Sonntag, 28. September 2008

Am Wremer Tief

Wremen ist ein kleiner Ort an der Weser, ungefähr 5 km nördlich der Bremerhavener Stadtgrenze gelegen. Etwas außerhalb des Ortes, gibt es dort unter anderem einen kleinen Kutterhafen, Ferienwohnungen, einen Campingplatz sowie ein neues Hotel direkt hinter dem Deich, dass demnächst eröffnet werden soll.


Nachdem es gestern morgen sehr neblig war, schien später während des ganzen Tages die Sonne. Trotzdem bleib es dabei sehr diesig. Vom Deich in Richtung Süden kann man durch den Dunst hindurch rechts hinten im Bild die Verladebrücken des Containerterminals von Bremerhaven erkennen.


Vom Strand reicht der Blick über die Weite des Watts bis zum Horizont. Einige Pflanzen haben sich an das Leben im Uferbereich des Watts angepasst. Sie sind unempfindlich gegen Salzwasser und werden bei Flut vom Wasser überspült. Bei ablaufendem Wasser bleiben im Wasser schwebende Schlammpartikel aus dem Wattboden zwischen ihnen hängen. Im laufe der Zeit bildet sich auf diese Weise neues Festland. Die Menschen an der Küste haben dieses Verfahren zur Landgewinnung nachgeahmt. Zwischen zwei Pfostenreihen wird Reisig geflochten. Diese Pfostenreihen werden karoartig so im Uferbereich angeordnet, dass das Wasser langsamer abläuft, und im Wasser schwebende Schlammpartikel Zeit finden sich auf dem Boden abzusetzen.


Man glaubt vielleicht, das Watt sei eine große öde Fläche. Aber dieser erste Eindruck täuscht. Wenn bei ablaufendem Wasser das Watt trockenfällt, dann sucht sich das Wasser, genau wie die Flüsse auf dem Festland, die "tiefsten" Stellen zum abfließen. Dadurch bilden sich im Laufe der Zeit Flussbetten, "Priel" genannt, die bei Ebbe sichtbar werden. Ein solcher Priel ist hier im Bild von links nach rechts verlaufend zu sehen.


So etwas wie ein sehr großer Priel ist auch die Fahrrinne durch das Watt zum Kutterhafen. Eigentlich handelt es sich hierbei jedoch um ein Tief, einen größeren Wasserlauf, welcher der Entwässerung des Marschlandes hinter dem Deich dient. bei Ebbe läuft das Wasser aus dem Binnenland durch ein Sieltor im Deich ab, das bei Flut geschlossen ist. Dieses Foto habe ich gestern bei Ebbe aufgenommen. Bei Flut ist die Fahrrinne nicht sichtbar. Damit die Kutter bei Flut der Fahrrinne folgen können, wird deren Verlauf mit aus kleinen Bäumen hergestellten Stäben, deren obere Zweige am Stamm bleiben, markiert. Oft werden auch Stäbe mit einem am oberen Ende befestigten Reisigbündel verwendet. Ein solcher Stab zur Fahrwassermarkierung wird "Pricke" genannt.


Der Kutterhafen am Wremer Tief


Bei Ebbe fällt auch ein Teil des Hafens trocken. Die Eigner der Schiffe, die hier ihre Liegeplätze haben, müssen also schon sehr genau planen, wenn sie mit ihren Schiffen auslaufen wollen.

1 Kommentar:

Steffi hat gesagt…

Das sieht ja richtig schön idyllisch aus... :)

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