Sonntag, 21. November 2010

Der Same bleibt zurück





Wenn dir jemand erzählt,
daß die Seele mit dem Körper vergeht,
und daß das, was einmal tot ist,
niemals wiederkommt,
so sage ihm:

"Die Blume geht zugrunde,
aber der Same bleibt zurück,
und liegt vor uns,
geheimnisvoll,
wie die Ewigkeit des Lebens."

Khalil Gibran (1883-1931)



Für die evangelischen Christen ist der heutige Sonntag ein besonderer Feiertag. Der Totensonntag (oder Ewigkeitssonntag) ist den Vorfahren gewidmet, denen wir unser Leben auf der Erde verdanken.

Beim Gedanken an die Verstorbenen wird mir auch immer die Endlichkeit des eigenen Weges durch das irdische Leben bewusst. Irgendwann, am Ende dieses Weges, erreicht jeder von uns sein ganz persönliches Ziel, aber niemand hat jemals davon berichten können, wohin sein Weg in weiter geführt hat. Wo das Wissen endet, da beginnt der Glaube ...

Die Worte Khalil Gibrans kommen den Gedanken sehr nahe, die mir beim Nachdenken über die Möglichkeit des "ewigen Lebens" durch den Kopf gehen: Wenn wir am Ende unseres Weges angekommen sind, dann bleibt mit unseren Kindern ein Teil von uns auf der Erde zurück. In ihnen, in ihren Kindern und Kindeskindern leben wir weiter ... - solange die Erde auch weiterhin noch geeignete Lebensbedingungen die für Menschen und ihre Mitgeschöpfe bieten kann.

1 Kommentar:

Frau Momo hat gesagt…

Das ist ein sehr schönes Gedicht. Und von mir bleibt vielleicht ein kleines bißchen, das ich meinen Teil versuche beizutragen, das diese Erde lebenswert bleibt.
Selber habe ich keine Kinder und trotzdem kämpfe ich für unsere Umwelt und versuche auch sonst ein Leben zu führen, das möglichst wenig auf Kosten anderer, auch zukünftiger Generationen, geht.

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