Freitag, 31. Mai 2013

Gentechnik: Widerstand lohnt sich doch!

Mehr als zwei Millionen Menschen demonstrierten am 25.05.2013 weltweit gegen den Agrarkonzern Monsanto und die Gentechnik-Lobby. Auch in sieben deutschen Städten versammelten sich tausende Menschen.

Ihr Protest gegen Monsanto richtete sich nicht nur gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft, sondern auch gegen die Patentierung von Saatgut und den weltweit steigenden Pestizideinsatz durch den Anbau von Gentechnisch veränderten Pflanzen. Als Hersteller des Allestöters "Roundup" (Wirkstoff Glyphosat) spielt Monsanto auch auf diesem Gebiet eine führende Rolle.

Ob die weltweiten Demonstrationen vom letzten Wochenende als bisheriger Höhepunkt im Kampf gegen die Gentechnik den Ausschlag gegeben haben, sei dahingestellt. Jedenfalls berichten die taz und andere Medien heute, dass Monsanto in Europa keine Zulassungen für neue gentechnisch veränderte Pflanzen mehr beantragen will. Das US-amerikanische Unternehmen reagiere damit auf die breite Ablehnung von gentechnisch veränderten Pflanzen in Europa und die geringe Nachfrage seitens europäischer Landwirte. Nach Auskunft von Frau Lüttmer-Ouazane (Monsanto Deutschland, Geschäftsführerin) habe es keinen Sinn, Gentechnik gegen den Protest und den Widerstand der Menschen in Europa durchsetzen zu wollen.
  • Schön, dass diese Erkenntnis endlich auch in der Chefetage des Global Players Monsanto angekommen ist.

Die Aussage Herrn Mitcheners (Monsanto, EU-Niederlassung, Sprecher) gegenüber der taz, Monsanto werde in Europa keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen machen, wollte Frau Lüttmer-Ouazane gegenüber der Süddeutschen Zeitung jedoch nicht bestätigen.

Monsanto ist zwar weltweiter Marktführer, aber nicht der einzige Agrar-Chemie- und Gentechnik-Konzern. Trotz der bemerkenswerten Kapitulation Monsantos vor Europa, heißt es also auch weiterhin die Augen offenzuhalten. - Zumal Herr Mitchener gegenüber dert taz wörtlich gesagt hat (Zitat): "Derzeit planen wir auch nicht, die Zulassung neuer gentechnisch veränderter Pflanzen zu beantragen."

"Derzeit" hört sich nicht gerade endgültig an. Irgendwie klingt das schon eher so, als wolle Monsanto abwarten, bis das Thema aus den Köpfen der Menschen wieder verschwunden ist ...
  • Für's erste ist der Rückzieher Monsantos aber auf alle Fälle ein Grund zum Feiern!


(Quellen: Spiegel vom 31.05.2013, taz vom 31.05.2013, Süddeutsche Zeitung vom 31.05.2013, Tagesschau vom 31.05.2013, March against Monsanto 25.05.2013Monsanto - mit Gift und Genen)

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