Sonntag, 17. Mai 2009

Bremerhavener Frühjahrsmarkt




Markt-Aufbau: Große Ereignisse warfen ihre Schatten voraus (Zoom: auf Fotos klicken)

Heute geht der Bremerhavener Frühjahrsmarkt 2009 zu Ende. Die ersten fünf Bilder der Fotoserie oben habe ich während des Aufbaus auf dem Wilhelm-Kaisenplatz aufgenommen. Das Foto oben in der dritten Reihe rechts zeigt den Blick auf den Bremerhavener Frühjahrsmarkt vom Turm der Pauluskirche in der Hafenstraße. Wenn es nach dem Willen der großen Koalition aus SPD und CDU geht, dann steht auf dem Bremerhavener Festplatz bald ein OBI-Baumarkt mit vielen Kundenparkplätzen.

Die bisherige Ausage der Großen Koalition zur Zukunft des Bremerhavener Festgeländes: Der Freimarkt, Zirkus Veranstaltungen etc. könnten dann ja auf dem nach dem Bau des Eissportstadions verbleibenen Areal an der Geeste hinter der Stadthalle stattfinden. Der Platz müsse aber erst einmal dafür befestigt werden. Das Gelände zwischen der Stadthalle, der zukünftigen Eissporthalle, der Geeste und der Werftstraße ist außerdem kleiner als der Wilhelm-Kaisen-Platz.

Hinzu kommt, dass es inzwischen ja gängige Praxis der Großen Koalition ist, zuerst einmal etwas zu versprechen, dann Fakten zu schaffen, um hinterher leider festzustellen, dass dafür kein Geld mehr vorhanden ist, weil vorher nicht vernünftig kalkuliert wurde oder weil das Geld vorher bereits für etwas anderes ausgegeben wurde (z.B. Eissporthalle /Kalksandsteinwerk Kistner für die Sammlung des Nordsee-Museums). Kurioserweise wurde für den Bau der Eissporthalle genau das Argument vorgeschoben, das die Politiker bei anderen Gelegenheiten immer wieder vergessen haben: Man habe dem Eishockeyverein und seinen Fans den Bau Halle versprochen.

Davon, dass das Versprechen für die Realisierung eines Ausstellungsgebäudes für die Sammlung des Nordsee-Museums schon zu einem bedeutend früher gelegenen Zeitpunkt abgegeben wurde, spricht man heute lieber nicht mehr im Laufe vieler Jahre waren das Kraftwerk Hafen, die kleine Rogge Halle, "irgendwo im Fischereihafen" und das Kalksandsteinwerk auf dem Kistner Gelände dafür im Gespräch. Warten wir also einmal ab, wie lange es noch eine Zukunft für den Bremerhavener Freimarkt, Zirkus Gastspiele, Open-Air-Konzerte und ähnliche Veranstaltungen in Lehe gibt.




Impressionen vom Frühjahrsmarkt 2009 auf dem Wilhelm-Kaisen-Platz

Alles in allem war der Frühjahrsmarkt in diesem Jahr sowohl unter dem Gesichtspunkt der Vielseitigkeit des Angebots, wie auch dem der Anzahl der Fahrgeschäfte und Marktbuden sehr gut gelungen. Diesbezüglich hatte es in den vergangenen Jahren auch schon Märkte gegeben, nach deren Besuch man feststellen musste, dass man besser zu Hause geblieben wäre. Positiv aufgefallen ist mir auch, dass die vielen energieverschwendenden Glühlampen inzwischen größtenteils durch sparsame LED-Lampen und Leuchtstoffröhren ersetzt worden sind. In der Vergangenheit war auf den Tafeln mit den technischen Daten der Fahrgeschäfte auch gerne stolz auf die große Anzahl der Leuchtkörper und ihre hohe "Leistung" hingewiesen worden.

Negativ ist mir wieder aufgefallen, dass die Fahpreise von Jahr zu Jahr weiter steigen. Eine Runde Riesenrad für 3,50€ kann ich mir bestenfalls einmal leisten. Mir ist bewusst, dass auch die Montage-, Betriebs- und Transportkosten von Jahr zu Jahr ansteigen, aber es würde sicher einen besseren Eindruck machen, wenn die Fahrgeschäfte bei geringeren Fahrpreisen nicht halb leer ihre Runden drehen würden. Ich könnte mir dann je nach Fahrpreis vielleicht drei bis vier Runden mit dem Riesenrad, und vielleicht noch eine in der Krake und der Achterbahn gönnen. Andere Mitmenschen, die den Freimarktbesuch auf einen Spaziergang mit einem Eis und eine Zuckerwatte beschränken, könnten sich dann vielleicht zumindest eine Runde im Riesenrad leisten.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Fahrgeschäfte bei geringeren Preisen, aber größeren Besucherzahlen, bessere Geschäfte machen könnten. Eine weitere Möglichkeit zur Kosteneinsparung für die Schausteller, die sie in Form von günstigeren Preisen an ihre Besucher weitergeben könnten, wäre die Beschränkung auf nur eines der beiden Höhenfeuerwerke während der Festwoche. Früher hat das schließlich auch immer gereicht und viele Haustiere wären dankbar, wenn sie nur noch an einem Abend Angst wegen der Ballerei haben müssten.

1 Kommentar:

Leher Butjer/Weserkrabbe hat gesagt…

Hallo Jürgen, ich stimme Dir im Großen und Ganzen voll zu, was das Feuerwerk angeht. Für mich bräuchte gar keins da zu sein, denn wenn ich an die zahlreichen anderen Feuerwerke übers Jahr denke, sind diese beiden echt überflüssig und nicht nur die Tiere leiden, auch viele Kranke und alte Menschen, die Angst vor den Kanonenschlägen haben.Ich war am Donnerstag Abend kurz mal auf dem Markt und war erschüttert wie wenig Leute dort waren. Alle Stände gähnend leer, was natürlich auch an den Preisen liegt. Wenn ich für eine Bratwurst € 2,40 hinlegen muss dann ist das einfach zuviel. Wenn sie 1,50 nehmen würden, würden sie sicherlich viel mehr verkaufen, würden nicht dumm in ihren Buden rumstehen und hätten trotzdem noch was verdient. Auch die Fahrgeschäfte betreiben da meines Erachtens eine falsche Preispolitik. Aber letztendlich müssen sie ihr Unvermögen dann doch irgendwann selbst ausbaden. Ich hätte auch gerne mehr andere Stände mit Töpfen, Haushaltswaren u. ähnliches dort. Ich denke alleine das würde schon mehr Zuschauer anziehen. Diese typischen Marktschreierstände locken auch immer Publikum an, warum nicht auf dem Freimarkt. Aber wie gesagt, irgendwann geht der ganze Freimarkt wohl baden, auch weil kein Platz mehr für ihn da ist. Dafür kommt dann diese wirklich unnötige neue Eissporthalle, für die wir ja eigentlich auch kein Geld haben. So langsam kommt man wirklich zu der Einstellung, sollen die doch machen was sie wollen, wir ändern es nicht und denen ist sowieso egal wie Bremerhaven zugrunde geht.
Trotzdem noch einen schönen Sonntag
Brigitte

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