Montag, 9. Februar 2009

Die Elbe bei Glückstadt


Elbfähre Wischhafen - Glückstadt

Am Wochenende war ich in der Nähe von Kiel bei meinem Schwager zum 50. Geburtstag eingeladen. Eigentlich fahren wir immer bis Sittensen auf Landstraßen und von dort auf der A1 durch den Elbtunnel in Richtung Kiel. Da die Autobahn freitagabends jedoch ohnehin schon immer überfüllt ist, und außerdem auf der Strecke zwischen Sittensen und Hamburg die Brücken erneuert werden, so dass es dort jetzt oft zu weiteren Staus kommt, sind wir dieses Mal mit der Fähre bei Glückstadt über die Elbe und nördlich um Hamburg herum zur A1 gefahren. Das Video zeigt Impressionen der Überfahrt von Wischhafen nach Glückstadt kurz vor Sonnenuntergang.

Ein Stück flussabwärts ist das Atomkraftwerk Brockdorf zu sehen. Gegen den Bau, mit dem im Jahre 1976 begonnen wurde, gab es heftige Proteste und Demonstrationen. Nach wenigen Monaten wurde per Gerichtsbeschluss ein Baustopp verhängt, der vier Jahre lang bestehen blieb, bevor der Bau im Frühjahr 1981 fortgesetzt wurde. Nach Bekanntwerden des beabsichtigten Weiterbaus des Atomkraftwerks demonstrierten ca. 100000 Menschen dagegen. Das war die bis dahin größte Demonstration gegen die Atomkraft in der Bundesrepublik. Im Oktober 1986 - ein halbes Jahr nach dem Super-GAU des Atomkraftwerks Tschernobyl - wurde das Atomkraftwerk Brockdorf in Betrieb genommen. Die endgültige Abschaltung des Atomkraftwerks Brockdorf im Rahmen des Atomkonsens von 2002 ist für 2018 vorgesehen.

Kommentare:

Elfe hat gesagt…

Guten Tag Juwi

Was für eine friedvolle Stimmung auf Eurer Flussfahrt! Das Video ist Dir gut gelungen und die Musik dazu gefällt mir sehr.

Bei uns möchten sie wieder neue Atomkraftwerke bauen, die Atomlobby drängt dazu jetzt zu planen. Mal sehen wie das kommt.

Bei uns braust heute ein Wintersturm durch das Land.

Liebe Grüsse in Deinen Tag
Elfe

juwi hat gesagt…

Hallo Elfe,

wenn ich in Deutschland das Gerede einiger Parteien vom "Ausstieg aus dem Ausstieg" (Verlängerung der Restlaufzeiten entgegen des Atomkonsenses) oder gar "Neubau von Atomkraftwerken" höre, dann geht mir der Hut hoch! Vor allen Dingen dann, wenn das auch noch mit "Klimaschutz" begründet und der Atomkraft damit ein grüner Anstrich verpasst werden soll. Da die strahlenden Hinterlassenschaften unserer Generationen bisher schon eine schwere Hypothek für unzählige Generationen nach uns darstellen, bedeutet "fossil befeuerte Kraftwerke durch Atomkraftwerke ersetzen" den Teufel mit dem Belzebub austreiben zu wollen. Es gibt bis heute weltweit kein einziges sicheres Endlager. In Anbetracht der ungeheuer langen Zeiträume, in denen der Atommüll sicher gelagert werden muss, ist ein "sicheres Endlager" blanke Illusion. Die Menschheitsgeschichte seit der Mittelsteinzeit umfasst bis heute gerade einmal 10000-6000 Jahre. Das ist ein Bruchteil der Zeit, in der Atommüll eine strahlende Gefahr darstellt. Die erste Hochkultur in Ägypten begann sich erst vor 5000 Jahren zu entwickeln. In dieser Zeit ist so viel geschehen, dass niemand vor 6000 Jahren eine Garantie dafür hätte geben können, dass etwas von damals die Zeit bis heute unbeschadet überstehen würde.

Dazu kommen die unwägbaren Gefahren durch den Betrieb der Atomkraftwerke. Ein Tschernobyl reicht! Wenn die bei uns den Ausstieg aus der Atomkraft in Frage stellen oder irgendwann einmal wieder ernsthaft neue Atomkraftwerke bauen sollten, dann werde ich dagen auf die Straße gehen. Die Anzahl von 100000 Demonstranten gegen Brokdorf lässt sich sicher noch toppen.

Bis jetzt ist das nichts als Wahlkampfgetöse. Aber wer weiß schon, wie weit die noch gehen werden. Egal ob eine Partei die allertollsten Versprechungen macht: Jede Partei, die nicht ernsthafte Schritte für den Klimaschutz UND gegen eine Renaissance der Atomkraft unternimmt, ist für mich nicht wählbar.

Bei uns kommt heute Schnee von oben und verwandelt - unten angekommen - die Stadt in eine Matschlandschaft. Es ist zu warm für Schnee und zu kalt für Frühling. Aber ich bilde mir ein, dass die Tage langsam schon länger werden.

Gruß,
juwi

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