Montag, 7. Februar 2011

'ne Woche war der juwi krank ...

... bald blogt er wieder, Gott sei Dank.

(ganz frei nach Wilhelm Busch)

Zuerst einmal besten Dank für eure Genesungswünsche. Diesmal hatte es mich wirklich arg erwischt. Aber jetzt bin ich wieder auf den Beinen. Es ist allerdings vieles liegen geblieben und am Wochenende hatte erst einmal der Geburtstag meines Schwagers Vorrang, so dass ich für "juwi's welt" bisher noch keine Zeit gefunden hatte.

Donnerstag, 27. Januar 2011

Fiese Winzlinge

Eine ganze Armee dieser fiesen, mikroskopisch kleinen Winzlinge hat juwi außer Gefecht gesetzt. Jetzt muss er erst einmal ins Bett und das Fieber ausschwitzen ...

Dienstag, 25. Januar 2011

Landwirtschaft statt Agrarindustrie


Berlin, 22.01.2011: Demonstration für eine grundlegende Wende in der Agrarpolitik

Rund 22000 Menschen aus allen Teilen der Bundesrepublik demonstrierten am 22.01.2010 in Berlin für eine grundlegende Wende in der Agrarpolitik und grundlegende Konsequenzen aus dem Dioxin-Skandal. Derartige Bestrebungen gibt es auch in der EU.

Herr Ciolos (Landwirtschaftskommissar) will die milliardenschweren Subventionen der industriellen Landwirtschaft massiv herunterfahren und stattdessen mit den freiwerdenden Mitteln bäuerliche Betriebe fördern, die biologische Landwirtschaft betreiben und strenge Umweltauflagen einhalten. Ausgerechnet Deutschland erweist sich dabei jedoch als Bremsklotz. Frau Aigner (CSU, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) folgt bisher weithin den Interessen der Massentierhalter und der industriellen Landwirtschaft. Zu mehr als einem winzig kleinen Quäntchen "Öko" hier und da konnte sie sich noch nicht durchringen.


Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen

Daher können die angekündigten Konsequenzen aus dem aktuellen Futtermittel-Dioxin-Skandal in meinen Augen nur Makulatur bleiben, solange die eigentlichen Ursachen, die zu dieser Entwicklung geführt haben, weiterhin Bestand haben. Im Grunde genommen geht es um die notwendige Rückbesinnung auf unsere natürlichen Lebensgrundlagen: Den Schutz unserer natürlichen Umwelt. So forderte zum Beispiel auch Herr Weiger (Bundes für Umwelt und Naturschutz "BUND", Vorsitzender) in Berlin von den Politikern, sie sollten endlich den Mut haben, sich mit dem "Agro-Business" anzulegen. Das gesamte System müsse an die Leine gelegt werden.

Herr Felix Prinz zu Löwenstein (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Vorsitzender) forderte Frau Aigner auf, sich in Brüssel für eine europaweite naturverträgliche Landwirtschaft einzusetzen. Die FAZ zitierte ihn in einem Artikel vom 22.01.2011 auf ihrer Internetseite mit den Worten: "Etwas anderes können wir angesichts der Bedrohungen durch den Klimawandel und einer immer gefährlicheren Ausbeutung der natürlichen Lebensgrundlagen nicht mehr verantworten."

Frau Heubuch (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Bundesvorsitzende) sprach im Zusammenhang mit Massentierhaltung und Gentechnik von einer gefährlichen Sackgasse für die Bauern und einem Risiko für die Verbraucher. Sie forderte ein Verbot der industriellen Landwirtschaft und das Ende der Subventionen der Agrarfabriken aus Steuermitteln.

Die globale Dimension verdeutlichte Herr Bassey (Nigeria, Umweltorganisation "Friends of the Earth", Vorsitzender, und Träger des alternativen Nobelpreises). Er bezeichnete die Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik in den Entwicklungsländern als verheerend. Für die Ernährungssicherheit der Welt sei der weltweite Protest der Zivilbevölkerung gegen Gentechnik, Agrarfabriken und Dumping-Exporte dringend notwendig. Zu dieser Facette der Agrarpolitik und der Nahrungsmittelindustie zitierte die FAZ in einem Online-Artikel vom 23.01.2011 Frau Aigner mit den Worten: "Die Ausschreitungen in Algerien und Tunesien haben ihren Grund auch in den steigenden Lebensmittelpreisen." Sie warnte damit vor Hungerrevolten in ärmeren Ländern.


Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Mit ihren Forderungen nach der Trennung der Produktion und Lagerung von Fetten für die Industrie und für die Landwirtschaft, der europaweiten Verschärfung der Kontrollen, der Verbesserung des Frühwarnsystem (unter anderem durch einen gemeinsamen Datenpool, in dem Messergebnisse zusammenfließen), sowie die Verpflichtung zur Beantragung einer Zulasssung, die an strenge Auflagen geknüpft ist, stieß Frau Aigner in Anbetracht des Dioxin-Skandals in Brüssel auf Zustimmung. Die Betriebe sollen verpflichtet werden, ihre Untersuchungsergebnisse zu melden, und Analysen, Berichte und Rückstellproben nachzuweisen, mit der sie die Einhaltung der Grenzwerte für kritische Stoffe belegen können. Das alles ist aber noch lange keine Wende in der Agrarpolitik.

Und auch in Brüssel ist nicht alles Gold was glänzt. Einerseits europaweit die ökologisch-bäuerliche Landwirtschaft etablieren zu wollen, andererseits aber gentechnisch veränderte Nahrungsmittel zulassen zu wollen, sind zwei Vorhaben, die nicht miteinander zu vereinbaren sind.

Nachdem die EU-Kommission nach zwölf Jahren das Verbot der Freisetzung von genmanipulierten Nutzpflanzen zugunsten der Profite der Gentech-Lobby bendet hatte, unterzeichneten mehr als 1,2 Millionen Bürger Europas die erste europäische Bürgerinitiative, die am 09.12.2010 an EU-Kommissar Dalli übergeben wurde. Die Initiative fordert den Zulassungsstopp gentechnisch veränderten Pflanzen und die Schaffung einer unabhängigen ethischen und wissenschaftlichen Stelle für die Prüfung und Regulierung genmanipulierter Organismen.

Die paradoxe Agrarpolitik der EU macht deutlich, dass die Wachsamkeit der Bürger Europas noch lange gefordert sein wird.

"Mich wundert, warum die Leute sich jetzt alle so
über das Dioxin in Eiern aufregen. Mir reicht es
eigentlich schon, dass die Tiere überhaupt mit
Schmiermitteln gefüttert werden, und das so eklig
zu finden, so etwas nicht essen zu wollen."


(eine Teilnehmerin an der Demonstration in Berlin)

(Quellen: SWR vom 25.01.2011, FAZ vom 22.01.2010 und vom 23.01.2010, Campact, AVAAZ)

Montag, 24. Januar 2011

Raffgier verhindert Frieden

FriedenstaubeNach der Veröffentlichung der Geheimdokumente von den Friedensverhandlungen zwischen den Palästinensern und Israel durch den arabischen Sender "Al Dschasira" und die britische Zeitung "The Guardian" steht Israel im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit ziemlich dumm da ... - und dreist.

Bisher hieß es regelmäßig, die Palästinenser seien zu keinerlei Zugeständnissen bereit, wenn es darum ging, die ständigen Rückschritte auf dem Weg zum Frieden im Nahen Osten zu erklären. Jetzt werden die "Freunde" Israels ihre bisher bedingungslose Unterstützung, die - zumindest in Deutschland - wohl im wesentlichen auf das schlechte Gewissen wegen des millionenfachen Mordes an den Juden während der Nazi-Herrschaft zurückzuführen ist, zukünftig wohl "etwas differenzieren" müssen. Das unermessliche Leid, das den Menschen jüdischen Glaubens in dem Land zugefügt wurde, in dem später ich zur Welt kam, macht mich trotzdem nicht blind gegenüber dem Leid und dem Unrecht, das den Menschen in Palästina seit Beginn des letzten Jahrhunderts widerfahren ist.

Wenn all das zutrifft, was heute auf der Internetseite der ARD-Tagesschau zu lesen ist, dann wäre die palästinensische Führung bereit gewesen, auf nahezu alles zu verzichten, wofür die Palästinenser seit der Gründung des Staates Israel und ihrer Vertreibung aus ihren ehemaligen Siedlungsgebieten gekämpft und gelitten haben - nur um des lieben Friedens willen. Israel hingegen wäre den Palästinensern kein Stück entgegen gekommen - aus lauter Raffgier.

Ein Stück vom Kuchen wäre den israelischen Verhandlungsführern und ihren Auftraggebern nicht genug gewesen. Es sollte schon der ganze Kuchen sein. In Anbetracht dessen, dass Israel ständig mit Kanonen auf Spatzen schießt, anstatt die Terroristen gezielt zu verhaften, vor Gericht zu stellen, und nach Recht und Gesetz zu verurteilen, sowie angesichts des fortgesetzten Siedlungsbaus in den annektierten Palästinensergebieten - trotz aller immer wieder vorgetragener internationaler Einwände - habe ich kaum Zweifel daran, dass es sich wohl schon so verhalten wird.

Unter den radikalen Palästinensern wird die palästinensische Führung nach der Veröffentlichung der Dokumente wohl einige Feinde hinzugewonnen haben. Selbst unter denjenigen Palästinensern, die eigentlich nur noch in Frieden leben wollen, wird es einige geben, die derart weitreichende Zugeständnisse nicht gutgeheißen hätten. Aber dem Ansehen Israels in der Welt wird die Veröffentlichung der Dokumente wohl den größeren Schaden zugefügt haben.

Ich würde mir wünschen, dass der Friedensprozess im Nahen Osten jetzt zügig wieder in Gang käme und wirklich faire Verhandlungen zur baldigen Gründung eines palästinensischen Staates und zu einer dauerhaften Lösung für Jerusalem führen werden. - Zuvor würden aber die "Freunde Israels" ihr schlechtes Gewissen wegen der Verbrechen an den Juden im Deutschen Reich überwinden, und mit ihren Freunden endlich so reden müssen, wie wahre Freunde es machen, die wissen, dass der andere permanent einen Fehler begeht.


(Quelle: Tagesschau vom 24.01.2011, Wikipedia)

Sonntag, 23. Januar 2011

Winterruhe am Dorumer Tief

Das ehemalige Leuchtfeuer "Obereversand" am Dorumer Tief
Die Küste und das Deichvorland bei Dorum-Neufeld
Dorum-Neufeld: Der Kutterhafen am Dorumer Tief
Bis zum Nachmittag hatte ich gestern einen vollen Terminkalender. Nachdem wir mit unserer Singgemeinschaft "Querbeet" auf einer diamantenen Hochzeit in einem Ort nördlich von Bremerhaven Musik gemacht hatten, bin ich mit einem kleinen Umweg über Dorum-Neufeld zurück nach Hause gefahren.

Im Sommer treten sich dort die Touristen gegenseitig auf die Füße und auf dem Gelände vor dem Deich herrscht reger Campingbetrieb. Während der Wintermonate ist dort aber so gut wie nichts los. Schon gar nicht an einem nass-kalten, trüben Nachmittag wie gestern. Wenn man allerdings einen Ort der Ruhe sucht, um einmal für eine kurze Zeit abzuschalten, dann ist die stille Weite der Marschlandschaft am Wattenmeer genau die richtige Gegend dafür.

Freitag, 21. Januar 2011

In den letzten Zügen ...

Bremerhaven, Neuer Hafen: Betonwerk Grube (2011, 2010, 2008)
... liegt das ehemalige Betonwerk "Grube" am Nordende des Neuen Hafens. Zur Zeit wird das ehemalige Hauptgebäude abgerissen, das zuletzt während der Sail 2010 als Pressezentrum gedient hatte.

Geschichte ist inzwischen auch die Fahrzeugwaage mit dem kleinen Wägehäuschen hinter dem Hauptgebäude. Interessant daran war, dass die Fahrzeugwaage noch aus reiner Mechanik bestand.


Ehemalige Fahrzeugwage zwischen Hauptgebäude und Kiesverladeanlage
Fahrzeugwaage: Mechanik zum ablesen des Gewichts der Lkws

Sie funktionierte nach dem gleichen Prinzip wie früher die Küchen- oder Babywaagen: Auf einem mit einer Skala versehenen Hebel, wurden zwei Gewichte zur Grob- und zur Feinjustierung verschoben.

Als letztes Zeugnis der Hafenindustrie am Neuen Hafen wird nach dem Abschluss der Abbrucharbeiten nur noch der Kiesverladekran übrig bleiben. Wie die Nordsee-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 14.08.2010 berichtete, hatten die Spitzen von SPD und CDU am 17.08.2010 beschlossen, den gelben Grube-Kran als letztes Zeugnis hafenwirtschaftlicher Nutzung zu erhalten. Die Entwicklungsgesellschaft Alter/Neuer Hafen (BEAN) werde den Kran in ihr Eigentum übernehmen und das Ressort von Herrn Teiser (CDU, Bürgermeister und Kämmerer) wurde gebeten, realistischere Kosten für den Erhalt und die Pflege zu ermitteln, als bisher genannt worden waren. Unter den folgenden Links ist der Kran nachts beleuchtet und in einem Video in Aktion zu sehen.

Zum Weiterlesen


(Quelle: Nordsee-Zeitung vom 14.08.2010)

Donnerstag, 20. Januar 2011

Wir haben es satt!


Campact-Aktion in Berlin am 18.01.2011

Mit schärferen Kontrollen sowie verschärften Meldepflichten und härteren Strafen wollen Bund und Länder nach dem Dioxin-Skandal den Schutz für die Verbraucher und Landwirte vor kriminellen Dioxin-Panschern verbessern.

Frau Aigner (CSU, Landwirtschaftsministerin, Verbraucherschutzministerin) habe sich mit den Landwirtschaftsministern der Bundesländer am 18.01.2010 auf ein 14-Punkte-Paket geeinigt. Das berichtete die Nordsee-Zeitung in ihrer Augabe vom 19.01.2011.

Zu dem Bericht auf der Titelseite war auf einem Foto zu sehen, wie Mitglieder des demokratischen Netzwerks Campact in der Rolle von "Agrarfabrikanten" am Fließband Dioxin aus Giftflaschen in Gummihühner füllten. Sie demonstrierten damit anlässlich des Treffens der Landwirtschaftsminister in Berlin für eine Kehrtwende in der Agrarpolitik. Außerdem übergab Campact den Appell "Agrarfabriken stoppen", der inzwischen von mehr als 72000 Menschen unterzeichnet wurde, an Frau Aigner.

Angesichts dessen, worauf sich die Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern einigten, beginnt der Protest nach Einschätzung von Campact-Aktiven langsam zu wirken. Jetzt gehe es darum, dass Frau Aigner die ankündigten Maßnahmen zusammen mit den Bundesländern auch in die Praxis umsetze, und ihre Blockade der Pläne der EU-Kommission, milliardenschwere EU-Subventionen von Agrarfabriken zu ökologischen, bäuerlichen Betrieben umzuschichten, endlich aufgebe.


Wir haben es satt!

Um den Forderungen nach einem Politikwechsel - weg von Agrarfabriken und Gentechnik, hin zu einer bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft - den nötigen Nachdruck zu verleihen, wird am Samstag, 22. Januar, parallel zur Landwirtschaftsmesse "Grüne Woche", vor dem Hauptbahnhof in Berlin eine große

Demonstration unter dem Motto
"Wir haben es satt!"

stattfinden. Dazu werden tausende Demonstranten aus ganz Deutschland erwartet. Organisatoren sind ein Bündnis von Umwelt-, Tierschutz- und Entwicklungsverbänden. Da ich den Samstag bereits restlos verplant hatte, bevor ich von der Demonstration erfuhr, werde ich nicht dabei sein. Ansonsten wäre ich auf jeden Fall nach Berlin gefahren. Es ist schon schlimm genug, dass es kaum noch zu vermeiden ist, mit Dioxin in Berührung zu kommen. In der Nahrung hat das Zeugs jedenfalls nichts verloren - auch nicht, wenn seine Konzentration den Grenzwert unterschreitet. Wenn es aber jemand auch noch absichtlich hinzuzufügt, dann gehört er dafür nach meinem Verständnis lebenslänglich hinter Gitter!

Zum Weiterlesen:

(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 19.01.2010, Campact)