Samstag, 28. Dezember 2013

Das war 2013 in juwi's welt

Das Jahr 2013 liegt in den letzten Zügen. Über den Jahreswechsel werde ich für ein paar Tage zu meiner Schwester fahren. Deshalb habe ich meinen alljährlichen persönlichen Jahresrückblick dieses Mal etwas vorgezogen. Hier ist eine kleine Auswahl aus den Ereignissen, die mich im jetzt zu Ende gehenden Jahr beschäftigt haben.

Die Vorstellung, dass bei jedem einzelnen Menschen auf der Welt alles schiefgeht, was überhaupt nur schiefgehen kann, weil alle unter dem Einfluss einer "bösen Zahl" stehen, ist natürlich albern. Aber in diesem Jahr - dem Jahr mit der "13" am Ende - kam mir zwei-, dreimal schon der Gedanke, als könnte möglicherweise doch etwas dran sein, an diesem weitverbreiteten Aberglauben ...


Im Februar musste ich Abschied nehmen von einem Weggefährten, der für mich nach den vielen Jahren, die ich ihn kannte, mehr, als nur ein guter Bekannter war. Für seine Famile und alle anderen, die Hans kannten, kam sein plötzlicher Tod völlig unerwartet. In den letzten Jahren war er mit seinem Ideenreichtum und seinem Wissen eine treibende Kraft für den Wandel in "seinem Goethe-Quartier". Ich vermisse sein heiteres Wesen, sowie die vielen Geschichten und Anekdoten, die er immer zu erzählen wusste. Ich vermisse Hans.

Im März, als ich eines Abends mit dem Fahrrad unterwegs war, hatte ich eine unliebsame Begegnung mit der Beifahrertür eines Taxis. Daraufhin ging erst einmal für mehrere Wochen gar nichts mehr. Aufgrund dieser schmerzhaften Erfahrung reagiere ich auf Fahrzeuge, die den verfügbaren Platz auf dem Radweg einschränken oder gar blockieren, inzwischen äußerst allergisch.


Aber es gab auch die schönen Momente, die einem über solche Erfahrungen und Erlebnisse hinweghelfen. Dazu gehörten unter anderem die Besuche bei meiner Tochter und meiner Schwester an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste und die Kieler Woche, sowie der Besuch bei meiner anderen Tochter in Bochum.


"Integration" ist eines dieser Schlagwörter, die Politiker oftmals gerne als schmückendes Beiwerk in ihre Reden integrieren. Das wahre Leben, mit dem sich Migranten in den Behörden konfrontiert sehen, scheint den Rednern dagegen leider allzu oft fremd zu sein. Diejenigen Politiker, die wirklich dahinterstehen, dementsprechend handeln und sich für Gesetze einsetzen, die den Realitäten Lebens angepasst sind, findet man leider nicht sehr häufig. Daher liegen hier Wunsch und Wirklichkeit manchmal recht weit auseinander.

Die erfolgreiche Integration von Migranten ist vielen Bremerhavenern ein wichtiges Anliegen. So hatte der Verein "Rückenwind für Leher Kinder e.V.", der im Sommer auf zehn Jahre erfolgreicher Arbeit zurückblicken konnte, im Januar eine dringend benötigte Köchin einstellen wollen, die infolge ihres ehrenamtlichen Engagements für die Rückenwind-Kinder, insbesondere aber für die türkischen und die neu zugezogenen Kinder aus Bulgarien, bereits zu einer Vertrauensperson geworden war.

Bei der Einstellung wollte allerdings dann die Ausländerbehörde nicht mitspielen. Erst der Druck der Öffentlichkeit hatte Bewegung in die Angelegenheit gebracht. Zu guter Letzt durfte "Rückenwind"die Köchin dann doch einstellen. Der Aufruf zu einer Protestkundgebung vor der Bremerhavener Stadtverwaltung war damit glücklicherweise gegenstandslos geworden.


Mitte Mai war der damalige Bremerhavener Baustadtrat in den Ruhestand verabschiedet worden. Die Stadtverordnetenversammlung hatte die freigewordene Stelle bundesweit zur Neubesetzung ausgeschrieben. Der Koalitionsvereinbarung entsprechend hatten die Grünen das Vorschlagsrecht, deren Auswahl aus der Liste der Bewerberinnen und Bewerber auf Frau Dr. Ehbauer fiel. Während der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 13.06.2013 wurde sie mit der Mehrheit der SPD und der Grünen in der Stadtverordnetenversammlung zur neuen Baustadträtin gewählt.

Zwei ihrer Mitbewerber hatten daraufhin vor dem Verwaltungsgericht geklagt, weil sie die Rechtmäßigkeit der Wahl anzweifeln. Aufgrund dessen konnte Frau Ehbauer ihr Amt nicht wie geplant zum 01.08.2013 antreten. Der Stadtverordnetenfraktion der Grünen liegt ein anonymer Brief vor, der - verbunden mit der Aufforderung, rechtliche Schritte einzuleiten - offensichtlich an die ungefähr dreißig unterlegenen Bewerberinnen und Bewerber übersandt worden war.

Ende Oktober hatten die Richter des Verwaltungsgerichts Bremen die Wahl Frau Ehbauers für rechtmäßig erklärt und die Klagen der beiden unterlegenen Bewerber zurückgewiesen. Bisher muss Bremerhaven jedoch weiterhin ohne Baustadträtin auskommen, da eine der beiden unterlegenen Mitbewerberin Beschwerde gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts eingelegt hat ...


Eine endlose - und darüberhinaus auch überflüssige - Geschichte sind auch die Planung und der Bau des Bremerhavener Hafentunnels, der sich eines Tages einmal als unnützes Millionengrab erweisen könnte. Die in die Zukunft projizierten Verkehrsprognosen aus der Anfangszeit der Planungsphase wurden zwischenzeitlich durch eine Verkehrszählung widerlegt: Willkommen in der Zukunft!

Die inzwischen nach oben korrigierten, aber durch Ausklammerung der Planungskosten kleingerechneten Gesamtkosten belaufen sich bereits vor Baubeginn auf 200 Millionen Euro. Damit ist die ursprünglich ohnehin schon knapp bemessene Wirtschaftlichkeit des zukünftigen Tunnels hinfällig. Da, wie bei solchen Angelegenheiten üblich, nicht sein wird, was nicht sein darf, wird es während der Bauphase selbstverständlich zu keinen weiteren Kostensteigerungen kommen (falls aber doch, dann um nicht mehr, als 40 Millionen Euro).

Praktische Erfahrungen mit Großprojekten belegen das Gegenteil. - Sofort nachdem der letzte verbliebene Kläger gegen das Projekt das Handtuch geworfen hatte, wurde das Bauschild aufgestellt. Inzwischen wurde gegenüber der zukünftigen Tunneleinfahrt ein Birkenwäldchen platt gemacht, um Platz für die Lagerung des Bodenaushubs zu schaffen ...


Zu den erfreulichen Dingen zählte der "Leher Kultursommer 2013". Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungsreihe geschah ein bemerkenswert skurriler Mord in der Rickmersstraße, mit den Aue-Piraten ging es auf Entdeckungsreise auf den Spuren eines verschwundenen Flusses und Terry Thun nahm uns mit ins "Nachtleben der Guten alten Zeit". Diese Zeit wurde auch bei einem historischen Straßenfest noch einmal lebendig. Ein weiteres "High Light" war auch in diesen Jahr wieder die Konzertveranstaltung Musik im Wohnzimmer. Wer in dieses Mal nicht dabeisein konnte, der sollte die nächste Gelegenheit zu einem Konzert-Besuch in Leher Wohnzimmern im Sommer 2015 nicht versäumen.


Nach Abschluss der Arbeiten zur Erhöhung des Deichabschnitts zwischen der Seebäderkaje und der Geestemündung, wurde im Mai der neugestaltete Weserdeich eröffnet und mit einer dreitägigen Feier eingeweiht. Seine Bewährungsprobe hat er bei zwei Sturmfluten - die Zweite hatte Anfang Dezember mehr als zwei Tage angedauert - gut überstanden. Leider hat sich die Aufstellung des restaurierten, historischen Wasserstandanzeigers erheblich verzögert. Das soll jetzt im nächsten Frühjahr nachgeholt werden.


Ein Blick über den Tellerrand

Die Kosten für den elektrischen Strom werden zum 1. Januar 2014 erneut steigen. Aber auch wenn die Saboteure der Energiewende aus den Reihen der dafür verantwortlichen wespenfarbenen Bundesregierung (2009-2013) uns etwas anderes weismachen wollen: Die Ursache dafür werden auch sie wohl kaum mit dem Ausbau der erneuerbaren Energiequellen begründen können. Angesichts dessen, was im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Bundesregierung steht, ist mit einer Besserung nicht zu rechnen.

Auf internationaler Ebene und im Rahmen der Klimakonferenz der Vereinten Nationen droht Deutschland langsam aber sicher in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Die einstmalige Vorreiterrolle ist von der ehemaligen Klima- und jetzigen Auto-Kanzlerin unter tatkräftiger Mithilfe der FDP leichtfertig verspielt worden. In der neuen Regierung wird ihr sicherlich die Frau Kohle-Kraft hilfreich zur Seite stehen, wenn es darum geht, die Energiewende weiterhin zu torpedieren.


Vor der Eisflut

Meinen Jahresrückblick zum Thema "Atomkraft" findet ihr hier: Ähnlich, wie schon seit etwa 2008 meine Artikel über die "friedliche" Nutzung der Atomkraft, wird so langsam auch der Themenkomplex "Klimawandel /Klimaschutz /Energiewende" in "juwi's welt" so umfangreich, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Hinzu kommt, dass es immer häufiger zu Überschneidungen zwischen den Themen "Energiewende" und "Atomkraft" kommt. Ich werde meine extern angelegte Übersicht "juwi's gesammelte Atomkraft-Werke" deshalb schließen.

Stattdessen habe ich eine neue externe Übersicht mit dem Titel "Vor der Eisflut" angelegt. Die Inhalte aus "juwi's gesammelte Atomkraft-Werke" habe ich bereits übertragen. Im Abschnitt "Chronologie" werden "Klimawandel, Globale Erwärmung, ...", "Energiewende, fossile Energieträger, regenerative Energiequellen, ..." und "Atomkraft" jetzt gemeinsam fortgeführt ...

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