Mittwoch, 15. Dezember 2010

Castor-Transport in Deutschland angekommen

Atomkraft? Nein Danke!Der Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll, der ursprünglich aus westdeutschen Atomreaktoren stammt und in Cadarache (Frankreich) aufbereitet wurde, ist gestern in Frankreich abgefahren.

Heute wurde der Zug kurz vor der Grenze von Frankreich nach Deutschland aufgehalten. Grund war der Fund einer Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Saarbrücken. Die Fliegerbombe war bei Bauarbeiten in der Nähe der Bahnstrecke entdeckt worden. Gegen 14 Uhr konnte der Zug dann weiterfahren und überquerte die Grenze nach Deutschland. Morgen werden die von Hubschraubern begleiteten Castoren an ihrem Ziel, dem Atommüll-"Zwischen"-Lager Nord in der Lubminer Heide eintreffen.

Aktuelle Nachrichten gibt es wieder beim Castor Ticker 
und auf der Seite des Atombündnis Nord-Ost.

Weitere interesante Artikel "aus erster Hand" mit aktuellen Fotos und Videos zum Thema finden sich auch in den Blogs SynchronUniversum, NordOstUniversum und Mensch lebt nur einmal.


Lubmin niX da!

Kommentare:

Jouir la vie hat gesagt…

So bitter diese Transporte auch sind, viel trauriger stimmt mich, dass es keine Lösung für das Problem als solches gibt, und niemand auch wirklich dran arbeitet, wobei man doch längst meinen sollte, die Wissenschaft könnte schon...

Servus und so long
Kvelli

Der Geestendorfer hat gesagt…

Hallo Jürgen,

der Atomdreck kommt zurück in seine Heimat (Deutschland). Da können wir wohl nix machen. So müssen die Deutschen in den sauren Apfel beissen. Verdammte Sch...

Gruß Holger

juwi hat gesagt…

@Kvelli: Allein wenn ich nur die bekannten atomphysikalischen Eigenschaften (Halbwertzeiten einiger Ausgangsbestandteile des Atommülls im Bereich von hunderttausenden bis einige Milliarden von Jahren), die Wirkung der Radioaktivität auf biologische Organismen (Bakterien, Viren, Pflanzen, Tiere, ...) und die allgemein bekannten geologischen Tatsachen bzgl. der Bewegungen und Veränderungen in der Erdkruste, den Kontinenten etc. betrachte, weiß ich, dass es "keine Lösung für das Problem als solches gibt" oder geben wird. Dass "niemand auch wirklich dran arbeitet" liegt daran, dass denen, die sich damit beschäftigen, durchaus klar ist, dass die Wissenschaft eben nicht "könnte". Als Physikerin sollte sogar auch unsere Bundeskanzlerin das begreifen können. Insbesondere deshalb werfe ich ihr die Atompolitik der von ihr geführten Bundesregierung vor. Um das "Problem" nicht noch weiter zu verschärfen kommt aus meiner Sicht jetzt nur noch eines in Frage: Atomkraftwerke umgehend abschalten! Über das Stadium, in dem mich das alles nur traurig stimmte, bin ich seit geraumer Zeit hinweg. Mich macht es in diesem Fall vor allem wütend, wenn ich sehe, wie die "Arroganz der Mächtigen" sich über Zusagen und Versprechen hinwegsetzt, und die Mehrheit der Bundesbürger mit ihrer "Ignoranz" gegenüber deren Ängsten und Sorgen vor den Kopf stößt.

juwi hat gesagt…

@Holger: Die "Heimat" des "Atomdrecks" ist nicht das Atommüll-"Zwischen"-Lager in der Lubminer Heide, sondern das ehemalige Atomforschungszentrum in Karlsruhe und der Atomfrachter "Otto Hahn". Das Atommülllager an der Ostseeküste bei Lubmin ist entsprechend seines ursprünglich zugesagten Verwendungszwecks ausschließlich die "Heimat" der strahlenden Reste der ostdeutschen Atomkraftwerke Lubmin und Greifswald und des Atommülls aus dem Versuchsatomkraftwerk Rheinsberg in Brandenburg und ihren strahlenden Hinterlassenschaften. Der hochradioaktive Schiet aus dem Westen der Republik hat dort absolut nichts verloren. Dass er überhaupt jetzt dort landet liegt einzig und allein daran, dass die Bundesregierung, deren Bundesministerium der Finanzen alleiniger Gesellschafter der Energiewerke Nord GmbH (EWN, Betreiber des Atommülllagers) ist, sich darüber hinwegsetzt, und jetzt mit diesem "strahlenden Weihnachtsgeschenk" die mit dem Bruch der seit dem Bau des Atommülllagers wiederholt gegebenen Versprechen ebenso kaltschnäuzig verfährt, wie sie es schon mit der Aufkündigung des Atomkonsens getan hat. Da die anderen beiden "Zentralen" Atommüll-"Zwischen"-Lager die Annahme des Atommülls aus Karlsruhe und Geesthacht (Otto Hahn) abgelehnt haben, geht sie mit dieser Ungeheuerlichkeit den Weg des vermeintlich geringsten Widerstands. Erreicht hat sie damit aber schon jetzt den wachsenden Widerstand der betroffenen Menschen an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns und die Solidarität des bereits seit vielen Jahren bestehenden Widerstands der Atomkraftgegner im Westen Deutschlands.

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