines dabei nicht vergessen: Wir sehen Polizisten, die Gewalttaten verüben. Wir erfahren etwas über Polizisten, die "gewalttätiger Demonstrant" spielen, um ihren Kollegen einen Vorwand für einen Angriff auf friedliche Demonstranten zu liefern. Es sind jedoch unsere sogenannten "Volksvertreter", die den Polizisten den Auftrag erteilen, mit Intrigen und körperlicher Gewalt gegen uns vorzugehen. Wir, das Volk, haben unsere Volksvertreter gewählt, damit diese unsere Interessen vertreten. Wir haben sie nicht gewählt, damit sie unserer Gesellschaft - ebenso wie allen nachfolgenden Generationen! - Schaden zufügen indem sie mit den Atomkonzernen Geheimverträge aushandeln, die ausschließlich den Atomkonzernen nützen. Wir haben unsere "Volksvertreter" nicht gewählt, damit sie uns von Polizisten verprügeln lassen, wenn wir uns ihrer gefährlichen Politik gewaltfrei widersetzen!

Obwohl den Demonstranten bewusst ist, dass sie der staatlichen Gewalt wehrlos ausgesetzt sind, setzen sie sich trotzdem immer wieder auf Straßen und Schienen. Sie leisten gewaltfreien Widerstand gegen den verantwortungslosen und grob fahrlässigen Umgang der Atomkonzerne und ihrer politischen Handlanger mit der Millionen von Jahren währenden radioaktiven Gefahr.


Nachtrag 21:00 Uhr:
Ich habe gerade im TAZ-Ticker von dem Brandangriff mit einer brennbaren Flüssigkeit gelesen, den Unbekannte gegen einen Räumpanzer unternommen haben. Es befanden sich Menschen im Fahrzeug! Schade, dass die Angreifer entkommen sind. Mit den Aktionen und Mitteln der Anti-Atomkraft Bewegung hat das nichts zu tun. Im Gegenteil: Solche Gewalttäter schaden damit der großen Masse friedlicher Atomkraftgegner! In meinen Augen sind die um nichts besser, als gewalttätige Polizisten.

Update 08.11.2010:
Text, letzter und vorletzter Absatz (Korrekturen, Ergänzungen).
Zum Thema Gewalt gibt es einen Kommentar von der Frau eines Polizisten, den ich trotz "Anonymität" veröffentlicht habe, damit das Thema auch aus der Sicht "der anderen Seite" zur Sprache kommt. Bei der Gelegenheit bitte ich noch einmal alle Kommentatoren in "juwi's welt", einen Namen - und sei es auch nur ein Nickname - zu hinterlassen.

Castor Stop!


Samstag, 6. November 2010

Das neueste vom Castor

Atomkraft? Nein Danke!Alle, die heute nicht nach Dannenberg fahren können, oder wegen Sicherheitsbedenken zu Hause bleiben, sich jedoch die Ereignisse entlang der Transportstrecke und im Wendland nicht entgehen lassen wollen, können zeitnah mit den Live-Tickern des Bündnisses gegen den Castor 2010 und der TAZ auf dem laufenden bleiben:

Allen anderen, denen die Atompolitik der Wespen egal ist, und allen Anhängern des St. Florian Prinzips: "Herr, verschin mein Haus! Zünd' and're an.", wünsche ich einen schönen Tag. Ich hoffe ihr merkt noch rechtzeitig genug, welche perfiden Spiele seitens der Atomkomzerne und ihrer politischen Handlanger seit Jahrzehnten mit uns gespielt werden.

Ich bin dann mal weg ...

Castor Stop!
Busse aus der Region und dem Rest der Republik nach Dannenberg

Freitag, 5. November 2010

Gemeinsam sind wir stark


Gemeinsam sind wir stark!


Kommt wir woll’n den Castor stoppen


Kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
zieht euch warme Sachen an;

kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
mit Kind und Frau und Mann.


Kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
es ist allerhöchste Zeit;

Kommt, wir woll’n den Castor stoppen –
alle sind bereit.


Wir werd’n uns widersetzen, an vielen, vielen Plätzen,
niemanden verletzen, gemeinsam sind wir stark.
Jeder soll es hören, dass wir uns beschweren,
wie wir uns hier wehren – hier im Wendenland.

Kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
heute bleibt das Fernseh’n aus;

kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
keiner bleibt zu Haus.


Kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
und sei es auch noch so kalt;

kommt, wir woll’n den Castor stoppen –
Menschen jung und alt.


Wir werd’n uns widersetzen, an vielen, vielen Plätzen,
niemanden verletzen, gemeinsam sind wir stark.
Jeder soll es hören, dass wir uns beschweren,
wie wir uns hier wehren – hier im Wendenland.

Kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
Bauern werft die Trecker an;

kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
in Breese an dem Kran.


Kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
wir fürchten nicht die Polizei;

kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
sie ist uns einerlei.


Wir werd’n uns widersetzen, an vielen, vielen Plätzen,
niemanden verletzen, gemeinsam sind wir stark.
Jeder soll es hören, dass wir uns beschweren,
wie wir uns hier wehren – hier im Wendenland.

Kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
bis Atomkraft sich verzieht.

Kommt, wir woll’n den Castor stoppen,
singt mit uns das Lied:


Wir werd’n uns widersetzen, an vielen, vielen Plätzen,
niemanden verletzen, gemeinsam sind wir stark.
Jeder soll es hören, dass wir uns beschweren,
wie wir uns hier wehren – hier im Wendenland.


Das Lied wurde im November 2008 von drei Mädchen bei einer Großveranstaltung live draußen an den Castorgleisen gesungen und stammt ursprünglich wohl aus dem Jahr 2005 (Verfasser: Unbekannt /Info: AtaSe).


Unter Protest von mehreren Dutzend Demonstranten hat der Castor-Transport heute Vormittag den Verladebahnhof in Valognes (Frankreich) verlassen. Laut einer Meldung auf der Internetseite der Tagesschau von 16:40 Uhr wird er aber zur Zeit in Caen (Frankreich) von ungefähr 30 Atomkraftgegnern aufgehalten, die sich an die Gleise gekettet haben ...

Jetzt wird wohl kein weiterer Bus mehr angemeldet werden. Somit machen sich morgen früh 312 Busse in allen Teilen der Republik auf den Weg zu einer imposanten Anti-Atomkraft-Sternfahrt. Schon heute Morgen sind 11 Trecker am Atommüll-"Versuchsendlager Asse-II" und bei "Schacht Konrad" gestartet, die sich mit neun Treckern aus Göttingen und dem Eichsfeld zu treffen. Mit 25 km/h geht es dann gemeinsam weiter nach Dannenberg. Viele weitere Menschen werden mit dem Auto oder der Bahn anreisen.

Hoffentlich wird das Wetter noch etwas besser. Falls es aber weiterhin regnen sollte, wird mein nagelneuer Ostfriesen-Nerz seine erste Belastungsprobe gewiss mit Bravour bestehen :) Ansonsten hoffe ich während der Demonstration - trotz des ernsten Anlasses - auf eine lockere, friedliche Atmosphäre.

In diesem Sinne: Bis Morgen ...

Castor Stop!
Busse aus der Region und dem Rest der Republik nach Dannenberg


(Quelle: Newsclick vom 05.11.2010)

Donnerstag, 4. November 2010

Sakineh Mohammadi Ashtiani: Hoffnung

Die Deutsche Welle meldete gestern, die in Iran zum Tod verurteilte Sakineh Mohammadi Ashtiani (ursprünglich durch Steinigung!) sei weiterhin am Leben.

Innerhalb nur eines Tages haben sich 500000 Menschen an der AVAAZ-Petition beteiligt, in der Hoffnung, damit das Regime in Iran vielleicht doch noch von der Ermordung Sakineh Mohammadi Ashtianis abhalten zu können! Aktuell wurde die Petition von mehr als 760000 Menschen unterzeichnet. Führende Politiker der Weltgemeinschaft sind der Bitte der Bürger ihrer Länder gefolgt und haben mit den Machthabern in Iran gesprochen.

Ich verurteile jede Art der Todesstrafe. Sie ist nicht einmal dazu in der Lage, Morde zu verhindern. Das belegt die hohe Zahl zum Tode verurteilter Mörder in US-Amerikanischen Gefängnissen. Es gibt jedoch schon viel zu viele Fälle von Hinrichtungen bei denen im Nachhinein die Unschuld der Opfer bewiesen wurde. Wir Menschen sind nicht Gott! Wir können keine Menschen erschaffen und wir können keine toten Menschen ins Leben zurückholen. Also dürfen wir uns auch nicht das Recht anmaßen, Menschen umzubringen.



Noch besteht Hoffnung

In einer Rundmail schrieb AVAAZ gestern: "Wir werden gehört!" Der Druck der Menschen aus aller Welt zeige Wirkung.

Wer sich Vorgestern vielleicht gedacht hat, es lohne sich ja doch nicht mehr zu unterzeichnen, da die Machthaber Irans sich davon ohnehin nicht beeindrucken lassen, der hat heute glücklicherweise immer noch die Möglichkeit, sich für das Leben Sakineh Mohammadi Ashtianis einzusetzen. So lange sie lebt, bleibt immer noch etwas Hoffnung.



Ich hoffe auch, dass Herr Sajjad Ghader-Zadeh (Sohn der Sakineh Mohammadi Ashtiani) und der Herr Houtan Kian (Anwalt Sakineh Mohammadi Ashtianis) schnell wieder frei kommen. Das gleiche gilt für die beiden deutschen Journalisten, die festgenommen wurden, weil sie mit den Herren Sajjad Ghader-Zadeh und Houtan Kian sprechen wollten. In einer anderen Petition wird auf der Seite "Free Sakineh" auch die Freilassung ihres Sohnes und Herrn Houtan Kians gefordert.


  • Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 3:
    "Jeder hat das Recht auf Leben,
    Freiheit und Sicherheit der Person."



(Quellen: Deutsche Welle von 03.11.2010, Spiegel vom 03.11.2010, Berliner Zeitung vom 07.08.2010, Baseler Zeitung vom 08.07.2010, Free Sakineh org)