Montag, 6. Dezember 2010

Winter im Hafen

Bremerhaven, Schaufenster Fischereihafen: Kutter "Steinbock" und Trawler "Gera"

Schöne Momente gab's gegen Ende der Woche in Bremerhaven so viele wie Sand Schnee am Meer. Der Schnee im Winter verwandelt nicht  nur Wälder, Wiesen und Felder in weiße Traumlandschaften. Auch die Schiffe in den Häfen sehen aus, als hätte sie jemand mit Puderzucker bestreut und Eiszapfen in die Takelage und an die Reeling gehängt. Eigentlich "leben" Schiffe erst wirklich, wenn sie in Fahrt, und Wind und Wellen ausgesetzt sind. Man könnte sagen, solange Schiffe im Hafen liegen "schlafen" sie. Im Winter, wenn sie mit Schnee und Eis überzogen sind, wirken sie seltsam erstarrt - eingefroren für die scheinbare Ewigkeit der dunklen Zeit ...

Das "Schaufenster Fischereihafen" ist ein für den Tourismus erschlossener Bereich an der nördlichen Zufahrt zum Bremerhavener Fischereihafen. In einer alten, restaurierten Fischhalle gibt es dort jetzt viele kleine Läden, Fischhändler und Restaurants. In einer über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Fischräucherrei - ebenfalls in einem alten, authentischen Gebäude - wird heute noch wie zur Zeit unserer Großeltern über richtigem Holz geräuchert.

Im "Forum Fischbahnhof" sind das "Atlanticum" und das "Theater im Fischereihafen" (TIF) untergebracht. Das "Atlanticum"ein ein kleines Erlebnismuseum, in dem man jede Menge Interessantes über die Hochseefischerei erfahren kann, mit einem großen Meerwasser-Aquarium, in dem man Fische sehen kann, die man sonst vielleicht gerade einmal zubereitet auf seinen Teller kennt.

Im Hafenbecken im Bereich des "Schaufensters Fischereihafen" haben neben einigen Tratitionsschiffen auch der Kutter "Steinbock" und der Trawler "Gera" ihren Liegeplatz. Der "Steinbock" ist ein Granat-Kutter. In der Saison kann man dort die gerade gefangenen Granat kaufen. Frischer geht's wirklich nicht. Die früher in Rostock beheimatete "Gera" ist der letzte erhalten gebliebene deutsche Seitenfänger - heute ist sie ein Museumsschiff.

Jedem, der meint, Fisch, das seien diese kleinen panierten Stäbchen aus der Tiefkühltruhe im Supermarkt, oder der sich im Restaurant einmal über eine Gräte im Filet beschwert hat, empfehle ich einen Besuch der "Gera". An Bord wird unter anderem auch ein alter Schwarz-Weiß-Film gezeigt, der den harten, gefährlichen Alltag an Bord der Seitentrawler schildert.

Das Ausbringen und Einholen der Schleppnetze mag auf den heutigen Heckfängern mit ihren Motorwinden etwas einfacher geworden sein. Aber an den Arbeitsbedingungen bei Kälte, Nässe, Sturm und schwerem Seegang sowie an den Gefahren bei der Arbeit an Deck hat sich bis heute wohl noch nicht viel geändert. Ich denke, nur wer sich darüber bewusst ist, unter welchen Bedingungen die wertvolle Nahrung aus dem Meer auf seinen Teller kommt, der wird auch zu schätzen wissen, was er gerade isst.


Mehr schöne Momente im Herbst und im Winter gibt's bei Katinka ...

Kommentare:

Frau Momo hat gesagt…

Es ist ewig her, das ich mal in Bremerhaven war..... zu einer Sitzblockade damals gegen den Nato Doppelbeschluß.
Wir sollten das doch mal mit auf die Liste der Ausflugsziele nehmen.

Brigitte hat gesagt…

Hallo,

da hast DU uns einen schönen Moment gezeigt.
Ich liebe das Flair eines Hafens.
Vielen Dank.

Liebe Grüße
Brigitte

Soni hat gesagt…

Super Foto und sogar ein Tannenbaum auf dem Schiff, gefällt mir sehr. So ein Hafen verbreitet ja immer auch Urlaubsstimmung, jedenfalls, wenn man in Süddeutschland wohnt :-)

LG Soni

cgangie hat gesagt…

Absolut wundervolles Bild. Ich bin im Hamburger Hafen aufgewachsen. Ich liebe diese Gefühl, wenn man auf so ein Bild schaut. Und du hast Recht. man muss sich das vielmehr in den Gedanken bringen, wieviel Arbeit dahinter ist!!
Ganz liebe Grüße
Angie

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