Samstag, 13. Februar 2010

Heute feiern wir ein großes Fest


Damals, im August 1931, saß meine Mutter (links) mit ihrer großen Schwester
Hannelore im Gras am Weserdeich ...


... und heute, fast 79 Jahre später, ist sie 80 Jahre alt. Früher sagte sie ab und zu: "80 Jahre alt möchte ich nicht werden." Sie hatte Bedenken, sie wäre dann gebrechlich und würde meiner Schwester und mir nur noch zur Last fallen. Sie ist immer gerne und viel gewandert. Das schlimmste wäre für sie, wenn sie eines Tages nicht mehr laufen könnte.

Heute freuen wir uns gemeinsam mit ihr darüber, dass ihre Bedenken sich nicht bewahrheitet haben. Sie ist immer noch in vielen Gruppen und Vereinen aktiv, und trotz ihrer Rückenprobleme ist sie noch sehr gut zu Fuß. Ich habe sie vor kurzem einmal auf ihre früheren Bedenken bezüglich der magischen Zahl "80" angesprochen. Da hat sie mich nur verschmitzt angesehen und sagte: "Das war früher einmal. - Vielleicht schaffe ich ja auch noch die Neunzig." ...


Liebe Mutti,

ich wünsche dir, dass du noch
viele Jahre so viel Freude am
Leben hast, wie bisher.

Vor allem aber bleib' gesund.
Dann "schaffst" du bestimmt
"auch noch die Neunzig".

alles Gute zu deinem
Achtzigsten Geburtstag
!



Freitag, 12. Februar 2010

Neuer Name, neue Schule?


Lessingschule: Ein Teil der Fassade des alten Anbaus wurde stehen gelassen ...

Bei der Stadtteilkonferenz Lehe gestern Abend in der Mensa der Lessingschule gab es durchaus unterschiedliche Meinungen über das für und wider bezüglich eines neuen Namens für die Lessingschule.

Viele hatten eine ähnliche Meinung wie ich. Darüber hatte ich gestern bereits geschrieben. Anderen war es mehr oder weniger egal, welchen Namen die Schule zukünftig tragen wird. Ihnen ging es vorwiegend darum, welche Inhalte und Lernkonzepte innerhalb der Schule umgesetzt werden, als um den Namen, der "irgendwo draußen auf einem Schild neben der Tür steht".

Eine Mutter vertrat die Meinung, die Kinder, die dort zur Schule gehen werden, seien diejenigen, die sich später mit dem Namen der Schule identifizieren müssen. Die Erwachsenen dürften zwar ebenso wie die Kinder Vorschläge für einen Namen einreichen, es wäre jedoch falsch, wenn sie den Kindern einen Namen aufzwingen würden, mit dem diese ebensowenig anfangen können, wie mit "Lessing". Wenn die Entscheidungsfindung tatsächlich so gehandhabt werden würde, dann könnte auch ich mit einem neuen Namen für die Schule leben, denn dann wäre das für die Schülerinnen und Schüler ein hervorragendes Lehrbeispiel für gelebte Demokratie. Ich fürchte nur, dass niemand aus dem Stadtteil und keines der Kinder einen wirklichen Einfluss auf den neuen (oder alten) Namen haben wird, da die Entscheidung letztlich von den Politikern getroffen werden wird.


Nomen est Omen?


... und in die Fassade des neuen Anbaus integriert.

Im Laufe der Diskussion stellte sich heraus, dass neben dem Umbau des Schulkonzepts und der dafür notwendigen Umbauten im Altbau und dem Neubau eines Anbaus aufgrund politischer Vorgaben auch die Identität geändert werden sollte, da vor einigen Jahren Vorfälle innerhalb der Schulgemeinschaft negative Schlagzeilen in der Presse zur Folge hatten und seitdem auch der Name "Lessingschule" negativ besetzt sei.

Darüber, ob ein neuer Name für ein Gebäude, einen negativ besetzten Namen des gleichen Gebäudes "reinwaschen" kann, gab es ebenfalls unterschiedliche Ansichten. Überwiegend war jedoch die Meinung zu hören, dass eine Namensänderung allein nicht geignet ist, ein schlechtes Image abzulegen. Da gibt es zum Beispiel das schöne Beispiel des Atomkomplexes in der Nachbarschaft der Ortschaft Seascale an der irischen See in Nordengland, der einmal den Namen "Windscale" trug. Dort befindet sich neben Wiederaufbereitungsanlagen auch die älteste Plutoniumschmiede für die englische Atombombe. Da der Name "Windscale" aufgrund häufiger atomarer Störfälle und weiträumiger radioaktiver Verschmutzung der Umgebung und des Wassers in der irischen See irgendwann ebenfalls "negativ besetzt" war, benannte man die Anlage kurzerhand von "Windscale" in "Sellafield" um. Das schlechte Image einer atomaren Dreckschleuder haftet der Atomanlage jedoch trotz des neuen Namens weiterhin an, denn außer dem Namen hatte sich dort nichts weiter geändert.

Die Befürworter einer Namensänderung argumentierten jedoch auch eher anders herum. Die neben den auslaufenden Jahrgängen der "Lessingschule" eingeführte Integrierte Stadtteilschule (ISL) habe sich schnell einen guten Ruf erworben. Mit der Ausdehnung der ISL auf den gesamten Gebäudekomplex und den damit einhergehenden Um- und Neubaumaßnahmen, sei die bisherige Lessingschule mit Beginn des neuen Schuljahres etwas völlig neues. Das wolle man auch mit einem neuen Namen zum Ausdruck bringen und damit gleichzeitig verhindern, dass der neuen Schule erneut der alte Makel anhafte.

Herr Frost (ISL, Leiter) stellte dar, dass die neue Schulleitung bereits bei ihrer Einstellung von politischer Seite die Vorgabe erhielt, einen neuen Namen für die Schule zu finden. Weiterhin berichtete er, während der drei Jahre, in denen die ersten Schülerinnen und Schüler jetzt schon in der ISL unterrichtet wurden, sei der "Arbeitsname" Integrierte Stadtteilschule Lehe den Schülern bereits in Fleisch und Blut übergegangen. Würde man sie heute vor die Wahl stellen, ob die Schule weiterhin "Lessingschule" oder "Integrierte Stadtteilschule Lehe" heißen solle, dann würden sie sich seiner Meinung nach mit Sicherheit mehrheitlich für "Integrierte Stadtteilschule Lehe" entscheiden.

Mit Beginn des neuen Schuljahres 2010/2011 soll die Schule mit dem Konzept "integrierte Stadtteilschule" endgültig ihre Arbeit in den Räumen der Lessingschule und dem neuen Anbau aufnehmen. Bis dahin soll auch der Name für die Schule feststehen. Vor der endgültigen Festlegung wird die Schulleitung über die zur Auswahl stehenden Namen informieren. Ich lasse mich einmal überraschen, ob darunter dann auch die Vorschläge der Schülerinnen und Schüler zu finden sein werden, und ob es wirklich zu einer demokratischen Entscheidung der betroffenen Schülerinnen, Schüler und der Bürger des Stadtteils kommen wird.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Stellenangebot: Geldwäscher gesucht

Es ist ja schon merkwürdig, was man manchmal so im Posteingang seines E-Mail Postfachs vorfindet. Neben den üblichen amourösen Spam-Angeboten und den dazugehörigen effektsteigernden Pillen erhielt ich zum Beispiel das folgende verlockende "Stellenangebot" von einer "efektiv-group", das im Gegensatz zu den vorgenannten Angeboten (noch) nicht die Aufmerksamkeit meines Spam-Filters erregte:

Betreff: Stellenangebot

Wir bieten Ihnen einfache Arbeit an, die keine spezielle Fertigkeiten und keine Geldanlagen verlangt. Sie können diese Arbeit mit Ihrer Hauptarbeit vereinbaren. Mit uns können Sie leicht 5000-6000 Euro pro Monat verdienen, dabei brauchen Sie für diese Arbeit 2-3 Stunden pro Tag 1-2 Mal pro Woche.


Kurze Beschreibung der Tätigkeit:

Ihre Aufgabe ist, Geldüberweisungen auf Ihr Konto zu erhalten, das Geld in bar abzuheben und abzüglich Ihrer Provision unserem Agent per System der Bargeldüberweisungen Western Union oder Money Gram zu überweisen. Gewöhnlich überweisen wir auf Ihr Konto 4000-6000 Euro. Ihre Provision wird 20 % (20 Prozenten) von jeder Geldüberweisung ausmachen. Ihre Provision (20 Prozenten) bekommen Sie, sofort nach dem Geldeingang auf Ihr Konto. Auf diese Weise wenn Sie 6000 Euro auf Ihr Konto erhalten, verdienen Sie 1200 Euro. Sie können Ihre Provision gleich abheben oder auf dem Konto lassen. Die restliche Summe 4800 Euro sollen Sie am Tag des Geldeingangs in bar abheben und unserem Agent per Western Union oder Money Gram überweisen (Gebühr für Überweisung bezahlen wir). Zeitaufwand für diese ganze Arbeit beträgt nicht mehr als 3 Stunden. Wenn Sie 2 Überweisungen pro Woche erhalten werden, können Sie nicht weniger als 6000 Euro von jedem Konto pro Monat verdienen.

Diese Tätigkeit abweichend von den meisten Angeboten, die Sie per e-Mail bekommen, verletzt nicht Gesetze von BRD. Es gibt überhaupt kein Risiko für Sie. Sie werden keinen Verdacht bei der Bank und bei der Steuerbehörde erregen, wenn Sie 1-2 Geldüberweisungen pro Woche auf jedes von Ihren Konten bekommen werden.

Mehr als 200 Menschen arbeiten mit uns schon längere Zeit in verschiedenen Städten Deutschlands. Wir vergrößern jetzt unser Geschäft und suchen neue Mitarbeiter.

Wenn Sie Interesse an diesem Arbeitsangebot haben, schicken Sie uns folgende Daten auf unsere e-Mailadresse:
  1. Vorname
  2. Nachname
  3. Straße
  4. Stadt
  5. Telefonnummer (Handy, Festnetz)

Unser Manager kontaktiert Sie in möglichst kürzer Zeit und antwortet gerne auf Ihre Fragen. Beeilen Sie sich, Zahl von Stellenangeboten ist begrenzt!

Wenn ich das richtig interpretiere, dann unterstellt der Absender anderen Jobanbietern erst einmal grundsätzlich kriminelle Absichten und stellt anschließend heraus, er selbst habe eine strahlend weiße Weste. Außerdem erweckt er den Anschein, als sei die "Arbeit" absolut harmlos, da mir ja keinerlei Gefahr drohen würde.

Angenommen, das entspräche bis hierher der Wahrheit: Warum weist der Absender dann darauf hin, dass ich "keinen Verdacht bei der Bank und bei der Steuerbehörde erregen" würde, wenn ich dieses verlockende "Stellenangebot" annehmen würde?

Außerdem erwähnt der Absender leider mit keinem Wort, wie es mit Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen aussieht. Das angedeutete Einkommen in Höhe von 6000,- Euro würde jedenfalls deutlich über den Rahmen einer normalen Nebenbeschäftigung (400,- Euro Job) hinausgehen.

Auch wenn sich die Ausicht, für 15 Stunden Arbeit im Monat 6000,- Euro zu bekommen, zugegebenermaßen ausgesprochen reizvoll anhört, habe ich mich letztlich doch dazu entschlossen, weiterhin lieber meiner erheblich zeitaufwändigeren und außerdem lange nicht so gut bezahlten Beschäftigung nachzugehen. Aus meiner Sicht sieht dieses Angebot nämlich eher nach einer freundlichen Aufforderung zur Teilnahme an einem lukrativen Geldwäschegeschäft aus, als nach einem seriösen Stellenangebot.

Und Geldwäsche ist meines Wissens illegal - selbst dann, wenn ich damit "keinen Verdacht bei der Bank und bei der Steuerbehörde erregen" würde. Deshalb rate ich auch allen meine Lesern ausdrücklich davon ab, sich bei der "efektiv-group" um eine solche "Arbeitsstelle" zu bewerben (nicht, dass man mir am Ende noch vorwirft, ich würde hier Schleichwerbung für einen Geldwäscherring betreiben). Wahrscheinlich handelt es sich bei dieser ominösen Firma ohnehin nur um eine Briefkastenadresse.

Stadtteilkonferenz Lehe: Lessingschule

Heute Abend findet die Stadtteilkonferenz Lehe einmal nicht
in der "Kogge" oder im "Lehe-Treff", sondern in der Mensa
der "Lessingschule" statt.


Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein neuer Name für die Schule. Der Hintergrund dafür ist die Umwandlung der Schulform der "Lessingschule" zur sogenannten "Integrierten Stadtteilschule Lehe (ISL)". Die für die Schulpolitik in Bremerhaven Verantwortlichen sind anscheinend der Meinung, "Integrierte Stadtteilschule Lehe" sei kein sonderlich geeigneter Name für eine Schule. Deshalb wurde im Dezember 2009 ein Wettbewerb für die Suche nach einem neuen Namen ins Leben gerufen. Bisher ist jedoch noch keine Entscheidung über einen neuen Namen für die Lessingschule gefallen.


"Identitätskrisen"


Bremerhaven: Die Astrid-Lindgren-Schule (Februar 2008, ehem. Körnerschule)

Ich habe schon damals nicht verstanden, warum der Name der "Körnerschule" in "Astrid-Lindgren-Schule" geändert wurde. Die Schulform der Körnerschule war vorher mehrmals geändert worden. Bis dahin hatte sie jedoch immer den Namen "Körnerschule" getragen, und jeder Bremerhavener wusste, welches Schulgebäude gemeint war. Nachdem aus dem Gymnasium "Körnerschule" eine Grundschule wurde, und das Gebäude renoviert worden war, wurde auch der Name der Schule geändert. Wenn man heute in Bremerhaven in Gesprächen auf die "Astrid-Lindgren-Schule" zu sprechen kommt, dann muss man immer wieder Nachfragen damit beantworten, dass von der "ehemaligen Körnerschule" die Rede ist.

Ich kann es ja gut nachvollziehen, dass die heutigen Kinder mit den Werken von Theodor Körner, im Gegensatz zu den Büchern der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren ("Pippi Langstrumpf", "Die Kinder von Bullerbü", "Karlsson vom Dach" etc.) mit denen viele von ihnen aufgewachsen sind, nicht mehr viel anfangen können. Trotzdem wäre das meiner Meinung nach noch lange kein Grund gewesen, den seit Generationen stadtbekannten Namen des Schulgebäudes zu ändern.

Ähnliche Verwirrungen, wie im Zusammenhang mit der Körner- bzw. Astrid-Lindgren-Schule, gibt es auch immer wieder mit Umbennungen anderer Schulen in Bremerhaven.


G. E. Lessing: Immer noch aktuell


Bremerhaven: Die Lessingschule (Februar 2009)

Um der Lessingschule eine ähnliche "Identitätskrise" zu ersparen, wäre es aus meiner Sicht eine kluge Entscheidung, es bei dem Namen, den das Gebäude seit seiner Fertigstellung vor 105 Jahren trägt, zu belassen. Ob es sich bei der Lessingschule um eine Grundschule, eine Hauptschule, eine Gesamtschule oder um eine integrierte Stadtteilschule handelt, ist aus meiner Sicht völlig unerheblich für den historischen Namen des Schulgebäudes.

Hinzu kommt, dass unsere Vorfahren mit ihrem damaligen Beschluss, die Schule nach Gotthold Ephraim Lessing zu benennen, sich für den wichtigsten deutschen Dichter der deutschen Aufklärung als Namenspatron entschieden, der mit seinen Werken einen wesentlichen Weg für die weitere Entwicklung des Theaters wies und die öffentliche Wirkung von Literatur nachhaltig beeinflusste. Er ist der früheste deutsche Schriftsteller, dessen dramatisches Werk bis heute ununterbrochen auf den Theaterspielplänen zu finden ist. Er war ein führender Vertreter der deutschen Aufklärung und wurde zum Vordenker für das neue Selbstbewusstsein des Bürgertums. In den zahlreichen Auseinandersetzungen trat er für Toleranz gegenüber den anderen großen Weltreligionen ein. In Anbetracht der von den religiösen Fundamentalisten immer wieder hervorgerufenen Radikalisierung der verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen ist er damit heute noch ebenso aktuell wie zu seinen Lebzeiten vor ungefähr 260 Jahren und ein Vorbild für unsere heutige, oftmals von Intolleranz geprägte Gesellschaft.

Warum also sollte es ein Grund dafür geben, der Lessingschule einen neuen Namen zu verpassen?


  • Stadtteilkonferenz Lehe

    11. Februar 2010

    19.00 Uhr

    in der Lessingschule (Mensa)


(Quellen: Wikipedia)

Mittwoch, 10. Februar 2010

Ausstieg aus dem geplanten Ausstieg?

Atomkraft? Nein Danke!
Die gesellschaftlichen Widerstände gegen die
Atomenergie seien zu groß. Diese habe auch
nach vierzig Jahren keine hinreichende
Akzeptanz in der Bevölkerung. Herr Röttgen
(CDU, Bundesumweltminister) rät seiner Partei daher jetzt zum Atomausstieg.


Man könnte meinen, Herr Röttgen begreife so langsam - vielleicht aber gerade noch rechtzeitig - dass die weitere Produktion und Anhäufung über Millionen von Jahren strahlenden Atommülls ebensowenig mit der Bedeutung des Begriffs "Umweltschutz" zu vereinbaren ist, wie die Tatsache, dass mit jedem weiteren Tag, an dem eines der deutschen Atomkraftwerke in Betrieb ist, die Gefahr eines Super-GAUs und damit einer von deutschem Boden ausgehenden Verstrahlung weiter Landstriche in Europa billigend in Kauf genommen wird. Angesichts einer solchen Erkenntnis müsste ihm aber ebenso klar werden, dass er sich als Bundesumweltminister unglaubwürdig machen würde, wenn er an der Unterstützung und Förderung der Atomkraftwerksbetreiber festhalten würde.

Jedenfalls könnte man seine Äußerung, die CDU/CSU dürfe ihren Erfolg nicht davon abhängig machen, dass Atomkraftwerke störungsfrei laufen, so interpretieren. Sollte der bisher "relativ störungsfreie" Betrieb eines deutschen Atomkraftwerks eines Tages abrupt mit einem Super-GAU enden, dann würde der überlebende Teil der Bundesbürger die CDU/CSU und die FDP, die weiterhin unbeirrt als verlängerter Arm der Atomlobby die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke anstrebt, nämlich mit Sicherheit zum Teufel jagen.

Im Koalitionsvertrag der Wespenkoalition wird die Atomkraft als "Brückentechnologie" bezeichnet, "bis sie durch erneuerbare Energien verlässlich ersetzt werden kann". Dieser Passus kann sich wohl kaum auf die im Atomkonsens vereinbarte Abschaltung von Atomkraftwerken innerhalb dieser Legislaturperiode beziehen. Trotzdem wird seitens der FDP auch über Laufzeitverlängerungen für die ältesten und inzwischen überflüssigen Atomkraftwerke spekuliert. Nach Auskunft der Grünen könnten acht dieser Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Bereits heute mache der rasch ansteigende Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung immer mehr Atomkraftwerke überflüssig. Schon bis 2013 würde ein Viertel der aktuellen Atomkapazität verzichtbar, weil der Anteil erneuerbarer Energien bis dahin auf 22 Prozent steigen werde. Zur Zeit liegt er bei 16 Prozent und die "Ökostrom-Branche" strebt bis 2020 einen Anteil von 47 Prozent an.


Atomstrom: Jetzt erst recht

Ungeachtet dessen erklären CDU/CSU & FDP in ihrem Koalitionsvertrag die Bereitschaft, die Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke zu verlängern (Koalitionsvertrag, Seite 29). Im Rahmen eines Gesamt-Energiekonzeptes sollen dafür in diesem Jahr die Rahmenbedingungen festgelegt werden. Die FDP nimmt derzeit angesichts ständig sinkender Akzeptanz seitens der Bundesbürger für ihre Vorhaben immer mehr eine "jetzt erst recht" Trotzhaltung an: "Die Bürger wollen die Atomkraftwerke loswerden? Dann sorgen wir eben erst recht dafür, dass sie die bis in alle Ewigkeit am Hals haben." Soweit geht die von der FDP gerne propagierte "Freiheit für den Bürger" dann doch wieder nicht! Aufgrund ihrer Trotzigkeit, und dem Straucheln ihres größeren Koalitionspartners CDU in dieser Frage, wird wieder einmal monatelang Zeit und Energie verplempert, die wir nicht mehr haben.

Die Bundesregierung wäre meiner Meinung nach gut beraten, wenn sie jetzt(!) eindeutig erklären würde, dass Kohle- und Atomkraft Auslaufmodelle sind, dass sie am Atomkonsens festhält und dass die Atomkraftwerke wie bisher vereinbar abschaltet werden, damit der Umbau der Energieversorgung zu einem dezentralen, CO2-neutralen Energienetz nicht weiterhin unnötig blockiert wird. Ebenso wie im Koalitionsvertrag bekräftigt wird, dass das Neubauverbot für Atomkraftwerke bestehen bleibt, muss es auch ein Neubauverbot für mit fossilen Energieträgern befeuerte Großkraftwerke geben. Dann hätten alle an der derzeitigen und zukünftigen Energieversorgung Beteiligten Unternehmen die geforderte Planungssicherheit. Wir haben keine Zeit mehr für die Intrigen der Atom-, Kohle- und Erdöl-Lobbys und ihrer politischen Handlanger, und das Geld, das weiterhin in der Aufrechterhaltung der Atomkraftanlagen und den Neubau von Kohlekraftwerken zu versickern droht, wird dringend für Forschung und Förderung zur Entwicklung klimafreundlicher Technologien und deren Installation in einem bundesweiten, intelligenten dezentralen Energienetz benötigt.


Der Kampf gegen die Stromgiganten

Das sehen auch diejenigen Energieerzeuger so, die sich bereits ernsthaft mit dem Ausbau der CO2-neutralen Energieerzeugung beschäftigen. So zitierte die Berliner Zeitung am 06.02.2010 zum Beispiel Herrn Friege (Vorstandschef eines Ökoenergieanbieters) mit den Worten: "Der geplante Ausstieg aus dem Atomausstieg wäre ein schlimmer Fehler. Die Laufzeitverlängerung würde uns um mindestens ein Jahrzehnt zurückwerfen." Atomstrom sei keine Brückentechnologie, sondern eine Verhinderungstechnologie für den Ausbau der erneuerbaren Energien.

In diesem Zusammenhang warf Frau Roth (Die Grünen, Vorsitzende) Herrn Röttgen vor, er versuche "den Menschen Sand in die Augen zu streuen, währen schwarz Gelb im Hinterzimmer den Ausstieg aus dem Atomausstieg festzurrt und die Solarförderung kappt".

  • Ein spannender Bericht über den Kampf für Strom aus erneuerbaren Energien gegen die Macht der großen Energiekonzerne stand am 27.11.2009 in der Stuttgarter Zeitung.

    Es ging darin um die Geschichte der Elektrizitätswerke Schönau im Schwarzwald, die aus einer Elterninitiative entstanden sind, und deren Aktivitäten auf den Super-GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl im Jahre 1986 zurückgehen. Die Geschichte ist ein gutes Beispiel dafür, dass "Ökostrom" schon lange möglich ist. Letztlich liegt es an uns Bürgern, wie lange die Großen Energiekonzerne noch Macht über uns haben:


(Quelle: Bremerhavener Sonntagsjournal vom 07.02.2010, Die Grünen zur Atomkraft, Die Grünen zur Solarförderung, Süddeutsche Zeitung vom 06.02.2010, Berliner Zeitung vom 06.02.2010, Stuttgarter Zeitung vom 27.11.2009)

Dienstag, 9. Februar 2010

Haiti: Industrieländer erlassen Schulden

Es ist immer wieder schön, wenn man zwischen all den Berichten über Probleme, Konflikte und Zerstörungen überall in der Welt auch einmal eine gute Nachricht in der Presse lesen kann. Zu den erfreulichen Nachrichten der letzten Tage gehört für mich zum Beispiel, dass die G7 Staaten USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritanien, Italien und Kanada dem vom Erdbeben zerstörten Haiti die Schulden erlassen wollen, die der kleine Staat auf der Karibikinsel Hispaniola direkt bei ihnen aufgenommen hat.

Der Schuldenerlass betrifft allerdings nicht die Schulden auf Kredite, die Haiti in der Vergangenheit beim Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank oder ähnlichen Organisationen aufgenommen hatte.

Insgesamt hat Haiti laut einem Bericht der Bremerhavener Nordsee-Zeitung vom 08.02.2010 im Ausland 890 Millionen Dollar Schulden. Diese Summe entspräche etwa 650 Millionen Euro. Rund 41 Prozent davon schulde es der Interamerikanischen Entwicklungsbank und weitere 27 Prozent der Weltbank - zusammen also rund 442 Millionen Euro. Die Deutsche Welle berichtete am 07.02.2010 sogar von 740 Millionen Euro Gesamtschulden Haitis im Ausland. Der Schuldenerlass der G7-Staaten wird somit irgendwo im Bereich zwischen 200 Millionen und bis zu 237 Millionen Euro liegen, wobei sicher auch ein Teil davon noch Schulden auf Kredite anderer Organisationen sind.

Trotzdem ist der vereinbarte Schuldenerlass der G7 Staaten eine Hilfe und eine humanitäre Geste der reichen Industriestaaten, die aufgrund ihrer gemeinsamen Entscheidung allerdings sicher nicht gleich am Hungertuch nagen werden. Frankreich erhält mit seiner Zustimmung zum Schuldenerlass zugleich die Möglichkeit, einen Teil seiner historischen Schuld gegenüber Haiti wieder gut zu machen.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hatte sich ihre Anerkennung Haitis als souveränen Staat im Jahre 1825 mit einer Entschädigungszahlung an die ehemaligen Plantagenbesitzer und Sklavenhalter in Höhe von 150 Millionen Franc versilbern lassen. Diese Summe wurde zwar 13 Jahre später beim Abschluss eines Handelsvertrags zwischen Frankreich und Haiti mit 60 Millionen Franc mehr als halbiert, aber zusammen mit der Auflage, den Betrag in 30 Raten bis 1867 zu begleichen, wurde die haitianische Wirtschaft damit trotzdem grundlegend ruiniert.

Es wäre schön, wenn der Schuldenerlass der G7-Staaten von den anderen Kreditgebern als Signal verstanden werden würde, und die Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank sich ebenfalls zu einem Schuldenerlass durchringen könnten. Nach Aussage von Herrn Flaherty (Kanada, Finanzminister) wollen sich die G7-Staaten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und anderen Institutionen für einen weiteren Schuldenerlass einsetzen. Man wolle darauf hinarbeiten, dass dies bald geschehe.

Für die Weltbank, die in der Vergangenheit hin und wieder mit der Vergabe von Krediten für fragwürdige Projekte von Industrienationen in Entwicklungsländern auffiel, wäre das immerhin eine Gelegenheit, ihr dadurch international ramponiertes Image wieder etwas aufzupolieren. Ein Ansporn für die Weltbank, die 1944 einmal als "Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung" gegründet wurde, könnte zum Beispiel sein, dabei mitzuhelfen, eine Äußerung von Herrn Brown (Großbritanien, Premierminister) zu verwirklichen, und damit ihrem eigentlichen Auftrag gerecht zu werden. Die Nordsee-Zeitung zitierte Herrn Brown gestern in ihrem Bericht mit den Worten:

"Ein Land, das unter Schutt begraben ist,
muss nicht noch unter Schulden begraben sein."


(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 08.02.2010, Wikipedia, Greenpeace, Deutsche Welle vom 07.02.2010)

Montag, 8. Februar 2010

Schnee und Grünkohl


Probsteierhagen (Schleswig-Holstein) im Januar 2003
  • 28. November:
    Es hat angefangen zu schneien. Der erste Schnee in diesem Jahr. Meine Frau und ich haben unsere Cocktails genommen und stundenlang am Fenster gesessen und zugesehen wie riesige, weiße Flocken vom Himmel herunter schweben. Es sah aus wie im Märchen. So romantisch - wir fühlten uns wie frisch verheiratet. Ich liebe Schnee.
  • 29. November:
    Als wir wach wurden, hatte eine wunderschöne Decke aus weißem Schnee die Landschaft zugedeckt. Was für ein phantastischer Anblick! Kann es einen schöneren Platz auf der Welt geben? Hierher zu ziehen war die beste Idee, die ich je in meinem Leben hatte. Habe zum ersten Mal seit Jahren wieder Schnee geschaufelt und fühlte mich wieder wie ein kleiner Junge. Habe die Einfahrt und den Bürgersteig freigeschaufelt. Heute Nachmittag kam der Schneepflug vorbei und hat den Bürgersteig und die Einfahrt wieder zugeschoben, also holte ich die Schaufel wieder raus. Was für ein tolles Leben!
  • 11. Dezember:
    Die Sonne hat unseren ganzen schönen Schnee geschmolzen. Was für eine Enttäuschung. Mein Nachbar sagt, ich solle mir keine Sorgen machen. Wir werden auf jeden Fall eine weiße Weihnacht haben. Kein Schnee zu Weihnachten wäre schrecklich! Bobby sagt, daß wir bis zum Jahresende so viel Schnee haben werden, daß ich nie wieder Schnee sehen will. Ich glaube nicht, daß das möglich ist. Bobby ist sehr nett - ich bin froh, daß er unser Nachbar ist.
  • 14. Dezember:
    Schnee, wundervoller Schnee! 30 cm letzte Nacht. Die Temperatur ist auf -20 Grad gesunken. Die Kälte läßt alles glitzern. Der Wind nahm mir den Atem, aber ich habe mich beim Schaufeln aufgewärmt. Das ist das Leben! Der Schneepflug kam heute nachmittag zurück und hat wieder alles zugeschoben. Mir war nicht klar, daß ich soviel würde schaufeln müssen, aber so komme ich wieder in Form. Wünschte ich würde nicht so Pusten und Schnaufen.
  • 15. Dezember:
    60 cm Vorhersage. Habe meinen Kombi verscheuert und einen Jeep gekauft. Und Winterreifen für das Auto meiner Frau und zwei Extra-Schaufeln. Habe den Kühlschrank aufgefüllt. Meine Frau will einen Holzofen, falls der Strom ausfällt. Das ist lächerlich - schließlich sind wir nicht in Alaska.
  • 16. Dezember:
    Eissturm heute Morgen. Bin in der Einfahrt auf den Hintern gefallen, als ich Salz streuen wollte. Tut höllisch weh. Meine Frau hat eine Stunde gelacht. Das finde ich ziemlich grausam.
  • 17. Dezember:
    Die Temperatur ist immer noch weit unter Null. Alle Straßen sind total vereist und spiegelglatt. Es ist unmöglich, irgendwohin zu kommen. Der Strom war 6 Stunden lang ausgefallen. Ich mußte mich in Wolldecken einwickeln, damit ich nicht erfror. Ohne Strom funktionerte nicht einmal das Fernsehgerät. Es gab nichts zu tun als meine Frau anzustarren und zu versuchen, sie zu irritieren. Ich glaube, wir hätten einen Holzofen kaufen sollen, würde das aber nie zugeben. Ich hasse es, wenn sie recht hat! Ich hasse es, in meinen eigenen Wohnzimmer zu erfrieren!
  • 20. Dezember:
    Der Strom ist wieder da, aber noch mal 40 cm von dem verdammten Zeug letzte Nacht! Noch mehr schaufeln. Hat den ganzen Tag gedauert. Der idiotische Schneepflug kam zweimal vorbei. Habe versucht eines der Nachbarskinder zum Schaufeln zu überreden. Aber die sagen, sie hätten keine Zeit, weil sie Eishockey spielen müssen. Ich glaube, die lügen. Wollte eine Schneefräse im Baumarkt kaufen. Die hatten keine mehr. Kriegen erst im März wieder welche rein. Ich glaube, daß die lügen. Bobby sagt, daß ich schaufeln muß oder die Stadt macht es und schickt mir die Rechnung. Ich glaube, daß er lügt.
  • 22. Dezember:
    Bobby hatte recht mit weißer Weihnacht, weil heute Nacht noch mal 30 cm von dem weißen Zeug gefallen ist und es ist so kalt, daß es bis August nicht schmelzen wird. Es hat 45 Minuten gedauert, bis ich fertig angezogen war zum Schaufeln und dann mußte ich zum Klo. Als ich mich schließlich ausgezogen hatte, zum Klo war und mich wieder angezogen hatte, war ich zu müde zum Schaufeln. Habe versucht für den Rest des Winters Bobby anzuheuern, der eine Schneefräse an seinem Lastwagen hat, aber er sagt, er hat zu viel zu tun. Ich glaube, der Blödmann lügt.
  • 23. Dezember:
    Nur 10 cm Schnee heute. Und es hat sich auf 0 Grad erwärmt. Meine Frau verlangt von mir, ich dass ich heute das Haus dekoriere. Ist die bescheuert? Ich habe keine Zeit - ich muß SCHAUFELN!!! Warum hat sie es mir nicht schon vor einem Monat gesagt? Da hätte ich noch Zeit gehabt. Sie sagt, Sie hat, aber ich glaube, die lügt.
  • 24. Dezember:
    20 Zentimeter. Der Schnee ist vom Schneepflug so fest zusammengeschoben, daß ich die Schaufel abgebrochen habe. Dachte ich kriege einen Herzanfall. Falls ich jemals den Blödmann in die Finger kriege, der den Schneepflug fährt, dann ziehe ich ihn an seinen Haaren durch den Schnee. Ich weiß genau, dass er sich hinter der Ecke versteckt und wartet bis ich mit dem Schaufeln fertig bin. Und dann kommt er mit 150 km/h die Straße runtergerast und wirft tonnenweise Schnee auf die Stelle, die ich gerade frei geschippt habe. Heute Nacht wollte meine Frau mit mir Weihnachtslieder singen und Geschenke auspacken, aber ich hatte keine Zeit, da ich nach dem Schneepflug Ausschau halten musste.
  • 25. Dezember:
    Frohe Weihnachten. Heute liegen noch 60 Zentimeter mehr von dem weißen Müll in der Landschaft! Eingeschneit und von der Außenwelt abgeschnitten. Der Gedanke an Schneeschaufeln läßt mein Blut kochen. Gott, ich hasse Schnee! Dann kam der Schneepflugfahrer vorbei und hat nach einer Spende gefragt. Ich hab ihm meine Schaufel über den Kopf gezogen. Meine Frau mein, ich hätte schlechte Manieren habe. Ich bin da völlig anderer Ansicht. Ich glaube, daß sie eine Idiotin ist. Wenn ich mir noch einmal Hank Snow anhören muß, werde ich sie umbringen.
  • 26. Dezember:
    Wir sind immer noch eingeschneit. Warum um alles in der Welt sind wir hierher gezogen? Es war alles IHRE Idee. Sie geht mir echt auf den Keks.
  • 27. Dezember:
    Die Temperatur ist auf -30 Grad gefallen und die Wasserrohre sind eingefroren.
  • 28. Dezember:
    Es hat sich auf -5 Grad erwärmt. Immer noch eingeschneit. DIE ALTE MACHT MICH VERRÜCKT !!!
  • 29. Dezember:
    Noch mal 30 Zentimeter. Bobby sagt, daß ich das Dach freischaufeln muß, oder es wird einstürzen. Das ist das Dämlichste was ich je gehört habe. Für wie blöd hält der mich eigentlich?
  • 30. Dezember:
    Das Dach ist eingestürzt. Der Schneepflugfahrer verklagt mich auf 50.000 Dollar Schmerzensgeld. Meine Frau ist zu ihrer Mutter gefahren. 25 Zentimeter Neuschnee sind vorhergesagt.
  • 31. Dezember:
    Habe den Rest vom Haus angesteckt. Nie mehr Schaufeln.
  • 7. Januar:
    Mir geht es gut. Ich mag die kleinen Pillen, die sie mir andauernd geben. Äh: Warum bin ich eigentlich an's Bett gefesselt?

Diese nette Geschichte hatte vor vielen Jahren einmal jemand auf einer Weihnachtsfeier erzählt, und ich hatte sie mir damals abgeschrieben. Wenn man sich zur Zeit so umhört, dann entspricht sie ziemlich genau der allgemeinen Stimmungslage in Sachen Winter, Schnee und allem was damit zusammenhängt. Als mir die Geschichte am Wochenende durch Zufall wieder einmal in die Finger fiel, und ich wieder über den armen Kerl schmunzeln musste, war das - neben der Grünkohlwanderung - definitiv der schönste Moment in Sachen "Winter" seit Tagen.


Kohl und Pinkel
Grünkohl & Pinkel

Das zweite schöne Erlebnis war die Grünkohlwanderung mit der ESG-Lehe und dem Bürgerverein Lehe. Wer mit dem Begriff "Grünkohlwanderung" nichts anfangen kann, den kommt mit Sicherheit nicht aus unserer Gegend, kann sich aber hier gerne darüber informieren.

Im Gegensatz zu früheren Erfahrungen wurde niemand zum Alkoholkonsum gedrängt. Anstelle der sonst üblichen Spielchen gab es auf dem Weg durch das Gründerzeitviertel sehr interessante Geschichten im Zusammenhang mit einigen der zum Teil weit über 100 Jahre alten Häuser. Ich glaube nicht, dass irgendjemand die oft eher schon nervigen als "lustigen" Spielchen vermisst hat. Unterwegs fing es natürlich an, dicke Flocken zu schneien: War ja schon klar, dass ich am Freitag zu früh gejubelt hatte. Aber trotz streckenweise spiegelglatter Wege kam niemand zu Schaden und das Essen war ausgeprochen lecker und reichhaltig.

Wer angesichts der oben erwähnten augenblicklichen allgemeinen Stimmungslage auf der Suche nach schönen Momenten im Winter ist, der wird bestimmt bei Katinka auf den Seiten ihres Projekts "Schöne Momente im Herbst und Winter" fündig.