Samstag, 19. Februar 2011

Kriminelle bringen ganze Stadtteile in Verruf

"Schrottimmobilie"

Frau Becker, eine Maklerin aus dem Landkreis Cuxhaven berichtete in der Nordsee-Zeitung vom 11.02.2010 über einen Immobilienbetrug in Bremerhaven.

Den ortsunkundigen Eigentümern der Wohnungen eines Hauses in der Kleiststraße seien vor dem Kauf sehr hohe Mieteinnahmen versprochen worden und sie hätten das Mehrfache des Marktpreises für die Wohnungen bezahlt. Die versprochenen Mieteinnahmen seien dann aber nicht geflossen.

Bei einem Rundgang Ende des letzten Jahres habe sie festgestellt, dass in einigen Wohnungen des Hauses illegale bulgarische Mieter wohnen, berichtete Frau Becker der Nordsee-Zeitung. Die Besitzer der Wohnungen hätten davon erst durch ihren Anruf erfahren.

In der Regel geraten betrogene Haus- oder Wohnungseigentümer, die für ihre Immobilien ohnehin schon mehr bezahlt hatten, als sie überhaupt wert waren, aufgrund fehlender Mieteinnahmen finanziell immer weiter unter Druck. Wenn die Schulden eine bestimmte Grenze überschreiten, werden irgendwann auch Strom und Wasser abgestellt. An notwendige Instandhaltungsmaßnahmen ist unter solchen Umständen natürlich gar nicht mehr zu denken. Irgendwann sind die Wohnungen dann in so schlechten Zustand, dass sie nicht mehr vermietet werden können. Spätestens dann ist es so weit, dass der Verfall eines Hauses beginnt, bis es irgendwann als "Schrottimmobilie" endet und die gesamte Nachbarschaft in Mitleidenschaft gezogen wird.

Im Falle des Hauses in der Kleiststraße fehle den Eigentümern das Geld für Räumungsklagen gegen die illegalen Bewohner ihrer Wohnungen. Frau Becker drückte deren Situation gegenüber der Nordsee-Zeitung recht drastisch aus: "Die sind am Ende." Aus Scham darüber, dass sie auf Immobilien-Betrüger hereingefallen sind, würden die Käufer darüber nicht sprechen wollen. Frau Becker wolle dennoch nach Lösungen suchen, damit die Schulden beglichen und neue Mieter gesucht werden können.

Ich hoffe, dass sie dabei erfolgreich sein wird. Es gibt im Süden Lehes ohnehin schon einige Häuser, die aufgrund ähnlicher Geschichten irgendwann nicht mehr zu retten sein werden.Wenn dem nicht rechtzeitig Einhalt geboten wird, dann könnte es passieren, dass die großflächig zusammenhängende Blockrand-Bebauung mit Häusern aus der Gründerzeit irgendwann immer mehr Lücken aufweisen wird.

Diese kriminellen Immobilienbetrüger bringen mit ihren Aktivitäten nicht nur ganze Stadtteile in Verruf. Sie schaden außerdem auch den Eigentümern der benachbarten Immobilien im Quartier, sowie denen, die ihr Geld auf ehrliche Weise mit mit Dienstleistungen für Immobilien-Besitzer verdienen. Die Nordsee-Zeitung schrieb in ihrem Artikel vom 11.02.2011, Bremerhaven scheine Immobilienbetrüger und -Spekulanten geradezu magisch anzuziehen und zitierte Herrn Brune (Immobilienmakler) mit den Worten: "Die gleichen Namen tauchen in Bremerhaven alle paar Jahre wieder auf." Es sei für ehrliche Immobilienmakler sehr unbefriedigend, dass schwarze Schafe kein Berufsverbot bekämen. Vor einigen Jahren hätten ihn sogar Mitglieder einer dubiosen Bremerhavener Firma mit körperlicher Gewalt gedroht, als er eine Immobilie nach Rücksprache mit dem Eigentümer nicht an sie verkaufen wollte.


(Quelle: Nordsee-Zeitung vom 11.02.2010)

Kommentare:

Jouir la vie hat gesagt…

Solche üblen Machenschaften gibt es leider sehr häufig, und ich denke mal, der Gesetzgeber ist gefordert, doch wie immer tut sich da bestimmt nix...

Servus und so long
Kvelli

juwi hat gesagt…

@Kvelli: Das schlimme gerade an diesen "üblen Machenschaften" ist jedoch, dass dadurch das Stadtbild, und damit gemeinsame Werte aller Bürger, ebenso in Mitleidenschaft gezogen wird, wie auch das Eigentum der benachbarten Immobilienbesitzer.

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