Dienstag, 10. Juni 2014

Türkisches Kulturfest auf dem Phillips-Field



Am 09.06.2014 feierte die türkisch-islamische Gemeinde der Moschee "Merkez Camii" gemeinsam mit vielen deutschstämmigen Gästen auf dem "Phillips-Field" in Bremerhaven ihr erstes türkisches Kulturfest.

Die Gemeinde ist Mitglied im Dachverband der "Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V." (DiTIB) und sehr aufgeschlossen für den Austausch mit Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften. Das hob auch Herr Rosche (SPD, Stadtrat für Arbeit, Soziales, Seniorinnen und Senioren, Migrantinnen und Migranten sowie Jugend, Familie und Frauen) in seiner Ansprache zur Eröffnung des Festes ausdrücklich hervor. Ein Beispiel dafür ist u.a. das interkulturelle und interreligiöse Jugendprojekt "ABATON", an dem auch die evangelische "Christuskirche" (Bremerhaven-Geestemünde), die Synagoge am Kleinen Blink und die katholische "St. Marien-Kirche" (Bremerhaven-Mitte) beteiligt sind.

Musikalisch wurde die Veranstaltung von einem "Janitchen Orchester" (türkisch: Mehter Takimi) mit Musik aus der Tradition der osmanischen Militärmusik eröffnet. Es folgten einige folkloristische Tänze. Die Musik dazu ist geprägt von Felltrommeln und einem Doppelrohrblatt Blasinstrument aus der Familie der Schalmeien. Im "Janitchen Orchester" war die Schalmei gemeinsam mit einer Trompete zu hören.


"Janitchen Orchester": Trompete (links) und Schalmei (rechts)
Der Klang der Schalmei wird in Deutschland oft höflich als "ungewohnt" umschrieben. Das gilt hierzulande aber wohl für alle ursprünglichen Rohrblasinstumente, zu denen zum Beispiel auch die in vielen europäischen Kulturen bekannten Formen der Sackpfeifen (Dudelsack, Chabrette, Uilleann Pipes, Böhmischer Bock etc.) gehören. Ein Liebhaber dieser Instrumente hat einmal zu mir gesagt: "Entweder man liebt sie, oder man hasst sie."

Das Doppelrohrblatt ist bei der ursprünglichen Form der Schalmei "außen" am Ende des Klangrohrs mit den Grifflöchern angebracht und befindet sich beim Spielen in der Mundhöhle des Musikers. In westeuropäischen Kulturkreisen geläufige Weiterentwicklungen der Doppelblattinstrumente, die auf der ursprünglichen Form der Schalmei zurückgehen, sind beispielsweise die in der klassischen Musik verwendete "Oboe" und das "Fagott", das auch in der Orchestermusik verwendete "English Horn" oder die aus der bretonischen Folklore (Frankreich) bekannte "Bombarde".

Auch kulinarisch gab es für viele Gäste so manches neues zu entdecken: "Was ist das?" "Teig mit einer Hackfleisch-Füllung." "Und das?" "Kartoffelsalat." ... - Zur Verteidigung des interessierten Gastes sei angemerkt, dass dieser - übrigens sehr leckere - Kartoffelsalat ohne Majonaise oder Speck und Öl hergestellt worden war. In der Nordsee-Zeitung war kürzlich zu lesen, die Mitglieder der türkischen Gemeinde seien tagelang mit den Vorbereitungen für die Bewirtung ihrer Gäste beschäftigt gewesen.

Außerdem gab es noch eine Vorführung des türkischen Nationalsports "Ölringen". Da ich aber kein Freund von "Kampfsportarten" bin, habe ich mich vorher auf den Weg nach Hause gemacht.


Seit dem Abzug der US-Army aus Bremerhaven in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts und dem damit verbundenen Ende des "Deutsch Amerikanischen Freundschaftsfests", war das türkische Kulturfest das erste interkulturelle Fest, das auf dem "Phillips-Field" gefeiert wurde. Ich sage auf diesem Wege "Danke" für den gelungenen Nachmittag und die Einblicke in eine andere, "zugewanderte" Kultur. Es wäre schön, wenn noch viele weitere Feste dieser Art auf dem "Phillips-Field" folgen würden.

  • Falls jemand etwas mehr über die Geschichte und die Herkunft der türkischen Tänze und der dazugehörigen Musik oder über die Tradition der "Mehter Takimi" zu erzählen weiß, wäre ich dankbar für weitere Informationen. Auch über eine Übersetzung der gesungenen Texte würde ich mich freuen.

    Da das Video sonst zu lang geworden wäre, habe ich nicht alle Aufnahmen dafür verwendet. Falls jemand Interesse daran haben sollte, kann er oder sie mich gerne deswegen ansprechen.


(Quellen: Wikipedia )

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