Donnerstag, 15. September 2011

Abschied von einem guten, alten Stück

Mein Kühlschrank aus der Mitte des letzten Jahrhunderts

Wir besitzen zwar einen kleinen Einbaukühlschrank in der Küche, der aber unter chronischer Überfüllung leidet. Als Ausweich- möglichkeit, für Kühlgut mit größeren Abmessungen, wie zum Beispiel Gebutstagstorten, oder zur Lagerung der Nahrungsmittel für Familienfeiern und zur Kühlung von Getränken im Sommer leistete all die Jahre der erste Kühlschrank meiner Eltern immer noch gute Dienste in unserem Keller. 

Das gute Stück dürfte wohl so um die 55 Jahre alt geworden sein, die man ihm äußerlich auch schon seit längerem ansah. Bis auf die eigenwillige Butterfach-Klappe, die sich dank der Schwerkraft beim Öffnen der Kühlschranktür aus lauter Solidarität immer gleich selbsttätig mit öffnete und hin und wieder einmal eine durchgebrannte Glühlampe der Innenraumbeleuchtung hat ihm nie etwas gefehlt.

In Anbetracht dessen, dass die heutigen Geräte immer sparsamer im Stromverbrauch geworden sind, habe ich vor einigen Wochen einmal mit einem Energiemessgerät den Verbrauch gemessen. Da der Motor eines Kühlschranks ja nicht rund um die Uhr läuft, ist die Angabe auf dem Typenschild ja nicht sehr aussagekräftig.

Wohl aufgrund der üppigen Isolierung in den dicken Wänden der damaligen Kühlschränke und der fest schließenden Türverriegelung war der gemessene Stromverbrauch zwar nicht so hoch wie ich vermutet hatte, und noch lange nicht so hoch, wie andere Leute es es uns prophezeit hatten, aber immer noch deutlich höher als derjenige der heutigen Geräte. Deshalb hatten wir uns zum Kauf des Kühlschranks mit dem geringsten Stromverbrauch entschieden, den wir finden konnten. Anfang der letzten Woche hieß es dann Abschied nehmen von dem guten, alten Stück. Wenn der neue jetzt genau so lange halten sollte, dann wird wohl er es sein, der sich eines Tages von mir verabschieden muss.

Kommentare:

Frau Momo hat gesagt…

Aber schön waren sie doch, die alten... die hatten irgendwie noch Stil. Ich kann mich an diese Bauart auch noch erinnern.

Der Geestendorfer hat gesagt…

Hallo Jürgen,

55 Jahre Kühlung ist ein stolzes Alter. Das ist ja, wie man sagt, beste "deutsche Wertarbeit". Gut, wenn dieser Kühlschrank zu seinen Lebzeiten zu viel Strom verbrauchte, man wusste es nun mal nicht besser. Mein erster Kühlschrank wurde nur 20 Jahre alt.

Gruß
Holger

Kommentar veröffentlichen



Eigene Meinungen, konstruktive Kritik, Anregungen etc. sind jederzeit willkommen.

Nettikette
Bitte achtet auf den »guten« Ton.
Beschimpfungen und ähnliches werden im Papierkorb veröffentlicht.


Anonyme Kommentare:
Wenn ihr "Anonym" bei "Kommentar schreiben als" auswählt, dann lasst mich und die anderen Leser bitte wissen, wer ihr seid.

Um faire Diskussionen zu gewährleisten, werde ich Kommentare ohne "Identität" in Form einer E-Mail-Adresse, einem Namen oder zumindest einem Nicknamen nicht veröffentlichen!

Zum Schutz vor Spammern müssen die Kommentare erst von mir freigeschaltet werden. Ich bitte dafür um euer Verständnis.