Donnerstag, 30. Juli 2009

Bremerhaven "en miniature"


Eckhaus an der Kreuzung "Bürger"/Loydstraße: Real und Modell

Am Dienstag waren wir in der Modellstadt Bremerhaven. In einer ehemaligen Werfthalle im Fischereihafen findet man dort Modelle von Bremerhavener Gebäuden, deren Originalen man als Bremerhavener auch im wahren Leben immer wieder begegnet.

Ich muss es ja zugeben: Wenn unser Besuch die Modellstadt nicht hätte sehen wollen, wäre ich dort so schnell wohl nicht hingekommen. Nach dem Besuch frage ich mich jetzt allerdings, warum ich mir die Ausstellung nicht schon viel früher einmal angesehen habe. Wenn man sich selbst schon einmal mit Modellbau beschäftigt hat, dann kann man in etwa abschätzen, welcher Rechercheaufwand, wieviel handwerkliches Können und wieviel Zeit in jedem einzelnen dieser zum großen Teil äußerst detailierten Modelle steckt. Da Bremerhaven eine Hafenstadt ist, sind in der Modellstadt natürlich auch viele Modellschiffe zu sehen. Einige davon können die Besucher auch ferngesteuert durch die Wasserlandschaft der Modellstadt steuern. Weitere "Mitmachmodelle" sind ferngesteuerte Trucks, sowie eine Carrerabahn.



Modell der alten Fahrgastanlage an der Columbus-Kaje in Bremerhaven

An einem Geländemodell der Columbuskaje mit einem Modell der "Bremen", der alten (vor vielen Jahren abgerissenen) und der neuen Fahrgastanlage, sowie der Englandfähre, die für einige Jahre zwischen Bremerhaven und Harwich verkehrte, wurde noch gearbeitet.

Die alte Fahrgastanlage ist für Anhänger des Rock'n'Roll in Deutschland ein historisches Gebäude gewesen, denn hier ging am 1. Oktober 1958 Elvis Prestley, der King des Rock'n'Roll an Land. Er kam allerdings nicht als Musiker, sondern als Soldat mit dem Truppentransporter "General G. M. Randall" nach Bremerhaven. Das hielt mehr als tausend seiner Fans jedoch nicht davon ab, ihm an der Columbuskaje einen tosenden Empfang zu bereiten. Dieses Ereignis ist auch in einer Sequenz des Films "Der Tag, an dem Elvis nach Bremerhaven kam" zu sehen, der das Alltagsleben einer Gruppe von Jugendlichen im Bremerhavener der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts schildert. Die Eltern sind noch von den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs geprägt, während ihre Kinder bereits aufgrund der vielen in Bremerhaven stationierten US-Soldaten vom Virus der amerikanischen Lebensweise infiziert sind. In dem Film wird deutlich, dass die "Wirtschaftswunderjahre" auch eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs in der Bundesrepublik Deutschland waren.

Neben den vielen kleinen Modellen gibt es in der Modellstadt aber auch einige große Kostbarkeiten zu sehen: Oldtimer aus der Zeit bis zu Mitte des letzten Jahrhunderts, darunter auch ein alter Bremerhavener Straßenbahn Triebwagen. Um den Straßenbahnwagen herum sind einige Exponate und Texte zur Geschichte der Straßenbahn in Bremerhaven ausgestellt, die leider am 30. Juli 1982 mit der letzten Fahrt der Line 2 zu Ende ging. Während andere Städte an ihrer Straßenbahn festhielten und die Schienen-Netze kontinuierlich ausbauten, trauern viele Bremerhavener "ihrer" Straßenbahn noch heute nach ... - und auch bei mir wurden alte Erinnerungen wach.

Gestern Mittag haben unsere beiden Münchberger die Heimreise angetreten und sind spät abends wohlbehalten zu Hause angekommen. Schade, dass die Entfernung zwischen Bremerhaven und Münchberg zu groß für einen gelegentlichen Besuch zum Kaffee am Sonntag Nachmittag ist ...

Mittwoch, 29. Juli 2009

Abenteuer im Klimahaus


Auf dem Weg nach Ikenge (Kamerun)

Am Montag waren wir mit unseren Freunden aus Münchberg im Klimahaus in Bremerhaven. Da unsere Freundin Susanne schlecht zu Fuß ist, und meine Frau vormittags arbeiten geht, sind die beiden nachmittags nachgekommen, während ich mit Achim und meinen Töchtern schon um 9 Uhr dort war.

Meine Erfahrung vom Eröffnungstag, dass man für "Die Reise" entlang des achten Längengrades mehr als 3 bis fünf Stunden benötigt, wenn man sich mit den Informationen an den Etappenzielen auseinandersetzt, wurde mir von unserem Freund Achim noch einmal bestätigt. So war es bereits kurz nach 13 Uhr, als wir mitten in Kamerun im Dorf Ikenge angekommen waren. Plötzlich ertönte ein lautes Alarmsignal aus den Lautsprechern im Gebäude, gefolgt von der Aufforderung an die Besucher, aufgrund einer technischen Störung zur eigenen Sicherheit das Haus auf dem kürzesten Weg zu verlassen.

Im ersten Moment denkt man natürlich: "So'n Ärger!", aber da man ja nicht weiß, was der Grund für den Alarm ist, leistet man der Aufforderung natürlich Folge. Auf unserem Weg zum Ausgang folgten wir im Strom der anderen Besucher den Fluchtwegschildern, und gelangten ohne Stress und Aufregung im normalen Schritttempo innerhalb kürzester Zeit zum Ausgang zwischen dem Klimahaus und dem Sail City Hotel. Die Mitarbeiter des Klimahauses waren sehr hilfsbereit, konnten mir jedoch auch nicht sagen, was der Grund für den Alarm war. Eine Mitarbeiterin erklärte auf meine Nachfrage, dass wir den Besuch im Klimahaus mit unseren gelösten Eintrittskarten nach Aufhebung des Alarms und Freigabe durch das Sicherheitspersonal fortsetzen könnten.

Wir warteten vor dem Gebäude auf weitere Mitteilungen, und nach ca. einer halben Stunde wurden wir wieder in das Gebäude hineingelassen. In der Nordsee-Zeitung war am Dienstag zu lesen, ein überhitzter Staubsauger habe den Alarm ausgelöst. Auch wenn viele Besucher die Unterbrechung im ersten Moment als ärgerlich empfanden, zeigte der Alarm jedoch, dass das Klimahaus auf Notsituationen perfekt vorbereitet ist, und innerhalb kurzer Zeit evakuiert werden kann. Zur Zeit des Alarms sollen sich nach Informationen der Nordsee-Zeitung zwischen 2500 bis 3000 Besucher im Klimahaus aufgehalten haben.


Zurück zum Start


Eben noch auf der Alm in Isenthal (Schweiz) ...

Als wir nach der Fortsetzung unserer "Reise" gerade in der Antarktis-Station angekommen waren, kam meine Frau mit unserer Freundin an der Kasse des Klimahauses an. Ich habe die anderen drei allein weitergehen lassen und habe "Die Reise" mit den beiden Neuankömmlingen zusammen noch einmal begonnen, weil mich interessierte, wie Gehbehinderte den Weg durch die Ausstellung erleben. Mit Susanne's Rollator ist der "normale", mit blauen Planeten gekennzeichnete Weg, nicht zu bewältigen. Für gehbehinderte Menschen ist der Weg mit roten Globen gekennzeichnet, und man gelangt mit Fahrstühlen von Ebene zu Ebene. Man kommt damit zwar nicht an jeden Punkt der Ausstellung, aber das wesentliche jeder Abteilung kann man auch mit einer Gehbehinderung oder im Rollstuhl erleben.



... und plötzlich unverhofft als Insekt auf einer Wiese in Sardinien.

Es wäre allerdings schön, wenn es für gehbehinderte Besucher einen besonderen "Reiseführer" mit Texten über die Stellen der Ausstellung zum nachlesen gäbe, die man mit einem Rollator oder einem Rollstuhl nicht erreichen kann. Zumindest für den Weg von der Schweiz nach Sardinien wäre außerdem ein Text mit einer Erklärung in einem solchen "Reiseführer" angebracht, warum man sich unverhofft zwischen riesigen Grashalmen wiederfindet, und was das mit Sardinien zu tun hat. Wenn man als Besucher den blauen Globen folgt, sieht man einen Übergangsfilm, der die Erklärung dafür liefert. Perfekt wäre ein solcher "Reiserführer", wenn es darin noch das eine oder andere Foto von den nicht erreichbaren Stellen der Ausstellung gäbe. Da ich mich inzwischen ja schon etwas auskenne, habe ich den beiden Frauen die blauen Wege von der Schweiz auf die Wiese in Sardinien sowie von der Antarktis über die Himmelstreppe und durch die Atmosphäre nach Samoa geschildert.

Sonntag, 26. Juli 2009

Turmführung und Phänomenta

Nachdem es wohl schon während der Nacht ausgiebig geregnet hatte, hatte es gestern auch am Morgen noch nicht aufgehört. Ich hatte ja mit unserem Freund Achim den Turm der Pauluskirche zeigen wollen. Zum Glück ist er ziemlich wetterfest. Daher haben wir uns also im strömenden Regen auf den Weg gemacht, und erst einmal im Kirchencafé einen Kaffee getrunken. Irgendwann hörte es tatsächlich auf zu regnen. Kurz entschlossen begannen wir mit der Turmbesichtigung - wer weiß in diesen Tagen schon, wie lange es trocken bleiben wird.


Uhrwerk der Turmuhr (zum Vergrößern auf die Fotos klicken)

Besonders fasziert war Achim vom Uhrwerk der Turmuhr. Er versuchte die Zusammenhänge des Systems aus Zahnräden, Pendel, Hebeln, Wellen und Gewichten zu erkennen. Ich denke aber, dazu müsste man sich schon mindestens einen Tag Zeit nehmen, und jeden kleinen Ablauf dokumentieren. Vielleicht würde man dann irgendwann das komplexe System durchschauen.


Gewitterfront: Blick von der Pauluskirche Richtung "Mitte" ...

Um aber wenigstens vor dem nächsten Regen noch den Blick vom Turm auf die Stadt genießen zu können, habe ich Achim mehr oder weniger vom Anblick des Uhrwerks losreißen müssen. Wie sich herausstellte, war das eine kluge Entscheidung. Als wir zur Westseite der Turmgalerie kamen, sahen wir schon die die dunkle Wolkenfront eines Gewitters auf Bremerhaven zukommen. Als der Wind plötzlich kräftiger wehte, entschlossen wir uns, in den Turm zurückzukehren. Als ich die Tür schloss fing es dann auch schon an zu regnen.


... und Richtung Hafen.

Am Nachmittag waren wir noch einmal im Fischereihafen in der Phänomenta Bremerhaven. Ich bin vor einigen Jahren einmal in einer Phänomenta in Schleswig-Holstein gewesen, die sich über mehrere Stockwerke eines Hauses erstreckte. Wir hatten dort einen ganzen Tag zugebracht. Die Phänomenta in Bremerhaven ist erheblich kleiner, aber vier Stunden haben wir uns dort auch aufgehalten. Die Aufgaben an den Experimentierstationen zu den Themenbereichen Mathematik, Physik und Chemie sind zum Teil doch recht knifflig zu lösen. Man kennt ja viele dieser Dinge noch aus dem theoretischen Unterricht in der Schule. Mit Hilfe der der praktischen Experimente aus der Phänomenta hätten unsere Lehrer es damals sicher so manches Mal einfacher gehabt, uns die Zusammenhänge und den praktischen Nutzen von Mathe und Physik zu vermitteln.

Spezialisten

Ein großer deutscher Automobil Hersteller, hat im Laufe der vergangenen Jahre und Jahrzehnte viele andere Automobil Hersteller unter seinem Dach versammelt. Mit einem der Fahrzeuge eines spanischen Unternehmens der Gruppe sind unsere Freunde aus Münchberg nach Bremerhaven gekommen.

Nachdem wir festgestellt hatten, dass keines der Bremslichter mehr funktionierte, waren wir deswegen vorgestern bei einer Bremerhavener Werkstatt des deutschen Automobil Herstellers. Weil es sich um einen Garantiefall handelt, darf dieser den Bremslichtschalter jedoch nicht auswechseln, obwohl er den Austausch ohne weiteres hätte übernehmen können, da es sich wohl um den gleichen Schalter handelt, der auch in Fahrzeugen des deutschen Herstellers eingebaut ist. Man ist ja schließlich eine große Familie, nicht wahr?

Jedenfalls ist die nächste Werkstatt, die den Garantieaustausch für Fahrzeuge des spanischen Familienmitglieds vornehmen darf, in Hagen. Das ist ungefähr 25 Kilometer südlich von Bremerhaven - also glücklicherweise nicht ganz so weit südlich, wie der Stammsitz des in Spanien beheimateten Unternehmens. Die Bremslichter leuchten wieder, aber der Austausch des Bremslichtschalters hat uns alles in allem einen halben Urlaubstag und 50 bis 60 Kilometer Fahrt gekostet. Wenn man viele solcher unnützen Fahrtstrecken, die aufgrund von Garantiefällen anfallen, addieren würde, und diese der Flottenbilanz dieser großen Automobil Familie anlasten würde, denn würde die CO2-Bilanz des Gesamtkonzerns wohl ziemlich schlecht aussehen: Schlecht, wenn jedes "Familienmitglied" unbedingt weiterhin sein eigener Möchtegern-Spezialist bleiben will.



Die "Artemis" auf der Weser vor einem heranziehenden Gewitter

Auf der Rückfahrt sind wir hinter dem Deich am Regional-Flughafen vorbei nach Hause gefahren, und am ehemaligen Neuen Lunesiel und an der Geeste Südmole ausgestiegen, um "mal eben über den Deisch zu gucken". Als wir an der Südmole waren kam gerade der Rahsegler "Artemis von einem Gästetörn zurück und von Westen zog eine Gewitterfront auf Bremerhaven zu. Das von der Sonne hinter uns angestrahlte weiße Schiff mit den weißen Segeln leuchtete sozusagen vor dem dunklen Himmel auf der anderen Weserseite. Bevor das Gewitter uns erreichte, hat sich die Besatzung dann allerdings beeilen müssen, die Segel einzuholen und festzumachen. Wir sind dann auch weitergefahren, um noch rechtzeitig vor dem Regen nach Hause zu kommen - ein paar Tropfen bekamen wir dann aber doch noch ab. Die Fahrgäste und die Besatzung der "Artemis" werden wohl nicht ganz so trocken davongekommen sein.



Festwoche: Auswanderer auf Stelzen und Küstenwacht-Schiffe
(zum Vergrößern bitte auf die Fotos klicken)


Nachmittags sind wir, obwohl es immer noch regnete, zur Bremerhavener Festwoche am Neuen Hafen gelaufen. Im Laufe des Nachmittags klarte der Himmel dann immer mehr auf, und am Ende schien sogar noch die Sonne. Nach der Erfahrung mit den Möchtegern-Spezialisten vom Vormittag, haben wir im Hafen wirkliche Spezialisten zu sehen bekommen: Arbeitsschiffe.



Dampfmaschine eines Eisbrechers und eines kleinen Dampfbootes
Mess-Schiff "Schall" und Rettungskreuzer "Hermann Rudolf Meyer"


Neben einem Rettungskreuzer, Schiffen der Küstenwacht, Mess-Fahrzeugen und anderen Spezialfahrzeugen ist die "Bottsand", ein Ölauffangschiff, eines der interessantesten Spezialschiffe dieser Festwoche. Eigentlich sind die "Bottsand" zwei Schiffe. Das hört sich jetzt vielleicht etwas merkwürdig an, ist aber so. Die Steuerbord- und die Backbordseite sind jeweils ein kompletter Schiffsrumpf. Die beiden Schiffshälften sind am Heck mit einem Scharnier verbunden und werden am Bug von einer Verriegelung zusammengehalten.



Ölauffangschiff "Bottsand". Oben rechts: Scharnier am Heck.
Unten links: Trennlinie zwischen den Schiffshälften.

Wenn das Schiff für die Bergung eines Ölteppichs auf See eingesetzt wird, dann wird die Verriegelung am Bug gelöst und die beiden Schiffshälften klappen, mit dem Scharnier am Heck als Drehpunkt, vorn auseinander. Wie mit einem weit geöffneten Maul fährt die "Bottsand" dann langsam durch den Ölteppich auf der Wasseroberfläche, saugt das zwischen den Rumpfhälften eingefangene Öl-/Wassergemisch von der Oberfläche ab und trennt das Öl in ihren Reinigungsanlagen vom Wasser. Das gereinigte Wasser wird in das Meer zurückgepumpt und das Öl in Tanks an Bord zurückgehalten.

Samstag, 25. Juli 2009

Eine Busfahrt

Am Donnerstag war das Wetter in Bremerhaven eher durchwachsen. Wir haben deshalb überlegt, was man im Trockenen unternehmen könnte, ohne dabei übermäßig nass zu werden und entschieden uns für eine Fahrt mit dem "HafenBus". Vor der Abfahrt des Busses am Schaufenster Fischereihafen hatten wir noch eine gute Stunde Zeit, die wir für einen Besuch im "Atlanticum" nutzten.


Meerwasser Aquarium im "Atlanticum"

Das Atlanticum im "Forum Fischbahnhof" ist eine kleine Ausstellung über das Leben im Meer und die Fischerei. Zu Beginn kommt man in ein "begehbares Spiegelkaleidoskop". Dort erfährt man etwas über den Beginn der Erde, der Meere und die Entstehung des Lebens im Meer. Im weiteren Verlauf der Ausstellung folgen - unter anderem anhand verschiedener kurzer Videos - Informationen über die polare Tierwelt, den Fischfang sowie über die marine Umwelt und die Meeres- und Polarforschung. Den Mittelpunkt der Ausstellung im Atlanticum bildet ein großes Meerwasseraquarium. Aus einem versunkenen Wrack heraus kann man Fische beobachten, die in der Nordsee und im Nordatlantik heimisch sind.



Mit dem "HafenBus" ...

Nach dem Besuch des Atlanticums wurde es auch schon Zeit, zur Bushaltestelle zu gehen. "Der HafenBus" ist ein Doppeldecker-Bus, der im Gelände der Überseehäfen Stellen anfährt, die man sonst nie zu sehen bekommt. So fährt man zum Beispiel mitten auf die Container-Stellplätze des Container-Terminals, sieht die RoRo-Schiffe und die Container-Frachter aus der Nähe und kann den Lade- und Entladevorgang beim Containerumschlag beobachten. Während der Fahrt informiert ein Reiseführer über so viele Details zur Geschichte Bremerhavens und seiner Häfen, zu den Vorgängen im Hafen und über Daten zu Umschlagsmengen, Anzahl der Schiffe und vielem mehr, dass man das alles gar nicht so schnell behalten kann. bei der Gelegenheit habe auch ich als Bremerhavener noch einige interessante Neuigkeiten über meine Heimatstadt erfahren, die mir bisher unbekannt waren.




... durch die Überseehäfen. (Zum vergrößern auf die Fotos klicken.)

Für mich hat sich die Fahrt jedenfalls gelohnt, und auch unser Besuch war begeistert. Wenn die beiden bisher in Bremerhaven waren, sind wir jedes Mal mindestens einmal durch den Hafen gefahren, um die Unmengen von geparkten Autos auf den Stellflächen und in den Hochregalen des Autoterminals zu sehen. Dieses Jahr waren sie mitten drin im Geschehen und schwer beeindruckt.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Schöne Aussichten und technische Probleme

Am Dienstag sind wir mit unserem Besuch am Neuen Hafen entlang zum neuen Tourismusgebiet Havenwelten gegangen. Es ist schon interessant zu sehen, wie die Veränderungen auf Leute wirken, die vor vier Jahren das letzte Mal in Bremerhaven waren. Bei Fragen wie zum Beispiel: "War der Parkplatz zur Sail 2005 eigentlich auch schon asphaltiert?" musste ich des öfteren erst einmal überlegen, in welchen Zeiträumen an welchen Stellen gebaut worden war.


Sail City: Aussicht nach Süden

Nachmittags haben wir das schöne Wetter für einen Blick über Bremerhaven von der Sail City Plattform genutzt. Ich finde ja immer noch, eine halbe Stunde (abzüglich der Wartezeiten vor dem Fahrstuhl, der Auf- und Abfahrt, sowie der Wartezeit in der Schlange vor dem Drehkreuz am Ausgang) ist erstens viel zu kurz und zweitens in Anbetracht der realen Aufenthaltsdauer auf der Plattform auch ziemlich teuer. Trotzdem ist der Ausblick von da oben immer wieder ein tolles Erlebnis.



Sail City: Festwoche '09, Blick auf das Festgelände

Während wir auf der Plattform waren, kamen gerade einige der ersten "Spezialisten" zur Bremerhavener Festwoche 2009 in den Neuen Hafen und fuhren an ihre Liegeplätze. Gestern war ja die Eröffnung der Festwoche. Wir haben tagsüber allerdings nichts weiter unternommen, da wir Abends um 19 Uhr nach Hamburg gefahren sind, um meine Tochter Jana vom Flughafen abzuholen. In Anbetracht der vielen Baustellen auf der A1 vor Hamburg waren wir froh, dass gegen 21 Uhr dort nicht mehr so viel Verkehr war.

Als wir schon im Hamburger Gebiet waren, klingelte das Mobiltelefon meiner Frau. Jana hatte eine SMS geschickt: "Ich bin noch in Oslo. Wir haben technische Probleme. Ich weiß noch nicht, ob wir heute noch nach Hamburg fliegen." Na toll! - Wir sind dann aber trotzdem erst einmal zum Flughafen gefahren. Auf der Ankunftsanzeige wurde der Flug als "verspätet" angezeigt. Ich habe dann versucht, etwas genaueres herauszufinden. Als ich unverrichteter Dinge zurückkam, war die Anzeige gerade geändert worden. Jana kam dann mit einer guten Stunde Verspätung in Hamburg an.

Ich glaube fast, am meisten hat sich unsere Hündin Cleo gefreut, als sie Jana wiedersah. Der Schwanz bewegte sich in einem unglaublichen Tempo hin und her, und war nur noch schemenhaft zu erkennen - ungefähr so, wie ein sich drehender Flugzeugpropeller. Menschen die keine Haustiere haben, können das immer nicht verstehen. Man muss schon mit Tieren zusammen leben, um zu erkennen, dass Tiere Freude oder Trauer vielleicht intensiver als viele Menschen empfinden und zeigen.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Kriterien für Bremerhaven-Werber

Hals-Nasen-Ohrenarzt? Weserschwimmer? Kann so einer der oberste Tourismuswerber für Bremerhaven werden? Passt der überhaupt in die Fußstapfen von Herrn Goes?

In diesem Tenor verfasste die Nordsee-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 21.07.2009 einen Artikel über die Bewerbung von Herrn Harm Ahlers für diese ausgeschriebene Stelle. Das Personalamt der Stadt habe bei Herrn Ahlers erst einmal ungläubig nachgefragt, ob er sich denn wirklich um die Stelle als oberster Tourismus-Werber der Stadt bewerben wolle.


Die Stadt hatte die Nachfolge von Herrn Goes so lange unter ferner liefen laufen lassen, dass dieser noch gebeten werden musste, sich doch bitte noch um die Organisation der Lütten Sail im letzten Jahr zu kümmern. Jetzt hat sie den Posten komissarisch besetzt und die Suche für die Besetzung der Stelle einem externen Personalberatungsunternehmen übergeben. Dorthin sei die Bewerbung von Herrn Ahlers weitergeleitet worden.

Ich denke, jeder Bewerber, der die Stadt seit seiner Geburt kennt, sich mit ihr verbunden fühlt, und dafür eintritt, neben den Havenwelten und der Stadtmitte auch die Stadtteile - die historischen Keimzellen Bremerhavens - für auswärtige Gäste interessant zu machen, ist besser für diesen Posten geeignet als irgendein Außenstehender, der abgesehen vom richtigen Parteibuch nichts weiter vorzuweisen hat. Die Nordsee-Zeitung schrieb, Herr Ahlers wolle die Stadt, auch mit Blick auf die Stadtteile, ganzheitlich vermarkten. Da das lange vernachlässigt wurde, wolle er auch mehr Bürgernähe herstellen.

Aus meiner Sicht ist Herr Ahlers deshalb ein Bewerber, der auf alle Fälle in die engere Auswahl der möglichen Kandidaten für die Stelle als Chef der Bremerhaven Werbung gehört. Die Tatsache, dass er sich nebenbei auch noch darum bemüht, das Schwimmen in der Weser vor dem Strand der Weserbades zuzulassen, oder dass er von Beruf Hals-Nasen-Ohrenarzt ist, sollte dafür kein Hindernis sein. Auch Herr Goes war vorher sicher nicht schon immer "oberster Tourismuswerber" für Bremerhaven gewesen, und er hat es immerhin geschafft, dass Bremerhaven in der Welt als eine Stadt mit einem positiven Image wahrgenommen wird. Damit hat er erst die Grundlage für den wachsenden Tourismus in unserer Stadt gelegt.


Das Ergebnis der langjährigen Arbeit von Herrn Goes muss jetzt gepflegt und und auf die ganze Stadt ausgeweitet werden. Trotz der großflächigen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg sind immer noch viele interessante Gebäude, wie zum Beispiel der Geestemünder Wasserturm, die historischen Hallen im Fischereihafen, das Busse Denkmal, die Gebäude des Freilichtmuseums in Speckenbüttel oder der Wulsdorfer Wohnwasserturm erhalten geblieben. Im Leher Ortsteil Goethestraße gibt es die größten zusammenhängenden Bestände an Gebäuden aus der Gründerzeit. Das Kalksandsteinwerk der ehemaligen Firma Kistner ist vom Landesdenkmalpfleger als erhaltenswertes Industriebaudenkmal eingestuft worden. Dieses vorhandene Grundkapital für die Förderung des Stadttourismus nicht gezielt auf- und auszubauen und aktiv zu nutzen wäre ein kapitaler Fehler.

Wenn nach der Fertigstellung und der Etablierung der Havenwelten der Fokus weiterhin nur auf das Gebiet zwischen Deich und Columbus-Center gesetzt wird, dann werden die Stadtteile irgendwann ausbluten. Darunter leiden die Leher Geschäftszentren Lange- und Hafenstraße schon seit Jahren, und auch im Geestemünder Geschäftszentrum Georgstraße, sind die Folgen der bisherigen Politik in Anbetracht der wachsenden Zahl von Ladenleerständen nicht länger zu übersehen.

Dienstag, 21. Juli 2009

Ein Wiedersehen, eine Rückkehr und eine Festwoche

Ich habe Urlaub, und unsere Freunde aus Münchberg sind gestern angekommen. Sie werden einige Tage bei uns bleiben. Zuletzt waren sie zur Sail 2005 in Bremerhaven.

Zu der Zeit war dort, wo sich jetzt hinter dem Deich die Havenwelten befinden, ein Bauzaun um die freie Fläche, die vormals als Parkplatz genutzt wurde.






Inzwischen haben sie zwar das eine oder andere Foto gesehen, aber ich vermute, unsere Münchberger werden die Gegend wohl kaum wiedererkennen.






Nach dem Frühstück werden wir heute dort einmal vorbeischauen.








Havenwelten 2003, 2007, 2008

Morgen beginnt die diesjährige Bremerhavener Festwoche. Auch in diesem Jahr werden einige interessante "Spezialisten" im Hafen erwartet.


Bremerhavener Festwoche, Löschboot 1

Diese Arbeitsschiffe haben zwar nichts mit der Seefahrt-Romantik einer "Sail" Veranstaltung gemeinsam, aber so nahe kommt man sonst an einen Tonnenleger, ein Löschboot, einen Rettungskreuzer etc. ja doch nicht heran. Allerdings werden wir erst später dort hin kommen. Morgen kommt nämlich unsere Tochter aus Norwegen zurück. Da werden die Spezialisten, die Wurst- und die Bierbuden wohl noch etwas auf mich warten müssen ;o)

Montag, 20. Juli 2009

Sturmschaden

Ich habe gerade eine E-Mail gelesen, die ich vor zwei Tagen von einer Bekannten erhalten hatte. Ab und zu verschickt sie E-Mails an Freunde und Bekannte mit unterhaltsamen Inhalten, oder solchen, die zum Nachdenken anregen. In dieser E-Mail war der Text eines Schreibens enthalten, das zur Erklärung eines Schadenfalles an eine Versicherung geschickt worden sein soll. Der Text hat mich aufgrund seiner Präzision sehr beeindruckt:


Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie fordern Begründung, wie es dazu kam, dass mein Zaun von einem Sturm zerstört worden ist. Nach anfänglicher Ratlosigkeit, was man da wohl schreiben soll, ich dennoch aber gezwungen bin, zu antworten, um meinen Pflichten als Versicherungsnehmerin nachzukommen, trage ich nun ordnungsgemäß vor:

Die Sonne wärmt die Luft weltweit unterschiedlich. Wo sie senkrecht auf die Erde trifft (am Äquator), wärmt sie stärker als da, wo sie schräg auftrifft (Nord- und Südpol). Und über Land wärmt sie stärker als über dem Meer. Aufgewärmte Luft dehnt sich aus, der Luftdruck wird an diesen Stellen höher (man nennt das "Hochs"). An kühleren Stellen bleibt der Luftdruck niedrig ('Tiefs'). Die Luft versucht, diese Druckunterschiede wieder auszugleichen: Sie strömt von Gebieten mit hohem Luftdruck in Gebiete mit niedrigem Luftdruck - je größer die Druckunterschiede sind, umso schneller. Bewegt sich die Luft mit 6 km/h, nennt man das Wind. Ab 75 km/h nennt man diese Bewegung Sturm, ab 118 km/h Orkan. So schnell ist Luft aber nur bei extremen Druckunterschieden. Ein solcher Druckunterschied lag am Schadenstag über Deutschland vor.

Zur Unglückszeit passierte schnelle Luft den Großraum Hessen, wobei sie auch durch Asterode und an meinem Haus vorbei kam. Da mein Haus der schnellen Luft im Wege stand, sollte es weggepustet werden. Das lies jedoch mein treuer Zaun nicht zu. Um das Haus zu schützen, hat sich mein armer Zaun mit aller Kraft gegen die schnelle Luft gestemmt. Es gelang ihm zunächst, sich und das Haus erfolgreich zu verteidigen, so dass die schnelle Luft gezwungen war, den Weg durch das Nachbarhaus zu nehmen. Als das große Dach des Nachbarhauses in einem Stück vorbeigeflogen kam, was nur in sehr seltenen Fällen vorkommt, muss mein Zaun erschrocken oder zumindest kurz abgelenkt gewesen sein. Die schnelle Luft hat sofort ihre Chance genutzt und meinen (treuen Zaun heimtückisch niedergedrückt. Der Held brach zusammen und starb noch am Boden liegend vor dem Haus, welches er jedoch immerhin erfolgreich beschützt hatte.

Das ist meiner Ansicht nach der Vorgang so, wie er sich real zugetragen hat. Es könnte jedoch auch weniger dramatisch gewesen sein und der Fall ist als ganz gewöhnlicher Sturmschaden zu behandeln, dem nichts hinzuzufügen ist, außer dass an dem Tag in Asterode - wie überall in Deutschland - Sturm war. Sollte weiterer Vortrag notwendig sein, Zeugenaussagen begehrt werden oder Ihrer Ansicht nach eine Obduktion des Zaunes erforderlich sein, stehe ich gerne zur Verfügung.


Also, besser hätte ich das auch nicht formulieren können :o)

Aus meinem Märchenbuch - Die 1. Geschichte

Liebe Kinder,

heute möchte ich euch einmal eine Geschichte aus meinem Märchenbuch erzählen, die ihr sicherlich so von euren Eltern noch nie zu hören bekommen habt. Die Geschichte handelt von einem kleinen Mädchen mit einer roten Mütze auf dem Kopf und trägt den schönen Titel

Die kleine Bärenpflückerin



Es war einmal ...
ein kleines Mädchen mit einer roten Mütze auf dem Kopf. Das ging in den Wald, um Bären zu pflücken. Das haben sich die Bären aber nicht lange gefallen lassen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie heutzutage immer noch nach weiteren, ebenso schmackhaften Leckerbissen.


(Sehr, sehr) frei nach "Grimmige Märchen"


© Jürgen Winkler (aus "Mein Ideenbuch")

Wenn euch diese kleine Geschichte gefallen hat, liebe Kinder, dann seid ihr bestimmt schon ganz doll gespannt auf das nächste Mal, wenn es wieder heißt: "Es war einmal ...", und ich euch die zweite Geschichte aus meinem Märchenbuch erzähle.

Freitag, 17. Juli 2009

Törichte Verschwendung


Energieverbrauch in Europa und Afrika

Auf dem Weg von der Antarktis nach Samoa kommt man im Bremerhavener Klimahaus 8°Ost an einem besonderen Globus vorbei. Er zeigt einen Blick aus dem Himmel auf die nächtliche Erde mit ihren beleuchteten Städten. Das Foto zeigt einen Ausschnitt, in dem im oberen Drittel deutlich das hellerleuchtete westliche Europa vom Atlantik bis zum Nahen Osten zu sehen ist. Im gesamten unteren Bereich ist Afrika zu sehen - oder eigenlich eher nur zu erahnen. Die wenigen Lichter sind äußerst spärlich an den Küsten dieses - im Vergleich mit Europa - riesigen Kontinents verteilt. Dieser Globus zeigt deutlich, wo auf der Welt die Ressourcen verbraucht werden, deren "Abfallprodukt" Kohlendioxid unter anderem auch Afrika großen Schaden zufügt.

"Vieles ist töricht an eurer sogenannten Zivilisation. Wie Verrückte lauft ihr weißen Menschen dem Geld nach, bis ihr so viel habt, dass ihr gar nicht lange genug leben könnt, um es auszugeben. Ihr plündert die Wälder, den Boden, ihr verschwendet die natürlichen Brennstoffe, als käme nach euch keine Generation mehr, die all dies ebenfalls braucht. Die ganze Zeit redet ihr von einer besseren Welt, während ihr immer größere Bomben baut, um jene Welt, die ihr jetzt habt, zu zerstören."

Tatanga Mani

  • Tatanga Mani (Walking Buffalo, 1871-1967) war ein Häuptling des Volkes der Stoney in Kanada. Er studierte sein Leben lang die Natur, das "Buch des Großen Geistes". Im Alter reiste er auf Wunsch der Regierung Kanadas als Botschafter des Friedens, des guten Willens und der Brüderlichkeit unter den Menschen um die Welt. Er nutzte diese Gelegenheit für den Versuch, den Menschen in den westlichen Zivilisationen Amerikas und Europas zu vermitteln, wie die indigenen Völker Nordamerikas über die Natur der Erde und ihren Platz in der Welt denken.

    (Quelle: "Weißt du, dass die Bäume reden?", Weisheit der Indianer)

Sonnenenergie aus Afrika

In den letzten Wochen sind Pläne eines internationalen Konsortiums bekannt geworden, in den Wüstengebieten Nordafrikas Sonnenkraftwerke zu errichten, aus denen der Strom in viele Kilometer langen Stromleitungen nach Europa transportiert werden soll, um dort die Atomkraftwerke und die mit fossilen Brennstoffen befeuerten Kraftwerke zu ersetzen.

Die Idee ist eigentlich naheliegend, birgt aufgrund der unsicheren politischen Lage in vielen Ländern Afrikas jedoch auch Risiken. Außerdem wird bei den zu überbrückenden Entfernungen aufgrund der Leitungsverluste sehr viel mehr Energie erzeugt werden müssen, als am anderen Ende der Leitungen in Europa gebraucht wird. Das sollte aufgrund der reichlich verfügbaren Flächen bei gleichzeitigem hohen Engeriepotential der Sonneneinstrahlung das geringere, und technisch lösbare Problem sein. Sonnenkollektoren auf einem Bruchteil dieser Flächewürden genug Energie erzeugen, um die gesamte Welt damit zu versorgen. Trotzdem ist es aus meiner Sicht aber unbedingt notwendig, zur Wahrung der eigenen Unabhängigkeit auch in Europa mit dem Aufbau eines dezentralen Energienetzwerkes auf der Grundlage einer breitgefächerten Nutzung aller verfügbaren regnerativen Energiequellen fortzufahren.

Ich denke, in der Errichtung von Sonnenkraftwerken in Afrika steckt aber auch eine große Chance. Wenn Europa sich im Gegenzug für die gesicherte Energieversorgung bei den afrikanischen Völkern damit revanchieren sollte, dass es ihnen ebenfalls den Zugang zu dieser unerschöpflichen Energiequelle erschließt, dann würde das auch den Afrikanern helfen, ihren Beitrag zur Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen zu leisten, und würde ihnen gleichzeitig helfen, den technologischen Anschluss an das Niveau der europäischen und amerikanischen Industrienationen zu finden. Das wiederum könnte aufgrund des dann steigenden Lebensstandards auch zur Befriedung der afrikanischen Nationen untereinander beitragen und gleichzeitig die Emigration der afrikanischen Wirtschaftflüchtlinge nach Europa stoppen.


(Quelle: Spiegel online vom 16.06.2009)

Donnerstag, 16. Juli 2009

Heuler


Seehunde im Bremerhavener "Zoo am Meer"

Als maritim ausgerichteter Zoo wäre unser "Zoo am Meer" unvollständig, wenn es dort keine Seehunde zu sehen gäbe. Diese guten Schwimmer sind die bekannteste Robbenart in unseren heimischen Gewässern. Bei ihrer Jagd nach Fischen tauchen sie bis zu zweihundert Meter tief und können dabei ungefähr dreißig Minuten unter Wasser bleiben. Neben dem Seehund ist in der Nordsee auch die Kegelrobbe heimisch.

Die Jungen Seehunde kommen in den Monaten Juni und Juli auf den Sandbänken im Wattenmeer zur Welt. Die Weibchen bekommen nur ein Junges pro Jahr. Bei einer Länge von ungefähr achtzig Zentimetern wiegen die neu geborenen Seehunde zwischen sieben und fünfzehn Kilogramm, und werden nach der Geburt ungefähr sechs Wochen lang gesäugt.


Heuler

Es kommt immer wieder vor, dass junge Seehunde aufgrund von Stürmen, einer Krankheit des Muttertiers oder auch durch Störungen von Menschen von ihrer Mutter getrennt werden. Sie finden sich im Wasser allein noch nicht zurecht, und werden dann manchmal irgendwo an Land getrieben. Sie schreien dann laut klagend nach ihrer Mutter. Das hat ihnen den Namen "Heuler" eingebracht.

In der Nordsee-Zeitung war gestern zu lesen, dass in den vergangenen Wochen nahe der der Mündung der Elbe in die Nordsee zwischen Otterndorf und Altenbruch mehrfach Heuler aufgefunden worden. Starke Winde aus Nord- bis Nordost hätten sie möglicherweise vom Medemsand an das westliche Elbufer verschlagen.

Sollte jemand einen Heuler finden, so rate Herr Lienau (Seehundstation Norddeich, Leiter) dazu, den jungen Seehund nicht zu berühren. Das erspare dem Tier unnötigen Stress, und diene auch dem eigenen Schutz. Immerhin seien Seehunde Raubtiere. Herr Lienau empfehle einen Abstand von 100 bis 300 Metern einzuhalten. Außerdem handele es sich auch nicht immer um einen Heuler. Es könne auch ein junger Seehund sein, der sich gerade ausruht. Im Falle eines Heulerfundes solle man den Fund bei der Seehundstation Norddeich melden (Tel. 04931/8919). Im Raum Otterndorf/Cuxhaven könne man sich auch an Herrn Dr. Stede (Seehundstation Norddeich, ehrenamtlicher Mitarbeiter, Tel.04721/48911) wenden.

Die "Seehundstation Nationalpark-Haus" in Norddeich ist für das Niedersächsische Wattenmeer zuständig. Jährlich werden dort dreißig bis achtzig Heuler und verwaiste Kegelrobben gepflegt. Wenn sie sich erholt haben und so weit herangewachsen sind, dass ein Überleben in der freien Natur gewährleistet ist, werden sie im Wattenmeer ausgewildert.


Weibliche Seehunde können bis zu achtunddreißig Jahre alt werden, während Seehund-Bullen nur ein Alter von ungefähr einunddreißig Jahren erreichen. Seehunde bringen bei einer Körperlänge von 1,20 Meter bis 1,50 Meter ungefähr 100 bis 150 Kilogramm auf die Waage. Im Niedersächsischen Wattenmeer leben rund 6200 Seehunde. In der gesamten Nordsee leben ungefähr 19000 von ihnen.

Seehunde sind durch die Bundeswildschutzverordnung geschützt. Das bewahrt sie jedoch leider nicht vor der Gefährdung durch die zunehmende Verschmutzung und die Überfischung der Nordsee.


Unser kleiner Zoo am Meer

(Quellen: "Zoo am Meer" in Bremerhaven, Wikipedia, Das Seehund-Portal, Seehundstationen Norddeich und Friedrichskoog, Nordsee-Zeitung vom 15.07.2009)

Mittwoch, 15. Juli 2009

Seebären


Bremerhaven, "Zoo am Meer": Südafrikanischer Seebär

Die Südafrikanischen Seebären (Arctocephalus pusillus) gehören innerhalb der Familie der Ohrenrobben (Otariidae) zur Gattung der Südlichen Seebären (Arctocephalus). Südliche Seebären sind wohl mit den Seelöwen enger verwandt als mit ihren nördlichen Namensvettern, mit denen sie nicht mehr Gemeinsamkeiten, als das dichte, wollige Fell haben.

Der Name "Südafrikanischer Seebär" ist irreführend, da es auch im Süden Australiens Südafrikanische Seebären gibt. Eine weitere Ungereimtheit findet sich in seinem lateinischen Namen. Der Namenszusatz "pusillus" bedeutet "der Kleinste". Die Männchen werden bis zu 250 cm und die Weibchen bis zu 180 cm lang. Damit ist der Südafrikanische Seebär die größte Art unter den Südlichen Seebären. Aufgrund der "eindeutschung" seines lateinischen Namens ist in Deutschland auch der unpassende Name "Zwergseebär" für den Südafrikanischen Seebären geläufig.

Zur Fortpflanzung und zur Aufzucht ihre Jungen finden sich die Seebären in großen Kolonien zusammen. Die Männchen kämpfen um die besten Plätze an den Küsten und versammeln einen Harem aus mehreren Weibchen um sich. Im Verlauf der Revierkämpfe werden jüngere und schwächere Rivalen an den Rand der Kolonien gedrängt.

Seebären ernähren sich von Fischen, die sie in Tiefen von bis zu ungefähr fünfundvierzig Metern jagen. Mit dem Ausbau der südafrikanischen Fischereiindustrie wurde der Mensch zum Nahrungskonkurenten der Seebären. Die Fischer sehen das allerdings anders und beschwerten sich schon gegen den Schutz der Seebären. Ich denke, mit dem Vorwurf, die Seebären würden die Fischbestände vor Südafrikas Küsten dezimieren, will die Fischereiindustrie dort nur von ihrem eigenen Fehlverhalten ablenken.

Nachdem die Südafrikanischen Seebären im 19. Jahrhundert an den Rand der Ausrottung gebracht worden war, haben sich die Bestände bist heute merklich erholt. Schätzungen gehen von ungefähr 850000 Tieren aus, so dass der Südafrikanische Seebär nicht bedroht eingestuft ist.

  • Auch wenn die Zoologen das bisher in keinem ihrer schlauen, wissenschaftlichen Bücher erwähnt haben, gibt es neben den nördlichen und den südlichen Seebären noch eine weitere, auf dem gesamten Planeten beheimatete Art der Seebären. Da diese Art also nicht nur an den nördlichen und südlichen, sondern auch an den östlichen und westlichen Küsten vorkommt sowie in allen Gegenden der sieben Weltmeere, nennt man sie einfach nur "Seebär". Einzelne, besonders erfahrene Exemplare, werden gelegentlich auch als "Alter Seebär" bezeichnet. Diese habe ich allerdings noch nie so elegant und anmutig schwimmen oder tauchen sehen, wie die Südafrikanischen Seebären im Bremerhavener Zoo am Meer. Mir ist leider auch nicht bekannt, ob sie - wie ihre südafrikanischen Namensvettern - in fünfundvierzig Metern Wassertiefe nach Fischen jagen. Ich habe jedoch gehört, dass sie dem Rum nicht abgeneigt sind, und dass sie sich in früheren Zeiten mit Vorliebe von Schiffszwieback ernährt haben sollen. Möglicherweise handelt es sich hierbei aber auch um Seemannsgarn.

    Ihre nächsten Artverwandten sind die sogenannten "Landratten". Wie bei den Südafrikanischen- oder Zwergseebären ist jedoch auch die Namensgebung "Landratte" äußerst irrefürend, denn es handelt sich hier eigentlich eher um Menschen, die ständig von der "Seefahrt-Romantik zur Zeit der großen Windjammer" träumen, obwohl sie noch nie einen Fuß auf das Deck eines seewärts fahrenden Segelschiffes gesetzt haben. Deshalb haben die alten, erfahrenen Seebären, ihnen irgendwann einmal diesen "etwas abfällig" klingenden Namen verpasst.

Unser kleiner Zoo am Meer

(Quellen: Zoo am Meer, Wikipedia, Tierenzyklopädie, Tierdoku)

Dienstag, 14. Juli 2009

Medicus ...

... - oder: Zurück zu den Wurzeln.















Statue des Doktor Eisenbarth
an seinem Sterbehaus in der
Langen Straße in Hann. Münden

© Axel Hindemith



Es gab einmal eine Zeit in Europa, die wir heute das Mittelalter nennen, in der von Zeit zu Zeit ein Quacksalber mit seinem Pferdefuhrwerk in's Dorf oder in die Stadt kam. Die Leute, die bis dahin mit ihren gebrochenen Knochen, faulen Zähnen, verschleppten Bakterien- oder Virus-Erkrankungen trotz ihrer Schmerzen tapfer durchgehalten hatten, strömten dann auf dem Dorfplatz oder dem Marktplatz zu Hauf, um sich von dem guten Mann kurieren zu lassen. Zu dieser Zeit war es allerdings noch ein Glücksfall, wenn die Kranken zufällig an einen wirklichen Medicus gerieten, der sein Handwerk vielleicht sogar bei einem studierten Kollegen im fernen Persien gelernt hatte. Oft genug gaben die Menschen aber auch ein Vermögen für die Behandlung ihrer Krankheiten aus, nur um hinterher feststellen zu müssen, dass sie einem Scharlatan aufgesessen waren ...
  • Heute ist das glücklicherweise anders:
    In jedem Dorf und in jeder Stadt gibt es eine große Anzahl Allgemeinmediziner, Orthopäden, Zahnärzte und andere Spezialisten, so dass jeder Bürger die Möglichkeit hat, sich mit seinen Wehwehchen an den Arzt seines Vertrauens zu wenden.

Ist es wirklich überall so?

Nein, nicht wirklich! In vielen kleinen deutschen Dörfern gibt es keinen Landarzt mehr. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Landärzte die Dörfer verlassen. Wenn die Leute krank werden, dann müssen sie in das nächste Dorf, in dem es noch einen Arzt gibt, oder in die nächste Stadt fahren. Viele Menschen auf dem Land besitzen kein Auto, oder haben es abgeschafft, weil sie inzwischen alt geworden sind und sich zu unsicher im Straßenverkehr fühlen. Mit dem oft sehr spärlich organisierten öffentlichen Personen Nahverkehr im ländlichen Raum, kann eine Fahrt in die nächste große Stadt leicht zu einer Art Weltreise ausarten. Darauf, dass von Zeit zu Zeit ein Quacksalber mit seinem Pferdefuhrwerk in's Dorf kommt, können die Leute auf dem Land heutzutage allerdings lange warten.

Das hat inzwischen sogar Frau Schmidt (SPD, Bundesministerin für Gesundheit) erkannt, und sie hat natürlich auch schon eine Lösung für das Problem gefunden. Damit die Leute in den Dörfern nicht mehr in die ferne Stadt zum Arzt fahren müssen, soll der Landarzt ab und zu wieder zu ihnen in's Dorf kommen. Eigentlich soll es also wieder so werden, wie es früher schon einmal gewesen ist. Dieses Modell der medizinischen Versorgung hatte sich schließlich vor vielen Jahrhunderten schon einmal mehr oder weniger gut bewährt.

Um dem Fortschritt Rechnung zu tragen, sollen jetzt jedoch Allgemeinmediziner, Orthopäden, Zahnärzte und andere Spezialisten aus "Medizinischen Versorgungszentren" im täglichen Wechsel nach einem festgelegten Zeitplan täglich in einer "angegliederten Praxis" in den abgelegenen Dörfern aufkreuzen. Als weiterer Vorteil gegenüber dem Mittelalter könnte sich herausstellen, dass die Kranken in den Dörfern heutzutage nicht mehr befürchten müssen, so oft an einen Scharlatan zu geraten.

Pech wäre nur, wenn jemand am Freitag Abend furchtbare Zahnschmerzen bekommen sollte, und ein Zahnarzt, genau nach Plan, erst am folgenden Donnerstag wieder in der "angegliederten Praxis" erscheinen würde. Eine Zahnbehandlung von einem Augenarzt durchführen zu lassen, könnte das Problem jedenfalls unter Umständen eher noch verschlimmern. Das Privileg, sich mit ihren Wehwehchen an den Arzt ihres Vertrauens zu wenden, bliebe außerdem den Menschen in der Stadt vorbehalten. Die Leute auf dem Land müssten das nehmen, was ihnen im täglichen Wechsel vorgesetzt wird. Wenn Frau Schmidt nicht in Aachen, sondern in einem deutschen Dorf aufgewachsen wäre, dann wüsste sie, dass das gar nicht gut bei der Landbevölkerung ankommt.

Um überhaupt genug Ärzte für ihr mittelalterliches Vorhaben zu gewinnen, schlägt Frau Schmidt vor, Medizinstudenten sollten Stipendien erhalten und von Studiengebühren befreit werden, wenn sie sich im Gegenzug für fünf Jahre zur Arbeit in einem ländlichen "Medizinischen Versorgungszentrum" verpflichten. In ihrem unerschütterlichen Optimismus geht sie natürlich davon aus, dass die meisten Ärzte dann wohl auch dort bleiben würden.

Frau Schmidt doktort jetzt bereits seit dem 12. Januar 2001 an unserem Gesundheitssystem herum. Anstatt aber die medizinische Versorgung auf dem früheren hohen Niveau und für jeden Patienten erschwinglich zu halten, hat sie es mit ihren sogenannten Reformen geschafft, dass wichtige Präventionsmaßnahmen eingeschränkt und Leistungen gestrichen wurden. Für die 2004 eingeführte Praxisgebühr sollte es Entlastung durch die Senkung der Krankenkassenbeiträge geben. Diese sind seit dem jedoch statt dessen mehrmals angehoben worden. So mancher Mitbürger muss sich inzwischen schon sehr genau überlegen, ob er sich einen Arztbesuch überhaupt noch leisten kann, oder ob er sich nicht lieber selbst mit überlieferten Hausmitteln oder frei verkäuflichen Medikamenten aus der Apotheke behelfen sollte.


Der wohl bekannteste reisende Arzt im deutschen Raum war der gut 150 Jahre nach dem Ende des Mittelalters geborene Doktor Eisenbarth (27.03.1663 bis 11.11.1727). Das bekannte auf ihn gemünzte Spottlied sollte allerdings wohl eher auf das Flickwerk aufeinander folgender deutscher Gesundheitsreformen umgeschrieben werden: Der Doktor Eisenbarth soll nämlich ein wirklich fähiger Arzt gewesen sein.


(Quelle: NZ vom 13.07.2009, Zeit online vom 13.7.2009)

Montag, 13. Juli 2009

Straße der Generationen


Klimahaus: Samoa

Das Wetter war am Sonntag nicht so toll in Bremerhaven, und so entschloss ich mich zu einem kurzen Trip nach Samoa, um etwas Wärme zu tanken. Das liegt seit neuestem ja gleich bei mir "umme Ecke.

Außerdem hatte ich bei meinem Besuch im Klimahaus am Eröffnungstag nichts weiter als "die Reise" geschafft. Deshalb habe ich die Reise im wesentlichen auf Samoa beschränkt, und mir statt dessen in der Abteilung "Perspektiven" etwas mehr Zeit genommen.

Man erfährt dort, welche Methoden die Wissenschaft verwendet, um möglichst genau zu verstehen, wie sich die Meere, die Atmosphäre, Das Klima und das Leben auf unserem Planeten entwickelt haben, und welche Bedingungen zu den jeweiligen Situationen geführt hatten. Neben der bekanntesten Methode, im Eis eingeschlossene Gasblasen zu analysieren, gibt es weitere Verfahren, mit denen man die mit Hilfe anderer Verfahren gewonnenen Erkenntnisse entweder bekräftigen oder infrage stellen kann. Ausgehend von dem derzeitigen Status des Weltklimas werden für die Etappenziele der Reise mögliche Szenearien aufgezeigt, wie sich die Situationen dort aufgrund neuer klimatischer Bedingungen verändern könnten, wenn es der Menschheit nicht rechtzeitig gelingt, die durch sie verursachten Treibhausgas Emissionen einzustellen. Dazu gibt es viele anschauliche Experimente, Videos sowie Stationen, die dazu auffordern, das neu erlernte Wissen in eigenen Überlegungen anzuwenden.



Severn Cullis-Suzuki 1992 in Rio de Janeiro (deutsche Untertitel)

Ein großes Lob möchte ich den Entwicklern der Abteilung "Perspektiven" des Klimahauses dafür aussprechen, dass sie eine der aus meiner Sicht wichtigsten Dokumentationen in der Ausstellung zeigen:

Die Rede der damals zwölfjährigen Severn Cullis-Suzuki vor den Delegierten vieler Nationen während des Umweltgipfels der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janairo. Diese Rede gibt es schon seit einiger Zeit als Video im Internet zu sehen. Severn Cullis-Suzuki kommt aus Kanada und hielt ihre Rede auf Englisch. Jetzt habe ich eine Fassung mit deutschen Untertiteln gefunden, die ich hier noch einmal für zeigen möchte, da sicher nicht alle Menschen in Deutschland Englisch verstehen.


Es ist jetzt 17 Jahre her, seit das Mädchen Severn ihren dringenden Appell an die Weltöffentlichkeit richtete. Abgesehen davon, dass sie inzwischen selbst erwachsen ist, und dass die Menschheit weiterhin mit Höchstgeschwindigkeit kollektiv auf den Abgrund zurennt, hat sich seitdem NICHTS verändert! Es wird immer noch um jedes Gramm Kohlendioxid gefeilscht. Immer noch erwartet jeder, dass der andere zuerst etwas gegen die drohende Klimakatastrophe unternehmen soll. Immer noch verschwinden die Regenwälder in den Sägewerken und Papiermühlen der Industrienationen oder werden für den Sojaanbau oder die Bioethanolgewinnung platt gemacht. Nachhaltigkeit ist immer noch für viele ein Fremdwort. Immer noch leben die Generationen der heute Erwachsenen auf Kosten der Zukunft ihrer Kinder und Kindeskinder ...


Severn Cullis-Suzuki sagte 1992 in Rio de Janeiro unter anderem :

... Ihr wisst nicht, wie Ihr die Löcher in der Ozonschicht reparieren könnt. Ihr wisst nicht, wie ihr den Lachs in einen toten Fluss zurückholen könnt. Ihr wisst nicht wie ihr ein ausgestorbenes Tier zurück in einen Wald bringen könnt, der einmal dort wuchs, wo jetzt eine Wüste ist.

Wenn ihr nicht wisst, wie ihr das alles reparieren könnt, dann hört damit auf, es zu zerstören ...

Vergesst nicht, warum ihr an diesen Konferenzen teilnehmt, für wen ihr das tut - wir sind eure Kinder. Ihr entscheidet, in was für einer Welt wir aufwachsen werden.

Eltern sollten ihre Kinder trösten können, indem sie ihnen sagen "Alles wird gut. Wir tun alles was wir können. Das ist nicht das Ende der Welt." Aber ich denke nicht, dass ihr das je wieder zu uns sagen könnt. Sind wir überhaupt auf eurer Prioritätenliste?

Mein Vater sagt immer:
"Du bist das was du tust, nicht das was du sagst."
Was IHR tut, lässt MICH nachts weinen.

Ihr Erwachsenen sagt, ihr liebt uns.
Ich fordere euch auf:

LASST EUREN WORTEN TATEN FOLGEN !


Es gibt ein chinesisches Sprichwort, das ich in der Abteilung Perspektiven des Klimahauses gelesen habe:

"Die eine Generation baut die Straße, auf der die nächste fährt."


Ich denke, die heutigen Generationen vernachlässigen die Instandhaltung dieser Straße in unverantwortlicher Weise. Die nächsten Generationen werden nur noch eine Schotterpiste mit unzähligen tiefen Schlaglöchern vorfinden, unter der als tragender Untergrund giftige Abfälle, strahlender Atommüll und in Hohlräume verpresstes Kohlendioxid verarbeitet wurden.

Sonntag, 12. Juli 2009

Neues Schmuckstück im Gründerzeitviertel

Während viele Hausbesitzer ihr Eigentum mit viel Liebe pflegen und instand halten, gibt es auch einige Häuser im Bremerhavener Gründerzeitviertel Lehe "Goethestraße", die zum Teil nach häufigen Besitzerwechseln aufgrund von Immobilienspekulationen seit langer Zeit immer mehr verfallen. Solche Häuser können sich negativ auf ihr Umfeld auswirken, so dass auch die Häuser in der Nachbarschaft irgendwann die ersten Anzeichen von Verwahrlosung erkennen lassen.



Erste Anzeichen von Verwahrlosung: Fassadenteile auf dem Fußweg

Ein Beispiel dafür war das Haus an der Kreuzung der Uhlandstraße mit der Gnesener Straße. Das Nachbarhaus in der Uhlandstraße, dessen Fenster und Türen im Erdgeschoss mit Brettern vernagelt sind, steht schon seit langer Zeit leer. Auch das Eckhaus an der Kreuzung sah mit der Zeit immer schlimmer aus: Graffity Schmierereien wurden nicht mehr enfernt, der Fassadenanstrich fing an abzublättern, und im darunter sichtbar werdenden Putz zeigten sich Risse und kleinere Schäden. Nachdem schon der Stuck über dem Fenster in der 1. Etage abgebröckelt und auf den Fußweg vor dem Haus gestürzt war ...



Es tut sich was

... stand eines Tages ein Baugerüst vor dem Haus an der Ecke Uhlandstraße/Gnesener Straße.



Die Renovierung macht Fortschritte

Nach einiger Zeit waren bereits die ersten erfreulichen Fortschritte zu erkennen, ...



Das Ende der Arbeiten ist in Sicht

... und nachdem die letzten Dachgauben oben rechts renoviert waren, ...



"Neuer" Blickfang am Eingang zum Gründerzeitviertel

... präsentiert sich das vormals verwahrlost wirkende Gebäude jetzt als Schmuckstück und Blickfang am Eingang "Uhlandstraße" zum Leher Gründerzeitviertel "Goethestraße".

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass dieses gute Beispiel für eine gelungene Aufwertung des Umfelds in diesem Abschnitt der Uhlandstraße irgendwann auch einen positiven Effekt auf das Nachbarhaus mit den vernagelten Fenstern haben wird.

Während die Renovierung des oben genannten Eckhauses wohl eine lobenswerte Eigeninitiative des Hauseigentümers war, haben sich andere Eigentümer im Viertel in der Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe (ESG Lehe) zu einer Gemeinschaft zusammengefunden, um die Suche nach Problemlösungen zur Aufwertung des Wohnumfeldes im Viertel gemeinsam anzugehen. Vielen Eigentümern fehlen einerseits oft ganz einfach die finanziellen Mittel und andererseits wissen sie nicht dass es unter Umständen auch Zuschüsse für Projekte gibt, die zur Aufwertung der Wohnqualität im nachbarschaftlichen Umfeld beitragen. Auch die Klärung derartiger Fragen ist unter anderem ein Bestandteil der gemeinschaftlichen Arbeit der ESG Lehe.

Freitag, 10. Juli 2009

Urlaub in Norwegen

Nein: Leider bin nicht ich in Norwegen, und werde dort wohl auch so schnell nicht hinkommen - auch wenn es bis zu meinem Urlaub jetzt nicht mehr so lange hin ist.

Dafür ist meine Tochter Jana seit Montag bei ihrer Freundin in Ålesund (Norwegen) zu Besuch. Am Sonntag war sie sehr aufgeregt - auch wegen des bevorstehenden Fluges: Es war ihre erste Flugreise.

Am Donnerstag Abend - es war wohl schon nach 23:00 Uhr - haben wir das erste Mal mit einer Webcam per Skype mit ihr gesprochen. Vom Fliegen war sie am Ende wohl richtig begeistert und hätte nach ihrer Zwischenlandung in Oslo auf dem Weiterflug wohl gerne an Fenster gesessen, hatte dann aber nur einen Platz am Gang in der dritten Reihe vom Fenster zugewiesen bekommen.

Mit der Webcam ihrer Freundin hat sie uns den Blick aus dem Fenster über den Fjord gezeigt: Atemberaubend schön. Und es war noch richtig hell draußen. Ålesund liegt an der Küste zwischen Bergen und Trondheim. Das ist wohl doch schon eine ganze Ecke näher am Nordpol. Jana sagt, richtig dunkel wird es dort um diese Jahreszeit während der ganzen Nacht nicht.

Etwas irritiert war unsere Hündin Cleo, als sie ihre Jana aus dem Lautsprecher hörte. Ich habe Cleo dann auf den Arm genommen, und sie auf den Monitor sehen lassen. Aber irgendwie konnte sie das trotzdem alles nicht so richtig zuordnen. Dafür hat sich Jana gefreut, dass sie Cleo bei sich in Norwegen auf dem Computermonitor sehen konnte. Es ist schon toll, was heuzutage mit Hilfe der Technik alles möglich ist.

Gestern hat Jana mit dem Computer ihrer Freundin, während diese zur Arbeit war, auf ihrer Homepage etwas über ihre Urlaubserlebnisse geschrieben, und zeigt auch einige Fotos von einer Bergtour. Ich glaube, das wäre auch etwas für mich gewesen (irgendwie bin ich ein klein wenig neidisch). Diejenigen, die es interessiert, können meine Tochter ja einmal in ihrer "Mupfel" besuchen.


Eine kostengünstige Alternative


Klimahaus: Pavillion am Strand von Samoa

Wenn das Wetter in Bremerhaven am Sonntag immer noch so kalt, nass und windig sein sollte wie gestern und heute, dann könnte ich wohl in die Versuchung kommen, ersatzweise einen kurzen Trip nach Kamerun oder nach Samoa zu unternehmen: Etwas Wärme tanken. Ein Besuch im Klimahaus ist zwar kein richtiger Afrika- oder Südsee Urlaub, aber dafür ist es auch nicht ganz so teuer und auch nicht so weit weg. Am Eröffnungstag habe ich ja die Abteilung "Elemente" nicht mehr zu sehen bekommen. Das könnte ich dann anschließend noch nachholen.

Bombodrom verhindert !

Gestoppt!Gestern Abend berichtete die ARD Tagesschau, Herr Jung (CDU, Verteidigungsminister) habe bekannt gegeben, dass die Bundesregierung ihre Pläne für das Bombodrom nicht weiter verfolgen wird.

Bis zum 13. Juli hätte Herr Jung, der das Bombodrom immer befürwortet hatte, noch Widerspruch gegen ein Urteil des Oberlandes-
gerichts Berlin-Brandenburg vom März 2009 einlegen können, das den Betrieb des Bombodroms untersagt hatte.

Nach einem 17 Jahre währenden Kampf erreichten die regionalen Bürgerinitiativen damit ihr großes Ziel: Die Kyritz-Ruppiner Heide wird nicht zum größten Bombenabwurfplatz Europas ausgebaut. Die große Freude darüber ist den Menschen in der Region deutlich anzusehen. Das Wald- und Heidegebiet des "Bombodroms" war seit 1946 bereits von der Sowjetarmee für ihre Kriegsübungen missbraucht worden. Bis zu 25000 Mal im Jahr warf sie dort Bomben ab. Dabei kam es auch vor, dass Häuser beschädigt wurden, weil die Bomber ihre Munition zu früh verloren oder abstürzten. Die Menschen in der Kyritz-Ruppiner Heide wussten also, wofür sie kämpften.

Die Bürgerinitiativen wurden auch von Anhängern des Campact Netzwerks mit Online-Unterschriften Aktionen unterstützt, die auch mit in den regionalen Zeitungen des Wahlkreiss von Herrn Jung veröffentlichten Anzeigen das engültige Aus für das Bombodrom verlangen. In den Zeitungsanzeigen wurde er unmissverständlich aufgefordert, das Urteil des Oberlandesgerichts Berlin-Brandenburg zu akzeptieren.

Nach dem Petitionsausschuss des Bundestages hatten am 2. Juli auch die Abgeordneten die Bundesregierung aufgefordert, die zahlreichen Einwände gegen den Bombenabwurfplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide "zu erwägen".


(Quellen: Tagesschau vom 09.07.2009, Campact)

Donnerstag, 9. Juli 2009

Ich hab 'ne Meise ...

... im Garten


Meisen Nachwuchs im Juli 2009

Eigentlich sind es sorgar zwei Meisen plus eine mir bisher unbekannte Anzahl von hungrigen Meisenküken. Die beiden Meiseneltern haben jedenfalls alle Schnäbel voll zu tun, damit ihre immer hungrigen Kinder irgendwann satt werden. Sobald eine der beiden Meiseneltern auf dem Dach des Meisenkastens landet, oder im Eingangsloch erscheint, ist lautes und aufgeregtes Gepiepse aus dem Inneren der Meisenbehausung zu hören.

Erstaunlich finde ich die Anflugtechnik, die in den beiden letzten Sequenzen des Videos zu sehen ist. Die Meise fliegt mit hoher Geschwindigkeit direkt auf das winzige Loch des Meisenkastens zu, verschwindet darin und ist dabei, soweit mir bekannt ist, glücklicherweise noch nie von Kurs abgekommen.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Die Uiguren - Eine unterdrückte Minderheit

Die Uiguren sind eine muslimische Minderheit in China von ungefähr zehn Millionen Menschen, von denen rund acht Millionen in der chinesischen Provinz Xingjiang - dem ehemaligen Ost-Turkestan - leben. Die Region Ost-Turkestan wurde 1955 von China mit militärischen Mitteln anektiert. China bezeichnet das angestammte Siedlungsgebiet der Uiguren zwar als "Autonome Region", aber infolge der massiven Ansiedlung von Chinesen sind die Uiguren inzwischen eine Minderheit im eigenen Land geworden, und der Begriff "Autonome Region" steht lediglich auf dem Papier. Seit der Besetzung ihrer Heimat durch China kämpfen die Uiguren im ehemaligen Ost-Turkestan für ihre Rechte. Menschenrechtsgruppen beschuldigen den chinesischen Staat, die Uiguren mithilfe von Folter, Massenverhaftungen und Todesurteilen zu unterdrücken.


Nachdem chinesische Fabrikarbeiter zwei ihrer Arbeitskollegen, Angehörige des Volks der Uiguren, nach Vergewaltigungs-Vorwürfen angegriffen und zu Tode geprügelt hatten, und die chinesischen Behörden nichts gegen die chinesischen Täter unternommen hatten, kam es in der chinesischen Provinz Xingjiang zu einer Demonstration von Uiguren. Während der anfangs friedlichen Kundgebung forderten sie die Untersuchung der Todesumstände der Arbeiter.

Für den anschließenden Ausbruch der Gewalt, die nach chinesischen Angaben 150 Todesopfer forderte, machen die chinesichen Machthaber in Peking im Exil lebende Uiguren und uigurische Separatisten in der Provinz Xingjiang verantwortlich. Die im amerikanischen Exil lebende Präsidentin des Uigurischen Weltkongresses, Rebiya Kadeer, wirft hingegen den Machthabern in China vor, sie hätten aufgrund der Untätigkeit ihrer Strafverfolgungsbehörde den Tod der Menschen zu verantworten und sagt: "Der Zwischenfall hätte verhindert werden können, wenn die chinesischen Behörden die Morde richtig untersucht hätten." Der Uigurische Weltkongress spricht von 400 getöteten Uiguren, die durch "Schüsse und Schläge" der Polizei ums Leben gekommen seien. Er beruft sich dabei auf eigene Quellen in der Provinz Xinjiang.

Frau Kadeer betont, trotz der gewalttätigen Unterdückung ihres Volkes in China komme Gewalt nicht in Frage. Der Kampf der Uiguren sei ein Kampf mit friedlichen Mitteln. Nur so könnten sie sich der Unterstützung der Weltgemeinschaft sicher sein. Außerdem würden die Chinesen ihr Volk ein für allemal auslöschen, wenn es wirklich zu den Waffen greifen würde. Sie erklärte auch jetzt wieder, sie lehne die Gewalt auf beiden Seiten ab und verurteile die maßlose Gewalt gegen Demonstranten ebenso wie die Übergriffe von Uiguren gegen Chinesen.

Vor diesem Hintergrund klingt es geradezu absurd, wenn die chinesischen Machthaber in Peking ihr vorwerfen, die Ausschreitungen angestiftet zu haben. Die Ereignisse im ehemaligen Ost-Turkestan zeigen erschreckende Parallelen zu denen in Tibet. Auch die Tibeter werden seit vielen Jahren gewaltsam unterdrückt und wurden durch die forcierte Ansiedlung von Chinesen in Tibet zur Minderheit im eigenen Land. Ebenso wie die Präsidentin des Uigurischen Weltkongresses wird auch der Dalai Lama, der auch Träger des Friedensnobelpreises ist, von den Chinas Machthabern immer wieder der Anstiftung zur Gewalt in Tibet bezichtigt.

China will mit gewaltsamer Unterdrückung verhindern, dass sich die ehemals souveränen Völker von China lossagen, und erreicht damit genau das Gegenteil. Dass sich Imperien nicht mit Gewalt zusammenhalten lassen, haben im Verlauf der Geschichte, bis in die jüngste Vergangenheit, schon viele mächtige Herrscher erfahren müssen. Es wäre klug, wenn Chinas Machthaber das noch rechtzeitig einsehen würden, bevor es dort zu weiteren Blutbädern mit noch mehr Toten kommt.

Es heißt, Chinas Kommunisten hätten der Welt zu ihrem diesjährigen 60. Jahrestag gerne das Bild einer "harmonischen Gesellschaft" präsentieren wollen. Einen solchen Blödsinn können sie vielleicht dem Teil ihrer Bevölkerung erzählen, der für ihre Propaganda noch empfänglich ist. Allen anderen, die das System aufgrund eigener leidvoller Erfahrungen durchschauen, können sie diesen Bären ebensowenig aufbinden, wie der Welt außerhalb ihrer Staatsgrenzen.


(Quellen: Tagesschau vom 06.07.2009, Rheinische Post vom 08.07.2009)

Dienstag, 7. Juli 2009

Die Vattenmärchen

Atomkraft? Nein Danke!Es war einmal ein Vatten. Der kam aus einem fernen Land in einer Gegend, die bei den Leuten hierzulande unter dem Namen Skandinavien bekannt ist. Der Vatten betrieb in Deutschland zwei wunderschöne Atomkraftwerke, die ganz viel billigen und sauberen Strom erzeugten. Anno 2007 musste der Vatten aber leider plötzlich seine tollen Atomkraftwerke abschalten, weil die bösen Herrscher im Lande Deutschland wollten, dass seine Atomkraftwerke nach einigen unbedeutenden, klitzekleinen technischen Problemchen erst einmal gründlich untersucht werden sollten, bevor sie wieder ganz viel billigen und sauberen Strom erzeugen durften. Aber schon zwei Jahre später war wieder alles in Butter. Zumindest im Krümmelkraftwerk waren alle Probleme beseitigt. Die Anlage war jetzt sicher wie noch nie ...


Nachdem es zwei Jahre lang wegen eines Tranfsformatorenbrandes abgeschaltet war, gab Vattenfall Anfang Juni bekannt, sein Atomkraftwerk Krümmel sei nach aufwändigen Sicherheitsüberprüfungen wieder betriebsbereit. Deshalb wolle man es wieder an's Netz bringen. Außerdem versprach der Betreiber des Atomkraftwerks Besserung bezüglich der Einhaltung seiner Informationspflicht gegenüber der Atomaufsichtsbehörde des Landes Schleswig-Holstein. Am Freitag dem 19. Juni 2009 war es dann soweit: Der auf sechs Tage veranschlagte Neustartprozess wurde initialisiert, und nachdem das Atomkraftwerk daraufhin ganze 16 Tage lang mit "nur einer" Unterbrechung am 1. Juli aufgrund eines "kleinen Problems" mit einem Transformator in Betrieb gewesen war, gab es am Samstag dem 4. Juli erneut einen schweren Kurzschluss in einem Transformator. Betroffen war der zweite der beiden Transformatoren, von denen der erste nach einem Kurzschluss im Sommer 2007 in Brand geraten war. Das hatte damals zur zweijährigen Abschaltung des Kraftwerks geführt. Nach dem aktuellen Kurzschluss wurde der Reaktor auch jetzt wieder wieder automatisch abgeschaltet und die Anlage vom Netz getrennt.

Außerdem wurde dieses Mal auch die Atomaufsicht einigermaßen zeitnah benachrichtigt - allerdings von der Polizei anstatt von Vattenfall. Polizisten waren beim Abräumen von Absperrungen nach einer Demonstration von Atomkraftgegnern wegen der vorangegengenen Trafo-Panne am 1. Juli 2009 zufällig auf den Vorfall im Atomkraftwerk aufmerksam geworden.

Frau Trauernicht (SPD, Sozialministerin, Schleswig-Holstein) sagte am 06.07.2009 in einer Sendung des NDR, Vattenfall habe die üblichen Meldewege nicht eingehalten und habe kein Gespür für die Situation gehabt. Sie habe erst auf Nachfrage von Vattenfall die relevanten Informationen bekommen. Das sei völlig unakzeptabel. da hat sie Recht! Das Verhalten von Vattenfall kommt mir irgendwie so seltsam bekannt vor. Das kennen wir doch alles schon vom letzten Mal vor zwei Jahren.

Und zufällig waren die Folgen auch dieses Mal wieder schlimmer als es zuerst den Anschein hatte. Und genau wie vor zwei Jahren entschuldigt man sich auch dieses Mal für die "Informationspannen" und bedauert, dass es durch die Schnellabschaltung erneut zu einer Verunsicherung der Bevölkerung gekommen ist. Klar bedauert man das. "Verunsicherte Bevölkerung" ist auf die Dauer schlecht für's Geschäft. So langsam kommt man nämlch doch in Erklärungsnot, warum man die "verunsicherte Bevölkerung" unverantwortlicherweise erneut dieser Gefahr ausgesetzt hat. Nach Informationen des Spiegel ist das Atomkraftwerk Krümmel nämlich offenbar nur knapp einem ähnlich folgenschweren Trafobrand entgangen.


Das Märchen
von der Beherrschbarkeit der Atomkraft


Für den Kurzschluss in dem 33 Jahre alten Transformator habe Vattenfall bisher keine Erklärung. Nach dem neuen Kurzschluss habe es in der Folge Schäden während der Schnellabschaltung gegeben. So sei es aufgrund eines defekten Brennelements zu erhöhter Radioaktivität im Reaktorwasser gekommen, die Kühlung des Reaktorwasser-Reinigungssystems habe Probleme verursacht und außerdem sei noch die Elektronik für die Steuerung einer Sicherungsmutter beschädigt gewesen.

Aufzeichnungen, die Aufschluss über die Umstände der Schnellabschaltung des Reaktor geben könnten liegen nicht vor, da die im Zusammenhang mit der Wiederinbetriebnahme von der Atomaufsicht des Landes Schleswig-Holstein vorgeschriebene Audio-Überwachung im Atomkraftwerk Krümmel zur Zeit des Kurzschlusses nicht in Betrieb gewesen sei. Gegen die Audio-Überwachung hatte Vattenfall beim Oberverwaltungsgericht Schleswig geklagt, hatte sich letztlich zwar zur Installation der Anlage bereit erklärt, diese dann aber zunächst nicht in Betrieb nehmen wollen - es seien vorher noch Fragen zum Datenschutz zu klären. Na ja: Das mit dem Datenschutz hat Vattenfall dann ja wirklich gut hinbekommen - jedenfalls soweit es die Geheimhaltung möglicher Fehler aufgrund der inaktiven Audio-Überwachung betrifft. Die mangelhafte Informationspolitik des Atomkraftwerkbetreibers konnte, Dank der Demonstration vor dem Kraftwerk und der Aufmerksamkeit der deswegen anwesenden Polizisten, allerdings auch nach diesem Vorfall nicht lange geheim gehalten werden.

Und - wie sollte es anders sein - auch jetzt ist Vattenfall von der Sicherheit seines Atomkraftwerks absolut überzeugt, und will es unbedingt wieder ans Netz zu bringen. Es sei noch eine Laufzeit von acht bis neun Jahren geplant. Genau wie vor dem erneuten Anfahren des Atomkraftwerks Krümmel nach der zweijährigen Abschaltung versichert Vattenfall auch dieses Mal, man werde das Atomkraftwerk erst wieder in Betrieb nehmen, wenn alle technischen und organisatorischen Fragen "eindeutig" geklärt seien. Auch diese gebetsmühlenartig immer wiederholten Beteuerungen kennen wir schon aus der Zeit nach dem Transformatorenbrand im Sommer 2007. Zumindest angesichts der "eindeutigen" Sicherheit des defekten Transformators, des defekten Brennelements, der problematischen Kühlung des Reaktorwasser-Reinigungssystems, sowie der defekten elektronischen Steuerung der Sicherungsmutter frage ich mich ernsthaft, was denn beim nächsten erneuten Anfahren des Atomkraftwerks Krümmel noch alles passieren muss, bevor es endlich abgerissen wird.


Das Märchen
von der Zuverlässigkeit


Das einzig positive an diesem erneuten haarsträubenden Vorfall im Zusammenhang mit einem Vattenfall Atomkraftwerk ist, dass die für die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständige Frau Trauernicht (SPD, Sozialministerin, Schleswig-Holstein), eine erneute Zuverlässigkeitsprüfung des Betreibers Vattenfall anordnete. Nach der Zuverlässigkeitsprüfung aufgrund der Vorfälle im Jahre 2007 hatte sie die Zuverlässigkeit anhand der Kriterien des Atomgesetzes unter anderem deswegen aussprechen müssen, weil Vattenfall versichert hatte, sich künftig an seine Meldepflicht zu halten. Jetzt hat der Konzern erneut demonstriert, wie genau er es damit nimmt. Außerdem hat Vattenfall eindeutig gegen Auflage verstoßen, bei Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Krümmel auch die Audioüberwachung in Betrieb zu nehmen. Auch das zeugt nicht von Zuverlässigkeit. In die gleiche Bresche schlägt auch Frau Künast (Grüne). Diese hat Vattenfall die Eignung für das Betreiben von Atomkraftwerken aufgrund der ewigen Pannen im Atomkraftwerk Krümmel schon jetzt generell abgesprochen. Es zeuge von gefährlichem Dilettantismus, dass Vattenfall das Atomkraftwerk Krümmel in nur zwei Wochen zweimal vom Netz nehmen musste.

In der Presse und den Fernsehnachrichten wurde berichtet, dass der Kurzschluss im Atomkraftwerk Krümmel schweren Störungen im Stromnetz von Hamburg und Teilen von Schleswig-Holstein zur Folge hatte. Die meisten Ampeln in Hamburg seien ausgefallen, und im Hamburger Wasserleitungsnetz seien durch den Ausfall große Schäden entstanden, weil sich alle Pumpen nach der unerwarteten Spannungsunterbrechung plötzlich gleichzeitig wieder einschalteten. Infolge der Rohrbrüche sei es auch zu Wasserschäden in Wohnhäusern gekommen. Der Atomkraftwerksbetreiber Vattenfall habe erklärt, er habe davon keine Kenntnis, und habe lediglich eingeräumt, dass sich aufgrund des Spannungseinbruchs von weniger als einer Sekunde einzelne Kundenanlagen vom Netz getrennt hätten, und dass sich ein Einkaufszentren und Industriebetriebe beschwert hätten. Er sehe sich nicht in der Pflicht, für die durch den Kurzschluss in seinem Atomkraftwerk verursachten Schäden aufzukommen.


Das Märchen
von der Kompetenz


Drei Tage nach Beginn des Neustartprozesses im Atomkraftwerk Krümmel berichtete der Spiegel, Vattenfall hoffe sein ebenfalls seit zwei Jahren abgeschaltetes Atomkraftwerk Brunsbüttel im Kreis Dithmarschen noch in diesem Jahr wieder in Betrieb nehmen zu können. Es war im Juni 2007 nach einer Pannenserie ebenfalls vom Netz genommen worden. Der Spiegel zittierte Herrn Tuomo Hatakka (Vattenfall Europe, Vorstandsvorsitzender) am 22.06.2009 mit den Worten:
  • "Ich hoffe, dass die Wiederinbetriebnahme noch in diesem Jahr stattfinden wird. Wenn wir es in Krümmel schaffen, sehe ich keinen Grund, dass wir es in Brunsbüttel nicht schaffen. Wir wissen, was zu tun ist und arbeiten daran."
Das ist jetzt aber dumm gelaufen für Herrn Hatakka und seinen Vattenfall Konzern. Mit der Wiederinbetriebnahme seines Atomkraftwerks in Krümmel ist es ja nun nicht gerade so toll gelaufen. Dort wurde wieder einmal bewiesen, dass Vattenfall zumindest bezüglich der Einhaltung behördlicher Auflagen und seiner Informationspflicht gegenüber der Atomaufsichtsbehörde nicht weiß, was zu tun ist. Wie es mit seinem Wissen aus technischer und personeller Sicht aussieht, wird sich allerdings wohl nicht so leicht nachweisen lassen - nicht zu zuletzt auch wegen des Verstoßes gegen die Pflicht zur Audioüberwachung der Vorgänge im Kraftwerk.


Das Märchen
von der billigen Atomkraft


Wenn das Atomkraftwerk Krümmel vor zwei Jahren endgültig stillgelegt worden wäre, dann hätte Vattenfall 300 Millionen Euro sparen können, die für die Reparatur und die Überprüfung des Atomkraftwerks Krümmel ausgegeben wurden. Laut Vattenfall kämen noch Umsatzausfälle für nicht produzierten Atomstrom, den offensichtlich auch niemand gebraucht hat, von einer Million Euro pro Stillstandstag hinzu. Jetzt wissen wir also, warum Krümmel auf Drängen von Vattenfall unbedingt noch acht bis neun Jahre laufen soll. Allein ungefähr ein Jahr wird es dauern, bis die Reparatur des ersten Trafos bezahlt ist. Wenn der neue Kurzschluss genau so teuer werden sollte, dann werden es jetzt schon zwei Jahre sein, die der Reaktor nur zur Deckung der Reparaturkosten laufen müsste.

Ich würde so etwas als unwirtschaftlich bezeichnen, zusehen, dass ich den Pannenreaktor loswerde, und mich freuen dass ich noch einmal so glimpflich davon gekommen bin. Wenn Vattenfall ebenso vernünftig handeln würde, dann würde der Energiekonzern aber zugeben, dass die Geschichte von der billigen, sauberen und sicheren Atomkraft nichts weiter als ein schönes Märchen gewesen ist. Und das geht natürlich auf gar keinen Fall.


Das Märchen
von der Unverzichtbarkeit der Atomkraft


Der von den Atomkraftwerksbetreibern immer wieder prognostizierte Zusammenbruch der Energieversorgung ist auch nach dem gleichzeitigen zweijährigen Ausfall der beiden Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel nicht eingetreten. Statt dessen hat es lediglich einen zweijährigen finanziellen Zusammenbruch beim Umsatz des Vattenfall-Konzerns gegeben. Im Jahre 2008 lieferten Atomkraftwerke 11,6 Prozent der in Deutschland verbrauchten Primärenergie, während 7,4 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt wurden. Bezogen auf den heutigen Verbrauch soll nach dem Willen der Bundesregierung bis zum Jahr 2025 allein der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung auf 25 Prozent steigen.



"Und wenn sie nicht gestorben sind, ..."

Um sicherzustellen, dass nicht erst noch unzählige unschuldige Menschen sterben und große Teile Norddeutschlands verwüstet werden, ist es an der Zeit, das Märchenbuch jetzt zuzuklappen und zur Realität zurückzukehren.

Politiker, die bei ihrem Amtsantritt schwören,

'ihre Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen,
seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm zu wenden',

aber gleichzeitig lautstark verkünden die Bevölkerung weiterhin der Gefahr dieser hochgefährlichen Technologie aussetzen zu wollen haben in meinen Augen jeden Anspruch auf Glaubwürdigkeit verloren. Nur dann, wenn diese Handlanger der Atomlobby nach der Bundestagswahl im September 2009 keine Möglichkeit haben, ihre Vorhaben in die Tat umzusetzen, besteht eine wirkliche Chance, dass es auch in den Vattenmärchen am Ende irgendwann heißen kann:

"... dann leben sie noch heute glücklich und zufrieden."


Karte: AKW Standorte und Restlaufzeiten
ARD Sondersendung: Wie betroffen ist der Norden?


Montag, 6. Juli 2009

Straßenfest in der Alten Bürger


Alte Bürger, Ecke Schleusenstraße

Wenn irgendwo ein Straßenfest stattfindet, dann treffen sich in der Regel die Anwohner der betreffenden Straße an einem Nachmittag zu einem gemütlichen Nachbarschaftfest bei Kaffee und Kuchen. Beim jährlich stattfindenden Straßenfest in der "Alten Bürger" ist das allerdings etwas völlig anderes: Dort kommen Leute aller Generationen und Anhänger ehemaliger und aktueller Jugend- und Subkulturen aus halb Bremerhaven bei Live Musik, auf der Straße oder in Straßencafés vor den zahlreichen Kneipen, Gaststätten und Restaurants zusammen, um gemeinsam eine große Fete zu feiern.



Der Straßenname "Alte Bürger" ist allerdings in keinem offiziellen Bremerhavener Stadtplan verzeichnet. Früher hieß die Straße zwischen der Rickmersstraße und der Lloydstraße einmal Kaiserstraße. Im weiteren Verlauf in Richtung Süden ging sie in die Bürgermeister-Smidt-Straße über. Die Bürgermeister-Smidt-Straße wird von den Bremerhavenern seit jeher inoffiziell "die Bürger" genannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die ehemalige Kaiserstraße ebenfalls den Namen "Bürgermeister-Smidt-Straße", so dass die Bürger jetzt von der Rickmersstraße im Norden bis zur Fährstraße im Süden verläuft.

Die "Alte Bürger" ist also eigentlich die Neue Bürger - oder die Alte Kaiserstraße. Ich kann allerdings nicht mit Sicherheit sagen, ob der Ausdruck "Alte Bürger" aus einer Kombination aus Alte Kaiserstraße und neue Bürger entstanden ist. Möglicherweise lässt sich die Bezeichnung "Alte Bürger" auch auf die in diesem Abschnitt der Bürgermeister-Smidt-Straße erhalten gebliebenen Gründerzeit-Häuser zurückführen. Südlich des Martin-Donandt-Platzes wurde praktisch der gesamte Gebäudebestand aus der Gründerzeit das Opfer der Bombenangriffe im Jahre 1944. Auf alle Fälle ist die "Alte Bürger" aber so etwas wie ein Markenname des Abschnitts der Bürgermeister-Smidt-Straße, in dem sich eine große Anzahl von Szene Kneipen befindet.



Viele Bremerhavener der "früheren jungen Generationen" werden sich sicher noch wehmütig an das "Wally" erinnern. Diese Eckkneipe an der Kreuzung Schleusenstraße/Alte Bürger war einmal der Treffpunkt in Bremerhaven. Hier verkehrten zusammen mit "ganz normalen Menschen" so unterschiedliche Leute wie zum Beispiel Rocker, Popper, Yippies, Punker, Hafenarbeiter, Hippies, Gymnasiasten oder Akademiker friedlich miteinander, die sich an anderen Orten auch schon einmal handgreiflich in die Quere kamen.


Alte Bürger, Ecke Am Gitter: Eine der Musik Bühnen

Da der Raum im Wally begrenzt war, stand ein großer Teil der Gäste oft in einer dichten Menge vor der Tür auf der Straße. Wenn man abends loszog und Gesellschaft suchte, dann fing man dort an, sich nach zufälligerweise immer anwesenden Bekannten und Freunden umzusehen. Drinnen standen die Gäste dicht an dicht. Jeder Quadratzentimeter wurde ausgenutzt. Für den Weg vom Eingang entlang der Theke zu der kleinen Tanzfläche im hinteren Bereich musste man schon deshalb eine gewisse Zeit einplanen. Da viele der Leute, an denen man sich vorbeiquetschte, Freunde und Bekannte waren, kamen immer auch noch diverse Stopps mit mehr oder weniger langen Unterhaltungen hinzu.

Als das Wally aufgrund von Anwohnerbeschwerden Ende der 1980er Jahre eines Tages zwangsweise schließen musste, gab es einen großen Aufschrei der Empörung in Bremerhaven. Spontane Demos fanden statt, auf denen "Ohne Wally gibt's Krawally" skandiert wurde. Na ja: Ganz so schlimm kam es dann doch nicht. Die Anhänger des Wally blieben trotz ihres Unmuts friedlich - so wie sie es eigentlich schon immer gewesen waren ...

Als das Wally aus dem Haus war, zog ein Lebensmitteldiscounter in die Räume ein. Aber der war bereits nach wenigen Jahren Geschichte. Das war eigentlich vorhersehbar gewesen, da es sich um eine dieser Ketten handelte, die heute eine Filiale eröffnen, um sie morgen wieder zu schließen und eine Straße weiter eine neue zu eröffnen. Seit dem steht der Laden leer. Aber die Szenemeile "Alte Bürger" ist bis heute lebendig, und beim Straßenfest trifft man immer noch die alten Bekannten von damals.

Sonntag, 5. Juli 2009

Wasserorchester


Wasserorchester

Auf dem Platz vor dem Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven waren vom 3. bis zum 5. Juli 2009 einige ziemlich kuriose Musikinstrumente im Kreis aufgestellt. Davon hatte ich in einem kurzen Beitrag der Regional-Fernsehsendung "Buten & Binnen" von Radio Bremen gehört.

Ich hatte vor einigen Jahren einmal in einem Folk Konzert ein Musikinstrument gehört und gesehen, das mit einem Geigenbogen gespielt wurde, und dessen Wasserfüllung die Töne auf- und abschwellen ließ. Daher war ich neugierig geworden, und wollte einmal sehen, was ein ganzes Wasserorchester so zu bieten hat.

Auch wenn einige "Instrumente" nicht viel mehr waren als eine mit einer aufwändigen Mechanik versehene Wasserplanscherei, war ich doch überrascht, über die Vielfalt von Möglichkeiten, Wasser zur Beeinflussung von Musikinstrumenten zu verwenden. Da gab es zum Beispiel ein ein Flaschen-Xylophon, ein Platschklavier oder Ploppröhren zu sehen, die man auch nach Lust und Laune ausprobieren konnte. Mit allen diesen Instrumenten ließen sich Klänge erzeugen, die irgendwie von Wasser beeinflusst wurden, oder Wasser zur Klangerzeugung verwendeten. Es gab Orgelpfeifen, denen die für die zur Klangerzeugung notwendige Luft durch auf- und abbewegen in einem Wassereimer zugeführt wurde, oder einen Gong, der an einem Gestell mit einer Kurbel hing, mit der er in einem Wasserbad auf- und abbewegt werden konnte, wodurch sich die Tonhöhe kontinuierlich änderte. Das ganze war ein großer Spaß für die Kinder vorbeikommender Spaziergänger. Aber auch einige Erwachsene platschten, ploppten und heulten was das Zeug hielt.

Der Erfinder dieses Wasserorchesters ist Michael Bradke, der seine Instrumente auf Einladung des Schiffahrtsmuseums in Bremerhaven aufbaute. Bei der Erfindung der Instrumente hat Herr Bradke sich auch von anderen Kulturen inspirieren lassen. So waren zum Beispiel schwimmende Kürbisse in Ghana Vorbild für seine Wassertrommeln. Die Idee für seine Wasserorgeln basiert auf Heulbojen, die beim auf- und abschwimmen im Wellengang den Druck einer Luftsäule verändern um mit einer Pfeife Töne zu erzeugen.

Ich habe einige der Klänge aufgenommen und mit einem Musikprogramm zu so etwas wie einem Musikarrangement zusammengestellt, das ich als "Hintergrundmusik" für die kurze Diashow verwendet habe, in der die Instrumente des Wasserorchesters zu sehen sind.

(Quellen: Michael Bradke, Buten & Binnen vom 03.07.2009)

Samstag, 4. Juli 2009

Zwergotter


Zwergotter im Bremerhavener "Zoo am Meer"

Früher waren die Gehege in den Zoos so ausgelegt, dass die Tiere ständig zu sehen waren. Privatsphäre und Quartiere, in denen sie sich auch einmal zum Ruhen zurückziehen können, gab es nicht. Nach dem Umbau des Bremerhavener Zoos am Meer entsprechend der aktuellsten Erkenntnisse bezüglich einer artgerechten Haltung, sollte man für einen Besuch schon etwas mehr Zeit einplanen, als es die Größe des kleinen Zoos auf den ersten Blick vielleicht vermuten lässt. Dafür wird man mit Erkenntnissen über die Tiere belohnt, die man bei den Zoo Konzepten früherer Zeiten, in denen die Tiere die meiste Zeit des Tages wie auf einem Präsentierteller nervös von einer Ecke des Geheges zur anderen liefen, nie erlangt hätte.

Viele Menschen, die einen Zoo besuchen, verlangen von den Tieren dort aber auch heute noch, dass diese ihnen für das teure Eintrittsgeld gefälligst ein ausgiebiges Showprogramm bieten sollen. Diese Fraktion der Zoobesucher kommt bei den Zwergottern im Zoo am Meer voll auf ihre Kosten. Den Ottern ist es vermutlich zwar völlig egal, was die Zoobesucher von ihnen erwarten, aber aufgrund ihres geselligen Umgangs untereinander bieten sie häufig einen Einblick in ihr Leben, der zufällig der Erwartungshaltung dieser Besucher entspricht.

Die freilebenden Verwandten der Bremerhavener Zwergotter leben in kleinen Familengruppen an Flüssen und Flussmündungen, hauptsächlich jedoch im nahen Küstenbereich rund um den Indischen Ozean. Am Rande der Gewässer errichten die 45 bis 60 Zentimeter langen Tiere ihre Bauten. Der Eingang liegt unter der Wasserlinie und ist über einen Gang mit dem Bau verbunden. Der Wohnbereich des Baus liegt über der Hochwasserlinie. Zwergotter gehen tagsüber gemeinsam auf Nahrungssuche. Die kleinen Raubtiere ernähren sich hauptsächlich von Weich- und Schalentieren wie Schnecken, Muscheln oder Krebsen.

An den Vorderpfoten besitzen die Zwergotter Finger, zwischen denen sich wenig ausgeprägte Schwimmhäute befinden. Daher sind die Finger relativ beweglich, so dass sie diese in ähnlicher Weise einsetzen können, wie wir Menschen. Mit den Fingern ihrer Vorderpfoten halten sie auch ihre Nahrung, die sie oft auch in ähnlicher Weise "waschen", wie man es von Waschbären kennt.


Unser kleiner Zoo am Meer

(Quellen: Zoo am Meer, Wikipedia, Tierdoku)

Donnerstag, 2. Juli 2009

Kohlendioxid ENDlager?

Die Energiekonzerne treiben ihre Pläne, das bei der Verbrennung in ihren mit fossilen Energieträgern befeuerten Kraftwerken (Kohle, Erdöl, Erdgas) entstehende Kohlendioxid (CO2) aus dem Abgas abzuscheiden und unterirdisch zu lagern, mit aller Macht voran. Damit wollen sie den Weiterbetrieb, sowie den Bau neuer Kraftwerke, die Strom aus fossilen Energieträgern erzeugen, sicherstellen.

Am 01.07.2009 berichtete die Nordsee-Zeitung darüber, dass der Eon Konzern die Erlaubnis für großflächige auf fünf Jahre angelegte geologische Untersuchungen auch in insgesamt 17 Landkreisen im Wesergebiet beantragt hat. Der Konzern will das CO2 aus seinen Kraftwerken in Hohlräume in tiefliegende Buntsandsteinschichten pressen.

Einmal ganz davon abgesehen, dass diese Technik den Wirkungsgrad der Energieerzeugung verschlechtern wird, stellen sich mir einige entscheidende Fragen, die mir bisher niemand schlüssig beantworten konnte.
  • Wie hoch ist der Wirkungsgrad der CO2-Abscheider nach derzeitigem Stand der Technik und welche Verbesserungen wären diesbezüglich noch zu erwarten? Was passiert mit dem nicht von den Abscheidern erfaßten CO2 im Abgas, das wie bisher in die Atmosphäre gelangen wird?
  • Was ist ein Endlager? Nach meinem Verständnis der Begriffe "End" für endgültig und "Lager" ist ein Endlager ein Aufbewahrungsort für etwas, das für immer dort bleiben soll. Da in einem solchen Endlager eingelagertes CO2 aufgrund der inzwischen hinlänglich bekannten Auswirkungen auf das Klima niemals in die Atmosphäre entweichen darf, solange es Leben auf unserem Planeten gibt, muss absolut sicher gestellt sein, dass dieses Lager bis in alle Ewigkeit absolut gasdicht ist.
  • Gibt es eigentlich irgend jemanden, der wissenschaftlich belegbar und mit absoluter Gewissheit beweisen kann, dass unterirdisch "end"-gelagertes CO2 bis in alle Ewigkeit auch dort unten bleibt?
Ich habe da ehrlich gesagt so meine Zweifel. Anscheinend teilt selbst der Befürworter der unterirdischen Lagerung von CO2, Prof. Dr. Andreas Dahmke (Professor für angewandte Geologie, Universität Kiel) meine Bedenken, denn die Nordsee-Zeitung zitiert ihn mit den Worten: "In 300, 400 Jahren könnten vielleicht einige Promille (CO2) austreten. ..." Im Zusammenhang mit dem ganzen Text des Berichts ist diese Aussage allerdings verharmlosend gemeint.

Weiterhin verwendet Herr Dahmke einige weitere Vergleiche, die Bedenken von Kritikern der unterirdischen CO2-Lagerung herunterspielen sollen. So sagt er zum Beispiel, vorhandene Gasspeicher, Gas- und Ölpipelines seien explosiver und umweltgefährdender als CO2-Pipelines und die unterirdische CO2-Speicherung.
  • Erstens sind die Gas- und Öl-Unfälle, die sich in der Vergangenheit ereigneten, schon schlimm genug gewesen und eignen sich daher in keiner Weise als Argument, um die möglichen, damit überhaupt nicht vergleichbaren Folgen der Risiken einer anderer Technologie zu verharmlosen.
  • Zweitens hatten diese Unfälle regional und zeitlich begrenzte Auswirkungen. Aus unterirdischen Lagern in die Atmosphäre entweichendes CO2-Gas würde hingegen die Lebensbedingungen auf den gesamten Planeten gefährden.
Regional begrenzte Risiken mögen - das Einverständnis von möglichen Unfällen Gefährdeter vorausgesetzt, und soweit durch Prävention beherrschbar - gerade noch hinnehmbar sein. Die Folgen einer Gasexplosion betreffen vielleicht eine Stadt, die einer undicht gewordenen Öl-Pipeline eine Küste oder den Boden und das Grundwasser einer Region in Deutschland. Selbst die Inkaufnahme derartiger Risiken, deren Folgen im Falle eines Fehlers oder Unfalls immer auch unbeteiligte Anwohner sowie die Tier- und Pflanzenwelt betreffen werden, halte ich schon für höchst fragwürdig. Es sind nämlich immer die Betreiber dieser riskanten Technologien, die damit viel Geld verdienen, während im Falle eines Unfalles Eigentum, Gesundheit und Leben unzähliger Unbeteiligter gefährdet sind. Der Einsatz von Technologien, deren Risiken grenzüberschreitend zu dauerhaften Schäden in anderen, unbeteiligten Ländern oder gar zu globalen Katastrophen führen könnten (Atomkraft-, Kohle-, Erdöl-, Erdgas-Kraftwerke), ist jedoch unter keinen Umständen zu verantworten.

Wenn "in 300, 400 Jahren", wie Herr Dahmke zugesteht, vielleicht die ersten "Promille" des eingelagerten CO2-Gases wieder an der Erdoberfläche ankommen sollten, dann wird ihm das sicher völlig egal sein. Ich bin mir auch durchaus bewusst, dass es noch weitere Zeitgenossen gibt, die lieber nach dem Motto "Nach mir die Sintflut" handeln, als dass sie bereit wären persönliche Einschränkungen hinzunehmen, welche die schlimmsten Auswirkungen der Klimaerwärmung für unsere Nachkommen noch verhindern könnten.

Schade nur, dass diese in "in 300, 400 Jahren" keine Gelegenheit mehr haben, Herrn Dahmke zu sagen, wie sie darüber denken. Einen kleinen Vorgeschmack darauf könnte er sich vielleicht aber schon einmal abholen, wenn er zum Beispiel den Bewohnern der Malediven seine Ansichten über das "Restrisiko infolge weiterer CO2 Emissionen" darlegen würde. Auf den Malediven ist die Sintflut aufgrund der Klimaerwärmung nämlich bereits heute Realität.

Dass die Erdkruste seit jeher ständigen Veränderungen unterworfen ist, lernen die Kinder heute bereits in der Schule. Faltungen, Einbrüche, Bildung von Rissen aufgrund auftretender Spannungen oder Erdbeben lassen es eher unwahrscheinlich erscheinen, dass sich unterirdisch gespeichertes CO2-Gas dort auf Dauer sicher unter Verschluss halten lässt. Infolge von Bergbauaktivitäten ist es auch in Deutschland schon zu Erdverwerfungen gekommen, die an der Erdoberfläche als Erdbeben wahrgenommen wurden, und bei denen es, wie im Saarland im Februar 2008, auch zu Schäden an Gebäuden kam. Sehr interessant zu lesen in Bezug auf die Folgen menschlicher Eingriffe in die Erde ist auch der Beitrag "Erdbeben der 4. Art" auf den Seiten der Eduseis-AG am Copernicus-Gymnasium in Philippsburg.

Wer von uns in Norddeutschland meint, das Saarland sei ja weit weg, der sollte sich vielleicht nicht allzu sicher fühlen. So ist auf "scinexx" im Artikel "Mensch als Erdbeben-Auslöser" zu lesen: "2004 und 2005 zitterte in Norddeutschland die Erde - offenbar als Folge der Gasförderung in Niedersachsen."

Aufgrund der Tatsache, dass sich die Strukturen der Erdkruste ständig ändern, können die sogenannten "End"-lager aus meiner Sicht bestenfalls Zwischenlager sein, mit deren Hilfe die CO2-Emissionen der fossil befeuerten Kraftwerke lediglich zeitverzögert in die Atmosphäre gelangen werden, um dann mit etwas Verspätung zur weiteren Erwärmung der mittleren Temperatur auf der Erde beizutragen. Oder hat CO2 so etwas wie eine Halbwertszeit, so dass es völlig egal ist, wenn es irgendwann aus der Erde unkontrolliert in die Atmosphäre entweichen wird?

Solange mich niemand vom Gegenteil überzeugen kann, lehne ich
deshalb die sogenannte unterirdische "End"-lagerung entschie-
den ab. Dieses wird bei meiner Entscheidung am Tag der Bun-
destagswahl ganz oben auf meiner Prioritätenliste stehen.


Quelle: Nordsee-Zeitung vom 01.07.2009)

Mittwoch, 1. Juli 2009

Schoki macht glücklich



In letzter Zeit erhalte ich häufiger E-Mails mit dem Betreff:

"Schokolade essen macht dick"

"Das wird dann wohl schon so sein" war mein erster Gedanke beim lesen des Betreffs der ersten E-Mail dieser Serie, denn die Absenderin ist schließlich eine Frau Dr. Hungertuch*), und Doktoren sind ja studierte Leute. Anhand der Einträge im Feld "cc:" ließ sich unschwer erkennen, dass ich nicht der einzige vermeintlich übergewichtige Adressat war, der damit auf das schwerwiegende Problem der ihm angedichteten Schokoladensucht hingewiesen werden sollte.

Hätte mich auch gewundert, wenn die gute Frau Dr. Hungertuch Kenntnis von meiner Vorliebe für Schokolade gehabt hätte (allerdings: man weiß ja nie ...). Nachdem ich schon die erste dieser E-Mails - sowie unzählige ihrer anschließend eingetroffenen Schwestern - im Daten-Nirvana verschwinden lassen hatte, hat es mich irgendwann doch einmal gereizt zu erfahren, womit die gute Frau Dr. Hungertuch die viel zu fette Menschheit im allegemeinen - und mich im besonderen - zu kurieren gedenkt. Ich habe den Text der E-Mail also in die Zwischenablage kopiert, ohne die E-Mail dabei zu öffnen, und habe ihn dann im Text Editor gelesen. Diese hochwissenschaftliche Abhandlung möchte ich euch natürlich auf keinen Fall vorenthalten:

Sehr geehrte/r mein.name(at)mein-provider.de**),

Angenehm abnehmen kann heut zu Tage unk0mpliziert sein und genauso echt Genuss machen. Probieren Sie dieese frische Art und weise und erfahren sie, wie kinder-leicht es ist 10 Kilogram innerhalb einem M0nat abzu-nehmen.

Unter [Internetadresse] erhalten Sie sie Beratungshinweise, um problemlos viel abzunehmen ohne sich dabei einschränken zu müssen.

Mit uns erfolgreich abnehmen!

Mit mageren***) Grüßen
Dr. Herta Hungertuch

Na ja, Frau Doktor: Pisa lässt auch schön grüßen! Außerdem sollten Sie, als Akademikerin, eigentlich davon absehen, Silben in Wörtern mit Ziffern abzukürzen. Man schreibt schließlich auch nicht "8ung" wenn man "Achtung" meint. Von Begriffen wie "unknullmpliziert" oder "Mnullnat" habe ich allerdings noch nie etwas gehört. Auch das Lexikon hilft mir diesbezüglich nicht wirklich weiter. Oder handelt es sich dabei vielleicht um medizinische Fachausdrücke?

Aber davon einmal abgesehen: Von Ihnen lasse ich mir meine Schokolade nicht vermiesen! Außerdem läge ich schlappe zehn Kilogramm unterhalb meines Idealgewichtes, wenn ich mich tatsächlich auf ihre blödsinnige Idee, 10 kg abzunehmen zu müssen, einlassen würde.

Ich bin ja auch nicht so bescheuert, auf den Link mit der Internetadresse in Ihrer E-Mail zu klicken. Am Ende habe ich wohlmöglich noch mein Idealgewicht, aber der Datenbestand auf meiner Festplatte hat dafür rapide abgenommen. Ich habe jedoch auch so Phantasie genug, um mir vorzustellen zu können, dass Sie beabsichtigen, für Ihre vermutlich wirkungslosen Zaubermittelchen ganz schön tief in die Portemonaies ihrer potentiellen Opfer zu greifen.

Da gebe ich das gesparte Geld doch lieber für weitere Schokolade aus. Je mehr ich davon esse, desto mehr von den im Kakao der Schokolade enthaltenen stimmungsaufhellenden und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen nehme ich nämlich zu mir und befinde mich somit kontinuierlich auf einem erhöhten Glückslevel. Wie Sie unschwer nachvollziehen können, prallt ihre miese Stimmungsmache daher absolut wirkungslos von mir ab.


Aber Scherz beiseite:

Ich halte Suggestionen, wie sie von derartigen Spammern verbreitet werden, für höchst bedenklich. Eigentlich wohlproportionierte junge Leuten lassen sich heute von der Werbung ohnehin oft leicht einreden, sie seien zu dick. Eine Diät, die anschließend außer Kontrolle gerät, kann für solche Menschen ein Einstieg in die Magersucht sein. Magersucht zählt zu den psychischen Krankheiten mit der höchsten Sterberate. Etwa 15 Prozent der Erkrankten sterben daran.

Übrigens gibt es in meinem E-Mail Client einen Knopf, mit dem man derartigen Datenmüll mit einem Klick im Spamschredder verschwinden lassen kann. Eine feine Sache ist das.


*) Name geändert (juwi)
**) Ist das nicht eine grausam unhöfliche Anrede?
***) geändert (juwi)


Fischers Chamäleon


Zoo am Meer: Fischers Chamäleon

Chamäleon

Ich weiß nicht, ob es mich wohl meint,
oder mehr die fette Beute.
Chamäleons, so wie es scheint,
lieben Fliegen und auch Leute.

Mit einem Auge sieht's mich an.
Das andere dreht's hin und her ... -
ob ich das Kunststück auch wohl kann?
Ich hab's versucht: S'ist ziemlich schwer!

© Jürgen Winkler


... Ähm - also, ehrlich gesagt geht das eigentlich gar nicht! (Jedenfalls nicht mit meinen Augen.)

Das auf dem Foto abgebildete "Fischers Chamäleon" lebt im Bremerhavener "Zoo am Meer" in einem Terrarium in der Zooschule. Man hat ja vielleicht schon einmal davon gehört oder gelesen, dass Chamäleons unbeweglich, in Bäumen auf Ästen sitzen und auf vorbeifligende Insekten lauern, die sie dann mit ihrer unheimlich langen und klebrigen Zunge aus der Luft angeln. Das einzige, was sich an diesen Tieren bewegt, seien die sich unabhängig voneinander in alle Richtungen hin- und herdrehenden Augen.

Dieses Chamäleon saß nicht unbeweglich auf einem Ast. Als es mich sah, kam es sofort an die Frontscheibe seines Terrariums, um mich genauer in Augenschein zu nehmen. Es war schon merkwürdig anzusehen, als ich erkannte, dass es mit seinem einen Auge jeder meiner Bewegungen folgte, während es mit dem anderen hinter sich im Terrarium nach einer zufällig vorbeikommenden Mahlzeit Ausschau hielt.

Das Fischers Chamäleon lebt als Einzelgänger in den Buschsavannen und Bergregenwäldern Kenias und Tansanias, wo es sich von Insekten, Echsen, Schlangen etc. ernährt. Zwei bis drei mal pro Jahr legen die weiblichen Tiere 15 bis 30 Eier. Fischers Chamäleons können bis zu sechs Jahre alt werden und stehen auf der Schutzliste des Washingtoner Artenschutzabkommens.


Unser kleiner Zoo am Meer

(Quellen: u.a. Zoo am Meer, Tierdoku)