Montag, 26. Dezember 2011

Lichtblicke in der dunklen Jahreszeit


Das Kind in der Krippe wird von Jahr zu Jahr mehr vom inzwischen bereits im Spätsommer einsetzenden Weihnachtskommerz verdrängt. Aber auch um die kürzesten Tage der dunklen Jahreszeit herum gibt es hoffnungsvolle Lichtblicke.

Wenn 70 Neonazis am Tage vor der Heiligen Nacht einen Aufmarsch in Blielefeld planen, und ihnen dabei der Wind von 6500 demokratischen Demonstranten ins Gesicht bläst, dann wird deutlich, dass es hierzulande genug Menschen gibt, die der Schwarz-Weiß-Malerei der Braunen nicht auf den Leim gehen. Den Menschen, die Heiligabend gegen die Neu-Nazis auf die Straße gingen, war es offenbar wichtiger, ein Zeichen gegen die Rechtsradikalen zu setzen, als ihren üblichen, oberflächlichen Weihnachtsbeschäftigungen nachzugehen.

Eher stiller ist es um diejenigen unter uns, die ihren "Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum im Kreise der Familie" opfern, um denjenigen etwas Gutes zu tun, die ganz am äußersten Rande unserer Gesellschaft angekommen sind.

Mehr als 25 ehrenamtliche Helfer organisierten zum Beispiel in der Hamburger Obdachlosen-Tagesstätte "Mahlzeit" ein Weihnachtsfest für Obdachlose und andere Bedürftige. Wie die "Hamburger Morgenpost" am 24.12.2011 berichtete, gab es dabei unter anderem im Rahmen einer Tombola Socken, Pullover, Schlafsäcke und andere nützliche Sachen für das Leben auf der Straße zu gewinnen.

Auch die Münchener Abendzeitung berichtete über eine ähnliche Tradition im Münchener Hofbräuhaus. Dort richtete der Katholische Männerfürsorgeverein in diesem Jahr bereits zum sechzigsten Mal eine Weihnachtsfeier für rund 1000 Obdachlose aus.


(Quellen: Münchener Abendzeitung vom 25.12.2011, Hamburger Morgenpost vom 24.12.2011, Die Zeit vom 24.12.2011)

Kommentare:

Frau Momo hat gesagt…

Ich muß mal widersprechen. Ich war bei den Ehrenamtlichen in Hamburg ja dabei, die in der Tagesstätte Mahlzeit ein Weihnachten für Obdachlose organisiert und ermöglicht haben. Aber ich habe nichts geopfert.
Geld kann ich selten spenden, aber Zeit und nur das habe ich getan, etwas von meiner Zeit und meiner Aufmerksamkeit, um denen zuhören zu können, die ganz am Rand stehen.
Übrigens hat auch Tim Mälzer ein Weihnachtsessen für Obdachlose gekocht und dazu eingeladen.
Und es gibt auch die vielen Menschen, die Weihnachten arbeiten und es sogar gerne tun, weil sie für Menschen dasein können, die alleine sind.
Und mir geht es gut, davon auch etwas abzugeben, finde ich auch für mich eine gute Erfahrung.
Nein, ein Opfer ist das wahrlich nicht. Denn ich bekomme auch was zurück und ich habe für mich das Gefühl, Weihnachten das zu tun, was nach meinem Verständnis Weihnachten ausmacht.

juwi hat gesagt…

@Frau Momo: Ich wusste ja aus deinen Artikeln von eurer Weihnachtsfeier in Hamburg. Nachdem ich in den Fernsehnachrichten den Bericht über die Weihnachtsfeier im Münchener Hofbräuhaus gesehen hatte, habe ich darüber geschrieben, dabei aber nicht ausschließlich dich und deine Einstellung dazu im Kopf gehabt. Ich habe das wohl auch schlecht ausgedrückt: Verzicht auf "Heiligabend unter dem Weihnachtsbaum im Kreise der Familie" wäre sicher die bessere Wortwahl gewesen.

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