Sonntag, 8. April 2012

Ostern

Fenster der Pauluskirche (Bremerhaven): Szenen aus dem Ostergeschehen

Vom Münster Trauerglocken klingen,
Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh sie dort dem Toten singen,
Die Lerchen jubeln: Wache auf!

Mit Erde sie ihn still bedecken,
Das Grün aus allen Gräbern bricht,
Die Ströme hell durchs Land sich strecken,
Der Wald ernst wie in Träumen spricht,

Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
Soweit ins Land man schauen mag,
Es ist ein tiefes Frühlingsschauern
Als wie ein Auferstehungstag.



Für die Christen bedeutet Ostern die Hoffnung auf das ewige Leben. Jesus war - zum Tode verurteilt - am Kreuz gestorben. Die Christen glauben, dass er Ostern vom Tode auferstanden ist.

Das Osterfest ist also ein Sinnbild für das Vergehen und die Wiederkehr des Lebens. Das war auch in vorchristlicher Zeit schon so. Menschen, die mit dem christlichen Glauben nichts anzufangen wissen, messen den mit den Frühlingsfesten der alten Völker verbundenen Bräuchen - wie etwa denen der Germanen oder der Kelten - auch heute noch eine höhere Bedeutung zu.

Nachdem die Bäume im Herbst ihre Blätter verloren haben, wirken sie mit ihren kahlen Ästen während des dunklen Winters wie zu Tode erstarrt. Nach der harten Zeit des Winters, kehrt jedoch mit jedem Frühling das Leben in die Natur zurück.

Viele heute noch übliche Osterbräuche stammen aus vorchristlicher Zeit und haben - trotz der Bekehrung zum Christentum - im Brauchtum der Völker bis heute überlebt. Bei uns heizt man dem Winter zum Beispiel kräftig mit großen Osterfeuern ein, um ihn zu vertreiben. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass das bisher immer programmgemäß funktioniert hat - auch wenn es manchmal vielleicht etwas länger gedauert hat, bis es draußen endlich wärmer wurde :)

Die drei Fenster, die auf dem Foto zu sehen sind, befinden sich an der Ostseite der Apsis der Bremerhavener Pauluskirche. Es sind Erstlingswerke des Glasermeisters Heinz Lilienthal aus Bremen. Sie stellen Szenen aus dem Ostergeschehen dar. Was auf den ersten Blick wie Glasmalerei erscheinen mag, erkennt man bei genauerem Hinsehen als einzelne, gefärbte Glasscheiben, die, ähnlich der Tiffany-Technik, mit Bleiprofilen verbunden sind. Bis auf sehr wenige Pinselstriche ist Herr Lilienthal ohne Malerei auf Glas ausgekommen.

Für alle Christen, die am Karfreitag noch der bestialischen Hinrichtung am Kreuz gedacht haben und die daran glauben, dass Jesus, drei Tage nachdem er am Kreuz gestorben war, den Tod überwunden hat und auferstanden ist, ist das, was sich vor 2000 Jahren ereignet hat, auch heute noch ein Grund zur Freude.

Ich mag Eichendorffs Ostergedicht, weil es dieses Vergehen und Werden des Lebens auf eine - wie ich finde - heitere Art so beschreibt, dass auch Menschen anderen Glaubens sich damit identifizieren können.

In diesem Sinne wünsche ich allen Besuchern
ein Frohes Osterfest.

Kommentare:

Frau Momo hat gesagt…

Ich wünsche Dir und den Deinen auch schöne Ostertage.
Ich werde jetzt mal mit der Kamera raus in die Kälte. Aber wenigstens die Sonne scheint.
Liebe Grüße an die Wesermündung!

Katinka hat gesagt…

Ein schönes, restliches Osterfest wünsche ich Dir!
Liebe Grüße
Katinka

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