Freitag, 24. Oktober 2008

Sacharow-Preis der EU für Hu Jia

Seit 20 Jahren wird der Sacharow-Preis von der Europäischen Union verliehen. Er ist nach dem sowjetischen Dissidenten, Atomforscher und Träger des Friedensnobelpreises 1975, Andrej Sacharow (1921-1989), benannt. Mit dem Preis werden Menschen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maß für Demokratie und Menschenrechte einsetzen.

Einige der bisherigen Preisträger sind
  • Aung San Suu Kyi
    - Oppositionsführerin in Birma
  • Nelson Mandela
    - ehemaliger Präsident von Südafrika
  • Alexander Dubcek
    - "Vater" des Prager Frühlings
  • Die Vereinten Nationen (UN)
    und ihr damaliger Generalsekretär Kofi Annan
  • Wei Jingsheng
    - chinesischer Dissident
  • Salih Mahmud Osman
    - sudanesischer Menschenrechtsanwalt

Jetzt wurde gegen den Widerstand Chinas der inhaftierte chinesische Menschenrechtsaktivist Hu Jia mit dem diesjährigen "Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit" des Europaparlaments ausgezeichnet. Die politische Führung Chinas hatte der EU im Vorfeld für den Fall der Preisverleihung an Hu Jia mit ernsthaften Schäden für die Beziehungen zwischen China und der EU gedroht.

Hu Jia wurde 1973 geboren. Er setzt sich in China für den Umweltschutz ein, und war an der Aufdeckung eines Aidsskandals großen Ausmaßes beteiligt, den die chinesische Regierung vertuschen wollte. Seit dem steht er unter staatlicher Beobachtung und wurde mehrmals unter Hausarrest gesetzt.

Nachdem er im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 auf die Lage der Menschenrechte in China aufmerksam gemacht hatte, und im Dezember 2007 über das Internet einer Anhörung des Europäischen Parlaments zur Lage der Menschenrechte in China zugeschaltet war, wurde er in einer Nacht- und Nebelaktion von der Staatssicherheit verhaftet und im April 2008 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte dem Europäischen Parlament gegenüber die Austragung der Olympischen Spiele in China als Menschenrechtskatastrophe bezeichnet.

Der schwer leberkranke Hu Jia wurde ein halbes Jahr vor seiner Verhaftung Vater. Die Tagesschau berichtete gestern in ihrer Sendung um 20:00 Uhr, nach Informationen des Europäischen Parlaments werde Hu Jia nicht medizinisch versorgt. Seine Frau und das Kind stehen bis heute unter Hausarrest. Um seine Frau von der Öffentlichkeit abzuschirmen, wurden ihr Telefone und Computer abgenommen. Über den gesundheitlichen Zustand ihres im Gefängnis sitzenden Mannes ist, ist nichts bekannt.

Quelle: Tagesschau vom 23.10.2008


Beitrag des Deutschlandfunks vom 23.10.2008 10:50 Uhr
Extra 3 umgeht die chinesische Zensur - Die Campagne geht weiter ...

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