Freitag, 3. Oktober 2008

Deutsche Nationalfeiertage

Seit der Wiedervereinigung der beiden getrennten deutschen Staaten im Jahre 1990 wird in Deutschland der "Tag der Deutschen Einheit" als gemeinsamer Nationalfeiertag aller Deutschen gefeiert. Den ersten gesamtdeutschen Nationalfeiertag gab während der Zeit der Weimarer Republik.

Vor 1871 hatten die bis dahin eigenständigen, in einem Staatenbund organisierten, deutschen Länder keinen gemeinsamen Nationalfeiertag. Statt dessen gab es Gedenktage, die an die verschiedenen Krönungstage der erinnerten.

Nach der Reichseinigung 1870 und der Reichsgründung zum Kaiserreich 1871, gab es weiterhin keinen allgemeinen Nationalfeiertag. Allerdings fanden am 2. September Feiern statt, die an den entscheidenden Sieg am 2. September 1870 im Deutsch-Französischen Krieg erinnerten. Es gab allerdings nie eine kaiserliche Bewilligung, diesen Tag als offiziellen Feiertag festzulegen.


11. August: Nationalfeiertag der Weimarer Republik

Am 31. Juli 1919 wurde die Weimarer Verfassung von der Weimarer Nationalversammlung angenommen und am 11. August von Friedrich Ebert unterzeichnet. Zum Gedenken an die "Geburtsstunde der Demokratie" wurde beschlossen, den 11. August als deutschen Nationalfeiertag festzulegen.


1. Mai: Nationalfeiertag während der Nazi-Herrschaft

Nachdem Adolf Hitler und seine Nationalsozialisten 1933 in Deutschland das Sagen hatten, schafften sie den zu Beginn der Weimarer Republik demokratisch beschlossenen Nationalfeiertag wieder ab und legten statt dessen den "Ersten Mai" als Nationalfeiertag im Deutschen Reich fest. Bereits seit 1890 fanden am 1. Mai Feiern zum "Kampftag der Arbeiterbewegung" statt und die Bevölkerung erinnerte mit dem traditionellen des Tanz in den Mai an die Walpurgisnacht. Damit vertrat der 1. Mai gleich zwei wichtige Aspekte der nationalsozialistischen Weltanschauung. Dass der 1. Mai der Feiertag der Arbeiterbewegung war, hinderte die Nazis, die sich im zweiten Abschnitt ihres Parteinamens immerhin als "Deutsche Arbeiter Partei" bezeichneten, aber nicht daran, gleich am 2. Mai 1933 die Gewerkschaftshäuser zu stürmen und die gewählten Interessenvertretungen der Arbeiterbewegung zu verbieten.


7. Oktober und 17. Juni

Nach dem Sieg der Alliierten über die Nazis und dem Ende des Zweiten Weltkriegs folgte die Besatzungszeit, die Trennung Deutschlands in zwei Staaten und der Kalte Krieg ...
  • Tag der Republik

    Bis zum vierzigjährigen Jubiläum im Jahre 1989 war der 7. Oktober, der "Tag der Republik", der Nationalfeiertag in der Deutschen Demokratischen Republik, der an die Staatsgründung am 07.10.1949 erinnerte.
  • Tag der deutschen Einheit

    Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni, der "Tag der deutschen Einheit", gesetzlicher Feiertag in der Bundesrepublik Deutschland, mit dem an den Volksaufstand in der DDR am 17.06.1953 erinnert wurde. 1963 wurde der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland durch Proklamation des Bundespräsidenten zum "Nationalen Gedenktag des Deutschen Volkes".

3. Oktober: Deutscher Nationalfeiertag

Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Fall der Mauer kam es 1990 zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Mit dem Einzug der ersten von allen deutschen Bürgern gewählten Volksvertretung in den Berliner Reichstag nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde am 03.10.1990 die deutsche Einheit vollzogen. Da vorher noch der "alte" Feiertag am 17. Juni stattgefunden hatte, wurden 1990 zwei "Tage der deutschen Einheit" gefeiert.

Nachdem der Nationalfeiertag der Deutschen 15 Jahre lang einvernehmlich begangen worden wahr, hielt es Herr Schröder (SPD, damals Bundeskanzler) für notwendig, den "Tag der Deutschen Einheit" in Frage zu stellen. Am 3. November 2004 forderte er, den Tag als Feiertag abzuschaffen, um so das Wirtschaftswachstum zusätzlich anzukurbeln. Statt am 3. Oktober solle die Wiedervereinigung künftig immer am ersten Sonntag im Oktober gefeiert werden. Damit löste er eine heftige Kontroverse aus, an deren Ende seine Forderung mehrheitlich abgewiesen wurde.

Viele Bundesbürger empfanden die geforderte Abwertung des National- feiertages als Provokation. Außerdem hatte Herr Schröder mit seiner Forderung, wegen der damit verbundenen Arbeitszeitverlängerung, unter der arbeitenden Bevölkerung großen Unmut ausgelöst.

(Quelle: Wikipedia)

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