Dienstag, 11. Januar 2011

Das stille Sterben der Bienen

Ich hatte bereits vor einigen Jahren davon gehört, es dann aber wieder aus den Augen verloren: Von den meisten Menschen unbemerkt sterben seit einiger Zeit weltweit die Bienenvölker.

Bienen werden zwar auch durch Krankheiten und Parasiten (z.B. die Varroamilbe) dezimiert, dass aber die Arbeiterinnen ganzer Bienenvölker ausfliegen und nicht wieder zurückkehren ist ein noch relativ neues Phänomen. In der Folge davon verhungern die unversorgte Bienenkönigin und die Larven. Das Bienenvolk stirbt.

Das an sich wäre schon schlimm genug - zumindest für die Liebhaber von Bienenhonig. Darüber hinaus ist jedoch davon auch das Überleben einer großen Anzahl von Blütenpflanzen bedroht, die von den Bienen bestäubt werden - darunter auch viele unserer Nahrungspflanzen. Ohne Bestäubung gibt es aber keine Früchte. Und Ohne Früchte gibt es keine Samen, von denen das Überleben der Pflanzen abhängt.

Das Bienensterben bedroht dadurch unmittelbar unsere eigene Ernährung. Wissenschaftler machen eine bestimmte Gruppe von Pestiziden für das Bienensterben verantwortlich. Ein weltweites Verbot dieser Pestizide könnte die Bienen vor dem Aussterben bewahren.

In vier europäischen Ländern führte das Verbot dieser Gifte zu einer Erholung einzelner Bienenvölker. Die Chemiekonzerne, die an der Herstellung und dem Verkauf der Gifte viel Geld verdienen betreiben jedoch eine aufwändige Lobbyarbeit, um ein weltweites Verbot dieser Gifte zu verhindern.

Es gibt wohl nicht sehr viele Informationen darüber, inwieweit auch andere Insektenarten davon betroffen sind, die neben den Bienen zur Bestäubung der Blütenpflanzen beitragen. Diese werden ja vermutlich den gleichen Gefahren ausgesetzt sein, da sie sich mit den Bienen gemeinsam die gleiche ökologische Nische teilen. Ich denke aber, dass vor allem den Imkern, die Bienenvölker in ihrer Obhut haben, aufgefallen ist, dass deren Zahl von Jahr zu Jahr dramatisch abnimmt. Hummeln und andere Insekten stehen eben nicht so unter ständiger Beobachtung wie die Bienen.

Aus meiner Sicht können wir Menschen uns jedenfalls nicht darauf verlassen, dass andere Insekten die Bienen ersetzen können, falls diese eines Tages für immer von der Erde verschwunden sein sollten. In der EU und in den USA wird derzeit über ein Verbot der gefährlichen Pestizide debattiert. Um diese Debatten zugunsten des Erhalts der Bienen günstig zu beeinflussen, hat das internationale demokratischen Netzwerk AVAAZ einen weltweiten Aufruf zum Verbot dieser tödlichen Pestizide initiiert. Mehr als 711000 Menschen haben den Aufruf bereits unterzeichnet. Je mehr Menschen sich daran beteiligen, desto eher werden die Politiker weltweit bereit sein, den ebenfalls international operierenden Chemiekonzernen die Stirn zu bieten.



Zum Weiterlesen


(Quellen: AVAAZ, San Francisco Chronicle vom 28.12.2010, ImkerDEMO.de, Wildbienen, Bienenwabe.de, MON863 und Bienensterben, Wikipedia, PAN North America, EPA - Clothianidin)

Kommentare:

neuealtewelt hat gesagt…

Ich würde ja jetzt gerne sagen, dass es ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Aber das würde der Sache nicht gerecht werden.

Es ist eine Katastrophe in einer langen Reihe von furchtbaren Begebenheiten. :/

Smilla hat gesagt…

Lieber Juwi,
das von dir angesprochene Thema berührt mich immer wieder sehr!!! Letzten Frühling wurde auf ARTE ein Themenabend ausgestrahlt und ich kann dir nur sagen, dass es mich zutiefst beelendet hat!!
Verschiedenste Wissenschaftler haben eindeutige Fakten zum Drama dargelegt und die Chemiekonzerne mit ihrer Macht widerlegten natürlich alles... aber das kennen wir ja auch von anderen Themengebieten, gell.
Ich hoffe wirklich von tiefstem Herzen, dass AVVAZ mit ihrem Aufruf Einfluss nehmen kann!
Letzte Woche kam ich zufälligerweise mit einer Imkerin aus unserer Umgebung ins Gespräch. Sie lebt erst seit 3 Jahren hier. Vorher wohnte sie in der Region von Lyon. Sie verliess ihren alten Standort, da es für sie einfach nicht mehr ging (Mais- Monokulturen) mit den Bienen! Hier hat sie gut Fuss gefasst und ihre Erträge sind erfreulich. Also ein kleiner Hoffnungsschimmer am finsteren Horizont!
Ich wünsche dir einen gemütlichen Abend und grüsse dich ganz herzlich!
Bis bälder bisous Brigitte

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